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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Überraschend poetische Sommerballade - auch für klammes Herbstwetter, eisige Wintertage oder blumige Frühlingsgefühle, 12. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Sommer in Sepia: Roman (Taschenbuch)
Zuallererst einmal prinzipiell: Liebesromane sind nicht meine Welt. Ich mag sie nicht leiden. Noch weniger lesen. Also verzog sich meine Miene in Gedanken zum "Schweppes-Gesicht", als mir eine Freundin den Roman "Sommer in Sepia" aufs Auge respektive in die Hand drückte mit dem Hinweis, den MÜSSE ich unbedingt lesen. Muss ich nicht, dachte ich mir, weswegen ich die Lektüre immer wieder erfolgreich aufschob. Bis ich des beständigen Nachfragens, wie mir das Werk denn nun gefallen habe, Leid wurde...

Und was soll ich sagen? Ich erkenne echte Poesie, wenn sie vor mir liegt. Wenn oft Gesagtes plötzlich in so ungewohnten Gewändern daherkommt, dass man vor Staunen über solch eleganten, anmutigen Umgang mit Sprache im ersten Drittel beinahe das Weiterlesen vergisst. Wenn eine Autorin darüber hinaus ihre Protagonisten nicht vorführt, sondern sie fernab aller Schwarz-Weiß-Malerei in all ihren graumellierten Schattierungen zeichnet, ihnen Verständnis und sogar Liebe entgegenbringt, sie bis ins innerste Mark bloßlegt, aber nicht -stellt.

Um es kurz zu machen: Ich habe diesen Liebesroman bis zum bittersüßen Ende durchgelesen, an dem ich mir tatsächlich - nicht das erste Mal im Laufe der Lektüre - die Tränen verdrücken musste. Nicht minder wie gelegentliche Lachsalven, da überraschenderweise auch der Humor nicht zu kurz kommt. Das einzig Negative: Meine Freundin will endlich ihr Buch zurück. Aber höchstwahrscheinlich wird nun auch ein eigenes Exemplar Einzug in meinen Bücherschrank finden. Wenngleich es leider nicht im Hardcover erschienen ist, was diesem poetischen Stück Literatur nicht nur gut zu Gesicht gestanden hätte, sondern auch angebracht gewesen wäre.

Obwohl, wie sähe das denn in meinem Regal aus? Schließlich bin ich ja bekannt dafür, dass ich Liebesromane nicht leiden kann.

Im Prinzip.

Nicht mehr prinzipiell...
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Liebe, Glück und Leid!, 8. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Sommer in Sepia: Roman (Kindle Edition)
Dieser leicht beschwingte und zugleich melancholische Ehe -und Liebesroman lässt keine Wünsche offen, was die Gültigkeit der beschriebenen Gefühle anbelangt.

Thomas und Veronika haben die besten Jahre ihrer Ehe schon hinter sich. Beide sind Mitte vierzig mit Haus und Garten, Sohn und Tochter, die sich beide auf dem Absprung aus dem Elternhaus befinden. Die Zeiten, “in deren Glücksgehalt das Herz erwärmt“, wenn denn die Kinder sich noch rein und unschuldig ganz in die Geborgenheit ihrer elterlichen Obhut befinden, sind vorbei. Die Phasen elterlichen Glücks „rann einem wie Sand durch die Finger. Nüchtern betrachtet war es mit dem ersten Schultag vorbei.“ Wie wahr!

Nun, was macht diesen Roman so lesenswert?

Es ist die Mischung aus Gegenwart und Vergangenheit. Aus der innigen Liebe der ersten Jahre ersprießt mit der Zeit Gewöhnung, Langeweile und Überdruss. Thomas müsste wissen, was ihnen da geschieht, denn er ist Therapeut in eigener Praxis. Doch wie immer können Therapeuten sich selten selber aus dem Geflecht ihrer wirren Gefühlswelten befreien! Was Wunder, dass ihm in einem Baumarkt plötzlich im Angesicht von Florentine, einer Floristin, die Augen übergehen, und er sich heftig in sie verliebt!

In der Folge erleben wir die Protagonisten in ihren Ambivalenzen als wahr und betroffen. Eine Entwicklungsgeschichte nimmt ihren Lauf, in der es um Liebe, Glück, Vergänglichkeit und die Bewältigung von unerwarteten Schicksalsschlägen geht. Die Erzählung rührt an Gefühle, die nicht ganz ohne sentimentale Passagen auskommen.

Begleitet wird die Erzählung von der Musik von Michael Jackson, der 2009 unerwartet verstarb! Die achtziger Jahre erfüllten die Diskos mit seiner Musik, und Thomas erinnert sich wehmütig, wie gut und schön sie es früher mit einander hatten!
Was am Ende bleibt? Man lese und staune, wie die Wege des Menschen in ganz unterschiedlichen Formen verlaufen!
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sommer in Sepia - verzaubernd, wunderbar wow -ein Buch, dass man lesen sollte ****** Sechs Sterne, 13. August 2014
Von 
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(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Sommer in Sepia: Roman (Taschenbuch)
„Sommer in Sepia“, ein Titel, bei dem man leicht eine Liebesgeschichte dahinter vermutet. Doch es ist mehr, weitaus mehr, als man in Worte niederschreiben kann. Der Anfang erstaunte mich sehr, denn es beginnt mit der Todesnachricht von Michael Jackson. Weiter geht es mit Zitaten aus John Fowles „Der Ebenholzturm“, die mehrfach die Kapitel der Protagonisten unterbrechen. Was dann folgt, lässt den Leser eintauchen in eine Welt, einer Geschichte mit so viel Poesie, einer Sprache, für die Worte zu finden, mir sehr schwer fällt.

Die Autorin Marie Velden schreibt nicht einfach nur so dahin. Sie hat ihre eigene Sprache, ihren eigenen Schreibstil. Und die Geschichte „Sommer in Sepia“ ist wahrlich etwas Besonderes, was ich in dieser Richtung noch nicht gelesen habe bzw. mich nicht erinnern kann.
Allerdings gibt es eine deutsche Autorin, von der ich in 2012 ein wunderbares Buch gelesen habe, welches ich mit Marie Velden’s Buch auf eine Stufe stelle: Zum einen von der Sprache, ihrem Ausdruck, ihrem Stil Simone Keil’s Buch „Corvidæ”. Ein anderes Genre, aber trotzdem.

„Sommer in Sepia“, die Geschichte einer Beziehung, Thomas und Veronika, jeder lebt sein eigenes Leben, mit den zwei Kindern Paul und Julie.
Bis Thomas Florentine trifft.
Von da an stellt er sein Leben in Frage. Will er so weiterleben?
Als Florentine in sein Leben tritt, ist auch sie bereit, ihren Schutzpanzer zu öffnen, was nicht so ganz einfach war. Denn Florentine hatte ihre große Liebe Ben bei einem Tsunami verloren und seitdem niemanden an sich herangelassen.
Doch wie sollte es mit ihnen weitergehen?
Kämpfen oder aufgeben?
Andere verletzen oder selbst verletzt zu werden?
Lohnt es sich, um seine Liebe zu kämpfen und/oder können Träume wahr werden?

Fazit:
Mit „Sommer in Sepia” hat die Autorin Marie Velden, die mir bis dato nicht bekannt war, ein wunderbares Buch auf den Markt gebracht, welches mich von Beginn an in seinen Bann gezogen hat.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandios reicht gar nicht aus, um diesen Roman zu beschreiben, 21. Juli 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Sommer in Sepia: Roman (Taschenbuch)
Diese außergewöhnliche Liebesgeschichte beginnt mit einem ganz alltäglichen Morgen des Familienvaters Thomas Bachmann und schnell wird klar, dass hinter der so intakt scheinenden Familienfassade – bis auf wenige Ausnahmen – Frustration, Einsamkeit und sogar Gleichgültigkeit herrscht. Thomas wünscht sich die Zeiten zurück, in denen Veronika nicht jede Art von Genuss von sich wies. An manchen Tagen wünscht er sich sogar, dass sie wieder rauchen würde, weil sie dann so lasziv schaute und er diesen Gesichtsausdruck sehnsüchtig vermisst.

Die Ehe zwischen Thomas und Veronika verläuft nach all den Jahren distanziert, kühl und der Sex mit seiner Ehefrau irritiert Thomas eher statt ihm Erfüllung zu bringen, denn nicht selten fühlt er sich benutzt und nur zu dem Zwecke da sie zu befriedigen. Ansonsten setzt Veronika tagsüber ihre Ich-bin-sehr-beschäftigt-Maske auf.

Florentine dagegen bringt Thomas Wärme entgegen. Es ist nicht nur, dass er sie schon bei der ersten Begegnung in einem Baumarkt faszinierend schön, sinnlich und begehrenswert findet, sondern in ihr sieht er all die verborgenen Sehnsüchte die er schon viel zu lange in sich vergraben hat. Natürlich drehen sich seine Fantasien fortan überwiegend um Sex mit Florentine, aber er ist eben nur ein Mann wie er sich selbst eingesteht.

“Sommer in Sepia” besticht in erster Linie dadurch, dass die drei Hauptfiguren jede aus ihrer Perspektive die Ereignisse des Sommers beschreiben. Und schon hier zeigt Marie Velden ein feinsinniges Gespür für Emotionen des jeweils anderen Geschlechts.

Florentines große Liebe Ben starb beim Tsunami im indischen Ozean. So lebensfroh und in sich ruhend sie manchmal erscheint, so zerrissen und voller Schuldgefühle ist sie in anderen Momenten. Was sie so interessant macht ist ihre Ausstrahlung, die nicht nur auf Thomas sondern auch auf die Menschen in ihrer Umgebung anziehend wirkt.

Im Roman hilft der Zufall den beiden auf die Sprünge – eine Ausstellung, ein Regenguss und eine nächtliche Fahrt in Thomas Auto. Hinter den Zeilen jedoch sind die Verknüpfungen des Freundeskreises so glaubhaft und realistisch gesetzt, dass man schon von Präzision und Detailliebe sprechen muss. Velden schafft nicht nur zwischenmenschlich Atmosphäre, sondern im gesamten Lebensraum ihrer drei Protagonisten.

Die Wandlung von Veronika geht erst schleichend und dann plötzlich mit einem großen Knall vonstatten. Sie ist es, die mich am Ende mit klopfendem Herzen und tief beeindruckt zurück gelassen hat. Ihre Art Thomas ihre Liebe zu beweisen beeindruckt und lässt gleichzeitig viele Fragen auftauchen. Wie würde man selbst handeln? Ist ihre Entscheidung eine Entscheidung aus Liebe oder ist es doch eher die Erleichterung eine neue Chance ergreifen zu können?
Letzten Endes ist es ein Roman der mit einem positiven Ausklang für alle Beteiligten versöhnt – trotz Ehebruch.

“Sommer in Sepia” beschreibt den Verlust einer Liebe. Die Geschichte an sich ist nicht neu. Velden jedoch macht aus ihrer Geschichte etwas ganz besonderes. Man stelle sich den Roman nämlich als Gemälde vor, in dem sie jedes einzelne Wort als Farbpunkt ganz genau und überlegt setzt. Mal kraftvoll oder gar verbittert, dann wieder sanft und zärtlich – ihre Worte finden immer den richtigen Ton.

(Ich habe den Vergleich absichtlich gewählt, da es ein Bild ist welches im Roman eine wichtige Rolle spielen wird.)

Grandios reicht gar nicht aus, um diesen Roman zu beschreiben. Vielmehr ist es ein bewegender Roman für alle die sich gerne von großen Emotionen fesseln lassen und sprachlich hohes Niveau bevorzugen.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Satte Leseempfehlung, 18. Juli 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Sommer in Sepia: Roman (Taschenbuch)
Ein spannender Roman über das Ende von Beziehungen, über Verluste, dem Lecken der zurück bleibenden Wunden und über Trauer um das, was verloren gegangen ist. Aber es ist auch ein Buch über die Annäherung, über den Versuch, es doch wieder zu versuchen, sich einzulassen trotz und mit all seinen Risiken und über Glücksmomente, die unvermittelt überraschen. Die Protagonisten und auch die Nebenfiguren werden gut dargestellt und schnell lebendig im Kopf des geneigten Lesers. Sowohl die Beschreibungen der Äußerlichkeiten, der Umgebungen in denen die Figuren agieren, aber vor allem das Innenleben - innere Kämpfe, Sorgen, Ängste, etc. - werden präzise geschildert.
Der Stil erinnert eher an die moderne amerikanische Literatur als an oft sperrige deutsche Autoren. Getragen wird der Plot von den Protagonisten Thomas, Florentine und Veronika. Dem Inhalt geschuldet, ist der Roman formal so gestaltet, dass er in Kapitel gegliedert ist, die jeweils und abwechselnd aus der Perspektive der Protagonisten erzählt werden. Diese Stränge sind darüber hinaus in Unterkapitel strukturiert, die einfach durch Sternchen gekennzeichnet sind. Ich ziehe eine solche Struktur einem nicht enden wollenden Fließtext vor, insbesondere wenn diese Ordnung mit dem Inhalt verwoben ist und nicht einfach willkürlich gesetzt erscheint.
Im Vordergrund des Romans stehen die drei Protagonisten und ihre Beziehungen zueinander mit Verflechtungen zu Nebencharakteren, die sich wie ein Netz zusammenfügen. Von der Zeitperspektive steht die Gegenwart der Protagonisten im Zentrum der Geschichte. Es gibt jedoch immer wieder Einsteuungen in die Vergangenheit, mitunter gar bis in die Kindheit, die uns verstehen lassen, warum sich die Charaktere mit ihren Fähigkeiten und Schwächen so entwickelt haben und nicht anders.
Die Story beginnt mit der Todesnachricht von Michael Jackson in den Medien. Ich befürchtete zunächst, hier könnte sich ein Fan ohne Distanz auslassen und seine Begeisterung für den "King of Pop" und sein Werk breittreten. Dies ist Gott sei Dank nicht der Fall. Hier wird eher nebenbei aufgezeigt, dass wir uns durch die mediale Präsenz bestimmter Figuren, besonders wenn sie mehrere Jahrzehnte anhält, mit ihnen vertraut und mehr oder weniger verbunden fühlen. Hier wird deutlich gemacht, dass wir mitunter plötzlich einen Verlust wahrnehmen, ohne zuvor eine solche Verbundenheit realisiert zu haben. Ich selbst mochte Jackson vor allem bevor er zum Megastar wurde. Als er (und auch ich) ein Kind oder ein Jugenlicher war, begeisterte er mich mit 'Rockin Robin' und vor allem mit 'Ben'. Seine spätere Musik, seine Verwandlung und Inzinierung zum Megastar habe ich registriert, aber mehr am Rande als mit wirklichem Interesse.
'Ben' spielt auch im Roman eine Rolle und ist verknüpft mit einer Figur, die in einer Verfilmung der Geschichte allenfalls als Nebendarsteller glänzen würde. Dennoch ist diese Figur für den Roman und seine Entwicklung von tragender Bedeutung. Auch der an Aids sterbende Jens spielt nur eine Nebenrolle in dieser Geschichte, steht aber darüber hinaus für die Endlichkeit unseres Lebens und vielleicht auch für die Kontrastierung zwischen sinnlicher und sexueller Ausschweifung und Erstarrung im Alleinsein oder auch dem Verharren in unglücklicher Zweisamkeit.
Mir gefallen die kleinen kulturellen Einstreuungen. So finden Leonard Cohen und Nick Cave Erwähnung, wenn es um Musik geht. Werden meine Helden genannt wird es mir warm ums Herz. Andere wiederum, wie Mark Knopfler verfangen bei mir nicht, werden aber anderen Lesern dieses Gefühl der Vertrautheit vermitteln. Auch kleine Verbindungen zum Film durch die Erwähnung von Romy Schneider oder Marilyn Monroe gefallen mir sehr.
Zum Inhalt will ich mich nicht weiter auslassen, da ich Nacherzählungen sehr langweilig finde. Lieber selber lesen. Ich verspreche es, es wird nicht langweilig.
Gibt es denn gar keine Schwächen? Die Sprache des Romans ist sehr elaboriert. Für mein Empfinden schießt die Autorin an einigen Stellen mit der ausgefeilten und facettenreichen Sprache über das Ziel hinaus. Insbesondere empfinde ich so, wenn die männliche Hauptfigur des Romans sich zu alltäglichen Dingen, wie z.B. Christbaumschmuck äußert. Hier erscheint mir die Liebe zum Detail für einen Mann, selbst wenn er Psychotherapeut ist und nicht dem Prototyp eines Machos entspricht, ein wenig überstrapaziert. Aber vielleicht ist es am Ende auch nur eine Frage des Geschacks. Des weiteren ist mir ein kleiner Fehler aufgefallen. Auf der Visitenkarte einer Psychotherapeutin steht Diplom-Psychotherapeutin. Diese Bezeichnung gibt es tatsächlich nicht. Es gibt zwar Diplom-Psychologen, aber ansonsten ärztliche oder psychologische Psychotherapeuten. Das ist jedoch nur eine Randnotiz für den Lektor.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sommer in Sepia von Marie Velden, 24. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Sommer in Sepia: Roman (Taschenbuch)
Ein leichtfüßiger Roman mit Tiefgang, das ist kein Widerspruch, ein Qualitätsmerkmal. Die Figuren sind psychologisch glaubhaft gezeichnet, ich konnte mich bei der Lektüre gut in die Sichtweise des Mannes bzw. der Frau einlesen oder "einfühlen."
Vor dem inneren Augen entstehen opulente Bilder, geeignet für eine Filmvorlage, sei es die Szene im Baumarkt oder im Blumenladen bei Florentine.Zum Inhalt will ich gar nicht viel erzählen. Natürlich geht es um den Hauptplot in der Literatur: "Mann trifft Frau". Im Hinterkopf dachte ich an "Die Wahlverwandschaften." Ein Buch über die elementare Kraft der Freundschaft, den Wolken der Lebensmitte- und am Ende geht es um eine tiefe Einsicht, die lange in einem nachwirkt. Vom Stil her schreibt Marie Velden mit feiner Ironie und herrlicher Lakonie, wie die derzeit herausragende Schriftstellerin A.M. Holmes, bekannt u.a. mit ihrem Roman "Dieses Buch wird ihr Leben retten."
"Sommer in Sepia" rettet meinen Glauben an die Schönheit- die immer überschattet ist von Vergänglichkeit- aber ebenso an die Freundschaft-über den Sommer hinaus...
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wir hatten es nicht beim Träumen belassen ..., 17. August 2014
Rezension bezieht sich auf: Sommer in Sepia: Roman (Taschenbuch)
Da ich „Lilienrupfer“ mit großer Begeisterung gelesen habe, war ich sehr gespannt auf den neuen Roman von Marie Velden - und meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt. Die Autorin erweist sich erneut als kluge und warmherzige Beobachterin dieser nahezu unergründliche Spiele, die wir „Leben“ und „Liebe“ nennen. Mit präziser, eleganter und wunderschöner Sprache ("Und überließen unsere Gesichter dem Nachtwind“) beschreibt sie das Zerbrechen einer Ehe, das langsame Zerbröckeln von Träumen, unerfüllten Sehnsüchten, die nach und nach dem Alltag geopfert werden. Nicht selten fand ich mich als Leserin in den drei Protagonisten Veronica, Florentine und Thomas wieder, kenne ich ihre Gedanken und Gefühle doch selbst allzu gut. Nun war ich natürlich neugierig zu erfahren, wie es der Autorin gelingen würde, aus dieser ménage a trois einen Weg zu finden, der nicht zwangsläufig in einer Katastrophe mündet Dieser kann und konnte naturgemäß nicht einfach sein, denn Seite für Seite enthüllen sich dem Leser neue Züge der Figuren, die ihnen scheinbar lange selbst verborgen geblieben waren. Nichts soll je an die Oberfläche kommen, schließlich sind alle drei Helden eng verbunden mit ihren Lebensmustern und Ängsten. Florentine leidet immer noch an einer persönlichen Tragödie, die sie versucht, durch innere Verkapselung zu ertragen. Ihr Sohn (Kompliment an dieser Stelle für tolle, warmherzige Mutter-Kind-Szenen!) und die Gestaltung besonderer Blumensträuße sind ihre Methode, dennoch am Leben teilzuhaben, anstatt vollkommen von der Bildfläche zu verschwinden. So erstaunt es auch nicht (verzaubert aber umso mehr), dass ausgerechnet ein Abbild Florentines selbst zum Aufbrechen einer weiteren emotionalen Verkrustung beiträgt – und somit die Dinge aus dem Gleichgewicht, gleichwohl aber wieder ins Lot bringt.
Ein Roman, wie ein französischer Film: klug, wortgewandt, charmant, melancholisch, berstend vor Lebensfreude - und zugleich voller Tragik.
Marie Velden ist hier ein echtes Kunststück gelungen.
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wunderschöner, leiser Roman, 23. Oktober 2014
Von 
Franziska "buecherchaos" (Gütersloh, NRW) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Sommer in Sepia: Roman (Taschenbuch)
Hinter der Fassade seines intakten Familien- und Berufslebens ist der 45-jährige Psychotherapeut Thomas Bachmann ein einsamer Mann. Die Ehe mit Veronika ist schal, seine Kinder gehen bereits eigene Wege, sein bester Freund stirbt. Erst die Begegnung mit der geheimnisvollen Florentine weckt verblasste Sehnsüchte und holt ihn zurück ins Leben.

Die Protagonisten

Thomas ist ein Mann, der sich anscheinend noch nie Gedanken über sein Leben gemacht hat. Will ich so Leben? Bin ich glücklich? Kleine Dinge bringen ihn neuerdings völlig aus dem Konzept und immer wieder entdeckt er, dass er seinen Patienten etwas predigt, was er selbst nicht einhalten kann. Dabei hätte sein Leben auch eine andere Wendung nehmen können. Vor allem die Konfrontation mit dem Tod lässt ihn aufhorchen und nachdenken.

Florentine muss eine nette und liebenswerte Frau sein, wenn sie nicht nur eine Figur wäre ;) Ich mag es, wie sie durch ihr Leben stürmt und mal schreitet. Sie behält ihren Schmerz bei und der Leser ist ganz nah dran, wenn sie beginnt damit anders umzugehen. Denn ein Leben muss nicht immer traurig bleiben …

Veronika und die Kinder von Thomas spielen zum Anfang eine eher kleine Rolle. Veronika ist mir gleich etwas unsympathisch, zeigt sie doch auf, was an Ehen falsch laufen kann. Die Kinder sind nur Randfiguren, aber als Setting sehr wichtig.

Kulisse

Eine große Stadt in der viele einsame Menschen wohnen, aber auch welche, die (fast) glücklich sind. Ich mochte die Beschreibungen des Blumenladens, der mir wie ein Kleinod vorkam. Das Familienleben von Thomas war dagegen sehr traurig und fade, aber auch diese Atmosphäre hat Marie Helden gut eingefangen. Ich bin immer wieder überrascht, wie sehr ich ihre kleinen, poetischen Sätze mag und sei es nur, sie redet über Musik aus dem Radio.

Handlung

Allzu viel darf ich gar nicht schreiben, denn wenn Ihr dann das Buch lest, hätte ich schon viel verraten. Ich kann Euch aber verraten, dass ich vom ersten Buch der Autorin “Lilienrupfer” zu Tränen gerührt war. Und jeder Leser kann mir sagen, was er will: wenn Dir das einmal passiert ist, möchtest du es beim nächsten Buch wieder. Die Erwartungshaltung war demnach sehr hoch. Das war die erste Anmerkung, die zweite ist, dass ich mit Büchern, in denen Protagonisten so um die 40 sind und in der Lebenskrise stecken, meist nichts anfangen kann, denn die Vorstellungen wollen noch nicht in meinen Kopf rein. Ich fühle mich dafür noch etwas “jung”, trotzdem weiß ich natürlich, dass ich irgendwann auch so alt sein werde.

Es ist die Geschichte von Thomas, Florentine und Veronika. Jede dieser Figuren bekommt eigene Kapitel, wobei Veronika erst ganz zum Schluss ihre Meinung dazugeben darf. Diese getrennten Kapitel haben der Geschichte das gewisse Etwas gegeben, denn so konnte der Leser manche Situationen zweimal erleben und merken, wie unterschiedlich die Gedanken dazu waren. Aber keine Angst: die Situationen, die sich überschneiden, sind bei der zweiten Person sehr kurz gehalten. Langweile gibt es also nicht.

Marie Velden erzählt sehr ruhig, Aufregung gibt es bei ihr nicht. Der Schmerz der Figuren kommt mitten aus dem Leben und dem Herzen. Immer wieder finde ich schöne Sätze, die wirklich poetisch sind und die es verdient haben, zweimal gelesen zu werden. Die Gefühle sind immer recht greifbar und sie werden gut erklärt, auch wenn sie nur unterschwellig wirksam sind.

Das Buch ist in drei Teile aufgeteilt und beginnt mit Zitaten aus dem “Ebenholzturm” von John Fowler. Dieses Buch spielt im Verlauf eine kleine, aber nicht unbedeutende Rolle. Die Charaktere verändern sich im Laufe und nehmen den Leser mit auf eine Reise zu sich selbst. Dabei ist es auch wichtig, die Frage zu beantworten: Darf ich das, auch wenn ich jemandem Leid zufüge? Und wie gehe ich mit meinem persönlichen Leid um? Diese Fragen werden mit Sorgfalt und viel Gefühl eingestreut und zum Teil beantwortet. Letztendlich muss aber jeder selbst auf seine passende Antwort kommen.

Was mich davon abhält 5 Bücherpunkte zu geben, ist, dass ich zwar den Verlauf der Geschichte sehr mochte, mit dem Ende aber unzufrieden bin. Es war mir etwas zu makellos und zu Happy Ending, obwohl es noch nicht einmal zu 100 % ein Happy End ist. Das ist ein Punktabzug, den ihr verschmerzen könnt, denn das Buch ist wirklich schön und eine nette Lektüre, die das Herz auf eine andere Art berührt.

Die Gestaltung

“Sommer in Sepia” hat ein schönes, schlichtes Cover. Die Blumen haben eine Bedeutung, die dem Roman zuspielt und auch darin eine Rolle spielen. Die Farbe erinnert wirklich an Sepia – also würde ich sagen: alles richtig gemacht.

Die Bewertung

Es war schön, es war still und es war ein Sommer mit vielen Veränderungen. Aber das Ende war mir etwas zu elegant und deswegen gibt es nur:
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1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das man behält, 23. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Sommer in Sepia: Roman (Taschenbuch)
Gelegentlich muss man ja den Bücherschrank aussortieren - dieses Buch wird drin bleiben. Es ist eines, das man immer wieder in die Hand nimmt und einzelne Stellen findet, die überaus zutreffend und gut geschrieben sind. Ich hab es unter der griechischen Sonne gelesen, unter die ist im Buch auch sehr gut beschrieben, diese Atmosphäre auf "Phraxos"
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Sommer in Sepia: Roman
Sommer in Sepia: Roman von Marie Velden (Taschenbuch - 1. Juli 2014)
EUR 9,95
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