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35 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine ganz besondere Liebesgeschichte
INHALT:
Léon und Louise sehen sich das erste Mal, als Léon gerade 17 ist und nicht so recht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll. Ihre Leichtigkeit und Lebenslust beeindrucken ihn sehr. Er kann sie einfach nicht vergessen und setzt alles daran sie kennen zu lernen. Scheinbar zufällige Treffen werden zu längeren Gesprächen und...
Veröffentlicht am 15. März 2011 von Nanni "fantasie-und-traeum...

versus
65 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Verantwortung statt Egoismus
Es ist 1918, als der 17-jährige Leon im Kriegsdienst die gleichaltrige Louise kennenlernt. Leon ist von Anfang an von diesem temperamentvollen Mädchen fasziniert, doch Louise gibt sich zunächst unnahbar. Nach viele Gesprächen und einem gemeinsamen Ausflug ans Meer ist jedoch klar: diese beiden gehören zueinander. Doch der Krieg meint es nicht gut...
Veröffentlicht am 8. Februar 2011 von S.D. vom Blog esdeh


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35 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine ganz besondere Liebesgeschichte, 15. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Léon und Louise: Roman (Gebundene Ausgabe)
INHALT:
Léon und Louise sehen sich das erste Mal, als Léon gerade 17 ist und nicht so recht weiß, was er mit seinem Leben anfangen soll. Ihre Leichtigkeit und Lebenslust beeindrucken ihn sehr. Er kann sie einfach nicht vergessen und setzt alles daran sie kennen zu lernen. Scheinbar zufällige Treffen werden zu längeren Gesprächen und festen Verabredungen. Nach einem gemeinsamen Wochenendausflug nimmt ihre Zweisamkeit ein jähes Ende. Auf ihrer Rückreise geraten sie in einen Bombenangriff. Während Léon schwer verletzt aufgefunden wird, bleibt Louise verschollen.

ZUM AUTOR:
Alex Capus hat Geschichte, Philosophie und Ethnologie studiert und als Journalist gearbeitet. Er lebt mit seiner Familie in der Schweiz und ist dort politisch engagiert. Seine Romane sind mehrfach ausgezeichnet.

EIGENE MEINUNG:

Ich weiß gar nicht, was mich am meisten an dem Buch begeistert hat. Die wundervolle Schreibe von Alex Capus, die leicht, aber dennoch sehr nachdrücklich ist, die Geschichte um Léon und Louise, oder die Charaktere. Die starke Louise, die ein Frauenbild verkörpert, das einfach nur bewundernswert ist, oder der gradlinige, fleißige und verantwortungsbewusste Léon. Ich denke es ist das Gesamtpaket, das Alex Capus neustes Werk zu etwas ganz besonderem macht.

Er beginnt seine Erzählung in der Gegenwart. Mit Léons Beerdigung, die auf wenigen Seiten schon ausdrückt, das Léons Leben alles andere war als gewöhnlich. Ab dem zweiten Kapitel erfahren wir dann, wie Léon und Louise einander getroffen haben, und wie Léon nach dem Bombenangriff, bei dem er Louise verloren hat, weiterlebte.

Mit großer Begeisterung habe ich die Dialoge zwischen Léon und Louise gelesen. Wenige Worte und doch so aussagekräftig, was, sowohl den Charakter der Protagonisten, als auch den Charakter der Beziehung betrifft. Ohne große Worte ist ihre Beziehung etwas ganz einzigartiges.

'Dich kenne ich' sagte sie, 'aber woher?' Ihre Stimme war noch bezaubernder als Léon sie in Erinnerung gehabt hatte. 'Von der Landstraße', sagte er. 'Sie haben mich auf dem Fahrrad überholt. Zweimal.'

Die Liebe, die Autor Alex Capus zwischen Léon und Louise kreiert, ist anders als andere Liebesgeschichten. Es ist eine wahre Liebe, die von lebenslanger Beständigkeit ist. Ohne jeglichen Egoismus gesteht sie Freiheiten zu und macht Kompromisse, um bestehen zu können. Ganz unkonventionell, aber dennoch voller echter Gefühle.

FAZIT:

'Léon und Louise' ist eines der schönsten Bücher, die ich bisher gelesen habe. Ich wurde unterhalten, hat mich in die Gefühle der Protagonisten hineingezogen und mir eine wundervolle Geschichte über eine besondere Liebe erzählt.
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114 von 123 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelebte Moral, 2. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Léon und Louise: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Buch "Léon und Luise" beginnt mit der Beerdigung Léons 1986. Nach einem langen Leben hat er eine große Nachkommenschaft hinterlassen. Das Erscheinen einer alten Frau, die den Toten küsst, und die Reaktion der Familie lässt einen Skandal vermuten.

Ab dem Zweiten Kapitel beginnt dann der Bericht über Léons Leben ab seinem 17. Lebensjahr, als er Louise kennenlernt. Die beiden hat es in jungen Jahren ohne Familie in einen kleinen französischen Ort verschlagen, wo sie Arbeiten der eingezogenen Soldaten verrichten. Louise arbeitet beim Bürgermeister, Léon bei der Bahn. Man kommt sich näher, ganz zaghaft, wie es wohl zu dieser Zeit erwartet wurde. Nach einem zweitägigen Ausflug ans Meer geraten sie in einen der letzten deutschen Angriffe des ersten Weltkrieges, werden beide verletzt und halten sich gegenseitig für tot.

Beide können einander nicht vergessen, dennoch geht das Leben weiter. Léon arbeitet als Chemiker für die Polizei, Louise als Tippmamsell für die Bank, beide in Paris. Léon gründet eine Familie. Und dann begegnen sie einander wieder.....

Da der Enkel Léons der Erzähler ist, erfährt man recht viel über seinen Großvater, nicht sehr viel über Louise. Ihre Gedanken stammen aus Briefen, die sie Léon geschrieben hat. Für beide scheint das Leben ohne große Höhen und Tiefen dahinzuplätschern. Keine Rede von Karriere, Verzweiflung, Eifersucht, großer Liebe. Das ist einfach da und gehört dazu. Aber es gibt Regeln, die so tief verwurzelt sind, dass man gar nicht auf die Idee kommt, sie zu brechen.

Natürlich hat man Angst, wenn die Deutschen in Paris einmarschieren, aber man hat eigene Vorstellungen von Moral und dazu gehört auch ein gewisser Widerstand. Damit hebt sich Léon deutlich von seinen Mitarbeitern ab. Er führt ein moralisches Leben, er hilft wo er kann, aber die Sicherheit der Familie steht immer an erster Stelle. Er hat ein "friedfertiges Phlegma", eine "fröhliche Schwermut" und ist ein freundlicher Rebell. Er hat nur dieses eine Leben und das geht seinen Gang. Am Ende führt es ihn wieder zurück zu seiner allerersten Liebe, einem Boot. Und vielleicht wird auch sein Warten auf Louise belohnt. Oder ist die Liebe, die durch das Warten an Intensität gewonnen hat, Lohn genug?

Das ist eine ganz einfache, kleine Geschichte von einem ganz normalen Leben. Und doch steckt eine ungeheure Spannung darin. Alex Capus benutzt eine einfache, sehr stilsichere Sprache, die diese scheinbar einfache Geschichte perfekt wiedergibt. Dieses Buch habe ich in kürzester Zeit verschlungen und bin sicher, dass ich es mindestens noch einmal lesen werde. Ich glaube, dass noch viel mehr darinsteckt, als beim ersten Lesen erkannt werden kann.
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130 von 141 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk, 1. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Léon und Louise: Roman (Gebundene Ausgabe)
Achtung, es folgt eine schamlose Lobeshymne. Ich muss mir jegliche Objektivität absprechen, denn Alex Capus hat mit 'Léon und Louise' völlig verzaubert.
Selten habe ich eine Liebesgeschichte auf so hohem sprachlichen Niveau gelesen, die zart und romantisch ist und doch ohne den Hauch von Kitsch.
Léon und Louise haben als junge Erwachsene zur Zeit des 1. Weltkriegs gerade zueinander gefunden als sie durch einen Fliegerangriff auseinander gerissen werden und ihr Leben mit dem Gedanken weiterführen, dass der andere gestorben ist.
Léon heiratet eine andere Frau, der er mit Ehrgefühl zur Seite steht und es steht außer Frage, dass er für sie und ihre gemeinsamen Kinder sorgt.
Durch Zufall begegnet er der totgeglaubten Louise in der der Pariser Metro und von diesem Zeitpunkt an widersetzt sich ihre tiefe Seelenliebe freiwilligen Trennungen im Namen der Vernunft, sowie unfreiwilligen, räumlichen Trennungen durch die Geschehnisse des 2. Weltkriegs.
Es ist unbeschreiblich, wie stark diese Liebe im ganzen Roman präsent ist, obwohl das Paar einen Großteil der Zeit getrennt voneinander ist.
Es ist Alex Capus ganz wunderbar gelungen seinen Roman um und auf historischen Begebenheiten aufzubauen und die Zeit in Paris unter Besetzung der Nationalsoziallisten zum einen authentisch zu schildern und zum einen dazu zu nutzen dem Leser zu zeigen, dass es wichtig ist Verantwortung für andere Menschen zu übernehmen und auch im kleinen Widerstand zu leisten.
Besonders ans Herz gewachsen ist mir die Figur der Louise, die so realistisch und schlagfertig ist (so antwortet sie Léon bei ihrer ersten Begegnung auf die Frage ob er sie ein Stück begleiten dürfe: 'Lieber nicht. Mein Heimweg führt durch eine dunkle Gasse. Dort würdest du mir womöglich etwas über Geschwisterseelen erzählen. Oder versuchen, mir die Zukunft aus der Hand zu lesen.') und sich doch nie von ihrer zärtlichen Liebe und der steten Anteilnahme an seinem Leben lösen kann.

Léon und Louise sind ein Paar, das sich einen Platz ganz oben am zeitgenössischen Literaturhimmel verdient hat, denn so ein zarter und gekonnter Umgang mit Sprache und eine Fantasie, die sich eine Geschichte erdacht hat, von der der Leser glauben möchte, dass sie so passiert ist, verdienen nicht weniger.
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65 von 71 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Verantwortung statt Egoismus, 8. Februar 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Léon und Louise: Roman (Gebundene Ausgabe)
Es ist 1918, als der 17-jährige Leon im Kriegsdienst die gleichaltrige Louise kennenlernt. Leon ist von Anfang an von diesem temperamentvollen Mädchen fasziniert, doch Louise gibt sich zunächst unnahbar. Nach viele Gesprächen und einem gemeinsamen Ausflug ans Meer ist jedoch klar: diese beiden gehören zueinander. Doch der Krieg meint es nicht gut mit ihnen. Sie werden bei einem Bombenangriff verletzt, verlieren sich aus den Augen und meinen schließlich, dass der jeweils andere tot ist.
Leon heiratet einige Jahre später Yvonne und er ist bereits Vater eines Sohnes, als ihm schließlich 1928 zufällig Louise in Paris wieder begegnet.
Louise hat sich nicht für eine Familie entschieden, sondern führt ein sehr eigenständiges Leben als Bürokraft bei der französischen Nationalbank.
Leon hat Verantwortung für Frau und Kind, eine Scheidung kommt für ihn nicht in Frage und so ist für Leons und Louises Liebe auch keine Lösung in Sicht ...

Im Grunde genommen beginnt "Leon und Louise" mit dem Ende der Geschichte. Die Familie kommt auf Leons Beerdigung zusammen und eine geheimnisvolle Frau kommt in die Kirche, die namentlich nicht benannt wird, aber für Raunen sorgt.
Von dieser Situation ausgehend erzählt Leons Enkel die Geschichte seines Großvaters und die der Frau die seine große Liebe war.
Es wird schnell klar, dass Leon eine Figur ist, der moralische Grundsätze und Verantwortung über das persönliche Glück gehen. Durch zwei Weltkriege hindurch begleitet ihn der Leser, erfährt von seinen stillen Rebellionen und seiner Fürsorge der Familie gegenüber. Louise jedoch blieb mir über weite Strecken hinweg fremd, was zum größten Teil daran liegt, dass man selten persönliches von ihr erfährt, außer aus den Briefen die sie an Leon im zweiten Weltkrieg schrieb und die Leons Enkel gefunden hat.
Es ist eine Geschichte, die von Verzicht und Verantwortung erzählt, in einer Welt die doch eigentlich von Egoismus geprägt ist und so ist es auch gerade das unauffällige, das dieses Buch besonders macht.
Dennoch war mir "Leon und Louise" streckenweise zu langatmig und gerne hätte ich erfahren, was diese Figuren denn wirklich denken mögen und nicht nur was sie nach außen hin repräsentieren. So erfährt der Leser auch nur wenig darüber, wie Leons Frau und Kinder mit der Situation umgehen. Auch führt die Geschichte nicht ganz bis an die Zeitepoche heran, in der der Prolog spielt. Es ist daher nicht klar, was noch in der Zwischenzeit geschehen ist und warum Louises Erscheinen bei der Beerdigung für solches Aufsehen sorgt. Hier hätte ich mir gerne mehr Klarheit gewünscht.
Insgesamt gesehen haben mir aber der Schreibstil und die Erzählweise von Autor Alex Capus gut gefallen und ich kann mir durchaus vorstellen noch weitere Bücher von ihm zu lesen.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Léon und Louise, 2. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Léon und Louise: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Buch beginnt mit dem Trauergottesdienst für Léon auf dem Louise erscheint und sich von Léon verabschiedet. Sein Enkel beschreibt dann das Leben aus Sicht von Léon.

Léon und Louise lernen sich während des 1. Weltkrieges als 16-jährige in einem kleinen Dorf kennen. Bei beiden ist es Liebe auf den ersten Blick. Bei ihrem ersten gemeinsamen Ausflug werden beide bei einem Bombenangriff schwer verletzt. Beide gehen davon aus, dass der andere bei diesem Angriff getötet wurde. Als sie sich 10 Jahre später in der Pariser Metro wiedertreffen ist die Überraschung groß. Léon ist inzwischen verheiratet und hat 2 Kinder. Die beiden treffen sich für ein Gespräch und beschließen mit Rücksicht auf Léons Familie dass sie ihre Liebe nicht leben dürfen. Von Louise erfährt man in dem Buch leider sehr wenig. Hauptsächlich wird das Familienleben von Léon und seiner Yvonne beschrieben. Louise taucht in Form von Briefen auf, in denen sie ihre Umgebung beschreibt und ihre Sehnsucht nach Léon andeutet.

Eine wunderschöne Liebesgeschichte. Alleine die Beschreibung wie sich Léon und Louise kennenlernen ist lustig und romantisch beschrieben. Die kecke Louise und der schüchterne und hochanständige Léon. Die Beschreibung vom sehr biederen Leben von Léon fand ich teilweise etwas langweilig aber es gehört wohl dazu um Léon besser kennenzulernen. Léon und Louise ist ein Buch über das man sich im nachhinein Gedanken macht und dass für mich nur im Ganzen wirkt. Während des Lesens war ich mir oft nicht sicher was ich von dem Buch halten soll. Im Nachhinein ist es eine wunderschöne und romantische Geschichte. Man wünscht den beiden nichts mehr als ein Happy End. Ein schöne Geschichte mit viel Nachwirkung!
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38 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Leon und Yvonne, 15. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Léon und Louise: Roman (Gebundene Ausgabe)
Als Leon Louise zum ersten Mal traf und sich sofort in sie verliebte, waren beide 17 Jahre. Auch wenn es schien, dass die selbstbewusste, etwas geheimnisvoll wirkende Louise so gar nicht zum stillen unehrgeizigen Leon passte, fühlten sie sich doch voneinander angezogen. Der 1. Weltkrieg ging fast spurlos an ihnen vorbei. Als sie jedoch auf dem Heimweg von einem gemeinsamen Ausflug in ein Bombardement gerieten, wurden sie voneinander getrennt. Beide dachten vom jeweils anderen, dass er nicht überlebt hatte. Erst viele Jahre später konnten sie dieses Missverständnis aufklären. Leider war Leon jetzt bereits mit Yvonne verheiratet.

Die ersten Seiten des Romans von Alex Capus umgarnten mich und ich lies mich gerne vom Beginn dieser romantischen Geschichte verzaubern. Auch wenn ich für so genannte "Frauenromane" nicht zugänglich bin, nehme ich gerne mal eine schöne Liebesgeschichte mit Ecken und Kanten, die den Bezug zur Realität nicht verliert, zur Hand. Eine solche glaubte ich mit "Leon und Louise" gefunden zu haben. Hier fand ich eine Liebe, die so stark war, dass sie über 70 Jahre hielt. Davor kann ich nur meinen Hut ziehen, trifft man sie heute doch nur noch selten an. Hätten die Protagonisten in der heutigen Zeit gelebt, wäre ihre Geschichte sicher anders verlaufen. Aber wir befinden uns nun mal zwischen zwei Kriegen und damals zählte ein gegebenes Wort noch.

Auch wenn mich das Band zwischen Leon und Louise beeindruckte, war es doch Yvonne, die mir ans Herz gewachsen ist. Ihre Duldsamtkeit wäre nicht der Weg, den ich gewählt hätte, aber dennoch zeigt sie eine gewisse Stärke. Sie hält die Familie zusammen, kämpft und beschützt sie, während für Leon mehr sein eigenes Gewissen und seine häusliche Zufriedenheit im Mittelpunkt stehen. Leider verlor ich im Laufe der Geschichte das Interesse an deren Ende. Leon nervte, Louise blieb fremd und Yvonne dauerte mich. Nicht nur einmal stellte ich mir die Frage, welche Art von Liebe die erstrebenswerte ist. Ist die, die aus der Ferne gelebt, sich von Idealen zehrt die richtige oder die, die den täglichen Kampf mit- und füreinander aufnimmt, sich abwetzt aber dennoch hält? Hätte Leon nicht besser daran getan, sich für Yvonne zu entscheiden, ihr den ganzen Platz in ihrem Herzen einzuräumen, anstatt einem Phantom nachzujagen und so Chancen zu versäumen? Alles in allem hat mich zwar die Liebesgeschichte enttäuscht, der Roman aber zum Nachdenken angeregt.

"Leon und Louise" ist ein anderes Buch als ich erwartete, aber kein schlechtes.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine wunderbar leichte Liebesgeschichte, 5. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Léon und Louise: Roman (Gebundene Ausgabe)
Alex Capus ist ein Autor, der die Frauen verehrt. Auch seine Frauenfiguren in 'Léon und Louise' sind charmant, eigensinnig, und scheinen immer mehr von Leben zu wissen, als die männlichen Figuren. Vielleicht ist es das, was Capus an den Frauen liebt.

Capus' Protagonist Léon bleibt dagegen etwas blass, wird eher charakterisiert, durch das, was er erlebt, nicht durch das, was er tut. Er scheint sich vom Leben treiben zu lassen. Manchmal geschehen schöne Dinge, manchmal schlechte Dinge - er
nimmt es, wie es kommt.

Neben seiner geliebten Louise - die ihm zur Geliebten wird - gibt es noch Léons Ehefrau Yvonne. Yvonne wirkt wie ein Chamäleon, so wandlungsfähig ist sie. Das heißt aber nicht, dass sie sich den äußeren Umständen immer anpasst. Oft widersetzt sie sich auch mit ihrem Eigensinn. Aber jegliche Verwandlung geschieht zum Wohle der Beziehung zwischen ihr und Léon, und da muss sie auch mal widerspenstig sein.
Louise dagegen treiben die geschichtlichen Ereignisse durch die Welt, sie meistert ihr Leben allein und mit festen Vorstellungen.

Wie das manchmal so ist, im Leben: da trifft man jemanden, der einem seelenverwandt ist, und die Gedanken an diesen Menschen kann man sein ganzes Leben über nicht mehr loslassen. So auch zwischen Léon und Louise. In jungen Jahren treffen sie sich, werden durch den ersten Weltkrieg im wahrsten Sinn des Wortes auseinandergesprengt, finden sich wieder, werden dann durch den zweiten Weltkrieg einmal mehr getrennt, um am Ende ...

Und dann das Janusköpfige der Nazis in Paris. Großartig beschrieben. Einerseits die deutsche Höflichkeit, andererseits arbeiten sie bei jedem Fehltritt der Franzosen mit Vergeltungsmaßnahmen und der Leser weiß: ein Menschenleben ist ihnen nichts wert. Das macht die eigentliche Bedrohung aus: das Nichtwissen darüber, ob sie einen am Leben lassen oder wegen kleinster Vergehen hinrichten.

Insgesamt eine wunderbare und leichte Liebesgeschichte vor einem Jahrhundert mit zwei Weltkriegen, die ich eines Tages gerne noch einmal lesen werde.
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31 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Leichtigkeit des Alex Capus., 7. Februar 2011
Von 
Kate - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Léon und Louise: Roman (Gebundene Ausgabe)
Leon und Louise sind ein unvergessliches Paar unserer Gegenwartsliteratur."

Wie treffend dieser Satz doch für das ganze Buch ist!
Leon und die kleine Louise lernen sich in einem kleinen Ort in Frankreich kennen und verlieben sich in einander.
Doch diese Liebe, die doch gerade erst angefangen hat, wird jäh durch den Krieg auseinander gerissen. Sie halten sich gegenseitig für tot und jeder geht seinen eigenen Weg. Leon heiratet und gründet eine Familie und Louise lebt, wie Louise eben leben will. Erst Jahre später treffen sie sich zufällig in der Metro wieder. Ist die Liebe immer noch so stark wie vor zehn Jahren?

Alex Capus erschafft auf eine leichte, poetische und doch humorvolle Art eine so herzergreifende Geschichte über Liebe, Krieg und Menschlichkeit , die mich als Leser mit einem wunderbarem und auch etwas traurigem Gefühl zurück lässt.
Eine Liebe, die über mehrere Jahrzehnte anhält ohne wirklich ausgelebt zu werden und doch, oder gerade deshalb, nie an Intensität verliert. Das ist die Geschichte von Leon und Louise.

Von den ersten Seiten an war ich wie gefesselt von diesem wunder, wundervollem Buch. Ich habe mit gefiebert und mitgelitten und war am Ende einfach sprachlos. Der märchenhafte Schreibstil von Alex Capus hat mich diese Geschichte hautnah mitfühlen lassen.
Ich hatte immer das Gefühl als ob ich direkt neben Leon und Louise stehen würde, ich hätte nur meinen Arm ausstrecken müssen. Wie würde man anstelle von den beiden handeln? Würde man sich genauso verhalten, bei einer so starken Liebe? Ich wüsste es nicht..

Ich weiß nur, dass dieses Buch eines der schönsten und doch, wenn man genauer darüber nachdenkt, auch eines der tragischsten Bücher ist, die ich je gelesen habe. Eine so bittersüße Mischung, die Lust auf mehr macht - Lust auf mehr von Alex Capus.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Endlose Liebe, 2. Februar 2011
Rezension bezieht sich auf: Léon und Louise: Roman (Gebundene Ausgabe)
Der Autor und seine Bücher:
Alex Capus, geboren 1961 in der Normandie, lebt heute in Olten. 1994 veröffentlichte er seinen ersten Erzählband "Diese verfluchte Schwerkraft", dem seitdem neun weitere Bücher mit Kurzgeschichten, Romanen und historischen Reportagen folgten.

Inhalt des Buches:
Die Geschichte um Léon und Louise beginnt mit dem Trauergottesdienst für León am 16. April 1986 in Notre-Dame. Die Tür geht auf und herein tippelt eine kleine, weißhaarige Dame unter dem Getuschel der trauernden Verwandten von Léon, verabschiedet sich von ihrem toten Geliebten und verlässt ebenso schnell die Kirche - Louise.
Erzählt wird die Geschichte von einem Enkel von Léon, der diese teils durch Erzählungen von seinem Großvater Léon und teils aus Briefen von Louise kennt. Den Rest denkt er sich einfach dazu, wie er sich vorstellt, dass es gewesen sein könnte.
Léon und Louise lernen sich während des 1. Weltkrieges kennen und lieben, werden durch einen Fliegerangriff, nach dem beide den anderen für tot halten, auseinandergerissen und treffen sich Jahre später in Paris zufällig wieder. Doch Léon ist inzwischen verheiratet und hat eine Familie...

Meine Meinung:
Eine traurige Geschichte um eine Liebe, die nicht gelebt werden kann und doch die schweren Zeiten von zwei Weltkriegen mit Trennung und Entbehrungen überlebt. Diese Liebesgeschichte ist anders, als alle anderen, sie ist nicht gespickt mit Kitsch und Leidenschaft, mit Schwüren, Geheimnissen und Lügen. Diese Liebe ist nicht romantisch, aber absolut ehrlich, nicht nur die Beziehung zwischen Lèon und Louise, sondern auch die zwischen Léon und Yvonne. Absolut ehrlich und immer darauf bedacht, so vielen Leuten wie möglich etwas Gutes zu tun - das ist Léon.
Von Léon erfährt man fast alles, von Louise viel weniger - auch ihre Herkunft bleibt ein Geheimnis - was allerdings auch verständlich ist, da die Geschichte von Léons Enkel erzählt wird.
Hin und wieder ist die Geschichte mit Aufzählungen ein wenig in die Länge gezogen. Das Buch ist nicht spannend wie ein Krimi, auch nicht besonders humorvoll - Melodram wäre vielleicht die passende Bezeichnung. Es macht sehr nachdenklich.
Das Cover des Buches zeigt ein junges verliebtes Paar - wohl Léon und Louise, bevor der Fliegerangriff sie trennte - und gefällt mir sehr gut. Es scheint mir sehr passend für das Buch zu sein.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht sterbende Liebe, 4. Februar 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Léon und Louise: Roman (Gebundene Ausgabe)
Louise und Leon lernen sich zum Ende des 1. Weltkrieges in einem abgelegenen Ort in der Nähe der Atlantikküste kennen. Lange währt ihre gemeinsame Geschichte nicht, da werden sie durch einen der letzten Luftangriffe getrennt und halten sich gegenseitig für tot. Leon heiratet und wird Vater. Dann sehen sich beide zufällig in der Pariser Metro wieder.
Wie reagiert Leons Frau Yvonne, wie geht das tägliche Leben weiter, und wie kommen alle durch den 2. Weltkrieg?
Alex Capus beschreibt die Geschichte, die Liebe zwischen Leon und Louise einfach wunderbar, ebenso das Zusammensein von Leon und Yvonne. Yvonne geht bemerkenswert mit dem Auftauchen der alten Liebe ihres Mannes um. Die Geschehnisse der Kriege gehören zur Geschichte und sind meiner Meinung nach nicht zu viel eingebracht. Zu der Zeit kann man dem Thema einfach nicht ausweichen und es gehörte zum Leben dazu. Dabei wird es nicht dramatisiert, oder in den Vordergrund geschoben. Aber die Bedrohung, Atmosphäre wird gut eingefangen und ich konnte mir die Situationen gut vorstellen. Leon ist kein Held, doch er versucht im Stillen etwas zu helfen, und ganz wichtig, seine Familie ohne große Entbehrungen durch die Kriegszeiten zu bekommen. Dabei finde ich, zeigen die Protagonisten eine enorme Größe das Leben durchzustehen.
Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen. Er beschreibt eine ernste, und wundervolle Geschichte, in der die Personen auch Selbstkritik und Ironie zeigen. Geschrieben ist es in einem sehr schönen Stil, durch den Roman zog sich irgendwie eine Leichtigkeit, trotz des ernsten Themas.
Obwohl mich bisher Geschichten aus der Zeit der Weltkriege nicht sehr gereizt haben hat mir dieses Buch sehr gut gefallen. Sehr gelungen und empfehlenswert.
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Léon und Louise: Roman
Léon und Louise: Roman von Alex Capus (Taschenbuch - 1. Juli 2012)
EUR 9,90
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