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Kundenrezensionen

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am 2. Januar 2011
Nachdem mir Gantherets kafkaesker Erstling "Verlorene Körper" sehr gut gefallen hat, habe ich vor kurzem "Das Gedächtnis des Wassers" gelesen und war doch ein wenig enttäuscht.

Der Plot hört sich zunächst nicht schlecht an, ein Pariser Psychoanalytiker kommt nach langer Zeit in sein Heimatdorf in den französischen Alpen zurück, wo er mit der tragischen Ermordung seiner Jugendliebe konfrontiert wird, so daß die Erinnerungen wieder hochkommen, zumal die Schwester der Toten dieser äußerlich sehr ähnelt.

Leider hat man bei der Lektüre das Gefühl, dass der Handlungsstrang im Prinzip zwar tragend erscheint, aber ein wenig zu offensichtlich und gewöhnlich ausgeführt ist. Die Verdächtigen - ein inzestuöses Geschwisterpaar - werden zwar recht schön dubios dargestellt, die Auflösung aber ist dann letzten Endes sehr unspektakulär und unmotiviert, so daß man sich schon fragen muss, ob es hier keine bessere Variante gegeben hat. Auch die von den anderen Rezensionen so hochgelobte Sprache hat mir keineswegs so gut gefallen wie in "Verlorene Körper": Die Metaphern wirken oftmals zwanghaft hinkonstruiert oder zu weit hergeholt, der Satzbau ist häufig wegen der fehlenden Verbindungen sperrig und schadet dem Lesefluß, manchmal wirkte die Sprache aufmich bemüht poetisch, und ziemlich gestört hat mich die Macke, dass die wörtliche Rede nur durch Spiegelstriche eingeleitet wird, so dass man gelegentlich nicht weiß, wer gerade redet. Diese Methode sollte hoffentlich langsam wieder in der Versenkung verschwinden, auch wenn sie überaus modern anmutet.

Positiv ist hervorzuheben, dass mit Perspektivenwechsel gearbeitet wird, jedes Kapitel wird nach dem Anfang aus der Sicht einer anderen Person erzählt, was durchaus für Abwechslung sorgt. Allerdings hätte ich mir, wie gesagt, einen trickreicheren Ausgang gewünscht, und die Dialoge mit der Schwester der Getöteten sind meiner Meinung nach recht blaß geworden, man hat dabei das Gefühl, so etwas schon öfter gelesen zu haben.

Schade!
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am 25. Mai 2012
Hallo,
wieder einmal ein Zufallsfund. Für meine Zugrückfahrt von Göttingen wollte ich ein Buch, das kein Krimi ist, dennoch aber eine spannende Geschichte bereit hält und nicht zu dick ist :-). In meine Hände viel Francois Gantherets Buch, das mir die Zeit prima vertrieben hat. Ich mag anlytisch-düstere Geschichten und "das Gedächtnis des Wassers" traf hier voll ins Schwarze. Dichte Beschreibungen, gefühlvolle Ausführungen und eine bemerkenswert schöne, anschauliche und ehrliche Sprache taten das Übrige. Dunkle Charaktere, Fetzen von Verliebtheit in vielen Figuren, eine gebirgsmäßig gedrungene, aber auch erfrischende Atmosphäre (je nach Stimmung), ein Plot, der hält und der nur eine Art Hintergrundton für den spielerischen Umgang Gantherets mit der Sprache darstellt, macht das Buch zu einem Hochgenuß. Die eingestreuten psychologischen Raffinessen runden das Ganze ab. Klare 5 Sterne und herzlichen Dank!
Hervorheben möchte ich den Übersetzer Dirk Hemjeoltmanns, der hier Großes geleistet hat.
Viele Grüße
Stephan Peters
Kommunikationsberater und Rhetoriktrainer
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am 14. Mai 2010
Das Zitat aus "Le Monde" auf der Umschlagrückseite entspricht der Wahrheit. Gantherets Buch ist "ein dichter Roman von großer Sensibilität".
Wer an einer feinfühligen, präzisen Sprache seine Freude hat, kommt bei diesem Roman auf seine Kosten. Manche Passagen sind so intensiv und poetisch geschrieben, dass es ein wahrer Genuss ist, sie zu lesen.
Die Geschichte selbst ist interessant erzählt und gut konstruiert, wenngleich nicht so spannend, dass sie mich vollends in ihren Bann ziehen konnte.
Ein beachtliches Buch, das ohne Zweifel lesenswert ist. Eine Empfehlung für alle Liebhaber sensibler Prosa, die sprachlich aus dem vollen schöpft.
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am 24. September 2012
Das alles durchdringende Gefühl dieses Romans ist die Einsamkeit, das Sehnen nach etwas, das unerreichbar scheint. Es werden dem Leser zwei Handlungsstränge geboten. Zum einen ist das der ungeklärte Mord an Claire. Dieser Strang schreitet kontinuierlich fort und klärt sich zum Ende hin auf.

Der andere Handlungsstrang verläuft nicht linear. Es ist ein verschlungener Pfad mit arabesken Ausbuchtungen. Er ist angefüllt mit den Emotionen der Figuren und bildet ein kaleidoskopartiges Bild menschlicher Leidensfähigkeit. Es geht um Schuld, Sühne, Verzweiflung, Sinnsuche, füllen einer inneren Leere, Inzest, aber auch um die Liebe, Zärtlichkeit, Verantwortung und das Loslassen.

Kraftvolle, intensive Naturbeschreibungen geben den oft flirrenden, luftigen Gedanken eine solide Grundlage, bilden ein urtümliches Pendant.

Sprachlich sticht der Roman aus der Masse hervor. Der Stil ist maskulin und zugleich mondän, verspielt und direkt. Es ist eine sonderbare Mischung, die für mich zunächst gewöhnungsbedürftig war, die dem Gesamtkunstwerk jedoch entspricht und ich somit als stimmig empfand.

Angemerkt sei auch der Umstand, dass der Autor für die direkte Rede Bindestriche verwendet und nicht wie meist üblich Anführungszeichen.
Der Roman hat mich unterhalten und er hat mich berührt.
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am 9. April 2010
Es war nicht die Spannung, die mich nicht mehr aufhören ließ mit dem Lesen. Es war diese wunderschöne, dichte, im Grunde so einfache Sprache.
Man erfährt die Augenblicke der Leere zwischen den beiden Welten, Paris und den Savoyer Alpen. Man erfährt den Zwiespalt dieses Mannes, der der Einsamkeit der Großstadt nur entfliehen kann durch die Einsamkeit des Gebirges. Etwas von ihm blieb immer zurück, an beiden Orten.
Eine grandiose Parabel über die Macht der Erinnerung und des Innewerdens in den kleinen Augenblicken der Schwebe.
Ein wunderschönes Buch.
Man merkt, dass der Autor Psychoanalytiker ist. Er kann in den Menschen lesen.
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am 15. Oktober 2010
Auch mich hat dieses Buch von der ersten bis zur letzten Seite fasziniert aufgrund der präzisen, klaren und zugleich symbolhaften Verwendung von Sprache. Wasser als Symbol für das Unbewußte wird hier sehr facettenreich in die Geschichte eingebunden. Eine Kriminal- und Liebesgeschichte die nicht in die üblichen Kategorien passt, sich mit Tabus wie Inzest beschäftigt und dabei eine ungewöhnliche Nähe zu den Hauptfiguren herstellen kann aufgrund der tiefgründigen Wortwahl.
Selten hat mich die Sprache eine Buches so sehr beeindruckt.
Der Kauf des nächsten Buches des Autors ist schon getätigt.
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Das war mal wieder ein Buch, was einen nicht loslässt, bis man es zu Ende gelesen hat. Sprachlich sehr schön geschrieben, Naturbeschreibungen, so dass man meinen könnte, mitten drin zu sein und die Charaktere der Personen sind auch gut herausgearbeitet.

30 Jahre nach dem ungeklärten Mord an seiner Jugendliebe Claire kehrt Paul in sein Heimatdorf zurück, um den elterlichen Hof zu verkaufen. Bei dieser Gelegenheit spielt er mit dem Gedanken das Chalet zu kaufen, im dem früher Claire gewohnt hat. Er tut es und trifft dort unerwarteter Weise Beatrice, die knapp 20 Jahre jüngere Schwester von Claire. Konfrontiert mit ihrem Anblick kommen alte Erinnerungen hoch und er sinniert über sein Leben nach.

Die Erzählperspektive wechselt ständig zwischen heute und den Tagen des Mordes. Und auch zwischen den Personen. Nicht nur Paul kommt zu Wort, sondern auch das inzestuöse Geschwisterpaar Aline und Baptiste. Sofort kommt der Verdacht auf, dass der etwas sonderbare Baptiste etwas mit dem Mord an Claire zu tun hat. Damals bei den Befragungen im Dorf hat keiner was gesehen und keiner hat etwas gesagt. Eine Lüge, wie sich später herausstellen sollte.

Ein sehr gutes Buch. Lesenswert.
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am 17. Juli 2012
ein spannender roman mit feiner unpraetentioeser sprache und gestraffter handlung, den ich von der ersten seite an nicht aus der hand legen wollte/konnte. schoen, dieses buch entdeckt zu haben (andernorts, zugegeben, aber ich moechte meine empfehlung unbedingt hier erwaehnen!).
tragische liebesbeziehungen, familiaere verstrickungen und besonderheiten der lokalen bewohner werden kurz und unverschnoerkelt und dennoch sehr intensiv erzaehlt.
die notiz auf der rueckseite trifft es tatsaechlich genau: ein dichter roman voll sensibilitaet!

die stimmung klingt auch zwei tage nach der lektuere und schon im naechsten buch lesend noch nach. dieses buch gehoert sicher zu denen, die ich auf die beruehmte insel mitnehmen wuerde...

absolute leseempfehlung! 5*+
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am 28. August 2012
Nach vielen Jahren kehrt Paul in seinen Heimatort zurück, um seinen verpachteten Hof zu verkaufen. In dem kleinen Bergdorf ist die Vergangenheit allgegenwärtig, durch den Ort selbst, aber vor allem durch seine Bewohner: Hier wurde damals Pauls Jugendfreundin ermordet - ein Mord, der nie aufgeklärt wurde. Keiner wusste etwas, keiner hatte etwas gesehen ... Doch jetzt findet sich auf die offenen Fragen nach und nach eine Antwort.

Ich habe lange keinen aktuellen Roman mehr gelesen, der so dicht erzählt ist, so viel Atmosphäre hat und eine so poetische Sprache. Gebannt folgt man der Geschichte und mag das Buch keine Minute aus der Hand legen. - Lesen!
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am 9. März 2009
Ein sehr poetisches Buch. Die Atmosphäre ist dicht. Die Gebirgslandschaft wirkt physisch und symbolisch suggestiv auf die evozierte Phantasiewelt des Lesers ein. Dazu kontrastiert der reizarme Lebensalltag in Paris, der nur sporadisch beschrieben wird und geringen Platz einnimmt. Da man als Leser zu wissen meint, wie das lange vergangene Geschehen abgelaufen sein muss, baut sich Spannung hauptsächlich durch die Erwartung auf, wie die Aufklärung zustande kommt. Doch wird der Leser hier behutsam zu einer anderen Erkenntnis geführt. Die Übersetzung ins Deutsche ist nicht immer ganz geglückt; deshalb ein Stern Abzug.
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