Kundenrezensionen


37 Rezensionen
5 Sterne:
 (24)
4 Sterne:
 (7)
3 Sterne:
 (4)
2 Sterne:
 (1)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


43 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spiegelbild der "Raffgesellschaft"!
Die Art und Weise, wie Fromm unserer modernen, degenerierten und pathologischen Gesellschaft den Spiegel vorhält, wirkt in ihrer Offenheit schon beinah brutal. Er spricht von Marketing-Orientiert und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Das ganze Leben geht es um Raffen, Macht, Selbstdarstellung etc. bis irgendwann die Ernüchterung eintritt und jeder an den...
Veröffentlicht am 19. Juli 2006 von Joachim Klotz

versus
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen inspirierend, aber teilweise auch weltfremd
Die Relekture dieses Klassikers hat in mir viele Erinnerungen wachgerufen, vor allem das für das Jugendalter der 1970er Jahre typische schwärmerische und oft auch radikale Denken. "Haben oder Sein" stellt zwei Daseinsweisen einander gegenüber, die sich gegenseitig ausschließen. Die Realität ist jedoch viel komplexer, als dass sie in zwei...
Vor 19 Monaten von Robert Wentz veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 3 4 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

43 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spiegelbild der "Raffgesellschaft"!, 19. Juli 2006
Rezension bezieht sich auf: Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft (Taschenbuch)
Die Art und Weise, wie Fromm unserer modernen, degenerierten und pathologischen Gesellschaft den Spiegel vorhält, wirkt in ihrer Offenheit schon beinah brutal. Er spricht von Marketing-Orientiert und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Das ganze Leben geht es um Raffen, Macht, Selbstdarstellung etc. bis irgendwann die Ernüchterung eintritt und jeder an den Punkt kommt, wo er merkt, dass dies alles nicht das geringste mit Glück und positiver persönlicher Entwicklung zu tun hat, sondern nur dazu gut ist, sich immer weiter in einem Sumpf aus Vorurteilen, Modeerscheinungen und gnadenloser kommerziellen Ausbeutung zu verstricken. Aber es gibt eine Alternative und Fromm bezeichnet sie als eine Kultur des Seins, des Einswerdens mit Allem und Allen, der Rückbesinnung zum eigentlichen Ursprung (die wohl bei jedem einzelnen, entsprechend seiner individullen Entwicklung bzw. des individuellen Leidensdrucks beginnen muß). Insofern ist das Buch in der Beschreibung des Ist-Zustands großartig. Die konkreten Anregungen um diese Gedanken in einem neuen Gesellschaftssystem zu implementieren (autonome Nachbarschaftsgruppen, Kulturausschuß etc.) erscheinen aber doch zumindest etwas kühn zu sein. Dennoch absolut empfehlenswert!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hat mein Leben schöner gemacht., 17. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft (Taschenbuch)
Dieses Buch wurde mir von einem Fremden empfohlen der sich einfach an meinen Tisch setzte als ich einen Salat aß. Wir unterhielten uns wie Freunde und dann habe ich ihn nie wieder gesehen. Selten gehe ich auf solche Empfehlungen ein doch der Herr hatte einen großen Eindruck bei mir hinterlassen. Man bekommt durch dieses Buch unfassbare Gedankenanstöße zu unserer Gesellschaft. Alle 3 Seiten habe ich mich gefreut....und Pause gemacht um es zu verarbeiten. :) In den 70ern(?) veröffentlich und trotzdem aktuell.
Wer näher an die Wahrheit unserer Gesellschaft möchte, der sollte dieses Buch kaufen. Es macht auf unerwartete Weise sehr glücklich.
Interessant sind auch Interviews von Erich Fromm auf Youtube.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nichts wollen, nichts wissen, nichts haben, 18. November 2012
Von 
Walter "Walter" (Buxtehude, Baden-Württemberg) - Alle meine Rezensionen ansehen
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft (Taschenbuch)
Erich Fromms Buch "Haben oder Sein" wird in meinem Bücherregal einen Ehrenplatz einnehmen: im Bereich der unverzichtbaren Bücher. Derweil könnte manchem Zeitgenossen das Buch sauer aufstoßen; man ist gewillt, ihn als Utopisten oder linken Ideologen wegzuordnen. Folgte man seiner Anleitung (dass Wissen kein Bereich des Habens oder Besitzens ist und wir uns auf alles neu und unvoreingenommen einlassen sollten) öffnen wir uns einer lohnenden Gedankenwelt, die uns möglicherweise und hoffentlich aus den Verankerungen unserer verkrusteten (Wissens-)Wahrnehmungen herausloslösen. (Selig sind die geistlich Armen; denn ihrer ist das Reich der Himmel. [Mt.5,3])

Fromms Buch bewegt sich im Kanon der universellen Wahrheiten; es ist nicht radikal, dafür aber fundamental, elementar, zeitlos, grundlegend, und somit umso mehr notwendig. Die Grundfrage lautet: Warum steuern wir auf eine große ökologische und menschliche Katastrophe zu, ohne dass unser von Natur aus gegebener Selbsterhaltungstrieb funktioniert? Haben wir "in uns" einen falschen Ansatzpunkt, eine falsche Polung? Orientieren wir uns zu sehr am "Haben". Ist die Existenzweise des "Seins" nicht ein vernachlässigter Zweig unseres Daseins, der zugleich die Lösung des Dilemmas bieten könnte? Führt denn das Haben nicht lediglich zu kurzlebigen Vergnügungen (und verkümmerten Emotionen), das Sein aber zur fortwährendem Glück und Freude? Haben oder Sein.

Die Welt in der wir leben reicht aus für jedermanns Bedürfnisse, nicht aber für jedermanns Gier (Haben-Wollen). Mit der Ausbeutung unserer Ressourcen geht die Zerstörung unserer Lebenswelt einher; ökologisch sind wir dabei, unsere Lebensgrundlagen auszuschalten. Das war in früheren Zeiten kein Problem: Der Mensch steht außerhalb der Natur und herrscht über sie (René Descartes); der Stärkere ist der Lebenstüchtigere und gewinnt durch natürliche Selektion (Charles Darwin). Das Dilemma kennzeichnet sich dadurch, dass beides egozentrische Systeme sind, zum damaligen Zeitpunkt für die Menschheit als solche nicht lebensgefährlich, wohl jedoch in Zeiten maschinell-industriell geführter Ausbeutung. Die einen entziehen die Lebensgrundlagen für die anderen. Wir zögern nicht, den eigenen Kindern einen geplünderten Planeten zu hinterlassen. Wir müssen umschalten von "Verbrauch" auf "Gebrauch". "Nachhaltiges" Wissen kennzeichnet daher dieses Buch, -- und das trotz seines Alters von 36 Jahren!

Erich Fromm ist mehr als der selbstreferentielle Sozialphilosoph. Sein Buch schlägt einen generalistischen Bogen über alle Disziplinen hinweg, weshalb sein Werk auch so wertvoll wird: Der Leser erhält Einblicke in die Psychoanalyse (Freud), Religion/en (Eckhart, Buddha), Sozialwissenschaft (Marx), Kulturgeschichte, Literatur und Dichtung, Sprachwissenschaft etc. So z.B. der Vergleich zwischen dem heidnischen Helden aus Homers "Ilias" (Erobern, Ausbeuten, Haben) und dem christlichen Märtyrer (Geben, Teilen, Sein), -- den Schlüsselfiguren unserer Kulturgeschichte.

Das "Haben" kennzeichnet sich als passiver Besitz, in seiner Mehrung degeneriert es zur Habsucht, in seinem Verlust zu Angst und Geiz. Das Sein dagegen ist ein aktiver und gegenwärtiger Wohlseinszustand bei dem unsere Tugenden (wie Weisheit, Mut, Gerechtigkeit und soziales Miteinander) gedeihen können. Jede Gesellschaft ist eine gedankliche Megamaschine, die Einfluss auf unsere Gedankenwelt nimmt, gerade weil der Mensch einen Orientierungsrahmen für sein soziales Handeln und Dasein sucht. Der Einzelne ist jedoch Garant zur Umkehr: Nur er kann aus dem Paradigma oder der Doktrin der Gruppe heraustreten. Selbstorganisation und gesellschaftspolitisches Mitwirken als dezentrale Kraft (heute wäre das wohl eher: Vernetzung; jedoch nicht verhaftet im passiven Dasein des Internets) sind die Anlagen, dem Bürger wiederum einen lokalen aktiven Rahmen zuzusprechen, dessen Handeln direkte Auswirkungen auf das politische Übergebäude zulässt. (Lebendige Demokratie, Bewusstmachung einer "Öffentlichen Moral", Auflösung von politischen Verkrustungen, ungefilterter Informationszugang, zeitnahes Handeln.) In unserem Wesen (Sein), unserer Haltung (Hingabe) und unserer Handlung liegt der gesellschaftspolitische Schlüssel. Fromm verweist uns auf die in uns steckende Entwicklungsmöglichkeit: vom 1.) Wissen zum 2.) Bewusstsein (Zwischenschritt) zum 3.) Sein. Zugegebenermaßen ein anderes Lebensstilmodell, -- das uns mit seinem Export jedoch in unserem Dasein retten könnte. Wir haben nur diesen einen Planeten.

Fazit: Zurecht gehört das Buch in den Wertbestand der besten 1000 Bücher. Ein Meisterwerk der Sozialpsychologie, Philosophie und Kulturgeschichte. Unverzichtbar.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meilenstein, den jeder lesen sollte!, 8. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft (Taschenbuch)
Viel zu diesem Buch schreiben möchte ich jetzt nicht, denn es haben schon sehr viele andere Rezesenten es etwas beschrieben. Das erste mal durfte ich mich vor ca. 4 Jahren von diesem Buch verblüffeln lassen. Wer kennt schon den Unterschied zwischen "Haben" und "Sein". Die ganze Welt sollte von diesem Buch erfahren. Nun denkt der Leser meiner Rezession, was schreibt er denn da, doch wie schon gesagt, es ist eine atemberaubende Beschreibung was uns Menschen überhaupt lenkt und bewegen sollte. Auf was wir uns im Leben wirklich konzentrieren sollten. Während des Lesens dieses Buches, wird immer wieder eine neue Tür in eine neue Denkweise des Lebens bzw. der Natur geöffnet. Vielleicht hört sich das jetzt etwas drastisch an, doch ich habe noch keinen Menschen kennen gelernt der wirklich so lebt, wie Erich Fromm es beschreibt. Was noch anzumerken ist, ist die Tatsache, das "Haben oder Sein" nur eines von vielen genialen Büchern von dem Autor sind! Es ist neben "Die Kunst des Liebens" das berühmteste. Traurig, dass viele Menschen überhaupt nicht lesen können, noch trauriger ist es jedoch, dass viele Menschen die es in der Schule oder zuhause gelernt haben es nicht möchten bzw. sich darüber freuen, sie wissen gar nicht was ihnen da entgeht. Die Welt ist wirklich ungerecht, doch wie will man so etwas für "NICHTLESER" verfilmen???? Mal abwarten, vielleicht kommt jemand auf eine gute Idee für ein Script, auch wenn es nie im Leben an das Buch herankommen würde, doch wenigstens würde die Grundidee bzw. der Begriff des "Seins" vermittelt werden. Allen Lesern wünsche Ich noch weiterhin so viele gute Bücher und ein Leben mit Menschen die genauso denken. Grüße, Chris
Bis zum nächsten mal.
P.S. Ach Rechtschreibfehler entdeckt, natürlich dürfen alle gefundenen Fehler behalten werde. Viel Spass damit.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Abkehr vom tödlich inhumanen Wettbewerb., 25. Juni 2011
Von 
Happyx - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft (Taschenbuch)
Ich habe vor kurzem das Buch von Karl Rabeder Wer nichts hat, kann alles geben: Wie ich meine Reichtümer gegen den Sinn des Lebens eintauschte gelesen und erkannnte darin eine konsequente Umsetzung dieses Klassikers, der mich schon in den 80ern faszinierte. Erich Fromm hat 1976 die theoretischen Grundlagen dafür gelegt, den Gang vom Haben zum Sein, zur eigentlichen Menschwerdung zu erklären. Heute sind in viele Teilen der Erde hungrige Menschen vom Nichtverhungern auf dem Weg zum wenigstens etwas Haben, sie wollen es unbedingt, jene Kleinigkeiten des Konsums, die unsere Eltern und wir in den 60ern etc. so dringend brauchten. Alles wollten wir damals haben, um alle Sicherheit der Welt zu besitzen, ja, wir wollten sogar den Tod vergessen. Heute erkennen wir die Grenzen des Wachstums, um gleichzeitig jene Lebensweisen überdeutlich zu sehen, deren Reichtum langsam des Wahnsinns fette Beute wird: Des Reichtums fette Beute: Wie die Ungleichheit unser Land ruiniert

Griechenland ist ein besonders deutliches Beispiel für eine Rückkehr des Feudalismus ebenso wie Russland oder andere extrem-kapitalistischen Staaten, die von einer Geldfettschicht ohnegleichen umstülpt sind, die dem Staat jene Grundlagen entziehen, die für ein gesundes Wachstum notwendig sind. Die Gier legt sich sauer auf alles und wird im (reichen, besitzenwollenden) Individuum bei Todesnähe zu einem schmelzend zähen Brei, der kaum aushaltbar scheint. Das Sein, die Kooperation, die Menschwerdung, Hilfe, Liebe und MItgefühl sind Auswege, die Fromm weise schon längst vorausgesehen hat.

Unsere Verkaufs- und Marketinggesellschaft wird dort immer lächerlicher, wo sie im Überschwang das Paradies errichten und sogar die Todsünden dafür nutzen möchte. Eine Religion, die denkende Menschen mit dem Irrsinn des täglichen Medienkonsum einfach nur noch ersticken wollen. Karl Rabeder und viele anderen gehen einen Weg, der für unsere westlichen Gesellschaften der einzig mögliche ist. Weil wir morgen den aufstrebenden Haben-Staaten Wege aus dem Dilemma des Konsums hin zum natürlichen Kreislauf, zum menschlichen Tun und gegenseitiger Hilfe weisen müssen.

Diese Abkehr von der Marketinggesellschaft hat bei uns schon längst begonnen und überall wachsen die Zeichen für Menschen, die einfach das sein wollen, was in natürlichen Kreisläufen für uns vorgesehen ist: vergängliche, soziale, mitfühlende, kooperierende, nicht-wettbewerbsorientierte Wesen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen inspirierend, aber teilweise auch weltfremd, 20. April 2013
Rezension bezieht sich auf: Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft (Taschenbuch)
Die Relekture dieses Klassikers hat in mir viele Erinnerungen wachgerufen, vor allem das für das Jugendalter der 1970er Jahre typische schwärmerische und oft auch radikale Denken. "Haben oder Sein" stellt zwei Daseinsweisen einander gegenüber, die sich gegenseitig ausschließen. Die Realität ist jedoch viel komplexer, als dass sie in zwei Seinsweisen auseinanderfällt. Es hätten vermutlich manche Missverständnisse vermieden werden können, wenn Erich Fromm diese Seinsweisen als Typologien dargestellt hätte und nicht als konkrete Verhaltensweisen. Denn es gibt ja in Wirklichkeit kaum Menschen, die als ausschließliche Vertreter der einen oder anderen Daseinsweise betrachtet werden können. In jedem von uns schlummern beide Neigungen in unterschiedlichen Ausprägungen, weshalb man sich eher darum bemühen sollte, im Leben insgesamt mehr zu "sein" als bloß im Modus des "Habens" gelebt zu haben.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tiefgründiges Werk, 10. Oktober 2013
Rezension bezieht sich auf: Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft (Taschenbuch)
Haben oder Sein ist eines der meist gelesenen Werke Fromms. Das sollte einem nicht zu der Annahme verleiten, daß es einfach zu verstehen ist. Der Begriff "Haben" wird darin in einer sehr allgemeinen Form aufgefaßt. Er bezieht sich keineswegs nur auf materielle Gegenstände. Haben kann man einfach alles, eine Affäre mit einer Frau, einen attraktiven Körper, einen Geländewagen, einen Ruf als Partylöwe, eine Machtposition in der Politik. Das "Haben" ist eine bestimmte Einstellung zur Außenwelt und zu anderen Menschen und zu sich selber. Man könnte diese auch Narzissmus nennen. Nur "Haben" ist viel eindringlicher und hat viel mehr damit zu tun, wie diese Grundhaltung zum Leben in die Welt gekommen ist. Und wie sehr sie von der Gesellschaft gefördert wird. Egoismus ist dabei weitgehend akzeptiert und wird ganz allgemein vorausgesetzt. Hilfsbereitschaft nur unter ganz bestimmten Bedingungen. Man gebe einmal jemandem einen gut durchdachten, aus eigener Erfahrung begründeten Rat, für den man nicht den von der Gesellschaft gefordeten Rang, z.B. Dr.med, oder eine andere entsprechende Position hat. Dann hat man eben nichts und wird für seine Aussagen nur Hohn oder gar Haß ernten. Hat man aber die entsprechende Position, wird derselbe Rat geschluckt wie nichts. Man kann dann den größten Unsinn erzählen, auch der wird geschluckt.
Und das "Sein" ? Es ist das, was man nicht haben kann. Es ist das, was vom Haben, dem Besitzstandsdenken, der Gier erdrückt wird. Es ist innere Unabhängigkeit, die Freude am Leben, an einer Tätigkeit, auch der Erwerbsarbeit. Doch wie viele Menschen haben Freude an ihrer Arbeit ? Die meisten haben die innere Kündigung doch längst vollzogen. Also jeden Werktag acht leere, sinnlose Stunden. Bei allem materiellen Wohlstand, bei aller Sicherheit - der gewaltsame Tod wurde in der westlichen Welt zur Rarität - bleibt ein Gefühl der inneren Leere, die gefüllt werden muß. Mit Vergnügen, Unterhaltung, Statussymbolen, Macht. Mit Einbindung in eine weltanschauliche Gruppe, die einem Geborgenheit ohne Freiheit gibt.
Seit Erfindung der Landwirtschaft und dem damit verbundenen enormen materiellen Fortschritt und Bevölkerungswachstum, war der Mensch zu einer Lebensweise gezwungen, die sein Inneres verkümmern lies. Fromm beschreibt eindringlich wie immer wieder Menschen dagegen aufbegehrten und immer wieder scheiterten. Von einigen haben wir noch ein historisches Zeugnis. Sie scheiterten am Kampf des Menschen gegen den Menschen. Einer mußte, um zu überleben den anderen vernichten oder unterwerfen. Die Hochkulturen wären ohne die Ausbeutung unzähliger Leibeigener und Sklaven nicht möglich gewesen. Gewalt war Bestandteil des Lebens, ein Menschenleben zählte nichts.
Aber die moderne Zivilisation kommt ohne Sklaverei und Krieg aus. Keiner muß mehr dem anderen Hab und Gut oder gar das Leben rauben, um selber zu überleben. Alle Güter sind im Überfluß vorhanden. Und doch hindert die Gesellschaft die Menschen am inneren Wachstum. Erich Fromm wagt nun, am Ende seines Buches die Utopie einer menschlichen Gesellschaft zu skizzieren. Man kann ihn verlachen. Wie man vor 300 Jahren jemand verlacht hätte, der die Ächtung von Angriffskriegen und damit die Ächtung des Krieges prophezeit.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mechanistisches materielles HABEN gegenüber Geisitg spirituellem SEIN, 28. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft (Taschenbuch)
Das letzte große Werk von Fromm könnte nicht größer sein, als der Meilenstein der psychoanalytischen Sozialphilosophie. Eine Bündelung von Gedanken eines Buddha, eines Jesus Christus, eines Meister Eckhardt.
Es geht weit über das freimaurerische satanistische Werk "Das Kapital" sowie "Das komunistische Manifest" hinaus.
Die Findung des Menschen zum SEIN ging mit der Vertreibung aus dem Paradies hervor. Als der Mensch vom Baum der Erkenntniss naschte erwuchs die Gier des unbedingten HABEN wollens um etwas SEIN zu können. Eine EGO oder Naf Illusion, die nur der in den Menschen gepflanzt haben kann, der im Buddhismus Mara, im Islam Sheitan und im "sephardischen" Christentum Satan heisst. Fromm hatte ihn damals noch, diesen Funken Hoffnung, dass alles noch besser wird aber auch bei Ihm war es 1976 ein Funken und nicht mehr. Schlussendlich aber hat dieses Buch eine generelle Kernaussage die da lautet. "Erst durch die Gesellschaft und ihre sie umgebenden und prägenden Parameter wird etwas beim Menschen pathologisch ( krank )". Eine Gesellschaft aber die Aaron sei "Dank" lieber ein goldenes Kalb anbetet hat Moses ja nicht umsonst so erzürnt. Fromm wird biblisch und hätte sicherlich gut daran getan auch einmal einen Blick auf den Islam zu werfen, der dies auch ALL/ES thematisiert. Übergreifend darf dann auch bzgl. seines Buches über die Liebe konstatiert werden, dass auch die Ehen im generellen das mechanistisch materielle HABEN am SEIN des anderen in den Fordergrund stellen. Diejenigen die ein solches Wertekonstrukt am Leben erhalten sitzen in ihren illuminierten Zirkeln und beten Satan mit Hilfe der Kabalah an. Und es ist mitnichten ein Scherzchen das rituelle Kindstötung und ritueller sexueller Kindesmißbrauch Erfindungen eines geistig verwirrten Rezensenten sind. ( Dutroux sei hier erwähnt ). Fromms Ansätze sind und waren wegweisend. Leider allerdings kann sich fast niemand vorstellen mit welcher unglaublichen boshaften Macht und Energie gewisse Kreise diesen Bewusstseinsprung zur Bewusstseinserweiterung seit Jahrtausenden verhindern.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Immer noch aktuell, 5. November 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft (Taschenbuch)
Es wird der grundlegende Unterschied zwischen einem Leben, welches durch das "Sein" und dem, welches durch "Haben" definiert wird gegeben. Hierbei bezieht das "Haben" nicht nur materielle Besitztümer mit ein. So hat man auch einen Lebenspartner, Angestellte etc. Auch religiöse Texte werden hierbei zitiert.

Es wird beschrieben, dass sich der Mensch gewandelt hat und eine neue Gesellschaft entstanden ist. Heute wirkt eher der "Marketing-Charakter" vor. Der Mensch passt sich an, definiert sich über seinen Markt- bzw. Tauschwert und versucht diesen zu maximieren. Das System und die Maschinen herrschen über den Menschen, nicht umgekehrt. Das eigentliche Mensch-Sein geht verloren. Zuvor herrschte der "hortende" Typ vor, welcher alleine versucht hat Besitztümer anzuhäufen und zu halten, was ebenfalls nicht wünschenswert ist.

Es gibt heutzutage viele Vergnügungen, wir werden von Freizeitangeboten überhäuft, aber wirkliche "Freude", was auch ein Ruhen in sich selbst sowie Nähegefühl zu anderen Menschen bedeutet und Freude ohne Dauer-Bespaßung, Konsum und Dauer-Aktivität ist selten anzutreffen. Während man bei der Arbeit stark angepasst ist und sich anstrengen muss, haben viele in ihrer Freizeit oft gar keine Lust mehr irgendetwas produktives zu machen, sondern sehen in Freizeit Faulheit, Dauer-Berieselung und Konsum, was auch nötig ist, da ja die produzierten Güter verkauft werden müssen.

Man bemerkt zwar schon in welcher Zeit das Buch geschrieben wurde, da sich die Gesellschaft seitdem weiterhin etwas gewandelt hat, jedoch denke ich, dass es in seiner Aussage immer noch von erstaunlicher Aktualität ist.
Der Mensch wird immer mehr zu einem Unmenschen, eine leere Hülle, die sich der Wirtschaft und dem System anpasst. Während wir uns immer weiter entwickeln ist für die eigentliche Menschlichkeit keine Zeit mehr. Wirkliche Nähe zu anderen Menschen spüren die meisten nur noch sporadisch.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Noch immer sehr aktuelle sozio-psychologische Analyse, 27. Mai 2012
Von 
H. Keller - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft (Taschenbuch)
In den anderen Rezensionen hier wurde das Wesentliche schon geschrieben.

Wer Erich Fromms Bemühen in diesem Buch, die Gesellschaft auf dem Wege der sozio-psychologischen Analyse zu untersuchen und zu verstehen, für naive Utopie aus den 1970-ern hält und als solche abtut, der mag sich vermutlich nicht mit den bestehenden Widersprüchen auseinandersetzen, die uns als Personen, als denkende und fühlende Wesen beherrschen.

Die Wachstumsideologie des Kapitalismus, der zufolge wir Menschen nur auf den Konsumenten reduziert werden und uns selbst auf diesen reduzieren, ist schließlich ursächlich für das Chaos im Ergebnis der Finanzkrise. Insofern ist Erich Fromm sowieso äußerst aktuell.

Man sollte allerdings bei der Lektüre dieses Buches nicht in Versuchung geraten, Verzicht als Lösung aller Probleme zu predigen. Denn das ist das Wasser, das die Wein trinkenden Eliten hierzulande und weltweit den Bevölkerungen predigen, wenn sie den sozialen Existenzanspruch der Menschen dem Überleben von Banken opfern.

Wenn man aus Erich Fromms Buch etwas ableiten kann, dann die Einsicht darin, dass es Zeit ist, für Verhältnisse zu sorgen, die das Positive im Menschen belohnen und anspornen und nicht die Gier und Maßlosigkeit, die der Konsument in den westlichen Industrienationen antrainiert bekommen hat.

Man bedenke außerdem: Die Menschheit ist reich genug, um mehr als 10 Milliarden Menschen zu ernähren, ohne dass noch mehr Urwald abgeholzt werden muss. Es kommt auf die Verteilung und auf das Maß an, das ein jeder nach den ihm eigenen Bedürfnissen hält.

Auch nach diesem Buch von Erich Fromm ist Gerechtigkeit nicht, dass man den Überfluss bekommt, den man glaubt zu wollen, sondern das man das bekommt, was man tatsächlich zur Entfaltung der eigenen Persönlichkeit braucht. Und wer herausfinden will, was das für ihn sein könnte, der ist gar nicht so schlecht beraten, in dieses Buch zu schauen, auch wenn dessen Erkenntnisse auf Überlegungen beruhen, deren erste Ursprünge mehr als 60 Jahre alt sind.

Kaufempfehlung? Ja
Geeignet für wen? Für alle ab 16 Jahre bis 100 Jahre
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 3 4 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft
Haben oder Sein: Die seelischen Grundlagen einer neuen Gesellschaft von Erich Fromm (Taschenbuch - 1. Juli 2005)
EUR 7,90
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen