Kundenrezensionen

9
4,2 von 5 Sternen
Venice Beach: Roman
Format: TaschenbuchÄndern
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. Januar 2013
Mich hat dieses Buch sehr enttäuscht.
Vielleicht war meine Erwartungshaltung einfach zu hoch: fand ich doch die Grundidee des Buches (ein verheirateter Cop verliebt sich überraschender Weise in einen Schauspieler, der zugleich in einen Mordfall verwickelt ist, den der Polizist aufklären soll) sehr vielversprechend, ebenso wie die vielen positiven Rezensionen hier und anderswo.

Doch meines Erachtens gelingt es dem Autor nicht, über die originelle Grundkonstellation hinaus, den Figuren Leben einzuhauchen. Beide Hauptfiguren bleiben seltsam eigenschaftslos. Die Liebe zwischen ihnen wird zwar ständig behauptet, aber gefühlt habe ich sie leider nie.

Das liegt daran, dass der Autor keine Szenen findet, die die Anziehung der beiden Männer zueinander nachvollziehbar machen könnten. Der Schauspieler Jack Bell, die angeblich große Liebe des Cops aus heiterem Himmel, hat, außer dass er offensichtlich hilfsbedürftig gucken kann und gut aussieht, überhaupt nichts, was die Liebe bzw. Obsession des Polizisten mit ihm rechtfertigen würde.
Dazu kommt, dass die Liebesgeschichte sich im Grunde auf ein Wochenende voll wildem Sex beschränkt. Danach ist der Cop schon bereit, alles für diesen Menschen, dessen Faszination sich dem Leser einfach nicht erschließen will, aufzugeben. Dadurch wirkte die ganze Geschichte auf mich schon sehr bald zu gewollt und unglaubwürdig. Ein bisschen mehr Zerrissenheit hätte der Figur durchaus gutgetan.

Auch wird die nüchterne Sprache des Buches am Ende durch überraschend pathetische Formulierungen, die fast schon ins Triviale abdriften, überfrachtet. Da wird ihre Liebe mit zwei Zügen verglichen, die auf demselben Gleis aufeinander zurasen, mit zwei Schiffbrüchigen, die sich verzweifelt festzuklammern versuchen, usw. usw., sogar als tragisch wird sie vom Helden selber bezeichnet! Aber leider bleibt auch die Tragik, die man durchaus hätte herausarbeiten können, hier nur behauptet.

Hinzukommt, dass der Cop als ein eher schlichtes Gemüt rüber kommt, der noch nicht über viele Dinge in seinem Leben nachgedacht hat, dann aber trotzdem plötzlich Sätze wie diese sagt: .“Meine Anpassungsfähigkeit an Unvorhergesehenes ist anerkanntermaßen groß.“ Oder: „Diese mentalen Skarifikationen“ !!

Insgesamt würde ich das Buch als uninspiriert und sogar schlampig geschrieben bezeichnen (siehe auch das P.S). Es wirkt so, als hätte der Autor seine Grundidee so toll gefunden, dass er sich gar keine Mühe gegeben hat, vielschichtige Charaktere zu entwickeln, originelle Szenen zu finden, überraschende Wendungen einzufügen oder gar das Potential, das durchaus in der Konstellation „Cop verliebt sich in Verdächtigen“ liegt, auch nur ansatzweise auszuschöpfen. Alles was passiert, ahnt der Leser lange im Voraus, und nur der Ich-Erzähler ist jedes Mal überrascht...

Das ist wirklich schade, denn man hätte, wenn man mal ein wenig in die Tiefe gegangen wäre, das Dilemma, in dem der Cop auf vielerlei Ebenen steckt, wirklich spannend ausloten können. Insofern ist dieses Buch für mich leider eine vertane Chance.

Das Beste, was ich noch sagen kann, ist, dass es ein wirklich schönes Cover hat und dass es sehr kurz ist (eigentlich eher eine Erzählung als ein Roman: 180 Seiten, die eigentlich 140 sind, da jede dritte Seite nur zu einem Viertel oder zur Hälfte beschrieben ist). So hat man wenigstens nicht allzu viel Zeit damit verschwendet.

P.S.: Gegen Ende vergleicht der Filmschauspieler sich und seinen Lover mehrmals mit „Butch Cassidy and Billy the Kid“ vor dem Sturmangriff. Man sollte doch annehmen, dass jemand der in Hollywood lebt und selber als Schauspieler arbeitet, den in Amerika legendären Filmtitel „Butch Cassidy and the Sundance Kid“ (mit Robert Redford und Paul Newman) richtig drauf hat.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. April 2012
'18 Tage. Er antwortete: Verlass mich nie wieder. Das war der einzige Schwur, den wir jemals ausgetauscht haben'.

Aber dieser Satz, dieser Schwur ist der Dreh- und Angelpunkt, das Eigentliche am Geschehen, das Philippe Besson in seinem Roman schildert. Es ist im Kern weniger ein Appell, viel mehr einfach eine Feststellung des Verhältnisses.

Ein Mord geschieht an einem Stricher. Eine Spur führt zu einem bekannten Hollywood Star, einem Schauspieler. Der ermittelnde Polizist ist seinem Beruf durchaus treu, wenn auch mit kühler Distanz. Seine Frau erwartet ein Kind, mit seinem Partner steht er in bestem Einvernehmen, sein Leben, seine Welt ist völlig in Ordnung. Doch schon bei der Verabschiedung nach dem ersten, routinemäßigen Verhör jenes Jack Bell in dessen Villa ist da irgendwas. Irgendwas, was durchaus nicht allzu lange braucht, um auszubrechen aus dem Inneren der beiden Männer.

Das ist das Eigentliche, was in diesem Roman an emotionaler Struktur und emotionaler Spannung Tempo gibt und voranbringt, diese Selbstverständlichkeit, mit der ein bis dato, was eine Erotik zu anderen Männern angeht, gestandener Mann (der zudem durchaus einiges, eigentlich alles an bisherigem Leben zu verlieren hat) sich ohne großes Zögern, ohne innere Irritation, wie selbstverständlich diesem Menschen annähert und hingibt. Intensiv versteht es Besson, dieses rein aus der Perspektive des Ich.Erzählers, des Polizisten, Erleben von wirklicher Liebe und massiver Leidenschaft in seiner inneren Entfaltung darzustellen.

In einer Art und Weise darzustellen, in der alles an Heimlichkeit, Verlangen und späteren Komplikationen wie selbstverständlich fast sich anbahnt. Der Leser weiß früh, dass diese Liaison nicht gut ausgegangen ist, dass der Polizist einen hohen Preis hat zahlen müssen. Der ihm, auch das wird deutlich, aber nicht zur Reue verleitet, nicht zur Verzweiflung führt, sondern der mit Selbstverständlichkeit als Teil dieses Erlebens begriffen wird.

Natürlich wird im Lauf des Romans auch der Mordfall sich klären, die Ermittlungen spielen allerdings keine sonderliche Rolle in diesem Liebesroman, wie der gesamte Fall nichts anderes ist als jener 'große Zufall', der zwei Männer einander begegnen lässt, die ansonsten in weitest möglich getrennten Welten ihr Leben lebten.

Das im Übrigen hier nun zwei Männer es sind, die zueinander finden, bis auf die (intensiv und durchaus passend) geschilderte Szene des ersten Sexes spielt auch dies kaum eine entscheidende Rolle. Die Liebe an sich, das Erkennen eines aneinander gebunden Seins, die Klarheit, mit welcher der Preis bezahlt wird, die Folgen auf sich genommen werden, das ist im Roman das eigentlich Wichtige.
Jenes Element, welches Reue, Scham, Peinlichkeit, Selbstzweifel, auflöst hin zu einer klaren Beziehung, die zueinander findet und miteinander dies auch beendet.

An manchen Stellen ein wenig zu lapidar dargestellt, auch mit einigen Längen, was die Rückblicke in die Vergangenheit angeht, gelingt es Besson doch, das Unausweichliche der Emotion, den Sog zueinander und das dann auch innerlich sich in dieser Hinsicht wie selbstverständlich zueinander hin Klären der Protagonisten in Worte einzubinden und dem Leser diese gefährliche und andersartige Liebe nachvollziehbar vor Augen zu führen.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. April 2012
In schönen Bildern und perfekt geformten Sätzen erzählt Philippe Besson die Geschichte einer heimlichen Amour Fou zwischen zwei Männern: der eine ein braver Polizist und werdender Vater, der andere Hollywoodstar und Verdächtiger in einem Mordfall, in dem der Polizist ermittelt. Den Hintergrund bildet die aufgeladene Atmosphäre eines heißen Sommers in und um Los Angeles. Als spielerisch genutzte Schablone scheinen Besson frühe amerikanische Noir-Thriller zu dienen, in denen ähnliche verhängnisvolle Affären - allerdings in heterosexueller Konstellation - zu finden sind. Psychologisch überzeugend fand ich die Perspektive eines bislang heterosexuell lebenden Mannes, dessen Leben allein durch die Liebe eine völlige Wandlung erfährt. Dies macht - neben den literarischen Qualitäten des Buches - die Geschichte auch für ein Publikum interessant, das sonst keine Schwulenromane liest.

Allerdings: Während die Geschichte geradlinig auf ihr (ziemlich vorhersehbares) Ende zusteuert, habe ich mich gefragt, ob das Genre Roman" hier angemessen ist. Die Hintergründe der Protagonisten sind nur angerissen, Nebenfiguren bleiben blass und stereotyp. Einige Passagen enthalten Wiederholungen von bereits Gesagtem und vermitteln den Eindruck, als würde hier eine Erzählung in die Länge gezogen, um sich als Roman zu verkaufen. Solches wird ja leider von Verlagen immer öfter praktiziert - hier immerhin mit einem schön gestalteten Cover.
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am 9. Dezember 2014
Die Story beginnt für dieses Filmgenre typisch hinten, also am Ende. Langsam und zielsicher baut Philippe Besson den Plot aus der Erzählersicht, der Hauptperson, auf. Man lernt mit jeder Seite mehr über die verschiedenen Charaktere kennen. Und je mehr man liest, spielt sich ein Kino im Kopf ab. Man sieht die Personen interagieren, und erkennt die Zwangsläufigkeiten, welche zu ihren Handlungen führen.
Obgleich man weiß, dass die zweite Hauptperson mehr als nur beteiligt ist, hofft man insgeheim, dass sie es doch nicht ist.
Und dann passiert es wie in einem guten Film Noir ... das zwangsläufige Ende ... und ein gebrochener Held bleibt für uns zurück.
Auch wenn man gerne ein Happy End sehen mag - so als Seelenbalsam - das Buch hinterlässt seinen Leser, mich, nicht enttäuscht zurück.
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am 27. September 2013
Dieser Roman ist der Erste den ich von Philippe Besson gelesen habe. Er ist wirklich absolut mitreißend und sehr angenehm geschrieben. Wenn man über die ersten paar Seiten hinaus ist, kann man das Buch eigentlich nicht mehr aus der Hand nehmen. Das Drama um die Liebe der beiden Männer berührt und regt noch lange nach dem Lesen zum Nachdenken an. Philippe Besson zeigt uns mit Venice Beach was Liebe bewirken kann. Obwohl der Roman nur 180 Seiten hat, kann man sich sehr gut in die Charaktere einfühlen und jede Seite ist lesenswert. TOP!
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am 13. Januar 2013
Das war der erste Roman von Ph. Besson, den ich gelesen habe und war nach den Kritiken richtig gespannt. In diesem Roman hat mich die Mischung des Autors: Spannung, Erotik und Schreibweise sehr gut gefallen. Die Schreibweise (Bezüge Gegenwart und vollendete Zukunft) muß aber erst verstanden werden, aber danach ist der Roman toll. Beim 2. Lesen liest er sich noch besser und ist dann noch emotionaler. Für den, der L.A., der Venice Beach kennt, macht der Roman noch mehr Spaß.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. September 2012
Ein großartiges Buch. Spannend vom Anfang bis zum Ende. Man lebt und leidet mit den Protagonisten. Wer seine Welt aufgibt, um in eine neue einzutauchen, die so wenig verspricht und keine Hoffnung bietet, muss schon verrückt sein. Alles verloren, jedoch eine Art der Liebe erlebt, die unvorstellbar wie ein Sturm ist, macht das Buch hoch interessant, die Handlung zwar nicht nachahmenswert, aber doch überlegenswert und nachdenklich. Es offenbart, dass das Zusammenleben der Menschen so vielfältige Formen findet und immer für Überraschungen gut ist. Die Sprache des Autors ist für mich faszinierend, kurze Sätze, Wiederholungen mit anderem Wortspiel, genial. Sehr empfehlenswert.
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am 26. Februar 2013
Lag es an der Übersetzung oder an der schlampigen Wortwahl des Autors dass dieses Buch literarisch zu wünschen übrig lässt? Die Geschichte ist spannend, man ahnt sehr früh, dass die Protagonisten ihre Liebe zueinander leider nicht lange ausleben können. Kurzweilige Unterhaltung.
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0 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. August 2012
Ein gewissenhafter Polizist in L.A. und der hübsche Hollywood-Schauspieler Jack Bell. Eigentlich trennt sie alles - aber der Mord an einen Stricher schweisst sie zusammen. Eine amerikanische Tragödie und fesselnde Liebesgeschichte.
Klasse gemacht Philippe Besson! (****)
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