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am 15. November 2007
Philippe Besson Nachsaison dtv
ISBN 3423245972

Edward Hoppers Bild < Nighthawks > bietet die Vorlage zu diesem Roman von Philippe Besson.

Um die Gestalten in einer Bar: eine Frau im roten Kleid, einen Mann, den Barkeeper und einen entfernt sitzenden Mann, hat Besson seine Geschichte erfunden.

Nennen wir die Frau Louise. Sie sitzt auf einem Hocker, in ein leises Gespräch mit Ben, dem Barkeeper, vertieft.
Sie wartet auf Norman, ihren Geliebten, der sich von seiner Frau trennen will. Die Tür geht auf und Stephen erscheint. Louise ist erschrocken bis geschockt, denn Stephen ist ihr früherer Geliebter!

In Form eines Kammerspiels kommt jede Person zu Wort und jeder hat seinen Teil zur Geschichte beizutragen.
Fast protokollarisch werden die Gedanken der Protagonisten zwischen den einzelnen, wenigen Sätzen aufgezeichnet.

Sie ist melancholisch und wunderbar, diese Geschichte!
Boston und die feine Gesellschaft kommen darin vor.
Louise als ehemalige Schauspielerin und erfolgreiche Stückeschreiberin spielt den Hauptpart.
Sie hat Stephen verloren an ihre Freundin Rachel, die der feinen Gesellschaft angehörte. Rachel ist schön, erfolgreich, gebildet und selbstsicher. Nie konnte Louise sich vorstellen, dass Stephen und sie eines Tages verheiratet sind. So aber ist es geschehen!
Wo bleibt Norman?
Man meint, unmittelbar der Handlung beizuwohnen.
Louises Empfindungen gegenüber Stephen, ihr Warten auf Norman, ihre stete Anwesenheit in der Bar Phillies sind hautnah nachzuspüren. Die Bar liegt nahe am Atlantik und man meint, die Wellen ans Ufer schäumen zu hören.
Das Warten und das Wiedersehen bilden das Hauptereignis. Passagen von anrührender poetischer Tiefe sind zu erfahren. So erleben wir den alten Fischer, der sein Bier trinkt, er ist der zweite Mann auf dem Bild, der von der untergehenden Sonne und dem sich ankündigenden Herbst spricht und bei Louise Tränen damit auslöst.
Von den unterschiedlichen Hemisphären, in denen Louise und Stephen leben, ist die Rede; wie warmherzig und lebendig es hier, wie steif und konventionell es dort zugeht.

Philippe Besson hat dem Bild von Hopper Leben eingehaucht.
Die Geschichte ist gelungen, denn genauso könnte sie sich zu getragen haben. Von der Vielfalt menschlicher Erlebnisfähigkeit, von Trauer, Enttäuschung, Vergehen und Altern wird mit Tiefenschärfe und Weisheit berichtet.
Die leise Melancholie der Erinnerung und der Schmerzen an verloren gegangene Lieben hat Besson feinfühlig erahnt. Der leichtfertige und unverfrorene Stephen lässt uns Schaudern, wenn er Frauen Leiden verursacht.
Louise, die nun schon älter ist, immer wieder auf ihr Lebensglück hoffend, die Stille und Ruhe eines späten Septembertages: Besson versteht es, Stimmungen einzufangen, die einen einbinden in die Lebenswege der Protagonisten.
Der poetische Schluß lässt die Frage offen, wie es weiter gehen wird.
Eine feine kleine Erzählung ist Besson, dem Meister französischer Kurzromane, gelungen!
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am 19. Januar 2009
Bekanntes Kunstwerk, Analyse, Protagonisten, fertig ist eine fantastische Idee...

Und dann muss man nur noch ans Ziel kommen:
Na ja...
Es wird geschildert... da gibt es Ben, den Barkeeper / Louise, die einsame Frau / Stephen, ihren ehemaligen Liebhaber.
Und dann wird berichtet und erzählt, der Leser wird informiert und aufgeklärt: Und zwar über jedes Detail, jede Stimmungslage; jeder Satz, den die Protagonisten austauschen (und es sind eigentlich nicht viele) wird analysiert; was war gemeint, was könnte gemeint gewesen sein, wie wäre es gemeint gewesen, wenn vorher nicht dies und das gesagt wurde.
Die Geschichte der unglücklichen Liebe, die gescheiterte Ehe, der Barkeeper als Zuhörer und Analysator - nebenbei werden eine Menge Klischees bedient.

Was soll man sagen ... in diesem Buch wird einfach ZU VIEL gesagt, dem Leser jede Freiheit zur Interpretation genommen; meiner bescheidenen Meinung hätte die Idee Stoff genug für eine hervorragende Kurzgeschichte. Für einen Roman sind die gelungenen Beschreibungen der Stimmung an der amerikanischen Ostküste nach der Hochsaison ein wenig dürftig.

Das Beste an dem Buch bleibt somit die Idee...

Sorry.
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am 30. Mai 2008
Die Idee, Edward Hoppers Bild "Nighthawks" als Ausgangspunkt für einen Roman zu verwenden, ist einfach großartig. Ein berühmtes, melancholisches und nostalgisches Bild, das bei näherer Betrachtung wirklich das Gefühl vermittelt, es gäbe eine dazugehörige Geschichte. Nun hat Philippe Besson seine Variante erzählt, eine Möglichkeit, was hätte sein können.
Philippe Besson inszeniert einen ganzen Abend im Phillies, der für Louise (ihr Freund will sich zu diesem Zeitpunkt für Louise von seiner Frau trennen und ins Phillies nachkommen) und Stephen (der Louise vor fünf Jahren für eine andere Frau verlassen hat, mittlerweile von dieser Frau wieder getrennt lebt) zu einer unerwarteten und schicksalhaften Begegnung wird. Auch Ben(jamin), der gute Geist des Phillies hat eine Paraderolle, er hat fast die Funktion des unbeteiligten aber nicht teilnahmslosen Beobachters. Eine kurze Rolle hat noch der alte Fischer, dessen Figur meiner Meinung nach leider etwas von einer Alibirolle hat.
Philippe Besson lässt seine Protagonisten zu Wort kommen, Altes wird aufgerollt, Gedanken werden dem Leser mitgeteilt, der sich bald als Teilnehmer dieser Beziehungsgeschichte fühlt. Ein Roman, der das Aufblühen einer vergangenen, aber nicht vergessenen Liebe zeigt. Ein stilles, schönes, melancholisches Buch, das leider ein paar kleinere Leerläufe hat. Ein wenig schade finde ich auch, daß Philippe Besson die Handlung in unsere Zeit versetzt hat, was man eigentlich nur durch die Verwendung des Mobiltelefons erfährt.
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am 3. Juni 2009
Nachsaison ist ein erstaunliches Buch. Wer Ph. Besson mag, wird vollauf zufriedengestellt. Die klare Sprache mit oftmals überraschender Satzstellung, die tiefe Psychologie, mit der die beiden Hauptakteure vorgestellt und vorgeführt werden, macht das Buch zu einem Bestseller denkender Leser. Der Treffpunkt der beiden, die Bar, spiegelt die Atmosphäre ihrer früheren Liebe wieder und der Barkeeper Ben mit seinen dezenten Äußerungen werden zu einem Lesegenuss, aber zwingen auch den Leser, über deren und vielleicht über das eigene Leben nachzudenken. Ist es so, war es so wie hier dargestellt? Die Charaktere wachsen im Laufe des Textes zu einem abgerundeten Ganzen, Louise wird genau so sympathisch wie Norman und doch haben beide trotz ihrer Gegensätze nicht wieder zusammengefunden. Sehr empfehlenswert.
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am 20. April 2014
"Nighthawks" von Edward Hopper. Was hat die 3 Personen zusammengeführt, welche Geschichte haben sie, wie geht sie weiter? Der Roman erfasst die Atmosphäre des Bildes überzeugend und beschreibt, wie es gewesen sein könnte, zwar überraschender Weise nicht in den 1940iger Jahren, sondern in heutiger Zeit, aber glaubwürdig transponiert. Eine interessante Idee, inspirierend umgesetzt.
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