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5.0 von 5 Sternen Cash Daddy hat wirklich meerblaue Schuhe an
Kingsley stammt aus einer Familie, für die Bildung das A und O ist und so hat auch er erfolgreich ein Studium absolviert und erwartet nun, die Früchte seiner Mühen zu ernten. Doch er wird bitter enttäuscht, denn er findet keine Arbeit und kann somit der Verpflichtung, für seine Familie zu sorgen, nicht nachkommen, und auch seine Freundin wendet...
Veröffentlicht am 17. November 2011 von Heimfinderin

versus
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Welt der Scammer
Ich habe dieses Buch auch gekauft, um die Welt der 419er, also der Betrüger nigerianischer Herkunft, besser kennen zu lernen. Diesen Anspruch hat das Buch zum großen Teil eingelöst. Man erfährt viel über afrikanische Traditionen, das Alltagsleben in Nigeria und die Probleme, die nicht zuletzt aufgrund der Korruption auf allen gesellschaftlichen...
Vor 13 Monaten von It's-Me veröffentlicht


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Cash Daddy hat wirklich meerblaue Schuhe an, 17. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy: Roman (Taschenbuch)
Kingsley stammt aus einer Familie, für die Bildung das A und O ist und so hat auch er erfolgreich ein Studium absolviert und erwartet nun, die Früchte seiner Mühen zu ernten. Doch er wird bitter enttäuscht, denn er findet keine Arbeit und kann somit der Verpflichtung, für seine Familie zu sorgen, nicht nachkommen, und auch seine Freundin wendet sich von ihm ab und sucht sich einen reichen Mann. Ernüchtert und aus der Not heraus schließt er sich seinem Onkel an und lernt von diesem, wie man wirklich Geld verdient. Viel Geld!

Trotz der Anflehungen seiner Mutter, doch eine ehrliche Arbeit zu suchen, wird Kingsley in der Scam-Szene immer erfolgreicher und die Geldsorgen für die ganze Familie gehören der Vergangenheit an. Doch Kingsleys Mutter leidet unter der Veränderung ihres Sohnes und lehnt seine Arbeit weiterhin vehement ab. Auch eine neue Liebe ist dadurch in Gefahr und sie ist nur ein Vorbote der negativen Ereignisse, die Kingsley auf einmal überfallen. Aber ob sie ihn davon abhalten werden, auf den Luxus, den das viele Geld aus den Betrügereien bringt, zu verzichten?

Mir hat das Buch sehr viel Spaß gemacht. Locker und spritzig erzählt die Autorin hier ein doch ernstes Thema, ohne banal zu wirken. Die Figuren wirkten teilweise sogar etwas überspitzt, besonders Cash Daddy war für mich meist filmreif. Immer wenn er auftrat, hatte ich das Gefühl, es müsste Musik und Glimmer ins Bild kommen, so sehr stach seine Persönlichkeit hervor.

Viele Szenen und Dialoge brachten mich zum Lachen und manche der betrügerischen Aktionen ließen mich nur noch staunen. Allein aus dem E-Mail-Verkehr, der innerhalb der Geschichte entstand, hätte man noch ein weiteres Buch machen können, das für sich alleine schon spannend gewesen wäre. Wie weit die Autorin die Vorgänge im Einzelnen hier überspitzt dargestellt haben mag, kann ich nicht sagen, aber grundsätzlich ist die Art und Weise, wie die Scammer hier in der Geschichte vorgehen, offensichtlich schon lange erfolgreich, denn man braucht nur in seinen Spam-Ordner zu schauen und findet dort vielleicht genau die gleiche Art E-Mails, mit denen auch Kingsley und seine Kollegen angefangen haben. So traurig es ist, entwickelte ich teilweise kein Mitleid mit den Opfern und fragte mich eher, wie man so blöd-gierig sein kann, auf solche E-Mails hereinzufallen.

Kingsley und seine Familie gehörten zwar trotz ihrer Armut noch zu den besser gestellten Familien im Land, noch ärmere Dörfer wurden nur kurz erwähnt , aber die Schwierigkeiten, mit denen sie kämpften, wurden doch sehr deutlich. Allein die Szenen im Krankenhaus waren erschreckend und ließen mich unser eigenes Gesundheitssystem mit Erleichterung betrachten. Aber das Buch vermittelt auch viel über die Bedeutung der Familie, nämlich die Familienzugehörigkeit und Selbstverständlichkeit, füreinander zu sorgen. Man lässt sich nicht im Stich.

Ein Lesevergnügen, das gleichzeitig auch nachdenklich macht . Ich bin gespannt, ob es von der Autorin noch mehr zu lesen geben wird.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend, informativ, teils witzig, teils ergreifend, 26. Mai 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy: Roman (Taschenbuch)
Spannend, unterhaltsam, informativ, teils witzig. Oft pfiffig getextet, immer flüssig: Nwaubanis Erstlingsroman habe ich vergnügt fast in einem Rutsch gelesen. Dabei geht es nicht nur um Internet-Spammer, sie werden erst ab der Buchmitte aktiv. Die erste Buchhälfte handelt kurzweilig von den Problemen einer Mittelschichtfamilie in Nigeria, von Teenager-Liebe, Geldsorgen, Korruption und Krankheit. Auch der zweite Teil ist nicht nur eine Beschreibung der Spamwelt. Hier geht es weiter um packende Familien- und Gewissenskonflikte. Lieber ehrlich und bettelarm oder skrupellos und bessergestellt? Nach dem Tod des Vaters muss der Erstgeborene für die Familie sorgen - aber auch mit anrüchigen Mitteln, und gegen den Willen der Mutter? Die Autorin sagte selbst, dass sie keinen Spammer-Roman schreiben wollte, sie suchte lediglich nach einem geeigneten Milieu, um bestimmte Konflikte durchzuspielen.

Schon im ersten Buchteil produziert der Ich-Erzähler einmal Spam: Einen Liebesbrief für seinen Verwandten, mehrfach wiederholt an verschiedene Empfängerinnen, bereits in dem leicht eigentümlichen Englisch, das tatsächlich an Inbox-Logorrhoe vom Niger erinnert. Ich hab's in der Originalsprache Englisch gelesen, ein lässig lakonischer, funkelnder, gut geschliffener Text, köstliches Parlando mit leicht exotischem Tonfall. Das Englisch fiel deutlich leichter als etwa bei Graham Greene oder Hemingway.

Ob das Spammen wirklich so funktioniert wie beschrieben? Die Roman-Opfer aus England oder USA wirken enorm leichtgläubig. Unterhaltsam ist es trotzdem, ebenso wie das großtuerische Gehabe der nigerianischen Spamkönige, die sich Cash Daddy, World Bank oder Pound Sterling nennen und in Jaguaren und Benzen über westafrikanische Schlaglochpisten chauffieren lassen. Möglicherweise sind diese Szenen so realistisch wie ein James-Bond-Film.

Aus Nigeria kenne ich auch die bekannteren Romane von Chinua Achebe. Es gibt ein paar Parallelen zu Nwaubani. So agieren in den Romanen vor allem Mitglieder des Igbo- oder Ibo-Stammes aus dem östlichen Nigeria. Sie sind immer für unterhaltsame Sprichwörter und Metaphern gut - in allen Romanen von Nwaubani oder Achebe. Eine Nachbemerkung in der englischen Phoenix-Ausgabe von "I Do Not Come to You by Chance" legt nahe, dass Nigeria-Spam vor allem von Igbo-Angehörigen kommt. Auch Achebe und Nwaubani wuchsen vor allem in der Igbo-Kultur auf.

Weitere Parallelen zwischen Nwaubani und Achebe:
- Bei Nwaubani wie auch in Achebes "Arrow of God" gibt es einen weißen Engländer namens Winterbottom, der keine rühmliche Rolle spielt (bei Nwaubani fällt er nicht nur Spam, sondern auch einem schadenfrohen Wortspiel zum Opfer)
- Nwaubani wie auch Achebe im gelungenen "No Longer at Ease" schildern trostlos überzeugend anwachsende Geldsorgen, die den zunächst zögerlichen, dann immer routinierteren Rückgriff auf anrüchige Verdienstmöglichkeiten auslösen; in beiden Büchern spielen aber auch teure Statussymbole und Protzerei eine wesentliche Rolle

Die studierte Psychologin und Ex-Redakteurin Nwaubani stammt aus einer akademisch und literarisch hochambitionierten Familie und schuf einen männlichen Ich-Erzähler - vielleicht, weil sie ihre drei Brüder so mag, meint sie, oder um nicht mit dem Ich-Erzähler gleichgesetzt zu werden. Afrikanische Stimmen sagen, dass Nwaubani hier dennoch eigene Erfahrungen verarbeitete - nicht nur in den weiblichen Figuren, sondern vielleicht auch bei den besonderen Problemen des Ich-Erzählers mit der Verantwortung eines erstgeborenen Sohns: Adaobi, der erste Vorname der Verfasserin, bedeutet Erstgeborene.

Nwaubani holte mit "...by Chance" den Commonwealth-Preis für ein Erstlingswerk in Afrika (und setzte sich dabei gegen weitere Nigerianer durch). Sie gilt auch als erste nigerianische Autorin, die aus dem Land selbst heraus auf den Weltbuchmarkt kam; wie sie dafür online nach einem Agenten suchte und von Lektoren gefördert wurde, schildert sie in vielen Interviews. Nwaubani schreibt atmosphärisch dicht, so dass man nach Zuklappen des Buchs fast aus Nigeria zurückzukommen scheint. Ihr Roman wirkt souverän konstruiert, nur ganz gegen Ende meint man ein paar Flüchtigkeiten zu entdecken.

Wer mehr vom anstrengenden Großstadtleben in Nigeria lesen will, testet die Romane von Sefi Atta (auch auf Deutsch). Schnelles Banker-Leben in Nigeria und Betrug gibt es auch in A Squatter's Tale von Ike Oguine, wohl nur auf Englisch.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Realistisch und humorvoll, 1. Juli 2011
Von 
Gospelsinger (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy: Roman (Taschenbuch)
Es ist nicht einfach, anständig zu bleiben, wenn man arm ist, und eine Familie zu ernähren hat. Das bekommt auch Kingsley zu spüren, der so gern seine Pflicht als Erstgeborener erfüllen möchte. Er ist zwar begabt und kann einen guten Abschluss als Chemieingenieur vorweisen, trotzdem scheitert er aber bei der Jobsuche. In Nigeria werden Stellen eben nach ganz anderen Kriterien vergeben.
Dann wird auch noch der Vater krank, und damit sinkt das Familieneinkommen. Zu allem Überfluss verliert Kingsleys Verlobte die Geduld mit ihm, weil er ihr nichts bieten kann, und sucht sich einen finanzkräftigeren Mann.
Schließlich bleibt Kingsley nichts anderes mehr übrig, als bei seinem reichen Onkel anzuheuern, der sein Geld mit Internetbetrug verdient, und Spam-Briefe nach Europa zu schreiben. Und das lässt sich erst einmal gut an. Kingsley trifft gut den Ton, der nötig ist, um immer mehr 'Gebühren' von den Opfern überwiesen zu bekommen. Er schwimmt plötzlich in Geld und kann sich alles leisten. Nur seine Mutter weigert sich, seine Unterstützung anzunehmen. Sie will nicht vom schmutzigen Geld profitieren.
Sein sich leise meldendes Gewissen beruhigt Kingsley erst einmal damit, dass der Betrug ja keine Armen trifft, sondern gierige Europäer, und damit einfach eine andere Art von Entwicklungshilfe darstellt. Oder sind auf der anderen Seite doch auch Menschen, denen der Verlust weh tut?
Was ist nötig, um glücklich zu werden? Ist Geld wirklich das Wichtigste im Leben?
Die Nigerianerin Nwaubani stellt die moderne afrikanische Gesellschaft realistisch dar, dabei aber auch mit Humor und viel Wärme.
Ihr Schreibstil gefiel mir sehr gut, ich fühlte mich geradezu nach Nigeria versetzt. Und die Geschichte selbst ist witzig und liest sich gut, regt aber auch zum Nachdenken an.
Mein einziger Kritikpunkt ist ein Übersetzungsfehler: In der deutschen Ausgabe wird immer wieder 'Plantane' gegessen, als Übersetzung von 'Plantain'. Das bedeutet aber Kochbanane ' die übrigens sehr, sehr lecker ist.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Im Süden was Neues, 2. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy: Roman (Taschenbuch)
Endlich mal ein lustiger, leichter und dennoch intelligenter und hintergründiger Roman aus Afrika! Die junge Autorin mit dem für uns komplizierten Namen Adaobi Tricia Nwaubani hat eine wirklich tolle Geschichte über den Wert von Bildung in einem armen, korrupten Land geschrieben.

Lakonisch und lässig beschreibt sie das Leben von dem begabten Kingsley, auf dem die Hoffnungen seiner Eltern ruhen, die Bildung für den Schlüssel zum Erfolg halten. Doch ein Uni-Diplom kann man nicht essen - und so gerät Kingsley an seinen Onkel Cash Daddy, der es mit wenig Schulbildung, aber Bauernschläue und Skrupellosigkeit zum reichen Mann gebracht hat. Kingsley wird Teil der Nigeria-Connection, deren Methoden so aberwitzig sind, dass man es kaum glauben kann.

Ich habe mich beim Lesen dieses Buch sehr amüsiert, weil es mit viel Humor und ohne einen Funken Rührseligkeit die prekären Lebensumstände und die Mentalität der Leute in Nigeria beschreibt. Kleine Seitenhiebe auf die Ölkonzerne, die das Land ausbeuten, und die naiven Menschen aus den fortschrittlichen Industrienationen verteilt die Autorin auch, aber niemals mit anklagendem Beigeschmack, sondern ganz lapidar.

Nwaubani hat wirklich einen wunderbaren Schreibstil und steht den modernen Schriftstellern in westlichen Ländern in absolut nichts nach! Dieser Schreibstil macht das Buch zu einer äußerst angenehmen Reise in ein exotisches Land.

Sehr lesenswert!

Ich bin wirklich gespannt, was diese talentierte Schriftstellerin noch alles schreiben wird.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Mugo wartet immer und überall, 6. August 2012
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy: Roman (Taschenbuch)
Schauplatz des Romans: das moderne, städtische Nigeria. Die Autorin: eine junge Nigerianerin. Super, die Lektüre dieses Romans müsste doch eine authentische Erfahrung heutiger Lebenswelt im "exotischen" Afrika vermitteln. Irrtum! Frau Nwaubani hat sich ihrerseits entschlossen, einen Exotik-Roman zu schreiben: über die abgehobene Szene reicher E-Mail-Betrüger in ihrem Land. Afrikanischer Alltag blitzt bestenfalls passagenweise auf. Witz mit (recht bemühtem) Hochdruck, stereotype Figuren, turbulente Handlung lassen für Finesse wenig Platz. Dafür für kunterbunte Wendungen und satirische Zuspitzung: Wie da hoffnungsvolle Nachwuchs-Betrüger die irrwitzigsten Geschichten ersinnen, um per E-Mail die Hilfsbereitschaft oder - öfter noch - die Gier westlicher "Mugos" (übersetzt ungefähr: Vollidioten) auf Toren zu bringen, das zu lesen macht richtig, richtig Spaß. Meine Lieblingsgeschichte: Der nigerianische Co-Astronaut, den die Russen nach dem Fall des eisernen Vorhanges im Orbit zurückgelassen haben, und dessen - mittlerweilen zu Millionen aufgelaufene - Pension nun mit Hilfe eines ausländischen Komplizen außer Landes zu bringen ist. Und das - versprochen! - gegen eine Provision zum Gegenwert eines Lottogewinnes ...
Fazit: Eine Geschichte wie ein afrikanischer Kaftan - plakativ, fröhlich und von lebensbejahender Farbigkeit.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Welt der Scammer, 30. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy: Roman (Taschenbuch)
Ich habe dieses Buch auch gekauft, um die Welt der 419er, also der Betrüger nigerianischer Herkunft, besser kennen zu lernen. Diesen Anspruch hat das Buch zum großen Teil eingelöst. Man erfährt viel über afrikanische Traditionen, das Alltagsleben in Nigeria und die Probleme, die nicht zuletzt aufgrund der Korruption auf allen gesellschaftlichen Ebenen entstehen. Schnell lernt man mit der Hauptfigur Kingsley, dass Bildung noch keine Familie ernährt und man ohne "long legs", hier würde man "Vitamin B" sagen, keinen Job findet. Trotz seines Universitätsabschlusses bleiben alle Bewerbungen ergebnislos und schließlich wendet sich sogar seine Freundin wegen des ständigen Geldmangels von ihm ab.

Hier allerdings endet die erste Buchhälfte und macht Platz für das neue Leben von Kings. Sein Onkel "Cash Daddy" hat es mit Betrügereien zu viel Geld gebracht und übernimmt nicht nur generös alle Kosten für die medizinische Behandlung sowie später Bestattung von Kings' Vater.Er nimmt den arbeitslosen Jungen auch unter seine Fittiche und bindet ihn in die kriminellen Machenschaften der "Firma" ein.

Von einem Tag zum anderen wird aus dem Halbwaisen in bettelarmen Verhältnissen ein schwerreicher Mann in teuersten Anzügen, der täglich ein nagelneues Auto besteigt und halbe Dörfer frei hält. Seine Betrugsopfer haben Geld, viel Geld, nein, sie ersticken förmlich in Millionen von Dollars, die sie ohne jedes Misstrauen vorschießen, um die von ihm versprochenen Unsummen zu bekommen. Ein schlechtes Gewissen muss Kings nicht haben: die Weißen verfügen über unendliche Geldmittel, die sie sonst ihrem kleinen Hund vererben müssten. Und schließlich ist all das nur Wiedergutmachung für die Folgen der Sklaverei. Überhaupt, andere Arbeit ist nicht zu finden und somit "419" das einzige Mittel, die Familie zu ernähren.

Ist es wirklich so einfach? Die Denkweise mag in Nigeria verbreitet sein und der Autorin daraus kein Vorwurf zu machen. Man weiß nicht, ob sie die Denkweise teilt, aber nur an wenigen Stellen wird diese Auffassung tatsächlich hinterfragt. Betrug ist strafbar und nicht nur Kings' Mutter stört sich am Leben ihres Sohnes. Empatie mit den Opfern ist im Buch jedoch nicht zu finden.

Zudem ist meines Wissens der Weg vom verarmten Kind zum erfolgreichen Scammer nicht in Tagesfrist vollzogen. Den unermesslichen Reichtum, den Kings anhäuft, mag es vielleicht für ein paar Personen irgendwann geben, Dass aber jemand sofort abertausende von Nairas scheffelt und kaum noch Zeit hat, aus seinen armseligen Stofffetzen zu springen, bevor die Millionen von den "dummen Weißen" eintreffen, dürfte maßlos übertrieben sein und macht leider das ganze Buch unglaubwürdig.

Man sollte die Informationen über das Thema aus mehreren Quellen einholen und sich über das tatsächliche Leben der "Yahoo Boys" z.B. aus den Büchern von Dana Wahr informieren. Mit einer so grotesk überzogenen Darstellung der unendlichen Einkommensmöglichkeiten beim Scammen wird Adaobi Tricia Nwaubani dem Thema leider nicht vollständig gerecht, auch wenn es auf diese Weise unterhaltsamer sein mag.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderschöne Geschichte aus Nigeria, 27. Mai 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Eine warmherzige, humorvoll geschriebene Geschichte, die nebenbei auch noch einiges über das heutige Nigeria erzählen kann: Viele der Problem des Landes, wie Betrug und Korruption, bekommen durch diese sehr persönliche Geschichte eines jungen Mannes einen ganz anderen Zusammenhang, bei dem die Moralvorstellungen der westlichen Welt manchmal nicht mehr wirklich zu greifen scheinen.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy, 9. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy: Roman (Taschenbuch)
Ein super Buch, zumal, wenn man Jahre in Nigeria gelebt und diese Leute persönlich kennen gelernt hat.
Habe mich köstlich amüsiert und auch die Örtlichkeiten nachvollziehen können.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die meerblauen Schuhe..., 27. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy: Roman (Taschenbuch)
Jeder hat wohl schon einmal eine E-Mail bekommen, in der man in schlechtem Englisch um Hilfe gebeten wird. Man wird gebeten, bei einem Millionentransfer zu helfen und als Belohnung winkt ein dicker Anteil an eben diesem Geld. Wenn man auf dieses Angebot eingeht, muss man allerdings erst größere Beträge für den Verwaltungsaufwand ausgeben. Und ich muss wohl niemandem erklären, dass man von den versprochenen Millionen nie etwas zu sehen bekommen wird.

Dieser Roman erzählt von dem Nigerianer Kingsley, der wie seine Eltern ein Studium an der Universität abgeschlossen hat und trotz allem keine Arbeit finden kann. Jede Bewerbung wird abgewiesen, seine Freundin trennt sich von ihm und schließlich wird auch noch der Vater schwer krank. In dieser Notsituation wendet Kingsley sich an seinen reichen Onkel Cash Daddy, der sein Geld durch Betrug verdient.

Adaobi Tricia Nwaubani zeichnet hier kein sehr positives Bild von Nigeria und mehr als einmal muss man sich fragen, ob das Leben dort wirklich so schlimm sein kann. Ein Gesundheitssystem ist praktisch nicht vorhanden, selbst mit einem Universitätsabschluss kann man nicht genug Geld für seine Familie finden, Frauen können sich nicht erlauben, aus Liebe zu heiraten, sondern müssen in erster Linie auf finanzielle Absicherung schauen. Und trotzdem ist das Buch nicht in erster Linie bedrückend oder traurig. Eigentlich fand ich es sogar sehr unterhaltsam und stellenweise witzig. Nur wenn man eben über das Buch hinaus denkt und sich die Situation genauer vor Augen führt, werden einem die Schrecken richtig bewusst.

Ich habe jedenfalls viel aus diesem Buch gelernt und sehe diese E-Mail-Betrüger jetzt auch in einem anderen Licht. Natürlich ist es nach wie vor ein Verbrechen, was sie da machen, andererseits ist es für die Betrüger oft der einzige Weg, sich aus dem Elend zu retten und etwas Geld für sich und die Familie zu verdienen. Sehr schön fand ich im Buch auch, dass die reich gewordenen Betrüger ihr Geld nicht ausschließlich für sich selbst behalten, sondern ihre Verwandten und Freunde in allen Notlagen unterstützen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Super, 26. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sehr spannend. Das Buch zeigt schön das leben in diesen Ländern. Unbedingt empfehlenswert. Ein Kompliment für den Autor und Verlag
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Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy: Roman
Die meerblauen Schuhe meines Onkels Cash Daddy: Roman von Adaobi Tricia Nwaubani (Taschenbuch - 1. Mai 2011)
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