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54 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zurück zur Philosophie als Lebenshilfe
Luc Ferry legt eine Geschichte der Philosophie vor, in der er anhand weniger ausgewählter Philosophen die Entwicklung der Philosophie von der Antike bis heute verfolgt. Er versteht es, den Leser zu fesseln, als läse er einen Krimi.
Durch die Motivation des Textes - das Bewusstsein sterblich zu sein und die Frage nach dem Sinn des Lebens, die ja die antiken...
Veröffentlicht am 12. Juli 2007 von K. Bethmann

versus
4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Trocken
Obwohl der Autor im Vorwort erwähnte, dass er versucht hat, das Buch anschaulich und so zu schreiben, als würde er uns dies so nebenbei erzählen, fand ich die Schreibweise wirklich sehr trocken. Zwar verzichtete der Autor auf Fachjargons, jedoch fand ich das Buch trotzdem sehr schwierig zu verstehen. Vielleicht lag es auch nur an mir, aber durchschnittlich...
Vor 14 Monaten von The Reader veröffentlicht


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54 von 55 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zurück zur Philosophie als Lebenshilfe, 12. Juli 2007
Von 
K. Bethmann (Villach, Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Luc Ferry legt eine Geschichte der Philosophie vor, in der er anhand weniger ausgewählter Philosophen die Entwicklung der Philosophie von der Antike bis heute verfolgt. Er versteht es, den Leser zu fesseln, als läse er einen Krimi.
Durch die Motivation des Textes - das Bewusstsein sterblich zu sein und die Frage nach dem Sinn des Lebens, die ja die antiken "Freunde der Weisheit" zum Nachdenken angeregt und nach praktischen Ratschlägen für das Leben suchen lassen hat - packt er den Leser bei einem Urinteresse und lässt ihn bis zum Ende nicht mehr aus seinen Fängen.
Schlüssig erklärt er, welche Veränderungen die Philosophie im Laufe von über zweitausend Jahren erfuhr, warum sie als Heilsbringerin dem Christentum unterlegen war und wie sie fortan als Hilfswissenschaft ihr Dasein fristete. Er macht deutlich, wie sich seit Descartes und der Aufklärung die Philosophie wieder von der Religion distanzierte, weist aber gleichzeitig darauf hin, daß sie seitdem immer eine Schulwissenschaft geblieben ist und nie wieder die lebenspraktische Bedeutung wie in der Antike gewonnen hat.

Mit Hilfe der philosophischen Ansätze von Nietzsche und Heidegger zeigt er, daß wir im Zeitalter des Kapitalismus und der Globalisierung neue Ideen und neue Ideale entwickeln müssen, um die Selbstbestimmung über unser Leben zurückzugewinnen. Wissenschaft und Technik bringen uns nicht - wie von der Aufklärung erträumt - Freiheit und Glück, sondern Fortschritt um des Fortschritts willen. Wir sind nur noch Getriebene einer Entwicklung, die wir nicht mehr selbst steuern können. Deshalb ist es dringend notwendig, die Macht über unser Schicksal zurückzugewinnen und die Welt wieder in den Griff zu bekommen.

Ferry zeigt, daß die Philosophie uns dabei helfen kann, dass sie aber auch nicht mehr hinter den Nihilismus eines Nietzsche zurückfallen kann, sondern sich weiterentwickeln muss. Den christlichen Glauben findet Ferry zwar wegen der Auferstehungslehre sehr verführerisch, glaubt jedoch nicht daran. Er ist im Gegenteil übezeugt, daß alle unsere Heilserwartungen sich auf das gegenwärtige Leben beziehen müssen. Deswegen möchte er die Transzendenz vom Himmel zurück auf die Erde holen und das Heil durch sich selbst erlangen.

Drei Ansätze zu einer neuen Heilslehre sind für ihn
Lernen: die Erweiterung des eigenen Horizonts, die Entwicklung der Persönlichkeit und die Gewinnung von Distanz zu sich selbst
Lieben: denn die Liebe zu einer einzigartigen Person gibt dem Dasein einen Wert und einen Sinn
Sterben: wir müssen uns mit dem Tod auseinandersetzen, um herauszufinden, was noch zu tun ist

Luc Ferry stellt einige wesentliche Gedanken der beschriebenen Philosophen so dar, daß wir sie verstehen können und vor allem motiviert sind, sie selbst zu lesen und uns mit ihnen auseinanderzusetzen. Er gibt uns mit diesem Buch den Anstoss, das Leben in die eigene Hand zu nehmen und selbst Freunde der Weisheit zu werden und hat damit eine Tür für uns aufgestossen.

Für mich der einzige relevante Kritikpunkt: Die Sakralisierung des Menschen allein wird nicht zu einem Umdenken führen, wir müssen statt dessen die ganze Schöpfung einbeziehen. Auch hier hat die Aufklärung ihre Spuren hinterlassen und auch hier ist dies nicht nur zum Positiven für uns geraten.
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28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Einführung in die Philosophie, die Lust auf mehr macht, 12. August 2009
Rezension bezieht sich auf: Leben lernen: Eine philosophische Gebrauchsanweisung (Taschenbuch)
Als interessierter Laie habe ich immer mal wieder den Zugang zur Philosophie gesucht, hier und da ein bißchen gelesen, aber nicht wirklich etwas verstanden. Die vielen Referenzen und der Sprachcode philosophischer Werke machen den Einstieg eben nicht leicht. Um diesen zu finden, kaufte ich mir zunächst das Buch "Wer bin ich und wenn ja wieviele", welches mich aber kein Stück weiter brachte. Eher zufällig stieß ich dann auf "Leben lernen" ('zufällig', da der etwas unglückliche Titel mich zuerst glauben ließ, es handle sich um ein Buch aus dem Bereich 'Lebenshilfe/Esoterik').

"Leben lernen" hat mich begeistert. Es ist leicht verständlich geschrieben und zugleich fordernd. Es führt den Leser systematisch in die Philosophiegeschichte ein. Hierfür wird anfangs der Aufbau der Philosophie aus "Theorie, Ethik, Heil (Weisheit)" erklärt. Dann wird für ausgewählte Philosophien von der Antike bis zur Moderne erläutert, was sie in diesen drei Bereichen zu bieten haben und wie sie sich unterscheiden. Besondere Aufmerksamkeit wird jeweils dem "Heil" geschenkt: Wie wird man mit dem Gedanken an den allgegenwärtigen Tod fertig? Luc Ferry stellt Philosophie in diesem Zusammenhang ausdrücklich als Alternative zur Religion dar (er würdigt aber auch die geistesgeschichtliche Rolle des Christentums ausführlich) und eröffnet somit nichtreligiösen Lesern ein weiteres, persönliches Motiv, sich überhaupt mit Philosophie zu beschäftigen.
Insgesamt bekommt man einen Einblick, worum es in der Philosophie überhaupt geht, wie sie sich entwickelte und wie sehr sie unser Denken und unsere Wertvorstellungen beinflusst hat. Am Ende des Buches stellt der Autor seine eigene moderne Philosophie vor.

Das Buch hebt sich von anderer Populärliteratur nicht nur durch den systematischen Ansatz ab, sondern auch dadurch, dass es auf Anekdotenerzählerei und sonstigen Trivialquatsch verzichtet (im Gegensatz zu... siehe oben). Außerdem hat es mich animiert, mich jetzt weiter mit Philosophie, namentlich Nietzsche, zu beschäftigen. Damit hat es meine Erwartungen mehr als erfüllt.
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31 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch weckt und fördert die Lust am selbständigen Denken, 4. September 2007
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Zu allen Zeiten haben Menschen darüber nachgedacht, wie menschliches Leben zu interpretieren sei, welchen Sinn es habe und ob es eine Unterscheidung geben kann zwischen einem gelungenen Leben und einem, das man als gescheitert bezeichnen muß, weil es seinen Sinn verfehlt hat oder anderen Zielvorstellungen folgte, die ins Verderben führten. Schon in den vorchristlichen Jahrhunderten haben die griechischen Philosophen versucht, auf diese schwierigen Fragen nicht-religiöse Antworten zu geben. In Abgrenzung von den Religionen versucht auch Luc Ferry in seinem neuen Buch, sich der Heilsfrage von der philosophischen Tradition her zu nähern.

Das zentrale Datum allen Fragen nach dem Sinn menschlichen Lebens und nach dem Heil ("wie können wir gerettet werden ?") ist die Frage nach der Endlichkeit des Lebens, die brutale Tatsache des Todes und wie man damit umgeht. Bedient sich vor allem die christliche Religion einer religio, einer Rückbindung an ein höheres Wesen, Gott, um diese Fragen zu beantworten, verlässt sich die Philosophie einzig auf die eigene Kraft und die Vernunft.
"Mit anderen Worten, wenn die Religionen sich selbst als 'Lehren zur Erlangung des Heils' durch einen anderen, nämlich Gott, verstehen, so könnte man die großen Philosophien definieren als Doktrinen zur Erlangung des Heils durch sich selbst, ohne die Hilfe Gottes."

Wenn aber auch die Philosophie die Endlichkeit des Lebens anerkennt, ihr der transzendente und religiöse Weg verschlossen bleibt aus Vernunftgründen, dann muß sie erst recht und radikal die Frage beantworten, was man mit diesem begrenzten Leben anfangen soll, wenn es gelingen und Sinn machen soll. Welche Kriterien gibt es dafür, welche Ziele und Geisteshaltungen ?

Zunächst erläutert Ferry die drei Dimensionen der Philosophie an Beispielen aus der Antike:
- das Verständnis dessen, was ist (Theorie)
- das Bedürfnis nach Gerechtigkeit (Ethik) und
- die Suche nach dem Heil (Weisheit)
Danach erläutert er, immer wieder die eben genannte Trias benutzend, das Zeitalter des Sieges des Christentums über die griechische Philosophie, dann den Humanismus als Geburt der modernen Philosophie (Rousseau, Kant, Descartes), gefolgt von der Postmoderne, wobei er sich ausführlich mit Nietzsche auseinandersetzt und wirft schlussendlich unter der Überschrift "Nach der Dekonstruktion" einen ausführlichen Blick auf die zeitgenössische Philosophie.

Das Buch ist entstanden als Niederschrift eines zunächst mündlich gehaltenen, recht spontan entstandenen Philosophiekurses für Eltern und Kinder in "Leben lernen" auch deshalb ermutigt, weil vor einiger Zeit sein Buch "Was ist ein gelungenes Leben ?" ( noch nicht auf Deutsch erschienen) ihm viele Rückmeldungen von Lesern brachte, die ihm sagten, seine Vorträge würden sie sehr ansprechen, aber wenn sie nur wenige Seiten seines Buches lesen würden, könnten sie nichts mehr verstehen. Dieses Vorhaben ist ihm vollends gelungen. Sein Buch ist für Jugendliche, die gerne denken und für Erwachsene, die sich schon immer mal mit Philosophie befassen wollten oder von den Antworten ihrer überkommenen Religion nicht mehr erreicht werden, gleichermaßen hervorragend geeignet.

Durch die dialogische Struktur des Gesprächs mit dem gedachten Zuhörer (Leser) wird das Verständnis eines nach wie vor komplexen Themas erleichtert. Es macht große Freude, dieses Buch zu lesen, weil es die Lust am eigenen Denken fördert und zum selbständigen Weiterdenken motiviert.

Sie suchen ein Geschenk für eine kritischen Konfirmanden oder für einen anderen Jugendlichen oder Freund, der Ihnen durch ungewöhnliches Fragen oder Denken aufgefallen ist : hier haben Sie es.
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14 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein fesselnder und lehrreicher Gang durch die Philosophie, 6. August 2007
Mit einfachen Worten die Gedanken großer Philosophen verständlich aber doch nicht zu sehr vereinfachend wiederzugeben - ein hehres Ziel, das sich Luc Ferry in seinem Buch Leben lernen - eine philosophische Gebrauchsanweisung" da setzt, um es dann jedoch nicht zu erreichen, sondern darüber hinaus auch dem Titel des Buches gerecht zu werden. Der Leser wird nach den etwas mehr als 300 Seiten nicht nur insofern klüger entlassen, als ihm Zusammenhänge und Entwicklungen in der Philosophiegeschichte von den Stoikern über das Christentum und die Aufklärung, bis hin zu Nietzsche und den postmodernen Philosophen aufgezeigt und verständlich erklärt werden. Darüber hinaus - und das ist ein Aspekt, der meines Erachtens gerade bei philosophischen Büchern häufig zu kurz kommt - stellt der Autor immer wieder die Frage, welchen Nutzen die Philosophien für den Menschen haben können auf seiner Suche danach, wie er zu leben hat und wie er die Angst vor dem Tod überwinden kann.
Immer wieder kommt es bei dem Abriss (denn mehr kann es naturgemäß auf so geringem Platz nicht sein) über die Geschichte der Philosophie zum Aha-Effekt beim Leser, der Zusammenhänge zu verstehen beginnt und der im Anschluss an die Lektüre sicherlich nicht alle Philosophen bis in alle Tiefe erläutert weiß, der nun jedoch über "Inseln" verfügt, von denen ausgehend er leichter Zugang zu anderen Bereichen der Philosophie finden wird.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eigentlich das Einzige unter meinen tausend Büchern das zählt, 31. August 2009
Luc Ferry's Buch habe ich zuerst auf Französisch gelesen und daraufhin die deutsche Übersetzung - und der Stil im Deutschen ist eventuell das Einzige was etwas gewöhnungsbedürftig ist. Der Stil des Buches wendet sich an französische Abiturenten, wo in vielen Schulzweigen ein schriftliches Abitur in Philosophie Pflicht ist und die Noten normalerweise sehr schlecht ausfallen; es ist halt schwer. Aber der Inhalt ist in keinster Weise irgendwie schulisch.

Der Inhalt ist universell... und verständlich (was ja bei Philosophie nicht selbstverständlich ist).

In Essenz benützt Ferry die wesentlichen Entwicklungsstufen der Philosophie (und inkludiert die christlichen Religionen und auch tlw. den Buddhismus dabei) um die notwendigen Weiterentwicklungen im menschlichen Denken aufzuzeigen. In jeder Stufe werden die 3 wesentlichen Pfeiler einer Philosophie erläutert, kritisiert und zur nächsten Stufe weitergeführt.

Das Buch dreht sich immer schneller, der Inhalt (behutsam aufgebaut) verdichtet sich, im Leser entsteht ein Gesamteindruck und man vermag plötzlich über den Horizont des eigenen Denkens mit Hilfe der Philosophie zu schreiten und man möchte später (nachdem man das Buch mit Genuss bis zur letzten Seite verschlungen hat) auch mehr als diese Einführung wissen/lesen.

Eine Pflichtlektüre für Jeden, in jedem Alter.... und natürlich auch speziell für die, die sich Fragen stellen (oder Fragen stellen sollten) über sich und die Welt!
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lebendige Einführung zum Thema Philosophie, 27. Oktober 2007
Der Titel dieses Buches ist ziemlich reißerisch und läßt es als einen der Ratgeberflut '"Wie kann ich mein Leben verbessern, indem ich ein Buch lese und nichts tue"' entsprungenen Publikationen erscheinen.
Das hat zur Folge, das man auf den ersten Blick meint: '"Hier ist jemand der nicht zurecht kommt,"' wenn es im Bücherregal steht. Dem ist nicht so.
Ferry stellt eine frische, lebendige Einführung zum Thema Philosophie zur Verfügung, verpflichtet sich der Neutralität und stellt trotzdem seine eigene Meinung, ohne anzubiedern, dar.
Existentielle Fragen werden in diesem Buch behandelt und eine Annährung, eine Wegbereitung, zur Antwort gegeben.
Ein wahrhaftig gelungener seriöser Einstieg der den Leser mit einbezieht und Fragen aufwirft.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Statt einer Inhaltsangabe: ein Dank an den Autor, 15. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Leben lernen: Eine philosophische Gebrauchsanweisung (Taschenbuch)
Ich besuchte eine kleine, unabhängige Buchhandlung.In der noch unkonkreten Hoffnung hier irgendetwas zu finden,was mir ein bisschen Erlösung versprach. Vom alltäglichen Wahnsinn massenmedialer Verblödung. Von (m)einer universitären Bildung, die doch nur Berufsausbildung ist. Von Oberflächlichkeit, die sich als Tiefsinn tarnt. Kurz gesagt: mir gings nicht gut. Dann dieses Buch: "Leben lernen"? Es klang wie ein Ratgeber aus der Bahnhofsbuchhandlung. Ich zweifelte, kaufte es trotzdem. Las es und las es wieder. Und empfinde es heute als einen meiner größten Schätze im Bücherregal. Das Leben kann man nicht aus Büchern lernen. Aber Bücher können einem helfen, das Leben besser zu verstehen. Dieses Buch tut das auf wunderbare Weise.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Tour de Force" in Philosophie, 18. Dezember 2012
Von 
Walter "Walter" (Buxtehude, Baden-Württemberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Leben lernen: Eine philosophische Gebrauchsanweisung (Taschenbuch)
Gleich zu Anfang muss ich gestehen, dass mich der Titel ("Leben lernen") schon beinahe davon abhielt, das Buch zu kaufen, weil mich das Etikett eher an esoterisches Mainstream-Material erinnerte. (Der Weg ist das Ziel -- oder ähnlichen Rhabarber.) Was ich suchte, war ein Buch der Essenzen philosophischen Denkens, eine chronologische Abhandlung der wesentlichen Kernpunkte, einen roten Faden durch die Kultur- und Ideengeschichte der Philosophie und deren Sternstunden, ein entscheidendes Ausgangs- und Nachschlagewerk, eine Anleitung zum Selbstdenken, in verständlicher Sprache (ohne inhaltliche Verzerrungen), auf dem Wesentlichen beruhend und in gerafftem Umfang: und genau das habe ich bekommen!

Im Gegensatz zu "Sofies Welt" erscheint mir das Buch auf das Wesentliche verkürzt; in seiner Nachvollziehbarkeit spannender und reifer, fundierter, essentieller, -- weil es sich eben nicht in etlichen schwer zu verstehenden Theorien verliert oder verheddert, um dann später den Leser wieder an die Hand zu nehmen und ihm zu sagen, wie leicht das doch alles war. (Und wie beschränkt man ist, weil man es immer noch nicht verstanden hat, -- weil die Gehirnwindungen bei den Gedankendrehereien große Schwindelanfälle erlitten.) Dieser leichtfüßig künstliche und überflüssig literarische Rahmen fehlt nun gottlob, auch die viel zu große Nähe zu den schwer verständlichen philosophischen Originaltexten. Wir verbleiben somit nicht vor den Denkmälern der Philosophie, sondern fangen selbst an, Fragen zu stellen, nachzudenken.

Vom fundierten Meister (Ferry war Professor für Philosophie an verschiedenen französischen Hochschulen; später Bildungsminister) erhalten wir, mit ein paar wenigen Schlüsselbegriffen, Theorie/Ethik/Heilsuche, eine Anleitung zu selbstständig philosophischem Denken! Er liefert uns einen Werkzeugkasten, eine Arbeitsanweisung weltanschaulichen Denkens, eine Art Anschauungsunterricht zur Selbstreflexion. Das macht den didaktischen Wert des Buches im Unterschied zu vielen anderen Büchern aus. (Außerdem hat man sofort Lust, es ein zweites Mal zu lesen -- oder zumindest immer wieder Muße, bestimmte Dinge nachzuschlagen bzw. erneut zu durchdenken.) Luc Ferrys "Philosophische Gebrauchsanweisung" will viel mehr sein als nur ein Grundlagenbuch. Es ist auch nicht unbedingt ein leicht zu lesendes Werk (ich denke dabei an Nietzsches Dekonstruktion oder Ferrys Vorlieben für einen Modernen Humanismus); nein, es ist kein Roman, zwar verständliches Umgangsdeutsch, jedoch ein in der Gedankenwelt der Philosophie verhaftetes und mit Anspruch versehenes Ausgangswerk. (Eine fortführende, wohl begründete Literaturliste ist im Anhang aufgeführt.)
Dem Autor gelingt es, seine ganz persönliche Erfahrung, langjährige Beschäftigung, Kenntnis und Erkenntnis im Bereich der Philosophie, in ein spannendes Übersetzungswerk (ohne die Inhalte zu amputieren) zu transferieren; eine basisphilosophische Meister- und Denkleistung, eine kompakte "Tour de Force" zu selbstständigem Denken und scharfsinniger Lebensweisheit. Grundlegend, notwendig, genial.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Philosophische Lebenshilfe, alltagstauglich, dabei kurzweilig geschrieben., 30. Juni 2012
Von 
Dr. Volker Hoeper "Asmodino" (Schortens, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Leben lernen: Eine philosophische Gebrauchsanweisung (Taschenbuch)
Luc Ferry Leben lernen" Eine philosophische Gebrauchsanweisung.

Gut zu lesen. Einfach zum Einstieg. Was bleibt hängen? Gibt es einen Weg? Was nimmt man für sich persönlich mit?
Man sieht nach der Lektüre ohne Frage einiges anders.
Sehr erhellend der Abschnitt über Heidegger. Die technische Welt hat sich dem Einfluss des Menschen entzogen. Sie hat eine eigene Dynamik entwickelt, die nicht mehr aufzuhalten ist. Wachstumsfetischismus, ohne Chance einzugreifen. Der Mensch steht daneben, auch die Mächtigsten der Erde. Nichts wird, so Heidegger, die Katastrophe aufhalten. Sichtbar am Wettlauf der Rüstung und nuklearen Technik, der Eigendynamik angenommen hat und zur Katastrophe führen muss, irgendwann. Die gleiche Dynamik sieht man übrigens ebenfalls in der derzeitigen Finanz/Bankenkrise, eine Eigendynamik auch auf diesem Gebiet, die dem Menschen entglitten ist. Soweit Heidegger vor knapp 100 Jahren.

Ratlosigkeit bleibt zunächst. Vielleicht, so Luc Ferry, hilft Wahrheitsnähe, der Blick in den Abgrund, das Erkennen des Abgrundes, um danach gelassener das Hier und Heute zu erleben. Hilfe und Trost von "Oben" wird es nicht geben.

Was bleibt?
"Der von Mystik, damit von aufgezwungenen Göttern und Götzen befreite, postnietzsche Humanismus", so Luc Ferry.
Er lebt weiter ohne Mystik und ohne Gott als Demut erzwingende und von weltlichen Autoritäten aufgezwungene Religion. Keine Autorität von oben. Der Mensch hat eine Wahl. Er kann sich entscheiden. Rousseau sagt, das Tier tötet, um zu überleben, um zu fressen, um seine Brut zu erhalten. Der Mensch tötet zu oft aus Lust. Er muss es nicht tun. Er hat die die Wahl. Er ist nicht allein durch Instinkte und Triebe geleitet. Er kann sich entscheiden. Wenn ein Wolf ein Schaf tötet, ist das nicht verwerflich. Wenn der Mensch z.B. eine ethnische Minderheit brutal dahinmetzelt, muss der Mensch das nicht tun. Er hat gewählt. (Über die Frage des Umfangs der Wahlfreiheit des Menschen kann man diskutieren)

Es gibt Transzendenz:
Nicht irgendwo dort oben, sondern in unseren Werten, in unser Ethik.
Sie sind im Menschen enthalten. Dazu gehört natürlch die Liebe in ihren vielfältigen Formen ("Du sollst Deinen nächsten lieben...)
Der Humanismus von Sartre, so sagt der Autor, sieht gut aus. Die Moral und die Werte hat der Mensch nicht erfunden. Sie sind in ihm drin. Jeder trägt sie in sich. Die Evolution hat sie in jedem von uns entwickelt: Moral, Ethik und Werte erlauben ein besseres Überleben der Gruppe im Lebenskampf der Gruppen untereinander. Die Gruppe, die zusammenhält und in der sich die einzelnen Mitglieder achten und Regeln eingehalten werden, hat bessere Überlebenschancen gegenüber der chaotischen Gruppe von selbstsüchtigen Egomanen.
Leider scheint sich diese Gabe der Evolution unter den geänderten Bedingungen des Heute wieder aufzulösen. Homo homini lupus" (Der Mensch ist des Menschen Wolf), so der Römer Plautus etwa 200 Jahre vor Chr. Der Mensch ist die einzige Gattung, die sich mit zunehmender Freude selbst umbringt. Siehe oben.

Also nochmals, was bleibt:
Die Ethik und die Werte, die jeder Einzelne, jede Person in sich trägt, die jeder Mensch spürt und kennt und als einzelne Person auch in der Regel lebt.
Der Autor ist voller Zuversicht und Lebensfreude, Er versucht diesen gangbaren,für ihn tief befriedigenden Weg des Humanismus aufzuzeigen und dem Leser Halt in glaubenslosen, vermeintlich verlorenen Zeiten zu geben.
Ein lesenswertes, hochaktuelles und hilfreiches Buch.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ganz groß!, 25. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Leben lernen: Eine philosophische Gebrauchsanweisung (Taschenbuch)
Ich kann das Buch nur als Philosophie-Laie bewerten, in seiner mitreißenden Art und seiner beeindruckenden Stringenz vom Anfang bis zur letzten Seite der Entwicklungsgeschichte der Philosophie vom antiken Stoizismus, über den Sieg des Christentums, den Humanismus, Nietzsches Dekonstruktion und zurück zum zeitgenössischen Humanismus hat mich das Buch absolut überzeugt. Wie bei einem richtig guten Roman war ich gespannt, wie es weitergehen wird. Mit seiner Art, die großen Lehren erst einmal möglichst verständlich darzustellen und der Aufforderung zur Bescheidenheit, zunächst einmal durch andere zu denken, bevor man sie kritisiert und durch sich selbst denkt und zu schauen, was an den großen philosophischen Traditionen Richtiges und Gutes zu finden ist, wenn sie auch nicht zur eigenen Weltanschauung werden, hat mich die Offenheit Luc Ferrys beeindruckt und mir aus der Seele gesprochen. Einzig das letzte Kapitel zum zeitgenössischen Humanismus hätte ich mir etwas weniger emotional, fast schon spirituell daherkommend gewünscht, so dass die Abgrenzung zum Humanismus vor Nietzsches Dekonstruktion vielleicht noch klarer hätte herausgearbeitet werden können. Aber da merkte man halt, wo das Herz des Autors schlägt... Insgesamt würde ich dem Buch gern 6 Sterne geben und sicher wird es mich nachhaltig beschäftigen.
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Leben lernen: Eine philosophische Gebrauchsanweisung
Leben lernen: Eine philosophische Gebrauchsanweisung von Luc Ferry (Taschenbuch - 1. April 2009)
EUR 9,90
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