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33 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein fesselndes Buch eines zu entdeckenden großen Schriftstellers, 7. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Zeit der Geborgenheit: Roman (Taschenbuch)
Ich muss zugeben, mir war Wallace Stegner bis jetzt leider unbekannt. Eher zufällig bin ich auf den Roman "Zeit der Geborgenheit" (orig. "Crossing To Safety") gestoßen. Ein Roman, der sich der Freundschaft zweier Paare (Charity und Sid Lang, Sally and Larry Morgan) widmet. An Krebs sterbend, ruft Charity die Freunde zu einer letzten Zusammenkunft. Larry (der erfolgreiche Schriftsteller) lässt die vergangenen Jahrzehnte Revue passieren und überlegt sogar, von Charity's Tochter gebeten, ein Buch über ihre Freundschaft zu schreiben; "Wie kann man ein Buch über vier so ruhige Leben schreiben, das jemand lesen will?". Wunderbar, wie Wallace Stegner die Antwort selbst gibt; mit großartiger Figurenzeichnung und Erzählkunst "par excellence". Er verzichtet praktisch ganz auf die große Geste, auf Brutalität, auf Sexszenen, auf Untreue. Ich war von der ersten Seite an gefesselt von diesem leisen, bewegenden und einfach faszinierenden Buch. Eine Sogwirkung, die nicht nur aus dem "Was" (also Storyline), sondern vor allem aus dem "Wie" entsteht. Schade nur, dass nicht mehr Bücher von Wallace Stegner in deutscher Sprache (nicht mehr) erhältlich sind...
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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das Leben und nichts als das Leben, 7. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Zeit der Geborgenheit: Roman (Taschenbuch)
Während ich Wallace Stegners Roman las, zweifelte ich mit jeder Seite mehr an meiner Kompetenz, die Literatur Amerikas betreffend. Ich hatte den Namen des Autors nie zuvor gehört, mir war nicht einmal bewusst, dass man ihn als Autor des amerikanischen Westens vorstellte ' und folglich jene Namen wie John Updike, Philip Roth, John Irving, Paul Auster der Ostküste zuzuordnen wären, obwohl sie für mich ganz Amerika repräsentierten.
Nach der Lektüre von "Zeit der Geborgenheit" zweifle ich im Grunde meines Herzens noch an der Notwendigkeit, die Literatur in geografischen Zonen aufzuspalten ' aber ich zweifle nicht an meinem Urteil, einen epochalen Roman gelesen zu haben. Die Geschichte zweier Paare, ihrer langen Freundschaft, ihrer beruflichen Wege, ihrer familiären Entscheidungen und Katastrophen, ist mit allen Attributen der amerikanischen Literatur gesegnet: Klarheit der Darstellung, Einfachheit der Form, Tiefe und Wärme in der Auslotung des menschlichen Lebens. Formale und sprachliche Kapriolen darf man nicht erwarten (warum auch?), aber eine grandiose Begegnung mit den Urkräften des Lebens. Aus Larry, dem Erzähler und Alter Ego des Autors, spricht der unbedingte Wille, die unbezähmbare Energie, seine zerrüttete Herkunft zu überwinden und aus eigenen Kräften seinen Weg in die Welt der Literatur zu bahnen, als Autor, Hochschullehrer und Essayist. Und Larry ist zudem ein "wertkonservativer" Mensch im allerbesten Sinne des Wortes, der die Fahne der Ehe, Treue und Freundschaft hoch hält ' und dennoch in keiner Zeile altbacken oder lebensfern wirkt. Und er ist ein großartiger Schöpfer der eindrucksvollen Charaktere dieses Quartetts. "Zeit der Geborgenheit", der letzte Roman Wallace Stegners, ist nicht nur das literarische Vermächtnis seines Lebens, er ist auch ein Beweis, dass große Literatur nichts anderes tut, als sich der Unergründlichkeit des Lebens zu stellen.
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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine lebenslängliche Freundschaft in guten wie in schlechten Tagen, 3. Januar 2009
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Zeit der Geborgenheit: Roman (Taschenbuch)
Aus dem Westen Amerikas hat es Sally und Larry Morgan Mitte der dreißiger Jahre nach Madison, Wisconsin, verschlagen. Larry hat eine befristete Dozentur an der Universität erhalten, eine der letzten, denn man schreibt das Jahr 1937, und es herrscht wie überall die große Wirtschaftskrise.
Sie sind arm, glücklich und voller Pläne und Erwartungen.
Noch haben sie keine Freunde, als sie die Bekanntschaft von Sidney und Charity Lang machen. Diese beiden sind wohl bestallt, entstammen dem amerikanischen Ostküstenadel und strahlen einen unwiderstehlichen Charme aus. Eine lange und enge Freundschaft nimmt ihren Anfang.

Inzwischen sind vierzig Jahre vergangen, und Larry und Sally besuchen die Langs in Wisconsin. Mit Erinnerungen an die schönen und wunderbaren ersten gemeinsamen Jahre, die Larry bei diesem Besuch überfallen, eröffnet Stegner eine Freundschaftsgeschichte, die voller Charisma und großartiger Individualität erscheint. Sidney und Charitiy waren den beiden Neulingen sehr gewogen, und schon bald verband alle vier eine enge Freundschaft, die ein Leben lang hielt.
Es waren ungleiche Paare, denn Sid und Charity haben aufgrund ihres Reichtums keine finanziellen Sorgen, während Larry sich mühsam eine Existenz erkämpft. Mit liebevoller Hingabe unterstützen Sid und Charitiy die beiden in jeglicher Form.
Wie im Paradies kommen sie sich bei ihren Wanderungen, gemeinsamen Unternehmungen und in ihrer gegenseitigen Freundschaft vor. Die Zeiten aber sind rau. Man kämpft um Universitätsdozenturen oder gar Professuren. Der Ehrgeiz Charitys für ihren Mann kennt keine Grenzen. Gelegentlich werden Risse im Paradies sichtbar, wenn die Beziehung zwischen Charity und Sid kleine Brüche aufweist.

Stegner lässt bei seinem Rückblick auf das Leben der vier Freunde nichts aus. Glück und Unglück liegen nahe bei einander. Eine ganze Generation liegt zwischen dem Anfang und dem Ende der Geschichte. Von der hoffnungsvollen Zukunftserwartung bis zur Wandlung in die Gegenwart und zum Tod reicht die Palette der Lebensgeschichten, die auch Enttäuschungen und zerstobene Glücksvorstellungen berührt. Anrührend und teilnehmend, als berührten sie das eigene Leben, sieht man, wie sich die Geschicke der vier Protagonisten verändern und wie alles vergeht.

Stegner ist ein großartiger Autor amerikanischer Gesellschaftsgeschichten. Mit teilnehmendem Blick analysiert er das Ergehen seiner Figuren, gibt ihnen Lebendigkeit, Frohsinn und die notwendige Empfindsamkeit bei unerwarteten Schicksalsschlägen. Anschaulich und berückend sind die schönen Landschafts- und Stimmungsbeschreibungen, die das Leben und die Taten der vier Freunde bereichern. Der von uns Europäern als < american way of life > zu beschreibende Lebensalltag begeistert den Leser.
Dieser Roman ist der letzte von Wallace Stegner. Er ist intensiv, gefühlvoll und von ausgeprägtem Verständnis und kluger Beobachtungsgabe für die Unterschiedlichkeit menschlicher Verhaltensweisen. Man vertieft sich in die Geschichte und vergisst die Gegenwart!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Totentanz oder Auf der Suche nach der "verlorenen" Zeit, 4. September 2009
Von 
Heike G. (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Zeit der Geborgenheit: Roman (Taschenbuch)
Der wundervolle Roman "Zeit der Geborgenheit" ist ein Klassiker der amerikanischen Moderne, die facettenreiche Beschreibung einer fast lebenslangen und grundehrlichen Freundschaft zwischen zwei Paaren.

Larry und Sally Morgan, aus dem Westen der USA, verschlägt es während der großen Depression in den Dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts nach Madison, Wisconsin, wo sich Larry als Dozent am College seine Sporen verdienen will. Dort treffen sie auf die Langs. Die beiden Harvard-Absolventen Sid und Charity stellen genau das Gegenteil der ehrgeizigen, aber mittellosen Morgans dar. Sie sind wohlhabend und genießen gesellschaftliche Anerkennung. Doch von Anfang an empfinden beide Paare tiefe gegenseitige Sympathie und Neugier aufeinander, so dass ihre großen Unterschiede, was Herkunft, Status und Charakter angeht, nahezu spurlos verschwinden. Fortan sind ihre Lebensläufe mehrfach miteinander verschränkt. "Wir, ein Asteroidenpärchen, wanderten in ihr geordnetes newtonsches Universum ein, wurden von ihrer Gravitation aufgesaugt und kreisten fortan als Monde um ihr Gestirn."

1972, nach knapp dreißig Jahren, treffen die beiden Paare erneut zusammen, auch wenn der Anlass ein äußerst trauriger ist, denn die ehemals rastlose und tatkräftige Charity Lang liegt im Sterben. Die resolute Freundin hat noch einmal auf ihren Landsitz geladen, um ihren Geburtstag zu feiern. Larry lässt dort die gemeinsame Freundschaft bruchstückhaft Revue passieren. Es sind Gedanken und Erinnerungen an glückliche, aber auch schwierige Jahre von vier Menschen, die miteinander Freude, Schicksal, Hoffnungen und Niederlagen geteilt haben, an denen jedoch alle vier - jeder auf seine Weise - gewachsen sind.
Charitys letzter Wunsch lässt die bereits melancholische Stimmung nahezu emotional eskalieren.

In einfacher Sprache, mit kurzen, direkten Sätzen, schildert Wallace Stegner eine komplexe Freundschaft und zwei Ehen, die von Anstand, Loyalität und stiller Aufopferung geprägt sind. Der Roman offenbart großartige Charakterstudien der vier Protagonisten. Die fein austarierten Dialoge zeugen von großer Tiefe. Sie lassen nachdenken oder regen zum Hinterfragen an. Zudem offenbart der Autor leise und malerische Beobachtungen der Natur und gewährt nebenbei einen nuancenreichen und vielschichtigen Einblick in die jüngste Vergangenheit Amerikas und die Annäherung ihrer westlichen und östlichen Bewohner.

Die Schriftstellerei muss vor allem frei sein, sinniert Stegners Alter Ego Larry, "sie muss ihren eigenen Vorgaben gehorchen, nicht den äußeren Einflüsterungen. Die Begabung hat ihre Rechtfertigung in sich selbst, und es kann nicht mit Sicherheit bestimmt werden, ob das Produkt, abgesehen von der Berufung auf die Nachwelt, wirklich einen Wert hat oder ob es nur der kurzlebige Ausdruck einer Mode ist, die Befolgung eines vorgegebenen Musters." "Zeit der Geborgenheit" zeugt auf jeden Fall von Wallace Stegners Begabung. Chris Hirte hat den unnachahmlichen Duktus großartig ins Deutsche übertragen.

Fazit:
Pathetisch, aber niemals kitschig, ist der stille und unaufgeregte Roman des leider viel zu wenig bekannten Autors des amerikanischen Westens, großes und meisterhaftes "Gefühlskino". Ein Buch, nach dessen Lektüre man über das Wort Freundschaft neu nachdenkt. "Zeit der Geborgenheit" sollte und wird seine Lesefreunde bei Liebhabern amerikanischer Literatur finden. Zeit wird es, an diesen wunderbaren Schriftsteller zu erinnern.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Freundschaft, 26. Februar 2013
Rezension bezieht sich auf: Zeit der Geborgenheit: Roman (Taschenbuch)
Ein tolles Buch in dem es um Freundschaft zwischen zwei Paaren geht. Eigentlich ist das Buch zweigeteilt. Der erste Teil ist eine Retroperspektive vom sich Kennenlernen in der Stadt, die ersten Jahre als Dozent an der Universität, der zweite Teil spielt auf dem Land und handelt vom Abschiednehmen. W. Stegner ist ein begnadeter Erzähler und das Buch absolut empfehlenswert.
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Zeit der Geborgenheit: Roman
Zeit der Geborgenheit: Roman von Wallace Stegner (Taschenbuch - 1. November 2011)
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