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41 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 1.Weltkrieg - kritisch hinterfragt
Gemeinplätze sind allgegenwärtig, nicht zuletzt in der Beurteilung traumatischer historischer Ereignisse wie dem 1.Weltkrieg. Doch dann kommt zum Glück ein Wissenschaftler wie Niall Ferguson, der die richtigen Fragen stellt – und dabei zu verblüffenden Antworten gelangt, die alles, was man bisher für gesicherte Erkenntnis hielt, ins Wanken...
Veröffentlicht am 20. Dezember 2005 von J. Hoss

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Das falsche Buch
Wer hier eine eingehende Analyse über den 1. Weltkrieg erwartet, wird nach den ersten 20 bis 30 Seiten enttäuscht sein.
Auch wenn das Buch als Hit gepriesen wird sollte es nicht von militärisch historisch interessierten Menschen gelesen werden.
Der Grund für meinen Rat ist, das der Autor den gesamten Krieg, wie auch die Vorkriegsgeschichte,...
Vor 11 Tagen von Hermann-Josef Stüsser veröffentlicht


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41 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 1.Weltkrieg - kritisch hinterfragt, 20. Dezember 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Krieg: Der Erste Weltkrieg und das 20. Jahrhundert (Taschenbuch)
Gemeinplätze sind allgegenwärtig, nicht zuletzt in der Beurteilung traumatischer historischer Ereignisse wie dem 1.Weltkrieg. Doch dann kommt zum Glück ein Wissenschaftler wie Niall Ferguson, der die richtigen Fragen stellt – und dabei zu verblüffenden Antworten gelangt, die alles, was man bisher für gesicherte Erkenntnis hielt, ins Wanken bringt. Hat das Deutsche Reich wirklich den Krieg in einer Aufwallung nationalistischer Hysterie vom Zaun gebrochen? Belegt nicht der Rüstungswettlauf zum 1. Weltkrieg, dass Aufrüstung den Frieden gerade nicht sicherer macht? Wurde der Krieg tatsächlich in ganz Europa mit Begeisterungsstürmen begrüßt? War der britische Kriegseintritt unausweichlich?
Ferguson liefert keine chronologische Darstellung des 1. Weltkrieges, sondern eine detaillierte Analyse seiner politischen, soziokulturellen und ökonomischen Hintergründe. Ferguson ist britischer Staatsbürger und Wirtschaftshistoriker, was sich natürlich in der Perspektive des Buches bemerkbar, dieses vielleicht aber gerade deswegen so interessant macht. Stets untermauert er seine Hypothesen durch fundiertes statistisch aufbereitetes Datenmaterial: so belegt er die Folgen des Rüstungswettlaufs auf die Ökonomien der Kriegsgegner, untersucht die Effizienz der Kriegswirtschaften, etc. Er richtet aber auch immer wieder den Blick auf den einzelnen Menschen, so wenn er die Frage nach Befindlichkeit und den Beweggründen der Soldaten in den Schützengräben stellt, die Bedingungen, unter denen Kapitulationen möglich waren, etc..
Seine britischer Blickwinkel und der Schwerpunkt auf der Darstellung der britischen Haltung zum Deutschen Reich ist gerade deshalb so interessant, weil diese jeder Hinsicht ausschlaggebend auf dem Weg der europäischen Mächte zum 1.Weltkrieg wie auch für sein Ergebnis war. Ferguson unterzieht die britische Politik gegenüber dem Deutschen Reich einer kritischen Analyse und kommt zu dem verblüffenden Schluss, dass auch eine britische Position der Neutralität durchaus eine Option gewesen wäre, die dem Empire den hohen Blutzoll dieser vier Jahre erspart hätte – um den Preis einer gewissen Hegemonialstellung Deutschlands in Europa, die aber für Großbritannien akzeptabel gewesen wäre. Ein absolut lesenswertes Buch, das einem ganz neue Einsichten eröffnet.
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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ursachen aufgedeckt, 9. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Krieg: Der Erste Weltkrieg und das 20. Jahrhundert (Taschenbuch)
Der Autor versucht eine Darstellung von Ursachen und Verlauf des 1. Weltkrieges auf der Basis recht neuer Thesen und Erkenntnisse, die er sich in langen, ausdauernden Quellenstudien angeeignet hat. Auf komplexe Art werden sowohl militärische als auch wirtschaftliche, soziale und kulturelle Fakten und Zusammenhänge erläutert.
Ferguson versteht es, das Ursachengeflecht für den Kriegsausbruch verständlich darzustellen. Vereinfachenden Beschreibungen, wie etwa der Zuweisung der alleinigen Kriegssschuld an Deutschland, erteilt er eine entschiedene Absage.
Für den Leser werden das politische Unvermögen, die Leichtfertigkeit, der Ehrgeiz und die Fehleinschätzungen der Regierungen aller am Krieg beteiligten Länder sichtbar.
In Fortsetzung der Historie wird deutlich, wie sehr der 1. Weltkrieg den Verlauf des gesamten 20. Jahrhunderts beeinflusst hat. Nicht zuletzt ist die Kenntnis historischer Analogien auch für die Interpretation heutiger Ereignisse nützlich.
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48 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Ende der "Deutschen Alleinschuld", 13. Januar 2003
Von 
Hauke Stammer "Phantasie ist wichtiger als Wi... (Flensburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Krieg: Der Erste Weltkrieg und das 20. Jahrhundert (Taschenbuch)
Dieses Buch kann man vom ersten bis zum letzten Wort verschlingen. Über die Kapitel pendelt man von Entsetzen zu Unglauben zu Erschütterung.
Das interessantere ist daran sicherlich, daß entgegen deutscher Schulbücher der 1. Weltkrieg nicht allein zu deutschen Lasten geht, sondern daß der gesamte europäische Imperialismus darauf zusteuerte. Das die Franzosen Revanche für die Nierderlage gegen Preußen suchten, die Briten Angst vor Deutschland und handfeste wirtschaftliche Interessen hatten. Das alle Nationen zumindest bin Anfang des 20. Jahrhundert die Chance hatte, den Kreig zu verhindern... und dann unaufhaltsam darauf zu trudelten.
Und das die Völker eben nicht begeistert in den Krieg zogen ,wie immer wieder suggeriert wird, sondern daß auch damals die meisten Soldaten Angst vorm Sterben hatten...
Ein Buch, daß zum Bestandteil des Schulunterichts werden sollte. Nur wer den 1. Weltkrieg versteht, kann sich ernsthaft mit dem 2. auseinander setzen.
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23 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Jenseits des historischen Mainstreams, 11. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Krieg: Der Erste Weltkrieg und das 20. Jahrhundert (Taschenbuch)
Nein, historischen Mainstream bedient Neil Ferguson nicht. Er legt erhellende Fakten zu Tage und interpretiert die historischen Geschehnisse differenziert und eigenständig. Dabei stellt er oftmals neue Implikationen, andere, als viele (deutsche) Historiker in ihren vorherrschenden, politisch-korrekten Auslegungen es offensichtlich gerne hätten.

Der oft entrückt als Automatismus der Bündnisse beschriebene Ausbruch des Krieges beruhte weder auf schicksalhaften Fügungen, noch auf genetischen Defekten der deutschen Volksseele. (Goldhagen: Hitlers willige Vollstrecker) Er war Folge massiver Unverantwortlichkeit der politischen Führungen aller beteiligten Kriegsparteien. Genauso wie der deutsche Kaiser den Österreichern einen Blankoscheck ausstellte, waren es die Engländer, die den Franzosen ohne Not volle Rückendeckung gegenüber Deutschland und damit auch dem mit Frankreich verbündetem Russland gaben. Genauso wie die Österreicher sich ohne den deutschen Kaiser im Rücken nicht so weit aus dem Fenster gewagt hätten, hätten es wohl die Franzosen und ebenso die Russen nicht getan, ohne sich der Unterstützung Englands sicher zu sein.

In einem reduzierten Blick auf den Zeitpunkt des Ausbruches des Krieges zeigt Ferguson auf, dass den Deutschen in der Situation der Mobilmachung Russlands, der bereits ein Rüstungswettlauf zwischen den Mächten vorausgegangen war, den sie mittelfristig zu verlieren drohten, aus militärischer Sicht letztlich wenig mehr blieb als eine Vorwärtsverteidigung.

Insofern wäre die unzweifelhafte Mitschuld des Deutschen Reiches am Ausbruch des 1. Weltkrieges weniger im Präventivschlag gegen Frankreich und der damit verbundenen Verletzung der Neutralität Belgiens im August 1914 zu suchen, als vielmehr in dem, mit Arroganz und Dummheit gepaarten politischen Hazardeurspiel und diplomatischem Unvermögen des Kaisers und seiner Administration in der Zeit zwischen der Demission Bismarcks und dem Attentat von Sarajewo.

Aber, und gerade das macht Ferguson deutlich, es waren eben nicht nur die Deutschen. Es waren auch die, durch einen seit 1870/71 gehegten Revanchismus getriebenen Franzosen, eine verblendet kriegslüsterne russische Militärführung und eine, von der Angst des fortschreitenden Verlustes der Welthegemonie angetriebene Bündnispolitik der Engländer, welche letztlich den Krieg billigend in Kauf nahmen. Der Krieg wurde so mehr oder weniger zu einem Derivat für Partialinteressen ohne, im Sinne Clausewitz's, klare politische Konzepte der beteiligten Mächte. Der Titel des Buches bezieht sich offensichtlich genau auf diesen Punkt.

Aus den fehlenden politischen Zielen heraus, in Verbindung mit der Eigendynamik der Kriegsführung, entwickelt Ferguson auch seine Sicht zur Beendigung des Krieges. Eine eindeutige militärische Niederlage Deutschlands lag nicht vor, im Gegenteil war Russland 1918 militärisch bereits besiegt. Vielmehr setzte offensichtlich bei den deutschen Soldaten, ausgehend auch vom Stimmungsbild in der Bevölkerung, eine Einsicht über den Selbstzweck des Krieges ein. Wo eigentlich keiner mehr richtig wusste worum es überhaupt noch ging, schwand die Motivation weiter zu kämpfen und zu sterben. Ein schleichender Erkenntnisprozess von unten nach oben, bis in die operative Militärführung hinein.

In Verbindung mit einem drohendem Bankrott der deutschen Staatsfinanzen, damit dem Ausbleiben des Schmierstoffes Geld, war eine Weiterführung des Krieges für das Deutsche Reich weder psychisch noch materiell erfolgversprechend. Insofern wäre die -' und das überrascht - von der deutschen Militärführung (Ludendorff, Hindenburg) nach dem Krieg behauptete 'Dolchstoßlegende' nach Ferguson im Kern nicht völlig von der Hand zu weisen. Doch handelte es sich um eine Ludendorffsche, auf Sekundärtugenden gerichtete, rein militärische Sicht unter Missachtung des Primates der Politik. Die durch das Versagen der Reichsführung verursachten politischen, sozialen und wirtschaftlichen Probleme, welche sich durch den Krieg fortschreitend verschlimmerten, wurden dabei als primäre Ursache ausgeblendet.

Die somit durchaus ambivalent zu beantwortende Frage der Schuld am Ausbruch des Krieges steht dagegen in keinem Verhältnis zu dem faktisch alleinigen Abwälzen der Kriegsschuld auf die Deutschen in Versailles.

In der anknüpfenden Frage zur Konditionierung des zweiten durch den ersten Weltkrieg wird durch Neil Fergusons Buch einmal mehr deutlich, wie wenig plausibel die von deutschen Historikern konstruierte These einer, quasi aus einer deutschen Urschuld hervorgehenden historischen Zwangsläufigkeit von Wilhelm II. zu Hitler, bis hin zur Überinterpretation eines zweiten 30'igjährigem Krieges, ist. (z.B. Burgdorf/Wiegrebe: Der Erste Weltkrieg. Die Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts)

Wäre im historischen Kontext nicht auch von einer gewissen Konditionierung des 1. Weltkrieges durch den deutsch-französischen Krieg 1870/71 auszugehen - müssen wir deshalb jedoch von einem 75-jährigen Krieg sprechen?

Ohne die eindeutige Verantwortung der Deutschen für den 2. Weltkrieg in Frage zu stellen, war es weniger der 1. Weltkrieg, als die psychischen und materiellen Folgen des Krieges in Verbindung mit dem Vertrag von Versailles, die den Nährboden für das gesellschaftliche Umfeld in Deutschland schufen, aus dem dieser hervorgehen konnte.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen LESENSWERT!!, 9. September 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Krieg (Gebundene Ausgabe)
Eine wirklich gelungene Sichtweise der Hintergründe und Ursachen des Ersten Weltkrieges.Der Autor betrachtet auch das menschliche Verhalten der Soldaten im Krieg,und zwar von allen Seiten,nicht nur die der Historiker.Er verwendet auch eine psychlogische Sichtweise von dem Verhalten der Soldaten im Krieg,und räumt mit besimmten Legenden über das menschliche Verhalten auf.Einige Dinge werden dadurch klarer,auch für die heutige Zeit,und erklären vielleicht warum sich Menschen so verhalten.Meiner Ansicht nach das gelungenste Kapitel des Buches. Ebenfalls berücksichtigt der Autor die zahlreichen Kriegsautoren und Dichter,und ihr Empfinden während des großen Tötens im Krieg.Es werden sowohl Deutsche z. Ernst Jünger,als auch Engländer herangezogen. Somit entsteht ein anderer Blickwinkel des Kriegserlebnis.Das Buch ist gut recherchiert,und am Schluß befindet sich ein gutes Literaturverzeichnis für den inter. Leser. Abschliessendes Urteil: Das Buch ist lesenswert,einer der besten Werke über den ersten Weltkrieg in den letzten Jahren.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Absolut empfehlenswert - endlich mal eine andere Sicht ., 7. Dezember 2005
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Krieg: Der Erste Weltkrieg und das 20. Jahrhundert (Taschenbuch)
Hier geht es mal nicht um Schlachten und Gemetzel an sich, hier geht es um die Männer, Taten, Punkte und ... ja und Schlachten die die Geschichte wirklich so drehten, wie sie später dann wurde . Ich war von dem Buch so begeistert, wie von nur wenigen . Ich versuchte es anderen schmackhaft zu machen - aber es gefiehl ihnen nicht . Sie meinten es sei zu 'hypothetisch', die Geschichte sei doch eben so geschehen wie sie geschah und eben nicht anders . Diese Leute erachten Geschichte als zwangsläufig . Der Autor zeigt aber auf, dass an oft unwichtigen Punkten leicht die Geschichte anders hätte verlaufen können . Dutzende Male erklärt er warum die Mittelmächte den Krieg an Dutzenden Punkten hätten gewinnen müssen . Nicht ganz so oft, aber immer noch zahlreich, erklärt er, warum sie von Anfang an schlechte Chancen auf einen Sieg hatten . Nein, hier spricht kein Widerspruch, sondern sehr viel Logik . Schwer zu erklären, man sollte es selbst lesen . Mir jedenfalls wurde nach dem lesen des Buches viele Dinge klarer . Denn nur wenn man weiß an welchen Punkten die Dinge hätten anders laufen können, als sie es taten, kann man auch wirklich die wichtigen Dinge erkennen, die dafür sorgten dass die Dinge so liefen wie sie liefen . Dann erkennt man auch viel über Hintergründe und Ursachen . Man erkennt einfach Geschichte . Ich sehe seitdem virtuelle Geschichte als 'Geschichts-Röntgen' ... sie legt das Skelett frei und reduziert auf das wesentliche, indem sie zuvor einen Abstich ins pantastische nahm .
Kein Buch für Militarika-Fans, eher etwas für Pazifisten . Es zeigt die Sinnlosigkeit des Krieges und zeigt auf wie umfangreich der Schaden noch heute sich auswirkt . Mit dem Autor teile ich die Ansicht, dass ohne Weltkrieg, oder gar durch einen von den Mittelmächten gewonnen Weltkrieg wir heute ein besseres und schon längst geeintes Europa hätten . Der Sieg der eher nationalstaatlichen Allierten über die multi-nationalen Mittelmächte, war ein Sieg des kleinbürgerlichen Nationalismus . ... aber jetzt rücke ich vom Buch ab .
Bitte Niall schreib noch mehr solche Bücher - es gibt doch noch mehr als den 1. (und 2.) Weltkrieg ! Wie wärs mit den Kalten Krieg - oder den Napoleonischen Kriegen ! Ja, die Themen hatten auch schon andere - aber keiner war so stichhaltig wie Niall ! Fazit ... wahrscheinlich nichts für den 'Normalo', aber ein Highlight für den der auch mal deutlich tiefer als die Schulbuchgeschichte gehen will . Also LESEN !!!
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das erste wirklich unpolitisch gehaltene Werk über den Krieg, 29. Juni 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Krieg (Gebundene Ausgabe)
In diesem Werk wird der Öffentlichkeit endgültig gezeigt, was alles an den Legenden, Mythen und propagandistischen Lügen über den I. Weltkrieg wahr ist. N. Ferguson räumt schonungslos, konkret und auch unpolitisch mit alle dem auf, was alles im Laufe der Jahrzehnte an Lügen entstanden ist. Das beste Beispiel wäre da, der Mythos vom Deutschen "Wahn" die welt beherrschen zu müssen, oder die Tatsache, daß Belgien für Groß Britannien nur ein Vorwand war, um in den Krieg einzutreten. Die konsequente Ehrlichkeit N. Fergusons ist meines Erachtens nach mehr als nur bewundernswert und sollte allen Historikern und vor allem auch Politikern als Beispiel dienen. Die Zeit der egoistischen Verklärung der Weltgeschichte muß endgültig ein Ende haben und N. Ferguson hat mit seinem Werk ein hervorragenden Anfang gesetzt.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die andere Betrachtung des Krieges, 28. Dezember 2002
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Krieg: Der Erste Weltkrieg und das 20. Jahrhundert (Taschenbuch)
In diesen Buch werden auch mal die Dinge behandelt die sonst nie oder kaum betrachtet werden.
Sehr interresant fand ich die ökonomischen Betrachtungen, die man etwas makaber umschreiben könnte:" wer hat finanziel effektiver getötet".
Was mich sehr beeindruckte die Beschreibung von Kriegsverbrechen in den Gräben und warum es dazu kam, ohne das man vom bösen Deutschen oder vom bösen Franzmann spricht.
Wer sich für diesen Abschnitt der Geschichte interessiert muß dieses Buch lesen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Infragestellung dogmatischer Annahmen durch rational logische Analysen, 20. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Niall Ferguson, britischer Historiker mit Professur an der Harvard University, untersucht systematisch folgende Fragen:

1. War der Erste Weltkrieg aufgrund von Militarismus, Imperialismus oder Diplomatie(-fehler) unvermeidbar?
2. Warum setzte sich die deutsche Regierung ausgerechnet 1914 dem Risiko eines Zweifrontenkrieges aus?
3. Warum beteiligte sich die Regierung Großbritanniens an dem vordergründig kontinentalen Krieg in einem bis dato unvorstellbarem Ausmaß?
4. Gab es 1914 tatsächlich die sogenannte allgemeine Kriegsbegeisterung aller Gesellschaftsklassen?
5. Warum gelang es den Entente-Mächten (Großbritannien, Frankreich und Russland) trotz wirtschaftlicher Überlegenheit nicht ohne die imense Hilfe der USA den Zweibund (Deutschland und Österreich-Ungarn) zu besiegen?
6. Warum gelang es dem deutschen Heer trotz operativer Überlegenheit nicht an der Westfront ebenso zu siegen wie an der Ostfront?
7. Warum fochten die sogenannten einfachen Soldaten an der Westfront über vier Jahre einen festgefahrenen Stellungskrieg aus, obwohl die Zeitzeugenberichte von dauerhaft erbärmlichen und grausamen Zuständen berichten?

Niall Ferguson erörtert ohne ideologische Verzerrung die rein interessengeleitete Politik über die kontinentale Vorherrschaft in Europa zu Beginn des 20.Jahrhunderts. Expansive Bestrebungen der Außenpolitik, Determinanten der Innenpolitik sowie strategische Fehler der Militärpolitik konstatiert Ferguson dabei für alle Hauptmächte im damaligen Machtpoker.

Erhebliche Aufregung erregte aber die kontroverse These Fergusons, dass der zunächst begrenzte Konflikt zwischen den Entente-Mächten (Russland, Frankreich) mit dem Zweibund (Deutschland, Österreich-Ungarn) erst durch den nicht zwingend notwendigen Eintritt von Großbritannien und seiner Dominions (Kanada, Australien, Neuseeland, Südafrikanische Union) auf Seiten der Entente-Mächte zum Weltkrieg wurde. Laut Ferguson, dessen Großvater in einer schottischen Einheit am Krieg teilnahm, gewann Großbritannien zwar unter nie dagewesenen menschlichen und finanziellen Opfern den Ersten Weltkrieg, verlor aber mittelfristig die globale finanzielle und wirtschaftliche Dominanz an die USA und opferte langfristig den Fortbestand des britischen Empires. Ferguson stellt argumentativ heraus, dass ein von Deutschland vornehmlich ökonomisch dominiertes Europa für die globalen Interessen Großbritanniens weniger eine Bedrohung darstellte, als die zum damaligen Zeitpunkt nicht minder expansiven Entente-Mächte Russland und Frankreich.

Ebenso überzeugend ist die zusammengefasste Darstellung der tiefgreifenden wirtschaftlichen und politischen Folgen des Ersten Weltkrieges. In Westeuropa waren in Folge des Ersten Weltkrieges die transnationalen Handelsbeziehungen zerrissen und es herrschte durch Währungsaufwertungstendenzen - bedingt durch die Rückkehr zum Goldstandard - eine langwierige Wirtschaftskrise, welche durch die maßlos überschuldeten Staatshaushalte zusätzlich verschärft wurde. Aber besonders der politische und territoriale Zerfall von Russland, Deutschland sowie Österreich-Ungarn und die damit einhergehende Umbildung der Landkarten in Ost- und Mitteleuropa begründete den nächsten Global-Konflikt entscheidend mit. Durch den Bürgerkrieg in Russland mit dem Sieg der Bolschewiken sowie der gegenüber den Deutschen und Ungarn fatalen Verweigerung des als hehres alliiertes Kriegsziel verkündeten Selbstbestimmungsrecht der Völker, konnten sich letztendlich in Ost- und Mitteleuropa die aggressiven Diktaturen der Sowjetunion und Hitler-Deutschlands etablieren. Der von Hitler-Deutschland verursachte Zweite Weltkrieg führte schließlich zum endgültigen Untergang des britischen Empires.

Sämtliche Argumente werden durch umfangreiche Fakten, wie bspw. Plenar- und Kabinettsprotokolle, Monografien, Biografien, Korrespondenzen, Zeitungsberichte, Wirtschafts-, Finanz- und Demografiedaten gestützt. Nach wie vor schärft die brillante Studie von Niall Ferguson das Geschichtsbewußtsein und ist absolut empfehlenswert!
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brilliantes Werk, 31. Mai 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der falsche Krieg (Gebundene Ausgabe)
Wahrlich kein trockenes "Geschichtsbuch" sondern ein packend geschriebenes Werk über den ersten Weltkrieg, seine Vorgeschichte und die möglichen Alternativen. Spannend bis zur Zusammenfassung und zum überraschenden Schluß.
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Der falsche Krieg: Der Erste Weltkrieg und das 20. Jahrhundert
Der falsche Krieg: Der Erste Weltkrieg und das 20. Jahrhundert von Niall Ferguson (Taschenbuch - 1. Mai 2001)
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