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Eigene Wege: Roman
Format: TaschenbuchÄndern
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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 13. August 2009
Siegtrud ist ein eigenartiges Wesen: illusionslos, arm und bedürfnislos geht sie einem Alltag nach, dem sie allerhand Freuden abzugewinnen versteht.
Sie ist erst kürzlich Witwe geworden und verdient sich ihren Lebensunterhalt mit Zeitungssaustragen. Da hat sie den Tag für sich, kuschelt sich mit ihren Katzen in ihr Bett und studiert die Zeitungen. Die vielen Todesanzeigen bieten ihr den Anreiz, in Kirchen an Trauerfeiern teilzunehmen. Man trifft Menschen, erlebt schöne Kirchenmusik und so manche Predigt, die zu Herzen geht. Aus der Zeitung weiß sie auch, wo sich das Leben abspielt und wie man umsonst an Vernissagen, Lesungen und anregenden Veranstaltungen teilnehmen kann.

In ihrer herben und emotionslos vorgetragenen Erzählung öffnet die Autorin den Blick auf ein Land, aus dem uns wenig bekannt ist. Im hohen Norden Islands ist das Leben rau, schneereich und dunkel. Siegtrud hat Erinnerungsfetzen, die zu ihrer Ziehmutter zurückführen, die sie nach dem Tod der Mutter zu sich nahm. Petrina, die Bauernmagd, starb im Kindbett und ließ ihre Tochter mit einer verkrüppelten Hand zurück. Das emotional unauffällige Wesen mit Sommersprossen und rotem Haar wurde als Kind gehänselt, denn sie hatte eine Flossenhand, die sie zur Außenseiterin machte. Sie träumt vom fernen Frankreich, denn sie meint, ihr Großvater stamme von dort, und sie sucht nach ihrem Vater, den sie nicht kennt. In einem alten Koffer bewahrt sie Erinnerungsstücke auf, die in die Richtung Frankreich weisen und ihr vorgaukeln, dass es dort Verwandte gibt, denen sie sich zugehörig fühlt.
Zwischen Landarbeit und einer Fischfabrik pendelt ihr Erwachsenenleben, bis sie Tomas trifft. Zuletzt führte sie der Weg zusammen nach Reyjkjavik.

Die ganz und gar unspektakuläre Geschichte wird in einem sanften und überzeugenden Ton erzählt, der den Leser anrührt und ergreift. Die einsame und zufriedene Siegtrud geht einen stillen Weg, in dem unaufgeregte Zufriedenheit herrscht. Kristin Steinsdottir zeigt, dass auch das einfache Leben erwähnenswert ist und schildert harmonische Augenblicke des Glücks.
Eine schöne, ruhige und bescheidene Erzählung ist der Autorin mit diesem schmalen Büchlein gelungen. Sie ist eine der bekanntesten und meist gelesenen Kinderbuchautorinnen Islands und hat mit dieser Erzählung zum zweiten Mal ein Buch für Erwachsene geschrieben. Es ist von Tina Flecken angemessen und treffend übersetzt worden.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 19. Oktober 2011
Es ist für mich eines der unbegreiflichsten und erstaunlichsten Phänomene an Island, wie ein doch kleines Land mit einer Einwohnerzahl von gerade einmal 320 000 Menschen immer wieder und das seit langer Zeit Schriftsteller hervorbringt von außerordentlicher Qualität und Reife. Kristin Steinsdottir, eine 1946 geborene Grund- und Gymnasiallehrerin, die seit 1988 auch als Kinderbuchautorin arbeitet (das erinnert ein wenig an die deutsche Schriftstellerin Gudrun Pausewang), hat mit "Eigene Wege" ihr zweites Buch für Erwachsene vorgelegt und damit in Nordeuropa einige Preise gewonnen.

Zu Recht, wie ich meine, denn der kleine Roman über eine arme Witwe namens Siegtrud aus Reykjavik, die über ihr Leben nachdenkt, unspektakulär und radikal nüchtern, ist ein ganz exquisites Stück Prosa. Die Handlung der relativ kurzen Kapitel bewegt sich zwischen einer Jetzt-Zeit und den Lebenserinnerungen von Siegtrud, die sich für den Leser langsam zusammen setzen, und am Ende das Bild eines trotz aller Fährnisse doch erfüllten Lebens malen.

In der Jetzt-Zeit lebt die seit kurzem verwitwete Siegtrud in ärmlichen Verhältnissen allein zusammen mit ihren Erinnerungen und einem alten Koffer, der ihr von der Mutter geblieben ist und der einen französischen Seidenschal, einen Bildband von Frankreich und ein Bild ihres Großvaters Magnus enthält. Er soll Franzose gewesen sein, und die Suche nach ihren Wurzeln und ihre Träume von Frankreich ziehen sich durch ihr Leben wie ein roter Hoffnungsfaden.
Siegtrud kommt mit wenig Geld aus. Sie geht auf Beerdigungen und isst sich danach an der Trauertafel satt, bis die engen Familienangehörigen vom Friedhof kommen und sie wieder verschwindet. Oder sie schaut sich Wohnungen an, wo in Island offenbar von dem vermittelnden Makler für die Interessenten meist ein Imbiss gereicht wird; sie nimmt an Vernissagen teil und trinkt Champagner oder sie geht zu Demonstrationen und Versammlungen, besucht Ausstellungen und nutzt die Museumstage mit freiem Eintritt.

Siegtrud ist eine genügsame Frau, genießt, was das Leben ihr bietet, kommt mit dem Alleinsein gut zurecht und vor allen Dingen: sie ist nicht verbittert, obwohl sie manchen Grund dazu hätte, wie man ihren Erinnerungen entnehmen kann.

Sie ist als Waise aufgewachsen und leidet schon als Kind unter einer Behinderung, die im Buch "Schandflosse" genannt wird. Ihre linke Hand sieht aus wie eine Flosse und sie wird auch oft dafür gehänselt.
Ihre Ziehmutter Hallfrithur, die sie von ihrer Mutter Petrina entbunden hatte, die kurz nach der Geburt gestorben war, ist gut zu ihr, sorgt für ihre Schulausbildung und ist ihr eine enge Vertraute. Immer wieder flüchtet Siegtrud in ihren Koffer, der nach Frankreich riecht und sie nach Paris entführt.

Als junges Mädchen wird sie schwanger von einem jungen Mann, mit dem sie eine leidenschaftliche Zeit verbringt, doch das Kind kommt tot auf die Welt.
Als sie später Tomas heiratet, einen bodenständigen guten Mann, dessen kranke Mutter Siegtrud jahrelang pflegt ohne Murren, bleiben den beiden die ersehnten gemeinsamen Kinder versagt.

Als auch Tomas relativ früh stirbt, beginnt Siegtrud ihr oben beschriebenes bescheidenes Leben. Doch der Koffer, der Schal, das Buch und ihre französischen Wurzeln lassen sie nicht los. Sie beginnt, alle möglichen isländischen Archive aufzusuchen um nach ihrer Herkunft zu forschen, sie lernt Französisch und schließlich packt sie den alten Koffer und macht sich auf den Weg nach Paris ...

"Eigene Wege" ist nicht nur eine poetisch erzählte Lebensgeschichte einer Frau, sondern zwischen den Zeilen auch eine Sozialgeschichte Islands auf seinem schnellen Weg von einer Nation von Bauern und Fischern zu einer hochentwickelten modernen Gesellschaft.

Es ist ein schönes Buch; so bescheiden wie eindrucksvoll seine Protagonistin daherkommt, so ist die Sprache und der Stil von Kristin Steinsdottir. Ohne feministische Attitüde wird hier bescheiden ein Stück selbständiger Frauengeschichte geschrieben, ein Beispiel, wie mit knappen Mitteln und mit benachteiligten Lebensvoraussetzungen ein Leben doch glücken und gelingen kann. In einer Zeit, in der nichts gut genug sein kann, und in der jeder klagt darüber, was in seinem Leben fehlt, eine Wohltat, findet ein von dem Buch sehr beeindruckter Rezensent.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 29. Dezember 2009
... die gerade in der Weihnachtszeit sehr schön zu lesen ist und einem wie ein Märchen vorkommt. In rund 130 Seiten verpackt die Autorin viel Ruhe, Sanftes, Besinnliches, ohne jemals kitschig zu werden. Schnörkellos wird die Geschichte einer einfachen Frau erzählt, die trotz einigen Schicksalsschlägen nie den Mut verliert und immer vorwärts schaut. Auf der Suche nach ihrer eigenen Herkunft macht sie manch wundersame Entdeckung und beginnt schliesslich eine Reise, die sie sich lange zuvor erträumt hat.

Lesenswert !
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 5. Februar 2010
Es ist für mich eines der unbegreiflichsten und erstaunlichsten Phänomene an Island, wie ein doch kleines Land mit einer Einwohnerzahl von gerade einmal 320 000 Menschen immer wieder und das seit langer Zeit Schriftsteller hervorbringt von außerordentlicher Qualität und Reife. Kristin Steinsdottir, eine 1946 geborene Grund- und Gymnasiallehrerin, die seit 1988 auch als Kinderbuchautorin arbeitet (das erinnert ein wenig an die deutsche Schriftstellerin Gudrun Pausewang), hat mit "Eigene Wege" ihr zweites Buch für Erwachsene vorgelegt und damit in Nordeuropa einige Preise gewonnen.

Zu Recht, wie ich meine, denn der kleine Roman über eine arme Witwe namens Siegtrud aus Reykjavik, die über ihr Leben nachdenkt, unspektakulär und radikal nüchtern, ist ein ganz exquisites Stück Prosa. Die Handlung der relativ kurzen Kapitel bewegt sich zwischen einer Jetzt-Zeit und den Lebenserinnerungen von Siegtrud, die sich für den Leser langsam zusammen setzen und am Ende das Bild eines trotz aller Fährnisse doch erfüllten Lebens malen.

In der Jetzt-Zeit lebt die seit kurzem verwitwete Siegtrud in ärmlichen Verhältnissen allein zusammen mit ihren Erinnerungen und einem alten Koffer, der ihr von der Mutter geblieben ist und einen französischen Seidenschal, einen Bildband von Frankreich und ein Bild ihres Großvaters Magnus enthält. Er soll Franzose gewesen sein, und die Suche nach ihren Wurzeln und ihre Träume von Frankreich ziehen sich durch ihr Leben wie ein roter Hoffnungsfaden.
Siegtrud kommt mit wenig Geld aus. Sie geht auf Beerdigungen und isst sich danach an der Trauertafel satt, bis die engen Familienangehörigen vom Friedhof kommen und sie wieder verschwindet. Oder sie schaut sich Wohnungen an, wo in Island offenbar von dem vermittelnden Makler für die Interessenten meist ein Imbiss gereicht wird; sie nimmt an Vernissagen teil und trinkt Champagner oder sie geht zu Demonstrationen und Versammlungen, besucht Ausstellungen und nutzt die Museumstage mit freiem Eintritt.

Siegtrud ist eine genügsame Frau, genießt, was das Leben ihr bietet, kommt mit dem Alleinsein gut zurecht und vor allen Dingen: sie ist nicht verbittert, obwohl sie manchen Grund dazu hätte, wie man ihren Erinnerungen entnehmen kann.

Sie ist als Waise aufgewachsen und leidet schon als Kind unter einer Behinderung, die im Buch "Schandflosse" genannt wird. Ihre linke Hand sieht aus wie eine Flosse und sie wird auch oft dafür gehänselt.
Ihre Ziehmutter Hallfrithur, die sie von ihrer Mutter Petrina entbunden hatte, die kurz nach der Geburt gestorben war, ist gut zu ihr, sorgt für ihre Schulausbildung und ist ihr eine enge Vertraute. Immer wieder flüchtet Siegtrud in ihren Koffer, der nach Frankreich riecht und sie nach Paris entführt.

Als junges Mädchen wird sie schwanger von einem jungen Mann, mit dem sie eine leidenschaftliche Zeit verbringt, doch das Kind kommt tot auf die Welt.
Als sie später Tomas heiratet, einen bodenständigen guten Mann, dessen kranke Mutter Siegtrud jahrelang pflegt ohne Murren, bleiben den beiden die ersehnten gemeinsamen Kinder versagt.

Als auch Tomas relativ früh stirbt, beginnt Siegtrud ihr oben beschriebenes bescheidenes Leben. Doch der Koffer, der Schal, das Buch und ihre französischen Wurzeln lassen sie nicht los. Sie beginnt, alle möglichen isländischen Archive aufzusuchen um nach ihrer Herkunft zu forschen, sie lernt Französisch und schließlich packt sie den alten Koffer und macht sich auf den Weg nach Paris ...

"Eigene Wege" ist nicht nur eine poetisch erzählte Lebensgeschichte einer Frau , sondern zwischen den Zeilen auch eine Sozialgeschichte Islands auf seinem schnellen Weg von einer Nation von Bauern und Fischern zu einer hochentwickelten modernen Gesellschaft.

Es ist ein schönes Buch; so bescheiden wie eindrucksvoll seine Protagonistin daherkommt, so ist die Sprache und der Stil von Kristin Steinsdottir. Ohne feministische Attitüde wird hier bescheiden ein Stück selbständiger Frauengeschichte geschrieben, ein Beispiel, wie mit knappen Mitteln und mit benachteiligten Lebensvoraussetzungen ein Leben doch glücken und gelingen kann. In einer Zeit, in der nichts gut genug sein kann, und in der jeder klagt darüber, was in seinem Leben fehlt, eine Wohltat, findet ein von dem Buch sehr beeindruckter Rezensent.
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