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28 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Nibelungen? Schreckliche Machos!, 19. Mai 2004
Rezension bezieht sich auf: Wo Siegfried starb und Kriemhild liebte: Die Schauplätze des Nibelungenliedes (Taschenbuch)
Der schön gemachte Fototextband über die "Schauplätze des Nibelungenliedes" (Untertitel) sieht auf den ersten Blick harmlos-hübsch aus. Richtig aufregend wird er beim Lesen. Nicht der Ortsbeschreibungen zwischen Xanten, Siegfrieds Heimat im Norden, und Eszergom, Krimhilds Ort der Rache an Burgundern und Nibelungen, wegen, obwohl die locker, informativ und gut zu lesen sind. Das Aufregendste an "Wo Siegfried starb und Krimhild liebte" ist das Nibelungenlied selbst - in sehr klaren, sehr modernen Übersetzungen. Plötzlich werden die "herrlichen Helden" wieder lebendig, allerdings nicht so soft-charmant-freundlich wie Aragon im herr der Ringe oder der "Gladiator". Sie zeigen sich, wie sie damals wirklich lebten, in glorios unbekümmerter Machomäßigkeit. Vergewaltigung, Mord, Verrat und Betrug waren für Nibelungen wie Burgunder sozusagen alltäglich. Wozu die Kraft reichte, das war auch erlaubt. Und die Frauen taten's ihnen nach - mit verzwickter Intelligenz statt mit Muskelstärke. Mit Kirmhild als "hehrem" Vorbild.
Die Mischung aus neu erzählter Uraltsage, Reiseführer und historischem Kommentar macht Walter Hansens Buch zu einem der spannendsten seiner Kategorie. Nicht gerade ein Aufruf dazu, auf die altdeutsche Geschichte stolz zu sein, aber eine ideale Anleitung für einen interessanten Urlaub in heimischen Landen. Und - bei aller Grausamkeit, über die Gutmenschen heftig streiten können - ein intelligentes Lesevergnügen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wo Hagen fiel und Etzel weinte, 2. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Wo Siegfried starb und Kriemhild liebte: Die Schauplätze des Nibelungenliedes (Taschenbuch)
Ausflüge über Land, z.B. in den Odenwald, und schon ist man an Plätzen und Stätten der Nibelungen. Wenn man sich allerdings so duselig anstellt wie ich mich einmal vor einigen Jahren, dann findet man im Odenwald keinen einzigen der Nibelungenschauplätze: obwohl es alleine von der berühmten Siegfried-Quelle gleich vier Exemplare gibt.

Sinnigerweise beginnt man einen "Ausflug auf den Spuren der Nibelungen" in Worms am Rhein. Worms, die Nibelungenstadt schlechthin. Hier erlebte ich, wie Hagen von Tronje an einem verregneten Augustabend des Jahres 2004 mit den Worten "Wir geben alles, doch es geht nicht!" um ziemlich punktgenau 24.00 Uhr die Vorstellung der Nibelungen-Festspiele in der Mitte des 2. Aktes abbrach. Sodann verzichteten die Burgunder darauf, im Hofe des Hunnenkönigs Etzel weiterhin Intrige zu schmieden und Nibelungentreue zu praktizieren. Das "Gemetzel bei Etzel" fiel ins Wasser. Der oberrheinische Sommerregen goss in Strömen.

"In alten Geschichten wird uns viel Wunderbares berichtet: / von ruhmreichen Helden, von hartem Streit, / von glücklichen Tagen und Festen, von Schmerzen und Klagen, / vom Kampf tapferer Recken: / Davon könnt auch ihr jetzt Wunderbares berichten hören."

Diese - hier neugedeutschten - Verse stammen nicht von Walter von der Vogelweide, nicht von Wolfram von Eschenbach, auch nicht von Gottfried von Straßburg oder von Reinmar dem Alten, oder wie sonst sie alle heißen, unsere mittelalterlichen Dichter und Minnesänger. Sie, die Verse, bilden den Anfang den Nibelungenlieds und sind verfasst vom Herrn Anonym. Endlos die Spekulationen der Literaturforschung. Doch abschließend lässt sich die Autorenschaft bis heute nicht feststellen.

Allerdings, von dem vorliegend zu rezensierenden "Wo Siegfried starb und Kriemhild liebte - Die Schauplätze des Nibelungenlieds" lässt sich der Autor sehr gut ausmachen. Bei dem zweckmäßigen, doch sehr schönen Bildband, handelt es sich um die im Deutschen Taschenbuchverlag (dtv) erschienene Ausgabe einer mittelalterlichen Reise vom Oberrhein bis an die mittlere Donau, die uns der in München lebende, für Jugendbücher und kulturhistorische Sachbücher bekannte Schriftsteller Walter Hansen schmackhaft machen will.

Der Reiseleiter ist jedoch nicht Hansen, sondern das Nibelungenlied höchstpersönlich. Von ihm meint Hansen, dass es "nicht - wie so oft irrtümlich behauptet wird - Chronik, historischer Bericht oder poesievolle Geschichtsschreibung, sondern Epos mit diffusem historischen Background, gestützt auf eine Vielfalt anachronistischer Überlieferungen, dominiert von der schöpferischen Leistung des Dichters", des Herrn Anonym, ist.

Zwar sind es zum Großteil historische Persönlichkeiten, die Herr Anonym in seine Dichtung (die um das beginnende 13. Jahrhundert entstand) einbezieht, doch weilten sie während jener Tage schon seit mehreren Jahrhunderten nicht mehr unter den Zeitgenossen des anonymen Verfassers; angesiedelt ist die Nibelungensage im Frühmittelalter, Hunderte von Jahren vorher. Darüber hinaus lebten die vorkommenden Personen ...

- Gundahai - König von Burgund (in Worms)
[gefallen am Rhein im Kampf gegen anstürmende Hunnen im Jahre 437 (das käme hin)]

- Dietrich von Bern - identisch mit Theoderich dem Großen, König der Ostgoten
[geboren im Jahre 453 (das käme auch hin),
kommt allerdings mit dem Todesjahr von Gundahai in Konflikt]

- Brünhild (Brunichildis) - Merowingerkönigin
[allerdings rund 150 Jahre nach Gundahai bzw. Theoderich]

- Rüdiger von Bechelaren - Markgraf
[residierte zirka 300 Jahre nach Brünhild in Pöchlarn]

... nicht mal alle zur Zeit der Nibelungensage; sie lebten nicht einmal unter sich alle zur gleichen Zeit. Solche Anachronismen waren für den Dichter kein Problem. ("Dichterische Freiheit!")

Einen Fall für Sherlock Holmes sieht Hansen im Entziffern des Nibelungenlieds, in der Entschlüsselung der Botschaften ("Literaturdetektive"). Er unterstellt dem unbekannten Verfasser ein bewusstes Anwenden einer Thrillertechnik, vergleicht ihn mit Graham Greene (Die Stunde der Komödianten), Frederic Forsyth (Das vierte Protokoll) oder John le Carré (Der Schneider von Panama) - und lehnt sich meines Erachtens etwas weit hervor, wenn er Siegfried gar mit Ian Flemings James Bond gleichstellt.

Wichtig sieht Walter Hansen die Einbindung des Publikum ins Werk "Nibelungenlied". Die Motivation des Dichters waren die damaligen aktuellen politischen Gegebenheiten (zur Stauferzeit), die als eher chaotisch zu bezeichnen waren - in jenen, aus heutiger Sicht inzwischen ebenfalls schon "alten Zeiten", am Ende des 12. Jahrhunderts, nach dem Tode Heinrichs VI. "Er wollte den fürs Chaos seiner Zeit verantwortlichen Fürsten und Gefolgsleuten indirekt sagen, was er ihnen direkt nicht sagen durfte: Dass im allgemeinen Chaos untergehen muss, was mit Rivalität und Ränkespiel einzelner beginnt und sich fortsetzt mit Mord, Verrat, Raub, Rache und Treuebruch. Dass es höchste Zeit ist, Frieden zu schließen und sich ritterlicher Ehrbegriffe zu erinnern."

Wir arbeiten uns fröhlich weiter durch die 39 Aventiuren beziehungsweise die rund 2.400 Strophen - und gelangen zielstrebig zur zweiten Strophe.

"Im Lande der Burgunden wuchs ein Mädchen vornehmer Abstammung heran / das war so schön, dass in keinem anderen Land ein schöneres hätte sein können / Kriemhild genannt. Sie wurde eine begehrenswerte junge Frau. / Deshalb mussten später viele Helden ihr Leben verlieren."

Wie die Hauptgeschichte weitergeht, das kennen wir aus den unzähligen Nacherzählungen in diversen "Deutschen Heldensagen". Siegfried von Xanten tauchte auf. Werbung um Kriemhild durch Siegfried, Werbung um Brunhild durch den Burgunderkönig Gunther, die Tarnkappen-Tricksereien, Doppelhochzeit, Streit der Königinnen, Verrat und Siegfrieds Tod.

Walter Hansen beschäftigt sich ausführlich mit den fiktiven Tatorten: Grasellenbach, Hintersklingen (nahe Grasellenbach), Odenheim (im Kraichgau, südlich von Heidelberg) und Heppenheim sind hier genannt.

Aus dem Nibelungenlied werden gerne Zweiteiler gemacht, z.B. bei den Verfilmungen; so nennt sich der erste Teil meist "Siegfried" oder "Siegfrieds Tod", der zweite Teil nennt sich "Kriemhilds Rache". Die Schauplätze verlagern sich von Worms ins Hunnenland, ins heutige Österreich und Ungarn. Jahre nach Siegfrieds Tod gibt Kriemhild einer Werbung des Hunnenkönigs Etzel (bei dem es sich inzwischen unstreitig um den historischen Attila handelt) nach, heiratet ihn und zieht in dessen Ländereien im Osten.

Der Bildband Hansens verlässt nunmehr (nach fast 1.300 Nibelungenlied-Strophen) die rheinisch-odenwäldischen Gefilde. "Sie zogen schnell durchs Land der Bayern hinunter, ..."

Die Reise geht durch bayrische Orte und Städte - Großmähring, nahe Ingoldstadt (Kampf mit dem Fährmann in Moeringen), Pförring (Quelle der weissagenden Frauen in Vergen), Plattling (Kriemhild trifft Bischof Pilgrim in Pledelingen) und Passau (Giselas Grab im Kloster Niederburg bei Pazzouwe) - danach ins Österreichische - Grein (Helches Burg), Pöchlarn (Burg des Markgrafen Rüdiger von Bechelaren), Melk und Wien (Hochzeitsfest Kriemhilds mit Etzel) - sowie ins ungarische Estzergom (Gran, Etzels Burg und Untergang der Nibelungen).

Es kommt zum "Gemetzel bei Etzel", am Ende tötet Hildebrand, der alte Waffenmeister Theoderichs (Dietrichs von Bern), Kriemhild. "Ich kann Euch nicht berichten, was später noch geschah - / Nur dass man hohe Ritter und hohe Frauen weinen sah ..."

Bei "Wo Siegfried starb und Kriemhild liebte - Die Schauplätze des Nibelungenlieds" handelt es sich um eine beeindruckende Bilderreise an die Schauplätze des Nibelungenlieds, mit Fotos des Autoren. Dabei ist festzuhalten, dass ausgerechnet das schönste - die Ruine Burg Aggstein an der Donau, in Niederösterreich -, auf der äußeren Umschlagseite vorne (Titelbild), nicht von ihm ist.
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5.0 von 5 Sternen auf Siegfrieds Spuren, 15. Juni 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wo Siegfried starb und Kriemhild liebte: Die Schauplätze des Nibelungenliedes (Taschenbuch)
Eine tolle Reisebeschreibung der Nibelungen bis ins heutige Ungarn, die ich teilweise nachgereist bin und sagenhaft gut gemacht ist. Auch wenn man nur liest, ist man fasziniert.
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4.0 von 5 Sternen Sehr empfehlenswert für alle, die sich für die NIBELUNGEN interessieren, 5. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch nimmt die "Wanderungen" der Helden des Nibeliungenliedes unter die Lupe und verbindet Fiktion/Dichtung mit realen Orten. Dadurch entsteht eine Erdung des Gedichtes, die man in der Art auch von den Sagen kennt.

Nicht gefallen hat mir, dass mir das Buch nicht nach Österreich gesandt werden konnte, sondern nur in Deutshland lieferbar war.

Daher 4 Sterne
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Wo Siegfried starb und Kriemhild liebte: Die Schauplätze des Nibelungenliedes
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