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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So kann man Afrika helfen
Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann: Mit einem Vorwort von Rupert Neudeck
Volker Seitz,
Afrika wird armregiert ' oder Wie man Afrika wirklich helfen kann
Deutscher Taschenbuch Verlag 2005, 5. Auflage 2011
ISBN 978-3-423-24808-2

Dieses Buch ist ein überzeugendes Plädoyer für Entwicklungshilfe -...
Veröffentlicht am 19. April 2012 von Dr. Reinhard Ganten

versus
23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erfahrung am eigenen Leib
Es ist der Ausdrucksweise des Autors deutlich anzumerken, wie viel er durch seine Arbeit in Afrika an sinnloser Entwicklungshilfe miterlebt und wie sehr er sich darüber geärgert hat. Leider bleibt er dabei fast immer im Allgemeinen, ohne konkrete Fälle zu nennen. Dies mag für einen Diplomaten passend sein, aber als Autor hätte er mehr ins Detail...
Veröffentlicht am 9. Juli 2009 von tanja kroll


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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen So kann man Afrika helfen, 19. April 2012
Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann: Mit einem Vorwort von Rupert Neudeck
Volker Seitz,
Afrika wird armregiert ' oder Wie man Afrika wirklich helfen kann
Deutscher Taschenbuch Verlag 2005, 5. Auflage 2011
ISBN 978-3-423-24808-2

Dieses Buch ist ein überzeugendes Plädoyer für Entwicklungshilfe - Entwicklungshilfe allerdings, die sich an den Interessen der Bevölkerung der afrikanischen Länder orientiert und nicht an den Interessen der Regierenden und der in den Ländern jeweils herrschenden Klassen.
Volker Seitz ist ein intimer Kenner Afrikas. Er hat als Diplomat im Auswärtigen Amt viele Jahre in Afrika gearbeitet, zuletzt vier Jahre als deutscher Botschafter in Kamerun. In den verschiedenen Funktionen hat er die Entwicklungen in afrikanischen Ländern intensiv verfolgt und dabei miterleben müssen, wie ineffektiv die offizielle Entwicklungshilfe meist ist. Sein engagiertes Buch räumt schonungslos mit der Vorstellung auf, dass Entwicklungshilfe in Afrika daran kranke, dass die entwickelten Staaten ihre Zusage nicht einhalten, 0.7% des BIP in Entwicklungshilfe zu stecken. Nicht zu wenig ist investiert, sondern eher zu viel, vor allen Dingen aber falsch. Es dürfe nicht das politische Ziel und damit ein Argument für 'erfolgreiche' Entwicklungspolitik sein, den Etat für Entwicklungshilfe möglichst groß zu gestalten. Grund für die Hilfe dürfe nicht eine 'Entschuldigung' für eine vermeintliche 'frühere Ausbeutung während der Kolonialzeit' sein. Dazu bestehe, insbesondere auch im weltweiten Kontext, keine Veranlassung. Grund für die Hilfe, ihr Ziel und damit auch die Grundlage für die Definition der Hilfsmaßnahmen müsse das Bemühen um eine tatsächliche Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung sein. Erfolgreich sei Entwicklungshilfe daher nur dann, wenn die Hilfe bei der Bevölkerung wirklich ankomme. Dies müsse auch evaluiert werden, nicht nur, ob bewilligte Gelder auch ausgezahlt werden.
Auf der Basis einer gut informierten und überzeugenden Analyse der afrikanischen Verhältnisse und der afrikanischen Bedürfnisse kommt Seitz zu dem Ergebnis, dass nur eine nachprüfbar nachhaltige Hilfe wirklich Hilfe ist. Und nachhaltig ist Hilfe nur dann, wenn die Bevölkerung mitarbeitet, selbst Opfer bringt und Ergebnisse daher als Erfolg eigener Leistung erkennt und entsprechend sichert. Das 'Aufspannen einer Hängematte' mit Geldern aus dem wohlhabenden Westen hilft nicht nur nicht, sondern stiftet großen Schaden, weil es lokale Initiativen und eigene Anstrengungen verhindert und damit das zerstört, was allein die Basis für auskömmlichen Wohlstand sein kann, wie viele ehemals arme Länder in Asien, Südamerika und auch in Afrika zeigen, nämlich die eigene harte zielgerichtete Arbeit in einer geordneten und funktionierenden Gesellschaftsstruktur.
Das Buch von Seitz ist eine obligatorische Lektüre für jeden, der sich in Entwicklungshilfe in Afrika engagiert.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überzeugend, 22. Oktober 2012
Wer dieses Buch gelesen hat, wundert sich nicht mehr darüber, warum "Afrika wird armregiert" von Volker Seitz seit Brigitte Erlers "Tödliche Hilfe" (1985) das wichtigste Buch ist, das sich kritisch mit der Praxis der Entwicklungshilfe auseinandersetzt.
Man spürt auf jeder Seite des Buches, dass der Autor, der siebzehn Jahre in Afrika "auf Posten" war, sich in ungewöhnlicher Weise bemüht hat, sein Diplomatenstübchen zu verlassen und den Dingen so weit wie möglich auf den praktischen Grund zu gehen. Diese Erfahrungen ermöglichen ihm, der theorielastigen und oft weltfremden deutschen Dritte-Welt-Diskussion harte Fakten entgegenzustellen, an denen niemand vorbeikommt, dem ernsthaft daran gelegen ist, sich mit der äußerst schwierigen und komplexen Realität der Entwicklungshilfe für Afrika auseinanderzusetzen.
Das Buch zeigt diese Realität in einem neuen Licht - wie wohl kein anderes zuvor.
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18 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Muss, für alle Afrikainteressierte, 14. November 2009
Dieses Buch ist ein Muss für alle die sich ernsthaft für Afrika interessieren und ungeschminkte Erfahrungsberichte wünschen.
Ich war selbst viele Jahre in der Entwicklungshilfe in Afrika tätig. Es ist erschreckend zu sehen, dass ganze Regionen ohne Hilfe von Außen gar nicht mehr existieren könnten. Die 'expats' werden all zu häufig von der Bevölkerung als einzige Möglichkeit für Einkommen und Entwicklung gesehen. Dem Staat und seinen Vertretern wird weder Verantwortung noch Rechenschaft abverlangt. Korrupte Multimillionäre in den Ministerien wissen genau, warum die Entwicklungshelfer so freundlich empfangen.
Wie oft musste ich selbst auf Dorfebene von Entscheidungsträgern die immer wiederkehrende Frage: 'Und was springt für MICH dabei raus?' hören? Das der Brunnen, die Schule, die Klinik der gesamten Dorfbevölkerung und auch den Nachbardörfern zugute kommt, interessierte sie wenig.
Volker Seitz spricht aus Erfahrung. Eine Erfahrung, die nicht durch gut organisierte Stippvisiten, die ein geschöntes Bild der Realität zeigen, erlangt wurde.
Es ist achtungsvoll, dass ein so ehrliches Buch über die ernüchternde Realität der Auswirkungen fremder Gelder auf Regierungsführung und Sozialstrukturen in Afrika zu schreiben.
Wer mit offenen Augen und Ohren Afrika bereist hat, wird Seitz nur Zustimmen können. Den negativen Einflüssen der geleisteten Entwicklungshilfe kann man sich nicht entziehen. Seitz scheut sich nicht Missstände klar anzusprechen. Bravo.
Seitz ruft dazu auf, die Entwicklungspolitik zu überdenken. Hilfe muss bei den Bedürftigen ankommen und nicht die Eliten bereichern. Es ist offensichtlich, daß Seitz nicht gegen sondern für Afrika schreibt. All jenen, ehrlichen, hart arbeitenden Afrikanern, all denen Menschen Afrikas, die gegen Korruption und Vetternwirtschaft anzukämpfen versuchen, die die Entwicklung ganzer Regionen behindert und Menschen jedwede Chance nimmt, sich aus der Armut zu befreien, all jenen ist 'Afrika wird armregiert' gewidmet.
Vielen Dank Herr Seitz.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wichtig auch für jene, die sich nicht für Entwicklungspolitik interessieren, 11. August 2010
Ein wichtiges Buch für alle, die sich für Entwicklungspolitik
interessieren - und vor allem für diejenigen, die das eigentlich nicht
tun.
Denn nicht unerhebliche Mengen Steuergelder gehen in die
Entwicklungshilfe, und das ist politisch weitestgehend akzeptiert. Die
Bundesregierung wird nicht müde zu beteuern, dass sie eigentlich noch
viel mehr ausgeben will, womit sie angesichts der Haushaltslage nichts
anderes erklärt, als neue Schulden machen zu wollen, um dieses Geld an
Entwicklungländer zu verschenken. Warum eigentlich?
In der Entwicklungshilfe gibt es viel political correctness und
Denkverbote. Damit räumt dieses Buch gründlich auf.

Es ist in einer leicht verständlichen Sprache ohne Entwicklungshilfe-Neusprech
geschrieben, dabei klar gegliedert in überschaubare und nicht zu
langatmige Kapitel, die auch als Einzelstückchen wert sind, gelesen zu werden.
Seine lange Afrikaerfahrung und seine im Buch durchgäng zu spürende
Zuneigung zu diesem Kontinent und seinen Menschen gibt dem Autor die
Sicherheit und Autorität, Dinge zu hinterfragen, die anzuzweifeln der
Entwicklungshilfe-Laie sich nicht traut, will er nicht riskieren, in die Ecke des
ignoranten, hartherzigen und geizigen Bös-Menschen gestellt zu werden.

Menschen sollten dieses Buch lesen, die sich eigentlich nicht für
Entwicklungspolitik interessieren, wohl aber für die Verwendung ihrer
Steuergelder. Dann kommt vielleicht endlich eine Diskussion in Gang, ob
einfach "mehr Geld" wirklich den Menschen in Afrika hilft, und ob es
wirklich ein Zweck in sich sein kann, 0,7% des BIP für Entwicklungshilfe
auszugeben.
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Erfahrung am eigenen Leib, 9. Juli 2009
Es ist der Ausdrucksweise des Autors deutlich anzumerken, wie viel er durch seine Arbeit in Afrika an sinnloser Entwicklungshilfe miterlebt und wie sehr er sich darüber geärgert hat. Leider bleibt er dabei fast immer im Allgemeinen, ohne konkrete Fälle zu nennen. Dies mag für einen Diplomaten passend sein, aber als Autor hätte er mehr ins Detail gehen können, ohne Namen zu nennen. So werden häufig in dem Buch Behauptungen aufgestellt, zu denen der Beleg fehlt, auch wenn sie schlüssig klingen. Gut sind die konkreten Vorschläge, wie man Entwicklungshilfe verbessern könnte.
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr zu empfehlen!, 12. März 2010
Ich betrachte dieses Buch als Produkt ausgereifter Beobachtungen aus vielen Jahren. Es wird dadurch zu einer subtilen Analyse eines manchmal fatalen Zusammenwirkens von kulturellen Faktoren mit modernen Strukturen. Dann lassen sich 50 Jahre Unabhängigkeit als schmerzhafter Prozess wahrnehmen, bei dem manche Politiker kaum aus der Geschichte gelernt haben. Mir gefällt es, dass V. Seitz seine Erkenntnisse nicht aus einer wirtschaftstheoretischen Analyse herleitet. Es sind dicht am Tatort beobachtete Sachzusammenhänge, die er zur Diskussion stellt. In seine Kritik nimmt er Europa gleichermaßen mit hinein und riskiert dabei keinesfalls, in die alte Falle des Neokolonialismusvorwurfs hinein zu tappen. Der Appell im Hintergrund, man möge Afrika die Chance geben, sich auf der Grundlage seiner Reichtümer zu entfalten wird auch durch eine transparente Analyse begründet. Zu den vielen Themen, die V. Seitz in seinem Buch anschneidet gehört der politische Missbrauch der Popularität des Fußballs. Es ist relativ selten, dass ein Europäer den Ernst dieses Problems wirklich sieht, wie V. Seitz es tut.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Für jedermann zugängliche und unverkennbare Kritik, nach Dekaden der Entwicklungszusammenarbeit, 23. Oktober 2011
In Seinem Werk "Afrika wird armregiert" schafft es Volker Seitz durch seine Erfahrungen auf souveräne Art und Weise die Schattenseiten der seit fünf Jahrzehnten andauernden Entwicklungshilfe, heute Entwicklungszusammenarbeit genannt (EZ), im Rahmen Afrikas aufzudecken.

"Bei einer ehrlichen Bestandsaufnahme stellt man fest, dass das Gros der Hilfe unter der Sonne Afrikas verdunstet ist." Dieser Satz aus der Einführung fasst recht gut zusammen, worauf Seitz hinaus will.

In der Literatur (vor allem Fachliteratur) wurde die EZ schon etliche Male definiert, erklärt, aufgedeckt und auch kritisiert (bspw. durch Nuscheler oder Rauch) aber meist sehr wissenschaftlich und nur für Fachkundige. Dieses Buch ist anders. Als Student der Humangeographie habe ich mich mit der EZ im Hauptstudium genau befasst und war auch selbst in Afrika in diesem Bereich studienbedingt tätig. Kritiker der EZ sind meist diejenigen, die vor Ort waren und wirklich gesehen haben, was alles nicht funktioniert und was die Industrieländer alles falsch machen. Seitz' Buch setzt genau an dieser Stelle an. Alle Tatsachen, die durch die Fachliteratur nicht enthüllt werden, erklärt Seitz. Das Buch repräsentiert also weniger die wissenschaftlichen Aspekte, dafür umso mehr die Erfahrungswerte und ist demnach einfach verständlich geschrieben, so dass es jedermann nachvollziehen kann, nicht nur Geographie- oder Politik-Studierende oder solche, die sich beruflich im Bereich der EZ tummeln.

Über sechs Kapitel hinweg geht Seitz zunächst auf grundlegende Dinge wie Erklärungen zum Kolonialismus oder die Budgethilfe ein, veranschaulicht die Probleme, die mit der Eigenverantwortung der afrikanischen Staaten entstehen und zeigt Entwicklungshindernisse auf. Am Ende erklärt Seitz, was sich ändern muss. Die in den Kapitel präsentierten Themen sind jeweils kurz und knackig zusammengefasst, so gibt es keine langen Ausschweifungen.

Alles in allem ein absolut empfehlenswertes Buch für alle diejenigen, die die Arbeit der EZ aus einer anderen (und der meiner Meinung nach wahren) Perspektive sehen wollen und Einblicke in die Auswirkungen der durch die Industrieländer verübten EZ erhalten möchten!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine schonungslose Analyse und eine hoffnungsvolle Perspektive gleichermaßen, 8. März 2010
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Der Autor des vorliegenden Buches weiß, wovon er spricht. Über 17 Jahre war Volker Seitz als Diplomat der Bundesrepublik Deutschland auf verschiedenen Posten in Afrika. Zuletzt war er Botschafter in Kamerun.

Direkt vor Ort hat er genau verfolgen und analysieren können, welche
katastrophalen Ergebnisse eine Form der Entwicklungspolitik seit den 70 er Jahren des vergangenen Jahrhunderts (vgl. Erhard Epplers aufrüttelndes Buch "Ende oder Wende" 1975, das für lange Zeit die Maßstäbe setzte) gezeitigt hat, bei der schon das Wort selbst einem falschen Denken entsprang, das sich mehr auf Barmherzigkeit und Überlegenheit stützte, als auf den Gedanken, dass die afrikanischen Länder wirklich selbständig werden könnten. Zu lange auch hat man geflissentlich übersehen, dass eines der wesentlichen Probleme die Misswirtschaft und die Korruption unter den afrikanischen Eliten war und noch immer ist.

Mit immer größer und auch teurer werdenden Tagungen und Konferenzen versuchte man über lange Zeit, Probleme in den Griff zu bekommen, deren Wurzeln ganz woanders lagen. Auch nach dem Ende des Kalten Krieges, dessen Scheidungen sich negativ über den afrikanischen Kontinent gelegt hatten, kehrte keine Besserung ein. Im Gegenteil, während die Anstrengungen, gerade auch in Deutschland scheinbar zunahmen, wurden ihre Ergebnisse vor Ort immer mehr konterkariert.

Schon vor einigen Jahren haben Journalisten die herrschenden Praxis und Ideologie der Entwicklungspolitik scharf kritisiert und deren Ende ausgerufen. Das Buch von Volker Seitz nun setzt in dieser Debatte neue Maßstäbe, an denen niemand vor bei kann, der an ihr kompetent und weiterführend teilnehmen möchte.

Es ist eine schonungslose Analyse und eine hoffnungsvolle Perspektive gleichermaßen. Viele sinnvolle Vorschläge werden gemacht, bei denen die Philosophie des Weniger ist Mehr" immer wieder durchscheint. Afrika ist nicht nur reich an Rohstoffen, sondern sein eigentlicher Reichtum sind die Menschen und die reichen Kulturen, aus denen sie stammen. Wichtig ist, auf sie mehr zu hören, auf die kleinen Bauern, denen man mit Kleinkrediten helfen kann, auf die Frauen, die unterstützt werden müssen. Wichtig ist mindestens genauso, die Herrschaft der Machteliten zu brechen, und die Korruption zu bekämpfen, die sich wie ein Schatten über die afrikanischen Länder gelegt hat und sie zu erwürgen droht.

Sechs Wahrheiten formuliert er am Ende seines Buches, sechs Wahrheiten zur Entwicklungspolitik:

"1. Malaisen in Afrika dürfen nicht schön geredet werden
2. Erfolg muss überprüft werden.
3. Auch die Arbeit der Nichtregierungsorganisationen sollte regelmäßig überprüft werden.
4. Wir sollten so wenig Geld wie irgend möglich und nur so viel wie dringend nötig fließen lassen
5. Eine schlechte Regierungsführung muss Folgen haben
6. Die Schlüsselrolle im Kampf gegen die Armut müssen die afrikanischen Regierungen selbst übernehmen"

Das alles klingt gegenüber der bisherigen Politik politisch absolut unkorrekt und das ist es auch. Und dennoch ist es alles andere als die Aufgabe eines Kontinents. Volker Seitz liebt Afrika und schätzt seine Ressourcen, vor allem im menschlichen und kulturellen Bereich. Er gibt Afrika nicht verloren, sondern will Afrika ihm verloren gegangene Aufgaben und Verantwortungen zuweisen, die über lange Zeit durch eine barmherzige" und gerade deshalb abhängig machende Entwicklungspolitik von anderen scheinheilig getragen wurden.

Ein Buch, das wie Rupert Neudeck in seinem Vorwort sagt, "dem Gebäude der Entwicklungshilfe den letzten Stoß gibt." Es ist nicht schade um diese Form der Barmherzigkeit. Der Rezensent stellt sich nur vor, wie der Kontinent heute aussehen und war er in der Welt darstellen könnte, hätte man all dies früher erkannt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mehr Geld hilft nicht mehr, 29. Dezember 2011
Das Buch kritisiert die staatliche Entwicklungshilfe für Afrika. Diese wird an Staaten ohne demokratische Kontrolle vergeben, die die Voraussetzungen für einen zielgerichteten Einsatz der die Unterentwicklung und die Armut an der Wurzel bekämpft nicht erfüllen. Für 45 der 53 afrikanischen Staaten trifft dies zu. Die Gelder werden oft für Luxusaufenthalte der Elite in den USA oder Europa eingesetzt oder von der Führung in Auslandskonten angelegt, wie, ein Beispiel von vielen, von Ägyptens ehemaligem Staatschef Mubarak. Menschenrechtsverletzungen und Sklaverei existieren weiterhin. Die Geberländer mahnen dies kaum an. Ich meine die Menschenrechtsverletzungen werden in dem Buch etwas zu milde betrachtet. Es erfolgt kaum Hilfe zur Selbsthilfe, für die der Aufbau eines demokratischen Staates ohne Clanwirtschaft Voraussetzung ist. Der in unserem Sinne demokratisch geführte Staat Botswana zeigt, dass ein solches Land sich selbst helfen kann.
Es wird auch das grundsätzliche Problem der Hilfsorganisationen angesprochen, die, wenn sie die ihnen gestellte Aufgabe lösen, sich um ihre Existenz bringen.
Und nicht zu vergessen: Es wird gezeigt, was anders und besser gemacht werden muss.
Es hat sich gelohnt das Buch zu kaufen. Es ist eine gute Ergänzung zu dem Buch
Weder arm noch ohnmächtig, Eine Streitschrift gegen schwarze Eliten und weiße Helfer, von Axelle Kabou.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Tolles Buch, absolutes Muss!, 20. März 2012
Klar und deutlich analysiert Herr Seitz die Probleme der bisherigen Entwicklungshilfe. Dabei greift er auf seine langjährige Erfahrung als Botschafter zurück und schmückt diese mit ausgewählten Stimmen der afrikanischen Welt sowie Experten. Er fordert ein Umdenken und bricht somit mit dem Dogma der bisherigen Entwicklungshilfe unter dem Leitspruch: Umso mehr Geld, umso besser geht es Afrika.

Das Buch erweitert den Horizont, legt klare Maßstäbe für eine gelungene Entwicklungshilfe und macht gleichzeitig noch Spaß zu lesen!
Eindeutige Entscheidung; 5 Sterne!
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Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann
Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann von Volker Seitz (Taschenbuch - 1. September 2012)
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