holidaypacklist Hier klicken foreign_books Cloud Drive Photos OLED TVs Learn More madamet HI_KAERCHER_COOP Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip GC FS16

Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen5
3,8 von 5 Sternen
Preis:8,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

TOP 500 REZENSENTam 24. September 2015
Mit den oben aufgezählten Attributen könnte man wohl beinah jedes von Lenz Werken überschreiben, sicherlich. Doch diese fünf kleinen Erzählungen (je 14-40 Seiten lang) des späten Siegfried Lenz fordern besonders die Erwähnung jener hanseatischen Eigenschaften: still, unaufdringlich, elegant. Und sowenig sie dem Gesamtwerk des freundlichen Alten noch eine neue Facette hinzufügen können; so sehr sind sie doch zu empfehlen.
Der bei Erstauflage des Buches 85jährige Autor, schenkt seinen Lesern fünfmal Muße, fünf Reflexionen über einen tieferen Lebenssinn, fernab von geschäftiger, alltäglicher Banalität; fünfmal Hinwendung zu essentiellen Momenten. Still und unaufdringlich und vielleicht gerade deshalb: einprägsam.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Januar 2016
Museumswärter Detlev Krell liebt seine Frau und "Antonia mit dem blauen Schal" ein Gemälde von einem Schüler El Grecos. Es ist wirklich Liebe, die ihn mit diesem Gemälde wie mit einer realen Person Verbundenheit und Geheimnis und starke Gefühle erleben lässt, wann immer er sich ihm nähert: "Immer, wenn Detlev Krell den zweiten Saal des Stadtmuseums betrat, blieb er einen Moment stehen. Er schloß die Augen, straffte sich, schien Atem zu holen ... Wenn er seinen Rundgang dann fortsetzte, lächelte er und beschleunigte seine Schritte ...; er bewegte sich, als ginge er zu einer Verabredung ... Er mußte Antonia begrüßen, Antonia mit dem blauen Schal." (S.9). Und dann wird in das Museum eingebrochen. Bilder werden gestohlen, nicht aber das Bildnis Antonias. Krell beschließt, das Gemälde an sich zu nehmen und hängt es zuhause erst heimlich in seiner Werkstatt, dann ganz offen in seinem Wohnzimmer auf - und entfacht dadurch die Eifersucht seiner Ehefrau, die er liebt, aber anders liebt als dieses Gemälde, und es kommt zum Kampf und zu einer unerwarteten Auflösung der unlösbaren Situation.

Ich gebe den Inhalt dieser ersten Erzählung so ausführlich wieder, weil sie mich fasziniert hat: Nur 12 Seiten, aber so viel Lebenserfahrung, so viel Wissen über die Wege und die Verirrungen der Liebe, so viel warmherziges Einverständnis mit den Gefühlen der erzählten Figuren! Und so sind alle fünf Erzählungen dieses schmalen Bandes: "Die Maske" macht aus dem eigentlich etwas verschlossenen jungen Mann einen anderen, so dass die Stadtschönheit Lene ihn küsst und sich in ihn verliebt. "Die Sitzverteilung" bei der Ehrung eines Schiffskapitäns nach einem Schiffsunglück macht deutlich, dass da nicht nur Tapferkeit und Heldenmut zu recht geehrt werden, sondern dass da auch Schuld und Ungenügen mit im Spiel sind. "Ein Entwurf" für das Leben eines geliebten Kindes, wie man es sich als Elternpaar für sein Kind wünscht, ist noch nicht dieses Leben. "Das Interview" mit einem berühmten Filmregisseur zu dessen aktuellem Film führt zu erstaunlichen Reflexionen über die Macht des Schicksals: "Das Schicksal verzichtet oft auf Kommentare, es begnügt sich damit, zuzuschlagen." (S. 123).

Schmälere ich durch diese fünf Inhaltsangaben den Genuss, dieses Buch zu lesen? Ich hoffe nicht. Meine Absicht ist es eher, auf diese Erzählungen Lust und Appetit zu machen; sie sind äußerst fein und kunstvoll geschrieben und deshalb m.E. absolut lesenswert.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Das schmale Taschenbuch versammelt fünf Kurzgeschichten von Siegfried Lenz. Sie zeigen ihn wieder als einen Meister der Kurzprosa. Mit wenigen, präzisen Sätzen zeichnet der inzwischen 87jährige Autor lebendige Figuren und eine abwechslungsreiche und nachdenkliche Atmosphäre.

Gleich in der Auftaktgeschichte „Rivalen“ erzählt Lenz von einem Museumswärter, der einen Gemäldediebstahl ausnutzt, um selbst sein Lieblingsgemälde „Antonia mit dem blauen Schal“ zu entwenden. Doch die Eifersucht seiner Ehefrau auf das Frauenporträt treibt diese zu einer Verzweiflungstat. In „Die Sitzverteilung“ wird der Kapitän eines bei schwerem Sturm gesunkenen Schiffs für seinen heroischen Einsatz an Bord eines betagten Holzschoners geehrt. Der Geehrte gibt jedoch das „Silberne Steuerrad“ wortlos an einen Redakteur weiter, denn bisher wurde ein kleines Detail verschwiegen.

Mit 40 Seiten ist die Titelgeschichte „Die Maske“ die längste Geschichte des Bandes. Sie erzählt mit einem Augenzwinkern von der heilsamen Wirkung von Masken, die mit einem Übersee-Container an einer Nordsee-Insel angeschwemmt werden. Die chinesischen Tiermasken stiften bei einem „Maskenball“ beinahe kindlichen Frohsinn, selbst unter bisher verfeindeten Nachbarn.

In „Ein Entwurf“ wird ein Patient in einem Krankenhaus Ohrenzeuge, wie sein Zimmernachbar der Ehefrau den Entwurf zu einer Erzählung vorliest. Das Spannendste der Geschichte ist jedoch die sonderbare Reaktion der Frau. In der abschließenden Geschichte „Das Interview“ interviewt der Ich-Erzähler einen Regisseur, der ihn über sein neustes Filmprojekt informiert. Eine Geschichte, die das Leben eines Mannes entscheidend verändert.

Alle fünf Geschichten besitzen den typischen Lenz-Sound und überzeugen auf eine anspruchsvolle und doch bescheidene Weise.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. Juni 2014
Der schmale Band enthält fünf neue Erzählungen des inzwischen 88jährigen Siegfried Lenz. Die erste fesselte mich beim Querlesen und ich kaufte das Buch. Der Plot ist gut. Ein Museumswärter verliebt sich in eines der ausgestellten Frauenbildnisse, entwendet das Werk und stellt es zuhause auf. Seine Frau durchlebt quälende Stunden und Tage, denn sie bemerkt, dass ihr Mann eine Beziehung zu dieser imaginären Frau aufgebaut hat, mit ihr zu sprechen beginnt und ihre Gedanken zu lesen scheint. Die Erzählung ist wirklich spannend, endet dann aber abrupt und völlig unbefriedigend. Ich war enttäuscht. Die zweite Geschichte ist stark konstruiert und lebt von Bildern. Lenz will etwas mitteilen und ausmalen. Er behandelt das Thema Masken und zeigt, dass Menschen anders agieren und anders wirken, wenn sie sich hinter einer Fassade verbergen können. Diese Geschichte will lehrreich sein und das störte mich vor allem, weil mir der tiefere Sinn bis zuletzt verborgen blieb. Die drei folgenden Erzählungen sind nach demselben Schema gestrickt. Es gibt eine kleine Rahmenhandlung, die Personen vorstellt, die etwas zu erzählen haben. Hier sind Vortragende in einem Saal, ein Schriftsteller im Krankenbett oder ein Regisseur beim Interview. Lenz lässt sie ausgiebig sprechen und letztlich erzählen alle die Lebensgeschichte einer weiteren Person, eines Kapitäns, eines fiktiven Sohns, eines Protagonisten. Diese ausgedehnten Lebensläufe wirkten auf mich bruchstückhaft zusammengesetzt und langatmig. Mir fehlte jegliche Spannung und ich konnte nicht erkennen, warum sie unbedingt erzählt werden mussten. Fazit: Diese Erzählungen gehören nicht zu den Meisterwerken des bekannten Autors. Man versäumt nichts, wenn man sie nicht gelesen hat.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 27. September 2013
Dieses Buch birgt fünf anrührende, bewegende und Lebensechte Erzählungen. Die vom Autor gewohnte literarische Tiefe erlangen sie leider nicht, wenngleich sie ansprechend unterhalten wie die Geschichte über den Maskenfund am Strand und die Verwandlung der Menschen, als sich mit dem zufälligen Aufsetzen der Masken ein ungesteuertes Spiel unter ihnen entspinnt, welches neue und alte Wahrheiten offenbart.

Oder es ist der melancholische Bericht eines Schriftstellers über den verlorenen Sohn, dessen Lebensstationen er aus dem Krankenbett seiner Frau vorliest und sich beide in ein Leben träumen, das es so gar nicht gibt.

Ähnlich überraschend und doch letztendlich harmlos endend kann man die Entwicklung von Eifersucht einer Frau auf das von ihrem Ehemann bei günstiger Gelegenheit aus dem Museum entwendeten Lieblingsgemälde erleben. Die Ausstrahlung des doch nur gemalten Portraits drängt sich so stark in den Lebensalltag der Beiden, dass es zu einem unausweichlichen Beziehungskonflikt führt.

Die Erzählkunst des Autors reicht, um in den Geschichten ausreichend Atmosphäre zu erzeugen, dass sie besonders nennen kann. Das mag an der feinziselierten Beschreibung von Wesenseigenheiten der Protagonisten oder auch an den unerwarteten, aber Nachdenkens werten Auflösungen oder Enden seiner Lebens- und ein wenig auch Liebesgeschichten liegen. Und: in allen von ihnen steckt ein gehörig Maß an Lebensweisheit. (c) 9/2013, Redaktionsbüro Geißler, Uli Geißler, Freier Journalist, Fürth/Bay.
0Kommentar|3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden