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am 12. Oktober 2011
In der Villensiedlung auf Long Island der 1920er Jahre gibt Jay Gatsby nächtelang berauschende Feste. Weithin sind seine Partys voller New Yorker Prominenz und Cocktails bekannt,
während sich der Gastgeber selbst hinter einer Wand aus Geheimnissen verborgen hält.
Kaum einer seiner "Freunde" weiß, wer der Mensch hinter der Fassade des immer perfekten
Gentlemans mit dem unerschöpflichen Vermögen wirklich ist. Als Nick Carraway in
seine Nachbarschaft zieht und sich mit dem großen Gatsby anzufreunden beginnt, entdeckt
er hinter der Maske aus Faszination und Dekadenz einen Mann, der sein ganzes Leben
nur auf einen Wunsch ausrichtet: die Liebe einer Frau zurückzugewinnen, deren gemeinsame
Beziehung längst der Vergangenheit angehört. Doch Welten können nicht auf Träume gebaut werden und so endet der schnellen Aufstieg in einem katastrophalen Absturz.
Mit seinem wohl bekanntesten Roman schafft es Francis Scott Fitzgerald, den Überfluss und die Langeweile der High Society einzufangen und deren Lebensgefühl ironisch zu kommentieren,
während er seinerzeit selbst dazuzählte. "Der große Gatsby" ist zum Symbol für den amerikanischen Traum vom Aufstieg, dem jedoch unweigerlich der tiefe Fall folgt, geworden. Auf knapp 200 Seiten
jagt ein Handlungsstrang den nächsten und jedes Wort ist essentiell für den Fortbestand der Dialoge. Hinter den Beschreibungen der leichten Sommeratmosphäre verbirgt sich so viel beißender Sarkasmus, dass dem Leser schnell bewusst wird, es ist lange nicht alles Gold, was hier glänzt und
die Vergangenheit kann nicht noch einmal gelebt werden.
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Beleuchtet wird in diesem hervorragenden Roman die High- Society der Ostküste der USA während der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Als Tableau dient die tragische Liebesgeschichte zwischen dem reichen, Geheimnis umwitterten Jay Gatsby und der schönen aber leichtfertigen Daisy.

In Amerika zeigen sich die so genannten "Goldenen Zwanziger" als die Zeit der Prohibition, des ausgiebigen Drogenkonsums, der luxuriösen Parties mit neuartigen Jazzklängen. All dies macht der Autor zum Gegenstand seines Facetten reichen Romans. Zudem bringt Fitzgerald die Oberflächlichkeit, Blasiertheit und Übersättigung der mondänen, höheren Gesellschaftsschicht zu Tage.

Personen, die erst jüngst zu Geld gekommen sind, finden dort kaum Zugang und selten wirkliche Akzeptanz. Der amerikanische Traum, der verspricht, dass man durch Tüchtigkeit alles erreichen kann, stellt sich in seiner realen Durchführung als höchst fragwürdig dar oder stößt zumindest, wenn es um gesellschaftliche Anerkennung geht, an seine Grenzen.

Der tüchtige Gatsby, der so vielen Vieles gibt, hat im Grunde keine Freunde, keine wirklichen Herzensbeziehungen, die auf Gegenseitigkeit beruhen. Die Menschen, um ihn herum sind, ohne Ausnahme, materiell fixiert und irgendwie alle vom Stamme Nimm. Sie vermögen die seelische Größe dieses Mannes nicht zu erkennen. Als Mensch ist Gatsby für diese ethisch verkommene Clique nicht interessant. Dies gilt vor allem für die von ihm so geliebte Daisy.

Der fiktive Erzähler Nick - Jay's mittelloser Nachbar- ist der einzige, der die wirkliche Größe Gatsbys erkennt und ihm durch seinen Bericht ein würdiges Denkmal setzt.

Unendlich berührend. Ein Meisterwerk.
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am 17. April 2011
Diese relativ textnahe Neu-Übersetzung zeigt die Modernität dieses berühmten Romans, der zum amerikanischen Mythos geworden ist und nicht zu Unrecht als vielleicht bester amerikanischer Roman des zwanzigsten Jahrhunderts gilt.

Aus den zahlreichen Anmerkungen und dem ausführlichen Nachwort erfährt man eine Menge wissenswerter Details über den gesellschaftlichen Hintergrund der zwanziger Jahre zwischen Sex, wilder Lebensgier und der Doppelmoral des amerikanischen "Geldadels". Auch die zahlreichen autobiographischen Zusammenhänge werden beleuchtet und die historischen Vorbilder für die Figuren benannt.
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Ganz am Ende vom Booklet, das dieses Hörbuch hervorragend komplettiert, referiert Lutz W. Wolff darüber, was für ihn übersetzen bedeutet und welche Schwierigkeiten und Herausforderungen die Arbeit vom Original in die Heimatsprache mit sich bringen. Eine moderne, umfassende, intelligente und versierte Selbstreflektion der eigenen Arbeit und des Werkes, welchem sich Wolff im letzten Jahr angenähert hat: dem großen Gatsby, dem großen Drama der amerikanischen 1920er Jahre, der Schlüsselnovelle des Jazz Age, wie der Autor selbst diese Epoche klassifizierte. F. Scott Fitzgerald hat die noch heute gerühmte Vorlage geschaffen und Lutz Wolff hat sie neu interpretiert: mit klaren Worten, mit dem Blick für das Mystische, Surreale, Paradoxe und Einzigartige, all dem, was dem Original zugrunde liegt. Vorneweg sei gesagt: Es ist ihm so wunderbar gelungen, wie Burghart Klaußner die auditive Übertragung.
Doch der Reihe nach: Fitzgeralds Romane und Erzählungen sind alle zu einem großen Teil autobiographisch. Vorbilder für seine Figuren waren er selbst, seine Frau Zelda oder andere Bekannte; ganz unverblümt entnahm er den Tagebüchern seiner Angebeteten ganze Passagen und verfrachtete sie in seine Erzählungen. Inhaltlich behandelt Fitzgerald die Themen der roaring twenties, welche da ganz offensichtlich waren: Hedonismus, Drogenrausch, Jazzmusik, moderne Errungenschaften wie Automobil oder Telefon, also ganz einfach das wilde, süße Leben auf Pump der eigenen Physis und zu Lasten ethischer Genügsamkeit. Innere Zerrissenheit, Empörung und Moralismen mit Netz und häufig doppeltem Boden machen diese große Geschichte folgerichtig aus.
Gatsby ist die Titelfigur und wird vom Erzähler Nick Carraway portraitiert und auch begleitet. Auch wenn die kompositorische Handlung sich nur auf die vier Sommermonate des Jahres 1922 komprimiert, schlägt Fitzgerald einen großen dramatischen Bogen bis zum Anfang jenes Jahrhunderts, ja selbst die dreihundertjährige amerikanische Geschichte wird integriert. Das Herz dieses Werkes ist die Klarheit seiner Verstricktheit und die grausame Schönheit seines Inhalts. Die einst gescheiterte und am Kulminationspunkt des Romans wieder aufkeimende Beziehung zur geliebten Daisy, die ganz im Gegensatz zu ihrer berühmten, namensgleichen Comicente alles andere als solide, konservativ und partnerschaftlich monogam leb, steht dabei im vordergründigen Zentrum. Gatsbys Alkoholismus und verschwenderischer Lebensstil sind oberflächlich betrachtet nur das Verdrängen der gescheiterten Traumbeziehung. Auf einer tieferen Ebene aber symbolisieren all diese modernen Verdrängungsmechanismen die daraus resultierende Spaltung der Moderne: die Verschwendung und der Raubbau irdischer Ressourcen, die Ausbeutung der Schwächeren, die flegelhafte Sinnlosigkeit der extravaganten Partymarathons der Reichen, auf deren Seite Gatsby steht und deren moralische Inquisition er erdulden muss.
Veröffentlicht 1925 markiert der Roman in der Werkschau Fitzgeralds größten Wurf; zu jener Zeit aber war das Buch lange nicht so erfolgreich. Immerhin eine Bühnenfassung spielte Geld ein, auch ein Film (Stummfilm, gilt heute als verschollen) wurde bereits 1926 auf Zelluloid gebracht. Heute aber steht der Gatsby wie ein Monolith in der amerikanischen Kulturgeschichte, die moderne Interpretation ins Deutsche unterstreicht dies noch einmal.
Herausragend ist meiner Meinung nach die Vertonung, die just im Verlag Hörbuch Hamburg veröffentlicht wurde. Dass Burghart Klaußner den Preis des Hörbuchinterpreten 2010 eingeheimst hat, wundert nicht; stattdessen bekräftigt er mit dieser Vorführung noch einmal seinen Wert. Die Punkte, die Kommas, die Pausen, den Schwung eines Satzes und den Wert des Innehaltens beherrscht er vorzüglich. Genau wie ein Zuhörer versteht es Klaußner die mentale Regenration, die bei der Aufnahme solch eines großen Happens wie des Gatsbys vonnöten ist, vorzuleben, vorzusprechen, und an der richtigen Stelle vorzuschieben. So großartig und bewegend wie die Musik, die bei Gatsby im Garten gespielt wird, so warm wie die Nächte im Sommer 1922, so bunt leuchtend wie das künstliche Licht, dass alles neu erhellte. Der Gatsby als Hörbuch ist ein rauschendes Fest!
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am 20. Mai 2015
Der junge Nick Carraway, Erzähler dieser Geschichte, zieht nach Long Island, um dort als Wertpapierhändler zu arbeiten. Schnell zeiht sein palastartiges Nachbarhaus seine Aufmerksamkeit auf sich. Denn diese wird schnell zum Mittelpunkt großer ausschweifender Partys und so trifft Nick zwangsläufig auf den Besitzer Jay Gatsby. Offensichtlich mehr als wohlhabend und stark geheimnisumwittert ist er auf seinen eigenen Partys oftmals Hauptdarsteller von Klatsch und Tratsch, da die meisten Gäste ihn gar nicht zu kennen scheinen. Recht schnell freundet sich Nick mit Gatsby an, doch trotz dessen wird dieser auch für ihn nie ganz aus seinem mysteriösen Nebel hervortreten, macht er doch selbst viel zu oft ein Geheimnis aus seiner Herkunft, seinem Vermögen, sogar seiner universitären Laufbahn. Auch Gatsbys Umgang sorgt bei Nick und anderen für Verwirrung, zu kurios und undurchsichtig erscheinen zumindest einige seiner Bekanntschaften. Viel Zeit verbringt unser Ich-Erzähler Carraway auch mit seiner in der Nähe lebenden Cousine Daisy und ihrem Mann Tom Buchanan. Die offensichtlich gelangweilte und nicht sher intelligente, dafür hübsche Daisy stellt sich als die Jugendliebe Gatsbys heraus und schnell wird klar, dass der rätselhafte Millionär nicht zufällig in die Nähe der Buchanans gezogen ist.
So nimmt alles seinen Lauf: Die mondänen, wie affektierten Snobs nehmen weiterhin an seinen Partys teil und zerreißen sich die geschminkten Flapper-Mündchen, während Gatsby und die Buchanans auf eine Katastrophe zusteuern, aus der nicht jeder heil davonkommt.
Der große Gatsby ist ein wirklich glänzendes, schillerndes Meisterwerk. War ich noch nie ein besonderer Freund klassischer amerikanischer Literatur, so hat sich dies nun schlagartig geändert. Fitzgerald präsentiert hier ein Konglomerat an Figuren und Begebenheiten, die durch jeden Buchstaben die Roaring Twenties zu atmen scheinen. Ganz behutsam, ja fast leise und unaufgeregt bringt er uns das Milieu der Reichen und somit der Dekadenz, der Ausschweifung und damit einhergehend die innere Leere und Langeweile der Protagonisten näher. Man sollte dieses Buch mit Bedacht lesen, denn, so abgedroschen es auch klingen mag, man ist versucht zu sagen, dass genau das, was Fitzgerald nicht schreibt oder nur am Rande erwähnt, seinen Schreibstil ausmacht. Charaktere werden teilweise nur durch kleine Andeutungen, durch vermeintlich lapidare Nebensätze oder durch scheinbar unbedeutende Handlungen oder Bewegungen komplett durchleuchtet. Auf gerade mal 216 Seiten. Obwohl der Autor sich selbst in den beschriebenen Kreisen bewegte scheint er sich doch eine ironische Sicht auf die Dinge bewahrt zu haben. Augenzwinkernd beschreibt er anfangs die durch Langeweile geprägten Zusammenkünfte der Hauptfiguren, die Partys, die nur stattzufinden scheinen, damit sie stattfinden. Später, ungefähr in der Mitte des Buches, wird der Ton ernster und Fitzgerald navigiert auch hier sicher durch tragische Untiefen und katastrophale Wendungen. In der Ausgabe von dtv finden man zudem noch ein interessantes Nachwort des Übersetzers, indem die Entstehungsschichte und die Figuren des Romans näher beleuchtet werden, so wie nicht minder interessante Anmerkungen zum Text und eine Zeittafel zu Fitzgeralds Leben.
Ein Lesevergnügen par excellence und folglich nichts anderes als volle Punktzahl für dieses großartige Buch!
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am 23. August 2012
Fitzgerald schenkt uns einen Einblick in das Leben der Upper Class, und zwar nur der Upper Class der Jazz Age oder Roaring Twenties. Die Zeit vor dem Börsencrash von 1929 war von Sorglosigkeit, Verschwendung und Luxus geprägt. Blässe, eine gewisse Trägheit und eine kühle Ausstrahlung, die wohl zum guten Ton der feinen Gesellschaft gehörten, werden einem näher gebracht. Der Roman überrascht immer wieder mit einzelnen eingestreuten poetischen Sätzen, die man auch mal zweimal lesen muss um ihre ganze Bildhaftigkeit zu erfassen. Diese Sätze sind die Glanzpunkte des Romans, die wohl auch zu seinem Ruhm beigetragen haben.

Nick Carraway beschreibt seine Erlebnisse in New York, Long Island von 1922. Sein Nachbar, der geheimnisvolle Gatsby, ist Mittelpunkt der Erzählung. Durch seine ausufernden Partys wird Nick auf ihn aufmerksam. Wie die Liebesgeschichte in die Novelle hineinfließt möchte ich hier nicht verraten um die Spannung nicht zu nehmen.

Der Autor Fitzgerald hat nicht nur wirklich in dieser Zeit gelebt, sondern auch selbst in diesen Kreisen verkehrt und diese Partys veranstaltet. Daher sollte sein Blick recht authentisch sein. Das Coverbild von Cathrine Abel der dtv-Ausgabe passt so perfekt, dass es eine Erwähnung Wert ist. Die dtv-Ausgabe ist angereichert mit Fußnoten z.B. welcher echten Person der Zeit jemand nacherfunden wurde, einer langen Rezension und einem Lebenslauf des Autors. Die Neuübersetzung wirkt dabei weder altbacken noch zu sehr auf modern getrimmt.

Wer eine ungewöhnliche, tragische Liebesgeschichte erleben und einen kleinen Einblick in das Leben oder vielmehr das Gefühl der Schönen und Reichen der Zwanziger Jahre erhalten möchte, für den ist diese Novelle gut geeignet.
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am 17. November 2011
Eine herrliche, spannende Neuübersetzung. Dieses Buch kann ich jedem empfehlen. Die besonders sparsame, sensible Personenbeschreibung gefielen mir sehr. Ein geniales Meisterwerk.
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am 7. Oktober 2012
Zuersteinmal: Das Buch schlägt auch heute (2012) noch ein, und in der Neuübersetzung von Lutz-W. Wolff entfaltet es seinen ganzen Genuss.

Der Millionär Jay Gatsby ist eben nur dann reich, wenn es um die Villas, die Partys oder den Swimming Pool geht.

Er ist nur im Besitz kaufbaren Reichtums. Doch Abseits davon verfolgt er seinen Traum, sein Glück, das nichts mit seinem Geld zu tun hat.

F.Scott Fitzgeralds Werk ist heute noch ein Lesevergnügen, mehr noch: Literatur, weil sein Thema zeitlos ist.

Mit hohen Erwartungen blicke ich nun auf den Film vorraus (Gatsby wird von Leonardo DiCaprio gespielt),der da bald im Dezember schon erscheinen wird.

Einziger Kritikpunkt bleibt die Covergestaltung, die dem Lesevergnügen natürlich keinen Abbruch tut.
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am 30. Juni 2013
„Der große Gatsby“ gemeinsam gelesen in der Lovelybooks Klassikerrunde, konnte mich gänzlich begeistern. In mir entstanden von Beginn an klare Bilder der Charakteren und der Atmosphäre der damaligen „wilden Zwanziger“.

Erzählt wird die Geschichte Gatsbys und seiner Liebe zu Daisy, die eigentlich mit Tom verheiratet ist, einem doch sehr gewöhnungsbedürftigem Macho. Daisy ist ein typerischer Flapper – eine junge, selbstbewusst anmutende Frau mit kurzem Pagenschnitt, kurzem Kleid, keinem Interesse an Moralvorstellungen, die ihre Meinung kundtut und meist gerne Jazz hört. Gatsby und sie kennen sich von früher und für ihn ist sie immer die Liebe seines Lebens gewesen. Allerdings verliert er sich in seiner Liebe zu dem inneren Bild Daisys, das er über Jahre idealisierte.

Gatsby selbst ist ein Selfmademen mit vielen Geheimnissen, der üppige Partys feiert. Auf diesen spielt ein Großteil des Buches, so dass man den Eindruck gewinnen könnte, alle Figuren seien nur oberflächlich und selbstgefällig. Allerdings fände ich, dass dies zu kurz gedacht ist. Zwischen den Zeilen wird immer wieder deutlich, dass sie nur versuchen locker und oberflächlich zu sein, dass sie versuchen, sich von alten Normen und dem Grauen des Krieges zu befreien. In Wirklichkeit sind sie alle ziemlich verloren und haben keinen konkreten Lebensweg. Die Figuren wirken auf mich oft als hätten sie ihren Daseinssinn verloren.

Erzählt wird die Geschichte Gatsbys übrigens aus Sicht seines Nachbarn, dem jungem Nick, der zunächst dadurch auffällt, dass er sich als Mitläufer auszeichnet und sich am Ende, wenn die Geschichte eine dramatische Wendung nimmt für mich eher zum Helden der Geschichte avanciert, in dem er zu dem, was er war und tut steht und sich nicht abbringen lässt.

Sehr erhellend war im Kontext des Buches die Königs Erläuterung aus dem C. Bange Verlag. Gut aufbereitet bekommt man hier das Buch näher gebracht, den Autoren und den Hintergrund/ die Entstehungsgeschichte. Ich freue ich bereits jetzt, wenn wir wieder ein Werk lesen, für das es aus dem Hause C. Bange eine Erläuterung geben wird. Ich werde sie mir direkt kaufen.

Hier zwei meiner Lieblingszitate aus dem Roman Fitzgeralds:
„Aber ich bin ein langsamer Mensch voller innerer Regeln, die als Bremsen für meine Begierden wirken, …“ Nick

„Der Abend hatte mich schwindlig und glücklich gemacht; und soweit ich mich erinnere, habe ich bereits fest geschlafen, als ich schließlich durch meine Haustür ging.“ Nick
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Auch ein Klassiker ist ein ambivalentes, vielschichtiges Werk, auch wenn das Timbre dieses Wortes oft eine einheitliche, fast schon überformelle Art des Inhalts anzukündigen scheint. So erscheinen dem Leser die mit "Klassiker" betitelten Werke nicht selten aus der Ferne eher überlebensgroß als lebensnah - als was sie sich dann doch, mit der Nähe der Lektüre, erweisen.

"Der große Gatsby" von F. Scott Fitzgerald (ich habe das Buch in der sehr guten, stimmungsfiligranen Übersetzung von Walter Schürenberg, SZ-Bibliothek, gelesen) vermag es, wie viele andere Bücher, (und doch auch nicht überviele) uns während der Lektüre die Angst vor dem Begriff des Klassikers zu nehmen und den geradezu liebevollen Aspekt dieses Wortes zu betonen - denn eigentlich ist es ein Begriff, um ein besonders abgerundetes und doch vielgestaltiges Werk zu ehren und nicht etwa den Hauch strenger, traditioneller, gewissenhafter alter Zeit in einem Bund von Büchern zu wahren. Was für mich persönlich einen Klassiker immer noch am ehesten ausmacht, ist das sehr ausgewogene Verhältnis zwischen Kunst und Leben, zwischen erlebter Sprache und sprachlichem Leben.

"Ein letzter Sonnenstrahl verklärte für einen Augenblick romantisch ihr Gesicht; ihre Stimme zwang mich atemlos lauschend zu ihr. Dann verblasste das Glühen; ein Lichtstrahl nach dem andern wich von ihr, zögernd und ungern wie Kinder, die in der Abenddämmerung ihr Straßenparadies verlassen müssen."
(Zitat, S.20)

Ich hatte mir Fitzgerald lange Zeit als einen zweiten Hemingway vorgestellt und musste nun peinlich berührt dieses auf keiner Grundlage getroffene Urteil revidieren. Ich schätze Hemingway, aber er ist nicht gerade ein bemerkenswert ausgewogener Schriftsteller; er ist ein Poet der Kraft, er malt mit einfachen, starken Farben und seine Bücher sind ihr eigenes Ideal (was literarisch-eindrücklich ihren besonderen Wert ausmacht), aber wenig darüber hinaus. Fitzgerald dagegen ist ein brillanter Schriftsteller, der subtil, minimalistisch und poetisch, der knapp und ausschweifend zugleich ist.

Wobei die Ausschweifung weniger in der Sprache selbst liegt, denn die ist eher zurückhaltend und konzentriert sich bewusst auf die räumliche Komponente ihres Ausdrucks; dadurch bleibt sie oft ausdeutbar (das, was Hemingway manchmal allzu sehr auf die Spitze trieb) und liefert Gelegenheiten für halbplatzierte Witze, Stimmungsbilder und andere Finessen.

Finessen - ein Wort, was Fitzgeralds Prosa dann im Kern ausmacht. Er ist kein psychologischer Erzähler, aber seine Finesse lässt alles zu, Psychologie, Empathie, Gefühle, Verständnis, ist wandelbar von Ansicht zu Ansicht. Das macht das Buch bis zum Ende hin zu einem sehr ambivalenten Erlebnis, denn obwohl der große Gatsby einen nicht gerade komplizierten Plot hat, ist die Konsistenz, in der dieser Plot serviert wird, ziemlich vielschichtig und so manches Gespräch, so manche beschriebene Geste, so mancher geschilderte Eindruck hält mehr bereit als die ganze eigentliche Geschichte, die das Buch eigentlich gar nicht ausmacht. Es ist kein Buch, in dem man irgendwo verweilen kann, aber genau darin spiegelt es den Zeitgeist der Epoche geradezu perfekt wieder.

Die Story: Eine Liebesgeschichte, die wohl zu den unromantischsten Liebesgeschichten der Welt gehört (und ob das Absicht, Nebeneffekt oder Hauptintention ist, sei dahingestellt - vermutlich ist auch dieser Aspekt ein Spiegel, der Zeit vorgehalten). Es gäbe sicherlich viel hineinzudeuten in die Motive und Symbole Fitzgeralds, aber das ist eine Aufgabe für Wissenschaftler, nicht für Leser. Und für Leser hält dieses Buch mindestens genauso viel bereit wie für Analysten. Da ist die Sprache ("Als ich sein Büro verließ, hatte sich der Himmel bezogen, und bei meiner Ankunft in West Egg regnete es Bindfäden"), da sind die geradezu lukrativen Einzelheiten der Geschichte, da ist die große Verlorenheit (oder ist es Eleganz oder ist dies beides gar dasselbe) einer Generation, die sich doch in unseren Köpfen (und vor allem den Köpfen Amerikas) fest gebrannt hat; eine Generation die ein Lebensmotto schrieb, auf Marmor und in den Wind.

"Gatsby glaubte an das grüne Licht, an die rauschende Zukunft, die Jahr um Jahr vor uns zurückweicht. Sie ist uns gestern entschlüpft, doch was tut's - morgen schon eilen wir rascher, strecken weiter die Arme aus... Und eines schönen Tages...
So regen wir die Ruder, stemmen uns gegen den Strom und treiben doch stetig zurück, dem Vergangenen zu."
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