Kundenrezensionen


6 Rezensionen
5 Sterne:
 (3)
4 Sterne:
 (2)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:
 (1)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Literaturempfehlungen
Trojanows eigener Lebensweg zieht sich wie ein roter Faden durch dieses Buch. Seine Stationen von der Schulzeit bis zur "Rückkehr" nach Bulgarien werden nachgezeichnet.
Auch seinem Vorbild Kapuczinski widmet er ein Kapitel. Trojanow schreibt vielleicht insgesamt ehrlicher und direkter als sein Vorbild, er kommt dafür dann aber auch nicht so rund rüber...
Veröffentlicht am 3. April 2008 von Babywal

versus
7 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Hintergründe?
Kritisiert der Autor hier nur des kritisierens wegen? Ohne Hintergründe? Scheinbar hat der gute Mann hier mal ein paar fetzen aufgeschnappt und dort ein paar, sich eine Meinung gefertigt und dann ein Buch geschrieben, ohne genauer zu recherchieren.
So kritisiert er die Sängerin Björk, weil sie angeblich nach Maali reiste um den Musiker Toumani Dibate...
Veröffentlicht am 11. April 2008 von Robin Frost


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Literaturempfehlungen, 3. April 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Trojanows eigener Lebensweg zieht sich wie ein roter Faden durch dieses Buch. Seine Stationen von der Schulzeit bis zur "Rückkehr" nach Bulgarien werden nachgezeichnet.
Auch seinem Vorbild Kapuczinski widmet er ein Kapitel. Trojanow schreibt vielleicht insgesamt ehrlicher und direkter als sein Vorbild, er kommt dafür dann aber auch nicht so rund rüber. In einigen Kapiteln verlangt er seinen Lesern eine Menge Vorbildung ab, um ihm in seinen hintersinnigen Betrachtungen zu folgen.
Ansonsten enthalten die Reportagen viele Hintergrundinformationen, Anekdoten und eine Menge Literaturempfehlungen zu den beschriebenen Ländern und Kulturen. Es ist auch gerade ein gewisser Reiz des Buches, dass es nicht nur aktuelle Reportagen enthält sondern oft auch Berichte aus verschiedenen Zeiten in Bezug auf das besuchte Land.
Insgesamt ein großer Lesegewinn mit nur den kleinen Kritikpunkten.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Wie aus Journalismus Literatur entsteht, 11. April 2008
Beinahe fünf Punkte, die von einigen Texten erreicht werden

Tatsächlich lässt sich in diesem Strauß sehr lesenswerter Kurzprosen doch ein allgemeines Ordnungsprinzip erkennen; Trojanow selbst gibt im Schlussteil einen 'Wegweiser' zum Verständnis: Programmatisch wirken in 'Indras Netz' Einzelnes und Ganzes zusammen, wobei das Gemeinsame alles vordergründig Unterscheidende überformt, das nach altindischer Auffassung illusionär ist. Das Gemeinsame der Menschen liegt neben der Biologie u.a. vor allem in ihrer Kulturfähigkeit begründet. Hier finden die positiv gestimmten Texte zu exotischer Literatur ihren Ort.

Freilich handeln die meisten Beiträge von Ausgrenzung: Wer ausgrenzt, überdehnt Indras Netz, bringt Maschen zum Zerreißen und wirkt Unheil, hier meist in postkolonialer Überhebung.
Wo indes eine gewachsene Kultur sich selbst entfremdet, gleich ob unter fremdem Druck oder aus innerer Schwäche, entstehen ähnliche Schäden.

So verkommt sogar in Indien Religiöses zu Leerformeln des Marketings: Auf dem 'spirituellen Markt' verkaufen fragwürdige Gurus ihren Anhängern 'knitterfreie Designerreligionen', die auch massenhaft einheimischen Zulauf finden: have an aarti, have a bite!
Allerdings überfordert der wichtige, zuerst in Indien erschienene Essay 'Götter klonen, Strichcodes lesen' Leser ohne Kenntnis des Hinduismus; zumindest hätten einige unglückliche Übersetzungen behoben werden müssen, und nachgereichte Anmerkungen wären angebracht.
Einerseits steht die missverständliche Metapher des Klonens für die 'ultimative Bewahrung des Status quo' im Sinne immer gleicher Reproduktion von leblos-künstlichen Abziehbildern, andererseits ungeistige Erstarrung, bloßes Axiom statt lebendiger Wahrheit.
Genaueres findet sich unter V. Standpunkte: Trojanow auf meiner Webseite (vgl. Profil).

Sich selbst grenzt aus, wer ' wie eine Popsängerin ' andere respektlos instrumentalisiert, mehr noch, wer andere als seine Opfer ausgrenzt, und hier finden die Beiträge zu Bulgarien ihren Ort, allesamt Anklagen gegen brutale Gewalt und Unmenschlichkeit. Die dringliche Aufarbeitung der Vergangenheit (und Gegenwart!) unterbleibt, kaum einer wurde zur Rechenschaft gezogen. Den EU-Politikern scheint dies gleichgültig, die Folgen, nicht nur für Indras Netz, bedrohen uns alle.
Verständlich, dass die Bulgarien-Dokumentationen in ihrem Engagement nicht die Kunsthöhe anderer Texte erreichen, unter denen einige in Literatur umschlagen und immer wieder das Poetische einholen und dann alle Stärken von Trojanows Bildsprache zeigen. So findet man Parabel, Satire, Groteske, und fast alles dient gleichnishaft übergreifenden Zusammenhängen. Nichts steht also für sich allein, und darin übertrifft der Autor seine Vorbilder:
So bietet S.119 keinesfalls eine Anekdote, sondern der amerikanische Botschafter erweist sich entgegen seinen Lippenbekenntnissen als wahrer Stellvertreter unseliger Politik.

Es geht Trojanow um 'empathische Annäherung', 'existentiellen Erkenntniswert', und er zielt auf eine 'höhere Ebene der Wahrheit'(S.188), um ihretwillen durchdringt vereinzelt Fiktion den dokumentarischen Bericht, denn wer heute noch 'objektive Realität' fassen will, der trügt notwendig.

Auf seine Weise führt Trojanow 'engagierte Literatur' aus der Tagesaktualität heraus in Modelle weit längerer Haltbarkeit, man darf gespannt sein, ob so neue Formen entstehen...

Wer wie mancher Lohnkritiker in diesem Band eine Resteverwertung zum ''Weltensammler'' sieht, bekundet nur sein Unverständnis des großen Romans, denn diese selbständigen Texte teilen allenfalls einzelne seiner Schauplätze.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Geschulter Beobachter des Selbst und des Anderen, 25. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der entfesselte Globus: Reportagen (Taschenbuch)
Ich war mir nicht sicher, ob ich dieses Buch, das offensichtlich im Anschluss an den Erfolg des Weltensammlers aufgelegt wurde, überhaupt lesen wollen würde.

Es lohnt sich aber. Trojanow ist ein geschulter Beobachter eigener Regungen und fremder Kulturen. Die hier versammelten Reportagen sind sehr dicht, viel dichter als Romane. Als solche aber auch sehr realitätsbezogen, mit einem erstaunlichen Blick für Hintergründe.

Diese Fähigkeit, gepaart mit einem klaren moralischen Kompass, macht dieses Buch zu einem Lesevergnügen, das die Welt verstehen hilft. Vor diesem Hintergrund haben mir persönlich die Texte über die Konstruktion des Bali-Mythos sowie das Entstehen der modernen bulgarischen Mafia am Besten gefallen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbarer Perspektivenwechsel, 24. Juni 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der entfesselte Globus: Reportagen (Taschenbuch)
Wer einmal die Welt aus verschiedenen Perspektiven erleben will, sich nicht scheut, auch mal kritisch auf die eigene Kultur zu blicken und ganz einfach Teil haben will an den Geschichten und Erlebnissen eines Mannes, der schon überall auf der Welt gewohnt hat, findet hierin eine perfekte Lektüre.
Zum Schmökern, Schmunzeln, Nachdenken und Kritisch-Hinterfragen - einfach wundervoll!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Faszinierende Reportagen über die Kulturen der Welt, 22. Juni 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ausgangspunkt Trojanows Reporten ist dem "Netz von Indra" entlehnte Gedanke: "Ein endloses Netz von Fäden durchzieht die Welt. Die horizontalen Fäden sind Raum, die vertikalen Zeit. Wo immer sich die Fäden kreuzen, befindet sich ein Lebewesen. Und jedes Wesen ist ein juwelgleicher Knoten."

Ilja Trojanow, der 1965 in Bulgarien geboren wurde und in Kenia aufwuchs, studierte Ethnologie in München und lebte einige Jahre in Bombay und Südafrika, heute in Wien. Wer wäre besser berufen, wie dieser rastlose Reisende, Depeschen über den Zustand der Welt zu verfassen?

Die Hörbuchversion aus dem Jahre 2008 umfasst leider nur auf einer einzigen CD (75 min) sieben ausgewählte Reportagen von insgesamt 25 des Buches, die Lust machen, sich das Buch mit allen Berichten zu kaufen. Die Hörbuchreportagen sind:
- Der Zorn der Straße (Pakistan)
- Abschaffung der Armut (Bombay)
- Das Netz von Indra (Philosophische Betrachtungen)
- Der Mensch und sein Wild (Zimbabwe)
- Eine erschreckende Stille (Ruanda)
- Wo der Staat Teil der Mafia ist (Sofia)
- Die Einbürgerung der Pampelmuse (über seine eigene Einbürgerung)

Frank Arnold, der auch schon Trojanows "Der Weltensammler" vorgelesen hat, ist auch kongenialer Sprecher dieses kurzen Hörbuchs.

Fazit: Ein kurzer Einblick in das Werk Trojanows, der Lust auf Mehr macht.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Hintergründe?, 11. April 2008
Von 
Robin Frost (Sankt Wendel) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Kritisiert der Autor hier nur des kritisierens wegen? Ohne Hintergründe? Scheinbar hat der gute Mann hier mal ein paar fetzen aufgeschnappt und dort ein paar, sich eine Meinung gefertigt und dann ein Buch geschrieben, ohne genauer zu recherchieren.
So kritisiert er die Sängerin Björk, weil sie angeblich nach Maali reiste um den Musiker Toumani Dibate für ihre Zwecke auszunutzen und dann schnell wieder heimreiste. Dieser scheint aber entweder an einer Demenz zu leiden oder weiß nichts davon. Er begleitet Björk sogar bei Konzerten und sagt folgendes über die Zusammenarbeit:

"It's a great honour that she was interested in kora music and wanted to collaborate with me. I'm very proud of that work." Chicago Sun Times

"She was great, ready to experiment with kora music." Global Rhythm

"Collaborating with different musicians from different culture is the same thing. I'm happy to do that, because they have something to say and I have something to say, and when we put that together, it's just happenin' and hopefully the people will love it." Pitchfork

Es wäre dem Autor zu raten, sich genügend zu informieren bevor er ein Buch schreibt, selbstgemachte Meinungen haben wir heutzutage schon im Überfluss in all den so genannten Web-blogs! Das kann wirklich jeder...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Der entfesselte Globus: Reportagen
Der entfesselte Globus: Reportagen von Ilija Trojanow (Taschenbuch - 1. November 2010)
EUR 9,90
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen