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45 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spiegelbild der "Raffgesellschaft"!
Die Art und Weise, wie Fromm unserer modernen, degenerierten und pathologischen Gesellschaft den Spiegel vorhält, wirkt in ihrer Offenheit schon beinah brutal. Er spricht von Marketing-Orientiert und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Das ganze Leben geht es um Raffen, Macht, Selbstdarstellung etc. bis irgendwann die Ernüchterung eintritt und jeder an den...
Veröffentlicht am 19. Juli 2006 von Joachim Klotz

versus
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen inspirierend, aber teilweise auch weltfremd
Die Relekture dieses Klassikers hat in mir viele Erinnerungen wachgerufen, vor allem das für das Jugendalter der 1970er Jahre typische schwärmerische und oft auch radikale Denken. "Haben oder Sein" stellt zwei Daseinsweisen einander gegenüber, die sich gegenseitig ausschließen. Die Realität ist jedoch viel komplexer, als dass sie in zwei...
Vor 22 Monaten von Robert Wentz veröffentlicht


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45 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spiegelbild der "Raffgesellschaft"!, 19. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft (Taschenbuch)
Die Art und Weise, wie Fromm unserer modernen, degenerierten und pathologischen Gesellschaft den Spiegel vorhält, wirkt in ihrer Offenheit schon beinah brutal. Er spricht von Marketing-Orientiert und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Das ganze Leben geht es um Raffen, Macht, Selbstdarstellung etc. bis irgendwann die Ernüchterung eintritt und jeder an den Punkt kommt, wo er merkt, dass dies alles nicht das geringste mit Glück und positiver persönlicher Entwicklung zu tun hat, sondern nur dazu gut ist, sich immer weiter in einem Sumpf aus Vorurteilen, Modeerscheinungen und gnadenloser kommerziellen Ausbeutung zu verstricken. Aber es gibt eine Alternative und Fromm bezeichnet sie als eine Kultur des Seins, des Einswerdens mit Allem und Allen, der Rückbesinnung zum eigentlichen Ursprung (die wohl bei jedem einzelnen, entsprechend seiner individullen Entwicklung bzw. des individuellen Leidensdrucks beginnen muß). Insofern ist das Buch in der Beschreibung des Ist-Zustands großartig. Die konkreten Anregungen um diese Gedanken in einem neuen Gesellschaftssystem zu implementieren (autonome Nachbarschaftsgruppen, Kulturausschuß etc.) erscheinen aber doch zumindest etwas kühn zu sein. Dennoch absolut empfehlenswert!
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25 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hat mein Leben schöner gemacht., 17. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft (Taschenbuch)
Dieses Buch wurde mir von einem Fremden empfohlen der sich einfach an meinen Tisch setzte als ich einen Salat aß. Wir unterhielten uns wie Freunde und dann habe ich ihn nie wieder gesehen. Selten gehe ich auf solche Empfehlungen ein doch der Herr hatte einen großen Eindruck bei mir hinterlassen. Man bekommt durch dieses Buch unfassbare Gedankenanstöße zu unserer Gesellschaft. Alle 3 Seiten habe ich mich gefreut....und Pause gemacht um es zu verarbeiten. :) In den 70ern(?) veröffentlich und trotzdem aktuell.
Wer näher an die Wahrheit unserer Gesellschaft möchte, der sollte dieses Buch kaufen. Es macht auf unerwartete Weise sehr glücklich.
Interessant sind auch Interviews von Erich Fromm auf Youtube.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meilenstein, den jeder lesen sollte!, 8. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft (Taschenbuch)
Viel zu diesem Buch schreiben möchte ich jetzt nicht, denn es haben schon sehr viele andere Rezesenten es etwas beschrieben. Das erste mal durfte ich mich vor ca. 4 Jahren von diesem Buch verblüffeln lassen. Wer kennt schon den Unterschied zwischen "Haben" und "Sein". Die ganze Welt sollte von diesem Buch erfahren. Nun denkt der Leser meiner Rezession, was schreibt er denn da, doch wie schon gesagt, es ist eine atemberaubende Beschreibung was uns Menschen überhaupt lenkt und bewegen sollte. Auf was wir uns im Leben wirklich konzentrieren sollten. Während des Lesens dieses Buches, wird immer wieder eine neue Tür in eine neue Denkweise des Lebens bzw. der Natur geöffnet. Vielleicht hört sich das jetzt etwas drastisch an, doch ich habe noch keinen Menschen kennen gelernt der wirklich so lebt, wie Erich Fromm es beschreibt. Was noch anzumerken ist, ist die Tatsache, das "Haben oder Sein" nur eines von vielen genialen Büchern von dem Autor sind! Es ist neben "Die Kunst des Liebens" das berühmteste. Traurig, dass viele Menschen überhaupt nicht lesen können, noch trauriger ist es jedoch, dass viele Menschen die es in der Schule oder zuhause gelernt haben es nicht möchten bzw. sich darüber freuen, sie wissen gar nicht was ihnen da entgeht. Die Welt ist wirklich ungerecht, doch wie will man so etwas für "NICHTLESER" verfilmen???? Mal abwarten, vielleicht kommt jemand auf eine gute Idee für ein Script, auch wenn es nie im Leben an das Buch herankommen würde, doch wenigstens würde die Grundidee bzw. der Begriff des "Seins" vermittelt werden. Allen Lesern wünsche Ich noch weiterhin so viele gute Bücher und ein Leben mit Menschen die genauso denken. Grüße, Chris
Bis zum nächsten mal.
P.S. Ach Rechtschreibfehler entdeckt, natürlich dürfen alle gefundenen Fehler behalten werde. Viel Spass damit.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tiefgründiges Werk, 10. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft (Taschenbuch)
Haben oder Sein ist eines der meist gelesenen Werke Fromms. Das sollte einem nicht zu der Annahme verleiten, daß es einfach zu verstehen ist. Der Begriff "Haben" wird darin in einer sehr allgemeinen Form aufgefaßt. Er bezieht sich keineswegs nur auf materielle Gegenstände. Haben kann man einfach alles, eine Affäre mit einer Frau, einen attraktiven Körper, einen Geländewagen, einen Ruf als Partylöwe, eine Machtposition in der Politik. Das "Haben" ist eine bestimmte Einstellung zur Außenwelt und zu anderen Menschen und zu sich selber. Man könnte diese auch Narzissmus nennen. Nur "Haben" ist viel eindringlicher und hat viel mehr damit zu tun, wie diese Grundhaltung zum Leben in die Welt gekommen ist. Und wie sehr sie von der Gesellschaft gefördert wird. Egoismus ist dabei weitgehend akzeptiert und wird ganz allgemein vorausgesetzt. Hilfsbereitschaft nur unter ganz bestimmten Bedingungen. Man gebe einmal jemandem einen gut durchdachten, aus eigener Erfahrung begründeten Rat, für den man nicht den von der Gesellschaft gefordeten Rang, z.B. Dr.med, oder eine andere entsprechende Position hat. Dann hat man eben nichts und wird für seine Aussagen nur Hohn oder gar Haß ernten. Hat man aber die entsprechende Position, wird derselbe Rat geschluckt wie nichts. Man kann dann den größten Unsinn erzählen, auch der wird geschluckt.
Und das "Sein" ? Es ist das, was man nicht haben kann. Es ist das, was vom Haben, dem Besitzstandsdenken, der Gier erdrückt wird. Es ist innere Unabhängigkeit, die Freude am Leben, an einer Tätigkeit, auch der Erwerbsarbeit. Doch wie viele Menschen haben Freude an ihrer Arbeit ? Die meisten haben die innere Kündigung doch längst vollzogen. Also jeden Werktag acht leere, sinnlose Stunden. Bei allem materiellen Wohlstand, bei aller Sicherheit - der gewaltsame Tod wurde in der westlichen Welt zur Rarität - bleibt ein Gefühl der inneren Leere, die gefüllt werden muß. Mit Vergnügen, Unterhaltung, Statussymbolen, Macht. Mit Einbindung in eine weltanschauliche Gruppe, die einem Geborgenheit ohne Freiheit gibt.
Seit Erfindung der Landwirtschaft und dem damit verbundenen enormen materiellen Fortschritt und Bevölkerungswachstum, war der Mensch zu einer Lebensweise gezwungen, die sein Inneres verkümmern lies. Fromm beschreibt eindringlich wie immer wieder Menschen dagegen aufbegehrten und immer wieder scheiterten. Von einigen haben wir noch ein historisches Zeugnis. Sie scheiterten am Kampf des Menschen gegen den Menschen. Einer mußte, um zu überleben den anderen vernichten oder unterwerfen. Die Hochkulturen wären ohne die Ausbeutung unzähliger Leibeigener und Sklaven nicht möglich gewesen. Gewalt war Bestandteil des Lebens, ein Menschenleben zählte nichts.
Aber die moderne Zivilisation kommt ohne Sklaverei und Krieg aus. Keiner muß mehr dem anderen Hab und Gut oder gar das Leben rauben, um selber zu überleben. Alle Güter sind im Überfluß vorhanden. Und doch hindert die Gesellschaft die Menschen am inneren Wachstum. Erich Fromm wagt nun, am Ende seines Buches die Utopie einer menschlichen Gesellschaft zu skizzieren. Man kann ihn verlachen. Wie man vor 300 Jahren jemand verlacht hätte, der die Ächtung von Angriffskriegen und damit die Ächtung des Krieges prophezeit.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nichts wollen, nichts wissen, nichts haben, 18. November 2012
Von 
Walter "Walter" (Buxtehude, Baden-Württemberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft (Taschenbuch)
Erich Fromms Buch "Haben oder Sein" wird in meinem Bücherregal einen Ehrenplatz einnehmen: im Bereich der unverzichtbaren Bücher. Derweil könnte manchem Zeitgenossen das Buch sauer aufstoßen; man ist gewillt, ihn als Utopisten oder linken Ideologen wegzuordnen. Folgte man seiner Anleitung (dass Wissen kein Bereich des Habens oder Besitzens ist und wir uns auf alles neu und unvoreingenommen einlassen sollten) öffnen wir uns einer lohnenden Gedankenwelt, die uns möglicherweise und hoffentlich aus den Verankerungen unserer verkrusteten (Wissens-)Wahrnehmungen herausloslösen. (Selig sind die geistlich Armen; denn ihrer ist das Reich der Himmel. [Mt.5,3])

Fromms Buch bewegt sich im Kanon der universellen Wahrheiten; es ist nicht radikal, dafür aber fundamental, elementar, zeitlos, grundlegend, und somit umso mehr notwendig. Die Grundfrage lautet: Warum steuern wir auf eine große ökologische und menschliche Katastrophe zu, ohne dass unser von Natur aus gegebener Selbsterhaltungstrieb funktioniert? Haben wir "in uns" einen falschen Ansatzpunkt, eine falsche Polung? Orientieren wir uns zu sehr am "Haben". Ist die Existenzweise des "Seins" nicht ein vernachlässigter Zweig unseres Daseins, der zugleich die Lösung des Dilemmas bieten könnte? Führt denn das Haben nicht lediglich zu kurzlebigen Vergnügungen (und verkümmerten Emotionen), das Sein aber zur fortwährendem Glück und Freude? Haben oder Sein.

Die Welt in der wir leben reicht aus für jedermanns Bedürfnisse, nicht aber für jedermanns Gier (Haben-Wollen). Mit der Ausbeutung unserer Ressourcen geht die Zerstörung unserer Lebenswelt einher; ökologisch sind wir dabei, unsere Lebensgrundlagen auszuschalten. Das war in früheren Zeiten kein Problem: Der Mensch steht außerhalb der Natur und herrscht über sie (René Descartes); der Stärkere ist der Lebenstüchtigere und gewinnt durch natürliche Selektion (Charles Darwin). Das Dilemma kennzeichnet sich dadurch, dass beides egozentrische Systeme sind, zum damaligen Zeitpunkt für die Menschheit als solche nicht lebensgefährlich, wohl jedoch in Zeiten maschinell-industriell geführter Ausbeutung. Die einen entziehen die Lebensgrundlagen für die anderen. Wir zögern nicht, den eigenen Kindern einen geplünderten Planeten zu hinterlassen. Wir müssen umschalten von "Verbrauch" auf "Gebrauch". "Nachhaltiges" Wissen kennzeichnet daher dieses Buch, -- und das trotz seines Alters von 36 Jahren!

Erich Fromm ist mehr als der selbstreferentielle Sozialphilosoph. Sein Buch schlägt einen generalistischen Bogen über alle Disziplinen hinweg, weshalb sein Werk auch so wertvoll wird: Der Leser erhält Einblicke in die Psychoanalyse (Freud), Religion/en (Eckhart, Buddha), Sozialwissenschaft (Marx), Kulturgeschichte, Literatur und Dichtung, Sprachwissenschaft etc. So z.B. der Vergleich zwischen dem heidnischen Helden aus Homers "Ilias" (Erobern, Ausbeuten, Haben) und dem christlichen Märtyrer (Geben, Teilen, Sein), -- den Schlüsselfiguren unserer Kulturgeschichte.

Das "Haben" kennzeichnet sich als passiver Besitz, in seiner Mehrung degeneriert es zur Habsucht, in seinem Verlust zu Angst und Geiz. Das Sein dagegen ist ein aktiver und gegenwärtiger Wohlseinszustand bei dem unsere Tugenden (wie Weisheit, Mut, Gerechtigkeit und soziales Miteinander) gedeihen können. Jede Gesellschaft ist eine gedankliche Megamaschine, die Einfluss auf unsere Gedankenwelt nimmt, gerade weil der Mensch einen Orientierungsrahmen für sein soziales Handeln und Dasein sucht. Der Einzelne ist jedoch Garant zur Umkehr: Nur er kann aus dem Paradigma oder der Doktrin der Gruppe heraustreten. Selbstorganisation und gesellschaftspolitisches Mitwirken als dezentrale Kraft (heute wäre das wohl eher: Vernetzung; jedoch nicht verhaftet im passiven Dasein des Internets) sind die Anlagen, dem Bürger wiederum einen lokalen aktiven Rahmen zuzusprechen, dessen Handeln direkte Auswirkungen auf das politische Übergebäude zulässt. (Lebendige Demokratie, Bewusstmachung einer "Öffentlichen Moral", Auflösung von politischen Verkrustungen, ungefilterter Informationszugang, zeitnahes Handeln.) In unserem Wesen (Sein), unserer Haltung (Hingabe) und unserer Handlung liegt der gesellschaftspolitische Schlüssel. Fromm verweist uns auf die in uns steckende Entwicklungsmöglichkeit: vom 1.) Wissen zum 2.) Bewusstsein (Zwischenschritt) zum 3.) Sein. Zugegebenermaßen ein anderes Lebensstilmodell, -- das uns mit seinem Export jedoch in unserem Dasein retten könnte. Wir haben nur diesen einen Planeten.

Fazit: Zurecht gehört das Buch in den Wertbestand der besten 1000 Bücher. Ein Meisterwerk der Sozialpsychologie, Philosophie und Kulturgeschichte. Unverzichtbar.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Abkehr vom tödlich inhumanen Wettbewerb., 25. Juni 2011
Von 
Happyx - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft (Taschenbuch)
Ich habe vor kurzem das Buch von Karl Rabeder Wer nichts hat, kann alles geben: Wie ich meine Reichtümer gegen den Sinn des Lebens eintauschte gelesen und erkannnte darin eine konsequente Umsetzung dieses Klassikers, der mich schon in den 80ern faszinierte. Erich Fromm hat 1976 die theoretischen Grundlagen dafür gelegt, den Gang vom Haben zum Sein, zur eigentlichen Menschwerdung zu erklären. Heute sind in viele Teilen der Erde hungrige Menschen vom Nichtverhungern auf dem Weg zum wenigstens etwas Haben, sie wollen es unbedingt, jene Kleinigkeiten des Konsums, die unsere Eltern und wir in den 60ern etc. so dringend brauchten. Alles wollten wir damals haben, um alle Sicherheit der Welt zu besitzen, ja, wir wollten sogar den Tod vergessen. Heute erkennen wir die Grenzen des Wachstums, um gleichzeitig jene Lebensweisen überdeutlich zu sehen, deren Reichtum langsam des Wahnsinns fette Beute wird: Des Reichtums fette Beute: Wie die Ungleichheit unser Land ruiniert

Griechenland ist ein besonders deutliches Beispiel für eine Rückkehr des Feudalismus ebenso wie Russland oder andere extrem-kapitalistischen Staaten, die von einer Geldfettschicht ohnegleichen umstülpt sind, die dem Staat jene Grundlagen entziehen, die für ein gesundes Wachstum notwendig sind. Die Gier legt sich sauer auf alles und wird im (reichen, besitzenwollenden) Individuum bei Todesnähe zu einem schmelzend zähen Brei, der kaum aushaltbar scheint. Das Sein, die Kooperation, die Menschwerdung, Hilfe, Liebe und MItgefühl sind Auswege, die Fromm weise schon längst vorausgesehen hat.

Unsere Verkaufs- und Marketinggesellschaft wird dort immer lächerlicher, wo sie im Überschwang das Paradies errichten und sogar die Todsünden dafür nutzen möchte. Eine Religion, die denkende Menschen mit dem Irrsinn des täglichen Medienkonsum einfach nur noch ersticken wollen. Karl Rabeder und viele anderen gehen einen Weg, der für unsere westlichen Gesellschaften der einzig mögliche ist. Weil wir morgen den aufstrebenden Haben-Staaten Wege aus dem Dilemma des Konsums hin zum natürlichen Kreislauf, zum menschlichen Tun und gegenseitiger Hilfe weisen müssen.

Diese Abkehr von der Marketinggesellschaft hat bei uns schon längst begonnen und überall wachsen die Zeichen für Menschen, die einfach das sein wollen, was in natürlichen Kreisläufen für uns vorgesehen ist: vergängliche, soziale, mitfühlende, kooperierende, nicht-wettbewerbsorientierte Wesen.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen inspirierend, aber teilweise auch weltfremd, 20. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft (Taschenbuch)
Die Relekture dieses Klassikers hat in mir viele Erinnerungen wachgerufen, vor allem das für das Jugendalter der 1970er Jahre typische schwärmerische und oft auch radikale Denken. "Haben oder Sein" stellt zwei Daseinsweisen einander gegenüber, die sich gegenseitig ausschließen. Die Realität ist jedoch viel komplexer, als dass sie in zwei Seinsweisen auseinanderfällt. Es hätten vermutlich manche Missverständnisse vermieden werden können, wenn Erich Fromm diese Seinsweisen als Typologien dargestellt hätte und nicht als konkrete Verhaltensweisen. Denn es gibt ja in Wirklichkeit kaum Menschen, die als ausschließliche Vertreter der einen oder anderen Daseinsweise betrachtet werden können. In jedem von uns schlummern beide Neigungen in unterschiedlichen Ausprägungen, weshalb man sich eher darum bemühen sollte, im Leben insgesamt mehr zu "sein" als bloß im Modus des "Habens" gelebt zu haben.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mechanistisches materielles HABEN gegenüber Geisitg spirituellem SEIN, 28. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft (Taschenbuch)
Das letzte große Werk von Fromm könnte nicht größer sein, als der Meilenstein der psychoanalytischen Sozialphilosophie. Eine Bündelung von Gedanken eines Buddha, eines Jesus Christus, eines Meister Eckhardt.
Es geht weit über das freimaurerische satanistische Werk "Das Kapital" sowie "Das komunistische Manifest" hinaus.
Die Findung des Menschen zum SEIN ging mit der Vertreibung aus dem Paradies hervor. Als der Mensch vom Baum der Erkenntniss naschte erwuchs die Gier des unbedingten HABEN wollens um etwas SEIN zu können. Eine EGO oder Naf Illusion, die nur der in den Menschen gepflanzt haben kann, der im Buddhismus Mara, im Islam Sheitan und im "sephardischen" Christentum Satan heisst. Fromm hatte ihn damals noch, diesen Funken Hoffnung, dass alles noch besser wird aber auch bei Ihm war es 1976 ein Funken und nicht mehr. Schlussendlich aber hat dieses Buch eine generelle Kernaussage die da lautet. "Erst durch die Gesellschaft und ihre sie umgebenden und prägenden Parameter wird etwas beim Menschen pathologisch ( krank )". Eine Gesellschaft aber die Aaron sei "Dank" lieber ein goldenes Kalb anbetet hat Moses ja nicht umsonst so erzürnt. Fromm wird biblisch und hätte sicherlich gut daran getan auch einmal einen Blick auf den Islam zu werfen, der dies auch ALL/ES thematisiert. Übergreifend darf dann auch bzgl. seines Buches über die Liebe konstatiert werden, dass auch die Ehen im generellen das mechanistisch materielle HABEN am SEIN des anderen in den Fordergrund stellen. Diejenigen die ein solches Wertekonstrukt am Leben erhalten sitzen in ihren illuminierten Zirkeln und beten Satan mit Hilfe der Kabalah an. Und es ist mitnichten ein Scherzchen das rituelle Kindstötung und ritueller sexueller Kindesmißbrauch Erfindungen eines geistig verwirrten Rezensenten sind. ( Dutroux sei hier erwähnt ). Fromms Ansätze sind und waren wegweisend. Leider allerdings kann sich fast niemand vorstellen mit welcher unglaublichen boshaften Macht und Energie gewisse Kreise diesen Bewusstseinsprung zur Bewusstseinserweiterung seit Jahrtausenden verhindern.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Orientierungshilfe, 9. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft (Taschenbuch)
Ich stehe kurz vor Ablauf meiner 12-jährigen Verpflichtungszeit bei der Bundeswehr und möchte nach deren Ablauf in eine Richtung gehen, die sich von meinem bisherigen Lebenslauf ziemlich krass unterscheidet. Damit verbunden sind natürlich auch viele Ängste, gerade was die wirtschaftliche Existenz anbelangt. Ich war also immer hin- und hergerissen zwischen den beiden Polen "Haben" oder "Sein". Irgendwann habe ich von diesem Buch gehört und es mir gekauft, um bei meiner Entscheidung eine Stütze zu haben bzw. einen "unabhängigen" Ratgeber.

Das Buch zeigt sehr gut die Spannungslinie zwischen den beiden Orientierungspolen "Haben" oder "Sein" auf. Was mich sehr aufgebaut hat, war die Erkenntnis, dass die Existenzängste, die man bekommt, wenn man sich für das "Sein" und gegen das "Haben" entscheidet, eigentlich gar keine Existenzängste sind, sondern die Angst, nicht mehr zu einer sozialen Gemeinschaft zu gehören.

Das bestärkt mich darin, meinen eigenen Weg zu gehen und nicht als erste Überlegung immer an Geld und materielle Versorgung zu denken.

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der vor einer Neuorientierung steht und über seine Möglichkeiten reflektieren möchte.

Mit Sicherheit gibt es auch andere Gründe, dieses Buch zu lesen, mir hat es halt nur gerade in dieser Situation sehrt geholfen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Weitsichtig, aber heute hauptsächlich historisch relevant, 20. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft (Taschenbuch)
In den 70ern mag dieses Buch zurecht beinahe eine Offenbarung gewesen sein. Heute scheint es mir eher historische Relevanz zu haben, stellt es doch einen einflußreichen Inspirationsquell einer Art Weltverbesserungs-Bewegung dar, die in Deutschland mit der APO greifbar wurde und deren grundsätzliche Thesen heute scheinbar in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. So ist es auch kein Zufall, dass Fromm es war, der bereits 1955 das bedingungslose Grundeinkommen einforderte, welches zum Ende dieses Buches erneut aufgegriffen wird und welches beispielsweise die hochmoderne wie junge PIRATEN-Partei heute in ihr Wahlprogramm aufgenommen hat. Fromm kommt dabei auch immer wieder auf die Jugendbewegung der 70er zurück, stellt aber bei aller Freude über einen einsetzenden Gesinnungswandel dieser vom Haben hin zum Sein fest, dass gerade der extreme Flügel dieser aufkeimenden Bewegung (damit sind ganz klar die Anfänge der RAF gemeint), durch ihren Radikalismus keine erhofften Antworten auf die gesellschaftlichen und weltpolitischen Probleme finden kann, um die es Fromm in diesem Buch geht.

In gewisser Weise nervt diese sich wiederholende Apologetik sogar ein wenig (frei nach dem Motto "die Motivation der jungen Leute stimmt, nur die Wahl der Mittel nicht"), weiß man doch heute bestens darüber Bescheid, zu welchen Auswüchsen die RAF-Ideologie geführt und wie wenig sie die Welt verbessert hat - ganz im Gegenteil. Ähnlich verhält es sich mit Fromms Aussagen zu Sozialismus, Kommunismus und Marx an sich, dessen positive Aspekte man angeblich nur nie wirklich verstanden und folglich umgesetzt hat.

Überhaupt ähnelt das Buch mehr einem länglichen Pamphlet als einem wissenschaftlichen oder auch nur gut begründeten Text. Fromm schreibt auch in der Einleitung, dass es ihm in diesem Buch um Lesbarkeit und nicht um Fußnoten geht. Trotzdem: seine Argumentation, obwohl sie den Nagel oft auf den berühmten Kopf zu treffen scheint, ist größtenteils sehr oberflächlich, z.B.: "der berühmte XY sagte schon dies und jenes, der große Z dann dieses und folglich kann man nun dies und das feststellen." Dieses Vorgehen ist bestens bekannt aus anderen sozialwissenschaftlichen Arbeiten, aber wissenschaftlich nur dann legitim, wenn die Inferenzen, die somit gezogen werden, über das Offensichtliche hinausgehen und die Untermauerung neuer Hypothesen erlaubt. Doch gerade das ist hier leider nicht oft der Fall.

Da ich mit Fromms anderen Werken so gut wie nicht vertraut bin, wage ich nicht zu behaupten, dass seine Thesen nicht fundiert seien. Doch wenn man ausschließlich Haben oder Sein liest, kommt es einem manchmal vor wie eine "Best Of Fromm Compilation" ohne den nötigen Tiefgang.

Andererseits habe ich den Eindruck, dass es Fromm mit diesem Appell vor allem aber genau darum ging: die Menschen durch plakatives Konfrontieren mit den dringendsten Problemen zum Umdenken zu bewegen und sie nicht mit langwierigen Gedankengängen, wie er nun genau zu diesen Einsichten kam, zu langweilen. Fromm schlägt in Haben oder Sein Alarm. So ist das letzte Drittel des Buches auch unumwoben ein direkter, wenn auch sehr idealistischer (um nicht zu sagen, naiver) Maßnahmenkatalog, den Fromm zu nichts weniger als zur Rettung der Menschheit vorschlägt. Er versucht quasi den Leser argumentativ davon zu überzeugen, dass nur eine Abkehr von der Selbstdefinition des Menschen über das, was er besitzt, hin zu dem, was er ist oder sein kann, die drohende Katastrophe abzuwenden vermag; Stichworte: Klimawandel, den Fromm damals bereits antizipiert hat, Gefahr von Atomkriegen, Überbevölkerung, Krankheiten, Nahrungsmittelknappheit, usw.

Wie gesagt, das Bewusstsein für diese Probleme ist heute zum großen Teil im Mainstream angelangt, auch wenn die Konsequenz für viele lediglich darin besteht, mit dem Porsche Cayenne ins Reformhaus zu fahren und dort Biodinkelbrot statt Pfister-Normalbrot zu kaufen. D.h. die Diskussion, die Fromm anzustoßen gedachte, ist heute zumindest in vollem Gange und so verwundert es auch nicht, dass es fast 40 Jahre später auch wesentlich mehr spezialisierte und differenzierte (populär-) wissenschaftliche Texte zu diesem Thema gibt, deren Lektüre - in meinen Augen jedenfalls - interessantere Denkanstöße enthält als Haben oder Sein. Ein persönlicher Favorit darunter ist Clive Hamiltons The Freedom Paradox, das man vielleicht als verfeinerte Fassung Fromms sehen könnte, gerade auch weil Hamilton - wie Fromm übrigens auch - auf der Suche nach einer Form sekularer Religösität ist, in dessen Zentrum der Mensch an sich und nicht die Macht oder gar der Materialismus steht. Denn auch der Konsum ist eine Religion und wahrscheinlich nicht die heilbringende.
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Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft
Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft von Erich Fromm (Taschenbuch - 1. Juli 2005)
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