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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Achtung: Keine Comedy!!!!
Nein, das ist definitiv KEIN witziges Buch und wer sich amüsieren im Sinn von laut lachen oder Sat - 1 Comedy a la Atze Schröder möchte, der kaufe dieses Buch lieber nicht. Das soll aber nicht heißen, dass man sich nicht gut unterhalten lassen kann, man muss nur wissen, worauf man sich einlässt. Denn es ist wirklich so, dass einen das alles eher...
Veröffentlicht am 5. April 2007 von Paula Jakob

versus
18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Was ist nur das Besondere an diesem Buch??
Den vorangegangenen Rezensionen ist kaum noch etwas Neues hinzuzufügen. Auch ich habe mich gefragt, was das Besondere an diesem Buch ist, dass es von der Kritik so hoch gelobt wurde. Meiner Meinung nach eröffnet die Autorin mit den verschiedenen Handlungssträngen mehrere Baustellen, von denen sie keine befriedigend zu Ende führt. Die titelgebende...
Veröffentlicht am 10. Dezember 2007 von Colin Wood


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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Achtung: Keine Comedy!!!!, 5. April 2007
Von 
Paula Jakob (Augsburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch: Roman (Taschenbuch)
Nein, das ist definitiv KEIN witziges Buch und wer sich amüsieren im Sinn von laut lachen oder Sat - 1 Comedy a la Atze Schröder möchte, der kaufe dieses Buch lieber nicht. Das soll aber nicht heißen, dass man sich nicht gut unterhalten lassen kann, man muss nur wissen, worauf man sich einlässt. Denn es ist wirklich so, dass einen das alles eher bedrücken kann. Der greise Vater im zweiten Frühling, macht sich nicht nur lächerlich, sondern zumindest zeitweise auch richtig unglücklich. Auch Valentina ist keine Knallcharge sondern eine tragische Figur, sie hat alle Märchen über den goldenen Westen geglaubt und fordert jetzt, was ihr ihrer Meinung nach zusteht: ein gutes Leben, auch für ihren genialen Sohn, einen guten Job, ein gutes Auto - und das schließt einen Ford z.B. aus, ein Jaguar sollte es schon sein - und wird enttäuscht. Natürlich kann man grinsen, wenn Valentina einen Staubsauger "für den gebildeten Menschen" braucht oder klarmacht, warum der Herd ein Gasherd und keinesfalls weiß sondern braun sein muss , aber dann

entdeckt man dahinter ja schon wieder die Lebenslüge dieser eigentlich doch bedauernswerten Person, die vor allem keine arme russische Baba sein mag, sondern ein glamouröses Geschöpf und damit großartig scheitert. Und so richtig ulkig ist das eben nicht.

Die Schwestern, die sich ihr Leben lang bekämpft haben und nun mit den dunklen Geheimnissen ihrer Familie konfrontiert werden, sind auch wirklich keine Witzfiguren. Man muss außerdem sich mit Krieg, Stalin, Treckern und Geldsorgen auseinandersetzen, dies aber geschieht auf einem hohen Niveau und macht Spaß. Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen und möhte das Buch durchaus empfehlen.
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13 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alter schützt vor Torheit nicht: Ein ukrainisches Ehedrama in England, 18. Oktober 2007
Von 
Dr. Matthias Korner "brundisium" (Ratingen, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Die 2005 in England, ein Jahr später in Deutschland als 360 seitiges Paperback erschienene ,Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch` der literarischen Newcomerin Marina Lewycka wurde binnen kurzer Zeit ein internationaler Bestseller. Die aus einer ukrainischen Familie stammende, 1946 in einem Flüchtlingslager in Kiel geborene und mit ihrer Familie nach England gelangte Autorin schildert darin ein familiäres Drama, wie es sich durchaus auch in einigen anderen westeuropäischen Ländern hätte ereignen können. Autobiographische Parallelen liegen in vielerlei Hinsicht auf der Hand.

Die Familie Majewski flüchtete Ende des Zweiten Weltkrieges aus der Ukraine nach England. Der 84 jährige Vater Nikolai schreibt ein Buch über die historische Entwicklung des Traktors. Seine Frau ist seit zwei Jahren tot, als er sich in die vollbusige ukrainische Blondine Valentina verliebt und diese kurzer Hand heiratet. Mit ihren 36 Jahren ist sie jünger als Nikolais Töchter Vera und Nadia, genannt Nadeshda. Die Schwestern trennen nicht nur die Umstände ihrer Geburt. Eine wurde während der Flucht als ,Kriegskind` geboren, die andere in England als ,Friedenskind`. Sie sind seit Jahren zerstritten, raufen sich aber zusammen, um ihren Vater aus der Ehe mit einer Frau zu retten, die nur auf Arbeitserlaubnis, Dauervisum und sein Geld aus sein kann. Hinter dem Geschwisterstreit kommt ein dunkles Familiengeheimnis an das Tageslicht.

2007 haben Claudia Kattanek und der Mitteldeutsche Rundfunk das Buch massiv gekürzt in ein Hörspiel mit gelungener musikalischer Untermalung und den tragenden Stimmen der Schauspieler Lena Stolze, Elisabeth Trissenaar und Traugott Buhre umgesetzt. Leider erfüllt es inhaltlich die Anpreisungen des 8 seitigen Booklet nur teilweise. Zwar belustigt die regelmäßige Einblendung der Originalmotorgeräusche von Traktoren, trägt der alte Nikolai immer wieder lehrreiche Sequenzen aus seinem Werk über das landwirtschaftliche Nutzfahrzeug vor. Doch von der viel versprochenen Geschichte der Ukraine, des Krieges, der Verfolgung und des Stalinismus hört man überhaupt nichts. Die so unterhaltsame wie interessante Mischung aus Familiensaga, Immigrantendrama und klischeehafter Liebesgeschichte reduziert sich in der ca. 1 stündigen Hörspielbearbeitung weitestgehend auf den letzten Teil. Während Traugott Buhre den von den Tücken des Alters geplagten Hochzeiter Nikolai sehr authentisch herüberbringt, klingt die von der Schauspielerin Jeanette Spassova gesprochene heiratswütige Valentina wie ein billiges Luder. Ihre einfache, oft proletenhafte Sprache ist nicht so recht verständlich. Denn eigentlich liegt doch nahe, daß sich Exil - Ukrainer auch in der Fremde auf gehobenerem Niveau in ihrer Muttersprache unterhalten.

Fazit: Ein kurzweiliges unterhaltsames Hörspiel auf einer CD von übersichtlicher Dauer. Wer mehr über die Geschichte der Ukraine und ihre leidgeprüften Menschen erfahren will, für den wird das Hörspiel eine amüsante Einstimmung auf die Lektüre des Buches darstellen.
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29 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Etikettenschwindel mit richtig gutem Inhalt, 23. August 2006
Rezension bezieht sich auf: Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch: Roman (Taschenbuch)
"Comic", "hilarious", "funny" stehen auf dem Klappentext der englischen Ausgabe - die so zitierten Kritiker müssen ein anderes Buch gelesen haben als ich! Oder ist es etwa lustig, wenn ein Greis von seiner 50 Jahre jüngeren Ehefrau misshandelt (d.h. eingesperrt, geschlagen, beschimpft, gedemütigt) wird?

Tatsächlich ist "Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch" ein bewegender Roman über die tragisch-klischeehafte Geschichte eines alten verwitweten Greises ukrainischer Abstammung, der in den 90er Jahren nach der Öffnung des Ostens einer drallen jungen Ukrainerin per Heirat die Aufenthaltserlaubnis in England verschaffen will. Die Töchter wittern Schlimmstes - und haben letztendlich mit all ihren Befürchtungen recht und müssen um das Wohlergehen ihres Vaters bangen. Mit legalen und weniger legalen Tricks gehen sie gegen die bald schwangere (doch von wem??) Stiefmutter vor, um sie aus Ehe und Land zu drängen. Parallel dazu wird die Vergangenheit der Familie geschildert, die die Gräuel Stalins und Hitlers überlebte und vor dem Kommunismus nach England flüchtete.

Der Roman ist frisch und originell geschrieben, die Charaktere sind dreidimensional, selbst die ukrainische Sirene Valentina wird nicht nur als bösartige Täterin beschrieben, sondern auch sie ist ein Opfer der falschen Erwartungen an den goldenen Westen. Aber wer ein Buch voll lustigem Witz sucht, ist hier an der falschen Stelle!

Trotz Etikettenschwindel 5 Sterne.
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18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Was ist nur das Besondere an diesem Buch??, 10. Dezember 2007
Von 
Colin Wood - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch: Roman (Taschenbuch)
Den vorangegangenen Rezensionen ist kaum noch etwas Neues hinzuzufügen. Auch ich habe mich gefragt, was das Besondere an diesem Buch ist, dass es von der Kritik so hoch gelobt wurde. Meiner Meinung nach eröffnet die Autorin mit den verschiedenen Handlungssträngen mehrere Baustellen, von denen sie keine befriedigend zu Ende führt. Die titelgebende Geschichte des Traktors auf Ukrainisch finde ich mehr als dürftig. Mir ist nicht klar geworden, was dieser Einschub überhaupt will. Am interessantesten sind die biografischen Abschnitte über die Familie. An diesen Stellen habe ich mir beim Lesen gewünscht, die Autorin möge ein anderes Buch geschrieben haben. Der Haupterzählstrang, die Geschichte von der Eheschließung und deren Wiederauflösung des betagten Herren mit einer Frau, die seine Enkelin sein könnte, bleibt dünn. Ich finde sie sogar quälend, da sie weder richtig von der Stelle kommt, noch interessante oder überraschende Wendungen offenbart. Die Charaktere bleiben zu flach, als dass sie einem ans Herz wachsen könnten.. Selbst der kauzige Bräutigam verleitet mich nicht, emotional einzusteigen. Ich konnte das Besondere an diesem Buch für mich nicht erkennen. Mir ist auch nicht klar, welche Zielgruppe angesprochen werden soll. Für mich war es ein Fehlgriff, doch glücklicherweise sind die Geschmäcker verschieden, so dass andere Leser durchaus Genuss daran empfinden können.
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr viel besser als erwartet..., 30. Januar 2007
Von 
Klara Fall "Die nackten Hausfrauen im Wind" - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch: Roman (Taschenbuch)
Etwas voreingenommen von einigen hier veröffentlichten Kritiken, war ich zunächst etwas skeptisch. Von "kein bisschen lustig" bis "anspruchloser Klamauk" ist ja fast alles geboten. Ich hab's trotzdem gelesen und war sehr positiv überrascht.

Die Geschichte ist gut erzählt und geht in die Tiefe. Die Charaktere werden interessant und glaubwürdig beschrieben und machen eine nicht zu übersehende Entwicklung durch. Man ist hin und hergerissen, weiß nicht, ob eine Figur einem sympathisch sein soll oder nicht. Und am Schluss fügt sich das Ganze zu einer runden Sache und man hat das Gefühl, allen handelnden Personen näher gekommen zu sein und sie auch jeweils zu verstehen.

Die Geschichte geht gut nach vorne, wird nie langweilig und berührt den Leser auf eine eigentümliche Weise (sowohl der schrullige Vater als auch Valentina sind einerseits zwar "schwierige" Zeitgenossen und doch auf völlig kitschfreie Weise rührend).

Positiv zu bewerten ist sicher auch die Tatsache, dass das Buch durch seinen Stil ein großes Publikum anspricht und somit auch viele (z.B. zeitgeschichtliche) Inhalte vermittelt werden, die in anderer Form (z.B. in einer "traditionellen" Flüchtlingsschicksalsgeschichte a la "Blond war der Weizen der Ukraine") mit Sicherheit keine derart große Leserschaft erreicht hätte...
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wunderschön erzählte Familiengeschichte, 26. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch: Roman (Taschenbuch)
Kennen Sie das? Sie sind wahnsinnig gestresst, aber trotzdem möchten Sie gerne mal wieder ein gutes Buch lesen, aber bloß nichts zu anspruchsvolles, aber erst recht nichts plattes! Und wenn man in so einer Phase die kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch in die Finger bekommt, hat man alles richtig gemacht! Ein phantastisches Buch, äußerst kurzweilig und wunderschön und sehr einfühlsam geschrieben. Man kann sich eigentlich in jede der Hauptfiguren hineinversetzen, und je nach Situation fühlt man mal mit der einen und mal mit der anderen, selbst das "ukrainische Flittchen" erweckt immer wieder Mitleid und Verständnis... Man schwankt während der Lektüre immer zwischen weinen und lachen, weil zwischn urkomischen Dingen doch viel tragisches passiert.

Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, so dass meine Fmilie froh war, als ich es nach einigen Tagen endlich zu Ende hatte.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Ukraine ist mehr als Tschernobyl, dieser Roman ist mehr als leichte Unterhaltung, 28. Juni 2008
Von 
junior-soprano - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch: Roman (Taschenbuch)
Tschernobyl, Fussball-EM 2012 in Polen und der Ukraine, wunderschöne Frauen, die Brüder Klitschko, endlose Kornfelder, die Hauptstadt heisst Kiew und das war's dann auch, was mir zur Ukraine spontan einfiel, bevor ich Marina Lewyckas Debüt Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch aus dem Jahr 2005 gelesen hatte.

Nun weiss ich mehr, würde zwar noch einiges wissen wollen, das mir das Buch nicht beantworten konnte, etwa die Frage wie sehr sich Russisch von Ukrainisch unterscheidet, aber ansonsten empfand ich die 360 Seiten als überaus informativ und unterhaltsam. Ein Roman über den ich noch des öfteren nachdenken werde.

Ich meine, dass sich viele Menschen in dieser Geschichte wiederfinden werden und das dieses Buch mit dem zuerst seltsam anmutenden Titel völlig zu Recht ein Bestseller geworden ist. Welche Botschaften der einzelne Leser aus diesem Roman herauslesen wird mag variieren.

Erzählt wird die Geschichte einer Romanze zwischen dem 84-jährigen Nikolai Alexejewitsch, Vater der Erzählerin Nadeshda (Nadia) und der 36-jährigen Valentina Dubov, die aus der Ukraine nach England gekommen ist und sich dort ein Leben in Wohlstand für sich und ihren Sohn Stanislav verspricht. Von Anfang an kämpfen Nikolai und Valentina gegen den heftigen Widerstand der beiden Töchter von Nikolai, Nadia und Vera an. Das ungleiche Paar hat unterschiedliche und unrealistische Erwartungen. Valentina hofft auf einen reichen Ehemann, mit mindestens einem Mercedes, einem grossen Haus, teuren Geschenken und auf eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung. Nikolai hofft auf zärtliche Stunden mit einer üppigen, jungen Frau, die ihm das Gefühl gibt wieder jung zu sein.

Tragische und komische Momente wechseln sich ab, wobei ein heiterer Ton überwiegt. Wenn sich Nikolai seine geliebten Toshiba-Äpfel (Äpfel, die in einer Toshiba-Mikrowelle erwärmt werden) zubereitet oder wenn Valentina lieber Gerichte aus Kochbeuteln serviert statt selbst zu kochen, um nicht wie eine Bäuerin zu wirken, dann sind das Momente, die mich herzlich zum Lachen gebracht haben. Ein sympathischer, aus dem Leben gegriffener, Humor.

Neben der Geschichte der beiden Golubtschiks (Täubchen auf Ukrainisch) verfolgt Lewycka zwei weitere Erzählstränge , zum einen die Familiengeschichte der Alexejewitschs, zum anderen die Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch, das ist der Titel eines Buches an dem der ehemalige Ingenieur Nikolai schreibt. Viel Bemerkenswertes gibt es dabei über die Geschichte der Ukraine zu erfahren, diesem Land, dass es bis heute schwer hat sich gegen das weit grössere Russland zu behaupten. Ist es nicht bemerkenswert, dass der Hubschrauberpionier Sykorsky Ukrainer war? Oder das in den ukrainischen Traktorenfabriken im Zweiten Weltkrieg so leistungsfähige Panzer hergestellt wurden, dass es zum Dank die Stadt Tankograd in der Ukraine gab? Voll glühendem Patriotismus schwärmt Nikolai von seinem geliebten Heimatland, geniesst es seinen Zuhörern seine Bildung über Technik, Geschichte und Friedrich Nietzsche vorzuführen, vergisst dabei aber völlig seine persönlichen Defizite. Seine ukrainischen Liebesgedichte für Valentina interessieren sie weit weniger als seine englischen Kontoauszüge. Und seine Tochter Nadia würde statt dem Zusammenhang zwischen dem falschem Umgang mit Traktoren und dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, lieber erleben, dass ihr Vater ein Held im realen Leben ist. Wenn schon nicht in der Vergangenheit, dann zumindest jetzt. Aber er schafft es nicht einmal zumindest etwas Würde zu bewahren.

Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern. Aus der Geschichte lässt sich für die Zukunft lernen. Aber die Gegenwart ist das Entscheidende. Das ist für mich eine Botschaft dieses Romans.

Kurze Geschichte des Traktors ist ein ebenso sensibel wie humorvoll geschriebener Roman über das Schicksal von Migranten, über Integration, über das Älter werden und über die Ukraine. Und über Nadeshda. Das heisst auf Ukrainisch Hoffnung.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine Tragikkomödie, 3. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch: Roman (Taschenbuch)
Ich habe dieses Buch geliebt, von der ersten bis zur letzten Zeile. Sei es der ungewöhnlich lange und merkwürdig klingende Titel oder die Protagonisten, welche sich ständig in den Haaren liegen.

Nach dem Genuss des Lesens, habe ich noch einmal darüber nachgedacht und festgestellt, dass diese Geschichte leider tausendfach als Migrationsgeschichte in dieser Form vorkommt. Es werden ständig Vorurteile bedient, die dem andern keine wirkliche Chance zum Leben lassen und zum Schluss hat keiner der Beteiligten mehr den Nerv und die Kraft die Situation zu retten. Und was passiert? Die "ukrainische Schlampe" verhält sich genauso, wie man es ihr immer wieder vorgeworfen hat und der alte, einsame Mann, welcher von seinen zwei Töchtern bearbeitet wird, doch endlich von diesem "Flittchen" zu lassen, steckt in einer kognitiven Dissonanz und will es allen Seiten recht machen.

Ein schönes Buch, welches das Thema Migration, Stereotype und Vorurteile und unser Leben in einer multikulturellen Gesellschaft aufgreift und zu einer Tragikkomödie vereint.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch, 28. August 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch: Roman (Taschenbuch)
Die "Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch" ist ein sehr unterhaltsames und lustiges Buch, das doch auch nachdenklich stimmt. Marina Lewycka beschreibt die Geschichte eines alten Mannes in Großbritannien dar, der- selbst aus der Ukraine eingewandert-, eine junge Ukrainerin heiratet und dabei ein Familiendrama auslöst, das gleich mehrere gesellschaftliche Aspekte umfasst: erstens die Geschichte des schwierigen Prozesses des Alterns. Dann die Geschichte der Erfahrung von Vertreibung, Fremde und Heimat. Schließlich aber auch die Geschichte von EInwanderern erster und zweiter Generation. Angesichts der starken Migration aus Osteuropa- insbesondere der Ukraine- ist Lewyckas Roman sehr authentisch und anrührend zugleich. Er beschreibt die Notsituationen von entwurzelten und alternden Menschen, gibt Einblicke in die "Machenschaften", die mit illegaler Migration verbunden sind, ohne dabei Menschen für ihr Tun und Handeln zu verurteilen. Dies macht aus der Kurzen Geschichte des Traktors auf Ukrainisch" ein unterhaltsames, lesenwertes und unvergeßliches Werk.
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4.0 von 5 Sternen Voller Sehnsucht und Lebenshärte, 2. September 2014
Nadja ist Dozentin für Soziologie an einer britischen Universität, ihre Eltern stammen aber ursprünglich aus der Ukraine.
2 Jahre nach dem Tod ihrer Mutter will ihr Vater Nicolaj wieder heiraten. Die Auserwählte des 84jährigen ist eine 36jährige üppige Blondine aus seinem Heimatland namens Valentina und es wird schnell klar, dass ihr ist jedes Mittel Recht ist, um im glorreichen Westen ihr Glück zu machen. Nadja und ihre Schwester Vera, die eigentlich seit dem Tod der Mutter zerstritten sind, schmieden einen Plan rund um Ausweisung, Annulierung der Ehe, ganz nach dem Motto “Raus mit dem Pack”. Denn der Papa und sein bisschen Geld müssen gerettet werden.
Aber der Herr Papa ist immer wieder verzückt von der Dame und folgt ansonsten seinem inneren Ruf, endlich “Die kurze Geschichte des Traktors” auf ukrainisch zu schreiben

Marina Lewycka

Marina Lewycka ist ukrainischer Abstammung, wurde in einem Flüchtlingslager in Kiel geboren und lebt heute in Großbritannien.
Dieser vorliegende Debutroman avancierte schnell zum internationalen Bestseller.

Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch – Meine Meinung:

Das Buch liest sich locker, es ist voller Ironie und skurrilen Szenen. Aber das täuscht.
Hier geht es um Sehnsüchte:

Die Sehnsucht einer liberalen Weltanschauung (Nadja)
die Sehnsucht, im Alter der Einsamkeit zu entfliehen (Papa Nicolaj)
die Sehnsucht nach einem Leben in Wohlstand (Valentina)
die Sehnsucht nach Gerechtigkeit (Vera)

Es behandelt das Problem der Wirtschaftsflüchtigen von einer anderen Seite. Der Gutmensch in uns will immer helfen, aber in der Praxis kein Stück vom großen Kuchen abgeben. Aber Menschen, die aus anderen Ländern zu uns kommen, verfolgen ihre Ziele erbarmungslos und sind zu allem bereit. Das bei solchen Voraussetzungen alle Parteien nur verlieren können, wird in dem Buch schnell klar.
Um dem Roman zu einem Happy End zu verhelfen, lässt Lewycka dann Valentinas Exmann auf der Bühne erscheinen, ein Schachzug, der ein bisschen hilflos wirkt.
Ich glaube nicht, dass die Autorin mit diesem Roman Themen wie die ungleiche Chancenverteilung auf der Welt polarisieren wollte. Ihr ging es mehr darum, die Geschichte einer ukrainischen Familie während Stalin-Ära und 2. Weltkrieg rückwirkend aus heutiger Sicht zu erzählen und natürlich um die ehrenvolle Geschichte des Traktors.
Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, aber es blieben mir doch zu viele offene Fragen übrig.
Diesen Roman gibt es auch als Hörbuch, aber diese Fassung ist so stark gekürzt, dass sich sie nicht empfehlen kann.
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Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch: Roman
Kurze Geschichte des Traktors auf Ukrainisch: Roman von Marina Lewycka (Taschenbuch - 1. Oktober 2006)
EUR 14,00
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