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88 von 103 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Beißholz für Kreationisten, Lamarckisten und die Kirche
Das Buch kam erstmals 1986 heraus und wurde Sachbuch des Monats. Dem dtv ist es zu danken, dass es nun wieder vorliegt. Es geht um den Darwinismus, für den Dawkins als (Evolutions-) Biologe eine gewaltige Lanze bricht - vordergründig gegen den Kreationismus. Sicher hat sich in den 22 Jahren seit 1986 einiges getan. Trotzdem ist "Der blinde Uhrmacher" ein...
Veröffentlicht am 4. Mai 2008 von Kritischer Leser

versus
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solide, aber teilweise anstrengend zu lesen
Nach Gotteswahn habe ich mir diesen Klassiker von Dawkins gegönnt. Der Schreibstil ist gewohnt gut und unterhaltsam, an einigen Stellen hatte ich aber im Gegenteil zum oben Genannten leichte Konzentrationsprobleme.

Alles im allen war das Buch solide, an vielen Stellen (etwa bei den mathematischen Ausführungen, Computersimulationen, etc.) brachte es...
Vor 18 Monaten von enolive veröffentlicht


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88 von 103 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Beißholz für Kreationisten, Lamarckisten und die Kirche, 4. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Der blinde Uhrmacher: Warum die Erkenntnisse der Evolutionstheorie zeigen, daß das Universum nicht durch Design entstanden ist (Taschenbuch)
Das Buch kam erstmals 1986 heraus und wurde Sachbuch des Monats. Dem dtv ist es zu danken, dass es nun wieder vorliegt. Es geht um den Darwinismus, für den Dawkins als (Evolutions-) Biologe eine gewaltige Lanze bricht - vordergründig gegen den Kreationismus. Sicher hat sich in den 22 Jahren seit 1986 einiges getan. Trotzdem ist "Der blinde Uhrmacher" ein zeitloses Werk, weil es Dawkins darin gelingt, die Prinzipien der Evolutionstheorie allgemeinverständlich und tiefgründig darzustellen, was bestimmt nicht einfach ist. Er beschreibt die evolutionäre Entstehung hochkomplexer Systeme, wie wir sie heute vorfinden auf eine Art, die man schlichtweg als genial bezeichnen muss. Dawkins räumt zuerst damit auf, dass die Evolution und die natürliche Auslese ursächlich mit Zufall zu tun haben. Dieser spielt wohl eine Rolle, aber eher als "Unruhe" in seinem Uhrwerk denn als schaffendes, evolutionäres Element. Das Geheimnis liegt in der kumulativen Selektion, und diese erklärt Dawkins anhand anschaulicher Beispiele, so plastisch, so logisch und klar, wie ich es noch nirgendwo sonst fand.
Andere Versuche, evolutionäre Schritte und Mechanismen mit (heute total veralteter) Computertechnologie zu vergleichen, wirken aber manchmal gekünstelt. Dawkins ist sicherlich ein Pionier, er kann auch vieles gut erklären, aber eben nicht alles. Wer, frage ich, versteht die Proteinsynthese, wie sie im vorliegenden Buch beschrieben ist, wenn er medizinischer, biologischer Laie ist?
Es ist von RNS, DNS, Genen, Chromosomen (und deren diploidem und haploidem Satz) die Rede, von Nucleotiden, Basenpaarung und Replikation, von Transkription und Ribosomen. Wer kennt Unterschied und Zusammenhang, wenn er nicht gerade Biologe oder Mediziner ist? Hier wäre eine kurze, übersichtliche Begriffserklärung angebracht gewesen.

In dem Buch finden sich zweifellos bahnbrechende Ideen, richtungweisende Denkansätze, ich stehe nicht an, zu sagen: geniale Theorien. Und das nicht zu knapp.
Es ist ein Trugschluss, zu meinen, dass Dawkins einfach "nur" Darwins Evolutionstheorie erklärt. Vielmehr ist "Der blinde Uhrmacher" als eine Fortentwicklung bzw. Interpretation des Darwinismus zu verstehen (siehe auch "Das egoistische Gen", 1976). Und als klare Abgrenzung zum Kreationismus und Lamarckismus, die leider immer noch (und aktueller denn je) notwendig ist.
Sehr aufschlußreich fand ich die Theorien über mineralische Lebenszyklen, Kapitel 6 und das 10. Kapitel über Taxonomie - ein wahrer Fundus an Erkenntnissen und garnicht langweilig, wie die Kapitelüberschrift vermuten ließe.
Wenn ein Buch nach 22 Jahren immer noch kontrovers aufgenommen wird, muss es nicht nur gut sein, dann ist es epochal. Ich kann es nur wärmstens empfehlen!
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5.0 von 5 Sternen Erweiterung des egoistischen Gens, 25. Juli 2014
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Rezension bezieht sich auf: Der blinde Uhrmacher: Warum die Erkenntnisse der Evolutionstheorie zeigen, daß das Universum nicht durch Design entstanden ist (Taschenbuch)
Hier behandelt Dawkins Themen, die im egoistischen Gen nicht oder nicht ausreichend behandelt wurden oder werden konnten. Auf das egoistische Gen wird immer wieder Bezug genommen, die dort dortigen Thesen aber nur in notwendigstem Masse wiederholt. Dafür sind eine Menge neue Ansätze drin, die absolut lesenswert sind.
Vor allem gefällt mir, dass Dawkins Argumente gegen die Evolutionstheorie aufwirft, die mir noch gar nicht eingefallen sind und die ich vorher nie gehört habe - nur um diese dann gewohnt professionell zu zerpflücken. Ein Genuss.
Auch hier bleibt die Religionskritik bzw. Kritik am Kreationismus und anderen sektiererischen Formen von "Gotteswahn" (sic!) sehr im Hintergrund, was jeden freuen dürfte, dem die zugegebenermassen teilweise krasse Polemit des "Gotteswahns" einen bitteren Beigeschmack bereitet hat.
Absolute Kaufempfehlung!
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen sehr informativ, aber irreführender Untertitel, 28. März 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der blinde Uhrmacher: Warum die Erkenntnisse der Evolutionstheorie zeigen, daß das Universum nicht durch Design entstanden ist (Taschenbuch)
Ein sehr gut gelungenes Buch, in dem Dawkins erläutert, wie komplex die Natur ist und welche "Leistung" Evolution und Auslese vollbringen mussten, um unsere heutige Welt des Lebendigen hervorzubringen. Interessant ist, daß unser genetisches Material nicht der Anfang des Lebens sein kann, daß selbst die Einzeller zu komplex sind und nicht spontan entstehen konnten, sondern einfachere Vorläufer gehabt haben mußten. Dazu gibt es auch ein Beispiel für die Vererbung in der unbelebten Natur, das sehr anschaulich und interessant ist.
Auch das Beispiel mit dem fast richtig eingestellten Mikroskop hat mir gut gefallen, das nur bei kleinsten Veränderungen der Scharfeinstellung richtig eingestellt werden kann als Veranschauung dafür, daß Evolution in kleinsten Schritten erfolgen muß. Er erklärt ganz klar und hat Darwin mit dieser Sicht auf seiner Seite, daß nur kleinste Veränderungen von Generation zu Generation sich in einer Population durchsetzen können und erklärt auch sehr gut, woher die scheinbaren Sprünge in der Artentwicklung kommen können.
Man kann Evolution nach der Lektüre dieses Buches besser verstehen und läßt sich anstecken von der Ehrfurcht des Autors von den Wundern der Natur.

Der Untertitel ist etwas irreführend, denn Evolution erklärt nur die Entwicklung der Arten aus anderen "einfacheren" Formen. Die Entsthung des Universums kann die ET gar nicht erklären und ist auch nicht ihre Aufgabe. Worauf Dawkins abzielt: je mehr Planeten es gibt, auf denen Leben entstehen kann, desto weniger unwahrscheinlich ist die Entstehung des Lebens gerade auf diesen Planeten. Er erwähnt auch diverse Theorien aus der Kosmologien, die aber nur Annahnen sind und keinesfalls bewiesen sind (beispielsweise, daß es viele unterschiedliche Universen entstehen und vergehen). Bewiesen ist mehr oder weniger der Urknall, aber es gibt in der Kosmologie so viele offenen Fragen, daß man darüber hinaus keine sicheren Angaben machen kann. Intelligent Design wird meines Erachtens anhand der Erdgeschichte, die man sehr gut belegen kann, viel effektiver widerlegt. Umgekehrt haben die Kreationisten in der Kosmologie aufgrund der dort herrschenden Probleme eine Nische des Unwissens für ihren Glauben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Gegenueberstellung der verschiedensten Schoepfungs-Theorien..., 2. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der blinde Uhrmacher: Warum die Erkenntnisse der Evolutionstheorie zeigen, daß das Universum nicht durch Design entstanden ist (Taschenbuch)
Hier kommt so ziemlich jeder auf seine Kosten: der bekennende Atheist so wie der gläubige Katholik - auch Darwin - Kritiker bekommen ihre Chance, wenn die Wanderung der Israeliten ueber den Sinaii und die Negev - Wueste sowie in der Bibel ueberlieferte Wunder naeher betrachtet werden...
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34 von 44 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über kumulative Selektion zum Sinn des Lebens!!, 29. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Der blinde Uhrmacher: Warum die Erkenntnisse der Evolutionstheorie zeigen, daß das Universum nicht durch Design entstanden ist (Taschenbuch)
Anmerkung: Die in der Rezension verwendeten Zitate und Seitenzahlen beziehen sich auf die englischsprachige Taschenbuchausgabe (2006) "The Blind Watchmaker".

Zugegeben, Richard Dawkins wäre sicherlich kein guter Politiker geworden. Dazu vertritt der in Oxford lehrende Evolutionsbiologe seine Thesen mit zu viel Feuereifer und mit teils wenig diplomatischen Geschick. Aber gerade das macht auch die Stärker der Bücher Richard Dawkins aus. Keiner schreibt so prägnant und verständlich und gleichzeitig auf einem so hohen inhaltlichen und rhetorischen Niveau über das Thema Evolution wie er.

Nach Selfish Gene (1976) und The Extended Phenotype: The Long Reach of the Gene (Popular Science) (1982) war "The Blind Watchmaker", erschienen 1986, das dritte Buch von Richard Dawkins. Hier vertritt er eine auf Charles Darwins Evolutionslehre basierende Weltanschauung, die weit über das Biologische hinausgeht, wie Dawkins im Vorwort der 2006 veröffentlichten Ausgabe darlegt: "Darwinism encompasses all of life - human, animal, plant, bacterial, and, if I am right in the last chapter of this book, extraterrestial. It provides the only satisfying explanation for why we all exist, why we are the way we are. It is the bedrock on which rest all the disciplines known as the humanities" (xiv).

Das Leitmotiv der Darstellung beruht auf dem Buch "Natural Theology" des Theologen William Paley aus dem Jahr 1802. Hier argumentiert er, dass man bei so etwas Komplexen wie einer Uhr nicht davon ausgehen kann, dass sie schon immer dagewesen sei. Sie muss erschaffen worden sein. Auf den Menschen bezogen behauptet er, dass ein so komplexes Organ wie das menschliche Auge erschaffen worden sein muss. Dies ist die klassische Version des "Argument of Design", welches noch heute von einigen benutzt wird, um die Existenz Gottes zu beweisen. Dawkins übernimmt die Metapher des Uhrmachers und sagt, dass es tatsächlich so etwas gebe. Allerdings ist sein Uhrmacher blind und arbeitet unbewusst und ohne einen erkennbaren Sinn. Dieser Uhrmacher ist nichts anderes als das Prinzip der natürlichen Selektion, auf dem nach Darwin die evolutionäre Entwicklung beruht: "Natural selection, the blind, unconscious, automatic process which Darwin discovered, and which we now know is the explanation for the existence and apparantly purposeful form of all life, has no purpose in mind" (5).

Der Hauptdenkfehler, so Dawkins, warum immer noch so viele Menschen Probleme mit der Evolutionslehre haben, sei, dass sie nicht akzeptieren könnten, dass der Mensch durch einen auf Zufall basierenden Prozess wie der natürlichen Selektion entstanden sein könnte. Der Denkfehler besteht nun aber darin, dass natürliche Selektion gerade nichts mit Zufall zu tun hat. Die Gene, die Merkmale hervorbringen, die nicht dazu beitragen, das Überleben eines Lebewesens in einer bestimmten Umgebung wahrscheinlicher zu machen, werden langsam aber sicher aus dem Genpool entfernt, da die Lebewesen mit den entsprechenden Merkmalen aussterben. Es gibt natürlich auch zufällige Veränderungen des genetischen Materials, die sogenannten Mutationen. Diese Zufallsmutationen unterliegen aber auch dem Prinzip der natürlichen Selektion. Helfen sie der Spezies im täglichen Überlebenskampf, werden die entsprechenden Gene reproduziert. Wenn nicht, dann werden sie durch den Prozess der natürlichen Selektion wieder aus dem Genpool entfernt: "Mutation is random; natural selection is the very opposite of random" (41).

Im Buch geht Dawkins immer wieder auf die Entwicklung des menschlichen Auges ein, um zu zeigen, dass selbst ein so komplexes Organ Schritt für Schritt über Jahrmillionen entstanden sein kann. Diese graduelle Weiterentwicklung eines Organs bezeichnet Dawkins als kumulative Selektion: "The theory of evolution by cumulative natural selection is the only theory we know of that is in principle capable of explaining the existence of organized complexity [...] Cumulative selection, by slow and gradual degrees, is the explanation, the only workable explanation that has ever been proposed, for the existence of life's complex design" (317).

Fazit: Anspruchsvoll und dennoch verständlich und mit dem ihm eigenen Sprachgefühl beschreibt Dawkins die Richtigkeit der Darwinschen Theorie, die seit nunmehr fast 150 Jahren darauf wartet, falsifiziert zu werden. Anhand zahlreicher Beispiele zeigt er, wie Darwins Evolutionslehre seit Jahrmillionen in der Natur wirkt und ihr, unbewusst und ohne erkennbares Ziel, den Anschein von Design gibt. Für jeden an dieser faszinierenden Thematik Interessierten ist und bleibt Dawkins der erste Ansprechpartner.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Solide, aber teilweise anstrengend zu lesen, 8. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der blinde Uhrmacher: Warum die Erkenntnisse der Evolutionstheorie zeigen, daß das Universum nicht durch Design entstanden ist (Taschenbuch)
Nach Gotteswahn habe ich mir diesen Klassiker von Dawkins gegönnt. Der Schreibstil ist gewohnt gut und unterhaltsam, an einigen Stellen hatte ich aber im Gegenteil zum oben Genannten leichte Konzentrationsprobleme.

Alles im allen war das Buch solide, an vielen Stellen (etwa bei den mathematischen Ausführungen, Computersimulationen, etc.) brachte es mir bislang unbekannte Erkenntnisse näher, aber im Gegensatz zu den auf die Religion bezogenen Bücher von Dawkins, kein Buch, was ich in kürzester Zeit verzehren kann.
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5.0 von 5 Sternen Eine der besten und verständlichsten Argumentationsführungen für Evolutionstheorie und natürliche Selektion, 25. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Der blinde Uhrmacher: Warum die Erkenntnisse der Evolutionstheorie zeigen, daß das Universum nicht durch Design entstanden ist (Taschenbuch)
Ganz im Sinne Darwins argumentiert Dawkins stichhaltig, umfassend, in dieser Form für ein Sachbuch rhetorisch überdurchschnittlich gut und schlichtweg richtig. Er hält sich dabei im Gegensatz zu seinem späteren Werk Gotteswahn, das vor Polemik nur so strotzt, zurück und ist bemüht, eine sachliche und wissenschaftlich fundierte Argumentation abzuliefern. So feiert er die die atemberaubende Entstehung höchst diffiziler Systeme wie dem menschlichen Körper mit der spürbaren Begeisterung eines Evolutionsbiologen, der für sein Metier brennt und auch nicht davor zurückschreckt, verschiedenste Thesen gegen die Evolutionstheorie ins Feld zu führen. Wohlgemerkt nur um, sich selbst geschickt den Ball zuspielend, sie anschließende genussvoll Stück für Stück zu demontieren und auf ihren Trümmern ein Loblied auf die erstaunliche Entwicklungsgeschichte des Lebens anzustimmen.
Ironisch ist auch der Titel des Werks zu verstehen, der sich auf ein Buch des Kreationistenvordenkers William Paley bezieht, der anhand Gottes in Form eines Uhrmachers die „Fertigung“ sämtlicher weltlicher Bestandteile darstellen wollte. Verständlich, dass Dawkins nicht widerstehen konnte, dieses krasse Bild seines natürlichen Gegners für eigene Zwecke zu entfremden und aus dem Chronographenhersteller eine unbewusst, ohne Sinn und blind arbeitende Metapher für die natürliche Selektion zu machen.
Als ein sich durch das Buch ziehendes Veranschaulichungsobjekt wurde das menschliche Auge gewählt, dessen Ursprung, Formen und Entwicklungsgeschichte mit den faszinierenden Erkenntnissen, aus welch unerwarteten Kreaturen unsere Fenster zur Welt vor Äonen von Jahren geblickt haben, den Leser vor Erstaunen innehalten lassen.
Solange Dawkins in seinem Fachbereich verweilt ist der Stichhaltigkeit seiner Argumentationsketten kaum etwas entgegenzusetzen und man kann diesem 1986 erschienen Werk bis heute wenig gleichwertige Literatur zur Seite stellen. Leider ist auch ein unpassender und mittlerweile mehr als nur veralteter Versuch, anhand der Entwicklung der Computertechnik eine Art von Evolution aufzeigen zu wollen, unter den Beispielen. Das ist ein gut gemeinter Ansatz, die eigenen Thesen noch umfassender erscheinen zu lassen und künstliche Adaptionen in möglichst vielen Themenkreisen zur Erbringung von Belegen heranzuziehen. Es scheitert aber, wie in diesem Fall, zwangsläufig an der unzureichenden Basis und Nachvollziehbarkeit der Thesen, die allzu konstruiert sind und lustigerweise sehr an den Usus der religiösen Fanatiker erinnern, die auch auf Biegen und Brechen ein Konzept über alles stülpen möchten.
Auch sind die allzu fachspezifisch ausgeführten, eher kurzen Einschübe über Medizin und Genetik zwar richtig, aber im Kontrast zum Rest des Buches anstrengend zu lesen und man merkt, dass das eigentliche Hauptbetätigungfeld kurzfristig verlassen wird.
Generell täte dem Werk eine kleine Renovierung in Richtung des aktuellen Standes der Forschung sehr gut, damit auch die kritischen Geister des 21. Jahrhunderts sowohl wohlfundierte als auch aktuelle Argumentationen für den hoffentlich irgendwann beendeten, sinnbefreiten Disput mit ignoranten Mitmenschen haben.
Trotz der kleinen Kritikpunkte eine epochales Werk, dass in seiner zeitlosen Richtigkeit und dem hehren, dahinterstehenden Anliegen der Aufklärung seinesgleichen sucht und von der Begeisterungsfähigkeit zeugt, zu der die berufliche Beschäftigung mit dem Wunder der Entstehung des Lebens werden kann. Ein glücklicher Zufall auch, wenn diese Gabe in die Hände eines noch dazu erzählerisch talentierten Mannes fällt, dessen taktischer Scharfsinn ihm gebietet, der Prävention des Wassers auf die Mühlen seiner Gegner keinen Vorschub zu leisten, indem er auf einer rein sachlichen Basis jeglicher Art von religiöser Verbrämung, Schöpfungsmythos und Entstehungsmären jegliche Existenzgrundlage entzieht. Jetzt müssen die harten Fakten nur noch ins Bewusstsein der Menschen einfließen.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der blinde Uhrmacher, 29. Mai 2009
Von 
Wolfram Fräbel (Bayreuth) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der blinde Uhrmacher: Warum die Erkenntnisse der Evolutionstheorie zeigen, daß das Universum nicht durch Design entstanden ist (Taschenbuch)
Ich habe mir das Buch gekauft, um meine Wissen über die Entwicklung des Lebens auf der Erde zu vertiefen und auch für den Laien verständliche Antworten bzw. Erklärungen zu bekommen. Der Autor gibt hier mit guten Beispielen ausführliche Antworten, die in mancher Erklärung sogar etwas zu viel des Guten beinhalten. Es macht Spaß das Buch zu lesen, ist allerdings Konzentration gefragt.

Wolfram Fräbel
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Klassiker, 26. Oktober 2009
Von 
karin1910 - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der blinde Uhrmacher: Warum die Erkenntnisse der Evolutionstheorie zeigen, daß das Universum nicht durch Design entstanden ist (Taschenbuch)
Obwohl die Erstausgabe dieses Buches bereits 1986 erschien, ist die Lektüre immer noch lohnenswert.

In beeindruckend klarer und allgemein verständlicher Art legt Richard Dawkins dar, wieso Darwins Evolutionstheorie die einzige sinnvolle und mit sämtlichen wissenschaftlichen Befunden in Einklang stehende Möglichkeit ist, die Vielfalt des Lebens um uns herum zu erklären. Er tritt damit nicht nur der biblischen Schöpfungslehre entgegen, sondern auch allen anderen Theorien, die als Gegenthesen zum Darwinismus entwickelt wurden.

Bevor er dies tut, zeigt er aber zunächst, was überhaupt alles erklärt werden muss. Er gibt einen Einblick in die Vielfalt und Komplexität des Lebens und widerspricht damit so manchen Physikern, die das alles als unvermeidlich voraussetzen, wenn die geeigneten physikalischen Bedingungen erst einmal gegeben sind.

Aus der Fülle von interessanten Themen, die in diesem Buch angesprochen werden, möchte ich noch die von Dawkins erwähnte Theorie der Entstehung des Lebens herausgreifen. Demnach seien die ersten Formen von Replikation, Mutation und Selektion bei mineralischen Kristallen entstanden. Organische Substanzen, insbesondere die RNS, seien zunächst Nebenprodukte derartiger Tonmineralien gewesen, die schließlich die Fähigkeit entwickelten, sich selbst zu reproduzieren und so von den Mineralien unabhängig wurden.

Auch wenn sich diese Ansicht nicht durchgesetzt haben dürfte, bietet sie doch - wie auch vieles andere in diesem Buch - reichlich Stoff zum Nachdenken und inspiriert zur weiteren Auseinandersetzung mit den behandelten Themen.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für interessierte Laien ein sehr guter Einstieg, 11. November 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der blinde Uhrmacher: Warum die Erkenntnisse der Evolutionstheorie zeigen, daß das Universum nicht durch Design entstanden ist (Taschenbuch)
Ich habe schon vor langer Zeit "Das egoistische Gen", "Der Gotteswahn", "Das ist Evolution" und ähnliche Werke gelesen und bin sehr gut informiert über die Evolutionslehre und die Theorien dahinter. Nun dachte ich mir, sollte ich vielleicht die restlichen Werke von Dawkins auch noch lesen. Doch für mich persönlich beinhaltet dieses Buch leider so gut wie nichts Neues. Außerdem ist es auch kein reines Lehrbuch, sondern eher wie schon "Der Gotteswahn" ein aufklärerisches Buch, welches Zweifler überzeugen möchte. Ich kannte so ziemlich alle Beweisführungen und Hinleitungen schon aus anderen Quellen.

Aber wenn ich versuche, das Buch aus Sicht eines Lesers zu sehen, der sich mit der Evolution nicht besonders auskennt, dann ist es sehr gut und überzeugend geschrieben. Als Informatiker fand ich die Passagen über Dawkins kleines Programm, welches auf seinem PC damals eine Art Evolution nachbilden sollte, besonders schön und aussagekräftig. Man merkt beim Lesen, wie begeistert Dawkins selbst war. Auch seine Erklärung der Evolution der vielen kleinen Schritte hin zu einer optimierten Anpassung an die Umwelt durch einen relativ einfachen Algorithmus - der sogar Online mittles Java von Jemand nachprogrammiert worden ist - ist genial. Nachdem ich das las und in Anbetracht dessen, dass das Buch vor Jahrzehnten geschrieben wurde, ist es mir unerklärlich, wie einige Mathematiker immer noch behaupten, die Evolutionstheorie fuße auf reinem Zufall. Jeder Kritiker wird ja wohl hoffentlich dieses Werk vorher gelesen haben, und dann dürften solche "Argumente" gar nicht erst aufkommen.

Für jeden interessierten Laien ist das Buch auch heute noch absolut empfehlenswert.
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