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Kundenrezensionen

6
4,5 von 5 Sternen
Festung Breslau: Kriminalroman (dtv Fortsetzungsnummer 20)
Format: TaschenbuchÄndern
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In der Stadt Breslau, im März und April des Jahres 1945, einem Zeitpunkt, an dem hunderte Soldaten und Zivilisten täglich starben und verwundet wurden, einen Mord geflissentlich aufzuklären, das ist wahrlich ein kontradiktorisches Unterfangen.
Abwehroffizier und Polizeikommissar Eberhard Mock, unser markanter Protagonist, erledigt dieses Vorhaben über 300 durchgehend mitreißenden Seiten bravourös.

Nach Abschluß dieses großartigen Kriegskrimis ist der Leser über die verheerenden Zustände in einer Stadt, in der bis zum totalen Untergang gekämpft wurde und die erst vier Tage nach Berlin kapitulierte, betroffen im Bilde und erfährt gleichfalls auch einen ganz und gar absonderlichen Kriminalfall, der in seiner Skurrilität der desolaten Situation Breslaus am Ende des Dritten Reiches ebenbürtig ist.

Hilfreich für alle, die die Ereignisse in der Stadt auch räumlich nachzeichnen möchten, ist das zweisprachige Straßenverzeichnis.

Die Sprache ist sehr ausdrucksstark und markant, die Übersetzerin Paulina Schulz hat eine hervorragende Arbeit geleistet.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 31. März 2008
"Festung Breslau" ist der vierte Teil in der Reihe historischer Kriminalromane des Polnischen Autors Marek Krajewski.
Alle vier Krimis spielen sich ab in der Stadt Breslau in der Ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Zwei Bücher spielen sich ab in der Zeit der zwanziger Jahre, das Dritte ist in den in den dreissiger Jahren situiert und "Festung Breslau" hat als Kulisse die Belagerung Breslaus im Kriegsjahr 1945.

Hauptfigur ist auch in dieser Roman wieder der Polizist Eberhard Mock.
Mock war einmal ein hochrangiger Polizist, Kriminaldirektor im Breslauer Polizeipräsidium, aber er hat sich Feinde gemacht in der Polizeiführung und seine Karriere ist im Eimer.
Jetzt dient er bei der Abwehr, der Geheimdienst der Wehrmacht, im Range eines Hauptmanns.
Mock ist auf dem ersten Blick kein sympathischer Held: er betrügt seine Ehefrau, ist enthusiastischer Bordellbesucher (immer gratis als Bulle, versteht sich) und ist ein unverbesserlicher Zynikus. Mock kann die Nazis nicht leiden aber er paktiert mit ihnen um sein Job zu behalten. Er ist ein Sybarit: er geniesst die guten Dingen des Lebens: gutes Essen und Trinken, frische junge Mädels, türkische Zigaretten, teure massgeschneiderte Anzüge und seidene Hemden.

Im März 1945 ist Mock wieder zurück in Breslau. Bei einem Bombenangriff auf Hamburg is er in 1943 schwer verletzt. An die Hände und am Kopf hat er ernste Verbrennungen erlitten und sein Gesicht ist entstellt.
Mocks Ehefrau Karen will raus aus Breslau, bevor die Russen da sind, Mock weiss nicht ob dass noch möglich ist: Hitler hat Breslau zur Festung erhoben und hat die Garnison zur einen fanatischen Widerstand aufgerufen. Auch hat er den rücksichtslosen Nazi-Gauleiter Schlesiens, Karl Hanke, in die Stadt geschickt um die Verteidigung zu führen und um Defaitismus und Schlappmacher zu bekämpfen....mit allen Mitteln.

Am 15. März 1945 bekommt Mock Besuch. Sein Bruder Franz will Ihm sprechen, nachdem sich die Beiden beinahe zwanzig Jahre nicht gesehen haben.
Zwanzig Jahre zuvor würde Erwin Mock, Franz' einziger Sohn, ermordet.
Kriminaldirektor Eberhard Mock löste den Fall und fand der Mörder aber Franz Mock war und ist noch immer der Meinung dass man den Falschen verhaftet und hingerichtet hat.
Franz hat am vorigem Tag einen kurzen, anonymen, getyppten Brief bekommen: "Geh zum Haus nummer 7 an der Viktoriastrasse 43. Dort gibt es etwas dass dich helfen wird den Mörder deines Sohnes zu finden. Beeil dich, sonst sind die Russen schon da.".
Diesen Brief bringt Franz zu Eberhard, mit der Bitte ihm zu helfen.

Die Brüder machen sich auf dem weg nach der Viktoriastrasse, inmitten der Bombenangriffe und des russischen Artilleriebeschusses.
Breslau is nahezu umzingelt von die Sowjetischen Truppen Konievs und die Panik unter der Zivilbevölkerung und der Garnison nimmt zu.

Die Stadt ist voll von Bunkern, Geschützstellungen und Panzergräben.. Volkssturmkompanien und Wehrmachtseinheiten marschieren umher und die Front rückt imer näher heran. In der Stadt gibt es haufenweise Strassensperren bemannt von misstrauischen Feldgendarmen und SS-Patrouillen auf der Suche nach Schlappmachern und Deserteuren.
In diesem absoluten Chaos des Krieges und des Schreckens jagen die brüder Mock einen Mörder. Auf ihrer Jagd begegnen sie einen pathologisch grausamen KZ-kommandanten, geschundene häftlinge, verrückte Professoren, Morphinisten, Feiglinge, Schwarzwarenhändler, Mitlaüfer, Idealisten, Saüfer, arme Schweine, Nutten, fanatisierte Hitlerjungen, Zivilisten, korrumpierte Polizisten, Deutsche, Polen, Russen...

Eberhard Mock liebt nur Eberhard Mock, so denkt man, aber dieser komplizierter Mann hat, zu seinem eigenen Staunen, auch noch ein Bisschen Sinn für Gerechtigkeit. Dieser Charakterzug ist es der ihm zum Entschluss bringt sein altes Handwerk noch einmal auf zu nehmen in der sterbenden Stadt...

Rau, ganz und gar düster und zynisch....Das Buch knistert ja geradezu von Atmosphäre und Spannung. Ein richtiger "Film Noir" in Buchstaben, eben! Charaktere und Handlung sind scharf, bissig und genau geschildert und zusehrst gelungen.
Ein toller Krimi, Fesselnd bis zur letzten Seite! Sehr empfohlen an alle die gute und originelle historische Krimis mögen und an alle die gute Bücher lieben, denn Krajewski hat einen ausgeprägten, soignierten Stil und ist ein Meistererzähler.

Ich hab nur dieses eine kleine Minuspunkt zu bemerken: Lieber Herr Krajewski: ist dies nun wirklich der letzte Mock? Könnten Sie bitte nicht noch einen schreiben? Oder zwei? Tun Sie's doch, mir zuliebe.
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am 15. Juni 2015
Breslau ist im Frühjahr 1945 von der sowjetischen Armee umstellt und unweigerlich verloren, dennoch zwingen die Nazis die Bevölkerung weiterhin zu den Waffen. Inmitten des Chaos aus Zerstörung und Tod jagt der wie von Dämonen bessesene Kommissar Mock einen Mörder und übertritt dabei so manche moralische Grenze.Sind auch die vorherigen Bände mit Kommissar Mock nichts für zartbesaitete Naturen, so findet sich bei der Festung Breslau der vorläufige Höhepunkt an Brutalität in physischer und sexueller Hinsicht. Letzten Halt in der Hölle bietet Mock die Religion, die für ihn im Gegensatz zur restlichen Welt Struktur hat. Aufgrund der Thematik nicht immer einfach zu verdauen, für Mock Fans aber definitiv ein Muss.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 4. November 2011
Für jemanden der den Krieg und die Umstände von damals nur aus Dokumentationen kennt ist die Beschreibung des Umfeldes sehr anschaulich gelungen. Vor allem da der Autor sich gut in die Seelen der Handelnden reindenken konnte, wenn es denn so war. Das kriminelle des Kriminalromaes bildet eine spannende Klammer. Ein sehr gut geschriebener Roman.
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4 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
HALL OF FAMEam 18. April 2008
Eberhard Mock, in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen vom Kriminalassistenten zum Kriminalrat in Breslau, dem heutigen Wroclaw aufgestiegen, ist Hauptfigur einer Serie von Kriminalromanen von Marek Krajewski, einem polnischen Erfolgsautor. Nach "Gespenster in Breslau" (dtv 24608), "Der Kalenderblattmörder" (dtv 24539) und "Tod in Breslau" (btb 72831) liegt mit Festung Breslau" (dtv 24644) der vierte und letzte Roman der Serie vor. Eberhard Mock hat sich während seiner Laufbahn in die Aufklärung seiner Fälle verbissen. Getrieben wird er dabei vom Streben nach Gerechtigkeit" - wie er sie sieht. Nunmehr - 1945 - ist Mock wegen unbewiesener Selbstjustiz von der Polizei vom Dienst freigestellt, wegen einer schweren Verletzung aus der Wehrmacht als Hauptmann entlassen und nach Breslau, eine Stadt die von Hitler zur Festung", die nicht aufgegeben werden darf, erklärt wurde, zurückgekehrt. Während die Stadt in Schutt und Asche versinkt ermittelt Mock wieder. Eine ihm übermittelte Notiz mit einer Adresse soll ihm helfen, den Mörder seines Neffen zu finden. Doch in der Wohnung - ganz nahe der Front - findet er die Leiche einer ermordeten jungen Frau. Und sogleich macht er sich auf die Suche nach ihrem Mörder. Die Tote, Berta Flogner, ist die Nichte der Gräfin Gertrud von Mogwitz, deren Mann nach dem 20. Juli 1944 hingerichtet wurde, und in einem Lager in der Breslauer Bergstraße gefangen gehalten wird. Kommandant dieses Lagers ist SS-Obersturmbannführer Hans Gnerlich, der vordem Kammerdiener der Gräfin war, sie jedoch nichtsdestoweniger oder vielleicht gerade deshalb quält. Durch Informationen der Gräfin möchte Mock den Täter finden, da er nicht an Russen" als Täter glaubt. Doch diese leidet offenbar an einer Art von religiösem Wahn, der mit den Seligpreisungen der Bergpredigt verbunden ist. Und so verbeißt sich Mock - obwohl er keine Polizeifunktion mehr ausübt - in die Aufklärung dieses Falles in einer Stadt, die unmittelbar vor der Eroberung durch die Rote Armee steht. Kurz bevor die Festung Breslau" zu Kriegsende fällt, kann er Fall aufklären, ohne jedoch dem Täter der Gerechtigkeit" zuzuführen - weshalb er es in der Nachkriegszeit weiter versucht. Insgesamt der letzte düstere Kriminalroman mit einem fanatisch nach seiner Art von Gerechtigkeit dürstenden Eberhard Mock in einer an Endzeit gemahnenden Athmosphäre.
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am 9. Dezember 2012
die bewertung habe ich gegeben weilder artickel schnell gesand wurde und ein gut zulesendes buch ist. ich habe es weiter empholen.der autor Ma KR. oder diese stilrichtung ist dem AT.gut gelungen
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