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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was für ein Debütroman!
Perfekt aufgebaut und ganz wunderbar geschrieben: bunt, bilderreich, tragikomisch, packend. Jungautor Panos Karnezis hat meiner Ansicht nach das Zeug, zu einem ganz großen Schriftsteller zu werden.

Sein Roman handelt von dem Rückzug eines Teils der griechischen Armee aus dem anatolischen Hinterland. Die geschlagene Truppe irrt durch die Wüste...
Veröffentlicht am 10. November 2007 von isy3

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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut geschrieben
Gut geschriebener Roman. Habe das Buch als Nachfolgewerk von "Kleine Gemeinheiten" gekauft. Kommt nicht an das Erstlingswerk heran. Sehr genaue Beschreibung der Personen und Dingen (Badewanne), was meine Frau nicht so gut fand.
Vor 20 Monaten von Ete veröffentlicht


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Was für ein Debütroman!, 10. November 2007
Von 
isy3 (lebt nun am Bodensee) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Der Irrgarten: Roman (Taschenbuch)
Perfekt aufgebaut und ganz wunderbar geschrieben: bunt, bilderreich, tragikomisch, packend. Jungautor Panos Karnezis hat meiner Ansicht nach das Zeug, zu einem ganz großen Schriftsteller zu werden.

Sein Roman handelt von dem Rückzug eines Teils der griechischen Armee aus dem anatolischen Hinterland. Die geschlagene Truppe irrt durch die Wüste und gelangt schließlich in ein abgelegenes Dorf, welches noch einen griechischen Bürgermeister hat, und in dem alles beim Alten geblieben zu sein scheint. Doch der physische und moralische Zerfall der alten Ordnung geht auch hier unaufhaltsam weiter...

Wenn Sie Friedrich Glausers Wüstenroman "Gourrama" mochten, und Filme von Federico Fellini schätzen, gefällt Ihnen dieses Buch ganz bestimmt; denn Panos Karnezis ist ein besonders vielversprechender Jungautor, der poetisch, bilderreich und garniert mit schrägen und komischen Einfällen sowie viel Hintergrundwissen aus der griechischen Mythologie seine Geschichten erzählt. Geschichten, die sich dadurch auszeichnen, dass alle Personen, die darin vorkommen, trotz allergrößter moralischer Mängel immer noch irgendwo liebenswert sind und ihre fatalen Handlungen menschlich verständlich bleiben.

Die von Karnezis geschaffenen Charaktere haben das Zeug dazu, so unsterblich zu werden wie Giovanni Guareschis Don Camillo und Peppone. Da gibt es zum Beispiel den diebischen Priester, der eigentlich Missionar werden wollte und den morphiumsüchtigen General, der vergessen will, dass er ein Massaker befohlen hat. Wir lernen den gewissenhaften Kommunisten aus Liebe kennen, die schöne Hure mit Vergangenheit, den korrupten Bürgermeister mit seiner Leidenschaft fürs Pfadfindertum, den Krämer, den Truppenarzt und seinen Sanitäter, den Dorfschulmeister, den buckligen Gärtner, ja selbst den Hund des Priesters wird man nie wieder vergessen können; so lebendig beschreibt Panos Karnezis seine Romanfiguren.

Das Buch ist etwas für den Leserausch und ich könnte mir gut vorstellen, das es einmal verfilmt wird.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gut geschrieben, 13. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Irrgarten: Roman (Taschenbuch)
Gut geschriebener Roman. Habe das Buch als Nachfolgewerk von "Kleine Gemeinheiten" gekauft. Kommt nicht an das Erstlingswerk heran. Sehr genaue Beschreibung der Personen und Dingen (Badewanne), was meine Frau nicht so gut fand.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Brigade auf Abwegen, 20. Juni 2005
Rezension bezieht sich auf: Der Irrgarten: Roman (Taschenbuch)
1922 unterliegt die griechische Invasorenarmee in den anatolischen Bergen der türkischen Streitmacht und muss in einem ungeplanten Rückzug zur Küste zurück. Eine Brigade von 1000 Mann unter der Führung des morphiumsüchtigen Offiziers Nestors verirrt sich aber in der Wüste und hat nur mehr wenig Hoffnung das sichere Meer zu erreichen. Neben Nestor, der in seinem LKW im Morphiumwahn und dem Sarkasmus seines Alters sein Leben vorbeiziehen sieht und es mit der Mythologie seiner Väter vergleicht, führt Karnezis noch andere Figuren ein: den Major Porfirio, einen vom Bolschewismus begeisterten Unterwanderer der Truppenmoral, dessen Flugblättern aber genauso wenig Gehör geschenkt wird, wie dem Pater Simeon, der mit Megaphon und adoptierten Straßenhund durch das Feldlager zieht und so versucht die Soldaten zum Christenreich zu bekehren. Ein namenloser Unteroffizier, der als einziger Porfirios Ideen folgt, weil er meint, eine unbekannte Schöne aus Saloniki, mit der er mittels einer Annonce in Briefverkehr steht, würde sein Engagement für den Sozialismus begrüßen. Oder der ebenso namenlose Arzt der Truppe, ein fatalistischer junger Mann, den keine noch so grausame Wunde erschrecken kann und der nur mit dem Ziel, seine Praktiken zu verfeinern an dem Feldzug teilnimmt. Dank mehrerer Zufälle gelingt es der Brigade ein Dorf zu erreichen, wo sie sich von ihren Strapazen erholen kann und, trotz der Sicherheit und der Erkenntnis gerettet zu sein, immer mehr in Wahn und Täuschung verliert.
Karnezis beschreibt einen Haufen von Soldaten, der, in Sinnlosigkeit und Disziplin gespalten als einziges Ziel bloß noch das Erreichen des heimatlichen Hafens hat. Seine Figuren bleiben oft namenlos, die Entscheidung, wer einen Namen bekommt und wer im Kollektiv der Masse nicht weiter auffällt behält der Autor für sich. Auch seine Kapitel beginnt er mit Personalpronomen, ohne zu nennen, auf wen es dann herausläuft, was als Spannungsaufbau recht nett gemeint ist, aber mit Fortgang des Buches zu nerven beginnt. Dieser Wechsel zwischen Individuum und Kollektiv, der sich immer mehr vermischt und schließlich den Leser im Unklaren lässt, welche Gestalten in der Fiktionalität verschwinden und welche nicht, ist der größte Reiz des Buches. Leider sind einige Figuren zu ungenau gezeichnet, bekommen keinen Charakter und agieren mit nur hölzern mit ihren Gesprächspartnern. Nur der Brigadier Nestor, der am weitesten in das Irreale eindringt entwickelt sich immer mehr, während das Gegensatzpaar des Arztes und des Paters mit der Anzahl der Seiten zu sehr auf den Pater umschwenkt und den Arzt vergessen lässt.
Die Vermischung von Realität und Mythos, Freund und Feind, Liebe und Prostitution zieht sich durch den ganzen Roman, wirkt jedoch manchmal sehr erzwungen, genauso wie die Ironie des Erzählers. Wenn die Brigade die Stadt erreicht, wirken viele Kapitel nur deswegen beendet, damit eine halblaue Schlusspointe zur Geltung kommen kann. Ein leicht lesbares Buch mit vielen Ambitionen, aber zu vielen Zielen.
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4.0 von 5 Sternen Odysee in Anatolien, 2. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Irrgarten: Roman (Taschenbuch)
Im Jahr 1922 zieht sich die griechische Armee geschlagen aus Kleinasien zurück. Eine Brigade verirrt sich in der anatolischen Wüste, sie gehen im Kreis. Als sie auf ein vom Krieg verschontes griechisches Städtchentreffen, scheint sich das Schicksal zu wenden.
Der Roman wirkt bisweilen wie eine Groteske mit teils sehr verschrobenen Charakteren und unterscheidet sich von vielen anderen historischen Romanen. Er ist sprachgewaltig geschrieben und es war eine wahre Freude, zu lesen.
Mitunter wurde das Groteske und absurde Moment nach meinem Geschmack zu sehr ausgereizt und deshalb dem Thema Krieg und Leiden des Krieges nicht gerecht.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Labyrinth der Metaphern, 24. November 2005
Rezension bezieht sich auf: Der Irrgarten: Roman (Taschenbuch)
Ein geniales Buch! Wer am gekonnten Wortspiel, an unglaublich phantastischen metaphorischen Vergleichen, an einer subtilen Charkterzeichnung sowie an der puren Freude am Fabulieren seinen Lesespaß findet, der ist hier absolut richtig. Diesen Autoren würde ich gerne mal treffen, um bei einer Tasse türkischen Mocca über den Wahnsinn der Welt und der Worte zu diskutieren.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Irrfahrt durch die Geschichte, 27. April 2005
Von 
H. P. Roentgen - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Irrgarten: Roman (Taschenbuch)
1919 beginnt das anatolische Abenteuer der griechischen Armee. Nach der Niederlage des osmanischen Reichs im ersten Weltkrieg will man die türkische Ägäisküste und weite Teile ihres Hinterlandes annektieren. Drei Jahre dauert dieser Krieg, der mit einer verheerenden Niederlage endet. Die Armee flieht geschlagen zur Küste.
Eine Brigade hat sich verirrt, abgeschnitten vom Nachschub und vom Rest des griechischen Heeres marschiert sie durch die anatolische Steppe und versucht einen Fluchtweg zur Küste zu finden, einen, der noch nicht von der türkischen Armee kontrolliert wird. Aber statt die Küste zu erreichen, marschiert man nur im Kreis.
Die Moral der Offiziere wie der Soldaten sinkt auf dem Nullpunkt, der kommandierende General Nestor ist morphiumsüchtig, immer wieder tauchen kommunistische Flugblätter auf und rätselhafte Diebstähle demoralisieren die Brigade zusätzlich. Obendrein belastet ein Massaker, dass General Nestor befahl, zusätzlich die Truppe.
Der Priester der Brigade versucht das Wort Gottes mit seinem Megaphon zu verbreiten, aber auch er scheitert. Für Religion haben die halb verhungerten Soldaten noch weniger Verwendung als für kommunistische Manifeste.
Dann stößt die Truppe durch Zufall auf eine griechische Kleinstadt und das Schicksal scheint sich zu wenden. Doch nicht lange. Denn 1922/23 gibt es kein Happy End, das nackte Leben zu retten, ist schon fast ein Wunder.
Panos Karnezis will eine Tragödie schildern, aber das gelingt ihm nicht. Sein Roman ist immer dort am besten, wo er die absurden Seiten erzählt: Von der Badewanne, die von den Usa über Mexiko in den afrikanischen Urwald reist, um schließlich bei einer französischen Lebedame in Anatolien zu landen zum Beispiel. Oder von dem Pater, der davon träumt, der "Apostel der Anatolier" zu werden. Oder die neuen Methoden der Kommunisten, über Kontaktanzeigen Anhänger zu gewinnen.
Wo der Roman tragisch werden möchte, verliert er seine Glaubwürdigkeit. Dass Massaker, das angeblich dem General die Ruhe raubt, glaube ich ihm als Leser nicht. Nicht, dass es in diesem Krieg nicht Massaker genug gegeben hätte. Aber die wenigsten haben den Tätern die Ruhe geraubt - auch die meisten Nazi-Mörder konnten gut schlafen. Und das Massaker im Roman wird immer mal wieder erwähnt, lebendig wird es nie. Eher scheint es ein Konstrukt des Autors zu sein, der damit Tragik erzeugen will.
Don Camillo und Peppone eignen sich auch in Griechenland nicht als tragische Helden und Panos Karnezis Stärke sind wohl eher solche absurden Geschichten. Was nicht heißt, das das Buch nicht lesbar und teilweise spannend ist. Nur scheitert der Autor dabei, einen Roman, eine Tragödie schreiben zu wollen. Der Roman ist in Wirklichkeit ein Sammlung von Geschichten und die Tragödie wirkt konstruiert.
Nach "Traum aus Stein und Federn" ist "Der Irrgarten" der zweite Text dieses Jahr über das griechisch-türkischen Desaster. Mit dem ersten Weltkrieg begann es, gipfelte in den Massenmord an den Armeniern und führte zu den ersten ethnischen Säuberungen des zwanzigsten Jahrhunderts. "Traum aus Stein und Federn" ist das bessere Buch, aber auch das einseitigere, das alle Schuld an der Katastrophe Armeniern und Griechen in die Schuhe schiebt. Diesen Fehler begeht Panos Karnezis nicht. Aber er kann diese Tragödie noch weniger fassen, geschweige den gestalten. Beiden Büchern muss man zu gute halten, dass sie diese vergessenen Ereignisse in Erinnerung rufen. Denn was 1915-1923 geschah war der Vorbote des Holocausts und der Massenmorde der neunziger Jahre.
Doch auf eine angemessene Darstellung der griechisch-türkischen Katastrophe muss man wohl weiter warten.
(C) Hans Peter Roentgen
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Der Irrgarten: Roman
Der Irrgarten: Roman von Panos Karnezis (Taschenbuch - 1. Mai 2005)
Gebraucht & neu ab: EUR 1,14
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