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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Lasst uns gemeinsam "Neuland" suchen!, 24. September 2013
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Neuland: Roman (Gebundene Ausgabe)
Menis Spur führt nach Südamerika. Sein Sohn Dori, der Geschichtslehrer ist, lässt Frau und Kind in Tel Aviv zurück, um nach dem Vater zu suchen. Plötzlich war Meni weg, fragte nach dem Sinn dessen, was er bislang getan hatte und auch Sohn Dori ist an einer nicht ganz einfachen Lebensstelle angelangt.

Der in Jerusalem geborene Autor erzählt nicht nur eine Geschichte. Da ist auch die junge Journalistin Inbar. Sie will nach Berlin zu ihrer Mutter. Dort bemerkt sie, dass das Leben mitunter Wunden hinterlässt, die manchmal nicht mehr heilen. Von Berlin aus fliegt Inbar dann nicht wie geplant zurück nach Israel. Wie aus heiterem Himmel findet sie sich in einem Flugzeug nach Südamerika.

Obwohl Dori und Inbar unterschiedliche Geschichten mitbringen, sind sie sich dennoch nicht fremd. Sie treffen sich natürlich zufällig in Südamerika. Und während Eshkol Nevo mich immer tiefer in seine Geschichte hineinzieht und ich mich dem nicht mehr entziehen kann, bemerke ich, dass es hier um viel mehr als nur zwei Protagonisten, zwei Familien und ein ganzes Volk geht.

Der Autor lässt sich Zeit beim Erzählen. Nicht grundlos, denn schlimme Lebensmomente kann man auch nicht einfach per Knopfdruck mal eben schnell vorwärtsdrehen. Mit beiden Armen versucht Nevo anhand seiner Geschichte ganz Israel mit all seiner Geschichte und Gegenwart zu umarmen. Und so spielen Themen wie das wandernde Volk, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit, Heimat und Identitätsfindung zentrale Rollen.

Immer mehr wird beim Lesen klar, Nevo benutzt seine erzählten Geschichten, um die Wunden des heutigen Israel zu lecken. Es sind noch immer alte Wunden, aber wie sich diese auf die Generationen danach bis in die Gegenwart hinein weitervererben, genau dies macht der Autor sehr gut deutlich.

Als ich aus diesem Buch wieder auftauchte, meinte ich, sehr dicht in einer anderen Welt gewesen zu sein. Mit Dori und Inbar "Neuland" zu suchen war ein eindrucksvolles, nachhaltiges Erlebnis!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die wandernden Juden, 8. Februar 2014
Von 
Marie C. - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Neuland: Roman (Gebundene Ausgabe)
Inhalt:
Doris Vater braucht nach dem Tod seiner geliebten Frau eine Auszeit. Er reist nach Südamerika. Als Dori und seine Schwester lange nichts mehr von ihm gehört haben, machen sie sich Sorgen. Dori reist seinem Vater nach um ihn zu suchen.

Auch Inbar nimmt sich eine Auszeit. Wie es der Zufall so will, landet auch sie in Südamerika, wo sie dann auf Dori trifft. Obwohl die beiden auf den ersten Blick sehr unterschiedlich sind, fühlen sie sich zueinander hingezogen. Wenn da nur nicht Frau und Kind bzw. der Lebensgefährte in Israel auf sie warten würden…

Meine Meinung:
Ich kann mich den uneingeschränkt positiven Meinungen leider nicht ganz anschließen. Keine Frage, das Buch ist nicht schlecht. Eshkol Nevo hat etwas zu sagen und tut das auch in einer angenehmen Sprache. Allerdings lässt er sich beim Erzählen viel Zeit, zu viel für meinen Geschmack. Da gibt es doch etliche Längen und Wiederholungen. Die Wiederholungen kommen teilweise auch dadurch zustande, dass eine Szene aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet wird. Manchmal erfährt man so Neues, manchmal aber auch überhaupt nicht.

Ich hatte auch ein kleines Problem mit den Protagonisten. Weder Dori noch Inbar waren mir wirklich sympathisch. So hat es lange gedauert, bis ich mich für ihre Geschichte interessieren konnte. Nachdem ich aber über zwei Drittel des Buches mit ihnen gereist war, hat es mich doch noch gepackt.

Dagegen mochte ich den „Personenfinder“ Alfredo mit seiner lockeren, unaufgeregten Art sehr gerne, ebenso Inbars Großmutter Lili, deren Geschichte auch erzählt wird und die auch Auswirkungen auf die Geschichte von Dori und Inbar hat. Der Roman beinhaltet die Geschichten von vielen einzelnen Menschen, zusammengeschlossen in zwei Familien.

Dori ist zwar ausgezogen, um seinen Vater zu finden, doch tatsächlich findet er zu sich selbst. Und auch Inbar macht eine große Entwicklung durch.

In diesem Buch geht es zwar immer wieder um Juden, ihre Geschichte, ihre Besonderheiten, ihren Staat, ihre Kriege, doch vieles trifft auch auf jeden anderen Menschen zu.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen „Neuland“ ist ein großer Roman, ein sehr jüdisches Buch, 19. Dezember 2013
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Neuland: Roman (Gebundene Ausgabe)
Man wird diesen monumentalen neuen Roman des israelischen Schriftstellers Eshkol Nevo nicht ganz verstehen bzw. ihn auf eine reine romantische Liebesgeschichte oder einen dramatischen Familienroman reduzieren ohne den Hinweis auf die gewollte Nähe zu Theodor Herzls utopischem Roman „Altneuland“, der im Jahr 1902 erstmals erschien und in dem er sechs Jahre nach seinem sachlich-konzeptuellen Buch „Der Judenstaat“ seine Utopie einer jüdischen Gesellschaftsordnung in Palästina beschrieb.

Nun ist seit 1948 der Staat Israel ein zwar von vielen seiner Nachbarn nach wie vor bekämpftes Faktum, doch von den ursprünglichen Utopien oder Ideen, wie sie in der Kibbuzbewegung lebendig wurden, ist im heutigen Staat Israel nicht mehr viel zu spüren. Nicht nur durch die Besetzungspolitik, auch durch viele Kriege ist die israelische Demokratie angeschlagen. Viele israelische Schriftsteller haben in ihren Romanen der letzen Jahre immer wieder dieses Thema behandelt und versucht, neue Szenarios zu entwerfen, wie Juden und Palästinenser ohne den religiösen Einfluss der Orthodoxen auf beiden Seiten in Zukunft friedlich miteinander leben könnten. Dieser Rekurs auf die Vergangenheit und ihre Bedeutung für die Zukunft einzelner Menschen und Familien, aber auch des ganzen Landes zieht sich durch Eshkol Nevos Buch wie ein roter Faden. Der Roman überspannt mehrere Generationen, von der Flucht Lillis, die jetzt eine alte, von Demenz bedrohte Frau ist, 1939 aus Warschau, wo sie ihren Vater zurücklassen musste, was sie nie verwunden hat, über Rumänien bis nach Palästina, bis zu einer eher freiwilligen Flucht im Jahr 2006, als der etwa sechzig Jahre alte Meni Peleg, ein ehemaliger, im Jom Kippur Krieg dekorierter Offizier plötzlich seinen Rucksack packt, und seinem Sohn Dori und seiner Tochter Zeela mitteilt, er wolle nun eine längere Zeit in Südamerika verbringen. Ähnlich wie die vielen jungen Israelis, die, nicht selten an ihrer Seele verwundet, nach ihrem Militärdienst, sich eine Auszeit nehmen und als Backpacker in exotische Gegenden, oft nach Südamerika gehen.

Als Berater war Meni Peleg nicht nur sehr erfolgreich, sondern auch in Israel ein sehr bekannter Mann. Als seine Frau stirbt, mit der er glücklich verheiratet war, kommt er aus der Spur, zumal sich über Jahrzehnte verdrängte und vergessene Traumata aus dem Krieg bemerkbar machen.

Seine Familie akzeptiert notgedrungen diesen Entschluss, doch als kurz nach seiner Abreise seine Telefonate immer merkwürdiger werden und er schließlich mitteilt, er werde sich nun eine lange Zeit nicht mehr melden, bricht sein Sohn Dori mit der Unterstützung seiner Frau auf, um seinen Vater mit Hilfe eines professionellen einheimischen Vermisstensuchers, den sie im Internet entdeckt haben, zu finden und nach Hause zu holen. Dori ist ein sehr engagierter Geschichtslehrer und ein liebevoller Vater dem es schwer fällt, seinen sehr auf ihn fixierten Sohn zurückzulassen.

In Peru, nicht lange nachdem er zusammen mit Alfredo, dem menschlichen Spürhund, seine Suche begonnen hat, trifft Dori auf die junge Israelin Inbar. Die erfolgreiche Radiomoderatorin ist, nachdem sie ihre Mutter in Berlin besucht hat, die dort mit einem Deutschen zusammenlebt, kurz entschlossen nicht nach Israel zurückgekehrt, sondern hat den erstbesten Flug nach Lateinamerika gebucht. Auch sie ist „verwundet“, wie Meni Peleg das später beschreiben wird. Sie hat den Tod (war es ein Selbstmord?) ihres jüngeren Bruders beim Militär nicht verwunden. Inbar ist die Enkeltochter jener oben erwähnten Lilli, die sich auf dem Schiff, das sie 1939 von der Schwarzmeerküste nach Palästina brachte, in einen Mann namens Jizchak Fimstein verliebte, der später der Großvater von Dori Peleg werden sollte. Und sie ist zusammen mit Eijtan, einem Mann, der in der Folge ein ungewöhnliches und beeindruckend liebevolles Verständnis aufbringen wird für die Flucht seiner Partnerin.

Doch all das erfahren Dori und Inbar erst zu einem späteren Zeitpunkt ihrer gemeinsamen Reise. Denn Inbar schließt sich Dori und Alfredo an bei der Suche nach Meni Peleg. Eine abenteuerliche Reise wird dort geschildert über mehrere lateinamerikanische Länder. Immer wieder unterbrochen durch Rückblicke in das schwierige Beziehungsgeflecht der beiden Familien und ihrer Geschichte, die eng bezogen wird auf die bis in den frühen Zionismus reichende Geschichte Israels. Dori und Inbar nähern sich einander an, ohne dass es zu einer von beiden phantasierten Liebesbeziehung kommt. Als sie schließlich in Argentinien erfahren, wo der Vater steckt, was mit ihm geschehen ist und was ihn bewegt, da wird die Bezugnahme von Eshkols „Neuland“ zu Herzls „Altneuland“ überdeutlich, ohne die man den ganzen Roman nicht verstehen kann.

„Neuland“ ist ein Roman über Israel, seine Kriege und die vielen Wunden seiner Bürger. Alte aus der Shoah und viele neue aus den zahlreichen Kriegen, ohne die Israel längst nicht mehr existierte. Ein Roman, der zeigt, wie diese Wunden schwären und schmerzen und wie sie rufen nach einer Alternative für die Zukunft, für das Land und für seine Menschen.

„Neuland“ ist ein großer Roman, der wie kaum ein anderer Roman zuvor mit deutlicher Stimme den Ruf nach einer Erneuerung der israelischen Gesellschaft erschallen lässt. Es ist ein sehr jüdisches Buch, trotz seiner unübersehbaren israelischen Züge, weil es seine Figuren um keinen Preis entkommen lässt. Dabei geht es Eshkol Nevo niemals um richtig oder falsch, sondern immer um menschliches Empfinden. Eine wunderbare poetische Fiktion.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ...über das Suchen und Finden..., 4. Dezember 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Neuland: Roman (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch hat mir jemand geschenkt, der es gut mit mir meint. Doch zuerst habe ich es von einem Bücherstapel zum anderen geschoben, weil ich etwas von dem umfangreichen Werk abgeschreckt war. Zu Unrecht! Denn Eshkol Nevo entspinnt hier eine wunderbare Geschichte zweier Familien über mehrere Generationen hinweg. Dabei springt er fröhlich auf dem Zeitstrahl auf und ab - hin und her und so entsteht ein Flechtwerk schöner Geschichten und Erinnerungen aus dem Leben der Protagonisten. Nevo schafft es durch Sprache und Erzählweise, dass der roten Faden nie verloren geht...

Schon auf den ersten Seiten im e-mail-Kontakt zwischen Dori und Inbar schimmert so viel Sehnsucht, Verlangen und Liebe durch, so dass man gar nicht aufhören kann zu lesen...doch erst einmal macht sich Dori auf, von Jerusalem nach Ecuador, um den vermissten Vater zu suchen. Seine Schwester sagt, in Dori lodere ein Feuer. Man sehe es nur nicht. Auf mich wirkte er seltsam verkniffen und traurig, aber nicht unsympathisch. Dori glaubt, er gehöre zu der sogenannten konservativen Partei der Leute an, die in ihrem Leben (nur) eine große Liebe haben...und dann trifft er auf Inbar. Sie schließt sich ihm an, auf der Suche nach dem Vater. Inbar mochte ich sofort: eine starke, gefühlvolle, sehnsüchtige Frau.
Aber es ist nicht nur eine Suche nach dem Vater oder die Suche des jüdischen Volkes nach einem Land, sondern die beiden sind auf der Suche nach sich selbst, nach dem anderen und nach einer Zukunft, nach dem neuen Land, nach Neuland.
Und während die beiden noch suchen, entsteht eine so schöne Liebe zwischen Dori und Inbar. Nevo schafft hier immer wieder beeindruckende poetische Bilder zu zeichnen, so dass man sich den Gefühlen gar nicht mehr entziehen kann und am Ende selbst darin aufgeht. Und man fängt an, sich selbst auf die Suche zu begeben, nach seinem eigenen Neuland...

Mein Fazit: eine wunderschöne Geschichte über das Leben, die Liebe und die Sehnsucht...
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichten von reisenden Juden, 9. November 2013
Von 
Buchdoktor - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Neuland: Roman (Kindle Edition)
In Familien von Holocaust-Überlebenden kann theoretisch niemand etwas wirklich Schlimmes widerfahren; denn was könnte schlimmer sein als die Erinnerungen der Überlebenden? Lilli floh als junges Mädchen nach Palästina, ihre Familie überlebte den Holocaust nicht. Ihr Leben lang wird Lilli der Gedanke belasten, dass sie sich vor ihrer Abreise nicht mehr von ihrem Vater verabschieden konnte. Während sich in der Gegenwart ein weiterer Krieg um Israel ankündigt, ängstigt sich die zunehmend verwirrte Lilli um ihre erwachsene Enkeltochter. Inbar will für ein paar Tage ihre Mutter Hanna und deren deutschen Lebensgefährtin in Berlin besuchen. Lillis Misstrauen gegen die Deutschen lässt sich selbst mit der Information nicht zerstreuen, dass Hannas Partner Bruno während des Nationalsozialismus erst drei Jahre alt war. Nach Berlin kann ein Isaeli unter keinen Umständen fahren, statt der Juden würden die Deutschen jetzt Türken und Ostdeutsche hassen, bemängelt Lilli. Inbars konfliktreiches Verhältnis zu ihrer Mutter bessert sich während des Kurzurlaubs nicht, beide scheinen mit ihren Streitereien noch in der Zeit von Inbars Pubertät stecken geblieben zu sein, obwohl Inbar mittlerweile dreißig Jahre alt ist. Aus der aufgeheizten Situation heraus bucht Inbar spontan einen Flug nach Südamerika anstatt nach Israel zurückzukehren. Peru und Ecuador sind beliebte Reiseziele für junge Israelis, um nach der Armeezeit kräftig über die Stränge zu schlagen.

Inbars Wege kreuzen sich mit denen Doris, der ebenfalls die Last seiner Vorfahren zu tragen hat. Doris Vater Meni wurde im Yom-Kippur-Krieg (1973) schwer traumatisiert, für seine Kinder war diese Tatsache nicht leicht zu begreifen. Nach dem Tod seiner Frau bricht Meni aus seinem alten Leben aus und macht sich wie die jungen israeliischen Backpacker auf den Weg nach Ecuador. Da Meni sich seit zwei Monaten nicht mehr bei seinen Kindern gemeldet hat, will Dori seinen Vater mit der Hilfe eines einheimischen Detektivs suchen. Alfredo, spezialisert auf Verschollene, deren Angehörige und die Bergung von toten Abenteurern hat mich sofort in das Buch hineingezogen. Alfredo hat nie eine Schule besucht und sich als Waise zunächst als Schuhputzer durchgeschlagen. Inzwischen übt der Mann seinen Beruf mit modernen Hilfsmitteln und psychologischem Feingefühl aus, knüpft seine Netzwerke aus Informanten aber noch immer wie ein Mitglied der Schuhputzer-Gemeinschaft. Zu Alfredo kommen Eltern aus aller Welt auf der Suche nach ihren verschollenen Kindern. Er ist der richtige Mann, um die Gringos zum Sprechen und damit erst einmal zum Herunterschalten zu bringen. Das Auftreten all dieser Fremden fügt sich in Alfredos Vorstellung zu einem sehr eigenwilligen Bild ihrer Herkunftsstaaten.

Fazit
Wie sich die Schicksale von Dori Peleg, Inbar Benbenisti und ihren Familien schließlich miteinander verbinden, erzählt Eshkol Nevo auf mehreren Zeitebenen und mit einer beachtlichen Zahl von Figuren. Die Geschichte ist fest mit historischen Ereignissen rund um den Staat Israel verwoben, lässt sich jedoch auch unabhängig davon als reiner Familienroman lesen. Nevo zeigt sich in der Darstellung der Gemütszustände seiner Figuren als großartiger, feinfühliger Erzähler. In den Grundkonflikten zwischen Großmutter-Mutter-Tochter und Großvater-Vater-Enkel werden sich viele Leser wiedererkennen können. Ohne Lillis Flucht aus Polen gäbe es in der Gegenwart keine reisende Inbar. Seine Allgemeingültigkeit macht Nevos Gleichnis vom reisenden/wandernden Juden zu einem großen, generationenübergreifenden Roman.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Carazón heißt Herz und klingt wie ein warmes Croissant", 10. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Neuland: Roman (Kindle Edition)
Eshkol Nevo erzählt leidenschaftlich und mit feiner Menschenkenntnis über das Leben, vom Alltag, den Hoffnungen und den Niederlagen. Jeder Mensch hat seine Erinnerungen und seinen Vorrat an Träume. Es gibt Mut, aber auch Hilflosigkeit. Diese müssen nur gesehen und beobachtet werden. Das ist eine tolle Begabung, die Eshkol Nevo perfekt beherrscht.

Es geht um eine Reise nach Südamerika. Der Sohn sucht seinen Vater, der sich nach dem Tod seiner Frau eine Auszeit nehmen möchte. Den Sinn des Lebens sucht auch eine junge Frau und beide Geschichten treffen aufeinander.

Sehnsüchte, Realität und Vergangenheit ... wie leicht der Leser in die komplexe Geschichte eintauchen kann!

Dieser Roman ist eine wunderbare Begegnung.
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5.0 von 5 Sternen Wundervoll, 9. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Neuland: Roman (Gebundene Ausgabe)
Nach "nur" einem halben Jahr Reife im Regal,hab ich dieses Buch mit in Urlaub genommen und in 2 Tagen gelesen. Das erste Buch seit langem, das mich sofort gefesselt hat. Es liest sich gut für Menschen, die sich für Israel interessieren, aber es ist zudem eine wundervolle Liebesgeschichte, nein: mehr als eine. Geschichten von Liebe und Verlust, von Verlieren und Wiederfinden. Und bei all dem beschreibt es das Leben in Israel.Ein großartiges Buch! Was kann in diesem Urlaub sonst noch kommen?
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das sprachlos macht, 12. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Neuland: Roman (Gebundene Ausgabe)
Dieses Buch ist unglaublich. Es hat einen Tiefgang, der mich beim Lesen komplett umgehauen hat. Dieses Buch liest man nicht an einem Abend oder innerhalb weniger Tage. Es ist auch nicht das, was ich als typische Urlaubslektüre bezeichnen würde. Dieses Buch beschreibt die Familiengeschichte vieler in einer emotionen Tiefe, die mich als Leser beeindruckte. Die historischen Hintergründe, die als Grund für die eine oder andere Handlung oder Denkweise herangezogen werden, runden das Bild ab. Im Ergebnis ergibt sich ein komplexes Gebilde aus verschiedenen Personen, Zeiten und Gefühlsebenen, das mich einfach nur beeindruckte - und zwar restlos. Dieses Buch gehört zu den ganz großen Romanen des Jahres 2013 und ist absolut empfehlenswert!
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gute Geschichte phantasievoll erzählt, 1. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Neuland: Roman (Kindle Edition)
hab mir das Buch in Papier und als E-Book gekauft weil ich nicht aufhören könnte zu lesen, gutes Thema als lesbare Geschichte erzählt. Mir gefällt das ganze Themengebiet.
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Neuland: Roman
Neuland: Roman von Eshkol Nevo (Gebundene Ausgabe - 1. Oktober 2013)
EUR 24,90
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