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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ruhe und Besonnenheit, eine Stimmungsstudie
In einem sehr ruhigen und seltsam gemäßigten Erzählfluss entsteht eine Geschichte, die von dem Lehrer Stefan erzählt, der für einige Zeit eine Auszeit aus seinem Lehrerdasein genommen hat.
Er lernte zufällig in der Toskana Heinrich Seiffert kennen.
Wer ist dieser ältere Herr? Die Frage bleibt unbeantwortet. Man erfährt...
Veröffentlicht am 7. Mai 2010 von cl.borries

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Okay!
"Selina oder das andere Leben" ist ein in vielen Passagen ein wunderschöner, stiller Roman, der den Leser tief in die Atmosphäre der toskanischen Lebensweise zu ziehen vermag. Man folgt diesem unaufgeregten und sprachlich ansprechenden Roman mit Besonnheit und Interesse und führt sich das dargestellte Leben, nach dem man sich selbst zu sehnen beginnt,...
Veröffentlicht am 21. April 2012 von Paul Grass


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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ruhe und Besonnenheit, eine Stimmungsstudie, 7. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Selina oder Das andere Leben (Taschenbuch)
In einem sehr ruhigen und seltsam gemäßigten Erzählfluss entsteht eine Geschichte, die von dem Lehrer Stefan erzählt, der für einige Zeit eine Auszeit aus seinem Lehrerdasein genommen hat.
Er lernte zufällig in der Toskana Heinrich Seiffert kennen.
Wer ist dieser ältere Herr? Die Frage bleibt unbeantwortet. Man erfährt lediglich, dass er zwei Häuser besitzt, die er nicht beide bewirtschaften kann. So bietet er Stefan an, sich eines der beiden Häuser, ein halb verfallenes Bauernhaus, wieder bewohnbar zu machen.
Stefan nimmt das Angebot freudig an.
Die meiste Zeit beschäftigt er sich hier mit Rodungen und dem Reparieren des verfallenen Hauses. Neugierig erwartet er die Ankunft Selinas aus Deutschland. Sie ist die Nichte Heinrich Seiferts.

Nach und nach lernt er die Bewohner des nahe gelegenen Dorfes kennen, und hin und wieder macht er einen Ausflug nach Florenz oder Arezzo, um sich mit alten Gemälden und Kirchenbauten zu beschäftigen. Toskanaliebhaber werden den einen oder anderen Ort mit seinen Besonderheiten wieder erkennen.
Keine spektakulären Ereignisse trüben den trägen Ablauf der Zeit, der Tage und Wochen. Im Dorf sieht man sich zu einem Kaffee und trennt sich wieder. Gelegentlich wird Stefan zum Essen vom einen oder anderen Ortsbewohner eingeladen. Er ist auf- und angenommen in dem kleinen Dorf.
Die Tage vergehen mit Bauarbeiten und mit der Urbarmachung des Geländes. Nächtliche Stille, Sonne, Mond und Sterne führen durch die Zeit. Ein Weg durch die Dunkelheit, das Getier in den Mauerritzen,--alles wird vermerkt und beobachtet.

Die ruhige Stille der Erzählung und die ausgewogene Sprache übertragen sich auf den Leser.

Stefan kommt zur Selbstbesinnung und zur Reflexion über sein Leben und das Leben aller Lebewesen. Schließlich geht es um Leben und Unsterblichkeit in Anlehnung an das Buch"Selina"von Jean Paul. Es sind die uralten Fragen der Menschheit, die auch diesen Protagonisten beschweren und bewegen.
Kappacher fängt in seinem Roman Stimmungen ein, die unvergleichlich subtil und klar sind.
Er zeigt, dass auch unspektakuläre Ereignisse von einem verborgenen Wert zeugen, den so mancher Zeitgenosse verloren hat. Die Stille, das Lauschen und die Schärfung aller Sinne führen den Protagonisten zurück zu den einfachen Fragen des Seins.
Ein Buch für stille und nachdenkliche Stunden.

Walter Kappacher ist in Salzburg geboren und Inhaber verschiedener hochrangiger Literaturpreise.
Er lässt sich keiner Gruppierung zuordnen und nimmt eher eine Einzelgängerposition ein.
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine Liebeserklärung an die mittelitalienischen Berge, 20. September 2010
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Selina oder Das andere Leben (Taschenbuch)
Durch eine zufällige Begegnung am Bahnhof von Arezzo trifft der Autor den Besitzer eines kleinen, verlassenen Anwesens in toskanischen Apennin und wird von selbigen eingeladen, dieses zu bewohnen und soweit in Stande zu halten, damit dessen Verfall nicht weiter fortschreitet.
Das Anwesen "Mora", die eigentliche Hauptperson des Buchs entpuppt sich als ein idyllischer Fleck inmitten eines Olivenhains, in welchem der Erzähler mit unglaublichem Respekt und Liebe zum Kleinen den Sommer seines Sabbatjahrs verbringt. Das Schneiden des Gestrüpps, das Mähen der Terrassen, die Begegnungen mit dem Getier, die Ausbesserungsarbeiten am Haus und die Freundschaft mit Heinrich Seiffert, dem im benachbarten Ort lebenden Besitzer des Anwesens lassen den Erzähler einen Sommer lang eine glückliche Idylle erleben.
Ohne jegliche Klischees wiederzugeben, spiegelt das Buch eine tiefe Liebe zu einem Land, dessen Kultur und Landschaft wider. Der Mentalität der Bewohner des Dorfes in einer einsamen Ecke der apenninischen Berge, an dessen Rand "Mora" liegt, zollt der Autor tiefen Respekt und Wohlwollen zu.
In ihrer Stille wird die Natur um "Mora" zum Spiegel für philosophische Überlegungen zu Tod, Unendlichkeit, Einsamkeit und Freundschaft. In seiner Einsamkeit entrückt der Erzähler vollkommen seinem Alltag und erlebt ein tiefes Glückgefühl. Wenn auch im Hintergrund spielt das Wissen um die Freundschaft mit Heinrich Seiffert hierbei eine entscheidende Rolle. Kann das empfundene Glücksgefühl doch lediglich im Wissen um den anderen und dessen Freundschaft aufrecht bleiben und durch dessen plötzlichen Tod unerwartet gebrochen.
Wie in einer Vorahnung des Freundes Tod, nimmt der Erzähler die Einsamkeit des Nachthimmels über dem Anwesen plötzlich nicht mehr als Idylle wahr, sondern als bedrückende Kälte und Verlassenheit.
Dieses Erlebnis ist auch der Anfang eines Abschieds von einem glücklichen Sommers in den Bergen Mittelitaliens.
Ein Buch voll von Liebe, Stille und Respekt, fern ab von unserer lärmenden, überreizten und hastenden Welt. Man nimmt beim Lesen unweigerlich den Atlas zur Hand und beginnt mit dem Gedanken zu spielen, sich auf die Spuren des Erzählers zu begeben. Ein großes kleines Buch.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Okay!, 21. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Selina oder Das andere Leben (Taschenbuch)
"Selina oder das andere Leben" ist ein in vielen Passagen ein wunderschöner, stiller Roman, der den Leser tief in die Atmosphäre der toskanischen Lebensweise zu ziehen vermag. Man folgt diesem unaufgeregten und sprachlich ansprechenden Roman mit Besonnheit und Interesse und führt sich das dargestellte Leben, nach dem man sich selbst zu sehnen beginnt, selbst vor Augen. Eher unpassend ist die diesem Roman vom Autor auferlegte Intellektualität, der er mit pathetisch, aufgesetzt anklingenden Themen wie Tod und Unsterblichkeit versucht in die Handlung einzuflechten. Dieses Sinnieren des Protagonisten "Stefan" passt stellenweise einfach nicht.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr schönes Buch., 19. Mai 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Selina oder Das andere Leben (Taschenbuch)
Dieser Titel ist dezidiert nichts für Leserinnen und Leser die es mögen, wenn in einem Buch viel geschieht. Das heisst allerdings nicht, dass Walter Kappachers Buch langweilig wäre: Vielmehr ist das Gegenteil der Fall.

In der Abfolge des (eigentlich ganz und gar nicht) Alltäglichen wird man mit hineingezogen in ein Leben, in dem man es sich einrichten könnte, das viele Elemente aufweist, in denen man sich im einen oder anderen Aspekt wiedererkennen möchte: Es ist ein, wenn nicht kaputtes, so doch gebrochenes und an vielen Stellen wieder irgendwie zusammengeflicktes Leben, aber keine aussichtslose oder sonderlich schwierige Existenz. Der Protagonist verschafft sich allerdings einen Freiraum, und in diesem entfaltet sich die Geschichte.

Ein Sabbatical in der Toskana, ein Mann, weitestgehend alleine mit sich selbst. Kappachers bildgewaltige und dennoch schlichte Sprache vermögen durchaus zu fesseln und zu entführen, in eine archaische, aber keinesfalls ferne Welt.

"Selina" ist ein stilles, aber niemals ein langweiliges Buch, eher im Gegenteil: Nach einigen Seiten baut sich eine Spannung auf, die sich bis an das Ende durchzieht, man möchte erfahren wie es weitergeht, obwohl kaum etwas geschieht, aber die präzise und akkurate Beschreibung, die Auseinandersetzung des Protagonisten mit seinem Leben, der Verfahrenheit, und den Perspektiven, das alles zieht einen hinein.

Walter Kappacher, auf den ich selbst nur durch den Büchner-Preis aufmerksam geworden bin, ist zu einem meiner Lieblingsschriftsteller geworden. Er ist ein überragender Beobachter, mit enormem Sprachgefühl versehen, ein ruhiger und zurückhaltender Schreiber. Aber aus diesen Facetten heraus entwickeln seine Bücher eine eigene Dynamik. Man hat es fast mit einem Minimalisten zu tun, dessen Kunst darin besteht, den Leserinnen und Lesern nichts hinzustellen als ein paar armselige Requisiten, aber aus diesen entwickeln sich vor dem Auge der Leserinnen und Leser die detailreichsten und farbenprächtigsten Bilder. Und das liegt durchaus an den Details, die er so sorgfältig einarbeitet.

Ein grossartiges Buch und eine uneingeschränkte Empfehlung. Bietet sich sommers wie winters an.
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5.0 von 5 Sternen Stille, 24. Dezember 2012
Rezension bezieht sich auf: Selina oder Das andere Leben (Taschenbuch)
Walter Kappacher schreibt sehr, sehr leise. Es umfängt einen eine meditative Stille, die flirrende Hitze eines toskanischen Sommers, das südliche Leben, verwoben mit den Alltäglichkeiten und Sorgen des menschlichen Seins. In Kappachers Roman geht es um nichts. Es ist eine Schilderung der Zeit. Ich weiß nicht, ob ich dieses Buch zu Ende lesen werde, nicht, weil es mir nicht gefällt, sondern weil es mich bewegt daran Teil zu haben.
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Selina oder Das andere Leben
Selina oder Das andere Leben von Walter Kappacher (Taschenbuch - 1. Oktober 2009)
EUR 9,90
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