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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die hübsche Unbekannte
Inhalt:
Das Buch spielt in Berlin Anfang der 1930er Jahre, zur Beginn der NS-Zeit. Martin Kirsch ist ein angesehener Psychiater, der an der Berliner Charité arbeitet. Es ist die Zeit der politischen Änderungen und neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse. Albert Einstein ist mit seiner Relativitätstheorie in aller Munde und hält Vorlesungen im...
Veröffentlicht am 29. Juni 2010 von S. Hein

versus
6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Tolles Konzept - Mäßige Umsetzung
"Das Einstein-Mädchen" ist ein 2009 erschienener Roman des britischen Autors Philip Sington. Einen richtigen "Hit" hat Sington auf dem deutschen Buchmarkt bisher noch nicht gelandet, trotzdem mag er dem ein oder anderen Leser vielleicht auch unter dem Synonym "Patrick Lynch" (Welches er zusammen mit Gary Humphreys benutzt) bekannt sein. Thematisch handelt es sich um...
Veröffentlicht am 30. November 2012 von Patrick Gelhausen


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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die hübsche Unbekannte, 29. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Einstein-Mädchen: Roman (Taschenbuch)
Inhalt:
Das Buch spielt in Berlin Anfang der 1930er Jahre, zur Beginn der NS-Zeit. Martin Kirsch ist ein angesehener Psychiater, der an der Berliner Charité arbeitet. Es ist die Zeit der politischen Änderungen und neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse. Albert Einstein ist mit seiner Relativitätstheorie in aller Munde und hält Vorlesungen im ganzen Land. Zu einer dieser Lesungen wollte auch eine gutaussehende junge Frau, das besagt jedenfalls das Ticket, das sie in der Hand hält. Sie wird jedoch bewusstlos und verletzt von zwei Jungen in Caputh gefunden. Da sie sich nach dem Aufwachen an Nichts mehr erinnern kann, wird sie Patientin von Dr. Kirsch. Der ist sofort fasziniert von ihr, zumal er sie einige Abende zuvor noch in einer Bar gesehen hat. Sie wird fortan das "Einstein-Mädchen" genannt und Dr. Kirsch setzt alles daran, um ihr Geheimnis zu lüften.
Dabei stösst er immer mehr auf Widerstoß...

Stil:
Philip Sington verwendet eine schöne Sprache und zieht den Leser ab der ersten Seite in den Bann des "Einstein-Mädchens". Man findet sich in einem tristen Berlin wieder, in dem die Nazis langsam an die Macht kommen und die Menschen sich noch nicht einmal vom Ersten Weltkrieg erholt zu haben scheinen. Der Roman ist sehr gut recherchiert, bietet gut erklärte Einblicke in z.b. Einsteins Werke und sorgt dafür, dass man nach Beenden des Romans noch lange darüber nachdenkt.

Eigene Meinung:
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, was auch an der schönen Sprache lag. Zudem schafft der Autor es, verschiedene Handlungsttränge zu einem logischen Ganzen zusammenzubringen. Trotzdem bleibt es dem Leser selbst überlassen, seine ganz eigene Wahrheit über das "Einstein-Mädchen" herauszufinden. Mit Martin Kirsch wurde auf jeden Fall ein Hauptcharakter geschaffen, dessen Schicksal einen berührt und lange nicht mehr loslässt.
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Demaskierung, 16. Juli 2010
Von 
CupCake - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Das Einstein-Mädchen: Roman (Taschenbuch)
"Maria", so wie das Mädchen genannt werden möchte, wurde bewusstlos in einem Wald gefunden. Nachdem die Ärzte sich stümperhaft um sie gekümmert haben, verliert das Mädchen ihr Gedächtnis. Nur Martin Kirsch, der selber nicht unbedingt als stabil bezeichnet werden kann, ist bemüht, ihr zu helfen. Sein einziger Anhaltspunkt ist ein Stück Papier, mit dem Termin einer Vorlesung von Albert Einstein darauf.

Während die Nazis in Deutschland langsam aufkeimen, sucht Martin nach der Wahrheit und er muss ein sehr spezielles Geheimnis aufdecken...

Ich weiß nicht, warum dieses Buch als Thriller gehandelt wird. Ich selber würde es als einen spannenden Roman einteilen. Das Buch erzählt die Geschichte des Einstein-Mädchens und ist selber ein fiktives Manuskript eines anderen Mannes, der einer gewissen "Elisabeth" etwas erzählen möchte. Seine Briefe an diese Frau werden immer einmal wieder eingestreut und unterbrechen die Geschichte.

Es ist ein sehr interessantes Buch, gut geschrieben und flüssig zu lesen. Anfangs sind die Briefe scheinbar noch aus dem Zusammenhang gerissen worden und führen einen dann aber später zu der eigenen Wahrheit. So ganz wird nicht alles geklärt, hier bleibt dem Leser das eigene Denken nicht erspart. Auch der Titel, dessen Wahl eine besondere Rolle spielt, bekommt am Ende der Lektüre eine erhöhte Bedeutung.

In diesem Buch wird vieles angesprochen und Aufgeklärt. Es waren nicht unbedingt die Nazis, die mit einer perversen Forschung am Menschen begonnen haben. Schon vor der Machtergreifung, ab es zum Beispiel die so genannte "Insulin-Schock-Therapie", die Menschen ins Koma beförderte und angebliche gestörte Menschen heilen sollte. Das die Nazis dieser Perversität noch eines draufgesetzt haben, soll an dieser Stelle bitte aber auch erwähnt werden!

Neben dem normalen Handlungstrang wird unterschwellig auch von Berlin im Jahre 1932 erzählt. Hier hat der Autor anscheinend ausgesprochen gut recherchiert. Die Bücherverbrennung, als nur ein Beispiel von vielen, wird eben einmal so eingestreut und von den betreffenden Personen so reflektiert, wie sich womöglich wirklich darüber gesprochen haben.

Es ist ein Buch über die Psychologie, aber auch eine Demaskierung der Familie Einstein. Hier war nicht alles super und erst Recht nicht gesund. Wie so oft, verbirgt sich hinter einem Genie oft etwas sehr krankes. Wie dieser Mann mit seinen eigenen Verwandten umgeht und wer letztendlich der "wahre" Autor des Buches ist, das wird hier jetzt aber nicht erzählt. . .

Ein schönes Titel, ein handliches Buch, eine tolle Geschichte und ein für diese Qualität sehr guter Preis machen dieses Buch lesenswert!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "A Stylish Thriller" - fesselnd, facettenreich, intelligent: Ein Must-Read!, 15. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Einstein-Mädchen: Roman (Taschenbuch)
1933 wird eine junge Frau ohne Gedächtnis in den Wäldern vor Berlin aufgefunden. Der Psychiater Martin Kirsch nimmt sich mit zunehmender Faszination der jungen Mariya an und versucht, ihre Vergangenheit zu rekonstruieren. Seine Nachforschungen bringen ihn mit Vorträgen von Albert Einstein in Berührung, mit den beängstigenden Paradigmenwechseln durch Relativitätstheorie und Quantenmechanik und Mariyas schwieriger Kindheit im k.u.k. Serbien...

Besonders faszinierend fand ich an dem Buch, wie gewaltig der Nationalsozialismus seinen bedrohlichen Schatten kurz vor Hitlers Machtergreifung vorauswirft. Als Psychiater muss sich Kirsch mit dem Konzept der Rassenhygiene auseinandersetzen, und der totalitäre Würgegriff des neuen Systems ist schon im Alltag deutlich spürbar. Gleichzeitig zeichnet der Roman ein klares Bild davon, wie wenig sich Deutschland vom ersten Weltkrieg erholt hat; die Veteranen sind immer noch traumatisiert - so auch Kirsch, der als Feldchirurg an der Front diente.

Mir hat auch sehr gefallen, wie die Erkenntnisse gerade der Quantenmechanik das Wertesystem der damaligen Zeit erschüttert hat. Der Mensch der damaligen Zeit verliert den Boden unter den Füßen: Nicht nur die Zerrüttungen durch den ersten Weltkrieg, die politische Instabilität der Weimarer Republik, die Wirtschaftskrise und die Gewalt auf der Straße bedrohen die Menschen, sondern auch in der Physik ist nicht mehr Objektivität und Halt gegeben. Die Flucht der Wähler in die einfachen Botschaften des Nationalsozialismus wird dadurch nachvollziehbar, aber der Schrecken des Dritten Reiches wird bei Philip Sington schon vor der Machtergreifung sichtbar.

Mich hat das Buch gefesselt; die Verknüpfung so unterschiedlicher und anspruchsvoller Themen zu einem spannenden und dabei hochintelligenten Roman hat mich nicht mehr losgelassen. "A Stylish Thriller" steht auf dem Klappentext meines Buchs - und in der Tat, besser kann man diesen komplexen, intelligenten und mitreißenden Roman nicht beschreiben. 5 Sterne.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen "... Dass der Irrsinn einen Sinn hat ...", 21. September 2010
Von 
Belles Leseinsel (Mainz, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Das Einstein-Mädchen: Roman (Taschenbuch)
Berlin im Mai 1933: Zwei Wochen nach dem rätselhaften Verschwinden ihres Verlobten, dem Psychiater Martin Kirsch, besucht Alma Siegel regelmäßig die Polizeidienststelle, um sich dort die Bilder unbekannter Toter zu betrachten. Doch erfolglos. Martin ist nicht dabei. Nach einem solchen Besuch macht sie sich auf den Weg in eine öffentliche Bibliothek, um dort die Zeitungsartikel über das Auffinden einer jungen Frau zu lesen. Diese wurde ein halbes Jahr vorher in einem Waldstück mehr tot als lebendig gefunden und in die Charité eingewiesen. Dort konnte sie zwar gerettet werden, hatte aber ihr Gedächtnis verloren. Da sie als einziges ein Prospekt von Albert Einstein bei sich hatte, erhält sie in der Charité den Namen "Das Einstein-Mädchen". Besonders Martin interessierte sich für den Fall und war schon schnell von der jungen Frau fasziniert. Ihm gelang es, sie in seine Abteilung verlegen zu lassen, um sie dort zu behandeln. Der Fall von Maria, den Namen, den sie sich selbst gegeben hatte, interessierte ihn immer mehr und so machte er sich daran, die Hintergründe der Amnesie von Maria zu entschlüsseln und entdeckte hierbei ein menschliches Drama, welches viele Jahre vorher bereits begann.

Nachdenklich, ruhig und sehr flüssig erzählt Philip Sington die Geschichte von Maria und Dr. Martin Kirsch. Immer wieder lässt er geschichtliche Ereignisse mit einfließen und geht auch detailliert auf die Behandlungsarten der Psychiatrie der damaligen Zeit ein. Hierdurch erhält man nach und nach ein sehr gutes Bild über das Leben zwischen den beiden Weltkriegen. Und so spürt man deutlich, wie die Menschen immer noch mit den Nachwirkungen des 1. Weltkrieges, besonders auch mit der Trauer um gefallene Familienmitglieder, zu kämpfen haben, während sie sich gleichzeitig auf die Machtübernahme von Adolf Hitler einstellen. Dessen Politik hatte bekanntermaßen wenig für psychisch kranke Menschen übrig, was die Ärzte in der Charité und hier natürlich auch Martin deutlich zu spüren bekommen. Die Einblicke, welche man in die Behandlungsarten von damals erhält, sind stellenweise schon sehr erschreckend beschrieben. Jedoch nehmen diese Erklärungen wie auch weitere zeitgenössische Erläuterungen nur so viel Raum ein, um unterschiedliche Verhalten zu erklären und somit die Geschichte harmonisch abzurunden, ohne langatmig zu werden.

Immer wieder wird ein Erzählstrang in Briefform eingefügt, der neugierig macht auf den Fortgang der Geschichte und erkennen lässt, dass der Schlüssel um Marias heutigem Zustand in der Vergangenheit zu finden ist, in der Albert Einstein eine maßgebliche Rolle spielt. Hier verknüpft der Autor geschickt Fiktion und Realität zu einer schlüssigen Geschichte, die nach ein paar Kapiteln um ein 1/2 Jahr in der Erzählung zurückgeht und so nach und nach somit die Erklärung für das Verschwinden von Martin bietet. Allerdings ist der Roman in keiner Weise als historischer Krimi oder gar Thriller zu bezeichnen, da er keine dieser Aspekte aufweist, sondern es handelt sich hierbei um einen schönen, emotional erzählten Roman.

Die Figuren sind gut herausgearbeitet und detailreich angelegt. Besonders interessant ist hier natürlich der Charakter von Maria, bei der es sich um eine hochintelligente junge Frau handelt auf der Suche nach ihrer Vergangenheit. Auch Alma Siegel, die Verlobte von Martin, wird glaubwürdig in ihrer hartnäckigen, unbeirrbaren und stolzen Art dargestellt. Neben Maria ist Martin Kirsch der zweite Protagonist des Romans. Sein Verhalten wirkt für den Leser sehr sensibel, kann als stur und selbstlos im Bemühen um Maria bezeichnet werden und verwundert aber auch, da die Menschen in seinem Umfeld ihn eher als unnahbar, arrogant und selbstherrlich beschreiben.

Fazit: Philip Sington erzählt überzeugend in einem ruhigen, nachdenklichen Schreibstil seine Geschichte, welche am Ende zwar mit einer vorhersehbaren Lösung aufwartet, dennoch aber noch überraschen kann und den Zeitgeist der 1930er Jahre sehr gut einfängt.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen e=mc², 6. Juli 2010
Von 
Marius (Augsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Das Einstein-Mädchen: Roman (Taschenbuch)
Diese Formel dürfte so ziemlich jeder kennen, auch wenn er nichts mit der Physik am Hut hat. Auch der Mensch, der hinter dieser und viel mehr bahnbrechenden Beobachtungen steht, zählt zu den berühmtesten Menschen aller Zeiten und steht im Mittelpunkt des Buches Das Einstein-Mädchen" von Philip Sington.
Das Buch handelt von dem mysteriösen Auffinden einer an Amnesie leidenden Frau im Staatsforst von Caputh im Jahr 1933. Die ganze Angelegenheit wird durch die Tatsache delikat, dass der große Gelehrte Albert Einstein gleich in der Nähe sein Domizil hat und in der Nähe der Frau ein Zettel von einem Vortrag des Physikers aufgefunden wurde. Schnell bekommt die Unbekannte von der Presse einen Spitznamen verpasst: Das Einstein-Mädchen". Der mysteriöse Vorfall weckt nicht nur das Interesse der gesamten deutschen Presse sondern auch schon bald das des Psychiaters Martin Kirsch, der auf der psychiatrischen Abteilung des renommierten Charité-Krankenhauses arbeitet.
ER schafft es schon bald, den Fall des Mädchens an sich zu reißen und hilft ihr dabei, ihr Geheimnis wieder zu entdecken. Wider alle Hindernisse macht er sich sogar bis ins entfernte Zürich auf, als er feststellt, dass zwischen dem Mädchen und der Familie Albert Einsteins eine Verbindung zu bestehen scheint. Dort angekommen macht er Bekanntschaft mit Eduard Einstein, dem Sohn Albert Einsteins aus erster Ehe und schon bald erkennt er die wahren Zusammenhänge zwischen dem Physiker und dem Mädchen, doch derweil haben in Berlin die Nazis die Macht schon an sich gerissen ...
Hervorragend gelingt es dem Briten (!), die Atmosphäre Berlins um den Zeitpunkt der Machtergreifung Hitlers herum zu beschreiben. Bei der Lektüre des Einstein-Mädchens" hat man förmlich den Eindruck, die damalige Atmosphäre am eigenen Körper zu spüren. Schonungslos zeigt er die damaligen Praktiken der Psychotherapie und demaskiert Berlin als schmutzigen Moloch. Auch lässt er neben dem Berliner Stadtleben der Theorie der Psychotherapie, die damals noch stark von C.G. Jung und Sigmund Freud beeinflusst war, eine große Rolle zukommen und zeigt die Ansätze, mit denen die Patienten kuriert wurden.

Fazit: Ein guter historischer Roman, der über eine bloße Abbildung des Berlins der 30er Jahre hinausgeht und eine packende Beschäftigung mit dem Mythos Einstein!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Macht der Illusionen, 2. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Einstein-Mädchen: Roman (Taschenbuch)
Das Buch ist mehr als ein herkömmlicher Thriller. Es ist hintergruendig, intelligent und regt zum Nachdenken an. Es handelt von zwei Personen, die in einer Welt voller Hass, Ignoranz und Krieg nach Wahrheit und Hoffnung suchen; von zwei Liebenden, die in den Ereignissen der Zeit gefangen sind.

Martin Kirsch ist Psychiater, der kurz davorsteht in höhere Kreise einzuheiraten. Er hat in zunehmenden Maße ein zwiespältiges Verhältnis zu seinem Beruf. Das liegt daran, dass er, in einer Zeit, in der ein erneuter Weltkrieg unvermeidlich scheint, es immer schwieriger findet, zwischen einem gesunden Geist und Wahnsinn zu unterscheiden. Als eine junge Frau unbewußt ins benachbarte Krankenhaus eingeliefert wird, erkennt Kirsch die Frau wieder. Es ist die Frau, mit welcher er schon einmal ein kurzes, aber romantisches Zusammentreffen hatte. Als sie erwacht, kann sie sich scheinbar an nichts aus ihrem Leben erinnern und Kirsch fühlt sich innerlich gezwungen ihren Fall anzunehmen. Seine Faszination entwickelt sich gefährlicherweise zu Liebe und seine Nachforschungen enthüllen ein Reihe von mysteriösen Verbindungen zwischen der 'Patientin E' und Albert Einstein, dem weltbekannten und einflußreichsten Feind der Nazis. Kirsch glaubt, daß bei Einstein der Schlüssel zur Lösung des Rätsels um das Mädchen liegt, und daß damit ihre Erinnerungen wieder erweckt werden können. In seinen Nachforschungen wird er von dem Glauben angetrieben, dass mit großer Weisheit auch Gutherzigkeit einhergeht. Was er herausfindet ist verstörend und merkwürdig.

Wie die Charaktere werden auch die Handlungsorte (hauptsächlich Deutschland in den Monaten vor der Machtübernahme durch Hitler) sehr anschaulich zum Leben erweckt. Die Thematik ist zeitlos. Es geht um Liebe und Wissen, um Illusionen und den Wahnsinn mit denen Menschen leben, und um das Ausmaß der Verantwortung der Menschen füreinander.

Es ist ein einfühlsames, eindrucksvolles und stilvoll geschriebenes Buch.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Buch das nachwirkt, 28. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Einstein-Mädchen: Roman (Taschenbuch)
Die ist mal ein Thriller der ganz anderen Art und ich hätte Ihn eher als Krimi bezeichnet.Zum einen geht es um die Protagonistin Marija und zum anderen um den Protagonisten Martin Kirsch, Psychiater an der Berliner Charite, dessen Sorge und Verdacht um Marija schon fast zur Obsession wird.

Der Autor versteht es den Leser immer wieder zu verwirren und auf die falsche Fährte zu locken. Ich weiß nicht wie oft ich meine Theorien und Vermutungen wieder verworfen hab. Verschiedene Handlungen werden dezent in einander verbunden und Albert Einsteins Leben sowie seine Theorien spielen dabei eine große Rolle.

Ich musste bei diesem Roman immer wieder absetzen und nachdenken. Manchmal zog sich die Handlung etwas, war aber dennoch interessant genug, dass ich weiter lesen wollte um endlich zu erfahren was es mit dem Einstein-Mädchen auf sich hat.

Philip Sington hat bei diesem Roman meiner Meinung nach sehr gut recherchiert, was man an den verschiedenen Orten, Geschehnissen, Krankheiten und deren Handlungsmethoden feststellen konnte. Der Roman spielt in den Dreißiger Jahren in Berlin und bringt auch den Krieg und seine Folgen zur Sprache. Auf die Handlung selber, möchte ich jetzt gar nicht so eingehen, denn ich denke genau das macht diesen Roman aus. Der zukünftige Leser sollte die Chance bekommen selber zu rätseln und zu grübeln, welche Handlung nun wie zusammenhängt.

Der Roman hat 457 Seiten und am Ende befindet sich eine historische Anmerkung die noch einmal Aufschluß gibt.

Fazit: Dieser Roman ist keine leichte Kost, dafür aber umso lesenswerter und interessant. Ein Roman mit vielen Handlungssträngen, Theorien und Ereignissen. Eine Geschichte die noch lange nachwirkt.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bewegendes Schicksal, 19. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Einstein-Mädchen: Roman (Taschenbuch)
Nahe Berlin wird eine bewußtlose junge Frau ohne Kleidung im Wald gefunden. Als sie in der Charité aus dem Koma erwacht, kann sie sich an nichts erinnern. Wer ist sie? Was ist passiert? Was wollte sie dort im Wald? Einzig ein Zettel, der für einen Vortrag von Albert Einstein wirbt, wird in der Nähe gefunden. War sie dort?

Dr. Martin Kirsch, ein Psychiater, nimmt sich ihres Falls an, nachdem sie soweit genesen ist, dass zumindest keine körperlichen Gründe mehr gegen eine Entlassung aus dem Krankenhaus sprechen würden. Denn er ist dem "Einstein-Mädchen", wie sie von der Presse getauft wurde, vorher schon einmal begegnet...

Philip Sington versteht es nicht nur, hier geschickt mehrere Handlungsstränge zu verflechten, sowie Briefe und Teile eines Berichts immer wieder häppchenweise einfliessen zu lassen. Nein, er zeichnet auch ein - soweit das aus heutiger Sicht überhaupt bewertbar ist - realistisches Bild des Berlins Anfang der Dreißiger: Damen- und Herrenpensionen streng getrennt, zwielichtige Tanzcafes und die immer konkreter werdenden Bedrohungen durch die Nazis (angenehm, dass dieses Thema nicht überhand nimmt!). Auch die Theorien Albert Einsteins finden ihren Raum in diesem Roman.

Insgesamt ein Buch, das mich nicht zuletzt wegen seiner düsteren Atmosphäre, seiner Melancholie und der Verwischung zwischen Realität und Fiktion noch eine Weile beschäftigen wird. Eine Geschichte, die auch ohne große Paukenschläge unter die Haut geht!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Welche Wahrheit zählt?, 9. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Einstein-Mädchen, 6 Audio-CDs (Audio CD)
Ein Psychiater der Berliner Charité, Dr. Martin Kirsch, ist verschwunden. Seine Verlobte Alma sucht ihn beharrlich und vermutet, dass einer seiner Fälle für das Verschwinden verantwortlich ist: Das "Einstein-Mädchen", das sich selbst Maria nennt. Diese junge Frau wurde bewusstlos und mit einer Amnesie in der Nähe des Einstein-Turms bei Caputh aufgefunden und Kirsch schien sich um diesen Fall hartnäckiger zu kümmern als um andere. In Rückblicken erzählt Sington, wie sich Kirsch und Maria begegnen und wie er versucht, sie in ihre Welt zurück zu holen - während Einstein die Physik auf den Kopf stellt und die Nazis die Regierung übernehmen.

Sington erzählt eine anspruchsvolle und sehr atmosphärische Geschichte, in der er zahlreiche Aspekte verknüpft. Kirsch steht der zeitgenössischen Psychiatrie kritisch gegenüber und bemüht sich um neue Denk- und Therapieansätze. Maria bekommt zum Beispiel keine Medikamente, sondern soll behutsam ihre Erinnerung zurück erlangen. Parallel dazu gibt Sington aber auch einen Einblick in die zeitgenössische medikamentöse Behandlung, in der qualvolle Insulin-Schock-Therapien der letzte Schrei waren. Mit seinem Wunsch nach neuen Ideen stößt Kirsch bei den Nazis auf offene Ohren. Ohne dass Kirsch zunächst begreift warum, wendet sich ein kritischer Vorfall an der Charité zu seinen Gunsten und er bekommt ein lukratives Angebot, um seine Kritik an der aktuellen Symptomatik von psychisch Kranken mit einer ausreichenden Zahl an Probanden zu bearbeiten. Erst spät wird Kirsch klar, dass er in ein Programm für Zwangssterilisation und Euthanasie geraten ist.

Zugleich steht die wissenschaftliche Welt Kopf, weil Einstein revolutionäre Theorien aufstellt, zum Beispiel über den Welle-Teilchen-Dualismus, und die klassischen physikalischen Konzepte umwirft. Viele Details dieses damals unfassbaren Postulats werden beschrieben und Kirsch begegnet Max von Laue, von dem er sich Hilfe bei seinem Fall erhofft: Maria schien einen Einstein'schen Vortrag besucht zu haben und ihrem Notizbuch voller Formeln nach zu urteilen kann sie den Gedankengängen Einsteins hervorragend folgen. Daher setzt sich Kirsch auch auf Einsteins Fährte, lernt im Zürcher Burghölzli Einsteins schizophrenen Sohn Eduard kennen und versucht, Einstein Maria zuliebe zu einem Treffen zu bekommen.

Die historische Atmosphäre finde ich gut eingefangen. Eher beiläufig bemerkt man, dass Kirsch Zeuge von Bücherverbrennungen wird, die Inflation behindert Kirschs Familie bei der Errichtung eines Mahnmals und an der Charité wird in der Mittagspause das Kabinett unter Reichskanzler Schleicher diskutiert.
Kirsch private Sorgen betreffen seine Syphilis, mit der er sich als Arzt im Krieg bei einem Patienten infiziert hat; er leidet an Fieberschüben und weiß manchmal nicht, ob er sich an Begebenheiten richtig erinnert.

Selbst Einstein wird im Lauf des Buchs von der fernen Lichtgestalt zum aktiven Teilnehmer an der Handlung. Das gefeierte Genie wird zum Menschen mit zahlreichen Ecken und Kanten. Da ich auf Grund der für meine Begriffe gut recherchierten wissenschaftlichen und historischen Fakten davon ausgehe, dass auch die Person Einstein gut recherchiert wurde, muss ich sagen: Ich bin froh, dass ich bloß mit den Theorien, nicht aber mit dem Menschen Einstein zu tun hatte.

Alle diese Komponenten zusammen ergeben einen verflochtenen Erzählstrang, bei dem man am Ende immer noch nicht weiß, was Wirklichkeit ist und was nicht. So, wie Materie Welle sein kann oder Teilchen, kann die eine Interpretation stimmen oder die andere. Genau dieses Geheimnisvolle, das sich aus Einsteins Theorien ableitet, zieht sich nach meinem Empfinden als Motiv durch den ganzen Roman und genau das hat mich daran so fasziniert. Diese Spielerei mit dem Dualismus ist auch der Grund, warum das Etikett "Thriller" meiner Meinung nach überhaupt nicht passt.

Ein klarer Kritikpunkt ist, dass im Buch offensichtlich ein Nachwort existiert, das im Hörbuch fehlt. Ich habe durch Internet-Recherchen herausgefunden, dass darin zum Beispiel der Arzt erwähnt wird, der Kirsch das lukrative Angebot macht. Den Herrn gab es wirklich und er hat entscheidend an den Gentheorien der Nazis mitgearbeitet. Solche Informationen hätte man auch im Hörbuch unterbringen können.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Einstein-Mädchen, 3. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Das Einstein-Mädchen: Roman (Taschenbuch)
Meine Rezension:
Das Buch 'Das Einstein Mädchen' vom Autor Philip Sington ist ein sehr gelungene Mischung aus Historischem Roman und einem Krimi. Der Leser wird gleich von Anfang an in den Bann gezogen und kann nicht mehr los lassen. Der Schreibstil ist flüssig und es lässt sich mit viel Ruhe und Zeit gut lesen.

Gleich am Anfang des Buches kommen einige Fragen auf, die der Leser während der Geschichte nach und nach beantwortet bekommt. Wer ist z. B. das Mädchen was in Caputh bewusstlos aufgefunden wird und warum war sie gerade in dieser Gegend unterwegs.

Der Protagonist Dr. Kirsch übernimmt in der Geschichte den Akten-Fall des Einstein-Mädchens und versucht dadurch heraus zu finden wer das Mädchen ist und was ihr schreckliches Wiederfahren ist. Dr. Kirsch entwickelt nach und nach Gefühle für seine Patientin und das bringt ihn manchmal ganz schön ins wanken, da er ja eigentlich verlobt ist und kurz vor der Hochzeit steht.

Durch gewisse Recherchen findet er dann heraus wer das Einstein-Mädchen ist und was genau es in Berlin vorhatte. Dadurch gerät er aber auch in einige Situationen, die sich auf sein Berufs- und Privatleben auswirken.

In Form von Briefen wird auch noch eine Geschichte einer Frau erzählt, deren Identität erst nach und nach deutlich wird. Der Historische Teil der Geschichte ist gut recherchiert und man kann sich als Leser gut in die Zeit um 1932 hinein versetzen.

Selbst über Einsteins Relativitätstheorie wird in dem Buch berichtet, dies finde ich aber an manchen Stellen etwas zu langatmig und es fiel mir schwer dort weiter zu lesen. Sonst ist das Buch aber richtig gut gelungen.

Besonders überrascht hat mich das Ende mit dem man gar nicht rechnet im Verlaufe des Buches. Alle Fragen die sich beim lesen gestellt wurden, sind auch nach und nach beantwortet worden.

Auf Grund der gewissen Thematik und der wissenschaftlichen Bezüge ist das Buch kein Buch für 'mal eben Zwischendurch', da es vom Leser ein hohes Maß an Aufmerksamkeit erfordert. Aber dies habe ich dem Buch gerne gegeben und wurde nicht enttäuscht.

Fazit:
Das Buch ist ein anspruchsvoller Roman mit einer sehr spannenden Geschichte. Für diejenigen, die eine luftig lockere Lektüre suchen ist dieser Roman nicht geeignet. Aber durch die historischen Bestandteile ist der Roman sehr empfehlenswert. Mir hat das Buch sehr gut gefallen.
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Das Einstein-Mädchen: Roman
Das Einstein-Mädchen: Roman von Philip Sington (Taschenbuch - 1. Juli 2010)
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