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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen hilfreich und kompakt - empfehlenswert
Was, schon wieder eine "Geschichte des Dritten Reiches"? Gibt es denn nicht schon genug davon?
Der Berliner Historiker Wolfgang Benz hat sich nach vielen anderen Wissenschaftlern und solchen die sich dafür halten an dieses Projekt gewagt, eine knapp gehaltene, populärwissenschaftliche Kurzfassung dieser zwölf unsäglichen Jahre vorzulegen. Hierbei...
Veröffentlicht am 19. November 2004 von Wolfgang Gonsch

versus
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der hohe Preis des Niedrigpreises
Von den Anfängen der nationalsozialistischen Bewegung im Keller eines Eisenbahningenieurs namens Anton Drexler bis hin zu den zerstörten deutschen Städten und der russischen Offensive auf Berlin liefert dieses schmale Büchlein einen umfassenden und kompakten Überblick über die Nazi-Zeit. Der Informationsgehalt geht jedoch über den...
Veröffentlicht am 13. September 2007 von Polygraph


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der hohe Preis des Niedrigpreises, 13. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Geschichte des Dritten Reiches (Taschenbuch)
Von den Anfängen der nationalsozialistischen Bewegung im Keller eines Eisenbahningenieurs namens Anton Drexler bis hin zu den zerstörten deutschen Städten und der russischen Offensive auf Berlin liefert dieses schmale Büchlein einen umfassenden und kompakten Überblick über die Nazi-Zeit. Der Informationsgehalt geht jedoch über den bloßen Einstieg hinaus: Mit überzeugenden Exkursen über die Innenpolitik der NSDAP und das Kunst- und Architekturverständnis Hitlers können auch Leser mit guten Vorkenntnisse noch etwas aus bleibt Benz' Werk herausholen.
Die mittelmäßige Bewertung zielt allerdings auf die Ausgabe des Buches. Die Taschenbuchfassung war wohl gedacht, alleine die historischen Laien mit schmalem Geldbeutel anzusprechen; die ursprüngliche Fassung in Hardcover ist zwar teurer, dafür bietet sie eine Vielzahl von Bildmaterial: Propagandaplakate, Infografiken und bislang nur in diesem Buch veröffentlichte Fotografien.
Wer tatsächlich nur einen Einstieg haben möchte, ist mit der dtv-Ausgabe gut bedient, ich bereue es jedoch nicht, den Aufpreis für die illustrierte Ausgabe bezahlt zu haben.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen hilfreich und kompakt - empfehlenswert, 19. November 2004
Von 
Wolfgang Gonsch (Passau) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Geschichte des Dritten Reiches (Taschenbuch)
Was, schon wieder eine "Geschichte des Dritten Reiches"? Gibt es denn nicht schon genug davon?
Der Berliner Historiker Wolfgang Benz hat sich nach vielen anderen Wissenschaftlern und solchen die sich dafür halten an dieses Projekt gewagt, eine knapp gehaltene, populärwissenschaftliche Kurzfassung dieser zwölf unsäglichen Jahre vorzulegen. Hierbei greift der Autor auf fundiertes Wissen und neueste Forschungsergebnisse zurück.
Wolfgang Benz richtet sich vor allem an den Leserkreis geschichtlich interessierter Laien, welche sich ohne anstrengenden Fußnotenballast alle Teilbereiche des Dritten Reiches in kurzer Form erschließen möchten.
In 15 Kapiteln, einem Prolog, einem Epilog sowie fünf Kurzbiographien der Größen der NS-Diktatur stellt der Autor, weder beschönigend noch verherrlichend, klar und präzise die Geschichte der NS-Diktatur von der "Machtergreifung" 1933 bis zur Kapitulation 1945 dar.
Als äußerst wohltuend dürften es die Leser empfinden, durch dieses Buch nicht den Stempel der Mittäterschaft suggeriert zu bekommen, wie es einige andere Autoren in den verschiedensten Medien praktizieren.
Dem Anspruch eine profunde Darstellung der NS-Zeit in dieser kurzen Form zu präsentieren wird Wolfgang Benz vollends gerecht. Er lässt die Welt der dreißiger und vierziger Jahre geistig Revue passieren und hält den Leser dabei auf Distanz.
Dieses Buch ist eine gut gelungene Einführung für jeden historisch interessierten Leser und aufgrund seiner Informationsfülle, der Konzentration auf des Wesentliche sowie lebendig gehaltener Sprache ohne Abstriche auch als Schullektüre zu empfehlen.
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10 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Bestechendes Bildmaterial, aber behäbige Ausdrucksweise, 26. April 2001
Wolfgang Benz liefert mit "Geschichte des Dritten Reiches" eine relativ knappe Ausführung über den Holocaust und wie es dazu kommen konnte. Das Buch ist optisch sehr gut aufgebaut, und der Text wird durch eine Fülle von Foto- und Zeitdokumenten sehr anschaulich ergänzt. Leider hält es dem selbstgegebenen Anspruch "vorzügliche Einführung für jeden historisch interessierten Leser" aufgrund seiner behäbigen, um nicht zu sagen: komplizierten Ausdrucksweise nicht stand. Und dies liegt nicht etwa an einem "Zuviel" an Fremdwörtern. Es findet sich hier nur kaum ein Satz, bei dem nicht der Lesefluß durch mindestens einen Relativsatz oder eine sachliche Ergänzung in Klammern zerstört wird. Hier ein Beispiel: "Die Konsequenz des Nationalsozialismus lag zunächst lediglich darin, daß sich die politische Sekte Adolf Hitlers, durch die politischen und ökonomischen Umstände der zwanziger Jahre begünstigt und mit Hilfe Verbündeter aus dem national gesinnten Bürgertum schließlich zur Macht gekommen, ungeniert und skrupellos aus dem Arsenal von Phrasen und Diffamierungen bediente und das Vorgefundene für ihre Zwecke in Dienst nahm. Die pathologischen Vorstellungen im Weltbild Hitlers, die in der bösartigen Karikatur des Juden, in Phantasien von der jüdischen Weltverschwörung gipfelten (und sie mit der von vielen als existenzbedrohend empfundenen Gefahr des Bolschewismus verknüpften), trafen, nachdem eine vor dem Ersten Weltkrieg noch nicht aufgegangene Saat zu sprießen begann, auf verbreitete Ängste im Publikum, die mit Rhetorik und aller Art von Propaganda geschürt wurden..." (S. 132/133) Wie schön und einfach formuliert klingt dagegen der Satz im Klappentext von der "klar und anschaulich geschriebenen Geschichte des Dritten Reiches..." Leider kann ich mich dieser Meinung nicht anschließen. Mag das Buch als Nachschlagewerk seinen Zweck erfüllen - als Teil eines "allgemeinen (Lese-)Publikums" bin ich doch etwas enttäuscht.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guter und ansprechend gemachter Überblick, 10. Januar 2005
Wolfgang Benz geht es in seiner "Geschichte des Dritten Reiches" vorrangig um eine komprimierte Darstellung des Dritten Reichs, wie er in seinem kurzen Vorwort darlegt, und sein Buch sollte an diesem Anspruch gemessen werden.
Tatsächlich werden die wesentlichen Aspekte der Nazi-Herrschaft ausführlich dargestellt, die Gliederung ist übersichtlich, und das Buch ist in flüssigem Stil geschrieben. Ein weiterer Pluspunkt sind sicherlich die vielen Bildquellen, die in der Regel informativ erläutert wurden; informativ sind auch die (leider im Inhaltsverzeichnis nicht aufgeführten) biographischen Skizzen wichtiger Nazi-Größen.
Diese Merkmale lassen bereits die Zielgruppe des Autors klar erkennen: Das Buch richtet sich vornehmlich an interessierte Jugendliche, aber auch an Erwachsene, denen an einer detaillierten Gesamt-Darstellung gelegen ist.
Aus dieser Vorgabe lassen sich auch die Mängel des Buches erkennen:
Benz "erzählt" Geschichte, wie gesagt, und sein Augenmerk liegt auf gut aufbereiteten Fakten. Das hat den Vorteil, dass das Buch gut zu lesen ist, aber eben den Nachteil, dass der Autor bereits gut informierten Lesern nicht allzu viel Neues bietet. Dies wäre aufgrund der Zielsetzung des Buches nicht schlimm, aber ärgerlich ist auf jeden Fall, dass man im Anhang zwar eine Bibliographie mit Gesamtdarstellungen und Biographien findet, aber keine weiterführende Literatur zu einzelnen Kapiteln. Wer sich also aufgrund von Benz' Darstellung für einzelne Aspekte des Dritten Reiches interessiert und sich eingehender mit ihnen befassen will, steht erst einmal im Regen.
Kritisieren könnte man auch die Bildlastigkeit des Quellenmaterials, oder, um genauer zu sein, die Tatsache, dass schriftliche Quellen und Dokumente nur selten wiedergegeben werden. Fast möchte man meinen, Autor und Verlag hätten den Lesern derlei "dröges Material" nicht zumuten wollen. Freilich lässt sich mit Bildmaterial ein optisch ansprechenderes Buch machen, und freilich kann man damit auch "historienferne" Leserschichten besser erreichen. Doch ob diese Leser wirklich durch ausgewählte zusätzliche schriftliche Quellen abgeschreckt worden wären?
Auch sollte man sich bei der Lektüre dieses Buches bewusst sein, dass aus nachvollziehbaren Gründen (Benz wollte ja kein enzyklopädisches Werk schreiben, sondern eben eine komprimierte Darstellung) internationale und historische Zusammenhänge, die zur Entstehung und Konsolidierung des Nazi-Regimes beigetragen hatten, bestenfalls am Rande erwähnt werden. Man kann Benz aber durchaus vorwerfen, darauf nicht wenigstens im Vorwort hingewiesen zu haben. Ärgerlich, aber aufgrund von Benz' Konzept erklärbar, ist ebenfalls die sattsam bekannte Darstellung der Weimarer Republik einzig und allein als "Aufmarschgebiet" des Nationalsozialismus - Benz hätte diesen Eindruck leicht vermeiden können, wenn er eben den einzelnen Kapiteln kurze Auswahlbibliographien beigefügt hätte (wie bereits angemahnt).
Fazit:
Dieses Buch ist sehr gut geeignet für Jugendliche und Erwachsene, die Wert legen auf eine klare, übersichtliche und gut lesbare Darstellung des Dritten Reiches, in der alle wichtigen Fakten berücksichtigt werden und die keine tieferen Vorkenntnisse verlangt.
Außerdem ist die "Geschichte des Dritten Reiches" auch bibliographisch sehr ansprechend gestaltet; aus diesem Grund und des höheren Nutzwertes wegen lohnt sich die Anschaffung der Hardcover-Ausgabe unbedingt (Taschenbücher verwandeln sich bei häufigem Nachschlagen gern in Loseblatt-Sammlungen...).
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4.0 von 5 Sternen Fachmännisch zusammengefasst, 14. Februar 2010
Von 
Serenus Zeitblom (Köln, Europa) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)   
Wolfgang Benz hat in vielen Bereichen des Nationalsozialismus geforscht. In seiner "Geschichte des Dritten Reichs" versucht er die Zusammenfassung für interessierte Anfänger. Das Niveau ist hoch, die Verständlichkeit durchaus auch. Es ist gleichwohl ein bisschen "deutsch"-trocken, es wird schon mal "Verdikt" mit "Verbot" verwechselt, das ist jedoch selten.

Wohltuend hebt er sich von stark gefärbten Darstellungen (etwa Hildebrand) ab. Es ist schwer, bei den vielen Büchern zum Thema zum einen etwas Neues beizutragen, zum anderen den Forschungsstand gleichmäßig zu berücksichtigen. Dass ein so ausgewiesener Antisemitismusforscher nicht nur dieses sein Heimspiel austrägt z.B., ist beachtlich.

Die gebundene Ausgabe bzw. die broschierte Ausgabe der Bundeszentrale für politische Bildung (*) ist empfehlenswert, weil die Illustration eine der Stärken des Buchs ist. Einige Bilder sind weithin bekannt, andere sieht selbst ein Interessierter zum ersten Mal. Und beide Arten fügen sich ins Buch bzw. helfen beim Verständnis jener Zeit.

Letztendlich aus meiner Sicht eher die vier Sterne, weil ich mir Interessiertem noch etwas mehr Tiefe gewünscht hätte und irgendwann eine aktualisierte Neuauflage sicher sinnvoll wird.

(*) vgl. unter bpb.de für ein Fünftel erhältlich, ebenso von 2000.
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5 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kompakt, aber umfassend, 8. Juni 2002
I. Aufbau
Wolfgang Benz versucht in diesem Buch, einen knapp gehaltenen Überblick der aktuellen geschichtswissenschaftlichen Forschungsergebnisse zu geben. Da ein allgemeines Publikum angesprochen werden soll, enthält der Band keine Anmerkungen und Quellenbelege. Das Buch ist gegliedert in 15 Kapitel mit Prolog und Epilog (=>Inhaltsangabe am Ende dieses Berichts). Jedes Kapitel umfasst ca. 15-20 Seiten. Dazwischen sind 5 biographische Skizzen (Hitler, Göring, Goebbels, Himmler, Speer) der prominentesten Exponenten des NS-Systems eingeschoben. Im Literaturverzeichnis werden in kürzestmöglichem Umfang Standardwerke zum Thema angegeben. Eine Vielzahl von Abbildungen ergänzt die Darstellung, wobei neben Photos u.a. auch Plakate, Flugblätter und Gemälde aus der NS-Zeit verwendet werden.
II. Bewertung
Wolfgang Benz wird dem unmöglich erscheinenden Anspruch, eine profunde Darstellung der NS-Zeit in dieser kurzen Form zu geben, durchaus gerecht. Es werden alle zentralen Fakten, Ereignisse und Zusammenhänge behandelt oder zumindest angerissen. Dabei gleitet Benz nicht, wie es zu erwarten wäre, in Oberflächlichkeit ab, sondern arbeitet die wichtigsten Entwicklungslinien heraus. Besonders die Kapitel „ Die Verfolgung der Juden" und „Judenmord" fassen eine komplexe Thematik verständlich zusammen. Die zahlreichen, sinnvoll eingesetzten Abbildungen, v.a. die Propagandaplakate, vermitteln einen authentischen Eindruck der behandelten Zeit.
Ein möglicher Kritikpunkt wäre, dass zur vernünftigen Kontextualisierung der Informationen nicht nur historisches Interesse, sondern auch etwas Vorwissen nötig ist. Insgesamt gelingt Benz mit der „Geschichte des Dritten Reiches" eine gute Einführung ins Thema, die auch für den gut oder auch besser informierten Leser als Überblickswerk und Gedächtnisstütze nützlich ist. Es kommt eben nicht darauf an, „alles schon mal gehört zu haben", sondern darauf, sich an das Gehörte zu erinnern, es verarbeiten und wiedergeben zu können.
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Dunkelheit über Deutschland, kurz erhellt, 31. August 2003
Von 
Heinz Abler "habler" (Winterthur, Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Geschichte des Dritten Reiches (Taschenbuch)
Die kurze „Geschichte des Dritten Reiches" von Wolfgang Benz liegt nun auch als Taschenbuch vor. Dadurch wird sie einer grösseren Leserschaft erschlossen. Dies ist deshalb von Bedeutung, weil als Zielgruppe auch junge LeserInnen angesprochen werden können, die keinerlei Lust verspüren, sich mittels teurer, dickbäuchiger Kompendien kundig zu machen. Trotz des geringen Umfanges bleiben keine wesentlichen Aspekte ausgespart. Insbesondere versteht es der Autor die allmähliche Verseuchung und Durchdringung des deutschen Alltags mit dem Nazigift zu veranschaulichen. Gewisse Fragen bleiben jedoch ungeklärt, etwa die, wie es dem Regime gelingen konnte, die Gleichschaltung der staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen und Organe inkl. Jurisdiktion in derart kurzer Zeit zu vollziehen. Waren hier nicht doch manch willfährige Helfer, getrieben von voraus eilendem Gehorsam, am Werk ? Die Trennungslinie zwischen Staat und Partei geriet jedenfalls ins Fliessen und war kaum noch zu erkennen. Es entstand ein Kompetenzenchaos, das Hitlers Macht befestigte. Auch die Rolle der Wehrmachtsführung bleibt in der Rückschau mehr als zwiespältig, denn das Gros der Generäle mochte sich nicht zu nennenswertem Widerstand gegen die Diktatur eines „böhmischen Gefreiten" (Hindenburg) aufraffen. Weshalb ? Hingegen hat die Forschung in den letzten Jahren die eindeutige Komplizenschaft der Wehrmacht an bespiellosen Verbrechen im Osten offenbart, was der Autor indes nicht verschweigt. Die schiere Teilnahme an einem verbrecherischen Angriffskrieg, wie er insbesondere gegen die Sowjetunion, nicht gegen den Willen der Generäle, geführt wurde, qualifiziert sie eindeutig zum massenmörderischen Instrument. Die Verklärung von einzelnen Offizieren, wie etwa Stauffenberg, kann sie nicht retten. Die Geschichte des Dritten Reiches endet zwar im Mai 1945, doch hätte der Autor dessen Ausstrahlung in die entstehenden Bundesrepublik und DDR im beginnenden Kalten Krieg etwas beleuchten können, umso so mehr, als die Nachgeborenen die Vedrängungsmechanik der Adenauerzeit besser durchschauen könnten.
Der Autor leistet dennoch einen sehr nützlichen Beitrag gegen das Versacken dieses unrühmlichen Teils der deutschen Geschichte in der globalierten modernen Medienmüllgrube.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wirklich nur für Laien, 14. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Geschichte des Dritten Reiches (Taschenbuch)
die das dann wahrscheinlich auch noch unhinterfragt glauben, was der W.B. da schreibt. Für Kenner der Materie volkommen unnötig und erst recht nicht neutral und objektiv, wie ein Rezensent das Buch einstuft. W.B. glänzt mit weglassen entscheidender Gründe für manche Entscheidung Hitlers. So wird zum Polenkrieg der 16 Punkteplan Hitlers zur friedlichen Beilegung nicht mal erwähnt, ebensowenig die geplante Besetzung Skandinaviens durch die Engländer, denen Hitler nur 2 Stunden zuvor gekommen ist. Der Russlandkrieg ist natürlich ein "Überfall" von dem Stalin natürlich nichts gewusst haben will :( dass Stalin alles gewusst hat kann man hier lesen: Gabiel Gorodetsky - Die große Täuschung
Es werden richtigerweise die deutschen Panzer 3550 und Kanonen größer 5cm (7200) genannt, aber glattweg nicht gesagt, dass der völlig unvorbereitete Stalin 23.000 Panzer und 148.000 Kanönchen hatte. Selbst in der 2. Hälfte 41 hat Stalin noch 50.000 Kanonen gebaut. Da gäbe es noch mehr Sachen anzumerken, was den Rahmen aber sprengen würde.
Fazit: Nicht empfehlenswert, die 4 Sterne Rezensenten scheinen wirklich Laien zu sein :(
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guter Einstieg und Überblick über das »Dritte Reich«., 6. Januar 2013
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Die Literatur zum Dritten Reich, zur Ideologie und Herrschaft der NS-Diktatur, ist längst unüberschaubar geworden. Manchmal werden nur ausgewählte Aspekte oder einzelne Persönlichkeiten behandelt. Häufig wird einschlägiges Wissen vorausgesetzt. Zuweilen findet man auch unseriöse Machwerke darunter, deren Autoren Geschichtsklitterung und Revisionismus betreiben.

Das vorliegende Buch stellt den Aufstieg und Fall des Dritten Reiches in "komprimierter Form" dar und beschreibt sachlich, objektiv und für jederman verständlich die Zeit von der Machtübernahme am 30. Januar 1933 bis zur Kapitulation im Mai 1945. Der Autor verzichtet daher ausdrücklich auf weiterführende Anmerkungen und detaillierte Quellenbelege. (Für die vielen Bilddokumente finden sich am Ende des Buches allerdings dann doch Nachweise.)

Wolfgang Benz analysiert das »Dritte Reich« aus den wichtigsten Blickwinkeln: Gesellschaft und Staat, Wirtschafts- und Sozialpolitik, Terror, Judenverfolgung und Judenmord, Opposition, Kriegsalltag, den "totalen Krieg", Widerstand, Zusammenbruch, Flucht und Vertreibung. Auf die Krise der Weimarer Republik und ihre Bedeutung für das Entstehen der braunen Arbeiterpartei, die bei Lichte betrachtet alles andere vertrat als die Interessen der arbeitenden Bevölkerung, geht der Autor aber nur im Prolog und m. E. viel zu kurz ein.

Auf der anderen Seite wird im Kapitel "Widerstand" auf Seite 239 auch Hans Georg Elser erwähnt, der "schwäbische Schreinergeselle", der den Führer am 8. November 1939 im Münchner Bürgerbräu Keller in die Luft sprengen wollte, aber lange Zeit totgeschwiegen und nach dem Ende des 2. Weltkrieges von manchen Historikern sogar diffamiert wurde.

Von wesentlicher Bedeutung für das Buch sind insbesondere die vielen Bilddokumente, Fotos, Plakate, die nicht nur illustrieren, sondern informieren sollen. Dazu schreibt der Autor im Vorwort: "Die Auswahl war schwierig, weil die meisten Fotos aus der NS-Zeit affirmativen Charakter haben, die Perspektive der Herrschenden einnehmen und die von der Ideologie vorgesehenen Mythen festigen sollen." Die Auswahl ist m.E. durchaus gelungen.

Im Epilog geht der Autor abschließend auf die verdrängte Wahrnehmung der NS-Ideologie und der Gewalt in der Zeit nach dem Zusammenbruch ein. Eingeleitet wird das Kapitel mit dem Plakat des Filmes »Die Mörder sind unter uns.«

Auf Seite 275 heißt es dazu: "Die Jahre nach dem Dritten Reich, zwischen Kriegsende und neuer Staatlichkeit unter fremder Kuratel, ... , sind Jahre der Demütigung, der Verzweiflung, der Not. Dabei ist die Demütigung duchaus als selbstverursacht erkannt worden. Die Hinnahme der NS-Herrschaft, die lange Zeit freudige Zustimmung und Hingabe für die NS-Idelogie, das Entsetzen über die Verbrechen des Regimes, von den man nicht nur ahnte, von denen die meisten wußten - damit mußten die Deutschen jetzt umgehen, das mußte gerechtfertigt oder geleugnet oder trotzig beschwiegen werden." Man kann darin durchaus auch einen aktuellen Bezug zum Umgang mit der NSU bzw. der sogenannten "Zwickauer Terrorzelle" sehen.

Auf der letzten Seite heißt es: "Der Bauplan des Dritten Reiches war schlicht, so schlicht, daß er die einen berauschte und von den anderen erst wahrgenommen wurde, als es zu spät war. ... Wer sich damals bereitwillig unterworfen hatte, der hielt sich später, nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches, oft für unschuldig und mißbraucht. Der Preis für die zwölf Jahre nationalsozialistischer Herrschaft im »Dritten Reich« waren der Verlust von Freiheit und Mündigkeit der Mehrheit und die Entrechtung und Diskriminierung, schließlich die Vernichtung auch der physischen Existenz von Minderheiten und Unerwünschten. Der scheinbare Gewinn, Arbeitsplätze, wirtschaftliche Geborgenheit und Gemeinschaftsgefühl, war nicht von Dauer oder als »Modernisierung« Illusion." (Benz, Seite 279)

Ein Abbildungsverzeichnis, Literaturhinweise und ein 5-seitiges Personenregister runden das Buch ab.

(Die Rezension bezieht sich auf die Erstausgabe des Jahres 2000.)
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3 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein guter Überblick, 23. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Geschichte des Dritten Reiches (Taschenbuch)
Das Buch vermittelt einen sehr guten Überblick über den Verlauf des Dritten Reiches und den Nazionalsozialismus.
Der Autor vermag es klar gegliedert zu schildern, vor welchen Hindergründen sich die geschichtlichen Ereignisse abspielten.
Für jeden, der sich gut und genau über diese Zeit informieren will ist das Buch ein großer Gewinn, nicht zuletzt, weil das Buch in einer gut verständlichen Sprache geschrieben ist.
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Geschichte des Dritten Reiches
Geschichte des Dritten Reiches von Wolfgang Benz (Taschenbuch - 1. April 2003)
EUR 9,90
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