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am 30. November 2000
Wieder ein Krimi, den ich vom Anfang bis zum Ende spannend fand. Besonders gefallen mir bei Henning Mankell die nicht so glatten, "menschlichen" Figuren und die realistische Beschreibung der Polizeiarbeit (jedenfalls empfinde ich die Darstellung als realistisch), inkl. falscher Spuren, Rückschlägen und auch Dienstbesprechungen. Einziges Ärgernis: wider besseren Wissens las ich "Die fünfte Frau" als vierten Wallander-Krimi, so wie er in Deutschland erschienen ist. Ginge es mir nur um die Identität des Mörders, könnte ich mir die Lektüre von "Die falsche Fährte" sparen, da dieser Band zeitlich vor "Die fünfte Frau" spielt (und auch im Original früher erschien), entsprechend wird in "Die fünfte Frau" mehrfach und deutlich Bezug darauf genommen. Auch wenn der Zsolnay-Verlag es einem schwer macht, empfehle ich, die Wallander-Krimis in der Reihenfolge "Mörder ohne Gesicht", "Hunde von Riga", "Die weisse Löwin", "Der Mann der lächelte", "Die falsche Fährte", "Die fünfte Frau", "Mittsommermord" und "Die Brandmauer" zu lesen - falls es nicht schon zu spät ist.
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am 20. April 2006
„Mörder ohne Gesicht" ist nicht das beste Buch von Henning Mankell, da sich der Fall, der zunächst nur auf vagen Indizien beruht, ein wenig in die Länge zieht und eine am Ende sehr zufällig anmutende Lösung aufweist. So bleibt aber mehr Platz für die Entwicklung der Charaktere und die Betrachtung von Wallanders Innenleben. Auch über mangelnde Spannung kann der Zuhörer sich nicht beklagen. Die brutale Tat am Anfang der Geschichte lässt einen erst einmal kräftig schlucken - auch Henning Mankell gab unlängst zu, dass er oft ein Problem mit seinen eigenen Schilderungen von Gewalt und Verbrechen habe.

Sprachlich ist Mankell so präzise, nüchtern und dadurch brillant wie immer. Mit Ulrich Pleitgen, der das hier rezensierte Hörbuch spricht, hat die Produktion einen Meister gefunden: Pleitgen versteht sich unglaublich gut darauf, durch seine Stimme Gefühle und Stimmungen heraufzubeschwören. Gerade der Einstieg in die Geschichte, der alte Mann in der Nacht und das merkwürdig stille Pferd, ist atemberaubend und beklemmend. Auch kann Pleitgen seine Stimme in erstaunlicher Weise verstellen und gibt somit jedem Charakter eine eigene, individuelle Färbung. Das Hörbuch aus dem Verlag Hörbuch Hamburg ist eine gekürzte Lesefassung mit einer Gesamtlaufzeit von 448 Minuten, die Kürzungen fallen aber im Vergleich zum Roman nicht negativ ins Gewicht und sind geschickt durchgeführt. Die sechs CDs befinden sich in einem mehrfach aufklappbaren Cover aus Pappe. An und für sich eine elegante Lösung, doch dadurch, dass die CDs bloß eingesteckt sind und das Material der Verpackung sehr glatt ist, ergibt sich teilweise das Problem, dass CDs herausfallen.

Fazit: Der erste Fall um den Kriminalkommissar Kurt Wallander ist ein guter Einstieg in Mankells Romane - spannend, düster und menschlich interessant gibt er Einblicke in die schwedische Gesellschaft. Die Geschichte weist zwar ab und zu einige Längen auf und kommt vom Plot ab, wenn sie sich weniger auf die Ermittlungen als vielmehr auf ihren Protagonisten konzentriert - dennoch ein guter Einstieg in die Wallander-Krimis. Die Hörbuch-Umsetzung mit Ulrich Pleitgen als Sprecher kann nur als äußerst gelungen bezeichnet werden. Um Verwechselungen vorzubeugen: Von „Mörder ohne Gesicht" existiert auch eine Hörspielfassung.
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am 15. Mai 1999
"Mörder ohne Gesicht" (dtv 20232 - schwedische Originalausgabe 1991) ist ein Kriminalroman von Henning Mankell, einem der meistgelesenen und vielfach ausgezeichneten Schriftsteller in Schweden. Er folgt der schwedischen Tradition insbesonders von Sjöwall/Wahlöö und wurde 1992 zum besten Kriminalroman Schwedens gekürt. Hauptfigur auf der Jagd nach dem "Mörder ohne Gesicht", der ein Ehepaar auf einem Bauernhof brutal ermordet hat, ist Kommissar Kurt Wallander. Für ihn und sein Team liegt einerseits das Motiv Tat völlig im Dunkeln. Andererseits irritiert die ermittelnden Polizisten die unerklärliche Brutalität der Tat. Da die letzten Worte der ermordeten Bäuerin "Ausländer, Ausländer" waren, kommt es nach Durchsickern dieser Information an die Öffentlichkeit zu ausländerfeindlicher Gewalt, die Kommissar Wallander zu Ermittlungen in einem weiteren Mordfall veranlassen. Dieser kann rasch gelöst werden, doch die Aufklärung des Mordes am bäuerlichen Ehepaar kommt nicht voran. Es stellt sich im Lauf der Untersuchungen heraus, daß der ermordete Bauer ein Doppelleben geführt hat und überraschend viel Geld besaß. Aber alle diese Spuren führen nicht weiter, bis klar wird, wie der Mörder auf die Mordopfer gekommen ist. Bei einem ähnlichen Versuch - ein Mordopfer ausfinding zu machen - wird Monate später der Fall geklärt. "Mörder ohne Gesicht" ist ein spannender Kriminalroman im ländlichen schwedischen Milieu, der sich seines Preises würdig erweist.
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am 3. August 2002
Meine Meinung zu dem Roman ist zwiegespalten: Einerseits beginnt das Buch sehr gut und baut einen guten Spannungsbogen auf. Lediglich das versprochene Doppelleben des alten, ermordeten Bauern erweist sich als gar nicht so mysteriös, wie man anfangs annimmt. An einigen Stellen dümpelt die Handlung vor sich hin und mit ihr die Spannung. Hier legt Mankell viel, ja sogar zu viel Wert auf die Beschreibung seines Protagonisten in der Midlife-Crisis: der von seiner Frau verlassene, stellenweise in Selbstmitleid versinkende und dem Alkohol zu sehr zugetane Kommissar im schlecht-wettrigen Südschweden... Dass Mankell versucht, ein wenig Gesellschaftskritik einzubauen, empfinde ich nicht als störend, vielmehr als interessant, und auch die Tatsache, dass - wie oben geschildert - die Spannung stellenweise nachlässt, erweist sich bei näherem Hinsehen als gutes stilistisches Argument. Denn sicherlich ist keine kriminaltechnische Ermittlung durchwegs spannend und packend; die Realität des Dienstalltags eines Kommissars schildert Mankell drastisch und ohne sie zu stilisieren.
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am 19. Juli 1999
Ein Thriller aus Schweden? Auch wer "very british"-Krimis oder schnittige amerikanische Helden gewohnt ist, sollte sich vom ungewöhnlichen Ort der Handlung, Ystad, und dem eigenwilligen schwedischen Kommissar, Kurt Wallander, nicht abschrecken lassen. Tatsächlich hebt sich 'Die fünfte Frau' in vielerlei Hinsicht von anderer 'Mords'-Literatur ab: Zunächst besticht der Roman durch seine literarischen Qualitäten, in Sprache wie in Dramaturgie. Mankell vermag es außerdem, in Wallanders sympathischem Team die zuweilen mühsame Polizeiarbeit vergleichsweise glaubwürdig und realistisch darzustellen. Die Handlung selbst hält für den Leser harten Tobak bereit, und so schnürt sich ihm stellenweise vor Entsetzen die Kehle zu. Der Autor entwirft indes ein differenziertes Täterbild, das jede Eindimensionalität vermeidet, ohne in geheucheltes Verständnis für das Motiv abzugleiten. Dieser Roman geht Ihnen an die Substanz und bringt ungleich mehr Gewicht auf die Waage als andere seichte Krimikost. Für ohnehin schlaflose Sommernächte genau das Richtige! Henning Mankell, der in ungewöhnlicher Kombination auch erfolgreiche Kinderbücher schreibt, ist d i e Entdeckung des Jahres für den deutschen Buchmarkt!
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am 6. November 2002
Mit Kurt Wallander ist eine Figur erschaffen wurde, die eins hervorruft. Mitleid gepaart mit unendlicher Sympathie. Das ist nicht leicht zu beschreiben. In jedem von uns steckt ein Wallander drin. Jeder war bisher in einer Situation (mehr oder minder) wo man sich sagt, wie soll es den jetzt weitergehen. Hat man von Anfang an diese Krimis um Kurt Wallander verfolgt, so muss man sich nach Beendigung der fünften Frau fragen, was passiert denn nun?
Aber kommen wir zum Krimi. Wie immer muss Wallander und sein Team Morde aufklären, die besonders grausam sind. Der Eindruck kommt nicht von ungefähr, dass mit jedem Krimi die Morde brutaler werden. Was an den Romanen beängstigt ist nicht die Beschreibung der Morde, sondern die generelle Hilflosigkeit der Polizei gegenüber dieser Grausamkeit. Kann dies wirklich ein Mensch sein, der das tut. Und da wirkt Mankell. Er beschreibt die Seele der Mörder und vielmehr die tiefen seelischen Konflikte des Antihelden Kurt Wallanders. Sollte jemand vorher noch nichts von Henning Makell gelesen haben, so muß er mit Mörder ohne Gesicht beginnen, dem ersten Roman in der Wallander Serie. Auch dieses Buch hat mir schlaflose Nächte bereitet und ich konnte erst wieder beruhigt schlafen, als ich es beendet habe. Die Sprachumsetzung ist jedesmal aufs neue gewöhnungsbedürftig, da das schwedische doch eine sehr "kühle" Sprache ist. Aber das ist schnell vergessen. So genug geschrieben, auf mich wartet "Mittsommermord". Von wem? Natürlich, Henning Mankell.
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am 6. August 1999
Das Buch ist das erste aus der Reihe der Wallander-Romane von Henning Mankell. Wer mit anderen Titel angefangen hat, wird an einigen Stellen damit leben müssen, daß hier die Personen vorgestellt werden, die man doch schon kennt. Deswegen ist es empfehlenswert, Mankell-Lektüre mit diesem Buch zu beginnen.
Beschrieben wird in dem Roman die mühevolle Suche nach dem oder den Mördern eines Ehepaares, daß auf einem etwas einsam gelegenen Bauernhof brutal umgebracht worden ist. Mit bewunderswerter Energie treibt der Kriminalbeamte Kurt Wallander aus der südschwedischen Kleinstadt Ystad die Ermittlungen voran, obwohl alle Spuren ins Leere zu führen scheinen. Am Ende hilft dann der "Kollege Zufall" mit ...
Mankell schreibt einfühlsame Bücher, die die Probleme eines Polizisten (natürlich mit gescheiterter Ehe und einer etwas flippigen Tochter, insofern ganz Klischee - oder vielleicht doch Realitätsnähe) widerspiegeln, der mit zunehmender sinnloser Brutalität konfrontiert wird. Wallander ist ein ziemlicher normaler Mensch, liberal und tolerant, soweit seine Wirklichkeit das zuläßt, mit Schwächen und Fehlern, und daher eine recht gute Identifikationsfigur. Er lebt in einem ländlichen Umfeld, von den Problemen der Großstädte noch nicht in voller Härte heimgesucht und auch deshalb liebenswert. „Mörder ohne Gesicht" ist ein sehr guter Kriminalroman und doch auch eine wunderbare Beschreibung des schwedischen Schonens. Das Buch macht Lust auf „mehr"! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 26. Juli 1999
Das Buch hat gut 200 Seiten zu viel. Man fragt sich, warum jedesmal lang und breit ausgewalzt wird, wie sich das Team zu einer Besprechung trifft, warum über lange Strecken auf Bürgerwehren eingegangen wird, usw. Mankell wird sicherlich Einigen gefallen, mir nicht.
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am 3. November 1998
Einmal mehr ein Wallander Roman, der den hochgesteckten Erwartungen an den Verfasser Mankell voll entspricht. Spannend bis zur letzten Seite zeigt uns Mankell, daß gute Krimis ohne detaillierte, psychologische Studien nicht auskommen. Wie immer bei Mankell merkt man dessen Nähe zum Autorengespann Sjöwall/Wahlöö. Mankell reduziert seine Wallander Bücher nicht nur auf die Mordfälle selber sondern betreibt höchst interessante gesellschaftskritische Studien des schwedischen Sozialstaates. Dieses Buch ist nicht nur für Schwedenfreunde ein Genuß. Ein Fehlkauf ist ausgeschlossen. Bleibt nur die Frage, wann der Verlag endlich die übrigen 5 Romane aus dem schwedischen in deutsche übersetzt!
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VINE-PRODUKTTESTERam 17. September 2010
Zum Inhalt:

Im Jahre 1993 fallen in Algerien fünf Frauen (vier Nonnen und eine schwedische Touristin, die sich nur zufällig im Kloster aufhielt) islamischen Fundamentalisten zum Opfer. Auf politischen Druck von oben beschließen die Ermittlungsbeamten, die fünfte Frau zu ignorieren. Sie vernichten sämtliche Beweise, die auf einen Aufenthalt im Kloster hindeuten könnten und lassen die Schwedin durch einen Autounfall ums Leben kommen. Das schlechte Gewissen treibt eine junge algerische Polizistin jedoch dazu, zumindest der Tochter des Mordopfers in Schweden die Wahrheit zu erzählen.
Ein Jahr später ereignen sich in der südschwedischen Provinz Schonen innerhalb kurzer Zeit drei grausame und akribisch geplante Morde, die sogar den ermittelnden Kommissar Kurt Wallander, einen erfahrenen Polizisten, vor ein scheinbar unlösbares Rätsel stellen. Einen alten Mann findet man aufgespießt auf neun Bambusstangen in einer Grube, ertrunken durch das viele Blut in seiner Lunge. Ein zweiter Mann wurde drei Wochen lang in Gefangenschaft gehalten, beinahe nackt an einen Baum gebunden und erwürgt. Das dritte Opfer wurde, gefangen in einem festen Sack mit Gewichten, in einen See gestoßen und ertrank. Die drei ermordeten Männer weisen auch keinerlei Parallelen auf und es handelt sich bei ihnen auch um durchweg anständige Bürger (ein pensionierter Autohändler, der Gedichte schrieb, ein Blumenhändler und ein Forscher gegen Milcheiweißallergien an der Universität Lund). So nach und nach bekommt die makellose Fassade der Opfer dann aber doch Risse und Wallander stößt auf eine Gemeinsamkeit, denn alle drei Männer waren brutale Menschen, die ihre Frauen auf grausame Art und Weise misshandelten.

Mein Fazit:

Normalerweise könnte ich dieses Buch ohne Absatz weiter beschreiben, nur würde ich dann Gefahr laufen, schon alles zu verraten. Damit würde ich dann aber jedem Leser unweigerlich die Spannung nehmen und belasse es daher mit dieser kurzen Inhaltsbeschreibung. Dieser nunmehr sechste Roman aus der Wallander- Reihe war für mich auch wieder ein absolutes Lesevergnügen und ich konnte das Buch auch kaum aus der Hand legen. Es ist zwar mehr als offensichtlich, dass die Geschichte in Algerien, wo drei Jahre zuvor fünf Frauen in einem Kloster von islamischen Fundamentalisten ermordet wurden, irgendetwas mit den aktuellen Morden in der südschwedischen Provinz Schonen zu tun haben muss, aber diesbezüglich versteht es Henning Mankell, wie kaum ein anderer Autor, die Spannung dennoch über das ganze Buch hinweg hochzuhalten. Daher fällt es mir auch nicht schwer, diesem Roman die verdienten fünf von möglichen fünf Sternen zu geben.
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