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12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super für den "Erst-Kontakt", 28. Juni 2006
Von 
Robert Hungler (Wiesbaden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Über das Mitleid (Taschenbuch)
Erst mal ein kleines Negativchen an dem Buch:

Man hat keinerlei biographische Daten (außer den Hinweisen im Nachwort von Volpi). Die Quellen, aus denen das Buch zusammengesetzt wurde, sind nur ganz hinten erwähnt. Ein kleiner Einführungstext über Schopenhauer und wann die Texte geschrieben wurden, wären sicher das Tüpfelchen auf dem i gewesen.

Ansonsten eine sehr gute Zusammenstellung von Schopenhauer Texten. Obwohl es sich "nur" um eine solche handelt, hat man nie den Eindruck, aus dem Lesefluss herausgerissen zu werden.

Inhaltlich versucht Schopenhauer die Quelle alles moralischen Handeln zu finden und stößt auf das Mitleid. Angefangen von der Darstellung des menschlichen Lebens als eine Anreihung von Leiden über die Darstellung von "Gut", "Böse", "Gerechtigkeit", "Rache", "Strafe", "Egoismus" und schließlich "moralisches Handeln" findet man hier alles. Auch soziologische Aspekte lassen sich hier finden. So erinnert der Leitspruch "dies bist du" und die Notwendig, der Erkenntnis des Leidens des anderen stark an Soziologen wie G.H. Mead und andere, die sich mit Rollenübernahme beschäftigen.

Absolut empfehlenswerter Einstieg in Schopenhauer, der sicher weiteres Interesse für die Arbeit von Schopenhauer und Kant macht.
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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Neminem laede; imo omnes, quantum potes, juva!, 11. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Über das Mitleid (Taschenbuch)
Zu Deutsch: Verletze niemanden; vielmehr hilf allen, soviel du kannst!; es ist Arthur Schopenhauers oberster moralischer Grundsatz, welchen er Immanuel Kants oberstem sittlichen Grundsatz, zumindest dem Wortlaut nach hinlänglich bekannt unter dem Begriff "Kategorischer Imperativ", entgegenstellt. - An dieser Stelle lediglich eine Ergänzung der Rezension meines Vorredners: Es handelt sich mit diesem wunderbaren Büchlein nicht, wie es die Rezension meines Vorredners suggeriert, um eine Monographie Schopenhauers, sondern trägt der Herausgeber Franco Volpi mit Über das Mitleid 'lediglich' einschlägige Stellen Schopenhauers Moralphilosophie aus dessen Gesamtwerk zusammen. Ausführlich stellt Schopenhauer seine Moralphilosophie, nebst einer Kritik an der Kantischen, in seiner Preisschrift Ueber die Grundlage der Moral dar.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Radikaler Umsturz des Denkens in der Ethik, 7. Januar 2006
Rezension bezieht sich auf: Über das Mitleid (Taschenbuch)
Arthur Schopenhauer (geb. 22.02.1788 in Danzig, gest. 21.09.1860 in Frankfurt am Main) gibt in seinem 'Über das Mitleid' eine umfassende Darstellung seiner Ethik ohne seine Philosophie dabei vorauszusetzen.
Haupttriebfeder jeder moralischen Handlung sei das Mitleid. Neben dieser, so Schopenhauer, exisitieren nur noch zwei weitere Triebfedern: Der Egoismus und die Bosheit. Aus diesen dreien lässt sich jede menschliche Handlung herleiten. Da eine moralische Handlung weder aus dem Egoismus, noch aus der Bosheit resultieren könne, so bliebe folgerichtig nur das Mitleid übrig, um eine moralische Handlung hervorzubringen.
Schopenhauer steht mit dieser Konzeption von Ethik deutlich quer zu seinen Zeitgenossen, was er auch versäumt, immer wieder hervorzuheben. So schielt er in seinem 'Über das Mitleid' immer wieder hinüber in das Kantische System und stellt seines der, wie er sagt, 'apriorischen Seifenblase' entgegen.
Seine Mitleidsethik, insbesondere in den Kontext gestellt, stellt einen interessanten Gegenentwurf zu denjenigen Systemen dar, die die Ethik aus Vernunftprinzipien herzuleiten trachten. Das hier von C.H. Beck vorgelegte Büchlein ist dabei insbesondere für diejenigen zu empfehlen, die gerne schmökern und dabei in Tuchfühlung mit Schopenhauers Philosophie kommen wollen. Auch für Kenner des Werkes ist das Werk eine Fundgrube von gekonntem Witz und eine Ausbreitung seiner in der Welt als Wille und Vorstellung vorgelegten Mitleidskonzeption.
Insgesamt gefällt mir dazu insbesondere das Layout, welches sich sehr positiv von anderen neueren Druckerzeugnissen abhebt und das gut lesbare Druckformat. Insgesamt ein Schmuckstück und wenn man bedenkt, wie selten man einen liebevoll herausgegeben (und vor allem neuen) Schopenhauer in die Hände bekommt, kann man eigentlich nur zugreifen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Tausend Genüsse sind nicht eine Qual wert." (Petrarca), 27. März 2010
Von 
kpoac - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Über das Mitleid (Taschenbuch)
Wenn man, wie jüngst geschehen, sich darüber überrascht zeigt in dieser Welt, dass eine Frau einen im Internet angekündigten Freitod eines Menschen verhindert, dann trifft man die Haltung Schopenhauers (1788-1860). Nichts ist diesem Philosophen, Misanthropen und Pessimisten des Lebens näher, als der Gedanke an den unüberwindbaren Egoismus des Menschen und der aus diesem entspringenden Willen zum Leben als Trieb zur Selbsterhaltung.

Soll nun dieses Prinzip der reinen Selbsterhaltung als Mauer zwischen Du und Ich aufgelöst werden, dann muss mit Schopenhauer das Mitleid gegenüber dem Nächsten gelten, welches in hoher Empathie sich in den anderen hineinzuversetzen hilft. Dieses zu zeigen ist Absicht Volpis, nämlich aus dem Gesamtwerk Schopenhauers die Gedanken zusammenzufassen, die den Philosophen in der Beantwortung der Frage zum Mitleid, zur Ethik, zur Moral bewegten. Insofern liegen hier vor:
1. Von der Nichtigkeit und dem Leiden des Lebens
2. Bejahung und Verneinung des Lebens
3. Über die Grundlage der Moral
4. Zur Ethik
Folgt man Schopenhauers Gedanken, gibt es drei Triebfedern menschlichen Handels: (a) Egoismus (grenzenlos); (b) Bosheit (bis zur äußersten Grausamkeit); (c) Mitleid (geht bis zu Edelmut und Großmut). Jede Handlung muss auf eine dieser drei Prinzipien zurückführbar sein, so A.S. Unterstellt man einer Handlung moralischen Wert, fallen (a) und (b) aus der Betrachtung heraus, Mitleid als einzige Komponente bleibt, allerdings wird sie nur zur Teilnahme am Anderen, wenn dieser leidet. Wohlsein lässt den Menschen eher gleichgültig, hier folgt er J.J. Rousseau.

Mitleid wird so zum Kernbegriff der Menschlichkeit, es gilt als Antrieb zum tugendhaften Sein, das nach Protagoras den Menschen zum Maß macht. Alle Gedanken sind bewegt im Hauptwerk: "Die Welt als Wille und Vorstellung" und später verfeinert im gleichnamigen Buch, Teil 2, in den Parerga und Paralipomena II und den Kleinen Schriften, insbesondere in der Preisschrift über die Moral. Diese lesenwerte Zusammenfassung in der Reihe: Kleine Bibliothek der Weltweisheiten lohnt den Kauf, sowohl als Einstieg in das schopenhauerische Denken wie auch als bibliophile Neuanschaffung aus dem Kanon der Weltweisheiten.
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Über das Mitleid
Über das Mitleid von Arthur Schopenhauer (Taschenbuch - 1. November 2005)
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