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26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein historischer Reiseroman, der uns in die Südsee führt
Die Autorin ließ sich in ihrem Erstlingsroman inspirieren vom Leben der französischen Botanikerin Jeanne Baret. Im Anhang befindet sich ein kurzes Portrait über diese, bei uns unbekannte Wissenschafterin. Sie ist 1768 als Mann verkleidet in See gestochen, um als Botanikerin an einer Expedition in die Südsee teilzunehmen.
Liv Wintergerg lässt...
Veröffentlicht am 30. Mai 2011 von allegra

versus
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchaus gelungener Debütroman
"Vom anderen Ende der Welt" ist der Debütroman von Liv Winterberg. Der Leser wird von ihr zurück in das Jahr 1785 geführt - es ist die Zeit der Forscher und Entdecker, doch sind dies alles Männer.

Aber die Hauptfigur Mary Linley möchte auch etwas von dem Kuchen abhaben. Mit dem von ihrem Vater geweckten Wissensdurst will sie nach dessen...
Veröffentlicht am 28. Juli 2011 von Sandra Seckler (Media-Mania)


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26 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein historischer Reiseroman, der uns in die Südsee führt, 30. Mai 2011
Rezension bezieht sich auf: Vom anderen Ende der Welt: Historischer Roman (Taschenbuch)
Die Autorin ließ sich in ihrem Erstlingsroman inspirieren vom Leben der französischen Botanikerin Jeanne Baret. Im Anhang befindet sich ein kurzes Portrait über diese, bei uns unbekannte Wissenschafterin. Sie ist 1768 als Mann verkleidet in See gestochen, um als Botanikerin an einer Expedition in die Südsee teilzunehmen.
Liv Wintergerg lässt ihre Protagonistin Mary Linley von Plymouth aus als Marc Middleton auf einem Expeditionsschiff im Team des angesehenen Botanikers Sir Carl Belham als wissenschaftliche Zeichnerin anheuern.

Der größte Teil der Handlung des Romans beschreibt das Leben auf dem Schiff. Einerseits wird veranschaulicht, wie die Besatzung untergebracht und vom Smutje Henry mit möglichst gesundem und nahrhaftem Essen versorgt wird. Man erfährt ebenfalls eine ganze Menge über die medizinische Behandlung von Krankheiten und Verletzungen.
Soweit ich das beurteilen kann, ist das alles realistisch beschrieben und gut recherchiert.

Die Reise an Bord der Sailing Queen führt über verschiedene Stationen und endet für Mary und Sir Carl Belham auf der Insel Tahiti. Die Beschreibung der eingeborenen Bevölkerung mag aus heutiger Sicht etwas klischeehaft erscheinen. Ich finde aber, dass die Autorin die Sichtweise der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gut getroffen hat. Sie bringt dem Leser die 'Edlen Wilden' so näher wie Rousseau diese als Ideal beschrieben hat, die aber bereits konfrontiert worden sind mit diversen Mitbringseln aus der europäischen Welt und dadurch schon etwas von ihrer Unschuld verloren haben. Die Autorin lässt genügend Lücken, die man sich in der eigenen Fantasie ausfüllen kann, ohne dass sie den Menschen auf Tahiti Eigenschaften und Verhaltensweisen andichtet, die diese so womöglich nicht gehabt haben.

Die Schiffspassagen, aber auch die Beschreibungen der Landexkursionen sind sehr anschaulich und stimmungsvoll gelungen. Man hört und riecht den Dschungel und spürt auch die Stille des Betrachters der Natur.

Der gelungene Einsatz der Sprache hat mich ganz besonders beeindruckt. Die Ausdrucksweise hebt sich positiv von vielen Romanen neueren Datums ab. Die Autorin schreibt sehr sicher, souverän und schafft es, die Atmosphäre still und leise einzufangen ohne einen Überschwang an langatmigen Beschreibungen oder aufdringlichen Gefühlswallungen. Die erzählte Geschichte ist schlüssig, geradlinig und nicht überladen an Motiven und Themen.

Im Anhang befindet sich ein Glossar, mit vielen Fachausdrücken aus der Schifffahrt, der Medizin und der Botanik. Das hat das Verständnis sehr erleichtert und ich konnte meinen eigenen Wortschatz sogar etwas ausbauen.

Zuerst habe ich mich gefragt habe, warum die Autorin nicht gleich die Geschichte der Jeanne Baret erzählt, wenn sie sie schon als Inspiration bemüht. Inzwischen finde ich aber die Lösung, den Roman anhand einer fiktiven Figur zu erzählen sehr gut. Auf diese Weise kann die Autorin ihre schriftstellerische Freiheit wahren, ohne Gefahr zu laufen, zuviel in eine historische Persönlichkeit zu interpretieren, über die man noch nicht sehr viel weiß.

Fazit:
Dieses Erstlingswerk von Liv Winterberg hat mich sehr positiv überzeugt. Ich hatte erst meine Bedenken, dass es für meinen Geschmack zu klischeehaft und zu sehr Liebesroman sein könnte. Es lässt sich natürlich nicht von der Hand weisen, dass es sich um einen 'Frau-in-Hose'-Roman handelt. Aber ich denke in diesem Fall ist das mehr als verziehen. Da sich die Autorin von einer historisch verbürgten Person inspirieren ließ, war das die einzige Möglichkeit.

Dieses Buch hat für mich persönlich das gewisse Etwas, was ein sehr gutes Buch von einem guten Buch unterscheidet. Es hat einen gewissen Zauber, den ich nicht wirklich benennen kann, und ich hoffe sehr, dass die Autorin noch mehr so gute Romane schreiben wird.

Für mich ist Liv Winterberg eine Entdeckung und ich vergebe meine ersten fünf Sterne in diesem Jahr.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchaus gelungener Debütroman, 28. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Vom anderen Ende der Welt: Historischer Roman (Taschenbuch)
"Vom anderen Ende der Welt" ist der Debütroman von Liv Winterberg. Der Leser wird von ihr zurück in das Jahr 1785 geführt - es ist die Zeit der Forscher und Entdecker, doch sind dies alles Männer.

Aber die Hauptfigur Mary Linley möchte auch etwas von dem Kuchen abhaben. Mit dem von ihrem Vater geweckten Wissensdurst will sie nach dessen Tod in seine Fußstapfen treten. Doch als Frau zu ihrer Zeit, traut man ihr nur zu, zu heiraten, den Haushalt zu führen und Kinder zu kriegen - aber das reicht ihr nicht. Also gibt sie ihr bisheriges Leben auf, um in der Verkleidung eines Mannes den Spuren ihres Vaters zu folgen. Damit lässt Liv Winterberg eine einzigartige Frau entstehen, die nach dem historischen Vorbild von Jeanne Baret die Welt bereist und erforscht. Außer dieser Figur hält die Autorin auch noch eine Handvoll anderer Charaktere parat, die die Handlung lebendig werden lassen.
Zum einen Figuren, die in der fernen Heimat von Mary Linley zurückgelassen wurden und nur zu gerne wüssten, was aus ihr geworden ist. Zum anderen Figuren, die die Seereise mit begleiten und durch ihre eigene Sicht dafür sorgen, dass die Forschungsreise aus verschiedenen Blickwinkeln gezeigt wird.

Und ebenso wie Mary, muss der Leser erfahren, dass eine Seereise zu der damaligen Zeit alles andere als eine Vergnügungsreise war.
Aber was wäre ein historischer Roman mit einer ungewöhnlichen weiblichen Hauptfigur, wenn nicht auch etwas Liebe mitspielen würde - und auch hier lässt sich Liv Winterberg nicht lumpen.

Sicherlich merkt man an vielen Details, dass es ein Erstlingswerk ist, so gibt die Autorin vielen ausführlichen Beschreibungen Raum, die manchmal die eigentliche Handlung etwas verschlucken, - nichtsdestotrotz kann man mit diesem Buch einige gemütliche Lesestunden verbringen.

An Zusatzmaterial bietet das Buch zum Einstieg ein Personenregister nebst einer Karte, die die Reiseroute der Sailing Queen zeigt. Am Ende des Buches gibt es ein Porträt von Jeanne Baret, die zur Figur Mary Linley inspirierte sowie ein Glossar und eine Danksagung.

Damit ist Liv Winterbergs "Vom anderen Ende der Welt" ein durchaus gelungener Debütroman, der zwar noch mit einigen Schwächen ausgestattet ist, aber jeder Autor hat mal klein begonnen, also darf man gespannt sein, wie es mit dieser Autorin weiter geht.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach großartig, 19. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Vom anderen Ende der Welt: Historischer Roman (Taschenbuch)
England im Jahre 1785. Mary Linley hat inzwischen nicht nur ihre Mutter verloren, die bei ihrer Geburt starb, sondern auch ihren Vater. Er verunglückte am Kap Hoorn auf einer Forschungsreise doch Mary will sich damit nicht abfinden. Täglich steht sie am Hafen und wartet auf seine Rückkehr. Von ihm weiß sie alles, er hatte sie nicht nur in der Botanik, sondern auch ein Stück weit in der Medizin ausgebildet. Zusammen arbeiteten sie viele Jahre, nun führt Mary schon einige Zeit seine Arbeit allein fort. Sie lebt bei ihrer Tante, die Mary nun schnell verheiraten möchte und ihr ein Ultimatum stellt.
Für Mary ist dies jedoch der Grund, von zu Hause wegzulaufen. Sie möchte als Bontanikerin arbeiten, endlich forschen und das erleben, was ihr Vater jahrelang getan und erlebt hat. Und was bietet sich dafür besser an als Forschungsreise der Sailing Queen mit dem Botaniker Carl Belham, der ein Freund ihres Vaters war? Nachdem sie als Frau keine Chance hatte, schneidet sie ihre Haare kurz, verkleidet sich als Mann und erhält eine Stelle als Zeichner an Bord.
Das Leben auf dem Schiff ist nicht einfach, zumal sie immer wieder fürchten muss, entdeckt zu werden. Der Leser erlebt jedoch nicht nur Marc'S (Mary's) Leben auf dem Schiff, sondern lernt auch die anderen kennen. Da wären zum Beispiel die Geschwister Nat und Seth, den Segelmacher John und andere.
Mary's Traum erfüllt sich, als sie endlich nach vielen Monaten das erste Mal mit auf Exkursion und nicht nur in der Offiziersmesse zeichen darf.

--

Ich habe es schon irgendwann mal erwähnt - historische Romane mag ich gar nicht mehr so gern. Der Plot ist oft sehr ähnlich: "Frau verkleidet sich als Mann und trifft dabei die große Liebe" und das ganze wird gespickt mit viel Schmalz.
So in der Art bin ich an das Buch herangegangen, und befürchtete, dass ich wohl eine kleine Ewigkeit für das Buch brauchen würde. Inzwischen weiß ich wieder ein Mal mehr, wie sehr man sich doch täuschen kann. ...
Neben der optischen Aufmachung sah ich beim Aufblättern des Buches direkt etwas weiteres geniales: Eine Übersicht aller im Buch vorkommenden Personen. Auch wenn es nicht viele sind und man die Liste eigentlich gar nicht braucht, fand ich sie super! Passend dazu ist sogar noch eine Karte mit Reiseroute der Sailing Queen beigefügt.

Der Schreibstil von Liv Winterberg hat mich vom ersten Moment an gefesselt. Sie schreibt und beschreibt sehr flüssig, fast malerisch. Man fühlt sich fast so, als wäre man direkt dabei und würde alles hautnah erleben. Alle Charaktäre sind liebevoll beschrieben, lassen aber auch noch Platz genug für eigene Gedanken und Fantasien. Die perfekte Mischung.
Es gibt zeitlich mehrere Erzählstränge. Da wären der über Mary bzw. Marc, Carl Belham, Nat und Seth und auch Owahiri von Tahiti. Alle Personen haben zwar ihre eigenen Kapitel und Geschichten, doch sie sind so geschickt miteinander verknüpft, dass man durchaus auch ein Geschehen aus verschiedenen Blickwinkeln zu lesen bekommen.

Liv Winterberg schafft es, mit ihrer Geschichte um Mary zu fesseln. Immer wieder schafft sie es perfekt Spannung aufzubauen, so dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen möchte. Keine der Vorkommnisse auf dem Schiff wirkt überzogen, alles perfekt ins Bild passend. Bei 429 Seiten Roman möchte man meinen, dass es entweder langweilig und getreckt oder viel zu vollgestopft und unglaubwürdig ist. Aber der Roman ist einfach nur perfekt. Es ist nichts zu viel, nichts zu wenig. Alle neuen Kapitel beginnen mit dem jeweiligen Datum - manchmal der nächste Tag, manchmal einige Monate später. Selbst das ist stimmig und genau richtig.

Natürlich dürfen Gefühle auch nicht zu kurz kommen. Wer allerdings auf ein Buch volller schmachtender Liebe hofft, wird enttäuscht werden. Hier steht nicht die Romantik, sondern das Abenteuer im Vordergrund. Die Geschichte zwischen Carl und Mary steht absolut im Hintergrund und rückt nur zur gegebenen Zeit nach vorn.

Ich würde liebend gern noch viel mehr erzählen, aber dann müsste ich schon einen Teil der Geschichte verraten. Also lasse ich das. Nur so viel: Ich habe gelacht, geweint und mich prächtig amüsiert. Zum Lesen habe ich weniger als einen Tag gebraucht ... Das Buch beruht übrigens zum Teil auf historischen Tatsachen, "Marc" gab es wirklich.

Dies war Liv Winterberg's erster Roman und ich hoffe auf viele weitere!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alles was gute Unterhaltung braucht, 28. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Vom anderen Ende der Welt: Historischer Roman (Taschenbuch)
Vom anderen Ende der Welt

Mary Linley, eine Frau Anfang des 18. Jahrhunderts, soll nach dem Tod ihres Vaters auf Wunsch der Tante so schnell wie möglich eine gute Parie heiraten. Mary, von ihrem Vater, einem Botaniker hat sie viel über Pflanzen, Tiere und Krankheiten sowie Heilungsmethoden gelernt. Ihr großen Traum ist es, an einer Expidition auf dem Schiff Sailing Queen unter der Leitung des Botanikers Carl Belham teilzunehmen. Sie sieht keinen anderen Ausweg, als sich als Mann zu verkleiden und bekommt tatsächlich einen Job als Zeichner.

Das Leben an Bord ist hart, Seekrankheit, Hunger, verdorbene Lebensmittel und Krankheit fordern ihre Opfer. Mary schlägt sich tapfer und freundet sich mit dem Schiffsjungen Seth an - vor allem mit ihrem Chef Carl Belham verbindet sie eine besondere Beziehung. Da sie mit dem Assistenten von Belham, Franklin, eine Kabine teilt, kommt ihre wahre Identität dann doch schneller als erwartet ans Licht, Belham und auch Franklin schweigen darüber, da sie einen Skandal fürchten. Mehr möchte ich dann über den Inhalt des Buches nicht verraten, das würde den Spaß am Buch trüben.

Der Schreibstil ist super, die Geschichte rund - es hätte genauso gewesen sein können. Die Beschreibungen sind plastisch, man kann förmlich das Meer riechen. Auf dieses Abenteuer habe ich mich gern eingelassen und die Beschreibungen über das Leben an Bord haben mich oft schaudern lassen. Ich kann dieses Buch nur wärmstens empfehlen, nicht nur den Abenteurern unter uns. Man taucht ein in die schillernde bunte Welt von großer Seefahrt, fremden Kulturen, exotischen Inseln und einem völlig anderem Leben in einem früheren Jahrhundert.

Großes Kompliment an die Autorin für dieses Erstlingswerk.
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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Forschergeist trifft Abenteuer, 10. Juni 2011
Von 
Skatersally "skatersally" - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Vom anderen Ende der Welt: Historischer Roman (Taschenbuch)
Als Marys Vater, der Botaniker Linley stirbt, übernimmt ihre Tante die weitere Erziehung sowie die Auswahl eines geeigneten Ehemanns. Leider gefällt ist Mary von dieser Wahl ganz und gar nicht begeistert. Viel lieber würde sie ihre naturwissenschaftlichen Kenntnisse erweitern und auf einem Forschungsschiff die Welt bereisen. Durch eine Täuschung schafft sie es, auf der Sailing Queen eine Anstellung als botanischer Zeichner zu bekommen. So rückt ihr Lebenstraum in greifbare Nähe.

Ende des 18. Jahrhunderts erfuhren sowohl die Gesellschaft als auch die Wissenschaft einen Umbruch. Neue Erkenntnisse in Geologie, Evolution oder Technik revolutionierten die bisherigen Fakten. Die bisher stark von Religion und ethischen Normen geprägte Gesellschaft passte sich nur schwerfällig an diese Veränderungen an. Genau in hier Zeit platziert Liv Winterberg ihre Protagonistin Mary, die mehr vom Leben erwartet als Ehefrau zu sein. Die von ihrem Vater vermittelte Bildung über Botanik möchte sie in ihrem Leben einsetzen. Für Frauen war das zu dieser Zeit unüblich, sodass Mary zwangsweise auf Verkleidungen zurückgreifen musste, um weiter ihrer Leidenschaft nachzugehen.

Dieser historische Roman entführt seine Leser mittels liebevoll gezeichneter Charaktere in die Welt der Seefahrt und Forschung. Geschickt verbindet die Autorin sowohl die seinerzeit üblichen gesellschaftlichen Gepflogenheiten mit den Kenntnissen der Medizin, Botanik und Schifffahrt. Der monatelang andauernde Aufenthalt auf einem Schiff wirkt authentisch mit all seinen Entbehrungen auf beengtem Raum. Allein der zur Verfügung stehende Raum erforderte Höchstleistungen an die Logistik. Immer wieder mussten Verletzungen auf See versorgt werden oder auch Krankheiten breiteten sich schnell aus. Die Recherche zu diesen Zuständen spiegelt sich hier sehr plastisch wider.

Die Protagonistin Mary verkörpert die Weltumseglung der historisch belegten Jeanne Baret, die mit ebensolchen Mitteln auf einem Segler angeheuerte. Deutlich werden die Schwierigkeiten sichtbar, die Frauen damals umgehen mussten, da ihre Leistungen auf wissenschaftlichen Gebieten nicht anerkannt wurden. Ihre Tätigkeit auf Tahiti wird obendrein farbig ausgestaltet und gibt einen Einblick in den Umgang zwischen den Eingeborenen und den Europäern. An keiner Stelle wirkte die Geschichte konstruiert, sondern ehrlich und gefühlvoll.

Nicht nur der Erzählstil verblüfft bei diesem Debütroman, sondern auch die Ausstattung des Buches ist bemerkenswert hochwertig. Die Premienausgabe von dtv hat ein auffallend gestaltetes Cover und fühlt sich durch die Klappbroschur stabil an. Das vorangestellte Personenregister erleichtert die Zuordnung der Charaktere. Eine Weltkarte, auf der man die Reise der Sailing Queen verfolgen kann, wurde ebenfalls angefügt. Das Buch ist rundherum gelungen und verdient fünf Sterne.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungenes Debüt!, 2. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Vom anderen Ende der Welt: Historischer Roman (Taschenbuch)
Nach dem Tod ihres Vaters soll die junge Botanikerin Mary Linley verheiratet werden und ihren Platz in der englischen Gesellschaft einnehmen. Nicht genug, dass sie ihren Vater verloren hat, soll sie nun auch ihre Leidenschaft für die Wissenschaft (insb. Botanik) aufgeben! Das will sie auf gar keinen Fall und heuert somit als Mann verkleidet auf dem Expeditionsschiff Sailing Queen als Zeichner unter dem Botaniker Sir Carl Belham an. Trotz anfänglicher Zweifel ist sie bald ganz in ihrem Element. Sie bereist ferne Länder, lernt deren Flora und Fauna kennen und muss sich gleichzeitig dem harten Bordalltag stellen.

Eine wirklich sehr beeindruckende Geschichte! Dadurch, dass die Geschichte an reale Begebenheiten angelehnt ist, ist sie sehr authentisch. Die wissenschaftlichen Aspekte des Romans haben mir sehr gut gefallen, da ich mich im Studium selbst sehr viel und gerne mit Botanik beschäftigen darf (aber auch Zoologie, Chemie, Biologie allgemein usw.). Bisher hatte ich mir keine großen Gedanken darüber gemacht, wenn ich eine neue Pflanze herbarisiert habe, auf Exkursionen war etc. pp. Durch diesen Roman weiß ich dieses Privileg erst richtig zu schätzen!

Abgerundet wird die Handlung von dem wirklich sehr gelungenen Schreibstil: Der Roman ist zu jeder Zeit sehr flüssig zu lesen. Die Orte sind sehr bildlich beschrieben, man fühlt sich mitten in die Handlung versetzt. Die Entbehrung auf dem Schiff wechselt sich mit den exotischen Ländern ab, wodurch ein starker Kontrast entsteht. Die gesamte Handlung wirkt sehr gut recherchiert mit den detailliert beschriebenen Lebensweisen fremder Kulturen, Arbeitsweisen, Schiffsalltag etc.

Auch die Personen sind sehr gut geschildert. Man fühlt sich in sie hinein versetzt und leidet bzw. freut sich mit ihnen. Dadurch das Mary zu Beginn noch Bedenken hat und sich nicht wirklich sicher ist, wirkt sie sehr glaubwürdig. Schön fand ich auch die beschriebenen Nebencharaktere. So lernen wir nicht nur die gehobene Gesellschaft in England kennen, sondern auch Matrosen und Tahitianer. Ein sehr angenehmer Kontrast.

Fazit: An diesem Roman stimmt meiner Meinung nach alles: Die Aufmachung (sehr schönes Titelbild, Weltkarte, Glossar, Hintergrund), die Geschichte und die sehr gelungene Umsetzung! Die Personen und Orte sind authentisch beschrieben, der Roman liest sich flüssig und ist äußerst gut recherchiert. Mir hätte gut gefallen, wenn noch ausführlicher auf die Botanik eingegangen wäre, aber dies ist wirklich ein Luxus-Makel. Ein Roman der das Fernweh und die Liebe zur Wissenschaft, der ein paar sehr schöne Lesestunden verspricht! Hoffentlich bleibt das nicht der letzte Roman von Frau Winterberg!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die abenteuerliche Reise einer mutigen Frau, 30. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Vom anderen Ende der Welt: Historischer Roman (Taschenbuch)
Mary Linley ist eine selbstbewußte, intelligente junge Frau . Ihr Vater, ein angesehener Botaniker und Arzt, hat ihr viel von seinem Wissen und von seinem Forscherdrang weitervermittelt. So ist es auch nach seinem Tod ihr innigster Wunsch, in seine Fußstapfen zu treten und seine Forschungen fortzuführen. Doch dies ist für eine Frau Ende des 18. Jahrhunderts schier unmöglich.

Mary setzt sich jedoch über jegliche Konventionen hinweg und verpflichtet sich , als Mann verkleidet, unter dem Namen Marc Middleton als Gehilfe und Zeichner für eine Expedition des Botanikers Carl Belham nach Tahiti. Und so beginnt ihre abenteuerliche Reise rund um die halbe Welt an Bord des Segelschiffs " Sailing Queen " . Schon bald werden ihre romantischen Vorstellungen über solch eine Seereise erschüttert. Das Leben an Bord ist alles andere als einfach. Es herrscht ein ziemlich rauer Umgangston. Dreck, schlechte Ernährung, Krankheiten , die Unbillen des Wetters , zahlreiche Unfälle und auch Todesfälle sind an der Tagesordnung. Doch sie lässt sich nicht erschüttern und begegnet mutig allen Widrigkeiten. Durch ihr freundliches, umsichtiges und kompetentes Verhalten erwirbt sie sich schließlich sogar einen gewissen Respekt bei der Mannschaft.

Doch ihre Maskerade kann nicht ewig unentdeckt bleiben.

Das Buch ist eine eindrucksvolle Lektüre über eine starke, couragierte junge Frau, die unbeirrt ihren Weg im 18. Jahrhundert geht und sich nicht durch die in dieser Zeit geltenden Regeln des " Anstands " aufhalten lässt.

Dieser Roman ist an die tatsächliche Geschichte der Botanikerin Jeanne Baret angelehnt und sehr authentisch erzählt. Der wunderschöne, bildhafte Sprachstil lässt einen die spannende Reise der Botanikerin regelrecht miterleben. Man kann sich die Zustände auf dem Schiff gut vorstellen und Natur, Landschaft und Menschen sieht man direkt vor sich.

Besonders gefallen hat mir, dass uns die Autorin auch immer wieder an den Gedanken der einzelnen Protagonisten teilnehmen lässt ( diese Passagen sind kursiv gedruckt ); so kann man sich noch besser in die einzelnen Charaktere hineinversetzen und deren Handlungsweise verstehen.

Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen, nur schade, dass es schon zu Ende ist. Vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung ?!
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12 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ausgezeichnete Recherche, 7. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Vom anderen Ende der Welt: Historischer Roman (Taschenbuch)
Mary Linley lebt in Plymouth, England im Jahr 1785. Nachdem ihr Vater auf einer Expedition das Leben verloren hatte, kommt sie bei ihrer Tante Henriette unter. Aber Mary möchte nicht wie alle anderen Frauen dieser Zeit einfach verheiratet werden, sondern als Botanikerin arbeiten, denn ihr Vater hat ihr darüber so viel beigebracht. Als schließlich Sir Carl Belham zu einer Expedition nach Tahiti aufbricht, verkleidet sich Mary als Mann und kann sich als Zeichner der Forschungsreisenden anschließen.

Der Roman von Liv Winterberg verspricht viel: Abenteuer, eine starke Frau und Liebe laut bunt gestaltetem Cover. Die einzelnen Kapitel sind nicht zu lang und machen die Lektüre leicht und flüssig. Auch der Stil der Autorin ist angenehm zu lesen und lädt ein die Seiten nur so umzublättern.
An vielen Stellen sind die Beschreibungen und Dialoge nicht allzu gut gelungen und ich hatte oft Probleme allem gut folgen zu können. Dies lag zuweilen auch an den größeren Zeitsprüngen, die gemacht worden sind. Da fallen schon schnell mal 3 Monate weg, zu denen gar kein Wort verloren wird. Schade! Denn dadurch mangelt es dem Roman auch an Tiefgang, besonders was einzelne Charaktere anbelangt, hätte ich mir etwas mehr gewünscht.

Besonders der letzte Teil des Romans ist dann sehr klischeehaft und hat mich nicht so interessiert, wie die äußerst genaue Beschreibung der Seereise oder der Arbeit von Mary. Hier hätte man sogar noch ausführlicher werden können. Vieles wurde nur umrissen, aber der gute Stil und die sympathische Heldin machen dennoch Lust auf mehr. Ich könnte mir durchaus vorstellen, dass eine Fortsetzung mich reizen würde, denn vieles ist noch ungesagt. Alles in allem ein gutes Buch, dem zwar einiges fehlt, dass aber durch guten Schreibstil und ausgezeichnete Recherche einen Einblick in das Forscherleben des 18. Jahrhunderts gibt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vom anderen Ende der Welt, 21. August 2011
Von 
Nefret - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Vom anderen Ende der Welt: Historischer Roman (Taschenbuch)
England, 18. Jahrhundert: Die 19-jährige Mary Linley ist leidenschaftliche Botanikerin. Um dem Ultimatum ihrer Tante zu entkommen, verkleidet sie sich als Junge und heuert als Zeichnerin für eine Expeditionsreise auf einem Segelschiff an.

Noch ein historischer Roman, in dem eine Frau einen Beruf ausleben möchte, der damals nur Männern vorbehalten war, werden wohl einige Leser denken. Zumindest ich habe das gedacht, wurde aber positiv überrascht. "Vom anderen Ende der Welt" bietet einige Überraschungen.

Mary Linleys Abenteuer beruht auf der Geschichte der Botanikerin Jaenne Baret, die Liv Winterberg hier mit ihrer eigenen Fantasie ausschmückt.

Die im Klappentext angepriesene Liebesgeschichte spielt übrigens nur eine kleine Rolle. Außerdem verläuft sie anders, als ich es vermutet hätte. Für manche Leser mag dies eine Enttäuschung sein, mir gefiel es.

Das Hauptaugenmerk liegt auf der Beschreibung der Seereise, die äußerst beschwerlich und wenig romantisch ist. Die Seemänner sind raue Gesellen, Krankenheiten und Tod lauern überall.

Mein eigentlicher Held ist jedoch Seth, ein Junge, der zum ersten Mal auf einem Schiff arbeitet und sich mehr fürs Malen und Schreiben interessiert. Viele Szenen werden aus seiner Sicht erzählt.

Positiv ist auch das schöne Cover des Buchs zu erwähnen. Im Buchhandel würde ich es auf jeden Fall interessiert in die Hand nehmen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine Frau die wahrhaft bewegt, 27. Juni 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Vom anderen Ende der Welt: Historischer Roman (Taschenbuch)
England, 1785. Mary Linley wächst alleine bei ihrem Vater auf, der sie in Botanik und Medizin unterrichtet. Eine ungewöhnliche Erziehung für ein Mädchen, die im Umfeld nicht auf Gegenliebe stößt. Als ihr Vater von einer Expedition nicht mehr zurückkehrt, wird Marys Tante mit ihrer Erziehung betraut. Doch diese möchte das Mädchen lieber schnell verheiraten. Mary fühlt sich unverstanden und unterfordert, sie beschließt daher sich heimlich auf ein Forschungsschiff zu begeben und die Arbeit ihres Vaters fortzusetzen. Als Mann verkleidet gelingt es ihr eine Anstellung auf der Sailing Queen zu erhalten und von Sir Carl Belham als Botanischer Zeichner Marc beschäftigt zu werden. Die Reise nach Tahiti ist alles andere als einfach und Mary noch lange nicht am Ziel ihrer Träume angekommen ...

Oh nein, nicht schon wieder eine Hosenrolle - das war mein erster Gedanke, als ich die Inhaltsangabe von "Vom anderen Ende der Welt" gelesen habe. Seit dem Autorenpaar Iny Lorentz ist der Begriff ziemlich abgenutzt und ich habe den Eindruck, dass alle diese Geschichten auf dem gleichen Schema beruhen. Aber dennoch wollte ich gerne Liv Winterberg und ihrem Buch eine Chance geben mich zu überzeugen. Dies ist ihr auf ganzer Linie gelungen! Bei "Vom anderen Ende der Welt" handelt es sich nicht um eine historisch angehauchte Romanze, sondern vielmehr um einen echten Abenteuerroman, der noch dazu auf einer wahren Person und Begebenheit beruht. Vorbild für Mary Linley war Jeanne Barè, die unter dem Namen Jean um die Welt segelte und botanische Studien betrieb. Sicherlich ist hier auch viel der künstlerischen Freiheit der Autorin zu verdanken, weswegen ich es auch gut finde, dass sie durch eine unterschiedliche Namenswahl etwas Abstand geschaffen hat. Die unglaubliche Tatsache der Frau, die im 18. Jahrhundert nach Tahiti segelte und es geschafft hat einen historischen Beitrag zur Botanik zu leisten, ist jedoch keinesfalls erfunden und so ist es auch die Forschung und Wissenschaft, die hier im Vordergrund steht. Natürlich hat Liv Winterberg auch ein wenig Romantik mit eingeflochten, jedoch so niedrig dosiert, dass es die Geschichte nur untermalt, aber nicht erdrückt. Wer gerne einen Roman über eine wahrhaft starke Frau, große Gefühle und ein unglaubliches Abenteuer lesen möchte, dem kann ich "Vom anderen Ende der Welt" nur wärmstens empfehlen!
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Vom anderen Ende der Welt: Historischer Roman
Vom anderen Ende der Welt: Historischer Roman von Liv Winterberg (Taschenbuch - 1. Juni 2011)
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