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5.0 von 5 Sternen Eine starke, psychologisch dichte Aufarbeitung des ungarischen Holocaust
Als gegen Kriegsende in Ungarn die nationalistischen Pfeilkreuzler, die eng mit den deutschen Besatzern kollaborieren, die Macht ergreifen, beginnen sie rasch, die Juden zu deportieren oder direkt zu erschießen, insbesondere jene in der Hauptstadt.
Unter denen, die zum Todesmarsch in ein Vernichtungslager zusammengetrieben werden, sind der 14-jährige...
Veröffentlicht am 26. November 2009 von Regina Karolyi

versus
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3.0 von 5 Sternen Zeuge gegen das Vergessen
"Jener Punkt, auf den sich die Nachforschung bezieht, ist auch eine Landschaft, nur dass sie innen liegt und tiefer, als ich je vorgedrungen bin; dort, wo sich mir in einem von der Erinnerung geschaffenen Raum alles in der unzerstörbaren Kontinuität des einst Geschehenen auftut." Iván Sándor, einer der renommiertesten Autoren Ungarns, hat sich mit...
Veröffentlicht am 30. Januar 2010 von MyandMar


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zeuge gegen das Vergessen, 30. Januar 2010
Von 
MyandMar - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 100 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Spurensuche: Eine Nachforschung Roman (Broschiert)
"Jener Punkt, auf den sich die Nachforschung bezieht, ist auch eine Landschaft, nur dass sie innen liegt und tiefer, als ich je vorgedrungen bin; dort, wo sich mir in einem von der Erinnerung geschaffenen Raum alles in der unzerstörbaren Kontinuität des einst Geschehenen auftut." Iván Sándor, einer der renommiertesten Autoren Ungarns, hat sich mit seinem neuen Roman auf Spurensuche begeben. Für seine Nachforschungen musste sich der heute 79 Jahre alte Autor weit zurück in die Vergangenheit bewegen.

Lange hat Iván Sándor geschwiegen, aber "die Tiefe des Unbewussten ist ein ungeheures Lagerhaus, identisch mit dem Vergessen. Obwohl zuweilen ein Ton, ein Blick das Vergessene hervorlockt." Und diese Töne und Blicke gaben letztendlich den Ausschlag, dass tief Vergrabene an die Oberfläche zu holen und in Worte zu fassen. "Wie Umberto Eco wollte ich einen geschichtlichen Krimi schreiben, und ich möchte durch mein Buch auch die Leute in die Vergangenheit schubsen.", erklärt der Autor in einem Interview.

"Spurensuche. Eine Nachforschung" basiert auf den autobiografischen Erlebnissen des jüdischen Schriftstellers aus dem Kriegswinter des Jahres 1944/45 im belagerten Budapest, den Sándor und auch seine Eltern wie durch ein Wunder überlebt haben. Gemeinsam mit seiner zwölfjährigen Freundin Vera entkommt der damals Vierzehnjährige seiner Verhaftung und den darauf folgenden Marschkolonnen, aus denen viele nicht wieder nach Hause kehrten. Der junge Iván agiert als Ich-Erzähler. Auf seiner Flucht finden er und Vera in Wohnheimen und Krankenhäusern, die unter dem Schutz des Schweizer Konsulats stehen, Asyl.

"Ich bin der vierzehnjährige Junge und sehe das Gesicht eines alten Mannes, der mich beobachtet, während er über ein Blatt Papier gebeugt zu beschreiben versucht, was er sieht." Zwei Ebenen verwendet Sándor in seinem Roman. Lässt er hier noch den jungen Burschen berichten, springt die Erzählung abrupt zum Schriftsteller von heute, der durch die Straßen Budapests schlendert, auf den Pfaden der Erinnerung, der sich über alte Fotos beugt und diese zu entschlüsseln versucht. "Wir bewegen uns in derselben Geschichte, die Zeitregionen rutschen, von ihrer eigenen Energie angetrieben, übereinander." Diese Überlagerungen, die vielen fremden Straßennamen und die betont nüchterne Sprache, ja eine geradezu distanzierte Emotionalität, machen das Buch mitunter schwer lesbar. Doch "Zeit ist immer Gegenwart, in der vergangenen Gegenwart der Vergangenheit schichten sich viele vergangene Gegenwarte aufeinander, in der Gegenwart des Schreibens höre ich all diese Klänge zusammen mit jenem Klang, den ich hörte, als ich in der Dunkelheit nach vorn lief, Veras Hand in der meinen.", schreibt der Autor in seinem Buch.

Fazit:
Iván Sandors "Spurensuche" - ein Roman beinahe in Gestalt einer dokumentarischen Filmsequenz - erinnert an die erschreckenden Ereignisse mit der einhergehenden Judenverfolgung des letzten Kriegsjahres in Budapest. Entstanden ist ein nicht ganz einfach zu lesendes, aber äußerst eindringliches Buch. Während er die Vergangenheit neu erkundete, spürte er: "Endgültig verloren geht nur, was schon in Vergessenheit gerät, während es geschieht."
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine starke, psychologisch dichte Aufarbeitung des ungarischen Holocaust, 26. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Spurensuche: Eine Nachforschung Roman (Broschiert)
Als gegen Kriegsende in Ungarn die nationalistischen Pfeilkreuzler, die eng mit den deutschen Besatzern kollaborieren, die Macht ergreifen, beginnen sie rasch, die Juden zu deportieren oder direkt zu erschießen, insbesondere jene in der Hauptstadt.
Unter denen, die zum Todesmarsch in ein Vernichtungslager zusammengetrieben werden, sind der 14-jährige Ich-Erzähler, unschwer als Abbild des Autors zu erkennen, seine 13-jährige Freundin und seine Familie. Die Kinder werden von den Eltern getrennt und machen in kurzer Zeit Unsägliches durch, doch nicht zuletzt aufgrund der Intervention eines Schweizer Diplomaten überleben sowohl der Ich-Erzähler und seine erste Liebe als auch seine Eltern.
Der geheimnisvolle Retter heißt Carl Lutz, und er zieht sich durch seine Aktionen, mit denen er mehreren tausend Juden das Leben rettet, Rügen seiner Vorgesetzten zu. Lange wurden seine Taten nicht gewürdigt, im Gegensatz zu jenen seines schwedischen Pendants Raoul Wallenberg.
Iván Sándor möchte mit seinem Roman Carl Lutz ein Denkmal setzen. Zugleich zeichnet er individuelle jüdische Schicksale aus Budapest nach.
Der Autor verwendet eine interessante, spannende Erzähltechnik, indem er den Roman zweisträngig anlegt, wobei beide Handlungsstränge eng miteinander verwoben sind und oft ineinander übergehen. Der eine Strang bildet die Gegenwart ab: das moderne Budapest und einen Erzähler, der die Stationen seines damaligen alptraumhaften Weges nachgeht und versucht, Spuren der Vergangenheit zu finden. Er flicht viele Kontakte ein, neue und alte. - Der zweite Strang besteht aus den Erinnerungen an die Ereignisse von 1944/45, die an den damaligen Schauplätzen mit großer Eindringlichkeit wieder aufkommen. Dabei verzichtet der Autor auf Pathos und (obwohl dies nachvollziehbar wäre) Ressentiment.
In einem Interview sagte Iván Sándor, dass er einen spannenden Krimi über die damaligen Ereignisse schreiben und zugleich die Heldenhaftigkeit des Carl Lutz bekannter machen wollte. Das ist ihm definitiv gelungen. Das Buch ist aber noch mehr: Es veranschaulicht, welch schreckliche Erinnerungen ein beliebter, schöner Ort bergen kann. Und es zeigt, wie Humanität weniger Einzelner, aber auch Solidarität unter den Opfern viele, viele Leben retten können.
Ein ganz großer Roman!
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5.0 von 5 Sternen Spurensuche, 16. Januar 2015
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Spurensuche: Eine Nachforschung Roman (Broschiert)
Budapest, so eine wunderschöne Stadt und so ein dunkler Hintergrund. Das Buch ist sehr gut geschrieben. Nur einige wenige Tafeln erinnern an die Todesmärsche. Die Nazis hatten während des Krieges zum Glück nicht viel Zeit, die jüdische Bevölkerung zu "evakuieren". Das das eine Jahr indem die Nazis an der macht in Ungarn waren, haben sie sehr viel Leid über die jüdische Bevölkerung gebracht. Das wird in diesem Buch ausführlich beschrieben.
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Spurensuche: Eine Nachforschung Roman
Spurensuche: Eine Nachforschung Roman von Iván Sándor (Broschiert - 1. Oktober 2009)
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