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73 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verstörend
Das eigentlich Schreckliche an den Aufzeichnungen Höss' ist, dass Höss nicht den Eindruck eines allgemein menschenverachtenden Ungeheuers macht, sondern ein vielleicht etwas bürokratischer, ultradisziplinierter, arbeitssamer und ordnungsliebender Mensch ist, wie es wahrscheinlich nicht wenig auf der Welt gibt. Wie leicht wäre es, seine Verachtung...
Am 20. Februar 2006 veröffentlicht

versus
44 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erschütterndes Dokument!
Die während der polnischen Haft kurz vor seiner Hinrichtung am 16.04.1947 in dem von ihm geleiteten Vernichtungslager Auschwitz geschriebenen Aufzeichnungen des langjährigen Kommandanten Rudolf Höß sind erschütternd! Hier schreibt nämlich nicht etwa eine Bestie oder ein Perverser seine Erinnerungen auf, sondern ein pflichtbewusster,...
Veröffentlicht am 20. Februar 2006 von Shaun


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73 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verstörend, 20. Februar 2006
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Kommandant in Auschwitz: Autobiographische Aufzeichnungen des Rudolf Höß (Taschenbuch)
Das eigentlich Schreckliche an den Aufzeichnungen Höss' ist, dass Höss nicht den Eindruck eines allgemein menschenverachtenden Ungeheuers macht, sondern ein vielleicht etwas bürokratischer, ultradisziplinierter, arbeitssamer und ordnungsliebender Mensch ist, wie es wahrscheinlich nicht wenig auf der Welt gibt. Wie leicht wäre es, seine Verachtung für die nationalsozialistische Ideologie auf den allen nüchternen Zahlen vom Völkermord einen emotionalen und persönlichen Hintergrund gebenden Großverbrecher zu projizieren; jedoch: eine eigentliche Erklärung für die Motivation von Höss Handeln bleibt aus. Angst macht, was Hannah Arendt vielleicht nicht ganz untrefflich die Banalität des Bösen genannt hat: Menschen wie du und ich sind unter bestimmten Voraussetzungen zu ultimativer Grausamkeit fähig. Höss ist nicht resistent gegenüber dem Erlebten und Getanen: er scheint emotional durchaus unter seiner Arbeit gelitten zu haben, der unbedingte Gehorsam Himmer und Hitler gegenüber aber gestatten ihm nicht, Emotionen/ethische Überlegungen in die Tat umzusetzen, Härte (gegen sich selbst wie gegen andere, so Höss selbst) ist oberstes Gebot. Dies macht Angst: die Wahrscheinlichkeit historischer Singularität wird marginal vor dem Hintergrund solcher Psychogramme. DAher verstörend.
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40 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Autobiographie von Rudolf Höß, 6. Februar 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Kommandant in Auschwitz: Autobiographische Aufzeichnungen des Rudolf Höß (Taschenbuch)
Rudolf Höß legt in dieser kommentierten Autobiographie seine Sicht über sein Leben und Wirken dar. Aus historischer wie auch aus psychologischer Sicht ist dieses Werk deshalb höchst interessant.
Von der Kindheit im strengen Elternhaus, über die Zeit im Ersten Weltkrieg bis hin zum Eintritt in die SS und die daraus resultierende "Karriere" zeichnet Höß seinen Lebenslauf stellenweise sehr emotional nach und kommentiert z. T. auch die Zeitgeschichte.
Für die meisten Leser, die dieses Buch lesen werden, mag Höß eigene Darstellung über das Leben in "seinem" Lager Auschwitz von besonderem Interesse sein. Deshalb ist zu diesem spezifischen Punkt zu sagen, daß Höß nur kurz und mit einer widerwärtigen Oberflächlichkeit auf das Geschehene im Lager eingeht. Vor allem seine Betrachtungsweise über die Funktion der Gaskammern von Auschwitz-Birkenau entlarvt ihn als gewissenlosen Vollstrecker des Hitler-Terrors. Er selbst wähnt sich zwischen den Zeilen als Mörder mit weißer Weste, der zwar unmittelbar mit dem Massenmord an Millionen von Menschen zu tun hatte, innerlich aber stets ein Aufbegehren gegen Terror und Brutalität in einem KL empfand.
Dieses Buch ist im Hinblick auf die Gefühls- und Lebenslage eines der Haupttäter des NS-Wahnsinns besonders interessierten Lesern zu empfehlen. Als Ergänzungsliteratur hierzu empfiehlt sich das Buch von Robert Merle "Der Tod ist mein Beruf".
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64 von 84 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Dokument nationalsozialistischer Geisteshaltung, 1. Februar 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Kommandant in Auschwitz: Autobiographische Aufzeichnungen des Rudolf Höß (Taschenbuch)
Höss zu lesen geht an die Substanz. Wie einer, der für den Tod unzähliger Menschen verantwortlich war, mit einer Beiläufigkeit über sein Morden berichtet und gleichzeitig versucht sich von eben diesem zu distanzieren, schokiert. Nicht weniger schokierend ist das eigene Leseverhalten. Das Buch muss als spannend, gar fesselnd beschrieben werden. Und dennoch wollen mir eben diese Termini in diesem grässlichen Zusammenhang nicht so einfach über die Lippen kommen. Was ist es, was den Leser fesselt? Die Banalität des Bösen (Hannah Arendt), die sich uns auf wundersamer Weise eröffnet und dann doch wieder verschliesst (schließlich sind wir doch keine Mörder)? Oder sind wir gefesselt, weil wir uns als voyeuristische Gaffer am Unfassbaren ergötzen?
Martin Brozat (der Herausgeber) hat wahnsinnige Arbeit geleistet. Ohne seine wissenschaftliche Bearbeitung der Aussagen von Höss, wären diese nicht zu bewerten. Es ist sein Verdienst, dass wir wenigstens mit einem Quentchen Gewissenhaftigkeit den Versuch wagen können, hinter die Fassade nationalsozialistischer Menschenmanipulation, auf die Denkstrukturen eines Höss schauen zu können. Und was man sieht bleibt halt faszinierend banal. Höss, ein Typ,dem emotionale Regungen, wie Mitleid, nicht fremd waren; - doch standen sie hinter den Tugenden Gehorsam, Pflichterfüllung, Loyalität und Ordnungsliebe zurück. Ob es davon nicht noch mehr gibt?
Das Buch ist so spannend, dass man sich den Massenmord an den Juden mit ins Bett nimmt.
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28 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebender Familienvater und 2,5 millionenfacher Mörder, 28. August 2006
Von 
Michael Dienstbier "Privatrezensent ohne fina... (Bochum) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Kommandant in Auschwitz: Autobiographische Aufzeichnungen des Rudolf Höß (Taschenbuch)
"Im Frühjahr 1942 gingen Hunderte von blühenden Menschen unter den blühenden Obstbäumen des Bauerngehöfts, meist nichtsahnend in die Gaskammern, in den Tod. Dieses Bild vom Werden und Vergehen steht mir auch jetzt noch genau vor den Augen" (194).

Rudolf Höß was SS-Obersturmbannführer und Kommandant von Auschwitz. Er organisierte das effektivste Vernichtungslager des Dritten Reiches. Auch der Spruch "Arbeit macht frei", der synonym für den Holocaust steht, geht auf ihn zurück. Höß wurde 1946 verhaftet und von einem polnischen Gericht zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am 16.4.1947 in Auschwitz durch den Strang vollstreckt. Während seiner Haft schrieb Höß seine Lebensgeschichte nieder, die auf erschreckende Art und Weise zeigt, wie ein keineswegs sadistisch veranlagter Mensch aus reinem Pflichtgefühl zum Massenmörder wird.

Bis auf wenige Ausnahmen beschreibt Höß selbst die grausamsten Details in einem penetranten Beamtendeutsch. Seit dem Ende des Krieges stellt man sich die Frage, wie einfache Bürger zu kaltblütigern Mördern werden konnten. Höß' Aufzeichnungen lassen deutlich werden, dass dies maßgeblich darauf zurückzuführen ist, dass Gehorsam und Pflichterfüllung zum kategorischen Imperativ einer gesamten Gesellschaft und vor allem der SS erhoben wurde. "Deine Ehre heißt Treue" war der Leitspruch dieser selbsternannten Elitetruppe. Die Konsequenzen dieser Treue werden völlig irrelevant. So wurde selbst der befohlene Massenmord vollstreckt, weil es als unmöglich empfunden wurde, einen Befehl nicht zu befolgen.

Am unerträglichsten sind die Abschnitte, in denen Höß, der stets darauf bedacht war, das Töten noch effektiver zu gestalten, erklärt, wie hart die Zeit in Auschwitz doch auch für ihn gewesen sei: "Ich mußte selbst bei den grausigen, unheimlichen Gestank verbreitenden Ausgrabungen der Massengräber und den Verbrennungen stundenlang dabeistehen. Ich mußte auch durch das Guckloch der Gaskammern den Tod selbst ansehen, weil die Ärzte mich darauf aufmerksam machten. Ich mußte dies alles tun" (198f.). Da fehlen einem schlicht die Worte.

Fazit: Erschreckende Lebensbeichte eines liebenden Familienvaters und 2,5 millionenfachen Mörders. Der französische Autor Robert Merle hat nach Lektüre der Aufzeichnungen den sehr beeindruckenden Roman "Der Tod ist mein Beruf" geschrieben, in dem Höß als Ich-Erzähler fungiert.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Wolf im Schafspelz oder: Das Unschuldslamm, 28. September 2013
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hérimoncourt, Frankreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rudolf Höß, zunächst Rapportführer im KZ Dachau, dann Adjutant des Lagerkommandanten im KZ Sachsenhausen und schließlich selbst Kommandant im KZ Auschwitz, führt zwangsweise Befehle zur Judenvernichtung und zur Tötung von Zeugen Jehovas, Sinti und Roma etc. aus. In seiner Autobiographie behauptet er niemals einen Häftling misshandelt oder getötet, sondern nur den Tötungsbefehl an andere weitergegeben zu haben. Höß glaubt bis an sein Lebensende (Tod durch den Strang nach Prozess) immer richtig, pflichtbewusst und gewissenhaft sorgfältig gehandelt zu haben um seinem Vaterland und der nationalsozialistischen Ideologie (die er als die richtige empfand) zu dienen.

Die Autobiographie der dtv-dokumente-Ausgabe von 1963 unterteilt sich in drei große Hauptteile seiner Aufzeichnungen: Seine hauptsächliche Autobiographie (Von Kindheit, über Jugend und Wehrdienst im ersten WK, seine Karriere und Aufstieg und seine Verhaftung und Unterbringung nach Krakau), ein expliziter Teil über den Plan der Endlösung der Judenfrage (große Namen wie Eichmann und Himmler werden hier ebenfalls nicht ausgelassen) und sein ganz spezieller Teil zu Himmlers Person, den Höß kennen lernen durfte, als Himmler sich das KZ Auschwitz ansah, jedoch die dortigen Notstände als nichtig abtat und eher die Tötung tausender Menschen in den Fokus seiner Interessen rückte.

Das Buch ist zum Ende hin wirklich grausig, besonders der zweite Teil als Höß beschreibt wie vor allem Juden in die Gaskammern gelockt werden mit der Ausrede sie würden entlaust und gewaschen. Einige Häftlinge haben jedoch schon vorausgesehen was geschieht und versucht ihn mit einem flehenden Blick an sein Mitleid zu appellieren und zumindest ihre Kinder zu schützen - vergebens. Die Befehle wurden kalt und gnadenlos ausgeführt, egal ob Kind, alt, krank, behindert, alle wurden vergast, bis auf die arbeitsfähigen Juden, die noch bei der Rüstungsindustrie mithelfen konnten und/oder die Gräber für ihre Familienangehörigen oder Mitjuden ausgraben mussten. Die Leichen wurden zu hunderten täglich verbrannt, auch nachts, bis die Alliierten die Feuer wahrnahmen und Höß und Kompanie vorsichtiger umgehen mussten. Selbst der Geruch verbrannter Leichen, wurde kilometerweit geweht und Anwohner sprachen so dann schon von Judenverbrennung.

Am schockierendsten jedoch an der Person Höß ist wohl, dass er sich nicht als Monster sieht, jedoch nach Kriegsende davon ausgeht, dass alle anderen ihn so sehen, da sie seine Beweggründe nicht verstehen könnten. Er wollte doch nur untertänigst und gnädigst Befehle ausführen um selbst nicht erschossen zu werden oder aus der SS zu fliegen - so Höß. Ihm war also im Endeffekt sein eigenes Menschenleben wichtiger, als das tausender Häftlinge, egal welche Verbrechen sie begangen haben. Er selbst bezeichnet sich als fürsorglicher Familienvater, Tierliebhaber seit kleinauf und sich landwirtschaftlich auskennender Bursche, der zwar die Tötungen in den KZs "bedauert", sie jedoch nicht "vermeiden/verhindern konnte".

Es ist wichtig, dass man einem Insider wie Höß die Gelegenheit dazu gegeben hat aus eigenen Reihen zu berichten und ihn die Aufzeichnungen anfertigen zu lassen, ja letztendlich dieses Dokument abzudrucken, um so direkt einen Einblick und auch ein ehrliches Geständnis ohne Beschönigung zu erhalten. Jedoch sollte man auch Opfer-Berichte von Häftlingen (obwohl Höß sich selbst als Opfer eines totalitären Systems sieht, von dem er aber profitierte) auch nicht verkennen. Dieses Buch ist ein wichtiges Dokument, das man aber nicht vor dem Einschlafen lesen sollte, denn ein unruhiger Schlaf sei garantiert.

~Bücher-Liebhaberin~
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44 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erschütterndes Dokument!, 20. Februar 2006
Von 
Shaun - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Kommandant in Auschwitz: Autobiographische Aufzeichnungen des Rudolf Höß (Taschenbuch)
Die während der polnischen Haft kurz vor seiner Hinrichtung am 16.04.1947 in dem von ihm geleiteten Vernichtungslager Auschwitz geschriebenen Aufzeichnungen des langjährigen Kommandanten Rudolf Höß sind erschütternd! Hier schreibt nämlich nicht etwa eine Bestie oder ein Perverser seine Erinnerungen auf, sondern ein pflichtbewusster, katholisch aufgewachsener und fast sogar Priester gewordener SS-Mann, der allerdings überzeugter Anhänger Hitlers war und als SS-Mann auch unbedingter Gehorsamspflicht zu unterliegen glaubte, die ihn immer tiefer in die Abgründe der SS-Arbeit hineinzog. Man ahnt, wie über die tausenden, derartig hörigen Parteiangehörigen sich unheilvoll der Führerbefehl zur „Endlösung“ des vorgeblichen Judenproblems machtvoll umsetzte und doch jeder eigentlich „nur auf Befehl“ handelte. Erschütternd auch, wie zwiespältig Höß formuliert, wie er die technischen Aspekte der Vernichtung schildern kann und kurz darauf sogar sein Familienleben am Lager erwähnt. Wie er psychologisierend die verschiedenen Gefangenentypen darlegt, sich über die Schlechtigkeit der untergebenen Lagerführer beschwert, der er nicht Herr geworden sei, da er selbst nie grausam zu Gefangenen gewesen sei. Er wagt es, nach ausführlichen Schilderungen herzzerreißender Episoden ihn anklagender Mütter vor der Gaskammer, Sätze wie diesen zu schreiben: „So gab es viele erschütternde Einzelszenen, die allen Anwesenden nahegingen. Im Frühjahr 1942 gingen Hunderte von blühenden Menschen unter den blühenden Obstbäumen des Bauerngehöftes, meist nichtsahnend, in die Gaskammern, in den Tod. Dies Bild vom Werden und Vergehen steht mir auch jetzt noch genau vor den Augen.“ - Man fühlt sich an Nero erinnert, der im Angesicht des brennenden Roms, für das er doch selbst verantwortlich war, eine Träne abdrückt und Verse dichtet. – Und doch muß man dem Mann schließlich noch dankbar sein, uns mit so vielen wichtigen Details über die Shoah in Auschwitz bekannt gemacht zu haben, er ist der an sich selbst gestellten Anforderung, möglichst ehrlich über sein Leben und Tun geschrieben zu haben, weitgehend gerecht geworden, genau mit derselben „eilfertig-eifrigen Gewissenhaftigkeit“ (so Martin Broszat in der Einleitung), die ihn auch zum Henker für die 2-3 Millionen vergasten Juden in Auschwitz machte. Das traurigste Lehrstück über Kadavergehorsam gepaart mit Macht. (20.02.06)
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14 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein fleissiger Arbeiter, 20. Dezember 2005
Von 
Bernd Picker "picker132" (Prag, Tschechische Republik) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Kommandant in Auschwitz: Autobiographische Aufzeichnungen des Rudolf Höß (Taschenbuch)
Rudolf Höss hat es wohl nicht nötig zu lügen. Er schreibt seine Erinnerungen in einer polnischen Gefängniszelle und weiss, dass er gehenkt werden wird. Nüchtern und gewissenhaft beschreibt er seine Karriere innerhalb der SS und seinen "Arbeitsalltag" in verschiedenen Konzentrationslagern. Er erwähnt Probleme mit seinem "Arbeitgeber", kritisiert unfähige Vorgesetzte und erfährt Schwierigkeiten in der Materialbeschaffung. Soweit alles normal. Und das ist gerade das Erschütternde an diesem Buch. Höss sieht sich als fleissigen Arbeiter, dessen Beruf die Tötung von Menschen ist. "Einer muss es ja tun." Und er zeigt auch Mitleid: die seelische Belastung für die SS-Truppen macht ihm zu schaffen. Dieses Buch ist etwas für starke Nerven.
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15 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein "Meister" aus Deutschland, 23. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Kommandant in Auschwitz: Autobiographische Aufzeichnungen des Rudolf Höß (Taschenbuch)
Dieses Buch zu bewerten stellt in gewissem Maße eine Herausforderung dar. Wie will man die Lebensbeichte eines millionenfachen Vernichters, eines überzeugten Nationalsozialisten und stets funktionierenden Rädchens in der Ausrottungsmaschinerie des Holocausts einordnen?

Höß ist kein begnadeter Schreiber, sein hin und wieder bemüht "lyrischer" Stil wird der Kälte, mit der er an anderen Stellen Rechenschaft über sein Tun ablegt, nicht gerecht und hinterläßt einen faden Nachgeschmack.

Wenn ich diesem Buch dennoch fünf Sterne gebe, dann tue ich das ausschließlich auf Basis der historischen Bedeutung, die die Biographie des Auschwitzkommandanten in unserer Gesellschaft hat. Höß' Memoiren stellen einen Schlag ins Gesicht der Holocaust-Leugner dar und geben einen (wenn auch nicht immer hundertprozentig korrekten) Einblick in die Vernichtungsmechanismen des nationalsozialistischen Rassewahns.

Daß Höß seine Memoiren mit dem Titel "Meine Psyche" überschreibt, verspricht Aufschluß, ein Versprechen, das letztlich aber nicht eingehalten wird. Denn wie dieser Durchschnittsbürger, der von anderen als liebender Familienvater von fünf Kindern beschrieben wurde, zu einem der effektivsten und kältesten Vernichter wurde, kann das Buch nicht aufklären. Höß und seine "Psyche" bleiben ein undurchschaubares Rätsel.
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5.0 von 5 Sternen Das sogenannte Böse, 24. März 2014
Von 
Walter Bittner (Salzburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kommandant in Auschwitz: Autobiographische Aufzeichnungen des Rudolf Höß (Taschenbuch)
Wer mehr über "das Böse" erfahren möchte, ist mit diesem Buch bestens bedient, so gut, dass man es während des Lesens möglicherweise öfters weglegen muss, weil man es kaum aushält. Eine Quintessenz: Befehle müssen, auch wenn es persönlich sehr schwerfällt und ihre Ausführung sogar das eigene Gewissen belastet, befolgt werden, da sie ja einem "höheren" Ziel dienen.
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4.0 von 5 Sternen Kommandant in Auschwitz, Rudolf Höß, 1. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kommandant in Auschwitz: Autobiographische Aufzeichnungen des Rudolf Höß (Taschenbuch)
Das Buch habe ich mir gekauft, denn ich hatte mal Etwas gehört in einigen Interviews von Überlebenden von Auschwitz und wollte mehr davon wissen. Interessant, ich lese sowieso Vieles über das Thema, manche Seite habe ich aber überflogen...
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Kommandant in Auschwitz: Autobiographische Aufzeichnungen des Rudolf Höß
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