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50 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berichte aus der Parallellwelt...
Bereits 1965 in Amerika erschienen, liegt John Williams Roman „Stoner“ nun auch auf Deutsch vor. Nominell ein sogenannter Campus-Roman, der von dem Englischdozenten William Stoner erzählt, umfasst das ca. 350seitige Werk aber das gesamte Leben dieses „kleinen““ Mannes.

Geboren auf einer Farm im ländlichen Missouri, Ende...
Vor 16 Monaten von Gavin Armour veröffentlicht

versus
44 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mein "Depri-Highlight" 2013
Nach so viel Lob über die „Neuentdeckung“ des Jahres war ich sehr gespannt auf dieses Buch. Es wird als „zutiefst menschlich“ beschrieben und von vielen als persönliches Jahreshighlight genannt, wenn man sie danach fragt. Mir wird es vor allem als zutiefst deprimierend und trostlos in Erinnerung bleiben.

Stoner, der Sohn eines...
Vor 18 Monaten von Eskalina veröffentlicht


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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht hinter jeder Biographie steht Glück, 16. Januar 2014
Von 
Michaela Hoevermann (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Stoner: Roman (Gebundene Ausgabe)
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"Stoner" ist eine leise Erzählung, auf die man sich einlassen muss: John Williams‘ Gesellschaftsroman erzählt den American Dream als Aufstieg eines Jungen von Farmerkind zum Geisteswissenschaftler an der Universität von Missouri, Fachbereich Englisch:

“William Stoner begann 1910, im Alter von neunzehn Jahren, an der Universität von Missouri zu studieren. Acht Jahre später, gegen Ende des Ersten Weltkriegs, machte er seinen Doktor der Philosophie und übernahm einen Lehrauftrag an jenem Institut, an dem er bis zu seinem Tode im Jahre 1956 unterrichten sollte.”

Es ist ein Leben in ruhigen Bahnen, denn William Stoner ist ein stiller Mensch, einer, der sich einmal einrichtet und den eingeschlagenen Pfad auch nicht mehr verlässt. Er ist jemand, der nicht kämpft, sondern annimmt und hin nimmt, bis er schließlich infolge einer Krebserkrankung stirbt. Genauso einsam, wie er auch gelebt hat.

Was bleibt am Ende übrig von einem Leben jenseits des Lärms?

Eigentlich hätte er Argrarwissenschaften studieren sollen. Doch William Stoners Begegung mit dem Sonett 73 von William Shakespeare wird für ihn zum alles entscheidenden Wendepunkt: Seine Liebe gehört fortan der Literatur und der Sprache, was ihn im zweiten Studienjahr das Fach wechseln lässt. Die Literatur öffnet ihm einen bisher nicht gekannten Zugang zur Welt, trägt ihn durch schwere Zeiten, durch Einsamkeit und die Widrigkeiten des Lebens. Immer mehr verschließt er sich vor der äußeren Welt...

Sprachlich wunderschön, metaphorisch und bildhaft zoomt Williams heran an dieses Leben, das oberflächlich betrachtet ganz „normal“ scheint, aber eben doch auf seine eigene Art außergewöhnlich ist. Wir begleiten das tragische und zutiefst berührende Schicksal seines ruhigen Antihelden, der sich in einer schwierigen Liebesbeziehung verliert. Von Anfang an ist seine Ehe mit der emotional unterkühlten, materialistischen Edith zum Scheitern verurteilt, und das treibt ihn tiefer in die Literatur als Gegenentwurf zur einer als unerträglich empfundenen Wirklichkeit.

Ihm gelingt es jedoch nicht, das Feuer auf die Studierenden zu übertragen, die gleiche Leidenschaft für das Lesen in ihnen zu wecken. So wird er weder ein brillanter Lehrer, noch ein herausragender Gelehrter. Ein glückliches Leben bleibt ihm verwehrt.

Nein, es ist kein leicht zu lesender Roman. Aber dennoch einer, den man sich nicht entgehen lassen sollte: John Williams schreibt atmosphärisch dicht und legt mit „Stoner“ einen vielschichtigen Entwicklungs- und Bildungsroman vor, eine berührende, ruhige Geschichte über einen Aufsteiger und Aussteiger. Der Schmerz gehört dazu.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wunderbare Lebens- und Entwicklungsgeschichte eines einsamen Mannes, 13. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Stoner: Roman (Gebundene Ausgabe)
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Die Geschichte des Romanes "Stoner" von John Williams könnte selber der Feder eines Autors entsprungen sein:
1965 erstveröffentlicht, positiv besprochen, aber dennoch kaum verkauft, in den Siebziger Jahren neu aufgelegt und wiederum kaum beachtet und erst nach einer weiteren Neuauflage 2006 international beachtet und mit über vierzigjähriger Verspätung endlich auch in andere Sprachen übersetzt, liegt "Stoner" hier nun erstmals auch in deutscher Übersetzung vor.

Erzählt wird die alles andere als heitere, aber in einem ungemein schönen, ruhigen Stil aufgeschriebene Geschichte eines genügsamen, aber im Grunde gescheiterten Mannes:
Geboren und aufgewachsen als Sohn armer Farmer in den US-amerikanischen Südstaaten, soll William Stoner es einmal "besser" haben und wird von seinen Eltern 1910 auf die Universität von Missouri geschickt, um Agrarwissenschaften zu studieren.
Dort entdeckt er seine Liebe zur Literatur, schwenkt auf ein Literaturstudium um bleibt als Dozent für englische Literatur an der Universität.
Seine Ehe mit Edith, die ihm vorwirft, ihr nicht den Lebensstil ihres wohlhabenden Elternhauses bieten zu können, scheitert, die Beziehung Stoners zu seiner Tochter wird von der immer zänkischer und boshafter werdenden Edith erfolgreich hintertrieben und auch sein spätes Glück mit einer jungen Geliebten ist nicht von Dauer...

Williams entwirft ein ungemein subtiles, psychologisch ausgefeiltes Portrait eines zutiefst einsamen Mannes, der sich so sehr für Literatur und somit für Sprache begeistert, dem aber selber zeitlebens in den wichtigen Momenten seines Lebens zumeist die richtigen Worte fehlen.
Und so wird er sich klaglos in sein Schicksal fügen, in seiner freudlosen Ehe ebenso wie bei Intrigen am Arbeitsplatz und weiteren Widrigkeiten seines Lebens.
Dies alles ist oftmals recht trostlos, aber dennoch habe ich beim Lesen nicht nur Mitleid, sondern eine tiefe Sympathie für Stoner entwickelt, der sich trotz allen Sich-Fügens doch immer seine Würde und Selbstachtung bewahrt und zuguterletzt in der Gewissheit abtreten wird, zumindest immer er selber geblieben zu sein, wenngleich Außenstehende sein Leben wohl als gescheitert betrachten mögen.

Wer Romane mit viel äußerer Handlung bevorzugt, dürfte mit "Stoner" wohl eher nicht glücklich werden, denn der Roman fließt wie Stoners Leben sehr ruhig und ohne nennenswerte Höhepunkte dahin.
Gerade deshalb aber überzeugt der Roman mit einer großen Wahrhaftigkeit, denn welches reale Leben ähnelt schon einem handlungsreichen Abenteuerroman?
Statt uns in andere Welten zu entführen, bringt uns Williams eher dazu, auch über unser eigenes Leben nachzudenken und egal, ob es einem nun gefällt oder nicht, wird so mancher Leser in Stoner auch das eine oder andere von sich selber und seinem eigenen Leben entdecken können.

Wieviel von Williams, der selber Enkel von Farmern war und an der Universität von Missouri englische Literatur lehrte, in Stoner steckt und wie hoch der autobiografische Anteil an dem Roman ist, kann man nur erahnen.
Ich vermute, es ist eine ganze Menge und die Tatsache, daß "Stoner" nun nach fast einem halben Jahrhundert endlich die Aufmerksamkeit zuteil wird, die dieser wunderbare Roman verdient hat, setzt für mich einen etwas versöhnlichen Schlusspunkt unter einen Roman, der mich stellenweise zwar ein wenig deprimiert, aber auch tief berührt hat und den ich definitiv zu meinen Lesehighlights der letzten Monate zähle.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aus der Zeit gefallen, 6. Januar 2014
Von 
Marius (Augsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Stoner: Roman (Gebundene Ausgabe)
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Es gibt sie noch, die großen literarischen Entdeckungen bzw. Wiederentdeckungen.
War Hans Fallada mit „Nicht alle waren Mörder“ eine große Renaissance vergönnt, trifft es nun den amerikanischen Autoren John Williams, dessen Roman „Stoner“ aus dem Jahr 1967 im Feuilleton neu entdeckt und besprochen wurde. Damit kam über 45 Jahre nach dem Erscheinen der Durchbruch des Werks, was John Williams selber nicht mehr erleben durfte.

Tatsächlich wirkt das Buch wie aus der Zeit gefallen und das im besten Sinne: Eine Sprache, die so wohlformuliert und gewählt ist, dass man nur den Hut zücken kann. Eine Handlung, so rund und stringent, ein Charakter, so eindringlich beschrieben – John Williams hat mit seinem „Stoner“ alles richtig gemacht.

Beeindruckend und unbedingt lesenswert, wie der Amerikaner seinen Stoner von der Geburt bis zum Tod begleitet und diese Menschwerdung auf unvergleichliche Weise porträtiert.
Einfühlsam schildert er einen Mann, der kein großes Lebenswerk hinterlässt und es höchstens zu einer unbedeutenden Fußnote in der Wissenschaft gebracht. Dennoch behält man Stoner im Gegensatz zu seiner Umwelt noch lange im Gedächtnis und ruft sich das Schicksal dieses Menschen ins Gedächtnis.

Ähnlich verschwommen, wie ihn das Cover zeigt, dürfte William Stoner den meisten seiner Studenten geblieben sein. Er unterrichtete als Dozent an einer amerikanischen Universität, gründet eine Familie und versucht ein gutes Leben zu führen. Doch unbarmherzig wird er von seiner Umwelt gelebt und muss sich seinem Schicksal anpassen.

Das mag nicht immer leicht zu lesen sein, die meisten Menschen dürften sich aber in diesem literarisch wertvollen Roman irgendwo wiederfinden und mit Stoner Mitgefühl und Mitleid haben.
Seien wir froh, dass es dieser Roman aus der Vergangenheit zu uns geschafft hat und zeit, wie zeitlos gute Literatur sein kann!
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen hinreißend, 29. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Stoner: Roman (Gebundene Ausgabe)
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Ein hinreißender Roman schlicht und schnörkellos geschrieben aber begeisternd.
Ein Junge auf dem Lande, der Farm der Eltern geboren und aufgewachsen, der eigentlich recht stoisch seinen Weg geht und das sein Leben lang.
Es sind immer Einflüsse von Aussen die seinen Weg in bestimmte Richtungen wenden.Die Eltern sagen er solle Agrarwissenschaften studieren, er tut es, in einer Vorlesung offenbart sich ihm seine wirkliche Bestimmung und er ändert seinen Studiengang und sein Prof. sagt ihm dann das er an der Uni bleiben und lehren soll, auch das macht er dann.
So geht er weder in den Ersten Weltkrieg, sieht nur einen guten Freund darin sterben, erlebt den zweiten Weltkrieg aber immer von der Uni aus.
Er verliebt sich in ein schönes Mädchen das er dann auch gleich heiratet ohne sie näher zu kennen und erlebt eigentlich nur ein Fiasko mit ihr, seine Liebe wird nicht erwidert, er wird mit diversen Tricks von seiner Frau auf Abstand gehalten, nur um schwanger zu werden lässt sie sich ein und zeigt ein wenig Gefühl. Ansonsten agiert sie fast bösartig gegen ihn und entfremdet ihm auch seine sehr von ihm geliebet Tochter die er die ersten Jahre fast allein großgezogen hatte.
Eine große Liebe erfährt er dennoch als er eine junge Doktorantin kennenlernt, aber das Dünkel der damaligen Zeit und die besondere Feindschaft zu seinem Fachbereichsleiter zerstören sein endlich gefundenes Glück.
In der Uni hat er einen schweren Stand eben wegen dieser Feindschaft und wird dadurch benachteiligt und schikaniert.
Erst nach langer Zeit weiss er sich zu wehren und setzt Veränderungen in seinem Sinne durch.
Freunde hat er bis auf den Dekan des Fachbereichs eigentlich keine und dieser ist ein Freund noch aus der Zeit als er das Studium aufnahm.
Er geht seinen Weg so wie er sich ihm auf tut, erträgt alles mit Gelassenheit und sehnt sich doch nur nach etwas Liebe, seine Leidenschaft trägt er in seine Vorlesungen und Seminare, Zuhause ist sie ja nicht gern gesehen, da leben er und seine Frau jeder sein Leben.
Die Tochter eigentlich seine Hoffnung wird schwanger und muss entsprechend der Zeit heiraten und verliert ihren Mann an den Krieg und wird Alkoholikerin und selbst darüber freut sich Stoner...so hat sie wenigstens etwas was sie glücklich macht.
Arbeiten wollte er bis zum Schluss da er nicht wusste was er mit seiner vielen Freizeit hätte anstellen sollen aber da machte ihm die Krankheit einen Strich durch, aber auch da klärt er noch alles zuvor, räumt sein Leben auf um dann friedlich zu entschlafen unter dem Einfluss starker Schmerzmittel.
Ein packender Roman den zu lesen es wirklich lohnt, ein Spiegel seiner Zeit und eines bewegten und ertragenen Lebens.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wundervolle Beschreibung, 28. Dezember 2013
Von 
CogitoLeider - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Stoner: Roman (Gebundene Ausgabe)
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Inhalt

Das Leben des William Stoner.

Cover und Ausstattung

Sehr edel kommt dieses Buch daher, vom Cover her eher unscheinbar, aber seriös, dafür mit ‚Leineneinband’ und Lesebändchen. Da weiß man gleich, dass dieses Buch etwas Besonderes ist. Vom Literarischem her.

Meine Meinung

Es ist nicht leicht, diesen William Stoner zu fassen zu bekommen, und sympathisch ist er auch erst später, bleibt der Autor doch sehr distanziert zu seinem Protagonisten. Auch ist die Geschichte als solche nicht so richtig fesselnd, denn es plätschert einfach so dahin. Und hier ist der Punkt, der mich begeistert hat. Denn es ist genauso, wie es im Leben nun mal ist. Man wird geboren, man lebt, man stirbt. Es gibt kleine und große Katastrophen, kleine und große Lichtblicke, aber richtig spektakulär ist es eben selten. Auch die ganz großen Gefühle, die wir im Moment des Geschehens als umwerfend empfinden, sind auf das Leben betrachtet doch nur Intermezzi einer langen Handlung. Und so versöhnt das Ende. Wenigstens ein wenig. Denn durch all die Distanz von John Williams scheint doch sehr viel Sympathie hindurch, die sich auf mich übertragen hat. So kann man durchaus manche Geschehnisse bedauern, den Helden der Geschichte bemitleiden, aber er ist seinen Weg so gut gegangen, wie er es eben konnte. Und hält einem damit auch ein wenig den Spiegel vor. Denn wie ist das mit einem Rückblich auf das eigene Leben?

Ich fand es gut, einen Blick auf ein Leben zu werfen, das normal ist. Und durchschnittlich, finden wir ähnliche Lebensläufe doch allerorten. Und das versöhnt.

Stil

Wundervoll!

Flüssig, gehaltvoll, ohne Ecken und Kanten, ohne Ausrutscher, ohne Misstöne!

Es fließt einfach und zwar auf einem wunderbar hohen Niveau, ohne den Leser zu überfordern. Ein Genuss!

Fazit?

Mir hat es sehr gefallen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Er begann sich nämlich zu fragen, ob sein Leben lebenswert sei, ob es da je gewesen sei.", 16. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Stoner: Roman (Gebundene Ausgabe)
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Der Titel der Rezension gibt die zentrale Fragestellung, die sich Stoner im Laufe des Lebens stellt, treffend wieder.

Stoner von John Williams handelt von der Lebensgeschichte des William Stoner, Sohn armer Farmer aus der Provinz in Missouri, der von seinen Eltern auf die Universität Columbia/Missourie geschickt wird, um dort Agrarwissenschaften zu studieren.

Der Vater erhofft sich davon Nutzen für die Bewirtschaftung seiner Farm. Doch William Stoner bricht bereits früh das Studium der Agrarwissenschaften ab und wechselt zum Studium der Philosphie und Literatur, weil er in sich die Liebe zur Literatur entdeckt und von einem seiner Professoren darin bestärkt wird, zu lehren bzw. eine akademische Laufbahn einzuschlagen. Allerdings bleibt seine Karriere und seine Tätigkeit - wie er sich selbst oft selbst eingestehen muss - nur Mittelmaß. Erst zum Ende seiner beruflichen Laufbahn wird er vom Assistenzprofessor zum ordentlichen Professor befördert. Bereits kurz nach der Hochzeit wird Stoner auch klar, dass seine Ehe nicht das werden wird, was er sich erhofft hat.

Bereits die erste Seite des Buches nimmt das Ende des Romans im Prinzip vorweg, indem unmittelbar der Tod der Hauptfigur William Stoner im Jahr 1956 erwähnt wird.

Wie ein Mitrezensent bereits darstellte, begegnet dem Leser eine gewisse Trostlosigkeit. Diese betrifft z. B. die spröden Eltern, die herrische und lieblose Ehefrau und die Probleme Stoners an der Universität mit seinem Vorgesetzten. Aber gerade das macht die Stärke des Romans neben dem unaufgeregten und zurückhaltenden, sachlichen und sprachlich geschliffenen Schreibstil aus.

Dem Autor gelingen einfühlsame und detallierte Charakterzeichnungen der Figuren, die es ermöglichten Empathie für den Protagonisten Stoner zu empfinden.

Ein großes Buch über das Leben eines Universitätsprofessors. Besonders zum Ende hin hat mich das Buch ausgesprochen bewegt. Absolut und uneingeschränkt empfehlenswert.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Leise und beharrlich wie atmosphärisches Rauschen, 24. November 2013
Von 
T. Jannusch "rumble-bee" (Velbert) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Stoner: Roman (Gebundene Ausgabe)
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Meine Güte, Anna Gavalda und Tom Hanks wurden mit jubelnden Zitaten auf das Cover gepackt - da war meine Erwartungshaltung und Messlatte hoch gesteckt. So ganz kann ich den allgemeinen Jubel und Rummel immer noch nicht nachvollziehen, obwohl mir das Buch insgesamt gut gefallen hat.

Durch das Vorwort und einige Bemerkungen zur Biographie des Autors erfährt man, dass dieser sich wohl in der Handlung und in seinem Helden gespiegelt haben mag, aber nicht bewusst auf tatsächliche Verhältnisse anspielen wollte. Genau das strahlt das Buch für mich aus: eine leise Beharrlichkeit, ein wie beiläufiges Reflektieren einer Epoche, und eine gewisse anrührende Atmosphäre.

Der Autor war selber Dozent an einer amerikanischen Universität des Mittelwestens - dementsprechend sind ihm auch, meiner Meinung nach, die Passagen, die an der Universität spielen, am besten geglückt. Hier habe ich mit Spannung an den Seiten geklebt, denn die akademischen Querelen und Rangeleien um Posten und Lieblingsstudenten sind ziemlich gut getroffen.

Weniger gelungen finde ich das Privatleben Stoners, der sich allzu lethargisch verhält angesichts seines privaten Desasters. Seine Ehefrau hat er unklug gewählt, sie scheint hysterisch und mit diversen psychischen Problemen behaftet. Doch nie zieht er daraus auch nur irgendeine Konsequenz! Ebenso untätig bleibt er, als seine Frau ihm mit voller Absicht die eigene Tochter entfremdet und quasi aus dem Haus grault. In diesen Aspekten hat das Buch wohl nur zu seiner Erscheinungszeit weitere Relevanz gehabt - es atmet einen typischen Mief und Verhaltenskodex aus, die in weiten Teilen überholt sind.

Überhaupt war das Buch für mich vom Spannungsbogen her ungleichgewichtig aufgebaut. Erst ab ca. der Hälfte entwickelte es für mich einen Lesesog, den es braucht, um länger im Gedächtnis zu bleiben. Es steigerte sich konsequent hin bis zum wirklich anrührenden Ende. Hier wird ein Sterben und ein Lebensrückblick wirklich einfühlsam und meisterhaft geschildert; alle Achtung!

Das Buch wird eigentlich von seiner Sprache getragen, die zwar auf den ersten Blick einfach scheint, sich aber dadurch auszeichnet, dass sie sich durch unaufdringliche Eleganz in die Gehirnwindungen des Lesers eingräbt. Besonders gegen Ende hin, als es um die Krankheit und das Sterben Stoners geht, wird die Formulierkunst des Autors sichtbar. Ohne auf die Tränendrüse zu drücken, sind die letzten Kapitel einfach nur schön.

Tja, wie erklärt man sich diesen Überraschungserfolg? Auch bei anderen amerikanischen Autoren, die heutzutage so bejubelt werden (wie beispielsweise J. R. Moehringer) habe ich den Hype nicht verstanden. Oft ist es nur gepflegte Langeweile, die diesen Büchern entströmt. Vielleicht typisch für Amerika, das sich hinter seiner grellbunten und hektischen Fassade nach Einfachheit sehnt...? Immerhin zeichnet "Stoner" aber eine tiefe Menschlichkeit und sprachliche Kunstfertigkeit aus, die allerdings nicht übertünchen kann, dass manches heutige Leser nicht mehr erreicht. Kann man das Buch empfehlen? Ja, wenn man den Adressaten wirklich gut kennt, dann schon.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für mich ein "Klassiker"!, 12. Oktober 2013
Stoners Geschichte spielt in einer anderen Zeit, in der einiges anders war als heute. Trotzdem konnte ich mich gut in die Personen hineinversetzen. Und besonders Stoner ist mir ans Herz gewachsen. Als Leser begleiten wir ihn durch sein ganzes Leben, bis zum Ende. Und es wird nichts beschönigt. John Williams beschreibt es genauso, wie es ist, manchmal mit direkten Worten, manchmal mit guten Vergleichen und Wendungen, mit denen er die Gefühle des Protagonisten besser ausdrücken kann. Besonders der Vergleich, dass die offene Welt dem Stoner ein Gefängnis sei, blieb bei mir hängen und hat mich zum Weiterdenken gebracht. Wenn man sich auf die Geschichte einlässt, lernt man nicht nur Stoner kennen, sondern auch noch so einiges mehr.

Was ich auch sehr mochte, war der melancholische Schreibstil, es wird immer wieder angedeutet, dass die Dinge nicht so bleiben werden, wie sie sind, besonders, wenn sie gerade schön sind. Und genau das macht die wenigen Augenblicke noch kostbarer. Sowieso sehe ich den Roman nicht nur als eine Geschichte „über die Liebe zur Poesie, zur Literatur, und auch über die romantische Liebe“, sondern auch als einen Appell an das Leben in die Gegenwart.

Die Erzählstimme von Burghart Klaußner passt perfekt zur Geschichte. Ich dachte so einige Male, dass Stoner seine Lebensgeschichte in dritter Person selbst erzählen würde. Der Sprecher schmilzt sozusagen in die Geschichte mit ein und wird selbst Teil davon.

„Stoner“ wurde 1965 das erste Mal gedruckt und gilt als lange vergessener Roman. Meiner Meinung nach würde er sich auch als Schullektüre eignen. Daher auch mein Fazit: Lesenswert für jeden! Für mich ein „Klassiker“, der zu den Pflichtromanen gehört, die man auf jeden Fall gelesen haben MUSS!
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5.0 von 5 Sternen Ja, so kann das Leben gehen..., 19. Januar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Stoner: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ein wunderbares Buch, ohne Schnörkel gradlinig erzählt, mitreißend, einfühlsam, traurig. In einem Zug durchgelesen, und zum Schluß gedacht: Himmel, das soll es gewesen sein? Was bleibt, und was hat man als Mensch im Laufe seines Lebens bewirkt?
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Highlight!, 1. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Stoner: Roman (Gebundene Ausgabe)
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William Stoner stammt aus einer armen Bauernfamilie. Diese arbeitet hart, ist jedoch streng und lieblos. Obwohl er eigentlich Agrarwissenschaften studieren sollte, findet er seine Liebe zur Literatur, als ein Dozent ein Sonett von Shakespeare vorliest.
Rasch fällt er die Entscheidung Literatur zu studieren und gibt sich dieser ganz hin. In diesem Buch dürfen wir sein gesamtes Leben verfolgen.

Die Geschichte braucht ein paar Seiten bis sie anläuft. Ich hatte leichte Probleme sofort einzutauchen, dies änderte sich jedoch schnell. Das Buch nimmt den Leser mit auf die Reise durch Stoner's Leben. Es wird sehr schnell sehr gefühlvoll und berührend. Das Lesen ist ein wahrer Genuss und auf seine eigene Art wird das Buch wahnsinnig spannend, denn als Leser möchte man unbedingt mehr über Stoner's Leben erfahren. Stoner ist ein sehr sympathischer und authentischer Charakter. Als Protagonist ist er äußerst präsent ohne aufdringlich zu sein. Die anderen Charaktere sind ebenfalls sehr gut beschrieben und man kann sich sofort ein Bild von ihnen machen.

Was mich am meisten begeisterte: John Williams hat einen wunderschönen, unaufdringlichen und emotionalen Schreibstil. Ein wahrer Genuss!

Fazit: Ich habe das Lesen dieses Buches geliebt. Es ist etwas ganz besonderes und ein Genuss für jeden Literaturliebhaber. Es berührt den Leser mit viel Tiefgang und regt (auch noch Tage danach) zum Denken an. Sowohl Schreibstil als auch Geschichte konnten mich begeistern.
Für mich ein absolutes Highlight, das ich garantiert wieder lesen werde :)
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Stoner: Roman
Stoner: Roman von John Williams (Gebundene Ausgabe - 1. September 2013)
EUR 19,90
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