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55 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine poetisch reizvolle Liebesgeschichte aus Japan
Hiromi Kawakami Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß Hanser ISBN 3446209999

Eine der schönsten Liebesgeschichten des Frühjahrs 2008 auf dem Büchermarkt kommt aus Japan.
Mit Leichtigkeit, Humor und unwiderstehlicher Neugier treffen sich Tsukiko und ihr ehemaliger Japanischlehrer zufällig nach langen Jahren in einer Kneipe...
Veröffentlicht am 16. Februar 2008 von cl.borries

versus
21 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Matt glänzend
Nach vielen entzückten Rezensionen war ich neugierig, kann aber nach der Lektüre gar nicht so richtig nachvollziehen, was darüber gesagt wird. Tsukiko selbstbewusst oder gar Karrierefrau? So benimmt sie sich nicht, und ich kann das aus dem Text auch nicht entnehmen. Immerhin hat sie genug Selbsterkenntnis zu wissen, dass sie nicht wirklich erwachsen...
Veröffentlicht am 9. August 2008 von cdf


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55 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine poetisch reizvolle Liebesgeschichte aus Japan, 16. Februar 2008
Hiromi Kawakami Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß Hanser ISBN 3446209999

Eine der schönsten Liebesgeschichten des Frühjahrs 2008 auf dem Büchermarkt kommt aus Japan.
Mit Leichtigkeit, Humor und unwiderstehlicher Neugier treffen sich Tsukiko und ihr ehemaliger Japanischlehrer zufällig nach langen Jahren in einer Kneipe wieder.
Sie sitzen an der Bar, essen und trinken Sake, japanischen Reiswein. Tsukiko ist 38 Jahre alt. Der neben ihr sitzende Mann spricht sie an, und erst da nimmt sie ihn als ihren ehemaligen Japanischlehrer wahr. Sensei ist der respektvolle Titel, mit dem sie ihn anredet. Der Name steht für Lehrer oder auch Meister.

Tsukiko erzählt in der Ichform. Sie spricht in kurzen Sätzen, trocken, amüsiert und sehr spontan in der Wahrnehmung und Äußerung ihrer Gedanken. Zuerst sieht sie in ihm nur den alten Mann, denn er ist dreißig Jahre älter als sie. Ein wenig schrullig und verrückt kommt er ihr vor in seiner diszipliniert geraden Haltung und mit seinen belehrenden Einlassungen.
Nach anfänglichem Zögern treffen sie sich häufiger und immer wie zufällig in ihrer Stammkneipe.
Unspektakulär kommt die Handlung daher. Essen und Trinken sind wesentliche Unterhaltungsmomente. Gespräche verlaufen gleichmütig über fast nebensächliche Begebenheiten des Alltags: dass man gerne Pilze sammelt, welcher Wein am besten schmeckt, und ob man noch in die Kneipe gehen will oder einen Ausflug zusammen plant.
Die Handlung zeigt eine zunächst unauffällige, lakonische und teilweise komische Annäherung. Herausragend ist die Diskretion und feine Abstinenz. Man trifft sich immer wieder in der gleichen Kneipe und kann sich lange nicht einigen, wer wem den Wein einschenken darf. Aufmerksam bemerken sie, dass sie die gleichen Neigungen haben. Sie essen und trinken das Gleiche, und sie mögen gerne eine gewisse Distanz, die unausgesprochen funktioniert,---und sie siezen sich die ganze Zeit.

Sensei lebt in einem beträchtlichen Sammelsurium von Töpfen, alten Batterien und sonstigen Liebhaberstücken, von denen er sich nicht trennen kann, weil es doch <herzlos sei, solche altgedienten Sachen auf den Müll zu werfen>.
Zuweilen zitiert er poetische Gedichte, über die sie spottet, und er tadelt sie, weil sie eine schlechte Schülerin war. Doch sie dichten auch zusammen Haikus! Das sind Kurzgedichte, in deren Mittelpunkt jahreszeitliche Impressionen stehen.
Bewunderung erfahren die japanischen Kirschblüten, die als Synonym für die Poesie der japanischen Dichtung stehen. Die zitierten Gedichte sind von ausgewiesener Schönheit.
Der Erzählstrom strahlt Ruhe aus. Tsukiko hat koboldige Züge, ist mal fröhlich, dann wieder traurig und einsam. Sensei scheint in seiner Abgeklärtheit eher das Gegenteil davon zu verkörpern: er ist weise, bedächtig und zurückhaltend.
Von der zaghaften Annäherung, die unter der Tarnkappe der Burschikosität daherkommt, ist man sofort gefangen und wartet gebannt, wie alles weiter gehen wird.
Der gelegentlich fast brüske Ton verdeckt nur unzureichend die wachsende Zuneigung zwischen den beiden ungleichen Partnern. Immerhin ist der Altersabstand beträchtlich.
Uns begegnet eine Form des Dialogs, in dem vieles ungesagt bleibt und hinter dem sich Anziehung, Scheu, Würde und magische Wünsche verbergen. In der verhaltenen Diktion spürt man die unterschwellig vorhandene erotische Spannung, die dem Buch einen sinnlichen Anstrich gibt.
Ausflüge und Spaziergänge gewähren uns Einblicke in das japanische Leben und die schöne, ruhige Landschaft. Die Erzählweise vermittelt Leichtigkeit und eine Art von Unverbindlichkeit und ist dabei locker und offen.
Selten empfindsam und tief ist die wachsende Liebe, die sich erst allmählich zeigen wird. Atmosphärisch still und begleitet von den schönsten Zeilen des Schweigens und der Ruhe in der Natur erlebt man eine Liebesgeschichte, die ganz ohne Sexszenen auskommt und an die Gefühle der Leser rührt und ihn hoffen lässt, alles möge ein gutes Ende nehmen!
Man sollte diese ungewöhnliche Liebesgeschichte lesen!

Das Buch liegt zum ersten Mal in deutscher Übersetzung vor. Es ist verfilmt worden und erhielt einen japanischen Literaturpreis.
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25 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine romantische Liebesgeschichte, 13. März 2008
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Die Autorin, die 1958 geborene Naturwissenschaftlerin Hiromi Kawakami, erzählt in diesem wunderbaren Buch eine rührende Liebesgeschichte. Warum in der Deutschen Übersetzung dieser Titel gewählt wurde kann ich nicht verstehen, denn im Japanischen heißt er im Hinblick auf die Geschichte viel passender"Die Mappe des Lehrers".

Protagonistin und Erzählerin ist die achtunddreißigjährige Tsukiko. Sie arbeitet in einem Büro, oft auch an Wochenenden, lebt allein in ihrer kleinen Wohnung, kommt mit keinem Mann zu Recht, glaubt für die Liebe nicht geboren zu sein. Kurzum, sie kriegt ihr Leben und die Liebe nicht in den Griff. Abends geht sie oft in ihre Stammkneipe, ersäuft ihren Kummer im Alkohol. Dort trifft sie eines Tages ihren alten Japanisch-Lehrer. Die Schulzeit liegt lange zurück, aber beide erkennen sich wieder.

Nun erzählt die Autorin in eindringlicher, behutsamer und doch auch wieder subtiler Form, auf ungefähr 180 Seiten, wie die beiden sich langsam annähern. Sehr langsam, sehr umständlich, mal aufeinander zugehend, mal voreinander fliehend erlebt der Leser wie zwei Menschen sich langsam öffnen. Einer sucht die Nähe des anderen, der Altersunterschied von dreißig Jahren spielt nie eine Rolle. Beide möchten wieder ins Leben zurück, möchten Halt im Leben finden. Die Treffen werden häufiger. Sie entdecken ihre gemeinsame Freude an den unterschiedlichsten Dingen, an ausgefallenem Essen und Trinken, am Kirschblütenfest, am Pilze sammeln, am Haiku Dichten (kürzeste Gedichtform der Welt). Sie kommen sich näher, freunden sich zunehmend an, gewöhnen sich aneinander. Sie nennt ihn zärtlich Sensei. Beide bleiben aber beim Förmlichen Sie. Hier erinnert mich die Geschichte an die mittelalterliche Art die Gefühle auszudrücken, wie Yasushi Inoue es in seinem Roman "Das Jagdgewehr" (Siehe auch meine Rezension für das entsprechende Hörbuch 18.11.2005) zeigt.

In rührender Verklemmtheit bleiben sie auf Distanz wie man es aus dem alten, traditionellen Japan kennt und doch wird das Band zwischen der jungen Frau, die sich bisher so gar nicht im Leben zurechtfinden konnte und dem in der Vergangenheit lebenden älteren Mann spürbar zunehmend enger. Tsukiko merkt sehr deutlich, dass sie sich an Sensei gewöhnt hat, an seine Wärme und Güte und sie fängt an ihn zu lieben. Eines Tages besucht sie ihn in seiner etwas verwahrlosten Wohnung. Von seiner inzwischen verstorbenen Frau wurde er vor einiger Zeit verlassen. Sie hat einmal den Satz gesagt:"Leben heißt anderen Schwierigkeiten bereiten", aber die kann man minimieren, indem man entsprechende Distanz einhält. Und dieses Distanzierte findet in dieser ganzen zarten Liebesgeschichte durchgehend statt, so wie beispielsweise auch in der ganzen japanischen Kultur und Ästhetik.

In der Konstellation ist Tsukiko die treibende, drängende Kraft, sie will viel unternehmen, gemeinsam mit ihm verreisen. Es ist eine Wohltat, wie sich in diesem Buch, mit einer beeindruckenden Genauigkeit und einer erfrischenden Langsamkeit die Seelen der beiden Protagonisten annähern, irgendwann dann auch ihre Körper, sinngemäß nicht vergleichbar mit westlichem Liebesleben. Nachdem sie eines Tages:"Ich liebe Sie" gesagt hat, geht man zum "Du" über. Es folgen vier Seiten die uns ihr gemeinsames Leben zeigen, dann kommt das Ende.

Die Autorin schenkt den kleinsten Dingen ihre Aufmerksamkeit und sie verbindet das Rituelle des alten Japan mit dem ganz Modernen Großstadtleben im industriellen Zeitalter. Eine denkenswerte Metapher ist die "Mappe des Lehrers", die er immer bei sich trägt und die Tsukiko andächtig verehrt. Nach dem Tod des Sensei erhält sie die Mappe, öffnet sie vor den Augen des Lesers und es ist eine große Leere darin. Doch wir haben durch die Lektüre dieses Buches gelernt, dass diese Leere in Wahrheit prall gefülltes harmonisches Leben ist.

Das Buch kommt daher, wie aus einer anderen Zeit, die Rituale sind höflich und liebenswürdig, eine Wohltat. Ein wunderbares, zartes, ausgesprochen atmosphärisch arbeitendes Buch zunächst über die quälende Einsamkeit und dann über die filigrane Pflanze Liebe. Das Buch zeigt Geduld in Vollendung und es erfordert Geduld und es hat nur einen Makel, es ist leider zu schmal, man möchte immer weiter lesen, denn es stimmt so versöhnlich das doch noch Leben drin ist. Ich hoffe, es kommen noch mehr Bücher von dieser großartigen Autorin auf den deutschen Markt.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die schönste Liebesgeschichte der Welt, 10. August 2008
Der Wettbewerb um die schönste Liebesgeschichte der Welt ist noch offen und letztlich muss jeder Leser/jede Leserin in diesem Wettbewerb selbst den Preisrichter spielen. Ich finde aber, dass dieses Buch einer japanischen Autorin ganz vorne im Feld mitläuft.

Die Handlung ist eher bescheiden, ein paar wenige Personen treten auf. Aber gerade die Konzentration auf wenige Orte, Personen und Begebenheiten lassen jeden Satz, jedes Wort überlegt wirken. Es wird nicht zuviel gesagt - es wird eher die Kunst der Auslassung ausgeübt. Neben den lebenden Personen ist es die Frau des Lehrers (sensei), die anschaulich geschildert wird - ohne dabei die Rätselhaftigkeit ihres Verhaltens und Verschwindens aufzulösen.

Wunderbar wird deutlich, wie der große Altersunterschied eine Barriere bildet, die merkwürdigerweise vom älteren der beiden Liebenden (dem verwitweten Mann) als höher empfunden wird als vom jüngeren (der noch nicht einmal vierzigjährigen, ungebundenen Frau). In der Tat empfindet sie den sensei als weniger alt und vor allem als vertrauter als ihren etwa gleichaltrigen Verehrer. Ohne jeden Jugendkult ist der sensei (nur so nennt seine ehemalige Schülerin ihn) in vielen Aspekten trotz Disziplin und Kultiviertheit jungenhaft und albern geblieben. Tsukiko fühlt sich von ihm, der sie durchaus mal robust kritisiert, zutiefst ernst genommen.

Die japanische Kunst des haiku, des sehr kurzen, meistens naturbezogenen Gedichts, spielt eine wichtige Rolle im Buch. Wer noch gar nicht mit japanischer Literatur in Berührung kam oder eine Abneigung gegen japanisches Essen oder Getränke hat - hier hat er die Chance seinen Horizont in mehrfacher Hinsicht zu erweitern. Ich schlage vor das Buch an einem langen Abend in einem japanischen Restaurant zu lesen. Offenheit für etwas, was zunächst befremdlich wirken mag, ist freilich schon erforderlich. Diese wird dann, wie ich finde, sehr belohnt.

Die Ausgabe des Verlages besticht in jeder Hinsicht durch eine schöne und außerordentlich sorgfältige Gestaltung. Ein Glossar mit einigen, wenigen der vielen japanischen Begriffe ist angefügt. Ein Buch von Sehnsucht und Appetit - das nur einen einzigen Nachteil hat: Es vergrößert beides.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit etwas Leseanlauf: großartig, 21. Mai 2009
Das können nur die Japaner: Mit einer schlichten Eleganz Geschichten erzählen, die dann in ihrer vollen Blüte ein Fieber entfachen, das den Leser ganz mitnimmt in die Romanwelt. Diese Geschichte beginnt einfach und langsam. Es passiert wenig. Irgendetwas aber, vielleicht der Ton der Geschichte, lässt einen weiterlesen und dann ist man mittendrin und kann das Buch nicht mehr zur Seite legen.
Eine ganz andere Liebesgeschichte für Leser, die eigentlich keine Liebesgeschichten mögen. Großartig und unsentimental.
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13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Liebesgeschichte aus dem Land der Kirschblüten, 23. April 2008
Tsukiko ist unsere Erzählerin. Knapp 40 - hält Sie sich selber nicht für echt erwachsen, sie hat auf ihrem Weg andere vorbeiziehen lassen.

Sie begegnet ihrem ehemaligen Japanisch-Lehrer "Sensei" von der Schule und begibt sich in den Bann von lehrerischer Strenge und milder Altersweisheit. Die beiden treffen sich, sporadisch, ungeplant und geniessen in einem Land voller Gegensätze und Formalität eine ungewollte Nähe. Sie essen - und trinken - und schwatzen.

Aus der Sicht und mit dem Herz von Tsukiko erleben wir die Gefühlsregungen gegenüber dem Sensei und die Reflexionen über ihr eigenes Leben und die Umwelt. Wir erleben, wie sich ein Wünschen und Flehen aufbaut, das durch Respekt und die Förmlichkeit des japanischen Alltags sowie die beim Gegenüber auftauchenden Fakten und Geschichten lange lange gebremst wird.

Wie hat es der Literaturclub vom Schweizer Fernsehen sinngemäss diskutiert? 180 Seiten genüssliche Seiten Kennenlernen und 6 Seiten Liebesbeziehung.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Erwartung einer Liebe, 18. April 2009
Von 
Booktower (Frankfurt am Main, Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Ein Roman, der mit einem wächst. Man tastet sich mit den Protagonisten langsam vorwärts in Erwartung von Etwas, das kommen möchte, soll und letztendlich wird. Die Erzählerin treibt die Geschichte voran, sie ist es, die langsam in das Gefühl der Liebe hineingezogen wird, eigentlich ohne es zu merken. Mehr durch die Abwesenheiten ihres Geliebten wird ihr klar, was sie für ihn empfindet. Ungesagt bleibt so gut wie alles, was beide füreinander empfinden, gerade darum ist die Geschichte so intensiv. Die Dinge die sie teilen, Essen, Trinken, Spazierengehen, Wandern, ein Museum besuchen, im Park den Vögeln zuhören, strömen die Gefühle füreinander aus, die der 'Sensei', Tsukikos früherer Lehrer, gar nicht äußern kann. Sie jedoch gesteht ihm ihre Liebe, nach langem Warten und Zögern bricht sie aus ihr heraus. Die japanische Höflichkeit und Förmlichkeit hält ihn zurück und auch der Generationengap, denn er ist dreißig Jahre älter als sie. Die Geschichte erhält zusätzliche Schönheit durch die Beschäftigung mit der Kunst des japanischen Haiku und anderer Gedichte, die Kochkunst, Kalligraphie, alles trägt zur speziellen Ästhetik des Geschehens bei.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine etwas andere Liebesgeschichte..., 16. September 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Was für eine schöne Geschichte über Tsukiko und ihren Sensei, beide sind einsam und sehr ungewöhnliche Charaktere. Tsukiko ende dreißig und fühlt sich bei gleichaltrigen unwohl, sie selbst mag es gern allein zusein. Der Sensei um die siebzig wurde verlassen von seiner Frau und sammelt merkwürdige Dinge. Beide begegnen sich immer wieder in einer Kneipe und es wird eine ungewöhnliche Freundschaft daraus, bis Tsukiko merkt das sie sich verliebt hat und der Sensei sich den gewachsen fühlt vergehen viele Kapitel mit lustigen Situationen, aber die einen auch nachdenklich stimmen. (bei den Kapitel übers Pilze sammeln, musste ich so lachen, da ich in genau der selben Situation auch schon steckte und mich fragte, was machst du eigentlich hier)
Erzählt wird hier aus Tsukikos Sicht, in einer Art und Weise die schnell zu lesen und zum schmunzeln anregt . Die Bilder die dabei im Kopf entstehen sind so lebendig, das man meint, man ist dabei. Aber auch eine kleine Warnung, wieviel über essen und trinken steht lässt einen schon den Magen knurren.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sprache und Geheimnis, 12. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß: Eine Liebesgeschichte (Taschenbuch)
Es war der Titel, der mich ansprach: Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß. So einfach. So rätselhaft. Denn dass der Himmel blau ist: ok. Aber die Erde ist weiß? Ist die Erde nicht braun oder schwarz? Oder grün. Die, auf der wir gehen. Oder sie schimmert blau - die Erde als Kontinent... Die Erde ist also weiß. Und der Himmel ist blau. Das sagt alles und nichts. Doch, es sagt schon alles aus über dieses Buch: es beschreibt, in einer leisen Weis, das erst Ungeklärte oder Unklare und macht klar: die Erde ist weiß. So ist es, nicht anders. Und das Cover ist schön. Ruhig. Es zeigt auf der gebundenen Ausgabe einen See, ein Boot mit zwei Personen - einen Mann, eine Frau, sie sitzen sich gegenüber, der Mann hat die Ruder in der Hand -, die typisch japanischen Kirschblütenzweige. Die Erde ist grün. Diese Ausgabe fiel mir gleich nach Erscheinen im Buchladen in die Hände, ich nahm sie sofort, ohne nachzudenken, denn für mich war schon in diesem Moment auch alles klar, mit zur Kasse.
Dann lese ich los, und schon geht es weiter: "Batterien im Mondschein". Wieder so ein Rätsel. Batterie und Mondschein. Die Japaner sind verrückt. Sie sind voller Widerspruch, und das ist gut so. Der erste Satz: "Offiziell müsste ich meinen alten Lehrer bei seinem vollen Namen nennen: Harutsuna Matsumoto-Sensei - Herr Lehrer Harutsuna Matsumoto -, aber für mich ist er einfach der "Sensei". Himmel - was für ein Name. Ob ich mir den merken kann? Muss ich nicht. Denn was sagt mir die Ich-Erzählerin? Für mich ist alles anders als für alle sonst. Ich habe eine Sonderstellung oder ich schaffe sie mir. Durch Worte. Dadurch, wie ich der Welt und den Menschen entgegen gehe. Vor allem meinem alten Lehrer. Natürlich, offiziell ist er Herr Lehrer Harutsuna Matsumoto, vielleicht sollte er es auch für mich sein. Ich bin nicht alle, ich halte mich nicht an die Formalitäten. Ich nenne ihn anders. Für mich ist er nur der Sensai. Auch ich bin gerettet. Und er ist einverstanden.
Dieses Einverständnis, diese Gemeinsamkeiten trotz des Altersunterschiedes: Wir heben ein Geheimnis und heben uns gemeinsam ab, schweben leicht über der Welt. Es gibt die eine normale Welt und unsere.
Unsere japanische Welt. Gleich im ersten Satz lernen wir, wie man es im Japanischen richtig sagt. Ich sage es anders, und damit führe ich also ein in unsere Welt. Falsch ist da nichts. Ich verstoße gegen kein Gesetz, er auch nicht. Er war mein Lehrer. Er kann machen, was er möchte, ich auch.
Eine leichtfüßige Geschichte mit Tiefe. Diese Mischung ist gut, sie berührt. Die Japaner haben es drauf. Es ist wie bei Haruki Murakami in 1Q84: Tengo sieht zwei Monde. Aomame auch. Zwei Menschen können noch so verschieden sein - wenn sie nur ein Detail, ein wichtiges, gleich betrachten, sind sie gleich. Wir steigen als Leser in eine Parallelwelt, werden Komplizen. Sofort. Wir sind Teil dieser intimen Stimmung. Etwas stimmt nicht und ist doch ganz selbstverständlich.
"Oh, entschuldigen Sie." Sagt Hiromi Kawakamis Erzählerin. "Macht nichts". Antwortet der Sensei. Diese Schlichtheit. Die Beiläufigkeiten. Ungehorsam trifft Höflichkeit. Grenzgänger. Immer kurz vorm Überschreiten der Grenze, immer an der Peripherie, und doch noch auf diesem Erdball. Jonglierend. Mit Worten. Mit dem Verhalten.
Ursula Graefe kann das wunderbar ins Deutsche transportieren. Sie ist für mich ein Garant für wundervolle literarische Kost aus Japan. (Sie übersetzt auch Haruki Murakami und Taichi Yamada - auch so ein widerspenstiger, feinsinnig-ausgefuchster japanischer Autor, der zu ungewohnten Orten und Ereignissen führt.)
Und der Mond nun und die Batterien? Unwichtig.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Liebesgeschichte fernab der Poesie, 9. Februar 2012
Von 
Schmitt Patrick "Japaniac" (winterthur/kobe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß: Eine Liebesgeschichte (Taschenbuch)
Dies war mein erstes Buch das ich von der Erfolgsautorin Hiromi Kawakami gelesen habe und es hat mir ganz gut gefallen. Der deutsche Titel "Der Himmel ist blau, die Erde ist weiss" macht irgendwie wenig Sinn. Aus dem japanischen würde er wörtlich übersetz schlicht "die Tasche des Lehrers" heissen (Sensei no kaban) und hätte damit auch einen direkten Bezug zur Geschichte. Wie man auf "Der Himmel ist blau, die Erde ist weiss" gekommen ist, was nun mit dem Inhalt kaum noch was zu tun hat, kann ich nicht nachvollziehen.
Sehr sachte stupst Frau Kawakami ihren Leser in diese äusserst langsam erzählte, aussergewöhnliche Liebesgeschichte. Behutsam öffnet die Autorin die Tür und lässt jeden der etwas Geduld mitbringt, eintreten. Was mir sehr gut gefallen hat, war der sehr einfache, äusserst schlichte Schreibstil. Nicht poetische Worte verzaubern den Leser sondern die Geschichte selbst. Zwar fand ich dass dieser Roman seine Längen hat und stellenweise etwas gar profan daher kommt, aber genau das wiederum hat auch seinen Reiz.
Sehr missfallen hat mir hingegen die deutsche Übersetzung. Da in diesem Buch sehr viel gegessen und getrunken wird, wäre es wünschenswert gewesen wenn man die japanischen Gerichte bei ihrer Namensgebung belassen hätte. Stattdessen werden sie, ohne Verweis auf die japanische Bezeichnung, ins deutsche übersetzt. Japan interessierte Gourmets werden von diesem Roman enttäuscht sein, denn was genau hier konsumiert wird, ist leider nicht mehr nachvollziehbar. Abgesehen davon aber ein interessantes Buch das auf Menschen und nicht irgendwelche Specialeffects eingeht. "Der Himmel ist blau, die Erde ist weiss" ist meiner Meinung nach zwar kein Meisterwerk, aber dass muss es auch nicht immer sein. Es ist einfach ein gutes Buch zum Entspannen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Keine Langeweile im Alltag, 8. Mai 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß: Eine Liebesgeschichte (Taschenbuch)
So kann der Alltag aussehen: nie langweilig sondern liebevoll spannend. Ohne Mühe erreicht es die Autorin dass man jeden Schritt und Tritt der Haupt und Nebenpersonen mitverfolgt und geht und jede Geste mitmacht und sich dabei gut fühlt. Hiromi Kawakami versteht es jeden Schluck und Biss schmackhaft zu machen, man isst und trinkt mit, manchmal ist man zum Beispiel selbst ein bisschen betrunken oder will ein Bier trinken obwohl man sonst eigentlich Wein vorzieht. Und am Ende ist da die Liebe. Eine wunderhübsche Geschichte.
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Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß: Eine Liebesgeschichte
Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß: Eine Liebesgeschichte von Hiromi Kawakami (Taschenbuch - 1. März 2010)
EUR 8,90
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