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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amüsante Satire
Mitte des 19. Jahrhunderts spielt der Autor, William Makepeace Thackeray, ein Stück menschlicher Eitelkeiten auf dem Jahrmarkt des Lebens auf und hinterlässt der Nachwelt ein satirisches Original seiner damaligen Welt.
Hierzu hat er zwei der gegensätzlichsten Frauengestalten erfunden, die uns in der Literaturgeschichte begegnen. Die junge Becky Sharp...
Veröffentlicht am 18. Juli 2008 von Tanja Heckendorn

versus
4 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Jede Menge Eitelkeiten
Für dieses Buch kann ich nur 3 Sterne vergeben. Die Geschichte an sich war sehr interessant, der Charakter der Becky wird von Seite zu Seite interessanter und vielschichtiger. Allerdings sind das Buch und der Autor Kinder ihrer Zeit. Sein Stil, seine Einmischungen und Witze sind einfach an die damalige Zeit angepasst und waren für mich teilweise einfach nervig...
Veröffentlicht am 18. Dezember 2006 von atanvarne


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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Amüsante Satire, 18. Juli 2008
Von 
Tanja Heckendorn "heckendorn" (Lörrach) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Mitte des 19. Jahrhunderts spielt der Autor, William Makepeace Thackeray, ein Stück menschlicher Eitelkeiten auf dem Jahrmarkt des Lebens auf und hinterlässt der Nachwelt ein satirisches Original seiner damaligen Welt.
Hierzu hat er zwei der gegensätzlichsten Frauengestalten erfunden, die uns in der Literaturgeschichte begegnen. Die junge Becky Sharp ist fest entschlossen sich mit ihrem genialen Verstand und ihrer Skrupellosigkeit einen Platz in der Welt zu schaffen. Dagegen träumt die sanfte Amelia Sedley von einem Leben voller Liebe und Schönheit.
Ausgangspunkt der Geschichte ist die Begebenheit als die beiden jungen Damen eine ehrwürdige Schule für junge Mädchen verlassen. Amelia war dort die Lieblingsschülerin ihrer Lehrer gewesen und auch ihre Freundinnen lassen das liebe Mädchen nur ungern ziehen. Ganz andere Gefühle bringt man Becky entgegen, die dort nur unter der Bedingung, dass sie sich nützlich zu machen habe, überhaupt aufgenommen wurde und nun mit Freuden verabschiedet wird, um ihre neue Stellung als Gouvernante anzutreten. Becky hat aber eigentlich ganz andere Pläne. Schließlich kommt ihre Freundin Amelia aus einer reichen Kaufmannsfamilie und hat noch einen unverheirateten Bruder, der eben Karriere in Indien gemacht hat und nun in London weilt. Und auch Amelia, die ihre Liebe zu ihrem Verlobten, George Osborne, erneuert hat, wünscht sich nichts mehr, als dass auch Becky Glück im Leben zu teil wird. Doch einige sind wohl der Ansicht, dass sich die junge Dame nicht über ihren Stand erheben sollte. Doch nach ihrer ersten Niederlage ist Becky nur um so fester entschlossen, die menschliche Natur mit ihrer Eitelkeit genauer zu studieren, um zu schmeicheln und zu gefallen und sich so in die erlauchten Kreise zu erheben. Amelia dagegen muss feststellen, dass ihre bedingungslose Liebe nicht im gleichen Maß erwidert wird und hat düstere Vorahnungen, was ihre Zukunft betrifft. Schließlich treffen die zwei Frauen sich nach längerer Zeit in Europa wieder. Beide sind in der Zwischenzeit verheiratet und ihre Ehemänner stehen in der Schlacht von Waterloo, die nicht nur für England entscheidende Bedeutung hat...
Die Figuren auf dem Jahrmarkt der Eitelkeit sind mit spitzer Feder gezeichnet und so überzogen dargestellt, dass klar wird, dass es sich nur um Karikaturen handeln kann. Becky ist mit nüchternem Verstand, aber ohne jegliche Herzenswärme das Gegenbild der sentimentalen Amelia, die nur aus Gefühl besteht und beständig auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Die Männer werden in das Spiel der beiden Frauen beinahe willenlos hineingetrieben. Der eitle Mr. Sedley mit den vielen Komplexen, wird von der schmeichelnden Becky in Gefühlswirren gestürzt, genauso auch der nichtswürdige, aber charmante Rawdon Crawley, der auf großem Fuße lebt, ohne je einen Penny besessen zu haben. Dagegen empfindet George Osborne die Liebe seiner ergebenen Amelia bald als Bürde in seinem abenteuerlustigen Leben. Und sein treuer Freund, William Dobbin, ist Amelia schon nach der ersten Begegnung verfallen, findet aber selbst nach Osbornes Ableben keinen Weg in das ewige Witwenherz seiner Angebetenen.
William Thackeray hat hier ein zwar sehr lebhaftes, aber nicht eben schmeichelhaftes Bild der maroden mittleren und oberen Gesellschaftsschicht seiner Tage entworfen. Hierbei spielt er als Beobachter, kritischer Beurteiler und teilnahmsvoller Begleiter eine wichtige Rolle in diesem Drama. Er gleitet des öfteren ab, um fern der Handlung den ein oder anderen Hinweis oder Verweis anzubringen. Er rügt die Intrigen der kleinen Aufsteigerin und stellt gleichzeitig die moralische Verkommenheit der sogenannten feinen Gesellschaft heraus. Der Handlungsrahmen umfasst um die zwanzig Jahre und um doch immer noch eine gewisse Spannung beizubehalten, hat sich Mr. Thackeray eine geschickte Taktik einfallen lassen. Er erzählt eine Episode zunächst nicht zu Ende, sondern lässt diese an einer interessanten Stelle offen um später wieder auf das Ereignis zurück zu kommen. Oder eine Figur trifft auf eine weitere und wir erfahren erst nach und nach um wen es sich handelt.
Es bleibt am Ende der Verdacht, dass des Autors Sympathie doch mehr der intriganten Becky als der süßen Amelia gegolten hat. Und wir schließen uns den Schlussworten des Romans an: "Ach! Vanitas vanitum! Wer von uns ist auf dieser Welt glücklich? Wer von uns hat, was er wünscht, oder ist, wenn er es hat, zufrieden? -Kommt, Kinder, wir wollen die Puppen in den Kasten tun; denn unser Spiel ist aus."
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Bunt wie ein Jahrmarkt, 5. November 2005
Von 
Antje Burkert (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Ein wenig skeptisch begann ich das Werk eines Zeitgenossen von C. Dickens, an den ich nicht so gute Erinnerungen hatte. Doch wollte ich unbedingt erst das Buch gelesen haben, bevor ich mir den Film ‚Vanity Fair' ansah. Und mal wieder wurde ich nicht enttäuscht. Der Roman stellte sich als so großartig heraus, dass ich gar nicht weiß, ob ich mir den Film überhaupt noch anschauen werde. Zu Beginn des Romans bedarf es einiger Konzentration, die verschiedenen Familien und Personen auseinander zu halten. Thackeray webt ein dichtes Netzt aus vorder- und hintergründigen Verbindungen, spinnt Intrigen und Ungerechtigkeiten. Er kann sich unglaublich gut in die Leiden und Bedürfnisse einer Frau - wie selten ein Mann -hineinversetzen. Er beschreibt rührende Szenen voller Sehnsucht und Liebe. Man leidet mit, obwohl die Geschichte schon so alt ist und sich seit dem so viel in der Gesellschaft verändert hat. Die Grundprobleme sind heute dieselben wie vor fast 200 Jahren. Auch stilistisch ist das Werk vollendet. Wer Bücher wegen seiner Sprache liest, kommt ebenso auf seine Kosten, wie diejenigen, die den Klatsch und Tratsch aus vergangenen Zeiten im alten London kennen lernen wollen.
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Starke Frauen im Viktorianismus, 20. Juli 1999
Von Ein Kunde
Ich kann jedem, der ein wenig Ausdauer besitzt, diesen Roman wärmstens empfehlen! Gut, knapp 900 Seiten sind keine Kleinigkeit, aber dafür wird man reichlich belohnt. Die Frauenfiguren, vor allem Becky, ist eine "Powerfrau", die sich nicht von den strengen moralischen Konventionen des 19. Jahrhunderts unterdrücken läßt. Sie geht ihren eigenen Weg, ob es sich nun schickt oder nicht. Besonders gut hat mir Thackerays Stil gefallen. Er schafft es mühelos und mit einer unbeschreiblichen Leichtigkeit, das bunte Treiben des Lebens mit komischen und satirischen Mitteln zu karikieren. Auch Gesellschaftskritik bleibt dabei nicht aus. Besonders die Doppelmoral der damaligen Zeit nimmt der Autor aufs Korn. Manche Szenen sind so unglaublich witzig und zugleich bösartig, daß ich vor Lachen nicht mehr weiterlesen konnte. Mir gefiel besonders gut, daß die Lebensläufe zweier unterschiedlicher junger Frauen kunstvoll miteinander verwoben sind. Wie sich die schlaue, etwas amoralische Becky und die naive Amelia durchs Leben schlagen und versuchen, ihre Träume zu verwirklichen, ist ebenso amüsant wie spannend. Wer also auf satirische Schmöker mit starken Frauen und die Epoche der Viktorianismus steht - hier seid ihr richtig. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eitelkeit als Generalnenner?, 28. Oktober 2006
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Thackeray behauptet implizit, die Eitelkeit sei die treibende Kraft in der Gesellschaft. Ein soziologischer Befund. Aber schon seine beiden Heroinen, Becky und Amelia, widerlegen den Befund insofern, als nur eine von ihnen durch die Eitelkeit getrieben ist, Rebekka, Becky Sharp nämlich. Eine wichtige Figur, Major Dobbin, ganz zuletzt noch Oberst Dobbin, ist ein ganz feine Persönlichkeit, Rawdon Crawley ist zumindest noch durch anderes getrieben und getragen, seine Kumpels nämlich, den Club, die Freunde und Joseph, Joe Sedley der Steuereinnehmer und der Bruder von Amelia, ist auch noch von der Kulinarik fasziniert, nicht nur vom gesellschaftlichen Aufstieg.

Der These entspricht ganz scharf nur Becky Sharp, verheiratete Crawley. Sie ist die flexible Zynikerin, die alle ihr zahlreichen Fähigkeiten skrupellos für den Aufstieg aus der Bohème-Herkunft in die adligen Zirkel einsetzt. Aber selbst sie hilft zuletzt bei gemeinnützigen Basaren mit.

Ganz nebenbei und wie es auch bei Dickens und der Austen zu finden ist, ist es ein Panoptikum der damaligen Gesellschaft, eine Geschichtsstunde, in der auch z.B. Napoleon vorkommt, das Bild der damaligen Engländer von Frankreich und Deutschland, denn als Aufführungsorte kommen auch Paris und das Rheinland in den Fokus und indirekt die englischen Kolonien, in deren Sumpfwinden Rawdon fern der Heimat stirbt. Die Exotik der distanten Zeit verbirgt aber nicht,inwiefern Thakeray auch zu uns redet und dass Vieles des "Jahrmarktes" weiterhin gilt.

Wie bei Henry James wird die Struktur z.B. mit den Gegenfiguren, die bei weitem nicht bei Becky und Amelia und ihren Söhnen endet und in der Heirat von Amelia mit Dobbin kulminiert, erst nach der Lektüre offensichtlich. Das ist ein Zeichen von guter Literatur.

Dazu zählt Thackeray wirklich und ich ziehe ihn Dickens vor, denn bei Thackeray fehlt es an diesen willkürlichen und kaum nachvollziehbaren Wendungen, die Dickens Geschichten durchsetzen. Bei Thackeray entwickelt sich alles langsam und authentisch, konsistent und nachvollziehbar.

Diese DTV-Ausgabe schliesst zahlreiche Zeichnungen des Autors ein, die die Geschichte neckisch illustrieren. Sehr reizvoll.

Aber reden wir noch davon, wie Thackeray zu lesen ist: Es ist eine exzellente Lektüre. Thackeray versteht es Witz und Ernst zu vermengen, nach einer fröhlichen eine traurige Bühne zu eröffnen und die Gesellschaftskritik läuft erhellend und locker nebenher. Er stellt trotz der Thesenhaftigkeit Menschen aus Fleisch und Blut vor uns, die er uns mit viel Ironie und Menschenkenntnis näher bringt. Der Auf- und Abstieg von Becky, die familiären Tragödien, der Auf- und Abstieg von Kaufleuten, das Schicksal aller Figuren hält die Erzählung auf Trab und uns bei der Stange, denn es ist 900 Seiten lang spannend und unterhaltsam, ohne Hänger whatsoever, was man z.B. vom ebenso grossen „Zauberberg“ nicht behaupten kann.

Prädikat: Sehr empfehlenswert
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Noch immer aktuell, 11. November 2012
Von 
Glimmerfee - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)   
Becky Sharp und Amelia Sedley sind zwei völlig unterschiedliche Frauen, deren Lebenswege sich aber immer wieder auf dem gesellschaftlichen Parkett der Schönen und Reichen des 19. Jahrhunderts kreuzen.

Dieser Roman hält der Gesellschaft einen ironischen Spiegel vor die Augen und obwohl dieses Buch erstmals 1846/1847 erschienen ist, hat sich an dem Verhalten der Menschen nur wenig geändert. Becky strebt danach in der Gesellschaft anerkannt zu werden und Bewunderer zu ihren Füßen liegen zu sehen, ihre Freundin Amelia benötigt zu ihrem Glück nur den von ihr angebeteten George. Becky hat den denkbar schlechteren Start ins Leben und muss sich um eine Verheiratung selber kümmern. In ihrem Gatten findet sich nicht wirklich eine Stütze, denn der Spieler kümmert sich wenig darum, woher die benötigten Einnahmen kommen. Amelia besitzt zu Anfang alles, aber ihre bescheidene liebevolle Art hilft ihr nur wenig, als ihr Vater Pleite geht. Ich habe die beiden Damen gerne durch ihre Aufs und Abs begleitet und musste feststellen, dass genau wie damals das Glück und Ansehen oftmals mit einem prall gefüllten Geldbeutel eng verknüpft sind.

Bitte nicht abschrecken lassen von der stolzen Zahl von 950 Seiten, denn das Buch bietet beste intelligente Unterhaltung und ich habe mich nicht einmal gelangweilt.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wundervolles Buch voller Ironie, 2. Juli 2001
Von Ein Kunde
"Jahrmarkt der Eitelkeit" war ein nicht sehr aussagekräftiger Titel für einen Roman, der mich verleiten sollte, ihn zu lesen, aber später sehr begeisterte. Erst auf Empfehlung anderer hin, habe ich dieses Buch gelesen und es ist eines meiner Lieblingsbücher geworden, neben „Stolz und Vorurteil", „Schöne neue Welt" und „David Copperfield". Dieses Buch ist eine Satire, die sich über das gesellschaftliche Leben in den „besten" Kreisen von England lustig macht. Es handelt von Rebecca, einer armen jungen Frau, die sich Mithilfe von ihren Talenten (sich einzuschmeicheln und beliebt zu machen) sich ziemlich gut durchs Leben schlägt. Besser gesagt wäre: sie nutzt die Eitelkeit der reichen Leute aus und schmeichelt sich so weit bei ihnen ein, dass sie zu einer sehr angesehenden Dame wird und somit in den ersten Kreisen verkehrt. Über das Ende vom Buch will ich nichts sagen, auch nichts über manch andere Charaktere, die dieses Buch so lesenswert machen. Eine Person wäre vielleicht sehr wichtig zu erwähnen: Amelia. Sie ist, charakteristisch gesehen, ziemlich das Gegenteil von Rebecca. Ich denke, dass ich genug vom Inhalt des Buches geschrieben habe.Wenn ich mehr erwähnen würde, wäre es ein Verlust für diejenigen, die „Jahrmarkt der Eitelkeit" lesen wollen. Wer gerne Satiren liest, wird dieses Buch lieben, weil es durch und durch von Ironie geprägt ist. Das Buch ist außerdem mit sehr hübschen Zeichnungen von Thackeray versehen. Es ist wirklich sehr lesenswert.
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wirklich ein Roman ohne Helden?, 20. August 2005
Auch wenn William Thackeray seinem Roman den Untertitel "Ein Roman ohne Held" verliehen hat, ganz ohne Helden geht es dann doch nicht. Und mit Becky Sharp hat er sicherlich eine der wunderbarsten Frauengestalten geschaffen, die es in der Literatur gibt. Witzig, klug und intelligent schlägt sie sich durch ihr Leben, das in niedrigen Gesellschaftskreisen beginnt, aber dort sicherlich nicht enden wird (soviel sei schon verraten). Wie blass, reizlos und dümmlich wirkt dagegen Amelia Sedley, Beckys Freundin aus Schulzeiten.
Dabei zeichnet sich der Roman durch sowohl intelligente wie witzige Ironie und beissenden Sarkasmus aus, der sich auf die engliche Gesellschaft des 19. Jhd. bezieht, in der alle dem "vanity fair" verfallen und eitel und manipulierbar sind, was Becky Sharp sich bestens zu Nutze zu machen weiß.
Trotz seiner "altertümlichen" Sprache und den 900 Seiten ist dieses Busch absolut empfehlenswert.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach toll, 11. Januar 2000
Von Ein Kunde
Thackerays "Jahrmarkt der Eitelkeiten" ist ein ganz phantastisches Buch! Es ist unglaublich, wie sich dieser Mann mit den Befindlichkeiten der Menschen auskennt und versteht, ein überaus detailliertes Bild der victorianischen Epoche zu zeichnen, das aber durchaus auch für unsere Gesellschaft heute noch ganz schön zutreffend ist. Die Menschen ändern sich halt nicht. Es macht einfach Spaß, dieses Buch zu lesen, sehr bissig, sehr ironisch. Thackeray, der Zeitgenosse Dickens', der immer darunter zu leiden hat, daß Dickens einen solch riesigen Schatten wirft, hat es verdient, von uns gelesen zu werden, denn er hat seinen eigenen Wert. Das Buch mag zwar recht dick sein, und die Sprache ist nun mal eben auch aus dem 19. Jahrhundert, aber es lohnt sich. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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7 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen großer europäischer Roman, 9. März 2008
Von 
helmut seeger "liberaler" (karlsruhe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
"Jahrmarkt der Eitelkeit" ist einer der großen Gesellschaftsromane des 19. Jahrhunderts und in mancher Hinsicht mit Tolstois "Krieg und Frieden" vergleichbar, nicht nur darin, dass beide zur Zeit Napoleons spielen oder was den fast 1000-seitigen Umfang angeht. Man glaubt ohne weiteres, dass Tolstoi bei Thackeray auch Charakterzüge für seine "Anna Karenina" entnommen hat.
Charakteristisch wie bei Tolstoi ist auch für Thackeray das Einbeziehen der historischen Geschehnisse in den Erzählstrang und die direkte Auswirkung des Geschehens an historischen Eckpunkten auf die Hauptpersonen.
Was zunächst nervt an diesem Roman ist das permanente Einmischen des Erzählers in die Handlung. In der Tat walzt Thackeray seine Idee des menschlichen Lebens als "Jahrmarkt der Eitelkeit" derart aus, dass er den Leser immer wieder darauf hinweisen zu müssen meint. Mit der Zeit gewöhnt man sich dann daran.
Wichtiger als der Titel selber ist für das Verständnis dieses Werks der Untertitel: Roman ohne Held.
Die Stärke dieses umfangreichen Werks liegt darin, dass es tatsächlich keine Helden gibt. Wie in einer Lindenstraße des 19. Jahrhunderts sind alle Charaktere ausnahmslos mit großen Schwächen und Fehlern gesegnet.
Die Hauptfiguren sind zwei Frauen: Becky, die für das Zugehören zur "guten Gesellschaft" bereit ist, alle menschlichen Beziehungen zu opfern und die naive Amelia, die zwar von nichts eine Ahnung hat, aber mit großem Mitgefühl und Einfühlungsvermögen jeweils den Menschen beisteht, die ihres Beistandes bedürfen. Daneben finden sich trinkende Parlamentsabgeordnete, spielende Offiziere, Blender und Frauenhelden sowie grobschlächtige Geschäftsleute wie Weichlinge unter dem Personal des Romans.
Keine dieser Figuren ist letztlich wirklich sympathisch, was den Untertitel ohne weiteres rechtfertigt.
Der Roman ist inhaltlich ein Panorama des Kampfes gegen Napoleon und des (nach-)napoleonischen England und deckt rund 20 Jahre Zeitgeschichte ab. Obwohl er weitgehend in England spielt, wirft er auch einen Blick auf das zeitgenössische Belgien und karikiert am Ende mit spitzer Feder insbesondere auch die Duodezfürstentümer in der Nachfolge des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.
Der Roman hält sich weitgehend an den Adel, die Probleme und das Leben der "niederen Stände werden nur am Rande gestreift.
Thackeray mag in der psychologischen Zeichnung nicht so präzise sein wie später die Russen des 19. Jahrhunderts, als deren Vorreiter macht er ihnen aber alle Ehre.
Seine satirische Ader hebt ihn von seinem wesentlich bekannteren Zeitgenossen Dickens ab, auch jegliche Verkitschung der Handlung wird man bei Thackeray vergeblich suchen. Seine Satire ist spöttisch, aber nie umwälzlerisch.
Fazit: Ein psychologisch wie soziologisch und politisch beeindruckendes und menschlich anrührendes Gesellschaftsporträt des (nach-)napoleonischen England, das sich zu den ganz großen europäischen Romanen rechnen darf und auch den Vergleich mit den russischen Meisterwerken des 19. Jahrhunderts nicht scheuen muss.
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5.0 von 5 Sternen Unbedingt lesen!, 27. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Jahrmarkt der Eitelkeit: oder Ein Roman ohne Held (Taschenbuch)
Ein sehr schönes Buch. Ruhige Erzählweise und sonderbarerweise immer noch auf unser Leben im 21. Jahrhundert übertragbar. Daran sieht man, dass die Menschen sich kaum verändert haben. Der Schein ist auch heute noch wichtiger als das Sein. Humorvoll geschrieben und in der Tat: "Ein Roman ohne Helden!"
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Jahrmarkt der Eitelkeit: oder Ein Roman ohne Held
Jahrmarkt der Eitelkeit: oder Ein Roman ohne Held von William Thackeray (Taschenbuch - 1. Juni 2011)
EUR 14,90
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