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Kundenrezensionen

3,9 von 5 Sternen27
3,9 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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Statt politisch-sachlicher Abhandlungen versteht der Erzähler es, geschickt und freundlich, sanft und erzählerisch wunderbar, einen kleinen Kriminalfall so detailliert und so schmuckvoll zu erzählen, dass uns das neue Shanghai, das neue China und der momentane Wandel nicht mehr fremd erscheinen: stattdessen machen die detailreichen Beschreibungen der dortigen Lebenskultur und -umstände, die charmanten Protagonisten und der Kriminalfall selbst neugierig auf diese für uns meist so fremd- und andersartig erscheinende Welt. Ein liebevoller, weicher und sanfter Krimi, der niemals belehrend oder aufgesetzt wirkt, niemals unehrlich versucht, Politik oder gar Propaganda in den Vordergrund zu erheben. Stattdessen wird man an der Hand genommen, um gemeinsam mit dem herzzerreissend sympathischen Kommissar Chen aufmerksam durch das neue China zu wandern und verstrickt sich eher nebenbei in einen aussergewöhnlichen Kriminalfall, wie er so auch nur in China hätte passieren können.
Mit Sicherheit nicht mein letztes Buch dieses Autors, da ich selten so sanftmütig an eine mir so fremde Kultur herangeführt wurde.
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am 1. Februar 2005
Ein absolut fantastisches Buch! Qiu Xiaolong hat nicht nur einen Krimi geschrieben, sondern ein Bild vom Shanghai im "neuen" China gemalt. Man merkt dem Buch an, das der Autor seinen Lesern, die wohl hauptsächlich aus "Langnasen" bestehen, ein differenziertes und facettenreiches Bild von China, seinem politischen System und seinen Menschen zeigen möchte, wie es wohl nur jemand kann der sowohl die "westliche" Welt und die chinesische kennengelernt hat.
Sowohl für jemanden, der schon einige Zeit in Shanghai und China verbracht hat, als auch für "Einsteiger" birgt das Buch viele interessante Details, die zwar fast beiläufig erwähnt werden, das Bild aber wunderbar abrunden.
Qiu Xiaolong hat eine Liebeserklärung an Shanghai und China geschrieben, die nachwirkt!
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am 13. März 2009
Ich fand das Buch sehr spannend. Es führt nach Shanghai und lässt den Leser förmlich mit durch die Straßen streifen, die Essensdüfte riechen, den Lärm der Großstadt hören ... Auch die sozialen Zustände in der chinesischen Metropole werden sehr gut und sehr sachlich beleuchtet.

Für mich war es sehr interessant zu lesen, wie die Politik sogar die Ermittlungen der Kriminalpolizei in einem Mordfall bestimmte. Was nicht sein durfte, gab es eben nicht. Als aber schließlich der Druck durch viele mutige Protagonisten so groß wurde, dass eine Vertuschung nicht mehr möglich war, ändert sich plötzlich alles ... Na ja, viel mehr sei hier nicht verraten.

Einige sachliche Fehler gab es aber denn doch: So kann es im Jahre 1990 noch keine Internet-Cafés und keine Handys gegeben haben - nicht einmal im Wirtschaftswunder China! - Dafür einen Stern Abzug.
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am 8. März 2003
Dieses Buch ist alles andere als ein gewöhnlicher Kriminalroman!
Es ist ein wunderbares Portrait Shanghais (im Jahre 1990), zugleich eine Gesellschaftsstudie und eröffnet dem Leser darüberhinaus einen kleinen Einblick in eine Welt, die den meisten bisher kaum bekannt war:
Eine Welt nach der Kulturrevolution in China, eine Welt unter der Diktatur einer Partei, in der das Individuum kaum eine Rolle spielt.
Und es geht darum welche Rolle das Individuum eben doch spielen kann...
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am 28. Dezember 2012
Eine junge Frau wird in Shanghei tot aus einem Kanal gezogen. Die Entdeckung erfolgt zufällig, und es dauert einige Zeit, bis Oberinspektor Chen Cao und sein Mitarbeiter Yu die Identität der Leiche klären können. Zu ihrer Überraschung handelt es sich um eine landesweit bekannte Vorzeigemitarbeiterin (eigentlich Angestellte) im kommunistischen Reich. Lange tappen die Beamten im Dunkeln, zumal über das Privatleben der Ermordeten in ihrem Bekanntenkreis wenig bekannt ist. Mehrmals führt, neben der Hartnäckigkeit der Ermittler auch Kommissar Zufall zu Ermittlungsfortschritten. Als sich herausstellt, dass die Tote ein Naheverhältnis zum Sohn eines hohen Parteikaders hat, werden die Ermittlungen politisch brisant – und Kommissar Chen gerät ins Labyrinth der allmächtigen Partei…

Die Rahmenhandlung des Romans ist inklusive der Lösung des Falles rasch zusammengefasst. Aber das soll sie auch sein, so scheint es. Sie stellt nur das Gerüst dar: das Fleisch und damit auch das Spannende der Geschichte ist das Bild, welches Xiaolong (Ende der 80-er Jahre nach den Massakern am Tiananmen-Platz emigriert), vom China Anfang der 90-er Jahre zeichnet. Ein China im Aufbruch einerseits und im Verharren andererseits. Noch ist die Partei allgegenwärtig, noch sind die Erinnerungen an die Grausamkeiten der Kulturrevolution (bis 1976) frisch. Und doch ist das Land im Aufbruch, die Partei ist mächtig, aber auch gespalten. Es gibt alte Gardisten, die es gut meinen und die Tradition hochhalten, Erneuerer, Konservative und Dekadenz. Es gibt den alltäglichen Überlebenskampf der Armen und die dazugehörige Korruption. Aber an jeder Ecke ist Hoffnung und Aufbruch spürbar. Und mitten drin unser Held Chen – ein Mitdreißiger, Junggeselle, protegiert wider Willen, der eigentlich Schriftsteller sein möchte und auch als Übersetzer arbeitet - ein zufällig zur Polizei gekommener Poet, der reihenweise Verse alter Dichter zitiert – und dennoch, nach chinesischem Ehrenkodex erzogen – seinen Job sehr ernst nimmt. Gerade weil sein Gefühlsleben auch gehörig durcheinander gewirbelt wird denkt er sich schließlich: Jetzt erst recht…

BEWERTUNG:
Xiaolong zeichnet ein sehr differenziertes Sittengemälde des Chinas Anfang der 90-er Jahre. Seine Liebe zum Land ist spürbar, er schildert detailreich und anschaulich die Atmosphäre im Land. Die Komplexität, in welcher sich die Menschen befinden, die etwas werden oder nur ehrlich sein möchten. Sein Alter Ego – Chen – ist moralisch so gefestigt, dass es an manchen Stellen schon schmerzt. Die zahlreichen poetischen Einwürfe kann man mögen – sie sind für die Handlung selten notwendig. Die Sprache ist – zumindest im Deutschen – auch oft recht einfach gestrickt. Aber obwohl die Handlung so schnell erzählt ist, bleibt das Buch interessant, da immer wieder weitere Protagonisten und deren Handeln, Fühlen und Denken eingeführt werden. Damit handelt es sich zwar nicht um einen Krimi, und ist den reinen Krimifans nicht zu empfehlen. Aber es handelt sich um ein Buch über China und hilft uns den Ausgangspunkt besser zu begreifen, von dem was wir heute mit dem Wirtschaftwunder China erleben. Daher hohe 4 Punkte von 5.
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HALL OF FAMEam 26. Oktober 2004
"Tod einer roten Heldin" (dtv 20740 - "Death of a Red Heroine", 2000) ist der Debütroman von Qiu Xiaolong und zugleich der Erstauftritt von Oberinspektor Chen von der Kriminalpolizei in Shanghai- einem Shanghai, das sich politisch nur wenig verändert hat, sich wirtschaftlich jedoch in einem dramatischen Wechsel von der kommunistischen Planwirtschaft in einen extremen Manchesterkapitalismus befindet. In diesem gesellschaftlichen Umbruch wird die Leiche einer ermordeten Frau in einem Kanal aufgefunden. Oberinspektor Chen Cao, jung, gescheit, der chinesischen Tradition verbunden, KPCh-Mitglied, Protegé des Parteisekretärs im Polizeipräsidium Li und auf dem Weg ins politische Establishment wird mit der Aufklärung des Mordes beauftragt. Erst nach Tagen kann die Leiche identifiziert werdne. Es handelt sich um Guan Hongying, eine verdiente Modellarbeiterin im größten Kaufhaus Shanghais, die nationale Berühmtheit erlangt hat. Mühevolle Recherchen bei all jenen, die sie gekannt haben könnten, führen ihn zu einem Verdächtigen: den Fotografen Wu Xiaoming. Dieser - Sohn eines einflußreichen Parteimitglieds, ein "Prinzling - hatte eine geheimgehaltene Liaison mit Guan Hongying, die abrupt beendet wurde - offenbar mit Mord. Daraufhin muß Oberinspektor Chen seine Ermittlungen stoppen und der Fall wird der "Inneren Sicherheit" übertragen. Doch Oberinspektor Chen denkt - trotz aller Risiken, die damit verbunden sind - nicht daran aufzugeben. Gemeinsam mit Hauptwachtmeister Yu Guanming, dessen Vater, einem pensionierten Pensionisten, "alter Jäger" genannt, sowie mit Hilfe seiner (Ex?)Freundin Ling, Tochter eines hohen Politkaders aus Peking, gelingt es ihm Fall zu lösen. Die Lösung der Partei schaut jedoch anders aus. Mit diesem Roman ist es Qiu Xiaolong geglückt, einen interessanten Roman mit Krimi-Background über das China nach der "Bereichert Euch"-Aussage von Deng Xiaping und der darauffolgenden Politik der wirtschaftlichen Öffnung (und des politischen Stillstands) zu schreiben, wobei er besonders auf das Verhalten der Einzelnen angesichts des wirtschaftlichen Booms einerseits und der gewachsenen Strukturen und der politischen Zwänge andererseits eingeht. Alles in allem ein interessanter Roman, der die Fremdheit des für die meisten Europäer unbekannten Landes eindrucksvoll mit einbezieht.
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am 11. November 2006
Im Anschluss an eine einwöchige Chinareise habe ich in wenigen Tagen diesen Krimi gelesen, und dabei viel über das Land und die menschen dazugelernt und auch besser verstanden. Daneben ist das Buch natürlich noch ein spannend und in guter Sprache geschriebener Kriminalroman. Ähnlich wie ich es Wallander in Erinnerung habe, werden auch bei Oberinspektor Chen viele Dinge (in und um die Menschen herum) sehr präzise, ja minutiös geschildert. Dabei erhält man noch Einblicke in die chinesische Poesie.

Ich werde sicher noch weitere Bücher des Autors lesen. Eine weitere Empfehlung für China-Interessierte: Wilde Schwäne.
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Das Besondere an der Reihe um den aufstrebenden Kriminalkommissar Chen ist seine Liebe zur chinesischen Literatur und Lyrik. Immer wieder werden hochpoetische Zitate aus klassischen und zeitgenössischen chinesischen Gedichten eingeflochten und für den Alltag anwendbar gemacht. Damit entsteht vor dem Auge des Lesers ein China, das sich auf der einen Seite im Umbruch befindet, auf der anderen Seite jedoch ein Land mit derart starken kulturellen Wurzeln ist, dass seine Bewohner auch in unübersichtlichen Zeiten Philosophen bleiben.

Meine ausführliche Rezension findet sich auf Literaturzeitschrift.de
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am 7. Mai 2014
Der Roman führt den Leser in das China Anfang der Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts und bietet niveauvolle Lektüre mehr als knisternde Krimispannung.
Folgende Handlungsstränge und Inhalte erwarten den Leser:
Kriminalfall: Der Kriminalfall ist, obwohl er ja zentraler Bestandteil des Romans sein sollte, simpel konstruiert und man kann sich schon sehr früh denken, wie die Story gelaufen ist. Diese Facette des Romans würde ich als durchschnittlich bewerten, wer ausschließlich an einem spannenden Krimi interessiert ist, wird höchstwahrscheinlich enttäuscht sein.
Politische Situation in China: Der Leser erfährt einige interessante Aspekte über die politischen Situation in China der frühen 90er Jahre d.v.J. Diese beeinflussen stark die kriminalistischen Ermittlungen, sind aber auch per se interessant, weil sie durch die persönliche Betroffenheit der Romanfiguren illustriert und lebendig dargestellt werden.
Privatsphäre der Hauptfigur Oberinspektor Chen: Eng mit der politischen Situation ist auch die Privatsphäre der Romanfigur Chen verbunden, anhand der Schilderungen wird diese Romanfigur für den Leser lebendig und man leidet oder freut sich oftmals mit Chen mit.
Chinesische Lyrik: Auch davon ist im Roman etwas zu finden und zwar in Form von Zitaten berühmter chinesischer Lyriker, da Chen nicht alleine Oberinspektor,sondern auch selbst Dichter ist. Der Zusammenhang zwischen den zitierten Lyrikstellen und der eigentlichen Handlung erschließt sich allerdings oftmals erst beim zweiten Lesen.

Keiner der Aspekte des Romans für sich alleine genommen rechtfertigen meiner Meinung nach die Lektüre, was den Roman dennoch höchst lesenswert macht, ist ihre überaus gelungene und schlüssige Verknüfung.
Insgesamt macht der Roman Lust weitere Bücher des Autors zu lesen, ich selbst habe mir schon den zweiten Band dieser Serie gekauft.
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am 15. August 2007
wird in diesem romanhaften krimi ebenso angerissen wie das china der parteifunktionäre und höheren kader. man erfährt geschickt in die handlung eingewoben teile der neueren geschichte chinas und ihre auswirkungen auf die menschen bis heute. dass oberinspektor chen cao die lautersten absichten hat und einfach nur der gerechtigkeit dienen will, aber nicht kann bestätigt nur die fragestellungen, die sich menschen überall auf der welt immer wieder stellen: kann man ein richtiges leben leben im falschen (system)?
der kriminalfall als solcher ist mäßig spannend, aber zu viel spannung wäre wohl eine ablenkung von den lyrischen und geschichtlichen einblicken. das ende ist dann fast tragisch: eingespannt worden für die zwecke der partei der fall genauso wie die menschen. wenn man sie nicht mehr braucht lässt man sie fallen.
ein guter roman.
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