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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leben und Sterben in einem ausweglosen Krieg., 11. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Sirenen von Bagdad: Roman (Taschenbuch)
Einmal mehr geht es in diesem Roman um den Irakkrieg, der ganze Familien auseinander gerissen und ein Volk in Trauer und Verzweiflung gestürzt hat. Am Einzelschicksal erkennt man die Tragweite eines Krieges, der vor keinem Übel und keiner moralischen Verwerfung halt macht.

Fernab vom Kriegsgeschehen in Bagdad leben die Dorfbewohner in Kafr Karam abgeschottet und zufrieden ihr Leben. Der Icherzähler ist Student und konnte sein Studium seit dem Ausbruch des Irakkrieges nicht mehr fortsetzen. Die meisten Dorfbewohner sind weitläufig verwandt. Jeder gehört auf irgendeine Weise zum gleichen Stamm. Als Suleiman, der geistig behinderte Sohn des Schmieds, sich eine schwere Verletzung zuzieht, hält auch in diesem abgeschiedenen Ort das Unheil Einzug. Auf der Fahrt zur nächsten Krankenstation geraten der Schmied mit seinem Sohn und der Icherzähler in eine amerikanische Militärkontrolle. Die Ereignisse danach zeigen die ganze Härte und Grausamkeit des Krieges. Suleiman verliert sein Leben und das Dorf seine Unschuld. Fortan regieren auch hier Furcht und Misstrauen. Symbolträchtig, apokalyptisch und dramatisch wächst später mit einem Überfall auf das Dorf ein unbändiger Hass bei den Bewohnern. Als Folge seiner traumatischen Erfahrungen flieht der Student nach Bagdad, um sich Terroristen anzuschließen. Er will die Ehre seiner Familie retten und gegen die Unterdrückung seines Landes kämpfen. Der perfide Auftrag, zu dem er auserkoren wird, könnte am Ende die ganze Menschheit zerstören.
Yasmina Khadra kennt die Worte und weiß um die Gefühle seiner Protagonisten, die ihre eigenen Riten haben und Traditionen folgen, die niemand verletzen und herabsetzen darf.
Wortmächtig und mit poetischer Kraft begabt bezeugt Y. Khadra wie aus einfachsten Anfängen Hass entsteht, der die Verständigung zwischen Orient und Okzident zerstört. Tief steigt man in die mythologische Geistesgeschichte des Orients ein. Khadra zeigt uns die Unterschiede zwischen den Kulturen, die eine Annäherung unmöglich machen. Da gibt es keine Übereinstimmung und keine Verständigung, denn hier begegnen sich Welten, die nichts mit einander gemein haben. Keine Überzeugungsarbeit und keine Kriege können aus Beduinen westlich orientierte Demokraten machen. Zu tief verankert sind sie in ihren hierarchischen und familiären Strukturen, nach denen sich im Orient die Menschen richten.

Ein aufrüttelndes und aufklärendes Buch ist dem Autor gelungen, das nachhaltig beeindruckt.

Der unter dem Pseudonym Yasmina Khadra schreibende Schriftsteller stammt aus Algerien und lebt heute in Frankreich. Er war einst hoher Offizier in der algerischen Armee, bevor er nach Frankreich ins Exil ging. Er begann schon früh zeitkritische und anspruchsvolle Kriminalromane zu schreiben, die mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet wurden.
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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn Krieg regiert, 5. April 2010
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Sirenen von Bagdad: Roman (Taschenbuch)
"Ein friedliches Miteinander ist nicht mehr möglich. Sie mochten uns nie, und wir ertragen ihre Arroganz nicht mehr. Jeder muss im eigenen Lager leben und dem anderen endgültig den Rücken kehren. Nur dass wir ihnen, bevor wir die große Mauer hochziehen, für alles, was sie uns angetan haben, noch eine gewaltige Abtreibung verpassen."

Die Autorin dieses Buches, die eigentlich ein Mann ist und viele Jahre als Offizier der algerischen Armee gedient hat, lässt diese Worte, einen Intellektuellen in Beirut sagen. Es sind Worte mit ungeheuerer Sprengkraft. Es ist nur ein Roman, aber die Geschichte die der Dichter erzählt hat sich viele Male in den letzten Jahren so abgespielt.

An dem Tag, als amerikanische Soldaten mitten in der Nacht im kleinen irakischen Ort Kafr Karam eine überfallartige Hausdurchsuchung vornehmen, ist der so entfernt erscheinende Krieg in der Wüste angekommen. Die Soldaten ziehen wieder ab, sie haben keine Waffen gefunden, doch vor den Augen des Erzählers wurde seine Familie grundlos gedemütigt, die Ehre für immer verletzt.

Gleich in den nächsten Tagen verlässt der Erzähler seine Familie. Er fährt nach Bagdad. Ziellos streift er durch die Stadt, besucht seine ältere Schwester, die als Ärztin arbeitet, ihm jedoch keine Unterkunft anbieten kann. Es ist schwer mitten im Krieg Arbeit zu finden, darum ist der Job als Nachtwächter für ihn ein Glückstreffer. Der Weg zu den fanatischen muslimischen Kämpfern, die der ganzen westlichen Welt den Krieg erklärt haben, ist in Bagdad nicht weit. Für den Studenten liegt er direkt in der Reparaturwerkstatt des Elektrohandels, den er nachts bewacht. Es dauert nicht lange, bis er den gewünschten Auftrag erhält, der endlich die Ehre seiner Familie wieder herstellen wird.

Ein Auftrag, wie es ihn noch nicht gegeben hat und in seinem Ausmaß eine schreckliche, nicht einzudämmende Katastrophe auslösen wird. Zumindest sagt dies der Arzt, der den jungen Studenten vor seinem lebensgefährlichen Einsatz betreut.

"Die Sirenen von Bagdad", fordern vom Leser eine Auseinandersetzung mit dem Krieg im Irak und der Sichtweise der Betroffenen, wobei der Autor die schwarz-weiß Malerei vermeidet.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Pflichtlektüre", 19. August 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Sirenen von Bagdad: Roman (Taschenbuch)
Noch nie habe ich einen Roman gelesen, der so eindringlich, so logisch und so nachvollziehbar beschreibt, wie Terrorismus "entsteht".

Hätte jeder Militärangehörige, bevor er in den Irak einmaschiert, dieses Buch als Pflichtlektüre lesen müssen (und auch verstanden), wäre schon im Vorfeld klar gewesen, dass mit Kriegshandlungen das Elend von gedemütigten Menschen - und damit der Wiederstand - nur vergrößert werden kann.

Für mich ist das Fazit aus diesem Buch, dass jedes Land, dass gegen eine fremde Kultur Krieg führt, sich seine eigenen Terroristen "heranzieht".
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die "Anderen" verstehen, 14. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Sirenen von Bagdad: Roman (Taschenbuch)
Ein wundervolles Buch, das einen eintauchen lässt in eine Tausende von Kilometern entfernte Welt, die uns doch in den letzten Jahren in einem anderen Licht so nahe gekommen ist. Früher verbunden mit den Märchen aus 1001er Nacht, beherrscht uns heute eher die Angst vor dem Terrorismus als romantisch verklärte Gefühle. Yasmina Khadra zeichnet ein anderes Bild vom Leben dort, als jenes, welches wir in den letzten Jahren täglich in den Medien nahe gebracht bekommen. Man erlebt als Leser die Auswirkungen des Krieges und die vom Schicksal getriebene Wandlung des Charakters des Hauptdarstellers. Schritt für Schritt. Nachvollziehbar. Wie ein völlig unpolitischer, friedliebender junger Mann durch die Erfahrungen vieler, bitterer Ungerechtigkeiten in seinem direkten Umfeld, die ihm letzendlich alles nehmen, was ihn am Leben hält, zu einem Gotteskrieger wird - als eine letzte Möglichkeit, seine Ehre wiederherzustellen. Mich hat das Buch gerührt, es kriecht förmlich unter die Haut und zehrt und reißt an unseren oft vorschnellen Urteilen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wieso die Befreier des Irak letztlich als gescheiterte Besatzer abzogen..., 23. Juni 2012
Von 
Stephan Seither (Berg / Rheinland-Pfalz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Sirenen von Bagdad: Roman (Taschenbuch)
An der Seite des namenlosen Protagonisten erfährt der Leser viel über die facettenreichen Gründe, welche junge Araber in die Arme des Terrorismus trieben / treiben und welche Fehler die "Befreier" des Irak seinerzeit begangen hatten.

Der Autor eröffnet in der Tat interessante Perspektiven - ergreift dabei jedoch keine Partei für eine der Ideologien - zwingt dem Leser keine Meinung auf - das Buch ist voller Textstellen und Szenen, welche man weit über das eingentliche Ende der Geschichte hinaus im Hirn antreten lassen kann, um sich u.a. bewusst zu werden, wie manipulativ Menschen (beider Systemseiten!) sind, wieviele Grauzonen "Geschichte" bietet - wie entscheidend es letztlich sein kann, auf welcher Seite man geboren und erzogen wurde.

Es wird klar, dass die Definition von "Freiheit", welche der Westen im Windschatten seiner Kampftruppen brachte, längst nicht bei jedem Iraker das positive Echo hervorgerufen hatte, welches notwendig gewesen wäre, um den Irak in ein Land nach unserem westlichen Denkmuster zu verwandeln - dass sich die verlängerten, bewaffneten, Arme der westlichen Politik beim Versuch dieser Verwandlung wie die Elefanten im Porzellanladen verhielten, spielte dem Terorrismus letzlich in die Karten, wurde geschickt genutzt, um die unentschlossenen und neutralen hinter sich zu sammeln... - diesen Erklärungsversuch, für das scheitern der irakischen Gesellschaft, begünstigt durch das Fehlverhalten der "Befreier" beschreibt der Autor, ohne dabei die friedliebenden Iraker zu vergessen, welche den politischen / militärischen Kanibalismus ihrer Nation ganz einfach satt haben... - der Autor beschreibt den Irak, auf dem Weg aus dem klasisschen Dilemma hinein in ein Polylemma...

Fazit- steht nicht in direktem Zusammenhang mit dem Roman selbst:
Dezember 2011, knapp 9 Jahre nach Beginn des Irak-Kriegs verlassen die letzten amerikanischen Soldaten das Land - am Ende ziehen sich 500 Amerikaner im Konvoi über die Grenze nach Kuwait zurück, begleitet von Kamerateams... - die Jahre zuvor starben über 100.000 Iraker, haben ca. 4.500 Amerikaner ihr Leben gelassen - wofür?
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Plädoyer gegen Gewalt und Extremismus, 11. Dezember 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Sirenen von Bagdad: Roman (Taschenbuch)
Wie wird man zum Selbstmordattentäter? Eine einfühlsame, aber nüchterne Analyse der politischen und kulturellen Probleme und Gegensätze zwischen Christentum und Islam, Abend- und Morgenland. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem westlichen Militäreinsatz im Irak und den gravierenden Folgen der amerikanischen Besatzung für Land und Leute. Ein Roman über die Ursachen des Terrorismus, der nicht versucht zu polarisieren, sondern aufzuklären. Von der ersten Seite bis zum grandiosen Ende beeindruckend, sehr gut geschrieben und absolut empfehlenswert.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannend..und voller Tiefgruendigkeit, 29. Juni 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Sirenen von Bagdad: Roman (Taschenbuch)
Das Buch hat mich gefesselt, sodass ich es kaum mehr aus den Haenden nahm.
Ein begnadeter Schriftsteller, der uns " Westlern" diese fremde Welt nahe bringen kann.
Wir beginnen das Ausmass des Islam, den Fanatismus einiger "Glaeubiger"einer Religion zu begreifen, die Hoffnungslosigkeit der Bevoelkerung zu verstehn.
Und am Ende kommen wir nicht ohne Schuldgefuehle davon...
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Genug um Europas Augen zu öffnen, 18. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Sirenen von Bagdad: Roman (Taschenbuch)
Diesen Winter las ich Yasmina Khadras "Die Sirenen von Bagdad und "Wovon Wölfe träumen". Dieses Buch hatte etwas an sich das mir gefiel. Ersteinmal war weitgehend sehr glaubhaft. Khadra schreibt über Willkür, Sadismus und Versagen Amerikas im Irak. Überrascht und anfangs irritiert hat mich die Abstecher nach Beirut. Khadra hat ein Talent für unvorhersehbare Ereignisse. Das ist etwas das ich bemerkt habe. Selbst Homosexualität ist anzutreffen. So überrascht wie der namenlose Protagonist war auch ich manchmal.
Das Khadra eigentlich Offizier in Algerien war spiegelt sich stellenweise in der Brutalität wider.
Überrascht hat mich außerdem dass die Iraker die Invasion der Amerikaner und Sturz von Saddam Hussein nicht gerade als Befreiung sehen sondern als Angriff. Die Feindschaft von Sunniten und Schiiten im Irak spielt leider keine im Buch, dabei ist gerade sie ein wichtiger Punkt im Unruheherd Irak.

Grüße
Emirates95
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5.0 von 5 Sternen algerischer Oppositioneller, 26. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Sirenen von Bagdad: Roman (Taschenbuch)
Er schreibt gute Bücher und hat viel Phantasie. Seine Romane spielen nicht nur in Algerien; ich wollte den Inhalt mit der Realität vergleichen.
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Die Sirenen von Bagdad: Roman
Die Sirenen von Bagdad: Roman von Yasmina Khadra (Taschenbuch - 1. April 2010)
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