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32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine ganz besondere Liebesgeschichte
INHALT:
Léon und Louise sehen sich das erste Mal, als Léon gerade 17 ist und nicht so recht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll. Ihre Leichtigkeit und Lebenslust beeindrucken ihn sehr. Er kann sie einfach nicht vergessen und setzt alles daran sie kennen zu lernen. Scheinbar zufällige Treffen werden zu längeren Gesprächen und...
Veröffentlicht am 15. März 2011 von Nanni "fantasie-und-traeum...

versus
63 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Verantwortung statt Egoismus
Es ist 1918, als der 17-jährige Leon im Kriegsdienst die gleichaltrige Louise kennenlernt. Leon ist von Anfang an von diesem temperamentvollen Mädchen fasziniert, doch Louise gibt sich zunächst unnahbar. Nach viele Gesprächen und einem gemeinsamen Ausflug ans Meer ist jedoch klar: diese beiden gehören zueinander. Doch der Krieg meint es nicht gut...
Veröffentlicht am 8. Februar 2011 von S.D. vom Blog esdeh


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32 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine ganz besondere Liebesgeschichte, 15. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Léon und Louise: Roman (Gebundene Ausgabe)
INHALT:
Léon und Louise sehen sich das erste Mal, als Léon gerade 17 ist und nicht so recht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll. Ihre Leichtigkeit und Lebenslust beeindrucken ihn sehr. Er kann sie einfach nicht vergessen und setzt alles daran sie kennen zu lernen. Scheinbar zufällige Treffen werden zu längeren Gesprächen und festen Verabredungen. Nach einem gemeinsamen Wochenendausflug nimmt ihre Zweisamkeit ein jähes Ende. Auf ihrer Rückreise geraten sie in einen Bombenangriff. Während Léon schwer verletzt aufgefunden wird, bleibt Louise verschollen.

ZUM AUTOR:
Alex Capus hat Geschichte, Philosophie und Ethnologie studiert und als Journalist gearbeitet. Er lebt mit seiner Familie in der Schweiz und ist dort politisch engagiert. Seine Romane sind mehrfach ausgezeichnet.

EIGENE MEINUNG:

Ich weiß gar nicht, was mich am meisten an dem Buch begeistert hat. Die wundervolle Schreibe von Alex Capus, die leicht, aber dennoch sehr nachdrücklich ist, die Geschichte um Léon und Louise, oder die Charaktere. Die starke Louise, die ein Frauenbild verkörpert, das einfach nur bewundernswert ist, oder der gradlinige, fleißige und verantwortungsbewusste Léon. Ich denke es ist das Gesamtpaket, das Alex Capus neustes Werk zu etwas ganz besonderem macht.

Er beginnt seine Erzählung in der Gegenwart. Mit Léons Beerdigung, die auf wenigen Seiten schon ausdrückt, das Léons Leben alles andere war als gewöhnlich. Ab dem zweiten Kapitel erfahren wir dann, wie Léon und Louise einander getroffen haben, und wie Léon nach dem Bombenangriff, bei dem er Louise verloren hat, weiterlebte.

Mit großer Begeisterung habe ich die Dialoge zwischen Léon und Louise gelesen. Wenige Worte und doch so aussagekräftig, was, sowohl den Charakter der Protagonisten, als auch den Charakter der Beziehung betrifft. Ohne große Worte ist ihre Beziehung etwas ganz einzigartiges.

'Dich kenne ich' sagte sie, 'aber woher?' Ihre Stimme war noch bezaubernder als Léon sie in Erinnerung gehabt hatte. 'Von der Landstraße', sagte er. 'Sie haben mich auf dem Fahrrad überholt. Zweimal.'

Die Liebe, die Autor Alex Capus zwischen Léon und Louise kreiert, ist anders als andere Liebesgeschichten. Es ist eine wahre Liebe, die von lebenslanger Beständigkeit ist. Ohne jeglichen Egoismus gesteht sie Freiheiten zu und macht Kompromisse, um bestehen zu können. Ganz unkonventionell, aber dennoch voller echter Gefühle.

FAZIT:

'Léon und Louise' ist eines der schönsten Bücher, die ich bisher gelesen habe. Ich wurde unterhalten, hat mich in die Gefühle der Protagonisten hineingezogen und mir eine wundervolle Geschichte über eine besondere Liebe erzählt.
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112 von 121 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelebte Moral, 2. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Léon und Louise: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Buch "Léon und Luise" beginnt mit der Beerdigung Léons 1986. Nach einem langen Leben hat er eine große Nachkommenschaft hinterlassen. Das Erscheinen einer alten Frau, die den Toten küsst, und die Reaktion der Familie lässt einen Skandal vermuten.

Ab dem Zweiten Kapitel beginnt dann der Bericht über Léons Leben ab seinem 17. Lebensjahr, als er Louise kennenlernt. Die beiden hat es in jungen Jahren ohne Familie in einen kleinen französischen Ort verschlagen, wo sie Arbeiten der eingezogenen Soldaten verrichten. Louise arbeitet beim Bürgermeister, Léon bei der Bahn. Man kommt sich näher, ganz zaghaft, wie es wohl zu dieser Zeit erwartet wurde. Nach einem zweitägigen Ausflug ans Meer geraten sie in einen der letzten deutschen Angriffe des ersten Weltkrieges, werden beide verletzt und halten sich gegenseitig für tot.

Beide können einander nicht vergessen, dennoch geht das Leben weiter. Léon arbeitet als Chemiker für die Polizei, Louise als Tippmamsell für die Bank, beide in Paris. Léon gründet eine Familie. Und dann begegnen sie einander wieder.....

Da der Enkel Léons der Erzähler ist, erfährt man recht viel über seinen Großvater, nicht sehr viel über Louise. Ihre Gedanken stammen aus Briefen, die sie Léon geschrieben hat. Für beide scheint das Leben ohne große Höhen und Tiefen dahinzuplätschern. Keine Rede von Karriere, Verzweiflung, Eifersucht, großer Liebe. Das ist einfach da und gehört dazu. Aber es gibt Regeln, die so tief verwurzelt sind, dass man gar nicht auf die Idee kommt, sie zu brechen.

Natürlich hat man Angst, wenn die Deutschen in Paris einmarschieren, aber man hat eigene Vorstellungen von Moral und dazu gehört auch ein gewisser Widerstand. Damit hebt sich Léon deutlich von seinen Mitarbeitern ab. Er führt ein moralisches Leben, er hilft wo er kann, aber die Sicherheit der Familie steht immer an erster Stelle. Er hat ein "friedfertiges Phlegma", eine "fröhliche Schwermut" und ist ein freundlicher Rebell. Er hat nur dieses eine Leben und das geht seinen Gang. Am Ende führt es ihn wieder zurück zu seiner allerersten Liebe, einem Boot. Und vielleicht wird auch sein Warten auf Louise belohnt. Oder ist die Liebe, die durch das Warten an Intensität gewonnen hat, Lohn genug?

Das ist eine ganz einfache, kleine Geschichte von einem ganz normalen Leben. Und doch steckt eine ungeheure Spannung darin. Alex Capus benutzt eine einfache, sehr stilsichere Sprache, die diese scheinbar einfache Geschichte perfekt wiedergibt. Dieses Buch habe ich in kürzester Zeit verschlungen und bin sicher, dass ich es mindestens noch einmal lesen werde. Ich glaube, dass noch viel mehr darinsteckt, als beim ersten Lesen erkannt werden kann.
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130 von 141 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, 1. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Léon und Louise: Roman (Gebundene Ausgabe)
Achtung, es folgt eine schamlose Lobeshymne. Ich muss mir jegliche Objektivität absprechen, denn Alex Capus hat mit 'Léon und Louise' völlig verzaubert.
Selten habe ich eine Liebesgeschichte auf so hohem sprachlichen Niveau gelesen, die zart und romantisch ist und doch ohne den Hauch von Kitsch.
Léon und Louise haben als junge Erwachsene zur Zeit des 1. Weltkriegs gerade zueinander gefunden als sie durch einen Fliegerangriff auseinander gerissen werden und ihr Leben mit dem Gedanken weiterführen, dass der andere gestorben ist.
Léon heiratet eine andere Frau, der er mit Ehrgefühl zur Seite steht und es steht außer Frage, dass er für sie und ihre gemeinsamen Kinder sorgt.
Durch Zufall begegnet er der totgeglaubten Louise in der der Pariser Metro und von diesem Zeitpunkt an widersetzt sich ihre tiefe Seelenliebe freiwilligen Trennungen im Namen der Vernunft, sowie unfreiwilligen, räumlichen Trennungen durch die Geschehnisse des 2. Weltkriegs.
Es ist unbeschreiblich, wie stark diese Liebe im ganzen Roman präsent ist, obwohl das Paar einen Großteil der Zeit getrennt voneinander ist.
Es ist Alex Capus ganz wunderbar gelungen seinen Roman um und auf historischen Begebenheiten aufzubauen und die Zeit in Paris unter Besetzung der Nationalsoziallisten zum einen authentisch zu schildern und zum einen dazu zu nutzen dem Leser zu zeigen, dass es wichtig ist Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen und auch im kleinen Widerstand zu leisten.
Besonders ans Herz gewachsen ist mir die Figur der Louise, die so realistisch und schlagfertig ist (so antwortet sie Léon bei ihrer ersten Begegnung auf die Frage ob er sie ein Stück begleiten dürfe: 'Lieber nicht. Mein Heimweg führt durch eine dunkle Gasse. Dort würdest du mir womöglich etwas über Geschwisterseelen erzählen. Oder versuchen, mir die Zukunft aus der Hand zu lesen.') und sich doch nie von ihrer zärtlichen Liebe und der steten Anteilnahme an seinem Leben lösen kann.

Léon und Louise sind ein Paar, das sich einen Platz ganz oben am zeitgenössischen Literaturhimmel verdient hat, denn so ein zarter und gekonnter Umgang mit Sprache und eine Fantasie, die sich eine Geschichte erdacht hat, von der der Leser glauben möchte, dass sie so passiert ist, verdienen nicht weniger.
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63 von 69 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Verantwortung statt Egoismus, 8. Februar 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Léon und Louise: Roman (Gebundene Ausgabe)
Es ist 1918, als der 17-jährige Leon im Kriegsdienst die gleichaltrige Louise kennenlernt. Leon ist von Anfang an von diesem temperamentvollen Mädchen fasziniert, doch Louise gibt sich zunächst unnahbar. Nach viele Gesprächen und einem gemeinsamen Ausflug ans Meer ist jedoch klar: diese beiden gehören zueinander. Doch der Krieg meint es nicht gut mit ihnen. Sie werden bei einem Bombenangriff verletzt, verlieren sich aus den Augen und meinen schließlich, dass der jeweils andere tot ist.
Leon heiratet einige Jahre später Yvonne und er ist bereits Vater eines Sohnes, als ihm schließlich 1928 zufällig Louise in Paris wieder begegnet.
Louise hat sich nicht für eine Familie entschieden, sondern führt ein sehr eigenständiges Leben als Bürokraft bei der französischen Nationalbank.
Leon hat Verantwortung für Frau und Kind, eine Scheidung kommt für ihn nicht in Frage und so ist für Leons und Louises Liebe auch keine Lösung in Sicht ...

Im Grunde genommen beginnt "Leon und Louise" mit dem Ende der Geschichte. Die Familie kommt auf Leons Beerdigung zusammen und eine geheimnisvolle Frau kommt in die Kirche, die namentlich nicht benannt wird, aber für Raunen sorgt.
Von dieser Situation ausgehend erzählt Leons Enkel die Geschichte seines Großvaters und die der Frau die seine große Liebe war.
Es wird schnell klar, dass Leon eine Figur ist, der moralische Grundsätze und Verantwortung über das persönliche Glück gehen. Durch zwei Weltkriege hindurch begleitet ihn der Leser, erfährt von seinen stillen Rebellionen und seiner Fürsorge der Familie gegenüber. Louise jedoch blieb mir über weite Strecken hinweg fremd, was zum größten Teil daran liegt, dass man selten persönliches von ihr erfährt, außer aus den Briefen die sie an Leon im zweiten Weltkrieg schrieb und die Leons Enkel gefunden hat.
Es ist eine Geschichte, die von Verzicht und Verantwortung erzählt, in einer Welt die doch eigentlich von Egoismus geprägt ist und so ist es auch gerade das unauffällige, das dieses Buch besonders macht.
Dennoch war mir "Leon und Louise" streckenweise zu langatmig und gerne hätte ich erfahren, was diese Figuren denn wirklich denken mögen und nicht nur was sie nach außen hin repräsentieren. So erfährt der Leser auch nur wenig darüber, wie Leons Frau und Kinder mit der Situation umgehen. Auch führt die Geschichte nicht ganz bis an die Zeitepoche heran, in der der Prolog spielt. Es ist daher nicht klar, was noch in der Zwischenzeit geschehen ist und warum Louises Erscheinen bei der Beerdigung für solches Aufsehen sorgt. Hier hätte ich mir gerne mehr Klarheit gewünscht.
Insgesamt gesehen haben mir aber der Schreibstil und die Erzählweise von Autor Alex Capus gut gefallen und ich kann mir durchaus vorstellen noch weitere Bücher von ihm zu lesen.
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31 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Leichtigkeit des Alex Capus., 7. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Léon und Louise: Roman (Gebundene Ausgabe)
Leon und Louise sind ein unvergessliches Paar unserer Gegenwartsliteratur."

Wie treffend dieser Satz doch für das ganze Buch ist!
Leon und die kleine Louise lernen sich in einem kleinen Ort in Frankreich kennen und verlieben sich in einander.
Doch diese Liebe, die doch gerade erst angefangen hat, wird jäh durch den Krieg auseinander gerissen. Sie halten sich gegenseitig für tot und jeder geht seinen eigenen Weg. Leon heiratet und gründet eine Familie und Louise lebt, wie Louise eben leben will. Erst Jahre später treffen sie sich zufällig in der Metro wieder. Ist die Liebe immer noch so stark wie vor zehn Jahren?

Alex Capus erschafft auf eine leichte, poetische und doch humorvolle Art eine so herzergreifende Geschichte über Liebe, Krieg und Menschlichkeit , die mich als Leser mit einem wunderbarem und auch etwas traurigem Gefühl zurück lässt.
Eine Liebe, die über mehrere Jahrzehnte anhält ohne wirklich ausgelebt zu werden und doch, oder gerade deshalb, nie an Intensität verliert. Das ist die Geschichte von Leon und Louise.

Von den ersten Seiten an war ich wie gefesselt von diesem wunder, wundervollem Buch. Ich habe mit gefiebert und mitgelitten und war am Ende einfach sprachlos. Der märchenhafte Schreibstil von Alex Capus hat mich diese Geschichte hautnah mitfühlen lassen.
Ich hatte immer das Gefühl als ob ich direkt neben Leon und Louise stehen würde, ich hätte nur meinen Arm ausstrecken müssen. Wie würde man anstelle von den beiden handeln? Würde man sich genauso verhalten, bei einer so starken Liebe? Ich wüsste es nicht..

Ich weiß nur, dass dieses Buch eines der schönsten und doch, wenn man genauer darüber nachdenkt, auch eines der tragischsten Bücher ist, die ich je gelesen habe. Eine so bittersüße Mischung, die Lust auf mehr macht - Lust auf mehr von Alex Capus.
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37 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leon und Yvonne, 15. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Léon und Louise: Roman (Gebundene Ausgabe)
Als Leon Louise zum ersten Mal traf und sich sofort in sie verliebte, waren beide 17 Jahre. Auch wenn es schien, dass die selbstbewusste, etwas geheimnisvoll wirkende Louise so gar nicht zum stillen unehrgeizigen Leon passte, fühlten sie sich doch voneinander angezogen. Der 1. Weltkrieg ging fast spurlos an ihnen vorbei. Als sie jedoch auf dem Heimweg von einem gemeinsamen Ausflug in ein Bombardement gerieten, wurden sie voneinander getrennt. Beide dachten vom jeweils anderen, dass er nicht überlebt hatte. Erst viele Jahre später konnten sie dieses Missverständnis aufklären. Leider war Leon jetzt bereits mit Yvonne verheiratet.

Die ersten Seiten des Romans von Alex Capus umgarnten mich und ich lies mich gerne vom Beginn dieser romantischen Geschichte verzaubern. Auch wenn ich für so genannte "Frauenromane" nicht zugänglich bin, nehme ich gerne mal eine schöne Liebesgeschichte mit Ecken und Kanten, die den Bezug zur Realität nicht verliert, zur Hand. Eine solche glaubte ich mit "Leon und Louise" gefunden zu haben. Hier fand ich eine Liebe, die so stark war, dass sie über 70 Jahre hielt. Davor kann ich nur meinen Hut ziehen, trifft man sie heute doch nur noch selten an. Hätten die Protagonisten in der heutigen Zeit gelebt, wäre ihre Geschichte sicher anders verlaufen. Aber wir befinden uns nun mal zwischen zwei Kriegen und damals zählte ein gegebenes Wort noch.

Auch wenn mich das Band zwischen Leon und Louise beeindruckte, war es doch Yvonne, die mir ans Herz gewachsen ist. Ihre Duldsamtkeit wäre nicht der Weg, den ich gewählt hätte, aber dennoch zeigt sie eine gewisse Stärke. Sie hält die Familie zusammen, kämpft und beschützt sie, während für Leon mehr sein eigenes Gewissen und seine häusliche Zufriedenheit im Mittelpunkt stehen. Leider verlor ich im Laufe der Geschichte das Interesse an deren Ende. Leon nervte, Louise blieb fremd und Yvonne dauerte mich. Nicht nur einmal stellte ich mir die Frage, welche Art von Liebe die erstrebenswerte ist. Ist die, die aus der Ferne gelebt, sich von Idealen zehrt die richtige oder die, die den täglichen Kampf mit- und füreinander aufnimmt, sich abwetzt aber dennoch hält? Hätte Leon nicht besser daran getan, sich für Yvonne zu entscheiden, ihr den ganzen Platz in ihrem Herzen einzuräumen, anstatt einem Phantom nachzujagen und so Chancen zu versäumen? Alles in allem hat mich zwar die Liebesgeschichte enttäuscht, der Roman aber zum Nachdenken angeregt.

"Leon und Louise" ist ein anderes Buch als ich erwartete, aber kein schlechtes.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die etwas andere Liebesgeschichte, 10. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Léon und Louise: Roman (Gebundene Ausgabe)
Mit Léon und Louise ist Alex Capus ein wunderschöner, zeitloser Liebesroman gelungen, der ganz ohne die üblichen Plattitüden auskommt: Im Mittelpunkt steht dabei Léon, den der Leser auf seinem Lebensweg, der vor allem durch zwei Weltkriege und eine besondere Liebe geprägt ist, begleitet.

Für Léon ist es Liebe auf den ersten Blick, als er in einem kleinen französischen Dorf, in dem er einen Job als Morseassistent annimmt, die "kleine Lousie" trifft. Doch schon nach der ersten gemeinsamen Nacht wird ihre junge Liebe Opfer des Krieges, und es soll erst ein ganzes Jahrzehnt vergehen, bis sie sich wiedersehen. Ist es nun zu spät für eine gemeinsame Zukunft?

Capus' Erzählstil zeichnet sich durch teilweise endlos erscheinende Sätze aus, und doch schafft er es immer wieder im rechten Moment das Thema auf den Punkt zu bringen. Seine Sprache ist durch eine unglaubliche Klarheit und Sachlichkeit geprägt, was wohl auch an der Tatsache liegen mag, dass er Léons Geschichte aus der Sicht von dessen Enkel berichten lässt.

Nicht zuletzt die verschiedenartigen, aber doch alle auf ihre Art und Weise liebenswerten Charaktere ziehen den Leser in ihren Bann. Dabei begeistert vor allem Louises oftmals recht ruppige Art, die einen immer wieder zum Schmunzeln bringt. Aber auch der abwechslungsreiche, nie vorhersehbare Verlauf der Geschichte trägt seinen Teil bei, um aus diesem Buch etwas ganz besonderes zu machen.

Fazit: Jeder der genug von kitschigen, immer gleich verlaufenden Liebesschnulzen hat, sollte hier auf jeden Fall zugreifen. Es lohnt sich!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Alex Capus hat mich mit "Léon und Louise" nicht verzaubert, sondern mich nachhaltig beeindruckt, 8. Juli 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Léon und Louise: Roman (Taschenbuch)
Dieses Buch stand schon seit Ewigkeiten auf meiner Wunschliste und nun habe ich endlich Bekanntschaft mit "Léon und Louise" machen dürfen.

Es ist eine der schönsten Liebesgeschichten und gleichzeitig die wohl emotionalste Dreiecksbeziehung, die ich je gelesen habe. Und vor allen Dingen kommt sie ohne Kitsch, ohne schwulstige Dialoge und ohne große intime Details aus.

Alex Capus hat die Liebe zwischen "Léon und Louise" auf das Wesentliche reduziert und beweist, dass wahre Liebe alle Hürden überwindet, egal ob es dabei um Léon und Louise geht, oder aber um Yvonne, die aus Liebe zu Léon sogar den Ehebruch akzeptiert.

Capus Schreibstil ist mitreißend, gefühlvoll und packend.
"Léon und Louise" kann man einfach nicht aus der Hand legen.
Der Autor schafft das mit wenigen Worten auszudrücken, wofür anderen Autoren drei Sätze benötigen. Es gelingt ihm ohne große Mühe die französische Leichtigkeit in seine Zeilen einfließen zu lassen und damit eine tolle Atmosphäre zu zaubern.

Gleichzeitig verbindet er zwei Weltkriege auf so gekonnte Weise mit einer Liebesgeschichte, dass man das Gefühl hat, er wäre dabei gewesen. Hitlers Besuch in Paris ist dabei ganz besonders anzumerken. Was im ersten Augenblick nebensächlich erscheint, ist an historischem Wert kaum zu überbieten.

Fazit: Alex Capus hat mich mit "Léon und Louise" nicht verzaubert, sondern mich nachhaltig beeindruckt und wenn ich selten ein Buch zweimal lese, aber dieser Roman hat sehr gute Chancen darauf eine jährliche Genusslektüre zu werden!
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Léon und Louise und Yvonne, 12. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Léon und Louise: Roman (Taschenbuch)
Den Inhalt hier nochmals widerzugeben, spare ich mir, das wurde in den Vorgängerrezensionen oft wiederholt.
Am Inhalt überhaupt Kritik zu üben, widerstrebt mir hier einerseits, ist es doch genau die Geschichte, die der Autor erzählt, was für Erwartungen also hätte der Leser hier zu stellen?
Als erstes ist mir Capus' Sprachgewalt ins Auge gefallen, schon auf den ersten Seiten war ich hingerissen vom Humor und dem Schreibstil, mit der die Familie vorgestellt wird und wie die Eigenarten, von den Vorfahren geerbt, zur Sprache kommen.
Auch die ein oder andere Stelle, die aufzeigt, wie unterschiedlich das Leben der Generationen im Krieg war (während die einen auf dem Land weiter ihr Leben lebten, wurden wenige Kilometer entfernt ganze Generationen junger Männer ausgelöscht und abgeschlachtet) hat mich tief berührt, um nicht zu sagen, überwältigt.
So weit, so gut.
Bis zur Stelle, an der die beiden sich gegenseitig jahrelang für tot hielten und sich dann wieder trafen, war ich begeistert.

Dann wurde es mir zu banal, stellenweise fad. Zumindest, was Louise angeht. Von ihr hätte ich gerne mehr erfahren, von ihr hätte ich mehr erwartet. Ihre Briefe haben mir nicht ausgereicht.
Yvonne hat mir nicht ausgereicht. Wie sie brav geduldet hat, dass sie, wenn auch erst nicht aktiv, so doch zumindest gefühlstechnisch betrogen wird und das erträgt.
Natürlich kann jemand meiner Generation nach der Emanzipationswelle das nicht mehr nachvollziehen. Einerseits war sie trotz allem stark und hat ihren Willen zum Teil trotzdem durchgesetzt.
Léon. Zwischen den Stühlen und doch wieder nicht. Zwischen zwei Frauen, zwischen zwei Fronten, kleiner Rebell im Geheimen, der doch immer wieder Aufsehen beim Nazivorgesetzten erregt. Und sich wieder fügt.
Eine ruhige, kleine Geschichte. Nett zu lesen. Große Erwartungen schürend.
Die am Ende leider nicht erfüllt wurden.
Dennoch für einige Lesestunden ganz nett.
Für die Sprache gäbe ich 10 Sterne, wenn ich könnte.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Liebe mit Hindernissen, 17. April 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Léon und Louise: Roman (Gebundene Ausgabe)
Liebesgeschichten liest man sicherlich viele. Und die meisten davon folgen dem klassischen Muster - jede ist auf seine Art verschieden, doch irgendwie wird man das Geüfhl nicht los, dass das gerade Gelesene irgendwo schon einmal da gewesen ist. Bei "Léon und Louise" von Alex Capus ist dies anders. Diese Geschichte ist wirklich anders, vom Beginn an bis zum Schluss. Eigentlich ist es eine Liebesgeschichte, die sich nur am Rande des Lebens von zwei Personen abspielt, und doch die zentrale Rolle übernimmt.
Sowohl Léon, als auch Louise sind unglaublich authentische Charaktere, die sich durchweg selber treu bleiben mit den unterschiedlichsten Eigenschaften und Eigenwilligkeiten, sie sind mit sich selbst im Reinen und Handeln überzeugend. Sie könnten beide nicht unterschiedlicher sein - doch Gegensätze ziehen sich ja bekanntlich an. Das macht für Beide auch ein Stück weit den Reiz aus und ist ausschlaggebend für das anfängliche Interesse ineinander.
Die Liebe zwischen Léon und Louise - Alex Capus erzählt meisterlich, wie sich ganz allmählich und mit unglaublicher Zwanglosigkeit die Gefühle der Beiden entwickeln - steht von Anfang an unter keinem guten Stern. Denn nichts geringeres als der zweite Weltkrieg, besser gesagt der Einfall der deutschen Truppen unter Hitler in Frankreich, trennt die beiden, zuerst körperlich, dann auch geographisch. Doch sie vergessen einander nie, die Gedanken an den anderen sind da, Tag für Tag, doch ohne Bitterkeit oder Traurigkeit, dass man nicht zusammen sein kann, sondern von einer nichts fordernden Sehnsucht geprägt, die einem das Herz aufgehen lässt.
Über Jahre hinweg leben sie ohne ein Wissen vom anderen, später verbindet sie nichts außer Briefe und die Erinnerungen. Die Wiedersehen sind entsprechend bewegend, doch nicht rührend oder von Tränen gespickt. Die Geschichte der beiden anfänglich jungen, ja fast jugendlichen, Franzosen erstreckt sich über mehrere Jahrzehnte, eigentlich Dekaden des Getrennt-Seins, und ist überhaupt frei von Kitsch oder übersprudelnder Romantik. Vielmehr wird von zwei Menschen erzählt, die sich im Leben gefunden haben, und über alle Wiederstände hinweg ihre Liebe bewahren, trotzdem ihr eigenes Leben leben - im Falle Léons mit Frau und Kindern - und einige wenige Chancen haben, ihre Gefühle auszuleben.
Die Geschichte von Léon und Louise beweist, dass man glücklich sein kann mit dem was man hat, und nicht dem hinterher weinen soll, was sein könnte. Eine wunderbare Geschichte, grandios erzählt. Zum hineintauchen, mitfühlen und daraus lernen.
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Léon und Louise: Roman
Léon und Louise: Roman von Alex Capus (Taschenbuch - 1. Juli 2012)
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