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5.0 von 5 Sternen Verteidigungsschrift des Christentums
Ein Mammutwerk der christlichen Theologie: Auf weit über 1000 Seiten beschreibt Kirchenvater Augustinus die Entwicklung des „göttlichen“ Staates im Vergleich zum „irdischen“. Ausgangspunkt ist der Vorwurf, das Christentum treffe eine entscheidende Mitschuld am Untergang des Römischen Reichs. Augustinus streitet dies vehement ab und...
Veröffentlicht am 15. Januar 2008 von Rolf Dobelli

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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen societas diaboli contra civitas Dei
Augustinus hat die Ideen seiner Wert- und Glücksphilosophie dem konkreten Leben praktisch nutzbar gemacht in seiner Sozial- und Geschichtsphilosophie, die er in seinem Gottesstaat vorträgt. Er weiß um die Naturhaftigkeit des Staates, kennt die Psychologie der Massen und trägt schon in seiner Definition des Volkes aber auch den »gewillkürten«...
Veröffentlicht am 5. Februar 2011 von Roman Nies


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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verteidigungsschrift des Christentums, 15. Januar 2008
Von 
Rolf Dobelli (Luzern, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Vom Gottesstaat (De civitate Dei): Vollständige Ausgabe in einem Band Buch 1 bis 10, Buch 11 bis 22 (Taschenbuch)
Ein Mammutwerk der christlichen Theologie: Auf weit über 1000 Seiten beschreibt Kirchenvater Augustinus die Entwicklung des „göttlichen“ Staates im Vergleich zum „irdischen“. Ausgangspunkt ist der Vorwurf, das Christentum treffe eine entscheidende Mitschuld am Untergang des Römischen Reichs. Augustinus streitet dies vehement ab und stellt die These auf, Rom - mitsamt seinem heidnischen Götterkult, seiner Verrohung der Sitten und seiner Abkehr von einstigen Werten - sei selbst schuld am eigenen Verfall und das Christentum vielmehr die eigentliche Rettung. Immer wieder kritisiert er heidnische Kulte und Bräuche aufs Schärfste, um im Gegenzug die Überlegenheit des Christentums herauszustellen. Die Gemeinschaft der wahrhaft Gläubigen, den „Gottesstaat“, trennt er von der Gesamtheit des irdischen Lebens. Für jeden Menschen, so Augustinus, ist es nicht nur erstrebenswert, am Gottesstaat teilzuhaben, sondern auch möglich - wenn er den Weg des rechten Glaubens beschreitet. Alles in allem eine herausfordernde Lektüre, die einem interessante Einblicke in die Frühzeit des christlichen Denkens beschert.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Civitas Dei: Maßstab aller Dinge, 19. April 2012
Von 
Oliver-Hans Zöller (Worms, Rheinland-Pfalz Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Vom Gottesstaat (De civitate Dei): Vollständige Ausgabe in einem Band Buch 1 bis 10, Buch 11 bis 22 (Taschenbuch)
Es ist unbestreitbar, daß der Kirchenlehrer Aurelius Agustinus in seinem Werk "Vom Gottesstaat" (De Civitate Dei) das Christentum gegen heidnische Polemik verteidigt. Jedoch entwickelt er aus seiner Verteidigung (Apologie) heraus ein eigenes christlich-fundiertes Weltbild. Dieses lässt sich kurz und präzise wie folgt skizzieren: Der irdische, römisch-heidnische Staat (Civitas terrena) bleibt per se immer von Gott entfernt und wird als Antithese dem vollkommenen Gottesstaat (Civitas Dei) gegenüber gestellt; jeder zukünftige irdische Staat soll sich am Gottesstaat orientieren, um der gottgegebenen Ordnung so nahe wie möglich zu kommen (Corpus Christianum = Civitas Dei auf Erden). Augustinus folgt dem pessismistischen Geschichtsbild Sallusts und der Staatsdefition Ciceros und verdammt die Idee der ROMA AETERNA als "irdischen Messianismus". Im Untergang des Machtstaates Rom sieht Augustinus einen sich zwangsläufig abwickelnden Naturprozeß [Quelle: Die Welt der Römmer, Hrsg. Otto Leggewie, Aschendorff Verlag/Münster 1991, 6. Auflage, S. 47, 119, 172 ff.]. Entscheidend ist der Gedanke, daß der Mensch durch seine Zuwendung zu Gott schon zu Lebzeiten an diesem Gottesstaat Anteil haben kann und damit zum "Volk Gottes" bzw. zum "Leib Christi" (Corpus Christianum) gehört. Die Civitas Dei ist somit höchster Ausdruck der gottgewollten Ordnung, die schon in allen irdischen Wesen und Dingen erkennbar wird. Im frühen Mittelalter, insbesondere im Reich Karls des Großen, wurde diees Ordnungsprinzip konsequent weiter entwickelt: Gott, der allerhöchste König, ist Lehensherr aller irdischen Könige; ergo: jeder irdische König ist letzlich ein Lehnsmann Gottes, was sich auch in der Formel "Dei gratia minister Omnipotentis" wiederspiegelt.
Altchristliches Gedankengut, daß eine Sache mit dem ihr entsprechenden Namen bezeichnet werden soll [Nomen-Res-Theorie], damit die gottgewollte Ordnung nicht gestört werde, basiert insbesondere auf den Lehren von Augustinus. Für die Geschichte des Abendlandes hatte die augustinische Lehre der "Nomen-Res-Theorie" weltpolitische Bedeutung ==> Der de facto herrschende Hausmeier Pippin III. der Ältere - Vater Karls des Großen - konnte den letzen, de facto machtlosen König der Merowinger Childerich III. absetzen, um dann selbst König der Franken zu werden. Pippin erlangte die Legitimation dazu durch Papst Zacharias, indem er fragte, ob es gut sei oder nicht, daß es Könige ohne königliche Gewalt im Frankenreich gebe. Papst Zacharias antwortete: " Es ist besser, der wirkliche Inhaber der Gewalt [res regis] heiße König [nomen regis] als einer, der ohne Königsgewalt geblieben ist". [Quelle: A. Bühler, U. Dirlmeier, H. Ehrhardt et al., Das Mittelalter, Theiss Verlag/Stuttgart 2004, S.86].
Aufgrund seiner umfassenden Theorie des Gottestaates wird Aurelius Augustinus nach meiner Auffassung zu Recht als der "christliche Platon" bezeichnet.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Augustinus' Erzählung zweier Staaten, 19. September 2009
Rezension bezieht sich auf: Vom Gottesstaat (De civitate Dei): Vollständige Ausgabe in einem Band Buch 1 bis 10, Buch 11 bis 22 (Taschenbuch)
"Vom Gottesstaat" ist Augustinus' bekanntestes Werk. Augustinus spricht hier direkt mit dem durchschnittlichen römischen Bürger seiner Zeit (413), daher mögen die ersten paar hundert Seiten etwas zäh für den heutigen Leser wirken. Die ersten Kapitel werden darauf verbracht, den römischen Glauben an Polytheismus zu entmächtigen. Aber die Schwierigkeiten dieser Kapitel sollten den Leser dazu bringen, Augustinus noch viel mehr dafür zu wertschätzen, dass er dabei mitgeholfen hat solch ein verworrenes Glaubenssystem zu verwerfen. Nachdem Augustinus einmal die Probleme mit Zeus und Co. analysiert hat, wendet er sich Platon, Aristoteles und anderen griechischen Philosophen zu. Augustinus diskutiert, weshalb die Gründer der westlichen Kultur nahe dazu kamen, die Bedeutung des christlichen Gottes zu begreifen. Er zeigt aber auch auf, wo sie es verfehlen, eine totalen Einsicht von Ihm zu erlangen.

Nachdem Augustinus diese Religionen und Philosphien der Römer bearbeitet hat, beginnt er sich mit der Heiligen Bibel zu befassen und wie sie den Gottesstaat und den weltlichen Staat (z.B. das Römische Reich) betrifft. Augustinus hebt die Unterschiede im Glauben und den Handlungen der Glaubenden und der Ungläubigen, oder in anderen Worten, den Bürgern der beiden Staaten. Dabei erörtert Augustinus einige Debatten und Fragen, wie z.B. symbolische und buchstäbliche Interpretationen alttestamentlicher Geschichten, wie die Propheten des Alten Testament auf Jesus Christus hindeuteten, und wie Jesus Christus ihre Prophetien erfüllt hat. Schliesslich gibt uns Augustinus das wundervolle Bild eines durch Christus gezierten Lebens, welches diejenigen durch den Glauben haben, welche Christus als Bürger Seines Staates auserwählt. Augustinus zeigt uns, wie die Gnade Christi Seine Auserwählten aus dem weltlichen Staat herausnimmt, während Er ihnen die Kraft gibt, sich umso mehr um die Bürger des weltlichen Staates kümmern (so wie sich die Christen Roms während der alarichen Invasion um die Ungläubigen kümmerten).
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der eschatologische Begriff des Politischen, 2. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Vom Gottesstaat (De civitate Dei): Vollständige Ausgabe in einem Band Buch 1 bis 10, Buch 11 bis 22 (Taschenbuch)
Augustinus "De civitate dei" gehört ohne Zweifel zur politischen Theorie- und Ideengeschichte. Denn mit seinem Werk legitimiert er den eschatologischen Begriff des Politischen. Danach ist Politik nur gerechtfertigt, wenn sie einen Beitrag zur diesseitigen Erlösung des Menschen leistet und nur so ihre Rechtfertigung findet.

Somit dient politisches Handeln der Verwirklichung göttlicher Gerechtigkeit und untersteht somit dem Willen Gottes, der jedem politischen Prozess entzogen ist. Damit überwindet sich von Menschen betrieben Politik im Endeffekt selbst, da das Ziel der menschlichen Erlösung transzendenter Natur ist.

Bei Augustinus existieren der irdische Staat (civitas terrena) und der Gottesstaat (civitas dei) in einem Spannungverhältnis. Denn der irdische Staat bleibt immer unvollständig und unzulänglich, da er genuin "Böse" Gottes Gerechtigkeit nicht erfüllen kann. Er definiert sich somit als ein notwendiges Übel, um im Diesseits wenigstens eine Annäherung an Frieden und Gerechtigkeit bietet. Dagegen ist der Gottesstaat ohne menschliche Legitimierung bei denen präsent, die Gottes Gebote in der Gemeinschaft des irdischen Staates nacheifern. Insbesondere durch Missionierung, um die Gemeinschaft im Sinne der göttlichen Gebote zu beeinflussen. je mehr sich der irdische Staat an den Gottestaat orientiert, desto eher erhält dieser die Legitimation seines Handelns als eschatologische Politik.

Aber in der Welt stehen sich Vertreter beider "Staaten" (die miteinander im irdischen Staat verflochten sind) immer in einem Konfronationsverhältnis gegenüber. Wobei die Zugehörigkeit zu einer der beiden Gruppen eine Frage der Handlungsmotivation und der Glaubensüberzeugung darstellt. Und nicht eine Frage der Zugehörigkeit zur Religion oder eines Standes.

Augustinus eschatologischer Politikbegriff ist insoweit problematisch, da er den betroffenen Bürgern eines Staatsorganisationsmodells keine legitimatorische Rechtfertigung für politisches Handeln zubilligt. Ebenso wie den Herrschern, die den irdischen Staat als Ordnungssystem leiten. Denn allein die größtmöglichste Annäherung an das transzendente Ideal göttlicher Gerechtigekit und göttlichen Friedens als endzeitliche Erlösung stellt den Maßstab politschen Handelns dar.

Augustinus zählt zu einen der letzten Theoretiker, die versuchen, die Trennung in säkularer und religiöser Sphäre theologisch zu begründen.

Trotzdem sollte man die Schrift gelesen haben, da sie zu einem der Standartstexte der politischen Theorie- und Ideengeschichte zählt.
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5.0 von 5 Sternen Gut zu wissen, 9. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vom Gottesstaat (De civitate Dei): Vollständige Ausgabe in einem Band Buch 1 bis 10, Buch 11 bis 22 (Taschenbuch)
Sehr lesenswert. Lehr- und aufschlussreich. Vor allem jeder Christ und Bibel-Liebhaber sollte es mit Gewinn lesen dürfen.

Die Seitenangabe von 1712 Seiten in der Beschreibung ist nicht korrekt. Es sind 1018 Seiten, dazu die 2. Auflage 2011.

In vielen Fällen eine u. a. getreue und gelungene Auslegungsschrift zur Bibel. "Prüft aber alles, das Gute behaltet!" (1 Thessalonicher 5,21)

Zitat(e): "Endlich ist noch ein Grund, um deswillen auch über die Guten zeitliche Plagen verhängt werden, nämlich der des Hiob:
Der menschliche Geist soll erprobt und sich darüber klar werden, ob seine Kraft frommer Hingabe groß genug ist, Gott ohne Lohn zu lieben." ...(S. 18) "Nicht was, sondern wie jeder leidet, darauf kommt es vor allem an. Denn vom gleichen Lufthauch berührt, lässt der Kot abscheulichen Geruch, das Salböl lieblichen Duft aufsteigen." (S. 14) ...
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Große Theologie - vergnüglich zu lesen - leider sehr umfangreich, 22. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Vom Gottesstaat (De civitate Dei): Vollständige Ausgabe in einem Band Buch 1 bis 10, Buch 11 bis 22 (Taschenbuch)
Leider sehr viele Seiten - ich habe erst ein Drittel geschafft. Augustinus wehrt sich gegen die Unterstellung der Heiden, dass die Plünderung Roms durch die Westgoten (14.8.410) den Christen anzulasten sei, weil diese die alten Götter Roms so sehr beleidigt hätten, dass die Götter die Stadt nicht mehr beschützt hätten. Augustinus weist seinen Widersachern zunächst nach, dass in früheren Zeiten Rom allen guten Schutzgöttern zum Trotz immer wieder schlimme Niederlagen erleiden musste. Und dann führt er diese heidnischen Götter vor. Das ist äußerst vergnüglich zu lesen, wie Augustinus süffisant beschreibt, wie all diese Götter nur für bestimmte - zum Teil winzig kleine - Aufgabenbereiche zuständig sind und sich gegenseitig im Weg stehen. Was die großen im Staatskult verehrten Götter anbetrifft, so sind die mit ihren unsittlichen Unternehmungen beschäftigt, die sie auch noch wünschen, in den volkstümlichen Theatervorstellungen vorgeführt zu bekommen. Klar, dass solche Götter keinen Schutz bieten können - das kann nur der eine wahre Gott.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen societas diaboli contra civitas Dei, 5. Februar 2011
Von 
Roman Nies (Helibrunna) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Vom Gottesstaat (De civitate Dei): Vollständige Ausgabe in einem Band Buch 1 bis 10, Buch 11 bis 22 (Taschenbuch)
Augustinus hat die Ideen seiner Wert- und Glücksphilosophie dem konkreten Leben praktisch nutzbar gemacht in seiner Sozial- und Geschichtsphilosophie, die er in seinem Gottesstaat vorträgt. Er weiß um die Naturhaftigkeit des Staates, kennt die Psychologie der Massen und trägt schon in seiner Definition des Volkes aber auch den »gewillkürten« Faktoren in aller sozialen Entwicklung Rechnung. »Volk ist die Masse vernünftiger Wesen, die zusammengehalten wird durch die einträchtige Einheit im Wollen seiner Ziele« (De civ. Dei XIX, 24). Aber auch hier ist er wieder gegen den subjektiven Willkür- oder Machtwillen und baut seine Sozial- und Geschichtsphilosophie auf dem Ordnungsgedanken. Der Machtstaat, der der Gerechtigkeit den Abschied gegeben hat, ist von einer Räuberbande nicht mehr verschieden (a. a. O. IV, 4). Menschen und Staaten sind für Augustin Wille, aber sie müssen genormter Wille werden.
Diesen Gesichtspunkt dehnt Augustus auf das Gesamt der Weltgeschichte überhaupt aus. Ihre Sozialgebilde können sein: Gottesstaat oder Erdenstaat. Diese Gegenüberstellung fällt nicht zusammen mit Kirche und weltlichen Staaten, sondern meint die Gemeinschaften nach dem Willen Gottes oder gegen ihn, Gemeinschaften der Ordnung oder des Chaos, der Idealität oder der Begierlichkeit. Die Kirche kann auf dieser oder jener Seite stehen, je nachdem; ebenso der weltliche Staat. Der Erdenstaat (civitas terrena) mag also vielleicht auf irgendeiner menschlichen Ordnung aufgebaut sein, er mag eine großartige Organisation darstellen, mag vieles leisten, wenn aber sein ganzes Wesen bei den Gütern dieser Erde stehenbleibt und sie selbst schon genießt, statt sie nur zu gebrauchen zu einem höheren Ziel jenseits nur menschlicher Begehrlichkeiten, zu einem Ziel, das in Gott liegt, dann ist er auch nur von dieser Erde, ist im Grunde Unordnung und seine Werte sind in Wirklichkeit nur Blendwerk. Der Gottesstaat dagegen besteht aus Menschen, die sich der ewigen Ordnung Gottes fügen. Sie liefern sich nicht den äußeren Dingen aus, um sie oder sich selbst zu genießen, sondern leben in und aus Gott eine ideale Ordnung, durch die die Welt und der Mensch zum Frieden findet und zur Sabbatruhe Gottes.
Es ist der Sinn der Weltgeschichte, dass diese beiden Staaten miteinander in Widerstreit liegen. In geistreichen Ausführungen zeigt Augustinus an den ihm bekannten Beispielen der Weltgeschichte des alten Bundes und des griechischen und römischen Reiches, wie die Macht des Guten ständig kämpfen muss mit den Mächten des Bösen. Er betätigt dabei eine hellsichtige Kritik, die sich nicht blenden lässt von dem äußeren Schein vieler Werke der alten Kultur, sondern sie häufig als glänzende Laster zu enthüllen weiß. Wie immer aber auch die Stadien der Auseinandersetzung zwischen Licht und Dunkel in der Weltgeschichte sich im einzelnen gestalten mögen, die societas terrena oder diaboli wird untergehen und siegen wird die civitas Dei. »Denn unsterblich ist das Gute und der Sieg muss Gottes bleiben.«
Es ist bekannt, dass Augustins Ideen stark die Römische Kirche beeinflussten. Sie haben die Stellung der Kirche zur weltlichen Macht bestimmt und sie zu einer Position verholfen, die entgegengesetzt zur Lehre des Begründer des Christentums ist. Und vermutlich auch entgegengesetzt zu dem was Augustin beabsichtigt hätte.
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3.0 von 5 Sternen Vom Gottesstaat (De Civitate Dei), 25. November 2014
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Rezension bezieht sich auf: Vom Gottesstaat (De civitate Dei): Vollständige Ausgabe in einem Band Buch 1 bis 10, Buch 11 bis 22 (Taschenbuch)
Bin noch am Anfang des Buches. Finde es aber wichtig in der abendländischen Geistesgeschichte. Man darf es nicht - der Titel verführt dazu - mit der Shariah des Islams verwechseln.
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