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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ungewöhnlicher Kriminalroman!
Friedrich Ani ist ein Geheimtipp unter den deutschen Kriminalschriftstellern und mit "Idylle der Hyänen" ist ihm ein wirklich grandioses, literarisch anspruchsvolles und sehr dicht erzähltes Buch gelungen.

Polonius Fischer ist ein sehr gläubiger Mensch. Eine Weile hat er als Mönch im Kloster gelebt, bis er schließlich doch in seinen...
Veröffentlicht am 6. September 2006 von zeilensprung

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15 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Anis Schlechtester
Als Fan von Anis Sprache hatte ich schon in dem ein oder anderen Süden-Roman Probleme mit einer gewissen Schwere des Stoffs, dieser hier schlägt aber alles. Die aus allen Ritzen quellenden Religionsbezüge sind so furchtbar dick und literarisch überflüssig, die Symbolik an manchen Stellen so platt, wie ich es Ani nicht zugetraut hätte. Das ist...
Veröffentlicht am 9. Dezember 2006 von JayJay


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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ungewöhnlicher Kriminalroman!, 6. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Idylle der Hyänen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Friedrich Ani ist ein Geheimtipp unter den deutschen Kriminalschriftstellern und mit "Idylle der Hyänen" ist ihm ein wirklich grandioses, literarisch anspruchsvolles und sehr dicht erzähltes Buch gelungen.

Polonius Fischer ist ein sehr gläubiger Mensch. Eine Weile hat er als Mönch im Kloster gelebt, bis er schließlich doch in seinen alten Beruf als Kommissar zurückgekehrt ist. Sein Glaube trägt ihn, auch die lange Liebe zu einer Taxifahrerin. Im sommerlichen München muss er den Mord an einer jungen Frau aufklären, die in einem Schrank in einer Tiefgarage gefunden wird. Zusätzliche Brisanz erhält der Fall, weil die siebenjährige Tochter des Opfers ebenfalls verschwunden ist. Während der Ermittlungen wird schnell klar, dass Fischer und sein Team auf eine Wand von Gleichgültigkeit und Kälte stoßen. Bei einer Zeugenbefragung werden sie schließlich mit einem weiteren Verbrechen konfrontiert...

Friedrich Ani erzählt unaufdringlich und doch sehr eindringlich von Gleichgültigkeit und mangelnden Gefühlen, zugleich von Vereinsamung und verwirrten Seelenzuständen. Sein Krimi ist voller scharfer Dialoge, bevölkert von ungewöhnlichen Protagonisten, aber kein bisschen überfrachtet. Der Plot ist ungewöhnlich und doch nachvollziehbar, gesellschaftskritisch aber ohne erhobenen Zeigefinger!

So möchte ich dieses Buch allen Krimilesern empfehlen, die Freude am Besonderen haben!
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25 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Welchen Beruf hat der liebe Gott?, 15. September 2006
Von 
H. P. Roentgen - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Idylle der Hyänen: Roman (Gebundene Ausgabe)
In der Tiefgarage einer riesigen Münchener Wohnanlage finden Kinder zufällig eine Leiche im Schrank. Sie wurde erhängt und lag über dreißig Stunden dort. Von ihrer siebenjährigen Tochter fehlt jede Spur. Sieht es so aus, hätte Polonius Fischer und seine Mordkommission eine Menge Arbeit vor sich.

Früher war Fischer Mönch, doch seinen Orden hat er verlassen, jetzt liest er der zwölfköpfigen Mordkommission einmal die Woche aus einem der Bücher vor, die er in der Stadtbücherei ausleiht. „Die zwölf Apostel“ nennen Spötter diese Runde.

Dann erhärtet sich der Verdacht, dass die Tochter entführt wurde. Wird sie wieder auftauchen? Fischer ist nicht gut in der Vernehmung von Kindern, er fühlt sich da befangen und als eines ihn fragt: “Was für einen Beruf hat der liebe Gott“, braucht er lange, um zu antworten.

Friedrich Anis Kommissare haben alle ein Privatleben und doch folgt der Autor nicht dem Trend, der einsamen Single-Kommissare mit fast psychotischem Liebesleben, nicht dem Trend, den Leser durch immer aufwändiger zerlegten Leichen bei der Stange zu halten, ihn auf jeder zweiten Seite mit dem neuen Opfer eines Serienmörders zu erfreuen. Auch die Gerichtsmedizin, die wissenschaftlichen Tatortuntersuchung kommt zwar vor, spielt aber nur eine Nebenrolle.

Ist das überhaupt ein Krimi? Ja, denn wir haben einen Mord, der erst am Ende aufgeklärt wird. Nein, weil das Buch nicht massenkompatibel ist, wie die Henning Mankells. Weil es um viel mehr geht, als um Mord. Weil es viel, viel faszinierender ist, wenn auch bei weitem nicht so leicht lesbar. Anis Personen sind Besessene, die einen hadern mit Gott, weil sie nicht an ihn glauben können, die anderen sehen nur sich selbst, und suchen, wem sie Schuld in die Schuhe schieben können; beide stehen vor den Abgründen ihres Lebens. Gibt es überhaupt so viele Besessene in München?

Den Dostojewski der deutschen Krimiliteratur hat man Ani genannt, ob er die literarische Größe des Russen hat, darüber kann man streiten. Sicher aber ist, dass beide in den Tiefen der Menschen die Dämonen gesehen, gesucht haben, von denen diese nichts ahnen, nichts wissen wollen. Und bei Beiden geschieht es dem Leser leicht, dass er das Buch in die Ecke pfeffert, sich fragt, warum er sich damit abgeben soll, nur um fünf Minuten später zu entdecken, dass er es wieder in der Hand hält und weiterliest. Keine leichte Lektüre, fürwahr nicht, aber auch keine verquaste Innenschau. Ganz sicher sein bestes Buch, dabei waren schon die Romane um den Kommissar Süden von der Vermissung ebenso herausragend wie Anis Jugendromane.

Wie soll man dieses Buch nun beschreiben?

Man kann es nur lesen. Man sollte es lesen. Für mich wäre es der erste Kandidat für den deutschen Literaturpreis, weit würdiger als Ingo Schulzes geschwätzig-wichtigtuerisches „Neue Leben“, besser selbst als Martin Walsers hervorragende „Angstblüte“.

(C) Hans Peter Roentgen
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14 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Anis Bester, 15. September 2006
Rezension bezieht sich auf: Idylle der Hyänen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Friedrich Ani hat mit den "Hyänen" seinen bislang reifsten und kompositorisch überzeugendsten Roman vorgelegt. Der gelernte Drehbuchautor wendet als Romancier sein Drama-Wissen noch klüger an als bisher. Anis Neuschöpfung, der Ex-Mönch und Kommissar Polonius Fischer, wirkt nach den vielen Süden-Krimis wie ein Befreiungsschlag. Dabei verbindet Ani den narrativen Zauber auch seiner grandiosen Jugendbücher ("Wie Licht schmeckt" u.a.) mit der Intensität seines umfangreichen lyrischen Schaffens. Entstanden ist - wie immer bei Ani - viel mehr als ein Kriminalroman. U.a. sind die "Hyänen" eine psychologisch tiefgreifende und emotional packende Studie über das fünfte Gebot und den Suizid. Den beschuldigten Badura lässt Ani am Ende den bibelfesten Polonius Fischer anschreien: "Sie laufen weg vor der Verantwortung, wie so viele, so viele über die Jahrhunderte. Und der erste, der weggelaufen ist, war Jesus!" Diese ganze Passage in einer Ani-Lesung gehört zu den unvergesslichen literarischen Begegnungen unserer Zeit.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Beginn einer hoffentlich langen neuen Reihe eines begnadeten Autors, 12. Januar 2007
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Idylle der Hyänen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich wollte der Mann, der mit einem Dutzend engagierter Romane um den Münchner Kommissar Tabor Süden die deutsche Krimilandschaft entscheidend geprägt und um ein ganz eigenes Stilelement bereichert hat, keine Kriminalromane mehr schreiben. Doch Friedrich Ani kann es Gott sei Dank nicht lassen. Für ihn handeln Kriminalromane von Menschen in Not und diesem Bekenntnis trägt er auch in seinem neuen Roman Rechnung. So wie auch in seinen bisherigen Romanen stehen hier nicht der Thrill und die Action oder etwa gnadenlose Spannung im Vordergrund, sondern die Auseinandersetzung mit Menschen und ihrer Vergangenheit, der er mit ihren zum Teil bis in die Kindheit reichenden Wurzeln für die Bewältigung oder Nichtbewältigung der Gegenwart nachspürt. Dies gilt sowohl für die Menschen, die er im Rahmen eines Falles als Täter, Opfer, Zeugen oder Rahmenpersonen auftreten lässt, als auch für die Menschen seines Polizeiteams im Münchner Dezernat 111. Dabei hat er ausnahmslos interessante und sympathische Figuren ausgewählt, die für hoffentlich baldige Fortsetzungen der begonnenen Reihe nur das Beste hoffen lassen.

Hauptfigur Anis ist in der neuen Reihe Polonius Fischer, der mit dem Fall, den er in Idylle der Hyänen" löst, auf das Härteste mit seiner eigenen Kindheit und den daraus folgenden schwerwiegenden Entscheidungen für sein Leben konfrontiert wird. Polonius Fischer hatte sich in jungen Jahren schon für eine Karriere bei der Polizei entschieden, bevor er den Dienst quittierte und als Mönch in ein Kloster eintrat. Im Verlauf des Buches, in dem eine Frau, die aus wohl ähnlichen Gründen wie Fischer Nonne wurde, ums Leben kommt, wird dem Leser deutlich, was ihn zu diesem Schritt bewegte. Ani deutet aber in einer dichten und höchst ernsthaften Sprache auch das an, was Fischer zum Austritt aus dem Orden und dem Wiedereintritt in den Polizeidienst brachte.

Auch die anderen Polizistenpersönlichkeiten des Dezernats 111 haben ihre Päckchen aus persönlicher Geschichte zu tragen. Vielleicht macht es Ani ja in den -hoffentlich- nächsten Büchern so ähnlich wie sein Kollege Arne Dahl, und lässt uns in jedem Buch eine andere Person des Teams näher kennen lernen.

Polonius Fischer jedenfalls, befreundet mit Ann-Kristin Seliger, einer ehemaligen Journalistin, die ausgestiegen ist aus einem Metier, dessen Heucheleien und Intrigen sie nicht mehr ertragen konnte und nun nachts Taxi fährt, ist ein Kommissar, wie ihn so nur Friedrich Ani erfinden konnte.

Der Schlüssel für die Aufklärung von Verbrechen sind für ihn die Menschen, Menschen in Not" (Ani), ihr Innerstes mit seiner oft brutalen Geschichte, ihre Beweggründe und Lebenshoffnungen und nicht eine lückenlose Indizienkette.

Fischer hat sich seine Privilegien ausbedungen, als er in den Dienst zurückkehrte, z.B. verhört er in einer kleinen Kammer, die seiner ehemaligen Klosterzelle ähnelt, allein - mit einem Kruzifix an der Wand. Er zitiert lange Bibelstellen, zum Trost für die Opfer und zur Konfrontation für Verdächtige, und er liest seinen Kollegen vor, Texte von enormer Dichte und hohem intellektuellen Anspruch. Einer dieser philosophischen Texte, der von der Koinzidenz von völlig verschiedenen Zeit- und Handlungsebenen spricht, wird Fischer zum Schlüsselerlebnis für die Lösung eines zweifachen Mordes, von denen der eine viel mit dem anderen zu tun hat, aber dennoch kein gemeinsamer Täter zu finden ist.

Friedrich Ani hat einen wunderbaren und anspruchsvollen Krimi geschrieben, der mit Sicherheit unterschiedlich aufgenommen werden und die Geister scheiden wird. Mit seiner Tiefe und seinem immerwährenden Versuch, die Abgründe menschlichen Lebens und gesellschaftlicher Realität zu beschreiben, ohne in platte Formeln abzugleiten, zeugt er von großem Können. Wer Ani liest, muß viel aushalten können an Aporie, Sinnlosigkeit und Hoffnung, er muß sich konfrontieren mit Glauben und Zweifel, Philosophie und Theologie und darf sich aber auch an Menschen freuen, die versuchen gerne und froh zu leben und ihrem Leben einen kleinen, bescheidenen Sinn zu geben.

Ein außerordentliches Buch, das ich nur empfehlen kann.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Spannende Mischung und viel Psychopathologie, 9. April 2007
Von 
Apefred "Fred Ape" (Dortmund Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Idylle der Hyänen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Am Anfängt wähnt man sich in einem Tatortdrehbuch. Ein gut gemachter zwar, doch auch nicht sonderlich überfliegerisch. Ein sympathischer Kommissar, allein durch seine Vita ein philosophisch interessanter und interessierter Mensch. Verbrachte er doch acht Jahre in einem Kloster bevor er zur Mordkommission kam. Schauplatz ist München und drum herum, Allgäuer Bauerndörfer, ein Kloster im See und ganz viel Psychopathologie. Eine Familie, die in der mütterlichen Linie mit Suizidverlangen zu tun hat und ein durch geknallter, ehemaliger TV-Vorabendserienschreiber, ergeben eine bunte, durchaus spannende Mischung. Dem Kommissar Polonius (!) Fischer setzt noch eine junge Kommissarin nach, der Kommissar steht aber auf seine Taxifahrerin Ann-Kristin (muss wohl ein Senta Berger Typ sein) hat. In der Mitte zieht das Buch an und man muss aufpassen, dass man nichts durcheinander bringt.

Gut gemacht und spannend. Von dem Autor würde ich gerne mehr lesen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Abgründige Verbrechen, 9. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Idylle der Hyänen: Roman (Taschenbuch)
In der Tiefgarage eines Hochhauses wird in einem Schrank eine unbekleidete weibliche Leiche gefunden. Die Frau ist schnell identifiziert, doch wo ist ihre kleine Tochter? Und aus welchem Grund wurde die Frau ermordet? Für Kommissar Polonius Fischer, der früher einmal Mönch war, gibt es keine Routine.
Im Verlauf gibt es Anhaltspunkte für ein weiteres Verbrechen.
Der Kriminalroman ist originell, sehr spannend und berührend. Getragen wird der Roman von der Ermittlerpersönlichkeit P.F. Dem ehemaligen Mönch helfen Glaube und theologische Schriften bei seiner Ermittlungsarbeit. Das theologische Moment wird mir allerdings in diesem Krimi teilweise zu dick aufgetragen. Insbesondere beim Versuch der Ermittler, die Täter zu verstehen, finde ich die dauernde Reflektion über religiöse Ansatzpunkte total unrealistisch. Meiner Meinung nach handelt es sich in beiden Fällen um abscheuliche Morde aus niederen Beweggründen und nicht etwa um unterlassene Hilfeleistung und Töten auf Verlangen. Hat man jemals davon gehört, dass eine Frau mit Selbstmordgedanken freiwillig einer Vergewaltigung mit Erwürgen zustimmt. Es gab einige solcher Schilderungen, die ich völlig abwegig einschätze.
Trotzdem handelt es sich für mich um einen erstklassigen deutschen Kriminalroman,
der es mit Leichtigkeit schafft auf einer Stufe mit Werken anderer Autoren wie Schwedens Mankell oder Englands Reginald Hill zu stehen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fiktion mit Tiefgang, 1. April 2008
Rezension bezieht sich auf: Idylle der Hyänen: Roman (Taschenbuch)
Ein unheimliches Buch - im doppelten Sinn. Unheimlich spannend und unheimliche Gedanken anregend: Was ist Gerechtigkeit? Wo fängt die Vernachlässigung von Kindern an? Wie selbstgerecht ist Selbstjustiz? Der Auftakt seiner Reihe um den neuen Ermittler Polonius Fischer ist Ani gut gelungen. Kommissar Fischer, ehemaliger Mönch, fasziniert mit seiner mehrfach gebrochenen Persönlichkeit. Ob's so einen Typen "in echt" geben könnte, sei dahin gestellt. Doch wenn schon Fiktion, dann mit Tiefe und auf dieses Geschäft versteht sich Ani bestens. Es gelingen ihm Sätze, die man sich nicht unbedingt fürs Poesiealbum heraus schreiben aber dennoch festhalten möchte. Beispiel: "... und was hast du gegen die Leute beim Fernsehen? Und er: Barbiere des Wahnsinns, sie rasieren dir jeden Tag die Phantasie kahl."
Leute, schaltet die Glotze aus und lasst euch einen imaginativen Bart wachsen, während ihr Ani lest. Plattes TV ist wirklich Zeitverschwendung, wenn man stattdessen solche Bücher lesen kann.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Banalität des Erhabenen, 23. Oktober 2007
Von 
Peter Raeggel (Olsberg-Bigge) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Idylle der Hyänen: Roman (Taschenbuch)
Kann Theologie einen Krimi tragen?

Diesen schon. Bulle wird Mönch. Mönch wird Bulle, glaubhaft in der Person des Polonius Nikolai Maria Fischer nachgezeichnet. Noch seine Mordverdächtigen, in der Eigensicht zwischen Selbstmordhelfer und Kinderschützer angesiedelt, verwickeln den früheren Habitträger in Gespräche über Gott und die Welt.

"Stimmt es, daß der Typ ne Schwester hatte, die genauso drauf war wie er?" Rotziger hat sich bestimmt noch keiner den Gründergestalten des Benediktinerordens, Benedikt und Scholastika von Nursia, angenähert. So der erste Mordverdächtige. Sein Kollege nennt Jesus einen feigen Selbstmörder,weil er ja freiwillig ans Kreuz gegangen sei. Rückfrage von daher an die Praxis der Exclusion von Selbstmördern im Christentum bis weit in die Neuzeit hinein liegt natürlich nahe. Interessante Sicht auf eine Banalität des Erhabenen, wo es sonst im Christentum eher um die Erhabenheit des Banalen, Sterblichen, Menschlichen "vor Gott" "in Christus" geht. Das Buch ist allerdings keine christologische Streitschrift, sondern ein Kriminalroman und beansprucht von daher nicht christliche Bekenntnisschrft zu sein, oder theologisch korrekt zu denken. Mir als theologisch interessiertem Laien und Krimifan hat diese andere Denke in die besprochene Richtung hin, zugunsten eines guten Krimis, der durch seinen religiösen Stoff und den Protagonisten getragen wird, gefallen. Die Fälle werden im Grunde deshalb gelöst, weil Fischer nach seiner Zeit im Kloster, duch die Fähigkeiten, die er sich dort erworben hat, seinen Polizistenjob noch besser kann.

Fischer und die Kollegen wollen auffäligerweise auch die Geschichten aus der Kindheit der Täter nicht hören, die sonst so manches Motiv überhaupt erst nachvollziehbar machen oder gar freilegen. Mitgefühl hat man auf diesem Kommisariat eher mit den Opfern. Dennoch, so Fischer, gilt selbst das fünfte Gebot nicht absolut und wieder sieht das ausgerechnet einer der Täter anders.

Friedrich Ani schreibt Krimi einmal anders. "Idylle der Hyänen" war gewiß nicht der letzte Krimi um die Mordkommission der "Zwölf Apostel" den ich von Herrn Ani gelesen habe. Dieses Buch macht neugierig auf mehr.
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15 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Anis Schlechtester, 9. Dezember 2006
Rezension bezieht sich auf: Idylle der Hyänen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Als Fan von Anis Sprache hatte ich schon in dem ein oder anderen Süden-Roman Probleme mit einer gewissen Schwere des Stoffs, dieser hier schlägt aber alles. Die aus allen Ritzen quellenden Religionsbezüge sind so furchtbar dick und literarisch überflüssig, die Symbolik an manchen Stellen so platt, wie ich es Ani nicht zugetraut hätte. Das ist auch kein Philosophieren über große Themen wie Freitod mit den Mitteln des Krimis, das ist für mich Verbreitung von Betroffenheitsprosa mit Hilfe von Figuren, die so künstlich, so fern einer Realität sind, und die so wenig für sich selbst sprechen, dass es mir manchmal schwer viel, weiterzulesen.

Ich hoffe, Ani findet in den angekündigten nächsten Romanen um Polonius Fischer zu einer gewissen Leichtigkeit zurück.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein ungewöhnlicher Mord, ein ungewöhnlicher Ermittler - ein ungewöhnlicher Krimi, 27. Dezember 2006
Von 
Christian Mayr "einmeier" (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Idylle der Hyänen: Roman (Gebundene Ausgabe)
Es fällt schwer, aus der Masse an mehr oder minder spannungsgeladenen Kimi- und Thriller-Neu-Erscheinungen Perlen zu finden, die anders sind und sich von us-amerikanischem Einheitsniveau abheben. Friedrich Ani hat mit der 'Idylle der Hyänen' einen aussergewöhnlichen Roman geschrieben, der mir so gut gefiel, dass ich mich bereits auf Neues von Ani freuen werde, denn selten ist ein Krimi so faszinierend andersartig.

In Kürze zur Handlung: Kinder entdecken in einer Tiefgarage in einer Münchner Neubausiedlung eine Leiche. Von der Tochter der Toten fehlt jede Spur und ein Mieter in der Siedlung verhält sich durchaus fragwürdig. Darüberhinaus führt ein anbgeblicher Zeuge die Ermittler zu einem vergangenen Drama, das nichts mit dem eigentlichen Fall zu tun haben sollte - und doch zeigen sich denkwürdige Parallelen, bis die vermisst geglaubte Tochter wieder wohlbehalten auftaucht. Doch das schweigsame Kind scheint keine große Hilfe auf der Suche nach ihrem Entführer, nach dem Mörder ihrer Mutter zu sein?

Ani hat zwar eine etwas eigentümliche Sprache und inbesondere seitenlange Monologe mit leichter Münchner Mundart, die 'frei Schnauze' klingen, sind besonders ungewöhnlich und damit gewöhnungsbedürftig. Doch Ani verzichtet auf das Schönfärben, auf Stilisieren, auf Stereotypen. Stattdessen skizziert er aussergewöhnliche Protagonisten mit all ihren Facetten, mit ihren seltsamen und schrägen Eigenarten, mit ihren kleinen und großen Problemen, mit ihren alltäglichen Sorgen und Wünschen und Sehnsüchten. Es ist spannend und interessant, wie Ani ein Blick auf das Leben scheinbar ganz 'normaler' Menschen wirft. Streift man nachts durch die Münchner Innenstadt, vorbei an mit kaltem Neonlicht beleuchteten Asia-Imbissbuden oder durch ein Kaufhaus am Münchner Rotkreuzplatz, so wartet man jeden Moment darauf, den Protagonisten zu begegnen. Es ist nicht der Detaillreichtum, der dazu führt. Es ist die besondere, echte und ehrliche Sprache und die so real wirkende Darstellung der Handlungsträger, mal ein besoffener Monolog, mal ein absurder Gedankengang, der dieses Buch so lesenswert macht und eine traurige Stimmung, Einsamkeit und die Sehnsüchte der modernen Grossstädter so überzeugend wirken lässt. Ein aussergewöhnlicher Krimi.
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Idylle der Hyänen: Roman
Idylle der Hyänen: Roman von Friedrich Ani (Taschenbuch - 1. Oktober 2007)
EUR 8,95
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