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Kundenrezensionen

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Sebastian Raabe studiert Hirnforschung und zwar am Institut seines Vaters Christian Raabe. Der ist weltberühmt, schließlich hat er den Raabschen Kanal entdeckt, jene Hirnstelle, über die alle Erinnerungen im Kopf laufen. Was das Gedächtnis weiß, erhält es durch den Raabschen Kanal und was es zurückgibt, auch. Bei Toten kann man über diesen Kanal sogar letzte Erinnerungen abhören und speichern. Bei Lebenden funktioniert das (noch) nicht.
Dann findet man Christian Raabe in seinem Institut tot auf dem Aufzugsdach, mit zerquetschtem Kopf. Selbstmord, sagt die Polizei. Aber Sebastian glaubt nicht daran. Das Institut war seines Vaters Leben, er hatte keine Probleme, weder persönlich, noch im Beruf und depressiv war er auch nicht.
Und die leere Whiskyflasche in Vaters Büro? Christian Raabe hat nie viel getrunken, ausgeschlossen, dass er sturzbesoffen auf das Aufzugsdach kletterte und nicht mehr wusste, was er tat.
Also tut Sebastian, was man in Thrillern in solchen Fällen tut: Er ermittelt auf eigene Faust, aber nicht ganz alleine. Denn da sind seine Studienfreunde, Mato der Chinese, Hobbes, über dessen Vergangenheit niemand etwas weiß und die Journalistin Sareah. Und gleichzeitig ermittelt ein geheimer Bundestagsausschuss über ein Massaker, das deutsche Soldaten angeblich im Sudan begangen haben ...
Das Buch hat mich hin- und hergerissen. Es beginnt außerordentlich langweilig, doch dann gewinnt es Fahrt. Zeitweilig konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen. Doch das dauerte nie länger als fünfzig Seiten und dann ...
Ja, dann wollte ich gar nicht mehr weiterlesen. Dann war die Spannung wieder verflogen, Langeweile machte sich breit, der Autor hob seinen Zeigefinger und deutete an (er liebt Andeutungen) und ich wusste, wie alles ausgehen würde.
Manche Bücher sind spannend, auch wenn man ahnt, wie sie ausgehen. John LéCarre kann Leser in Bann schlagen, Crichton, Eschbach können das auch, selbst dann, wenn die Handlung die üblichen Thrillerpfade entlang läuft. Wie sie das machen? Ganz einfach: Sie lassen ihre Personen leben.
Genau das tut Schulte von Drach nicht. Im Gegenteil, er hat einen Plot und mit diesem Plot hält er seine Figuren an der kurzen Leine. Was sie tun, tun sie nicht von sich aus. Was sie tun, tun sie, weil es der Autor so will. Sie leben nicht, sie sind Pappkameraden, die nötig sind, weil die Bühne nun mal mit Figuren gefüllt werden muss.
Am krassesten tritt das Problem am Schluss auf. Selten habe ich Personen so steif, so das reden hören, was der Autor dem Leser sagen möchte. Das, was sie sagen, mag politisch korrekt sein, glaubwürdig ist es nicht. Verdammt, warum können die nicht reden, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist?
Auch was hinter dem Massaker im Sudan steckt, weiß ein halbwegs intelligenter Leser nach wenigen Seiten. Das ist nicht schwierig zu erraten. Warum es geschieht, das ist, was interessant wäre. Aber genau das verrät uns das Buch nicht. Und auch die tatsächlichen Begehrlichkeiten der Militärs, nämlich Soldaten zu haben, die Menschen umbringen, ohne traumatisch geschädigt zu werden, die Soldaten zu erkennen, die wirklich den Feind ohne Hemmungen töten können, auch das scheint im Buch gänzlich uninteressant zu sein. Seltsame Militärs, die.
Auch auf die angekündigten hochbrisanten Fakten aus den Neurowissenschaften wartet man vergebens. Genauestens wird das MKULTRA Projekt des CIA in den fünfziger und sechziger Jahren geschildert. Der Versuch, Menschen mit Chemie und Gehirnwäsche zu manipulieren. Aber das ist nicht neu und seit über dreißig Jahren bekannt. Auch die Droge, die im Buch eine Rolle spielen, ist zwar fiktiv, aber zwanzig Jahre alt. Warum sich Geheimdienste dafür interessieren? Ehrlich gesagt, ich habe keine Ahnung. Na gut, Geheimdienste machen die seltsamsten Sachen.
Was neu ist in dem Buch, das ist die Aufzeichnung der Erinnerungen. Was wäre wenn ...
Ganz so phantastisch ist das nicht mehr, die Neurobiologie hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Manches davon ist mehr als beunruhigend, manches davon lässt sich ganz sicher missbrauchen. 1984 ist ein ganzes Stück näher gerückt und Brave New World auch.
Aber nicht „Furor". Denn dieser Raab'sche Kanal, diese Aufzeichnung von Erinnerungen spielt für die Handlung nur eine marginale Rolle. Und auch die Weiterentwicklung dieser Technik weckt zwar verständlicherweise die Begehrlichkeiten von verschiedenen Organisationen, aber mehr auch nicht. Für einen Wissenschaftsthriller ist das zu wenig und so hat das Buch meinen Lesehunger gestillt wie ein Hamburger meinen Magen. Irgendwie ist man voll, aber Hunger hat man trotzdem noch. Den Vergleich mit Crichton hält das Buch in keiner Weise aus.
Fazit: Furor ist ein klassischer Thriller, mit allem, was dazugehört, teilweise sehr spannend, teilweise aber auch nicht und ohne irgendwelche herausragende Eigenschaften. Thrillerfans werden es nebenbei verschlingen, für alle anderen dürfte es eher magere Kost sein. Da greift man besser zu „Brave New World", das ist aktueller. Oder zu „Der letzte seiner Art".
(C) Hans Peter Roentgen
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am 5. September 2005
Ich habe mir den Roman gekauft, da er hier recht ordentlich mit Vorschusslorbeeren bedacht wurde. Leider jedoch handelt es sich bei "Furor" um Mittelmaß. Das liegt weniger an der Idee und dem Sujet, denn hier kann von Drach durchaus mit Innovation und profundem Wissen glänzen. Aber das macht einen Roman noch nicht per se lesenswert oder gar gut.
Die Schwäche des Werkes steckt in zweierlei: dem Verlauf der Handlung und den Charakteren. Die Protagonisten und Antagonisten bleiben m. E. ziemlich flach, allein die Hauptfigur Sebastian Raabe hat eine gewisse Tiefe. Glaubwürdig wirkt er indes ebenfalls nicht. Der weitaus größere Kritikpunkt ist die Handlung. Sie fließt zunächst recht träge vor sich hin. Sebastian versucht mithilfe seiner Freunde und einer Journalistin die merkwürdigen Umstände des Todes seines Vaters zu eruieren. Als sich daraus ein Bild ergibt, zieht der Roman spürbar an. Aus dem beschaulichen Münchener Szenario wird eine wilde Hatz, die mich streckenweise an die Verfolgung im Hochhaus in "Dämon" von Matthew Delaney erinnerte. Es ist genau dieser Bruch, der m. E. sehr schadet: Von Drach tanzt auf mehreren Hochzeiten gleichzeitig, wenn er aus dem Detektivspiel plötzlich einen Showdown à la Hollywood machen will. Dem Roman tut das - drive hin oder her - alles andere als gut.
In einer Rezension heißt es, mit Markus C. Schulte von Drach hätten Dan Brown und Michael Crichton Konkurrenz bekommen. Das ist mitnichten der Fall. Die Pflicht beherrscht der Deutsche, aber an der Kür wird er noch arbeiten und sich an den Amerikanern orientieren müssen, die allerdings auch nicht mehr der adäquate Maßstab sind (man denke schließlich nur an Greg Bear, Douglas Preston und Lincoln Child).
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Einen zum Glück ohnehin verregneten Tag brauchte ich, um diesen hitverdächtigen Thriller zu lesen - an Aufhören war nicht einmal zu denken. Selten hat mich ein Buch so schnell zu in den Bann gezogen, wie dieser offenkundig gut recherchierte Erstling des Biologie-Doktors und Journalisten Markus C. Schulte von Drach.
Der in dem von ihm gegründeten Wilder-Penfield-Institut arbeitende Hirnforscher Christian Raabe, eine Koryphäe seines Gebietes, liegt mit zerquetschtem Hirn auf dem Dach des Institutsfahrstuhls. Nach einer nicht nachvollziehbaren Krankenhausodyssee wird er zwar noch elektrisch am Leben erhalten, sein Hirntod steht allerdings schon fest. Kurz vor seinem grausigen Tod konnte er noch eine Nachricht auf die Mailbox seines ebenfalls Hirnforschung studierenden Sohnes sprechen, bestimmte Daten auf dem PC zu löschen.
Sebastian Raabe kann nicht an den angeblich unter Alkoholeinfluss begangenen Selbstmord seines Vaters glauben und beginnt auf eigene Faust unter der Mithilfe einiger Studienkollegen und einer merkwürdigerweise sehr gut informierten Journalistin Sareah Anderwald, mit der er auch noch eine ziemlich heftige Liebesbeziehung entfaltet, die Hintergründe aufzuklären.
Ungebrochen hält die Spannung der Geschichte über die Forschungsergebnisse seines Vaters an, der die bahnbrechende Möglichkeit entwickelte, Erinnerungen lebender Menschen digital zu speichern. Sein Sohn entschlüsselt neben dem bedingt aufschlussreichen Tagebuch seines Vaters schließlich auch die geheimen Erinnerungsdateien, die er eigentlich hätte löschen sollen. Ein entsprechendes Gerät - ähnlich einem Kernspintomographen - ermöglicht es, diese auf CD gebrannten Gedanken wie selbst erlebt wahrzunehmen. Hierdurch erfährt er auch über schreckliche Ereignisse, die sein Vater in Südamerika erlebt hat, und die eng mit den Erfindungen des dreiköpfigen Forscherteams Raabe's und seiner beiden Institutskollen Walroth und Steadman im Zusammenhang stehen.
Natürlich sind eine Reihe weiterer Interessenten hinter eben diesen Daten her und der Student gerät in höchste Gefahr. Auch die Unsicherheit, wem er von den Kolleginn und Freunden seines Vaters glauben kann, steigert den Spannungsbogen und nahezu mit angehaltenem Atem verfolgt man das Geschehen.
Die zahlreichen fachlichen und sehr speziellen Facherläuterungen fallen glücklicherweise so sinnig und leicht verständlich aus, dass man sie gut und der Geschichte selbstverständlich zuträglich verkraften kann. Sie unterstützen die durchwegs hohe Präsenz und Glaubwürdigkeit des Plots. Die einfach strukturierten, aber auch sehr natürlich wirkenden Charaktere erleichtern es zudem, der Geschichte ohne große Grübeleien zu folgen. Manchmal wünschte man sich allerdings etwas mehr Tiefgründigkeit, wenngleich das Fehlen detailreicher Persönlichkeitsbeschreibungen an keiner Stelle als tatsächlicher Makel empfunden wird.
Die zeitgleich stattfindenden Sitzungen eines Untersuchungsausschusses über die unglaublichen Tötungsübergriffe einer Spezialeinheit der Bundeswehr im Sudan sorgen für parallel verlaufende, die sich erst langsam als erläuternder „Aha"-Effekt in Verbindung mit den Forschungserkenntnissen des Mordopfers auf dem Fahrstuhl herusstellen. Denn, dass sein Vater ermordet wurde, steht schon bald für den erschütterten Sohn eindeutig fest.
Das finale Ende schließlich entspringt eher aktuellen Drehbuchvisionen des Autors, so plötzlich und etwas abwegig erscheinen sie im bisherigen dramaturgisch passend aufgebauten Verlauf. In einer absolut rasanten Abfolge entwickeln sich die Dinge auf den letzten Seiten, und es kaum auszuhalten, dass man nicht noch schneller lesen kann. Bis zur letzten Seite hält die Begeisterung für das Buch an.
Der Anhang bietet den Übergang in die Realität, doch selbst hier zeigt sich, dass der spannungsreiche Inhalt keineswegs ausschließlich fiktiv der Phantasie eines vermutlich neuen Thriller-Stars entspringt, sondern durchaus seine hochbrisanten Bezüge zur Realität augenblicklicher Hirnforschung besitzt. Damit werden sich nicht nur die Leser dieses aufgrund eines abschließenden Beitrags des derzeit aktuell profunden und anerkannten amerikanischen Hirnforschers Koch auch gesellschaftspolitisch-wissenschaftsethischen einzuordnenden Romans auseinandersetzen müssen.
Das Buch von Markus C. Schulte von Drach ist ein klarer, großer neuer Stern am Firmament spannender Unterhaltung und gespannt kann man auf die Folgen warten. © 5/2005, Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.
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am 6. Januar 2006
Nach ca. 100 Seiten wollte ich dieses Buch eigentlich weglegen, weil mir die Richtung, die dieser Roman nahm, nicht zusagte. Als Sebastian sich die Erinnerungen längst verstorbener Leute von CD auf sein Gedächtnis *einspielte*, war ich nahe daran, aufs weiterlesen zu verzichten, weil ich SF nicht mag.
Doch das Buch war nach einem langsamen Start schon zu spannend geworden und ich las weiter. Der Spannungsbogen wurde auch bis zum Ende eingehalten und erst nachdem ich das Nachwort von Professor Christof Koch Koch las, wurde mir klar, dass die Vorstellung Erinnerungen auf CD zu brennen soooo absurd nicht mehr sind. Bewustseinsverändernde Drogen sind allgemein bekannt und erhältlich, so dass der Schritt beides zu vereinen direkt vor unserer Tür liegt.
Zudem ist mir die münchnerische Gegend in der sich die Protagonisten bewegen mehr als gut bekannt, was mir natürlich besonders gut gefiel! *smile* ich erkannte sogar einige Lokale....
Einziger Wermuthstropfen bei diesem Roman waren die in den USA und Kananda so beliebten Abkürzungen wie IS/STA, MKFUROR MKULTRA, CIA und vieles anders mehr. Das musste wohl so sein, denn diese Abkürzungen sind nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern existieren wirklich, aber mich machen diese Buchstabenkürzel fast aggressiv und verleiden mir viele an sich gute Romane. Vor allem sollte diese sehr persöhnliche Aversion, meine Meinung nicht so stark beeinflussen.
So gab es also einen sehr persönlichen Punkteabzug!
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am 19. Juli 2006
Das Buch beginnt sehr ähnlich dem Buch "Sakrileg" (Da-Vinci-Code). Führt aber ziemlich bald in die Wissenschaft der Hirn- und Bewusstseinsforschung im Rahmen einer durchaus spannenden und auch möglichen Handlung ein.

Da erweist sich der Autor als sachlich fundiert, außerdem ist seine im Buch erkennbare politische Denkart eine wohltuende.

Eine spannende Wissenschaft, der Autor bietet dort neue, kurze aber fundierte Einblicke ohne belehrend zu werden oder auch moralisierend aufzutreten.

Ein Buch, das auch als spannende Lektüre befriedigt. Und zusätzlich offensichtlich eine hervorragende Lektorin (Bianca Dombrowa laut Danksagung), was man ja von anderen "Wissenschaftsthrillern" nicht immer behaupten kann.

Sehr zu empfehlen!
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Kurz vor seinem vermeintlichen Selbstmord hinterlässt der Hirnforscher Christian Raabe seinem Sohn die Nachricht, dass er bestimmte Daten in seinem Rechner vernichten soll.
Nachdem sein Sohn nicht an Selbstmord glaubt, widersetzt er sich diesem Wunsch und beginnt einiges zu hinterfragen.
Er entdeckt dabei, dass es seinem Vater gelungen ist die Erinnerungen lebender Menschen aufzuzeichnen. Des weiteren stösst er dabei in den Erinnerungen seines Vaters auch noch auf ein Jahre zurückliegendes geheimes Projekt, an dem viele unschuldige Menschen ums Leben kamen...
Markus C. Schulte von Drach verbindet in seinem Debütroman "Furor" geschickt mehrere Handlungsthemen, um diese dann nahtlos zusammen zu fügen. Es werden, neben der Nachforschungen der Studenten, politische Aspekte genauso eingefügt, wie auch die verständliche Beschreibung und Erklärung der wissenschaftlichen Hintergründe. Durch die Hinzufügung eines geheimen Nachrichtendienstes springt diese Geschichte immer wieder zwischen den Bandbreiten Wissenschaftsthriller und Verschwörungsthriller hin und her, ohne dabei den Leser zu vergessen, welcher mit Sicherheit bereits atemlos den Entwicklungen folgt, um das ein oder andere Mal überrascht zu werden.
"Furor" ist sehr geschickt geschrieben:
Man hat keinerlei Probleme der Geschichte zu folgen und durch die glaubwürdige Darstellung entsteht beim Leser ein beklemmendes Gefühl, das durch die beiden Nachworte noch bestätigt wird.
Markus C. Schulte von Drach hat mit "Furor" ein Erstlingswerk in die Welt gesetzt, welches sich in glaubhafter, origineller und spannender Art und Weise nicht hinter den Größen dieses Genres zu verstecken braucht.
Jürgen Seibold/16.05.05
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am 4. Juli 2005
Bringt bei aller "kriminellen Energie" ein großes Maß an Vetrautheit mit: Man kann sich alles gut vorstellen, die Protagonisten sind aus Fleisch und Blut, man könnte sie wirklich ohne weiteres in der Kneipe treffen.
Der Plot mutet erst einmal futuristisch an, wird aber sehr unmittelbar und unverkrampft als Realität vermittelt. Und zudem drecksspannend!
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am 25. Oktober 2012
Eigentlich nur zweieinhalb Punkte. Nicht abgrundtief hirnrissig, aber nicht mehr empfehlenswert.
Am Anfang dachte ich: toll. Ein Hirnforscher, der kurz vor seinem offenbar gewaltsamen Tod seinem Sohn Hinweise auf geheime Informationen auf seiner Festplatte gibt, die er den Sohn im Falle seines Todes bittet zu löschen. Gut gemachte Querblenden in einen Bundestags-Untersuchungsauschuss, in dem es um ein Massaker geht, das deutsche Soldaten offenbar unprovoziert in Somalia begangen haben.
Der Sohn des Hirnforschers versucht, auf eigene Faust zu recherchieren, was seinem Vater passiert ist und was sich auf der zu löschenden passwortgesicherten Festplatte verbirgt.

So die spannenden Prämissen für einen offenbar gepflegten, gut recherchierten Wissenschaftsthriller. Dachte ich.

Die ersten Zweifel an der Qualität des Buches kamen mir, als die Psychologie der Hauptperson, des Sohns, unstimmig entwickelt wurde: Da wird eine schlechte Beziehung zum dominanten Vater als lebenslanges Problem von Sohnemann dargestellt. Doch der Junge hat nichts Besseres zu tun, als ausgerechnet bei seinem Vater in dessen Fach und Institut zu studieren. Realiter hätte er nach dem Abi Reißaus genommen und sich an einer fremden Uni bewiesen.
Was eigentlich das Thema ist, das vertuscht werden soll, erahnt man schon bald: Drogenexperimente an Soldaten, um ihre natürlichen Tötungshemmungen und posttraumatische Syndrome nach dem Töten abzubauen. Wer sich im Militär auskennt, weiß, dass es Techniken gibt, Tötungshemmungen zu überwinden, die seit dem zweiten Weltkrieg wesentlich optimiert wurden und ethisch höchst problematisch sind (bedingte Reflexe, Entmenschlichung de Gegners, Drogen), ebenso sind die Traumatisierungen der Tötenden real. Doch die realen Aspekte lässt Drach links liegen. Und der Spannung hilft es ebenfalls nicht, dass man längst vor Sohnemann weiß, was damals bei dem Experiment in Südamerika geschah.
Vollkommen ad absurdum geführt wird das ernste Thema, als Sohnemann und Freunde beim Kampf gegen die bösen Vertuscher ohne zu Zögern mal eben ein paar Leute umlegen, mal per Bombe, mal per Knarre, und obwohl sie die Sterbenden sehen, brauchen sie entweder genau Null Sekunden oder genau eine, um den ersten Mord ihres Lebens zu verwinden und zu verarbeiten und denken fortan nicht mehr daran. Wie war das noch gleich? Ging es nicht irgendwo im Buch darum, dass Töten auch für eine "gute" Sache schwer und traumatisierend ist, wenn man die Opfer ansehen muss? Und dann solche gewalt bagatellisierenden Ballerszenen?
Mich hat leider nicht mehr interessiert, wer nun von den beiden Angestellten des Vaters der Allerböseste von allen war (das einzige noch bleibende Geheimnis), da die holzschnittartigen Figuren für mich nicht real wurden.
Ebenfalls ein wenig lächerlich: Erinnerungen fremder Gehirne werden an des Vaters Institut mit revolutionärer Technik aufgezeichnet und können abgerufen werden. Studenten können sich nach Lust und Laune zur Unterhaltung ein paar Erinnerungsengramme Fremder "ansehen". Da steigt Ihnen jede Ethikkommission und jeder Datenschützer aufs Dach. Abgesehen davon, das Erinnerung NICHT das Erlebte wie Filmsequenzen bewahrt, sondern nur saliente Details besonderer Momente. Wer einen Wissenschaftsthriller über Hirnforschung schreibt, der muss sich auch an wissenschaftlicher Plausibilität der erdachten Welt messen lassen, und die ist hier nicht gegeben.

Was Drach später im "Fremden Willen" gelingt, nämlich die Handlung spannend zu halten, obwohl man eigentlich sehr früh weiß, was Sache ist, und zugleich bei aller Thrillerunterhaltung noch seriösen wissenschaftlichen Hintergrund zu liefern, das hat er hier meiner Ansicht nach vergeigt. Es bleibt niveaulose Thrillersoße, die zur Kaschierung der sonstigen Inhaltslosigkeit in der zweiten Hälfte fast durchgängig aus plumpester Action besteht (wer's mag...) und die mein Interesse nicht halten konnte. Nur mit größten Mühen habe ich mich weitergequält. Die Hoffnung, dass am Schluss noch eine Überraschung kommt, hat sich denn auch nicht erfüllt.
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am 31. Juli 2005
Der Autor von "Furor" nimmt sich ein aktuelles und interessantes Problem zum Thema - die moderne Hirnforschung und deren Konsequenzen. Das Buch an sich liest sich schnell und leicht durch, nicht zuletzt weil es schon nach den ersten Seiten richtig spannend wird und bis zum Ende hin auch bleibt. Allerdings erleben die glaubwürdigen Charaktere eine zum Ende hin recht unglaubwürdige Handlung, die nicht so recht ins "beschauliche" München passen will - scheinbar wurde versucht typische Handlungen eines US-Thrillers einzubauen. Dieser zweite Teil macht den sonst durchweg positiven Eindruck zunichte. Die wissenschaftlichen Fakten sind allersamt glaubwürdig und gut verständlich integriert und der Verlauf und das Ende der (Hintergrund-)Geschichte ist logisch und nachvollziehbar.
Insgesamt ein, wie gesagt, aktuelles und lesenswertes Buch, das sich nicht nur an Interessierte für Biologie & Co wendet (an diese aber vor allem), sondern auch an "einfache" Leser - nicht nur wegen des Themas, das uns alle betrifft oder betreffen wird
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am 5. Juli 2007
Habe (leider) direkt nach einem Schätzing Roman (Lautlos) zu diesem Buch gegriffen und war sehr enttäuscht.

Von Schätzing bin ich gewohnt: gut recherchierte wissenschaftliche Details; Charaktere mit Tiefe, deren Beschreibung in die Handlung gut einfließt.

Leider ist nichts von dem in dem Roman "Furor" zu finden. Auf die Eigenschaften und den Charakter der Hauptperson Sebastian wird nicht einmal genauer eingegangen, er ist "einfach" da. Bei den anderen handelnden Personen ist es nicht anders.
Der Schreibstil ist langweilig und erinnert an einen Mittelschulaufsatz: "und dann paßiert das, danach kommt plötzlich, jetzt muß er aber...."
Die Idee zur Handlung (Erinnerungen von Menschen speichern zu können)ist gut und interessant, wird aber im Buch nicht genauer behandelt, auch nicht beschrieben und vertieft, sie ist, wie so vieles andere, einfach "da".

Abschließend: kein Buch für Leute, die eine Niveau von Eschbach oder Schätzing gewohnt sind.
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