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77 von 79 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Voller Emotion,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das verborgene Wort: Roman (Gebundene Ausgabe)
"Lommer jonn", so beginnt und endet eines der wichtigsten, interessantesten, farbigsten und sprachlich gelungensten Bücher aus der Feder einer deutschen Autorin der letzten Jahre."Auf gehts", und es geht wirklich heftig los, nicht in die weite Welt, sondern in das bunte, aber muffige, repressive Leben der 50iger Jahre in der frisch etablierten Bundesrepublik Deutschland. Geschildert wird die Kindheit und Jugend Hildegards. Sie reift zur jungen Frau, entdeckt ihre Liebe zur Literatur und beginnt sich gegen alle Widerstände zu emanzipieren. Hildegard, laut der Oma ein "Teufelsbraten" und ein "Traumtopf", tatsächlich ein phantasiebegabtes Kind, wird einer eisernen Disziplin und religiöser Gehirnwäsche unterzogen. Sie erlebt an sich und an anderen körperliche und seelische Mißhandlung und handfeste Bedrohungen. Als Teenager erträgt sie den gesamten bigotten religiösen Wahn ihrer Herkunftsfamilie und des Dorfes, in dem sie groß wird. Fast scheitert sie, befreit sich jedoch mit Hilfe u.a. ihres Opas aus den Fesseln ihrer Herkunft und besiegt sogar ihren Alkoholismus. Man kann dieses Werk als Biographie lesen, die eindrucksvoll eine Sozialisation im katholischen Unterschichtsmilieu beschreibt. Man fragt sich , wieviele junge Menschen wohl an einer solchen "Erziehung" zu Bruch gegangen sind. Aber der Roman macht letztlich auch Hoffnung; er ist gleichzeitig ein aufkärerisches und höchst poetisches Werk, das uns zeigt, warum Widerstand möglich war und ist: nämlich weil es um Freiheit geht und darum, einen Weg zur Aktivierung von Kreativität zu finden. Ein Drama mit wunderbaren Passagen, einer grandiosen Prosa. Ein Buch voller Emotion, warmherzig erzählt und wirklich jedem zur Lektüre nahegelegt, der eine lebhafte und eindringliche Geschichte zu schätzen vermag. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
35 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
"Meine Seele aber lebte in den Wörtern",
Von Elke Kadisch-Neugebauer "Lesen und Schreiben ... (Traisen, Rheinland-Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das verborgene Wort: Roman (Taschenbuch)
Auch wenn meiner Generation von Frauen (Jahrgang 1962) der Weg zur Bildung nicht mehr verwehrt war, findet man als Frau in diesem autobiografisch gefärbten Roman von Ulla Hahn ein hohes Identifikationspotenzial mit der weiblichen Protagonistin Hildegard Palm. Es handelt sich um einen Entwicklungsroman, der zwar durch zahlreiche Dialoge in rheinischem Dialekt regional gefärbt ist, aber die Handlung kann sich im Prinzip überall in der Provinz so abgespielt haben. Als die kleine Hildegard lesen und schreiben lernt, öffnet sich für sie die große weite Welt, der Sesam öffne dich" zum Verborgenen Wort". Ihr Interesse am Lesen, an Bildung, ihre Sehnsucht, dem Arbeitermilieu zu entfliehen, zur besseren Gesellschaft zu gehören, stoßen immer wieder auf neue Widerstände aus dem familiären Umfeld. Ein brutaler Vater, eine abgestumpfte Mutter, eine strenggläubige Großmutter, später die ungeliebte Lehrstelle im Büro einer Fabrik bilden das Gefängnis aus Gitterstäben wie in Rilkes Panther", aus dem Hildegard immer neue Ausbruchversuche wagt, in dem sie in Worte, Bücher, Geschichten flüchtet. Einziger Lichtblick bildet die liebevolle Beziehung des Mädchens zu seinem Großvater.Auf Hildegard Palms Odyssee begleiten sie die großen Dichter Schiller und Goethe, Gottfried Keller, die Dichter der Romantik, des Naturalismus, des neuen Realismus. Auch wenn Hildegard alle üblichen Höhen und Tiefen des Erwachsenwerdens durchlebt, körperliche Veränderungen, Freundschaften und erste Liebe, sie führt kein Tagebuch wie andere Mädchen, sie führt ein Buch der schönen und wichtigen Worte" und sie schreibt fiktive Briefe an Schiller. Das Buch ist eine Offenbarung für jeden Menschen, ob Frau oder Mann, auf den Bücher schon vom Anbeginn der Kindheit eine große Faszination ausübten. Gleichzeitig bildet es eine sozialkritische Studie und ein Plädoyer für das Anrecht auf Bildung - vor dem Hintergrund des Bildungsnotstandes in vielen Teilen der Dritten Welt, aber auch dem Abschneiden bei den PISA-Studien der letzten Jahre in Deutschland aktueller denn je. Ein anrührendes, lesenwertes Buch, das mich von der ersten bis zur letzten Zeile gefangen nahm - mit einem Ende, welches hoffen lässt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
66 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Eine Sternstunde der deutschen Literatur,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das verborgene Wort (Gebundene Ausgabe)
Welche Kraft und welch' Ausdruck die deutsche Sprache besitzen kann! Es ist schon erstaunlich, wie eine Schriftstellerin aus für Außenstehende Banalitäten des Alltags eine Sinnesraubende Wortzauberei erschafft. Der Roman ist über große Strecken an Poesie kaum zu übertreffen und sucht in der zeitgenössischen Literatur vergleichbares!In das Mädchen Hildegard habe ich mich sofort verliebt! So unkonventionell wie sie wollte ich als Kind bzw. Jugendlicher auch sein. Gelungen ist mir dies bis heute nicht! Der Roman erinnert mich sowohl an meine Kindheit und Jugend, als auch an mein Dasein als Vater einer Tochter, welche etwa so alt wie Hildegard gegen Ende des Romans ist. Viele Verwandte erschienen plötzlich in einem völlig neuen Licht! Alles war schon einmal da: Bei jedem anders und doch gleich! Die Eigenarten der Verwandten und Bekannten konnte ich in meiner eigenen Familie wiedererkennen. Ulla Hahns Roman ist eine wunderbare, über Strecken schmerzhafte, Beschreibung des Lebens, Fühlens und Denkens eines Kindes der 50er Jahre. Geht oder ging es mir in den 60er Jahren, der heutigen Generation, anders? Das bisschen Kölsch stört nicht! Ganz im Gegenteil: Die Wortklaubereien manch anderer, oftmals preisüberhäufter, Schriftsteller/innen werden ad absurdum geschrieben! Ich bin wieder stolz auf die Sprache der Dichter und Denker, welche andere ach so arg geschmäht! Ein wunderbarer Roman! Auf diesem Wege mein Dank für viele Stunden intensiven Lesens, verstehen Lernens und der Genugtuung, endlich eine der deutschen Sprache mächtigen Schriftstellerin gefunden zu haben. Liebe Ulla Hahn: Wann folgt die Fortsetzung? Mit 14 oder 15 Jahren fängt das Leben doch erst an! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
39 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Einfach wunderbar,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das verborgene Wort (Gebundene Ausgabe)
Ulla Hahn macht es ihren Lesern gewiss nicht leicht. Allein schon die vielen Mundart-Einsprengsel hemmen immer wieder den Lesefluss. Aber sie sind eben nicht nur dekorativ, sondern ein ganz wichtiges Stilmittel, um die Entwicklung eines Mädchens, das in in einer allem Geistigen völlig fremden Umgebung aufwächst, zu einer selbstbewussten jungen Frau, die die Sprache über alles liebt, mit allen ihren Rückschlägen, Zweifeln und Erfolgen zu beschreiben.Wer sich aber auf diese nicht immer leichte Kost einlässt, wird mit einer in wunderbarem Deutsch geschriebenen Geschichte belohnt, die einen nicht wieder loslässt. Es gibt Bücher, durch die ich mich hindurchkämpfen musste. Aber dieses Buch gehört zu jenen, die mich immer tiefer in ihren Bann gezogen und die ich nur mit einem "schade, schon zu Ende!" wieder aus der Hand gelegt habe. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
"Lommer jonn",
Von
Rezension bezieht sich auf: Das verborgene Wort (Gebundene Ausgabe)
sagt der Großvater immer, wenn er seine Enkeltochter mitnimmt zum Rhein-Spaziergang, wo er ihr Buch-, Märchen- und Wutsteine zeigt und damit ihre Fantasie beflügelt, ganz ohne PC und anderen modernen Schnickschnack, denn den gab es noch nicht im Nachkriegsdeutschland. Und selbst, wenn es ihn gegeben hätte, für eine arme Arbeiterfamilie wie die Palms in Dondorf bei Köln wäre er unerschwinglich und vor allem auch Teufelszeug gewesen, denn hier beherrscht noch der „wahre Glaube", der Katholizismus, den gesamten Alltag. Alle Andersgläubigen („Müppen") alles Fremde, Ungewohnte strikt ablehnend, versucht die Familie, ihr schwarzes Schaf, die bildungswütige Tochter Hildegard, teils mit brutaler Gewalt in die althergebrachten Normen zu zwingen, die da sind Glaube, Ehe, Kinder, Haushalt. Hilla, wie sie sich selbst nennt, um die Verschandelung ihres Namens ins Kölsche („Heldejaad") zu vermeiden, liebt schöne Wörter und Sätze, die sie in ihrem kleinen Kabüffchen der Literatur entnimmt und ehrfürchtig in einer Kladde sammelt. Dieses Abweichen von der Norm macht sie zur Ausgestoßenen in der eigenen Familie und in der Dorfgemeinschaft. Ein Mädchen, das lieber ein Lexikon als neue Kleider möchte, Hochdeutsch übt und dafür vom Vater eine Tracht Prügel kassiert, die ihrem heiß geliebten Schiller ein Altärchen baut - so was hat das Dorf noch nicht gesehen: Die hält sich für was Besseres! Und als wäre all dies nicht Unglück genug, gerät Hildegard in die Irrungen und Wirrungen der Pubertät und findet nirgendwo - nicht einmal in ihrer geliebten Literatur - die ersehnten Antworten. Gezwungen zum Schulabgang nach der Mittleren Reife, beginnt sie kreuzunglücklich eine kaufmännische Lehre „op der Papp", der Papierfabrik, die sie nur unter massivem Alkoholeinfluss erträgt. Die Familie glaubt sich endlich am Ziel, aber da kennt sie „et Heldejaad" schlecht...Ulla Hahn hat ein wundervolles Buch geschrieben, ein stilles Buch, das aber den Leser mit unbezwingbarer Macht in seinen Bann schlägt, ihn nicht mehr loslässt mit seinem aus heutiger Sicht teils schockierenden, teils grotestk-erheiternden Sittengemälde vom dörflichen Leben im Rheinland der Nachkriegszeit. Ein Buch, das alle emotionalen Saiten erklingen lässt, ein Buch, das jede(r) gelesen haben sollte! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Eine ripuarische Zeitstudie,
Von Christian von Montfort (Barcelona, Katalonien) - Alle meine Rezensionen ansehen (HALL OF FAME REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Das verborgene Wort: Roman (Taschenbuch)
Falls Sie oder Ihre Eltern um die 60 Jahre alt sind und im Nachkriegsdeutschland der 50ger Jahre aufgewachsen sind, finden Sie hier ein Zeitfenster zu Ihrer (hoffentlich schöneren) Kindheit. Es ist die Zeit Adenauers, Deutschland wird gerade aufgebaut, die Technik ist auf dem Land noch rückständig - man geht noch aufs Plumsklo, badet im Bottich. Im Osten wird die Mauer gebaut, es strömen protestantische Flüchtlinge in den katho0lischen Westen, und angesichts der noch starken Position der Kirche und des Glaubens ist die Integration nicht leicht. Und wie auf dem Land wird auch im Buch ausgiebig Plattdeutsch gesprochen - wobei die extremsten Ausdrücke freundlicherweise in einer Fußnote übersetzt werden.Erzählt wird die nicht ganz glückliche Kindheit von Hildegard 'Heldejaad' Palm, die in Döndorf im Rheinland zwischen Köln und Düsseldorf aufwächst. Sie gerät in Konflikt mit den starken Traditionen ihrer Eltern. Das betrifft nicht nur die bigotte Strenggläubigkeit, von deren Mitmenschlichkeit sie im täglichen Leben nicht viel spürt. Statt Argumente setzt es häufig Prügel, die Mutter droht ("Waat bes dä Papp kütt"). Hildegard ist anders, intelligenter, belesener. Sie zitiert gerne - Heine, Goethe, Lessing. Sie 'sammelt' schöne Wörter, kreiert Wortspiele, träumt von einem Brockhaus. Doch genau hierdurch entsteht der Konflikt mit ihren Eltern, die ihre Begabung nicht erkennen und für die ist die Leserei und Lernerei "Düvelskrom" bzw. Teufelszeug ist . Als Mädchen soll ihr die Mittelschule (heute: Realschule) vorenthalten werden, statt dessen soll sie arbeiten. An Gymnasium und Abitur ist gar nicht zu denken. Das war damals ein häufiges Schicksal: lange diskutiert sie mit ihren Eltern rebellisch um ihr Recht auf Bildung und letztlich um ihre Emanzipation. Heute mutet das grotesk an: welches Schulkind kämpft darum, zur Schule gehen zu dürfen? Hildegard zieht sich immer mehr in ihre Welt der Wörter zurück, sie vegleicht sogar ihre paar unglücklichen Liebschaften mit berühmten Autoren und ihrer großen Liebe Gottfried Lessing - Ansprüche, die die Jungs nicht erfüllen können. Das "Verborgene Wort" ist ein wunderschönes, poetisches, aber auch ein sehr anspruchsvolles Buch, das viel Zeit benötigt und auf das Sie sich einlassen müssen. Der Leser sollte am besten einen persönlichen Bezug zu dieser Zeit und zum Rheinland haben, nicht zuletzt, weil man die größere Dosis Plattdeutsch verarbeiten muss. Und in Andenken an Hildegard habe ich zufällig ein tolles Fremdwort für unsere wundervolle kölsche/rheinische Mundart gefunden: man nennt es auch 'Ripuarisch' :-) Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Top-Titel 2005,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das verborgene Wort (Gebundene Ausgabe)
Hildegard ist anders als die Leute in dem kleinen, erzkatholischen und -konservativen Dorf im Rheinland, in dem sie aufwächst. Schon als Kind fällt sie durch ihre lebhafte Phantasie auf, mit dem Lesenlernen schließlich taucht sie in eine ganz neue Welt der Buchstaben, Wörter und Geschichten ein, die sie über alles fasziniert. Für die Eltern ist das alles Firlefanz, "dat Kenk" (das Kind) soll was Anständiges lernen, schon die Realschule, die sie sie widerstrebend besuchen lassen, ist ihnen "zuviel", zu abgehoben. In den Ferien arbeitet sie in der Fabrik, erlebt die Komplikationen der ersten Liebe und stellt zwischendurch immer wieder sehr schön formulierte Betrachtungen über das Lesen an. In dem Buch passiert eigentlich nichts, was man nicht schon mal gehört hat, wenn man aus einer kleineren Gemeinde stammt, wo jeder jeden kennt: Festgottesdienste, Skandälchen, Liebeleien, Prügelstrafe, Bigotterie, Alkoholsucht, uneheliche Kinder, Fabrikarbeit... Aber Ulla Hahn schildert das alles in einer so eindringlichen, lebendigen, glaubhaften Sprache, dass man richtig in die Geschichte hineingezogen wird, mit Hildegard fühlt, leidet, sich freut, hofft, sie interessiert durch Kindheit und Jugend begleitet. Ein sehr schönes, lebensechtes und trotz der alltäglichen Thematik fesselndes Buch mit vielen genau beobachteten und fein gezeichneten Szenen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein Buch, das man zwar immer wieder verschenken, aber nie weggeben würde,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das verborgene Wort: Roman (Taschenbuch)
Leider bin ich erst durch die Verfilmung auf das Buch gestoßen, ich hätte es gerne schon früher gekannt.Zugegeben, man muss sich Zeit nehmen für diese intensive Milieustudie. Aber man wird auch belohnt, denn gerade die Fähigkeit der Autorin, Sprache lyrisch zu verdichten, macht es dem Leser leicht, die Perspektive der Hauptfigur einzunehmen und mit ihr zu empfinden. Man schmeckt und riecht förmlich die kleinbürgerliche Enge des rheinischen Katholizismus. Neben den Schilderungen von Familienfesten und alltäglichen Begebenheiten, die wirken, als wären sie der Realität abgefilmt, trägt dazu wesentlich der rheinische Dialekt bei, ohne den das Buch viel ärmer wäre und vor allem an Charakter verlöre. Im Gegensatz zur Hochsprache kann man in einer Mundart vor allem unerschiedlichste Gefühlsnuancen zum Ausdruck bringen - da kann man flapsig sein, ordinär, zärtlich zugleich, aber auch weise und gelassen - und die Dinge viel mehr auf den Punkt bringen. Abgesehen davon spielt die Auseinandersetzung mit dem Dialekt, der wie ein Brandzeichen ihrer Herkunft ist, für Hilla Palm eine ganz wichtige Rolle im Prozess ihres Erwachsenwerdens, den der Leser durch die Konfrontation mit dem Rheinischen erst authentisch durchleben kann. Es beeindruckt zutiefst, wie dieses Mädchen dankbar noch den kleinsten Zuspruch wohlmeinender Mitmenschen aufnimmt und sich selbst treu bleibt. Und es rührt, mitanzusehen, wie es sich vergeblich zu verbiegen versucht und dabei fast in den Abgrund fällt. Wer selbst Rheinländer ist, in den 50-er Jahren aufgewachsen bzw. sich aus kleinen Verhältnissen stammend gegen familiäre Widerstände den Zugang zu Bildung erkämpfen musste, wird ganz viele Déja-vu's erleben. Wer Literatur liebt und die Kraft der Worte zu schätzen weiß, für den kann dieses Buch eines von denen werden, die man zwar immer wieder verschenkt, aber nie weggeben würde. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
So wor et,
Von ElDe "jafemade2" (Euskirchen) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das verborgene Wort: Roman (Taschenbuch)
Dieses Buch beschreibt auch meine Kindheit, sodass die Lektüre für mich eine Reise in meine Vergangenheit war. Wunderbar und traurig zugleich. Für Nichtkenner des rheinischen Dialektes ist es vielleicht schwierig zu lesen, aber nur Mut!!!
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
Sprache zum Leben erweckt,
Von Regina Berger "Gina" (Rottach-Egern) - Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) (REAL NAME)
Rezension bezieht sich auf: Das verborgene Wort: Roman (Taschenbuch)
Ich habe lange kein Buch mehr gelesen, welches mich auf eine solche Weise fasziniert und ergriffen hat. Es macht traurig, läßt den Leser lachen, stimmt nachdenklich und erweckt allerhand sonstige Emotionen beim Lesen. Anfangs habe ich lange gebraucht, um mich in die Handlung des Buches reinzufinden; sicher auch ein wenig wegen des geschriebenen rheinländischen Dialektes. Wenn man sich Zeit für diesen anspruchsvollen Roman nimmt und sich auf die Wortspielereien mit der deutschen Sprache einläßt, wirdman das Leben der kleinen Hildegard mit Neugier verfolgen, und das Buch schwerlich wieder aus der Hand legen. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen |
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Das verborgene Wort: Roman von Ulla Hahn (Taschenbuch - 1. März 2008)
EUR 9,95
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