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937
4,2 von 5 Sternen
Erbarmen
Format: TaschenbuchÄndern
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352 von 381 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. September 2009
WARUM? Das ist die zentrale Frage, die sich durch dieses Buch zieht. Warum wurde die junge Parlamentsabgeordnete Merete von der Fähre entführt und nun in einem Verlies gefangen gehalten? Sie selbst kann sich das auch nicht erklären - auch wenn sie immer wieder von einer blechernen Lautsprecherstimme danach gefragt wird und ihr bei einer falschen Antwort weitere Unannehmlichkeiten entstehen. So bleibt das Licht in ihrem Gefängnis für ein Jahr Tag und Nacht an und später wird der Druck in ihrem Gefängnis um zwei Bar erhöht. Obwohl Merete genug Zeit zum Grübeln hat, kann sie sich den Grund ihrer Entführung nicht erklären.
Gleichzeitig wird der Fall Merete Lynggaard bei der Polizei noch einmal aufgerollt. Der Ermittler Carl glaubt nach wie vor nicht an einen Unfall oder Selbstmord, da die junge Politikerin dafür keinen Grund hatte. Zusammen mit seinem Assistenten Assad geht er der Spur eines Online-Telegramms nach, das am Beginn der Ermittlungen übersehen wurde. Wird dies einen entscheidenden Hinweis auf das Schicksal von Merete liefern? Oder kann Meretes Bruder Uffe, der mit an Bord der Fähre war und tagelang verwirrt herumirrte, sich erinnern was passierte und damit der Polizei und seiner Schwester helfen?

Ich bin fasziniert! Diese Geschichte hat mich auch gleich auf den ersten Seiten in ihren Bann gezogen. Mit seinem einfachen, klaren Schreibstil erzeugt Jussi Adler-Olsen eine Spannung, der man sich so leicht nicht entziehen kann. Sie baut sich langsam aber stetig auf und fällt auch bei einem Szenenwechsel nicht vollständig ab. Das Zusammenspiel von Carl und seinem Assistenten Assad bringt einen zum Schmunzeln, manchmal sogar zum Lachen... das einem dann wieder im Halse stecken bleibt, wenn man in der nächsten Szene das Schicksal von Merete teilen "darf".

Ich war schon lange nicht mehr so begeistert und hoffe auch noch viele weitere Fälle von Carl Moerk und Assad.

Hier kommt der nächste Stig Larsson!!!!!
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19 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 15. Februar 2011
Inhalt:
Schon seit 126 Tagen hält man Merete Lynggard an einem dunklen Ort fest ohne jegliche Erinnerung wie sie an diesen Ort gekommen ist und warum man sie hier festhält. Meretes hält das alles alles für einen schrecklichen Alptraum. Plötzlich hört sie eine Stimme aus einem Lautsprecher: Herzlichen Glückwunsch zu deinem Geburtstag, Merete. Du bist jetzt hier seit 126 Tagen, und das ist unser Geburtstagsgeschenk: Das Licht wird von nun an ein Jahr lang eingeschaltet bleiben. Es sei denn, du weißt eine Antwort: Warum halten wir dich fest?"

Sonderkommissar Carl Morck hat schwere Zeiten hinter sich. Nachdem er mit ansehen musste, wie einer seiner Kollegen bei einem Einsatz starb und ein weiter querschnittgelähmt wurde, gibt es nicht mehr viel woran er sich noch halten kann. Doch bald darauf wird das Sonderdezernat Q ins Leben gerufen, dass sich mit der Aufklärung ungelöster Fälle beschäftigt. So auch mit dem Fall Merete Lynggard. Einer angesehenen Politikerin, die eines Tages auf mysteriöse Weise verschwand. Carl und sein neuer Kollege Haefz-el-Assad müssen sich einem Fall stellen, bei dem sie auf einige Ungereimtheiten stoßen.

Persönlicher Eindruck:

Aufgrund vieler positiver Kritiken wollte ich nun auch endlich einmal wissen, wer dieser neue Autor ist, der jetzt schon als würdiger Nachfolger von Stieg Larsson gehandhabt wird. Und ich muss sagen, er hat mich nicht enttäuscht. Jussi Adler-Olson liefert einen spannende Geschichte, die mich sofort packte. Nach anfänglichen vorstellen der Figuren nimmt die Geschichte langsam fahrt auf. Der Autor erschafft Figuren, mit denen man mitfühlen und mitleben kann. Carl Morck ist ein vom Schicksal gebeutelter Mann, der trotz Fehler ein ziemlich liebenswürdiger Mensch ist. Der seelischen und körperlichen Schmerz von Merete ist förmlich spürbar und sehr gut dargestellt. Und zu Assad brauche ich nicht mehr viel zu sagen. .

Fazit:

Eine komplexe Story, gut ausgearbeitete Charaktere und ein Autor, der einen guten ersten Thriller hingelegt hat!
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108 von 126 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
TOP 1000 REZENSENTam 13. Oktober 2009
Das Buch beginnt - nach dem obligatorischen Prolog, der einen einstimmt auf das was kommt - eher verhalten. In zwei zeitlich versetzten Erzählsträngen werden auf den ersten 70 Seiten die Hauptpersonen beschrieben.
Carl - ein sich selbst zermürbender Vizepolizeikommissar, seitdem während einer Mordermittlung ein Kollege starb und ein anderer schwer verletzt wurde, er selbst hingegen nur eine Schramme davontrug. Da niemand mit ihm zusammenarbeiten möchte, wird er 'wegbefördert': Zum Leiter des Sonderdezernat Q, spezialisiert auf lang zurückliegende, ungelöste Fälle. Ihm zur Seite steht Hafez el-Assad, eine syrische Hilfskraft als Mädchen für alles, der sich jedoch schnell auf eine unnachahmliche Art und Weise unersetzlich macht. Er ist es auch, der den Fall des ungeklärten Verschwindens von Merete Lynggard aus den Aktenbergen hervorkramt.
Der zweite Erzählstrang handelt von Merete Lynggard, beginnend fünf Jahre zuvor einige Zeit vor ihrer Entführung. Während einer Reise mit ihrem Bruder wird sie betäubt und findet sich in einem dunklen Betonverlies wieder, das sie für lange Zeit nicht mehr verlassen wird.
Auch wenn diser Thriller vergleichsweise wenig Blut und Gemetzel zu bieten hat und die Lösung relativ bald klar ist, lässt er an Spannung und Grausamkeit nichts zu wünschen übrig. Die Schilderungen von Meretes Isolationshaft, ihre Versuche ihren Lebenswillen aufrecht zu erhalten, der Kampf darum einen Rest von Würde zu bewahren - eindringlicher geht es kaum. Oder die Beschreibung ihrer Zahnschmerzen - es stehen einem die Nackenhaare zu Berge (mir zumindest). Fairerweise muss man dazu schreiben, dass dieser Teil nur ca. ein Drittel des Buches ausmacht. Der Rest 'gehört' den Ermittlern.
Doch dies liest sich ebenso spannend und streckenweise durchaus amüsant, insbesondere was die Zusammenarbeit von Carl und Assad betrifft. Auch für Fortsetzungen sind genügend Handlungsfäden ausgelegt: Gelingt es Carl doch noch, die schöne Polizeipsychologin zum Essen einzuladen? Wie kommt sein behinderter Kollege mit der Situation klar? Welches Geheimnis verbirgt Assad?
Alles in allem: Empfehlenswert, daher: LESEN!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. August 2010
Eher durch Zufall bin ich an diesen Krimi geraten. Der reißerische Klappentext hat mich mehr abgeschreckt als angezogen. (Eine eingesperrte und grausam gequälte Frau musste ich mir nicht unbedingt antun.) Doch zum Glück hat der Roman mehr zu bieten: Die Handlung ist abwechslungsreich gestaltet, der Spannungsbogen perfekt gebaut. Und das Beste sind die beiden Ermittler: Der Kriminalkommissar, dem alles zu viel wird und der am liebesten rauchend in seinem Kellerbüro sitzen möchte, und der syrische Assistent, der Schwierigkeiten mit der Sprache hat (sehr unterhaltsam), darüber hinaus aber ein blitzgescheiter Bursche ist. Dieser Typ ist ein echter Gewinn für den Roman; ich habe mich sehr über ihn amüsiert.Trotzdem möchte ich auch hier einen Stern abziehen, denn die Charaktere sind insgesamt ziemlich überzogen und damit nicht sehr glaubwürdig (die reiche, gutaussehende, unbemannte Politikerin, die nur für Ihren behinderten Bruder lebt - naja ...)
"Erbarmen" ist ein Thriller, den man rasch und mit viel Spannung lesen kann, die Sprache ist geradlinig und weist nur selten Holprigkeiten in der Übersetzung auf. (Meine Vorrezensentin hat "Erbarmen" mit Fitzek-Krimis verglichen. Dazu kann ich nur sagen: Vergesst Fitzek mit seinen unglaubwürdigen Konstruktionen und der peinlichen Sprache. Dies hier ist eine ganz andere Liga!)
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 1. Januar 2012
Klaustrophobisch veranlagt sollte man bei diesem Buch vielleicht nicht gerade sein: Eine Frau seit fünf Jahren gefangen in einer schrecklichen Kammer und ein Ermittler, der zwischen Trauma und Berufung schwankt. Zwei Menschen, deren Schicksal nach und nach verknüpft wird und beider Leben verändert.

Der Thriller ist geschickt konstruiert: Abwechselnd wird aus Kommissar Mørcks und aus Meretes Perspektive berichtet, wobei die Kapitel von Mørck in der Gegenwart spielen, die Kapitel von Merete bei ihrer Entführung beginnen und sich zeitlich immer mehr der Gegenwart annähern. Lebt Merete etwa zum Zeitpunkt der erneuten Ermittlungen noch? Und falls ja, wird es Mørck gelingen, sie zu retten?

Erstklassiger Plot, teuflisch gut umgesetzt. Gespickt mit faszinierenden Figuren und hochexplosiver Spannung. Absolut zu empfehlen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. Dezember 2012
Ich hatte aufgrund der vielen positiven Bewertungen diesen Roman gekauft .Leider musste ich schon bald feststellen, dass die anfänglich spannende Geschichte sich als völlig unglaubwürdig erwies, zumindest für mich.

Der Autor kann meiner Meinung nach die anfängliche Spannung nicht aufrecht erhalten und die Geschichte und die Protagonisten wird/werden schnell langweilig. Auch weil man, wenn man schon den ein oder anderen Krimi gelesen hat, schon ab Seite 200 ahnt, wer der Täter sein könnte und welches Motiv dieser hat, nein... noch schlimmer, man weiß es dann eigentlich schon.

!!Spoiler: Das Opfer des Romans, hübsch, intelligent, hilfreich und herzlich, wird über Jahre in einem Verlies festgehalten - erst ein Jahr in völliger Dunkelheit, dann wieder ein Jahr bei NEONlicht .... keine Ablenkung,keine Perspektive, nur sie und die kahlen Wände, einmal pro Jahr eine 2 minütige "Unterhaltung" mit ihrem Peiniger via Lautsprecher. Aber, sie überlebt ohne Wahnsinnig zu werden - das soll man glauben ? Auch der Rest der Geschichte überzeugt nicht, dass Ermittlerteam agiert irgendwie ... "lahm". Überraschende Wendungen fehlen, so dass sich der Roman dann nur noch dahinschleppt und man hofft, dass man endlich auf Seite 418 ankommt. Ich denke, querlesen würde völlig genügen, leider.

Fazit: Ich habe schon sooo viele Krimi/Thriller gelesen, etliche würde ich ohne mit der Wimper zu zucken sofort weiterempfehlen, aber dieser gehört zumindest für mich leider nicht dazu!!! Dennoch vergebe ich 3 Sterne. 2 Sterne für den a)Schreibstil da dieser flüssig ist, das Buch lässt sich trotzt der Kritikpunkte meinerseits gut lesen und b)für die Geschichte, hätte man mehr daraus gemacht,hätte sie durchaus überzeugen können. Und einen Stern vergebe ich für die klitzekleine Spannung, die man an der ein oder anderen Stelle ,vor allem am Anfang, im Buch dann doch findet.
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40 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. März 2010
Wenn man durch die vielen Bücher über Polizisten in Skandinavien ein realistisches Bild der Polizeiarbeit vermittelt bekommt, kann einem sicher Angst und Bange werden. Kettenrauchende und Koffeinabhängige Einzelgänger stapfen beladen mit ihren privaten Problemen und aufs äußerste mürrisch durch ein Regen- und Nebelverhangenes Land. Aber genau das macht diese Antihelden skandinavischer Krimiliteratur so lesens- und liebenswert.

Auch Jussi Adler-Olsens Ermittler Carl Mørck folgt diesem Muster. Nachdem ihn seine Kollegen und sein Chef in das vermeintliche Abseits eines neuen - nur auf dem Papier existierenden - Sonderdezernats geschoben haben und er einen unbrauchbaren Laufburschen als Bürohilfe zugewiesen bekommen hat, verbeisst er sich in einen alten Fall, der es in sich hat. Der Fall der Politikerin Merete Lynggaard, vor fünf Jahren unter nie geklärten Umständen verschwunden, landet auf seinem Schreibtisch.

In Rückblenden wird die Entführung von Merete und ihr unglaubliches Mytherium geschildert. Von einem Wahnsinnigen in eine Zelle gesperrt, erlebt sie eine phsychische Folter, die einen von der ersten Seite schauernd in den bann zieht.

Carl entdeckt nimmt die Fährte auf, entdeckt Löcher in den Ermittlungen und findet neue Hinweise und Zusammenhänge. Dies alles nicht ganz ohne die Hilfe seines Laufburschen Assad, der sich mehr und mehr zu einem Assistenten entwickelt und ganz eigene Ideen einbringt.

Das ist sicher ein Traumpaar für weitere Abenteuer....

Das Buch ist unglaublich clever gestrickt. Man kann sicher früh erahnen, wie die Fäden zusammenlaufen werden, das nimmt dem Buch aber keinerlei Spannung. Jedes Mal, wenn ein Kapitel in der Zelle abläuft, sitzt man mit kaltem Schweiß auf der Haut über den Seiten und kann nicht fassen, was man liest. Wechselt das Kapitel dann wieder zurück zum Ermittlerteam kann es nicht schnell genug gehen, den nächsten Hinweis auszuwerten und ein weiteres Puzzleteil auf dem Weg zur Lösung aufzudecken. Adler Olsen schafft dabei eine sehr dichte Atmosphäre und man hasst ihn fast für die Behäbigkeit seines Ermittlers. Wirklich tolle Unterhaltung.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. März 2010
Nachdem er bei einem Einsatz angeschossen wurde. ist Kommissar Karl Morck unausstehlich. Sein Vorgesetzter aber hat eine Idee, um das Klima in der Abteilung wieder herzustellen: Er gründet für Karl ein Dezernat, das sich mit alten, niemals aufgeklärten Fällen befassen soll. So weggelobt und in ein Büro im Keller versetzt, kann er , so hofft man, keinen weiteren Schaden anrichten.

Gleich die erste Akte, die er sich vornimmt, birgt einen ganz besonders heiklen Fall; vor fünf Jahren verschwand eine beliebte Politikerin spurlos von einer Fähre. Damals gingen die Ermittler von einem Unglücksfall aus. Doch Mörk stößt auf Ungereimtheiten und gräbt tiefer. War es ein politisch motoviertes Verbrechen? Eine Tat aus Eifersucht? Oder kann es gar sein, dass die Politkerin noch am Leben ist? Gemeinsam mit seine Assistenten Assad und mitunter sehr unorthodoxen Ermittlungsmethoden nimmt der alte Fuchs Mörk die Fährte wieder auf.

"Erbarmen" ist ein überaus spannender Krimi, hervorragend gelesen, der ohne offensichtlich zur Schau gestellte Brutalität auskommt und seine Spannung aus dem Umstand bezieht, dass der Hörer immer ein klein wenig mehr weiss, als die Ermittler - und der mit einem überraschenden, unkonventonellen Ende aufwartet.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Oktober 2011
Wenn man ein Genre viel liest, ist man nicht sofort von jedem angeblichen Bestseller begeistert. Bücher, die auf den ersten Plätzen rumlungern, erweisen sich nicht immer als Pageturner und man fragt sich: Wie um alles in der Welt ist DAS auf die Bestellerliste gelandet? Die kommerzielle Leserwelt greift nach Beckett und Co, als wäre es das Beste was man lesen könne, doch wenn ich eines gelernt habe: Traue nie niemals Kommerzlesern. Sie sind zwar keine Analphabeten, aber lesen können sie trotzdem nicht. Wie oft haben sich Besteller nur als Bullshit erwiesen?

Und so blieb mir Adler-Olsen eine lange Zeit verborgen. Ich stand oft vor dem Regal, starrte auf die Eins und dachte: Na sichaaa.
Nachdem ich auf "Die Chemie des Todes", "Twilight" und Co herein gefallen war, nur weil ich mich von der "Eins" beeinflussen ließ, wurde ich fortan kritischer mit meiner Lektürenwahl und mit der Bestsellerliste überhaupt.

Zum Glück überwand ich meine Vorurteile und begann "Erbarmen" zu lesen. Ich muss zugegeben der Thrillermarkt ist hart. Es ist nicht so leicht eine spannende Story zu kreieren, originelle Charaktere zu finden, denen man nicht schon 1000 mal begegnet ist und Logik und Spannung angemessen zu vereinen. Alder-Olsen hat sich im Meer der Thriller beweisen können.

Mit Dezernat Q, dem Dezernat für unlösbare Fälle, Carl Morck als Ermittler und dem charmanten, jedoch intelligenten Assad, schafft Adler-Olsen einen Rahmen, der seinen Platz auf den Bestsellerlisten verdient. Carl Morck rollt alte Fälle wieder auf, die die Kriminalpolizei ad acta legen musste. Ein spannender Gedanke, doch ist der Fall auch spannend?

Morck ermittelt über eine angesehene Politikerin, die man nach ihrem Verschwinden für tot erklärte . Es folgt ein Wechsel aus zwei Sichten, die zum großen Teil der Spannung beitragen. Der Autor schafft es seine Charaktere wirken zu lassen und eine Handlung aufzubauen, der man folgen will und schließlich nicht mehr entkommen kann.

Aus meiner Sicht bestand kein großes Rumgerätsel, es bestand die Möglichkeit, das Geschehene vorherzusehen oder eine gewisse Ahnung zu kriegen. Vollkommen in Ordnung meiner Meinung nach. Wenn man sich als Leser so gar nichts dazu denken kann und ausnahmslos im Dunkeln tappt, muss das nicht unbedingt Lesespaß bedeuten.

Mir persönlich gefiel die Idee des Dezernats Q ausgesprochen gut. Auch Assad die helfende Putzfrau schloss ich sofort ins Herz, ebenso wie den schlechtgelaunten, jedoch begabten Ermittler Morck. Die Charaktere machen einen großen Teil der Geschichte aus und Adler-Olsen weiß mit ihnen zu überzeugen.

Einziges Manko: Der Schluss. Für meinen Geschmack zu kitschig und passte so gar nicht zum Rest der Story. Da kam für einen kurzen Moment Hollywood auf.

Mein Fazit: Gebt die Bestsellerlisten nicht auf. Auch wenn man ne Niete ziehen kann, ein Gewinn kann ebenso rausspringen. Adler-Olsen hat mich dazu gebracht hin und wieder auf die "Eins" zu schauen.

"Vom Tod wusste er nicht viel. Nur, dass er so unvorhersehbar war wie ein Blitzschlag. Und unendlich still, wenn er eingereten war. Aber wie gewaltätig Sterben sein konnte und wie sinnlos, darüber wusste er alles."
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86 von 106 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Dezember 2009
...dazu hat es nicht gereicht.

Man kommt selten dazu: Ich habe das Buch an einem einzigen Tag gelesen, weil ich lange im Zug saß.

War ich gut unterhalten? Ja.
War die Bahnfahrt gefühlt schnell vorbei? Ja.
Wollte ich immer wissen, wie es weitergeht? Ja.
Habe ich auch manchmal gelacht? Ja.
Würde ich das Buch Freunden empfehlen als Urlaubslektüre? Ja.

Ist es ein Krimi, der ein "outstanding" verdient? Nein.
Kommt die Lösung überraschend? Nein, sie ist ab ca. der Mitte des Buches absehbar.
Sind die Charaktere tief gezeichnet? Nicht wirklich.
Ist die Auflösung ohne logische Lücken? Nein.

Es ist schon ziemlicher Zufall, daß jemand über Jahre eingesperrt wird und GENAU (!!!) dann sterben soll, wenn der liebe Kommissar gerade (!!!) zur Auflösung kommt.
Und ganz ehrlich: Ich stelle mir ja Jahre im Dunkeln wirklich grauenvoll vor - da wird dann doch zu glatt und mal eben schnell hinübergegangen. Tapferes Mädel, wird nicht verrückt, knallt nicht durch, der ganze Körper funktioniert noch problemlos - hmmmm...

Aber wie gesagt: Es hat mich unterhalten und das ist ja schon einmal das Hauptkriterium.
Gibt es schlechteres? Ja, eindeutig.
Gib es Besseres? Ja, eindeutig.
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