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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sperrig aber genial!
Die Sonne scheint durch die zerstörten Fenster der toskanischen Villa. In der gleißenden Sonne rührt sich nichts, Hana sitzt ruhig bei ihrem Patienten und liest ihm vor. Stundenlang lauscht der verbrannte und dem Tod geweihte Mann ihrer Stimme. Stundenlang lauscht die Krankenschwester den Schilderungen des Patienten. Der Mann erinnert sich anfangs an...
Veröffentlicht am 12. November 2009 von Stefan Erlemann

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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Film war leider ein bißchen besser...
Obwohl der Film um Welten einfacher und durchschaubarer ist, ziehe ich ihn dem Buch vor. Das Buch kann zwar mit poetischer Sprache punkten, aber die Struktur, die zugegebenermaßen für einen postmodernen Roman typisch ist, erschwert einem die Lektüre. Hätte ich den Film nicht vorher gesehen, hätte ich so meine Probleme gehabt mir die Charaktere...
Veröffentlicht am 13. April 2011 von Asenath


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16 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sperrig aber genial!, 12. November 2009
Von 
Stefan Erlemann (Witten) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der englische Patient (Audio CD)
Die Sonne scheint durch die zerstörten Fenster der toskanischen Villa. In der gleißenden Sonne rührt sich nichts, Hana sitzt ruhig bei ihrem Patienten und liest ihm vor. Stundenlang lauscht der verbrannte und dem Tod geweihte Mann ihrer Stimme. Stundenlang lauscht die Krankenschwester den Schilderungen des Patienten. Der Mann erinnert sich anfangs an nichts und muss erst mühsam sein vergangenes Leben wiedererlangen. Der Krieg ist vorüber, die Deutschen sind abgezogen und die Landschaft liegt wieder verlassen da.
Zu den Zurückgelassenen gesellt sich Caravaggio, ein Mann, den nur der Name der Krankenschwester aus seiner Lethargie reißt. Er bricht sein Schweigen und fragt, wo die Frau ihren Patienten betreut. Kurz darauf erscheint er in der Villa. Er kennt Hana noch aus glücklicheren Tagen, war ein Freund ihres Vaters und bewunderte damals schon das kleine, selbstbewusste Mädchen. Doch nicht nur er, auch Hana ist innerlich zerstört. Der Krieg hat sie innerlich, ihren Patienten äußerlich verbrannt. Auch Caravaggio ist grau geworden. Die Deutschen folterten ihn, schnitten ihm die Daumen ab und ließen ihn laufen.
Vierter und letzter Gast in der Villa ist der Sikh Kip, ein Bombenentschärfer. Überall haben die Deutschen ihre Bomben hinterlassen, als sie abzogen. Die vier Menschen sind einsam, haben niemanden mehr, und erst die Ruhe und Melancholie der Villa lassen sie ein wenig zur Ruhe kommen. Ihre Lebensgeschichten, ihre Ängste und vielleicht auch ihre Hoffnungen kommen zögerlich, fast ohne es zu wollen, ans Tageslicht. Ihre Lebensgeschichte verläuft einige Wochen parallel, nicht gemeinsam, und sie verlieren sich wieder in eine unbestimmte, einsame Zukunft.

Mit ruhiger Stimme erzählt Ulrich Matthes die Geschichte von vier Menschen. Der Roman von Michael Ondaatje, ein äußerst komplexes Meisterwerk voller Versatzstücke, Rückblenden, Monologe, Erinnerungen, philosophischen Gesprächen und ruhigen Betrachtungen verschiedenster Sujets, wird - allerdings stark gekürzt - zu einer Studie der Zerstörung. Der Krieg hat nicht nur die Landschaft vernarbt, die Villa zerstört, sondern auch die Menschen, die in ihr Zuflucht gesucht haben. Ihre Wunden werden in leisen, fast unmerklichen Einblicken offenbart und ohne Voyeurismus und Sensationsgier, ohne Effekthascherei oder vordergründige Freud?sche Analyse ausgebreitet.
Es entsteht ein Mosaik von Erinnerungen, Gedanken und Betrachtungen, das nur das Ziel hat, die Menschen und ihr Leid in und nach einem Krieg darzulegen. Das Leid des Menschen durch den Menschen. Die Sinnlosigkeit dieses Leidens, betrifft es doch alle Menschen. Sieger und Besiegte, Gewinner und Verlierer gibt es nicht, sondern nur Betroffene und Zerstörte.
Ondaatje gelingt das Kunststück, dies sichtbar zu machen. Die leise Melancholie des Textes wird wundervoll von Matthes in das Medium Hörbuch transportiert. Ja, der Zuhörer gewinnt den Eindruck, dass dieses Buch erst durch den ruhigen, emotional tief beeindruckenden Berichtcharakter, den Matthes Stimmmodulation hervorruft, seine volle Entfaltung erfährt.
Ist das Buch oft zu geschwätzig, sind viele Monologe irreleitend und führen fort vom Grundgedanken des Buches, erreicht der dramaturgisch wohlüberlegte Aufbau dieses Hörbuches mit seiner Straffung der Erzählung, seiner Betonung auf den Gedanken der vier Protagonisten und seiner Fokussierung auf ihren inneren Wunden beinahe Perfektion.
Vor allem im Vergleich zum Film, der sich auf die allzu plakativ ausgestaltete Liebesgeschichte des "englischen Patienten" mit einer verheirateten Frau und deren Schicksal konzentriert, beweist dieses Hörbuch seine Qualitäten. Es reißt mit, bewegt den Zuhörer zutiefst, vermeidet aber in Kitsch und reine emotionale Betroffenheit abzugleiten.

Fazit: Dieses Hörbuch ist in meinen Augen ein Meisterwerk. Es ist dem Film in seiner literarischen Wertigkeit meilenweit überlegen, übertrifft sogar das Buch, weil es dessen Geschwätzigkeit und einige langatmige Passagen aus lässt und sich auf das Wesentliche der Geschichte konzentriert. Negativ anzumerken ist einzig die bereits dem Buch zugrunde liegende Beliebigkeit der ausgewählten Figuren. Weder dem Buch noch dem Hörspiel gelingt es, diese vier Personen und ihre Lebensgeschichten als notwendige Auswahl begreiflich zu machen. Die Beliebigkeit, zweifellos Kunstgriff des Autors, um die grundsätzlich zerstörerische Wirkung des Krieges begreiflich zu machen, lässt die Figuren seltsam isoliert im Raum stehen und verhindert eine Identifikation mit ihnen. Der Grundgedanke das Autors ist also zugleich Haupthindernis, sich vollends in das Geschehen und die vier Charaktere einzufühlen. Der Abstand, den diese vier Menschen zwischen sich aufbauen und niemals ganz aufzugeben bereit sind, scheint auch zwischen ihnen und dem Zuhörer zu bestehen. Aber auch das trägt zur Melancholie, dieses Hörbuchs bei. Das zugrundeliegende Buch von Ondaatje ist eben kein Unterhaltungsroman - auch wenn der Film diesen Eindruck erwecken könnte - sondern er ist ein komplexes Kunstwerk, teils sperrig, teils unverständlich, immer aber tief bewegend.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unter Fresken, 23. August 2007
Schriftsteller werden oft davor gewarnt, in Rückblenden zu erzählen. Ein Leser brauche eine lineare Erzählung, an der sich die Ereignisse wie Perlen aneinanderreihen. Ondaatje beweist in diesem Roman, daß vom Leben der Gestrandeten, der in einem Krieg Ausgespuckten nur noch eines Bestand hat: der Erinnerungsfetzen, das Puzzle, was einem geblieben ist, das Aussparen wollen von Bitterem, vom Schrecken, wie von Liebgewonnenem, daß man in seiner Abwesenheit nicht mehr erträgt.

Was in Italien wie ein Kammerspiel mit vier Personen daherkommt, öffnet sich in den Rückblenden zu einem breiten Kosmos der Welt vor und zu Zeiten eines Kriegs, entführt uns in die Wüste zu den Nomaden und in die ausgelagerte englische Gesellschaft im Ausland mit ihren halbseidenen Intrigen. Das Leben in der Nachkriegszeit ist nur unter Morphium für den Patienten zu ertragen. Er stirbt und sieht darin eine gerechte Strafe für eine zurückgelassene Liebe. Während der Dieb seinen Folterer sucht, sich zwischen Bombenentschärfer und Krankenschwester verstohlene Liebe ohne Zukunft regt.

Sie alle werden weiterziehen, entwurzelt leben. Sie klammern sich nur für einen Moment aneinander, um wieder zu Kräften zu kommen. Kräfte, die ihnen entzogen wurden und von denen sich nicht wissen, ob sie in alter Stärke zu ihnen zurückkehren. Wo wollen sie hin? In die Heimat zurück? Wo liegt die?

Ondaatje hat die Zerrissenheit der Menschen, die einen Krieg erlebt haben, ein literarisches Denkmal gesetzt. Es läßt niemanden unberührt zurück.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zeitenüberwinderer, 28. Januar 2001
Rezension bezieht sich auf: Der englische Patient (Taschenbuch)
Es ist auch mein Lieblingsbuch. Man spürt, schon nach der ersten Seite, der Sand, die Luft und das Leben in und um die Wüste ist orangebraun, eine wunderschöne Farbe. Daneben ist die Stimmung die um und in der Villa erzeugt wird, in einer helles, hereingleitendes Tageslicht gehüllt; beide Farben also eindeutig schön, nostalgisch, romantisch und zugleich unbeschreiblich. Aber tatsächlich bildet dieses Licht einen Kontrast zur Geschichte des schwersten Krieges der Menschheit, der eher blau, grau, kalt und vernichtend ist. Bei Ondaatje ist er das auch, aber nur im Herzen, ein romantisches, ja fast schönes Untergehen vierer Menschen durch den Krieg; die fallenden leisen, weit entfernten Bomben wirken nicht bedrohlich, sondern passen sich wie selbstverständlich in das Bild ein. Die im Film so stark betonte längst vergangene Liebesgeschichte tritt in den Hintergrund; die Liebe der tatsächlich agierenden Personen wird offensichtlich; wobei die Annahme überwiegt, dass Hana eine eher einseitige Liebe gegenüber dem Patienten, Kip und Caravaggio hegt; es aber umso deutlicher ist, dass diese drei Hana wie wahnsinnig lieben; und sie vielleicht nur der Tragik wegen verlassen - oder verläßt sie sie? Der Roman läßt sich unendlich oft lesen, und genauso oft hat man das Gefühl, in eine einzigartige romantische Stimmung zu geraten, dass die Tragik bei jedem Male wächst aber auch schöner wird, und dass eine neue, andere Geschichte vor einem liegt...genauso spannend erwartet ist dann das Ende. Immer wieder entdeckt man einzigartig etwas anderes, etwas anderes Schönes. Und genauso sollte man das beschreiben, es ist ein schönes Buch, es geht nicht um den 2. Weltkrieg, es könnte ein Krieg den Hintergrund bieten, der 200 Jahre voher gespielt hat, oder der noch vor uns liegt. Auch wenn es nicht unverweigerlich mit dem historischen Umfeld verbunden ist, ist es doch ein historisches, und schönes, Buch, es läßt die Tränen fließen und sich besser fühlen - überwindet Zeit und Raum.
Das Puzzle fügt sich zu einem vollendeten Leben zusammen und läßt offen, wer der englische Patient wirklich ist. Nur wir selbst kennen die Antwort...
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Etwas ratlos, 16. Oktober 2003
Rezension bezieht sich auf: Der englische Patient (Taschenbuch)
Vier Personen, Strandgut des Krieges, treffen im Sommer 1945 in einer Villa nördlich von Florenz zusammen. Das Buch schildert aus wechselnden Erzählerperspektiven ihre Vorgeschichten, ihre Verletzungen durch den Krieg und ihr Verhältnis zueinander. Der gesamte Text ist von einem ruhigen und gelassenen Ton getragen, dabei jedoch meistens recht straff erzählt. Wenn es denn funktioniert, ist Ondaatjes Sprache tatsächlich sehr poetisch und erzeugt eine ungeheuer dichte Atmosphäre, gerade in kleinen Dingen des Alltags. Wenn es nicht funktioniert, wird der Text prätentiös und langweilig. Was die Liebesgeschichten betrifft, so berichten sie von großen Gefühlen, machen sie aber - für mich - nicht spürbar; das Buch bleibt hier im Grunde eigenartig kalt. Auch frage ich mich, ob Ondaatje in den vier Geschichten nicht allzu Disparates zusammenbinden wollte, das Verbindende, Gemeinsame ist nicht immer einfach zu erkennen. Beeindruckend dagegen der Kontrast zwischen den immer wieder thematisierten Verheerungen des Krieges und der Reinheit und dem Optimismus der Toskana bzw. der Renaissancevilla.
Bestimmt ein gutes Buch, aber ein Meisterwerk konnte ich nicht entdecken.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Der Film war leider ein bißchen besser..., 13. April 2011
Rezension bezieht sich auf: Der englische Patient: Roman (Taschenbuch)
Obwohl der Film um Welten einfacher und durchschaubarer ist, ziehe ich ihn dem Buch vor. Das Buch kann zwar mit poetischer Sprache punkten, aber die Struktur, die zugegebenermaßen für einen postmodernen Roman typisch ist, erschwert einem die Lektüre. Hätte ich den Film nicht vorher gesehen, hätte ich so meine Probleme gehabt mir die Charaktere vorstellen zu können. Der Film ist trotz seiner gelegentlich etwas banalen Dialoge und der häufig etwas zu gefühlsduseligen Atmosphäre sehenswert, da die Charaktere zwar etwas flach (die vertrottelte, manchmal etwas naive Katherine; der wortkarge Almásy; der eifersüchtige Clifton), aber trotzdem nachvollziehbar dargestellt sind, die Bilder überzeugen und die Erotik auch nicht zu kurz kommt. Das Buch hingegen beginnt zwar vielversprechend, flacht aber immer mehr ab, die Handlung wird langweilig.Vor allen Dingen die Geschichte Kips war für mich nur noch langatmig, was aber eigentlich schade um die interessante und originelle Story und um die unkonventionellen Figuren ist. Die seitenlangen Beschreibungen wie Kip Bomben entschärft, hätte sich der Autor meiner Meinung nach sparen können. An diesen ist meine Lektüre letztendlich auch gescheitert. Der fragmentarische Stil mag zwar modern sein, doch die Figuren kommen einem nur stückchenweise näher - und dadurch eben auch zu langsam. Ich war jedenfalls dieses Mal zu ungeduldig, vielleicht sollte ich ihm ein ander Mal eine Chance geben.
Fazit: Auch wenn der Film nicht gerade geistig überfordert, lieber nochmal anschauen, anstatt sich mit dem Buch abzumühen. Hinter der wundervollen Schreibweise verbergen sich zu wenig Schätze, als dass es sich lohnt.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ondaatje bringt es fertig, den Wüstenwind in Worte zu fassen, 27. Mai 2000
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der englische Patient (Taschenbuch)
Ondaatje stammt aus Sri Lanka, seine Sprache gleicht manchmal dem Monsum, manchmal einer zarten Blüte benetzt mit Morgentau. Er bringt die Dünen, den Sand, er bringt die Sahara zu Papier, faßt sie in Worte, zelebriert ihre Schönheit. Er weckt Sehnsüchte, die Sehnsucht nach Hitze, Staub, einem Schluck Wasser und nach der ewigen Liebe. Katherine heißt sie, dünn, eckig, verheiratet, betritt sie die Wüste und damit das Leben des ungarischen Grafen, der später englisch sein wird. Die Liebe bringt sie dazu, zu tut, was sie hassen, zu lügen und besitzen zu wollen. Jahre später betreut die Krankenschwestzer Hanna den Patienten. Zu Beginn des Krieges wurde sein Flugzeug abgeschossen, er ist nur noch "ein stück Toast, mein Freund". Auch Hanna lernt nun, gegen Ende des Krieges, die Wahre Liebe kennen.... Viele haben den hervorragenden Film gesehen, mit seinen wundervollen Bildern. Doch Ondaatjes Werk steht in Nichts nach, er zeichnet mit Worten. Ein Leseerlebnis. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantastisch !, 29. August 2002
Von 
Dr. Matthias Korner "brundisium" (Ratingen, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der englische Patient (Taschenbuch)
Die Rahmenhandlung des 325 Seiten langen Romans spielt im Jahre 1945. In den letzten Tagen des 2. Weltkieges finden vier Menschen mit sehr unterschiedlicher Vergangenheit Zuflucht in einer toskanischen Villa : Caravaggio, der ehemalige Dieb und Aliiertenspion, Kip, ein junger Sikh und Spezialist im Entschärfen von Bomben, Hana, eine kanadische Krankenschwester und der geheimnisvolle 'englische Patient', der in Nordafrika abgeschossen wurde und in Wirklichkeit wohl der Ungar Almasy ist.
In verschiedenen Rückblenden blättert der 1943 in Sri Lanka geborene Autor holländisch-tamilisch-singhalesischer Abstammung verschiedene prägende Episoden im Leben seiner Hauptfiguren auf, allen voran die tragisch endende Liebe Almasys zur Frau eines englischen Flugoffiziers. Besonders gelungen sind dabei die Passagen, in denen der Leser Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt von Kip bei seiner lebensgefährlichen Tätigkeit erhält. Instruktiv auch die Ausführungen über die britische geographische Gesellschaft (Royal Geographical Society in London) und ihre Forschungen in der nordafrikanischen Wüste.
Ondaatjes Roman ist eine selten gelungene Mischung aus sprachlicher Brillanz, dem Leser ans Gemüt gehender Schilderung von Emotionen und eines zeithistorisch interessanten Rahmens. Das Buch hat seine 5 Sterne mehr als verdient. Gleichzeitig ist 'Der englische Patient' einer der wenigen Fälle, in denen es sich ohne Angst vor Enttäuschung lohnt, sich sowohl das Buch als auch den Film - egal in welcher Reihenfolge - anzutun.
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9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wer ist der Patient wirklich?, 8. September 2004
Von 
Amazon Kundenrezensionen "wolfgang_neubacher" (A - 5203 Köstendorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Wahrscheinlich kennen mehr Leute den gleichnamigen Film als den Roman des in Kanada lebenden, aber in Ceylon geborenen Autors - und wahrscheinlich "gewinnt" auch hier der Roman.
Wie tief Kriege Menschen betreffen, verändern, ja traumatisieren, zeigt sich auch an den Figuren dieses Romans. In einer Villa nördlich von Florenz pflegt die kanadische Krankenschwester Hana einen nicht transportfähigen Patienten, dessen Identität nicht klar ist. Zu diesen 2 Personen gesellen sich der ehemalige Spion Caravaggio und der britisch-indische Minenentschärfer Kip. Und während der Krieg an diesem Abschnitt der Front bereits vorbei ist, beginnt er im Inneren der schwerbeschädigten Villa erst so richtig - aber dieses Mal ohne Waffen...
Ondaatje ist ein beeindruckendes Werk gelungen, auch wenn mancher Leses den Schluss nicht unbedingt goutieren wird. Fasziniert hat den Schreiber dieser Zeilen vor allem die Einbindung von Zitaten aus diversen anderen Werken (z.B. über die libysche Wüste oder das Entschärfen von Blindgängern). Es entsteht eine ganz eigene Atmosphäre, der man sich unmöglich entziehen - und das Buch kaum weglegen kann.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Über Liebe und Hass in der Nachkriegszeit., 13. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Der englische Patient: Roman (Taschenbuch)
Der zweite Weltkrieg ist vorbei, doch die Schrecken bleiben. In einer zum Lazarett umgebauten Villa nahe Florenz umsorgt die junge Krankenschwester Hana einen Patienten mit schweren Verbrennungen. In den wirren Tagen nach Tod und Elend bliebt der entstellte Mann ihre einzige Hoffnung. Doch dieser kann isch nicht mal an seinen Namen erinnern und wird von wirren Träumen geplagt. In einer Gewitternacht stoßen der Spion Caravaggio und der Minensucher Kip zu ihnen. Zwischen den Gestrandeten der Nachkriegszeit entbrandet ein Gefühlschaos aus Liebe, Hass, Vertrauen und Verdächtigungen. Nur langsam können die wahren Hintergründe jeder einezelnen Person aufgedeckt werden.
Dem viel gefeierten und oscarprämiert verfilmten Werk legte Autor Michael Ondaatje teilweise die Biografie des Wüstenforschers Ladislaus Almásys zu grunde. "Der englische Patient" erzählt in Rückblenden von den menschlichen Tragödien nach dem Krieg und von schmerzlichen Erfahrungen der Liebe. Dem Autor gelang es trotz des eher unbefriedigenden Endes eine gefühlvolle und sehr bewegende Geschichte, die unmissverständlich klarstellt, dass es im Leben auf mehr als den materiellen Besitz ankommt. Ein Buch, das so fesselt und berührt, dass man am Ende nur zutiefst betroffen den Buchdeckel zuklappen kann.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einmal so lieben ..., 29. Dezember 1999
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Der englische Patient (Taschenbuch)
Viele mögen den Film zum Buch kennen und von diesem schon fasziniert gewesen sein. Das Original aber, Ondaatjes Roman, fesselt den Leser noch stärker und läßt einem nicht mehr los. Die Zeit, die Orte all das scheint sich in seinem Roman zu verlieren und zu einem großartigen Ganzem zu verweben. Die vier Charakteren des Buches verbergen alle traurige Geheimnisse, denen der Leser nur Stück für Stück auf die Schliche kommt. was den Roman aber auszeichnet sind nicht nur die wundervollen Geschichten von der Liebe in Mitten des Krieges, sondern auch die kunstvolle Art, mit der Ondaatje sie erzählt. Denn er ist ein begnadeter Erzähler, der einen Zeit und Raum beim Lesen vergessen läßt. Die Geschichten sind ineinander auf wundervolle Weise verwoben und jeder lernt vom anderem. Auch wenn vieles tragisch endet, ist es doch der beeindruckenste Versuch die Kraft der Liebe in Worte zu kleiden, den ich kenne. Und wenn man das Buch gelesen hat, so wünscht man sich einmal im Leben so zu lieben, wie es die menschen im "Englischen Patienten" tun. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Der englische Patient: Roman
Der englische Patient: Roman von Michael Ondaatje (Taschenbuch - 1. Juli 2007)
EUR 9,90
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