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21 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berichte aus der Parallellwelt...
Bereits 1965 in Amerika erschienen, liegt John Williams Roman „Stoner“ nun auch auf Deutsch vor. Nominell ein sogenannter Campus-Roman, der von dem Englischdozenten William Stoner erzählt, umfasst das ca. 350seitige Werk aber das gesamte Leben dieses „kleinen““ Mannes.

Geboren auf einer Farm im ländlichen Ohio Ende des...
Vor 11 Monaten von Gavin Armour veröffentlicht

versus
37 von 40 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Mein "Depri-Highlight" 2013
Nach so viel Lob über die „Neuentdeckung“ des Jahres war ich sehr gespannt auf dieses Buch. Es wird als „zutiefst menschlich“ beschrieben und von vielen als persönliches Jahreshighlight genannt, wenn man sie danach fragt. Mir wird es vor allem als zutiefst deprimierend und trostlos in Erinnerung bleiben.

Stoner, der Sohn eines...
Vor 13 Monaten von Eskalina veröffentlicht


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5.0 von 5 Sternen Großartiges Buch, 28. Dezember 2013
Von 
Lilli55 "Lilli55" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Stoner: Roman (Gebundene Ausgabe)
Vine Kundenrezension eines kostenfreien Produkts (Was ist das?)
Hin und wieder stößt man als Leser auf einen Roman, der einem stark beeindruckt und lange nachwirkt. Das Buch Stoner gehört für mich dazu!
Die Geschichte ist rasch erzählt: William Stoner wird Anfang des 20. Jahrhunderts in Missouri als einziges Kind armer Farmer geboren. Das Leben ist karg und ohne Abwechslung, der Boden gibt trotz harter Arbeit kaum genug her, um das Leben der Familie zu sichern. Der Vater entschließt sich, dem Sohn ein Studium der Agrarwissenschaften zu ermöglichen, in der Hoffnung, dass mit modernen Methoden die Farm mehr Ertrag abwirft. Doch William entwickelt sich in an der der Uni in eine andere Richtung, d. h. er entdeckt die Liebe zur Literatur und wird nicht mehr auf die Farm zurückkehren, bleibt an der Uni.
Ein Leben mit Höhen und Tiefen, das aber insgesamt relativ unspektakulär und durchschnittlich ist wie das Leben Millionen anderer Menschen. Die Sprache ist außergewöhnlich kraftvoll, klar und intensiv. Dem Autor J. Williams ist es gelungen, das Leben des William Stoners in einer besonderen Art und Weise zu erzählen, die lange Zeit nachwirkt. Der Roman wurde bereits viel früher geschrieben, der Autor verarmt verstorben, hat leider den großen Erfolg seines Romans nicht mehr miterleben können.
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5.0 von 5 Sternen „Stoner“, der liebenswürdige Purist., 25. November 2013
Von 
Thomas Brasch (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Stoner: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wäre es eine Biografie, so müsste man sie als Widerspruch zu Adornos „Es gibt kein richtiges Leben im falschem“ lesen. Denn vieles entscheidende im Leben der Romanfigur läuft falsch: Ehe, Karriere, Vaterschaft, Freundschaft und Liebschaft. Doch Stoner bleibt sich treu und zeigt Haltung gegenüber allen, die ihm nicht wohlwollen. Sicher wundert man sich über viele seiner Lebensentscheidungen, die einmal getroffen auch nicht mehr revidiert werden. Jegliche Chance, auszubrechen, einen Neuanfang zu wagen, erwägt er nüchtern und entscheidet sich immer für den bekannten Status quo. Er repräsentiert damit den Typ Mensch, der es vorzieht, sich in seinen bekannten unglücklichen Umständen einzurichten anstatt etwas zu wagen und die Chance auf das Glück zu ergreifen. Positiv umschrieben, sind es Menschen mit sehr bescheidenen Erwartungen an das Leben. Ein sicher nicht seltener Zeitgenosse – damals wie heute. Doch ist das falsch gelebt?

Rückblickend könnte Stoner dies vermuten lassen. Denn wirklich zufrieden ist er mit dem nicht, was er am Ende seines Lebens erreicht hat. Und auch der Leser könnte einstimmen. Denn der Roman löst nichts davon ein, was man gemeinhin von einem Roman erhofft: die persönliche Entwicklung und Reifung des Protagonisten aufgrund außergewöhnlicher Lebensumstände und Schicksalseinflüsse, aus denen am Ende entweder ein tragischer oder ein geläuterter Held erwächst. Bei Stoner empfindet man fast umgekehrt. Alle und alles um ihn herum wandelt sich, nur er nicht.

Und dies ist für mich das Überraschende am späten Erfolg des Romans. Es wäre viel leichter zu erklären, warum er bislang keine größere Leserbegeisterung fand als nachzuvollziehen, warum er jetzt so enthusiastisch aufgenommen wird. Sicher, in Form und Stil ist der Roman herausragend, einmalig puristisch und damit vorbildlich für alle angehenden Autoren. Ein perfektes Studienobjekt für kreatives Schreiben. Schon dafür gebühren ihm 5 Sterne. Doch die Geschichte müsste Lektoren zurückschrecken lassen und den Leser am Ende frustrieren – denn wer wünscht sich schon ein Buch zu lesen das sich der Ereignislosigkeit eines ganz durchschnittlichen Lebens widmet?

Da das offensichtlich nicht so ist, lässt sich vielleicht vermuten, dass heute – also fast 50 Jahre nach Ersterscheinen des Buches – doch einige Menschen mehr akzeptieren, auch mit dem erreichten Mittelmaß in der Gesellschaft zufrieden zu sein. Und sie erkennen in der Figur Stoner an, dass es nicht der sichtbare Status ist, nicht der Habitus, der eine für uns interessante Persönlichkeit ausmacht, sondern vermehrt ihre Haltung, Charakter, Güte, Toleranz, Empathie – vorausgesetzt, wir lenken unsere Aufmerksamkeit darauf. Dies tut John Williams in seinem Roman und lässt uns viel in das Innere des Helden „Stoner“ blicken, zum Beispiel über seine Erkenntnisse die Liebe betreffend:

„Als William Stoner sehr jung war, hatte er die Liebe für einen vollkommenen Seinszustand gehalten, zu dem Zugang fand, wer Glück hatte. Als er erwachsen wurde, sagte er sich, die Liebe sei der Himmel einer falschen Religion, dem man mit belustigter Ungläubigkeit, vage vertrauter Verachtung und verlegener Sehnsucht entgegen sehen sollte. Nun begann er zu begreifen, dass die Liebe weder Gnade noch Illusion war; vielmehr hielt er sie für einen Akt der Menschwerdung, einen Zustand, den wir erschaffen und dem wir uns anpassen von Tag zu Tag, von Augenblick zu Augenblick durch Willenskraft, Klugheit und Herzensgüte.“

Man findet viele solcher betörenden Stellen im Roman und beendet das Buch mit dem Gefühl intensiv am Leben eines sehr liebenswürdigen Menschen teilgehabt zu haben. Das ist für mich die hohe Kunst des Erzählens.
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5.0 von 5 Sternen .......zum hörbuch..............MIT BURGHART KLAUßNER, 15. November 2013
Von 
J. Fromholzer "fromholzer" (bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Vollkommen entschleunigt und sehr melancholisch ist der Gesamteindruck dieser STONER LESUNG von Burghart Klaußner. John Williams erzählt in seinem Buch -- total unspektakulär -- vom Leben und der Karriere eines amerikanischen Literaturprofessors, eines klassischen Durchschnittstypen. Nichts besonderes zeichnet ihn aus; die Geschichte setzt vor dem 1. Weltkrieg ein.

Das Buch ist doppelt geerdet: einmal durch die ruhig dahinfließende Erzählweise von John Williams und zum anderen durch die meditative Stimme von Klaußner. Dadurch bietet das Hörbuch ein perfektes HERBSTLICHES Hörvergnügen, zum Anhören bei einem Glas Rotwein, wenn es draußen stürmt und regnet. Ein Herbstbuch, kein Sommerbuch.

Nicht nur Melancholie, auch Hoffnungslosigkeit macht sich in diesem Roman breit. Wo ist überhaupt noch eine Perspektive im Leben von Stoner? Wenn nun mancher Leser im - gedruckten - Buch dieses zur Seite legt und nicht mehr weiterliest ---- beim Hörbuch passiert das nicht. Man hört weiter, nicht wegen John Williams, sonder wegen BURGHART KLAUßNER !

( J. Fromholzer )
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5.0 von 5 Sternen Ein Leben, 14. November 2013
Von 
_LIA - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Stoner: Roman (Gebundene Ausgabe)
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In John Williams Roman geht es um den Lebensweg des Literaturprofessors William Stoner.
Dieser wurde in einfachen Verhältnissen auf dem Bauernhof einfacher Menschen geboren. Anfang des 20. Jahrhunderts beginnt er Agrarwissenschaften zu studieren, um später den Hof seiner Eltern zu übernehmen. Doch an der Universität entdeckt er seine Liebe zur Literatur, wechselt den Studiengang und widmet sich fortan diesem Fachbereich.
Als der erste Weltkrieg los geht bleibt er an der Uni und zieht nicht mit den Kameraden in den Krieg. Stoner ist eher jemand, der sich raushält, der ein stilles, unaufgeregtes Leben führt.
Alle Höhen und Tiefen des Lebens ziehen im Grunde an ihm vorbei. Die unglückliche Ehe, Intrigen und Machtkämpfe an der Uni, an der er mittlerweile Professor ist, nimmt er auf ruhige und bescheide Art hin.
Sein Leben ist kein aufregendes Abenteuer, er ist weder Held noch Schurke. Er ist ein durchschnittlicher Mensch, mit durchschnittlichen Problemen.
Trotzdem ist das Buch für mich alles andere als Durschnitt.
Das Buch ist sprachlich sehr dicht und durch den angenehmen Erzählton etwas sehr besonders!
Es ist kein aufregender Spannungsbogen notwendig um sich vom Leben des William Stoner fesseln zu lassen.
Ich kann dieses Buch auf jeden Fall empfehlen, könnte mir aber vorstellen, dass es nicht für jeden Leser etwas ist. Freunde aufregender Thriller sind möglicherweise nicht gut bedient. Mir hat gerade der leise Erzählton gefallen. Rein objektiv ist "Stoner" kein "Pageturner" und doch war es für mich ein Buch, das ich schwer aus der Hand legen konnte und das auch nach dem Lesen noch nachklingt.
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5.0 von 5 Sternen John Williams - Stoner, 12. November 2013
Von 
hasewue - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Stoner: Roman (Gebundene Ausgabe)
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William Stoner ist Doktor der Philosophie im Fachbereich Englisch an der Universität von Missouri.
Erzählt wird in „Stoner“ seine Lebensgeschichte.

John Williams erzeugt mit einem außergewöhnlichen Schreibstil schon zu Beginn einen starken Tiefgang der Geschichte.
Stoner ist ein Charakter, der überzeugt und mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Er ist nicht eine dieser schillernden, auf den ersten Blick präsenten Personen, sondern eher eine tragische Figur, die mich berührt und deren Geschichte mich auch fasziniert, obwohl sie manchmal nichtssagend wirkt.

„Stoner“ von John Williams ist ein wortgewaltiges Buch, mit vielen Facetten und einer ganz besonderen Figur in der Hauptrolle!

5 von 5 Sternen!
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5.0 von 5 Sternen Berührend, 10. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Stoner: Roman (Kindle Edition)
John Williams "Stoner" ist 50 Jahre alt und doch so nah. Am berührendsten ist für mich der Moment, wo der Farmersohn William Stoner die Literatur entdeckt. In den Schwarz-Weiß-Film seines Lebens kommt plötzlich Farbe. Die Welt enthüllt ihm ihre verborgene Schönheit. All seine Niederlagen, die William Stoner in diesem Buch stoisch erträgt, können diesen Moment nicht verdunkeln. Er hat einen Funken Ewigkeit gesehen. Das ist mehr, als den meisten Menschen vergönnt ist.
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5.0 von 5 Sternen Der leise Held, 4. November 2013
Von 
olli2308 (Halfing) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Stoner: Roman (Gebundene Ausgabe)
Für mich kommt dieses Buch in die Hall of Fame direkt hinter Pascal Merciers Nachtzug nach Lissabon. Warum?
Es hat mich von der ersten bis zur letzten Zeile gepackt, gefesselt, berührt und nachdenklich gemacht. Ich konnte mich mit einem sehr ambivalenten, leisen „Helden“ identifizieren, der ein merkwürdig entfremdetes Gefühl für die modernen Zeiten hatte, sich fast nie zur Wehr gesetzt hat und doch seine Würde und Werte bewahrt hat. Ich habe sein Interesse, ja seine Liebe zur Literatur und zur Welt der Poesie geteilt, Verständnis für seine Weigerung, in den Krieg zu ziehen, gehabt und mit ihm gelitten, wenn er angesichts seiner gefühlskalten Frau nicht mehr ein noch aus wusste. Meines Erachtens trifft das Lebensgefühl von William Stoner genau das Lebensgefühl der Menschen in der Postmoderne: Entfremdet von sich selbst, angepasst und doch im Inneren passiv-aggressiv und rebellisch, wenn es darauf ankommt.

Wie schön, dass diesem feinfühligen Menschen doch so etwas wie Liebe passiert, wenn auch nur kurz und ohne Happy End. Sein außereheliches Verhältnis mit einer Studentin scheitert zwar an den „Verhältnissen“, aber es entschädigt ihn auch für seine Katastrophen-Ehe mit einer Psychopathin, die ein Leben lang keinen Zugang zu ihren Gefühlen gefunden hat. Angesichts der Trennung von seiner Geliebten bricht auch aus William Stoner die Leidenschaft heraus, eine der berührensten Szenen im ganzen Buch: „Plötzlich war ihm, als sei sie nebenan und er habe sie gerade erst verlassen; die Hände kribbelten, als hätten sie Katherine noch eben berührt. Da brach sich das so lang aufgestaute Verlustgefühl Bahn, überflutete ihn, und er ließ sich mitreißen, verlor alle Beherrschung…Jenseits von Taubheit, Verlust und Gleichgültigkeit gab es sie, diese Leidenschaft, stark und ungeschmälert, und sie war immer da gewesen…“

Ich möchte auf die Inhaltsebene und die wunderschön präzise Sprache, die zugleich trostlos und tröstend ist, nicht mehr eingehen, das haben die anderen Rezensenten schon zur Genüge getan. Ich möchte aber auch auf einen Aspekt hinweisen, der bisher noch nicht gewürdigt wurde. Mit Gordon Finch, dem Studienfreund und späteren Dekan der Universität, verbindet William Stoner eine lebenslange Freundschaft, die selbst schwerste Turbulenzen und Konflikte überlebt. Mit diesem Charakter hat John Williams das Gute, Loyale und Treue im Menschen gezeichnet und der lebenslangen, unzerstörbaren Bande der Freundschaft ein Denkmal gesetzt.
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4.0 von 5 Sternen Die Geschichte eines Lebens, 26. Oktober 2013
Von 
Kuddl - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Stoner: Roman (Gebundene Ausgabe)
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Stoner ist der Sohn von Farmern, der zum Studium der Landwirtschaft an die Univerität geht, dort aber seine Liebe zur Literatur entdeckt und schließlich eine akademische Laufbahn als Dozent anstrebt. Eine Tätigkeit, die er bis zu seinem Tod ausübt.
Sein Leben ist letztlich genauso unspekatulär, wie es sich anhört - und letztlich doch nicht. Denn Stoner, der wirkt, als fehlten ihm die Konturen, erlebt was Liebe, Enttäuschung und Hass aus den Menschen, aus ihm macht. Er ist ein Mann, der sich nichts aus dem macht, was die Menschen von ihm denken und dem dann doch meist die Kraft fehlt, sich für sich selbst einzusetzen. Er heiratet eine Frau, die ihn von Anfang an eingentlich nicht wirklich will und verlässt sie trotz ihrer grausamen und krankhaften Launen nicht. Er wirkt dabei absolut apathisch, was mich manchmal rasend gemacht hat während des Lesens. Man möchte ihn wachrütteln, ihm Vernunft einbläuen und dennoch mag man ihn - eine echte schriftstellerische Leistung.
Die Figuren in diesem Roman sind manchmal deutlich überzeichnet und nur, wer zwischen den Zeilen lesen kann, hat eine Chance, diese Geschichte auch nur ansatzweise zu verstehen. Aber gerade diese Herausfoderung bedeutete für mich die Freude an diesem Buch - gepaart mit der Lust an den schönen Fomulierungen.
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5.0 von 5 Sternen Die tragische Figur, 26. Oktober 2013
Von 
anushka (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Stoner: Roman (Gebundene Ausgabe)
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William Stoner ist keiner, der sich gern in den Mittelpunkt drängt oder aufschneidet. Er ist der ruhige, bescheidene Sohn von Farmern, der 1910 im Alter von 19 Jahren an die Universität von Missouri geht um dort zwei Jahre lang Agrarwirtschaft zu studieren. Bei einem Grundkurs über Literatur entdeckt er seine Leidenschaft für das Fach, wechselt kurzerhand den Studiengang und folgt für den Rest seines Lebens einer akademischen Laufbahn.
Stoner ist kein wirklicher Duckmäuser, der einem beim Lesen unsympathisch wäre. Viel mehr ist er sehr pragmatisch und erträgt stoisch die Situationen, die ihm das Leben beschert. Leider verlaufen weder Ehe noch Beruf problemlos und völlig unverständlich macht sich Stoner Feinde, die ihm sein Leben schwer machen.

"Stoner" wurde bereits in den 1960er geschrieben und jetzt, fast 20 Jahre nach dem Tod des Autors, wiederentdeckt. Und man merkt es diesem Roman wirklich nicht an, dass er bereits "so alt" ist, sondern er passt mit seinem Schreibstil perfekt in die heutige Zeit und die aktuellen literarischen Angebote. Wenn überhaupt, fällt der Schreibstil positiv auf und macht die damalige Zeit greifbarer. Wie im Klappentext angekündigt ist dieses Buch wirklich vieles: Liebesroman, Lebensgeschichte, Gesellschafts- und Campusroman. Stoner bleibt sein gesamtes Leben an der Universität und so wird der Leser hineingesogen in die Campusintrigen und das Gerangel um die akademische Geltung. Und als Stoner endlich Gutes widerfährt oder er sich auflehnt, gönnt man es ihm von ganzem Herzen. Gerade durch seine Bescheidenheit und Genügsamkeit schleicht er sich ins Herz des Lesers. So sehr, dass man richtig mitleidet, wenn er den Böswilligkeiten seiner Mitmenschen ausgesetzt ist. Und so wird Stoner in seinem eigenen Leben die tragische Figur. Am Ende bleibt man mit dem Gefühl zurück, der Mann hätte so viel Besseres verdient und dass das Leben zu kurz ist, um es sich von anderen vermiesen zu lassen.

"Stoner" vermittelt sehr überzeugend die gesellschaftlichen Gegebenheiten zwischen 1900 und den 1950ern. Sprachlich sehr ansprechend ist das Buch auch heute noch zeitgemäß und berührend und ergreift das Herz seiner Leser. Wenn Stoners Leben im großen Universum auch noch so trivial wirkt, so ist dieses Buch trotzdem ein Lesevergnügen über die "kleinen" Existenzen dieser Welt und absolut empfehlenswert.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein seltener Glücksgriff, 19. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Stoner: Roman (Gebundene Ausgabe)
Anna Gavalda meinte zu Stoner: "Ich habe mich verliebt" - ich mich ebenso!
Ein leises Buch, gut zu lesen und gerade durch die fehlende Effekthascherei unglaublich bewegend.
Es gibt Bücher, bei denen ich traurig bin, wenn ich die letzte Seite aufschlage...dieses gehört dazu.
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Stoner: Roman
Stoner: Roman von John Williams (Gebundene Ausgabe - 1. September 2013)
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