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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen zusammenbruch eines 'erfolgreichen'
ein wunderbar geschriebenes buch, voller bemerkenswerter charaktere. und die geschichte eines mannes, der sich als junger mensch von seinen kindheitsträumen verabschiedet hat, um ein 'normales', konventionelles leben zu führen: haus, job, ehefrau, status... mit mitte 30 dann der körperliche und seelische zusammenbruch, wegen 'totaler erschöpfung': er...
Veröffentlicht am 30. Juni 2003 von yannick100de

versus
3.0 von 5 Sternen 'Und solange man lebt, weiß man nicht, was noch geschehen kann.'
Inhalt:
Mihály und Erzsi befinden sich auf ihrer Hochzeitsreise in Italien. In Ravenna trifft Mihály auf einen alten Bekannten, János Szepetniki, der ihn in Italien gesucht hat, um ihm von einem gemeinsamen Freund zu berichten, der sich gerade in Italien aufhält.

Diese Begegnung ändert den Verlauf der Reise: Mihály...
Vor 16 Monaten von sabatayn76 veröffentlicht


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24 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen zusammenbruch eines 'erfolgreichen', 30. Juni 2003
Rezension bezieht sich auf: Reise im Mondlicht: Roman (Taschenbuch)
ein wunderbar geschriebenes buch, voller bemerkenswerter charaktere. und die geschichte eines mannes, der sich als junger mensch von seinen kindheitsträumen verabschiedet hat, um ein 'normales', konventionelles leben zu führen: haus, job, ehefrau, status... mit mitte 30 dann der körperliche und seelische zusammenbruch, wegen 'totaler erschöpfung': er hat sich 15 jahre lang verleugnet und muß sich jetzt erstmals den geistern der vergangenheit, der kindheit stellen. eine fesselnde seelenstudie, man mag das buch nicht mehr aus der hand legen! leseempfehlung für alle, die zB auch an '...und nietzsche weinte' uä büchern freude haben!
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29 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbar!, 6. Januar 2004
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Reise im Mondlicht: Roman (Taschenbuch)
Schon lange ist es mir nicht mehr passiert, dass ich ein Buch angefangen habe und es dann nicht mehr aus der Hand legen konnte. Antal Szerb schreibt wunderbar luftig, poetisch und voller Symbolik, jeder Satz ist ein Lese-Genuß. Das Buch beschreibt den Prozeß der Selbstfindung, jeder der beschriebenen Charaktere ist in irgendeiner Form auf der Suche nach seiner wahren Bestimmung und dem Sinn seines Lebens. Das Schöne ist: sie werden alle auf die ein oder andere Weise fündig. Trotz des eher anpruchsvollen Themas gelingt es Szerb, nicht abgehoben und realitätsfern zu schreiben. Selbst das Motiv Tod, das eine wichtige Rolle in der Geschichte spielt, wird charmant und poetisch abgehandelt. Die Beschreibung der italienischen Landschaften und Städte, die eingefangene Stimmung, weckte in mir gleich den Wunsch, nach Umbrien oder in die Toskana zu reisen. Überhaupt hat Szerb einfach ein Händchen für die Beschreibung von Stimmungen und Sehnsüchten. Ein rundum empfehlenswertes Buch!
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24 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen nostalgisch, sehsüchtig und wunderbare Sätze, 17. Dezember 2003
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Reise im Mondlicht: Roman (Taschenbuch)
Antal Szerb erzählt von Mihály, dem Sohn eines Fabrikanten, der sich mit seiner Frischvermählten auf Hochzeitsreise in Italien befindet. Er hat geheiratet, weil er es für vernünftig hielt. Gehört es doch zu Dingen, die Erwachsene tun. So verhält es sich auch mit Italienreisen. Für Mihály wird seine Hochzeitsreise zu einer Reise zu seinem eigenen Selbst. Eine Untergangsstimmung legt sich über ihn. Das junge Paar, sie schauen sich im Kloster Fiesole bei Florenz ein chinesisches Gemälde über ein Jüngstes Gericht an und dann, als sie das Kloster verlassen, gibt Antal Szerb eine Kostprobe wunderbarer Sätze: " Die Landschaft, die von der Eisenbahn aus zwischen Bologna und Florenz, so zauberhaft gewesen war, sah jetzt naß und unsympathisch aus, wie eine Frau, die sich die ganze Schminke weggeweint hat". Diese Weltuntergangsstimmung entsprach dem Seelenzustand seiner Jugend, als er in einer Clique, die sich um das Geschwisterpaar Támas und Éva gebildet hatte, gegen das Bürgertum rebellierte. "Mein Untergangsgefühl war schon dadurch geweckt, daß Támas und ich in eine so wenig zu uns passende Gesellschaft geraten waren, unter Menschen, mit denen wir nichts anderes gemeinsam hatten als das Gefühl, daß jetzt sowieso schon alles gleich war. " Das war nach dem ersten Weltkrieg, und jetzt
unter den Faschisten, lässt Mihály seine Angetraute allein im Zug weiterfahren. Seine Lebensangst schwillt aus den Tiefen seines Inneren. Erinnerungen aus seiner Vergangenheit holen ihn ein, er wird schemenhaft verfolgt von den Freunden seiner Jugend. Total erschöpft verschlägts ihn nach Umbrien. Kann ein wundertätiger Mönch ihn ins seelische Gleichgewicht pendeln?
Dieser psychologische Roman begeistert durch seine Farbigkeit. In schönen Sätzen erzählt Antal Szerb über toskanische Orte, umbrische Dörfer. Der Autor unternimmt kulturhistorische Ausflüge, erzählt von religiösen Gebräuchen, das Thema Tod durchstreift den Roman. Melancholisch, nostalgisch, sehnsüchtig: das ist die "Reise im Mondlicht"
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Todessehnsucht, 18. Juli 2007
Von 
Antje Burkert (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Reise im Mondlicht: Roman (Taschenbuch)
Antal Szerb ist ein in Vergessenheit geratener ungarischer Schriftsteller, der 1945 starb. "Reise im Mondlicht" ist einer seiner wenigen Romane, der erst 2003 ins deutsche übersetzt wurde. Zunächst hatte ich kein gutes Gefühl. Die Sprache schien plump und die Charaktere flach und oberflächlich beschrieben. Doch nach den ersten vier Kapiteln stieg Szerb in die Tiefe seines literarischen Könnens, zauberte elegante Sprache und bedeutungsschwere Inhalte.
Mihály und Erzsi befinden sich auf Hochzeitsreise in Italien, was in dem verträumten, lebensunfähigen Mihály seine ganze Sehnsucht nach Jugend und Freiheit weckt und ihn aus seinen angepassten, in Formen gepressten Bahnen ausbrechen lässt. Er verlässt Erzsi und verfällt einer rastlosen Suche, der Sehnsucht nach Vergangenem, nach Irrealem. Fast scheint der Tod eine unausweichliche Folge dieser vergeblichen Suche, als sich alles dreht und das Leben über den Tod siegt.
Szerb erfasst die Stimmung des Fin de Siècles und schreibt eindrücklich und gefühlvoll. Ein Buch voll farbenprächtiger Facetten, für den einen nur die Beschreibung einer italienischen Rundreise, für den anderen die Vollendung des Todesthemas, ein Spiel mit den fein herausgearbeiteten Figuren oder ein Genuss der wohlklingenden und bestechenden Sprache und die diffizile Verarbeitung diverser tiefenpsychologischer Aspekte. Man benötigt ein Gespür für literarische Weltliteratur und sensibles Einfühlungsvermögen, um diesen Roman zu lieben.
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wieder eine ungarische Weltentdeckung, 6. Juni 2004
Von 
Mag Wolfgang Neubacher "wolfgang_neubacher" (A - 5203 Köstendorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Reise im Mondlicht: Roman (Taschenbuch)
Nach der Wiederentdeckung von Sandor Marai taucht nun ein weiterer ungarischer Autor mit einem fulminanten Buch aus der (literarischen) Versenkung auf: Antal Szerb.
Dieser - 1937 entstandene - Roman schildert die Geschichte einer jungen Ehe, die mehr als kompliziert ist. Auch, weil sich Mihaly, die Hauptperson, letztlich nicht von seinem Jugendfreund Tamas Ulpius trennen kann. Dieser ist die Utopie des Lebens; Erszi, die Gattin von Mihaly, die Realität desselben. Und diese Realität lässt Mihaly hinter sich, als er auf der Hochzeitsreise seine Frau auf einem kleinen italienischen Bahnhof "verliert"........
Ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legt - nicht nur wegen der Story an sich. Faszinierend sind z. B. auch die Reisebeschreibungen diverser italienischer Städte und Regionen der Zwischenkriegszeit.
Denkt man nach der Lektüre dieses Buches öfters über den Sinn des Lebens nach? Ja. Liest man das Buch ein zweites, vielleicht ein drittes Mal? Bestimmt - vielleicht alle 10 Jahre, wie eine Frau im Nachwort zitiert wird!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Reise im Seelenland, 14. November 2007
Von 
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Reise im Mondlicht: Roman (Taschenbuch)
Mihály wähnt sich am Ziel seiner Hoffnungen und Wünsche: Nachdem er nach rastlosen Jugendjahren doch als gehorsamer Sohn in das väterliche Geschäft eingetreten ist, soll die gerade geschlossene Ehe mit der umschwärmten Erszi nun sein bürgerlich-solides Leben perfekt machen.

Auf der Hochzeitsreise in Italien begegnen die Frischvermählten János, einem etwas zwielichtigen Jugendfreund Mihálys, der ihn bittet, den gemeinsamen Bekannten Ervin zu suchen. Dieser soll als Mönch nach Italien gegangen sei. Mihály lehnt mit Hinweis auf seine Hochzeitsreise ab; die Begegnung mit der Vergangenheit überwältigt ihn jedoch so stark, dass er kurz darauf - nach einer absichtsvoll-unabsichtlichen Verwechslung - einen falschen Zug besteigt und seine junge Frau verlässt.

Das ist der Beginn einer odysseehaften, fiebrigen Reise durch Italien, bei der er immer stärker in der Erinnerung zurückkehrt zu den prägenden Menschen seiner Jugend, den Geschwistern Éva und Tamás Ulpius. Mit diesen teilte er einst ein Anderssein, das Verweigern der Anpassung an die bürgerliche Ordnung und eine tief empfundene Todessehnsucht, die Tamás letztendlich zum Selbstmord getrieben hat. Diese Todessehnsucht beginnt auch Mihály zu befallen.

Die Ungewissheit über die Umstände von Tamás' Selbstmord, seine ungeklärten Gefühle gegenüber Éva und die zunehmende Erkenntnis, mit dem Beruf und der Ehe nur vor sich selbst geflohen zu sein, treiben ihn immer weiter. Er findet Ervin und erfährt, das auch Éva in Italien ist. Er muss sie finden...

Szerb ist mit diesem Reise- und Entwicklungsroman eine überzeugende Geschichte gelungen: Sie ist gekonnt komponiert, sowohl in den Landschafts- als auch den "Seelenbeschreibungen" der Charaktere äußerst gelungen und spannend erzählt. Auch die weiteren Figuren empfand ich als glaubhaft, selbst wenn sich bemerkenswert viele Ungarn in Italien über den Weg laufen.

Insgesamt eine große Wiederentdeckung eines zu Unrecht zwischenzeitlich (außerhalb Ungarns) in Vergessenheit geraten Schriftstellers, der dem menschenverachtenden Terror der Nationalsozialisten zum Opfer gefallen ist.

Eine ausdrückliche Leseempfehlung.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Regression als Schöpfung, 20. Juni 2010
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Reise im Mondlicht: Roman (Taschenbuch)
Es könnte mein Lieblingsbuch werden. Vollkommen fasziniert von diesem bizarren bis grotesken Roman trauere ich beim Lesen der letzten Zeilen und möchte sofort von vorne beginnen.
Antal Szerb schafft es mit seinem Roman 'Reise im Mondlicht' ein tiefes regressives Element anzusprechen, die unerfüllten Jugendträume, die das Leben jedes Erwachsenen auf irgendeine Art prägen.
Der Roman ist in vier Teile aufgeteilt. Der erste Teil spielt auf der Hochzeitsreise von Mihàly und Erzi und beginnt in Venedig. Mihàly, die Hauptperson, erzählt seiner frisch vermählten Gattin von seinen Rollenspielen im Ulpius-Haus zu seiner Jugendzeit. Diese Spiele hatten immer den Tod zur Handlung, innerhalb der Erzählung entfernt sich Mihàly Stück für Stück, Satz für Satz von seiner gegenwärtigen Wirklichkeit. Ihm wird bewusst, dass er Erzi nur in Distanz, in Unerreichbarkeit, die Liebe entgegen bringen kann, die ihrer gerecht wäre. Das große Ziel des Lebens scheint der süße Tod. Dies haben sie als Heranwachsene im Ulpius-Haus zigfach, in tausend Variationen durchgespielt. Erzi liebt Mihàly für seine Weltfremdheit, muss aber erkennen, dass er für sie auf immer unerreichbar bleibt.
So ist die Trennung des Paares im zweiten Teil, die durch einen Zufall passiert, nicht dramatisch, sondern folgerichtig. Mihàly nimmt sie als willkommenen Schicksalsschlag und verkriecht sich in einem entfernten Bergdorf in Umbrien. Hier holen ihn die Jugendträume ein. Er trifft einen Spielkameraden aus dem Ulpius-Haus und muss erkennen, dass andere ihren Traum gefunden haben, während er zwischen Realität und Traum herumirrt. Er trifft auf einen englischen Arzt und eine naive Amerikanerin, wunderbare mit sehr feinem Humor geschilderte Begegnungen, die Mihàly auch finanziell weiterleben lassen.
Der dritte Teil des Romans spielt in Rom. Dort ruft das Schicksal Mihàly hin und dort sieht er seine Jugendliebe Éva Ulpius wieder, aber sie verweigert ein Zusammentreffen. So irrt er auch in der ewigen Stadt ziellos herum, nach Zeichen suchend, was er tun soll.
Sein engster Freund aus der Jugendzeit Tamás, Évas Bruder, ist sein großes Vorbild. Er ist den Weg in den Tod gegangen, hat den Traum erfüllt und ließ Mihàly hilflos zurück. Mihàly hat sich seitdem ernsthaft bemüht, ein 'normales' Leben zu führen, wurde aber durch die Faszination Italiens, durch die verwirrenden Gässchen Venedigs in seine Vergangenheit geführt. Aber Mihàly ist auch ein Glückspilz, immer wieder trifft er auf ihm wohl gesonnene Mitmenschen, deren Charaktere vom Autor so genau und treffend beschrieben werden, dass der Leser sie sich plastisch vorstellen kann. Diese Menschen mögen Mihàly, helfen ihm und dem Roman bei aller Todesszenerie die Leichtigkeit zu erhalten.
Mit einer klaren, verständigen und absolut treffenden Sprache zieht der Autor den Leser in seinen Bann. Bis im letzten und vierten Teil doch unvermittelt Èva Ulpius auftaucht und man mit Mihàly zittert, was jetzt wohl passiert. Aber Mihàly ist eben ein Glückspilz, er lebt. Der letzte Satz des Romans bringt es auf den Punkt: 'Und solange man lebt, weiß man nicht, was noch geschehen kann.'
Eine wunderbare Geschichte über das Leben, die Liebe und den Tod.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Begierde" trifft den Inhalt des Buches ziemlich gut...., 17. April 2007
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Stachel der Begierde (Taschenbuch)
Das Buch ist mit Sicherheit nicht jedermanns Sache.

Ich finde es nicht besonders romantisch, aber sehr gut geschrieben. Iris Johansen kann wunderbare Geschichten mit tiefen Abgründen erzählen.

Die Erotik hat eine sehr große Rolle im Romen gespielt. War vielleicht etwas zu viel, aber die beiden haben ja auch lange aufeinander "gewartet".

Ansonsten ist der Stil sehr flüssig und daher leicht zu lesen. Die Autorin wirbelt die Gefühle der beiden ziemlich durcheinander und als langweilig kann man das Buch mit Sicherheit nicht bezeichnen.

Faszinierend fand ich auch die Idee für diesen Roman. Marianna ist "Glaskünstlerin"

Endlich mal was anderes. Daher trotzdem 5 Sterne.

Den Klappentext kann man jedoch getrost vergessen. Die beiden begegnen sich in einer Kirche und nicht auf einem Schiff. Die Schiffsfahrt nach England ist nur ein kurzer Teil des Romans und eher nebensächlich.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verliebt in dieses Buch, 1. September 2004
Von 
K. Doerfler (Karlsruhe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Reise im Mondlicht: Roman (Taschenbuch)
Zuerst habe ich mich in die Sprache verliebt. Wunderschöne, ausdrucksvolle Sätze, die mich richtig hineingezogen haben in diese Welt, in das Innenleben der Hauptfigur, Mihály, und in das Italien der 30er Jahre.
Mihály ist ein 36jähriger Ungar, der sich nach einer sehr rebellischen Jugend, in der er tiefe Angstzustände und Todessehnsucht kennengelernt, sich mit Religionsgeschichte und Philosophie auseinandergesetzt hat, nach und nach dem bürgerlichen Leben anpasst und seine Tage im Büro in der väterlichen Firma verbringt. Als Höhepunkt dieser Anpassung hat er auch noch geheiratet. Damit beginnt das Drama.
Auf der Hochzeitsreise durch Italien trifft er zufällig einen alten Schulkameraden aus Budapest wieder, der ihn an seine alten Freunde und an seine Jugendliebe erinnert. Sein bester Freund von damals ist durch Selbstmord gestorben. Der andere Freund soll sich irgendwo in Italien aufhalten, die Freundin ebenfalls. Mihály verliert seine Frau, als er in einem fremden Bahnhof Kaffee trinkt und anschließend versehentlich in einen falschen Zug einsteigt.
So reist er alleine weiter, lässt sich treiben, immer tiefer hinein in seine Träume, seine Vergangenheit und auch wieder in die Todessehnsucht, nebenbei auch durch halb Italien. Mihálys Frau reist derweil nach Paris, wohnt bei einer Freundin und hält sich Liebhaber, bis sie schließlich zu ihrem Ex-Mann, Mihálys Vorgänger, zurückkehrt.
Und auch Mihály findet seinen Weg. Das Ziel erscheint ihm zwar nicht sehr erstrebenswert, aber er tröstet sich mit dem Gedanken, dass, solange man lebt, jeden Tag alles passieren kann.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie alles schon wieder anders ist!, 17. September 2006
Von 
Hans Henkel (Graz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Reise im Mondlicht: Roman (Taschenbuch)
Mondlicht lässt Konturen und Umrisse erkennen. In der Nacht sind die Träume klar, während die Realität, diffus und von mildem Licht bestrahlt, fremd und unzugänglich leuchtet. Empfindungen sind flüchtig, nicht zu fassen und oft unerklärbar selbst für die, die sie befallen.

Mihaly, Sohn einer wohlhabenden Budapester Familie, heiratet Erzsi, die seinetwegen ihren Mann verlässt. Mihaly möchte ein angepasstes Leben führen und die Heirat mit Erzsi soll ihm ein solches ermöglichen, während Erzsi mit der Heirat die Absicht verbindet, dem geordneten Leben zu entfliehen. Ihre Hochzeits-reise führt sie nach Italien, wo Mihaly seine Frau "verliert", indem er bei einem Aufenthalt in einem Bahnhof zur Weiterfahrt in den falschen Zug einsteigt.

Dieses "Verlieren" seiner Frau hat Mihaly zwar nicht geplant, aber es geschah auch nicht zufällig, sondern entsprach seinem geheimem Wunsch. Allein begibt er sich auf die Reise durch Italien, die gleichzeitig eine Reise in die Träume seiner Jugendzeit wird.

Verblüffend und unerwartet erfüllen sich Mihaly's Wünsche und Befürchtungen. Frauen, nach denen er sich sehnt, stehen plötzlich vor ihm. Selbst Erzsi taucht unvermutet auf. Aber das Näherkommen und das kurze Aufleuchten von Begehren und Zuneigung erlischt so schnell und spurlos wie es gekommen ist. So ist jeder Tag zwar voll mit Erinnerungen, aber es ist ein neuer Tag mit ungewissem, unvorhersehbarem Ausgang.

Trotz aller Turbulenzen und Abstürze ins Dunkle und Bedrohliche, wird Mihaly vom einem sanften, milden Mondlicht getragen und immer wieder errettet vor sich selbst.

"Reise im Mondlicht" von Antal Szerb, witzig, leicht und selbstironisch, ist ein Meisterwerk voller überraschender Wendungen.
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Reise im Mondlicht: Roman
Reise im Mondlicht: Roman von Antal Szerb (Taschenbuch - 1. Dezember 2003)
EUR 14,00
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