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61 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Schönheit hinter der Fassade
Was haben Igel, die Hauptprotagonistin Renée und dieses Buch gemeinsam? Von außen erscheinen sie sperrig und stachelig, aber sobald sich ihr Inneres offenbart ist man von der Schönheit überrascht.

Renée ist 54 Jahre alt und bereits seit 27 Jahren Concierge in einem herrschaftlichen Stadthaus in der Rue de Grenelle 7 in Paris...
Veröffentlicht am 8. März 2010 von Susanne K. (Literaturschock.de...

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51 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchwachsen
Hier eine etwas andere Rezension:

Erstaunlicher Weise kann ich vielen der Rezensionen zustimmen, den positiven, sowie den negativen.
Meine Haltung gegenüber den Buch hat sich während des Lesens häufig geändert.
Zuerst einmal kann man sagen, dass Menschen die nur unterhalten werden möchten und eine Leküre zum abschalten...
Veröffentlicht am 21. August 2010 von Simona


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61 von 68 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Schönheit hinter der Fassade, 8. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Eleganz des Igels: Roman (Taschenbuch)
Was haben Igel, die Hauptprotagonistin Renée und dieses Buch gemeinsam? Von außen erscheinen sie sperrig und stachelig, aber sobald sich ihr Inneres offenbart ist man von der Schönheit überrascht.

Renée ist 54 Jahre alt und bereits seit 27 Jahren Concierge in einem herrschaftlichen Stadthaus in der Rue de Grenelle 7 in Paris. Paloma ist 12 Jahre und Tochter in einer sehr wohlhabenden Familie. Auch sie lebt in Rue de Grenelle 7. Beide Menschen könnten in ihrem sozialen Status nicht unterschiedlicher sein und doch sind sie sich sehr ähnlich. Denn sowohl Renée als auch Paloma sind sehr intelligent. Weit intelligenter als Familie, Freunde, Bekannte. Diese Intelligenz macht sie aber sehr einsam, denn weder bei einer gewöhnlichen Concierge noch bei einem jungen Mädchen erwarten die Menschen kluge Gedanken. Während Renée sich einzig ihrer besten Freundin Manuela, der Putzfrau, anvertrauen kann, schreibt Paloma ihre Gedanken in einem Tagebuch nieder und nimmt sich vor, sich zum Ende des laufenden Schuljahres das Leben zu nehmen - sollte nicht etwas ganz Besonderes sie davon überzeugen, dass ihr Leben wert ist, weitergeführt zu werden.

Es dauert sehr lange, bis sich Renée und Paloma kennenlernen und auf den neuen Hausbewohner Kakuro Ozu treffen. Die ganze Zeit über teilen Renée und Paloma ihre komplexen Gedanken mit uns und das macht das Buch oft nicht ganz einfach zu lesen. So habe ich auch recht lange Zeit benötigt, bis ich wirklich warm mit den Charakteren wurde. Renée beschreibt sich selbst mit den Worten "Ich bin Witwe, klein häßlich, mollig, ich habe Hühneraugen und, gewissen Morgenstunden zufolge, in denen er mich selbst stört, einen Mundgeruch wie ein Mammut. Ich habe nicht studiert, ich war immer arm, unauffällig und unbedeutend." Entsprechend ihrer Einschätzung über sich selbst, versteckt sie sich hinter der Gewöhnlichkeit, spielt allen eine etwas dümmliche Concierge vor, damit diese in das allgemeine Weltbild passt.

Paloma ist ein sehr einsames, junges Mädchen. Genervt von ihrer verwöhnten Schwester und den gleichgültigen Eltern, sucht sie Flucht in ihrer eigenen Welt. Ihren Entschluss, sich umzubringen, untermauert sie mit der Entwendung von einzelnen Schlaftabletten aus dem Vorrat der Mutter. Erst als sie auf Kakuro Ozu und Renée trifft, findet sie heraus, dass es wohl möglich ist, das Schicksal zu verändern.

"Die Eleganz des Igels" ist ein Buch der leisen Töne. Sanft kommt es daher, zurückhaltend wie Renée und Paloma. Nach und nach wird seine Botschaft intensiver: Die Schönheit der Welt steckt in jedem einzelnen von uns, ganz egal, woher er kommt, ganz egal, wohin er geht. Die Sprache ist anfangs mit vielen Fremdworten angereichert, aber man liest sich ein und schließlich versinkt man und erwacht erst wieder am Ende des Buches: Mit Tränen in den Augen. Doch nicht nur traurig ist die Geschichte dieser beiden nach außen so unterschiedlichen Menschen. Sie ist voll von Seitenhieben auf die Snobs dieser Welt und besonders Renée brachte mich oft zum Lachen.

Keine sehr leichte Zwischenlektüre, aber absolut lohnenswert. Wenn man sich durch den etwas sperrigen Anfang durchbeißt, wird man mit einer wundervollen Geschichte und ebenso wundervollen Charakteren belohnt.
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51 von 57 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Durchwachsen, 21. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Eleganz des Igels: Roman (Taschenbuch)
Hier eine etwas andere Rezension:

Erstaunlicher Weise kann ich vielen der Rezensionen zustimmen, den positiven, sowie den negativen.
Meine Haltung gegenüber den Buch hat sich während des Lesens häufig geändert.
Zuerst einmal kann man sagen, dass Menschen die nur unterhalten werden möchten und eine Leküre zum abschalten möchten, mit diesem Buch schlecht beraten sind.
Es werden viele Fremdwörter, sowie Fachbegriffe aus der Philosophie verwendet.

Ich persönlich fand es anfangs sehr interessant und anregend.
Bald bekam ich aber schon den Eindruck, dass die Autorein sich Mühe gegeben hat möglichst viele kluge Begriffe auf einen möglichst kleinen Raum zu bringen und fast zwanghaft zu zeigen, was für ein intellektuelles Meisterstück das Buch ist.
Ich persönlich habe eigentlich kein Problem mit tiefergehenden Gedanken und Gedankenexperimenten, aber es kam mir nicht sehr authentisch vor.

Gerade die sogenannten Klassenunterschiede, die sie oberflächlich verneint und die Klischees, welche sie widerlegen möchte, bestätigt sie teilweise.
Wobei das vielleicht einfach ein Ausdruck der Welt ist, die auf so vielen verschiedenen Ebenen zu betrachten ist und teilweise paradox erscheint.

Ich bakam den Eindruck, dass ihre Worte den Anspruch auf absolute Wahrheit und Gültigkeit hatten, was mir ziemlich arrogant erschien. (Wobei man zugegebender Weise zwischen der Meinung der Autorin und der Figuren differenzieren muss)
Trotz allem habe ich weitergelesen, weil die Gedanken an sich nicht uninteressant blieben und ich wollte mich einfach darauf einlassen.

Beim weiteren Lesen änderte sich meine Haltung.
Die Protagonisten bekamen mehr Menschlichkeit.
Sie waren nicht mehr nur auf ihre Intelligenz beschränkt. Das Buch fing an mich zu fesseln.
Alles was ich anfangs eher kritisiert habe, wurde aufgelöst, als die beiden Hauptpersonen anfangen an ihrem eigenen Gedankengerüst zu zweifeln.

Ich konnte mich gut in die Protagonisten hineinversetzen auch wenn ich nicht wirklich ihrer Meinung war, und vieles, nicht alles, anders empfinde.
Auf jeden Fall regt es zum philosphieren und nachdenken an, eben weil man nicht unbedingt der selben Meinung ist.
Alles in allem ist meine Meinung eine Synthese der vorangegangenen Renzesionen.
Ein wenig Recht haben alle.

Ich denke jeder der gerne philosophiert, kann das Buch sicher lesen.
Vorallem ist es unbedingt notwendig, das Buch bis zum Ende zu lesen um sich eine wirkliche Meinung zu bilden.
Nicht von den vielen Fremdwörtern abschrecken lassen ;)

Hoffe, dass ich einigermaßen verständlich war und, dass es euch bei der Wahl hilft, auch wenn ich recht schwammig geblieben bin!
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nette philosophische Ansätze, die jedoch der vorgegebenen Tiefgründigkeit nicht entgegenkommen, 3. Februar 2013
Von 
Josephine Sterner "Bücher-Liebhaberin" (Hérimoncourt, Frankreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Eleganz des Igels: Roman (Taschenbuch)
Das zwölfjährige Mädchen Paloma ist überdurchschnittlich aufgeweckt und begabt. Bekannt als Klassenbeste und Mitglied einer reichen, pingeligen Familie, möchte sie ihrem Leben ein Ende setzen, da sie in dieser ganzen oberflächlichen Gesellschaft, die durch und durch von heuchlerischen Floskeln bespickt ist, nicht mehr zurechtkommt. Renée, 54 Jahre und Concierge im genannten, von Bildungssprache beherrschten Hause, ist für ihren Berufs- und Gesellschaftsstand sehr belesen und wissbegierig. Als Paloma und Renée gegenseitig ihre Interessen, Ansichten des Lebens und der Welt und ihre Ziele offenbaren mit Hilfe des japanischen Mieters Kakuro, werden sie einsichtig und ändern ihre bisherigen Perspektiven ab...

Es stimmt, dass manch lakonische Bemerkung ironisch wirkt und den Leser schmunzeln lässt, es stimmt auch, dass es schön ist zu lesen wie zwei Menschen, sprich das Mädchen und die Concierge, die sich im selben Hause aufhalten, zwei völlig verschiedene Sichtweisen des Lebens entwickeln und diese für sich geheim halten. Jedoch zieht sich die Handlung irgendwie ausdruckslos dahin, Barbery schreibt hier und da ein Sätzchen, das irgendwie nicht zu den vorherigen Sätzen passt und somit aus dem Rahmen fällt. Obwohl das Buch nicht schwer zu lesen ist, wird der Lesegenuss durch einfältiges Geplapper der Figuren erschwert. Ein etwas bitterer Nachgeschmack also für den Leser, der sich aufgrund des Titels, des Covers und der Inhaltsangabe etwas anderes, bissigeres wünscht. Es kann ja auch sein, dass eine zwölfjährige für ihr Alter übermäßig gebildet ist und auch sauber schreiben kann, jedoch sind die philosophischen Gedankengänge für den Part von "Paloma" einfach nicht glaubwürdig, da sie so adult von einer Weltkenntnis "sprechen", die man einfach nicht hinnehmen kann. Man merkt also, dass diese Teile von einer älteren Person (wie eben Barbery) geschrieben sein mussten und das verbittert einen natürlich noch mehr beim Lesen.

Barberys Idee ist meiner Meinung nach also nicht mehr als ein netter Versuch, der jedoch irgendwie gescheitert ist, ein Werk, dass nicht die vorgegebene Tiefgründigkeit besitzt und trotz einiger tiefer gehender einzelner Sätze, letztendlich oberflächlich bleibt und schwer zum Durchhalten ist. Noch ein bisschen mehr Ironie, mehr Frechheit und Schlagkraft, um den Leser beim Wachzustand zu halten oder ihn ggf. wach zu rütteln, hätten hier nicht geschadet.

~Bücher-Liebhaberin~
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wundervolle Rarität, 25. Januar 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Eleganz des Igels: Roman (Taschenbuch)
Ich fand es wunderbar, Sätze zu lesen, die über eine ganze Buchseite gingen und nicht langweilig wurden. Immer wieder nehme ich das Buch in die Hand, um noch einmal darin zu lesen. Einen Duden, den hier manche zu Hilfe nehmen, hatte ich auch beim ersten Durchlesen nicht dabei, denn er ist absolut überflüssig. Ebenfalls ist es nicht vonnöten Bücher von Leo Tolstoi oder Kant vorher gelesen zu haben.(Hab' ich nich und werd' ich nich)Lasst euch nicht von Muriel Barberys Stilmitteln abschrecken. Haltet durch! Einzig wichtig ist es, in die Sprache und Welt des Buches einzutauchen und der Handlung zu folgen. Es geht nicht traurig aus, nur anders als man es vielleicht erwartet. Es hat mich sehr berührt. Ich habe sehr gelacht beim Lesen des Kapitels, in dem Paloma zu Dr.Theid mitgenommen wird. Es ist einfach toll geschrieben.Und ich habe mit Madame Michel geweint.Für mich geht es in diesem Buch im Grunde um Achtsamkeit. Es hat mich bewogen einige Dinge in meinem Leben zu ändern.
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11 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die wahren Fragen des Lebens, 21. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Eleganz des Igels: Roman (Taschenbuch)
1) Inhalt

Renée, die 54 Jahre alte Concierge eines noblen Wohnhauses in der Rue de Grenelle 7 in Paris, gibt vor, eine vor allem geistig bescheidene Existenz zu fristen, obwohl sie in Wahrheit philosophisch hoch bewandert, ausgesprochen intelligent und weitsichtig ist. Ihrer Ansicht nach ist es jedoch gefährlich, ihre wahre Identität nach außen hin offenkundig zu machen, da die versnobten Reichen nicht erkennen dürfen, wer sie wirklich ist. Sie hat nicht den Mut, sich zur Realität zu bekennen, weil eine Concierge nun einmal so zu sein hat, wie sich die kleingeistigen Menschen das vorstellen und wie sie ihr Leben in deren Erwartung auch zu erfüllen hat. Zudem stellt diese Lebensweise ihrer Meinung nach den einfachsten Weg dar, in keine Konfrontationen mit der Gesellschaft verwickelt zu werden, was selbstverständlich ein Trugschluss ist - schließlich stellt es sich als mehr als nur mühsam heraus, die Lüge aufrecht zu erhalten und niemanden etwas von ihren tatsächlichen Gedanken ahnen zu lassen.
Die zweite Hauptprotagonistin des Romans ist Paloma, ein 12 Jahre altes Mädchen, das mit ihrer reichen Familie in diesem Wohnhaus lebt. Aufgrund der unbefriedigenden Existenz in einer Welt, die von Egoismus, Falschheit und Narrentum geplagt ist, beschließt sie, sich an ihrem nächsten Geburtstag selbst umzubringen, um die Familie wachzurütteln und sie ihrer kümmerlichen Einstellungen bewusst zu machen. Paloma ist überdurchschnittlich intelligent, versucht dies aber ebenfalls so gut wie möglich zu verbergen, um nicht aufzufallen. Im Grunde ist sie nicht anders als Renée auch. Sie beginnt schließlich zwei Tagebücher - jenes der Bewegung der Welt" und jenes, in welchem sie ihre tiefgründigen Gedanken" niederschreibt und festhält. Dabei stellt sie immer mehr fest, dass es doch Dinge gibt, für die es sich lohnt, zumindest ein wenig innezuhalten, wenn man schon nicht dafür leben will.
Anfangs haben beide Personen nur wenig Kontakt zueinander. Das ändert sich, als Monsieur Ozu neu in das Wohnhaus zieht und dort buchstäblich alles auf den Kopf stellt - erst lässt er sein Appartement von Grund auf verändern, dann beginnt er damit, das auch mit den Menschen in seiner Umgebung zu tun. Auf eine gewisse Art und Weise wird er damit zum Lebensretter für beide Protagonistinnen - Paloma erkennt den Egoismus hinter ihrem Wunsch nach Selbstmord und Renée wagt es endlich, aus ihrer versteckten Existenz herauszukommen. Was für alle nach einer Erlösung aus dem unbefriedigenden Dasein aussieht, bleibt aber nicht die strahlende Sonne. Unerwartet ändert sich am Ende plötzlich alles - und damit bleibt am Ende doch nicht mehr als ein Neubeginn.

2) Sprache / Stil

Die Sprache des Romans kann man nur als gebildet oder gehoben bezeichnen und spiegelt damit die Hauptprotagonistinnen auf die bestmögliche nur denkbare Weise wieder. Renée vergeht sich in philosophischen Gedanken und nimmt die Sprache der Bücher auch in der Erzählung ihres Lebens auf, während Paloma sich besonders bemüht, über ihr Alter hinwegzutäuschen, indem sie sich bewusst gewählt ausdrückt. Die Autorin verwendet oft Fremdwörter, um die fortgeschrittene geistige Ebene der beiden Personen auszudrücken, die sich einer Umgangssprache - zumindest mit sich selbst - bedienen, die von den anderen beschriebenen Personen des Romans deutlich abgehoben ist und somit eine Abgrenzung erreicht, die durch bloße inhaltliche Schilderungen gar nicht so deutlich möglich gemacht worden wäre:

"Während der Fernseher der Loge als Garant für mein klandestines Leben sinnloses Zeug für Molluskenhirne plärrte [...]" (S. 14)

Zudem fallen nicht selten Begriffe aus der Philosophie, Literatur oder Kunst, deren Konzepte man erst verstehen kann, wenn man sich eingehender mit den entsprechenden Themen beschäftigt. Außerdem verwendet Paloma hin und wieder japanische Wörter, da sie eine Vorliebe für dieses Land und seine ideellen Ideen besitzt (z. B. S. 19: Seppuku"), und auch hier darf darauf verwiesen werden, dass man die Idee hinter der jeweils bezeichneten Vorstellung häufig erst versteht, wenn man sich mit der Materie der Kultur genauer auseinandergesetzt hat.

3) Kritik und Fazit

Um das Werk richtig verstehen und schätzen zu können, bedarf es einer gewissen Vorbildung in philosophischen und kulturgeschichtlichen Bereichen. Alle gebildeten Hauptpersonen des Romans legen ihr Augenmerk auf das Verständnis der Schönheit der Welt, was über die Vermittlung von bedeutsamen Konzepten dieser Bereiche erreicht wird. Zudem ist es unbefriedigend, große Werke - etwa von Tolstoi oder Marx - nicht zu kennen, wenn man den Roman in seiner Gesamtheit genießen will.
Abgesehen davon kann man das Buch als Ratgeber auffassen, wie man die Welt verstehen und in ihr leben kann. Beide Protagonistinnen stehen symbolisch für das nur allzu häufig unterdrückte Verlangen, sich in der Öffentlichkeit so zu geben, wie man tatsächlich ist, weil man sich nach dem Verständnis unserer Gesellschaft den erwarteten Normen zu beugen hat. Dass diese sich womöglich nicht mit der eigenen Perspektive von Freiheit und Individualität vereinbaren lassen, hindert uns im alltäglichen Leben viel zu oft, uns von unserer wahren Seite zu zeigen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Charmant und tiefsinnig, 22. Oktober 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Eleganz des Igels: Roman (Taschenbuch)
Über den Inhalt muss ich nichts mehr schreiben, das haben schon andere getan: ich habe das Buch genossen, vor allem Renee hat mich sehr berührt, diese Frau, die ihre außergewöhnliche Belesenheit und Intelligenz hinter der Fassade der "drögen" Concierge verstecken muss. Als die lebensmüde Paloma, Kind reicher Eltern aus dem Haus und ebenfalls hochbegabt, sowie der Japaner Ozu in ihr Leben treten, verändert sich einiges in Renees Leben. Auch das bittersüße Ende hat mich überzeugt, ein Roman für stille Stunden, der sehr charmant und gesellschaftskritisch des Weges kommt. Einzig für die stellenweise bemüht altklugen Passagen der 12-jährigen Paloma gibt es einen Stern Abzug, aber auch das konnte das Lesevergnügen nicht wirklich schmälern. Lesenswert!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Vielleicht doch zu konstruiert?, 16. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Eleganz des Igels: Roman (Taschenbuch)
Ja, es ist ein Märchen - wo sonst gibt es eine Concierge, die unter einer unscheinbaren, wenn nicht abstossenden Oberflache einem bürgerlichen Bildungsideal nacheilt, und eine Zwölfjährige, die sich abgründige Gedanken über das Leben, die Schönheit und den Tod macht? So nett diese Charakterisierung entgegen den Erwartungen ist, sie wirkt unglaubwürdiger als ein Märchen, dem man das 'und sie lebten glücklich und zufrieden' als Abwehr gegen die Brutalität der Realität nachsieht. Hier wirkt die Märchenhaltung bei aller Sympathie für die Protagonisten gar zu konstruiert, ihr gedanklicher Tiefgang vom Autor untergeschoben und nicht authentisch. Insofern scheint mir das Buch Teil eines Phänomens der letzten Jahre zu sein, dem Versuch von Autoren, erfolgreiche Bücher aus einer originellen Idee, einem ungewohnten Genre (hier Märchen) und überraschenden Protagonisten (belesene Concierge, frühreife Zwölfjährige) zu synthetisieren. In diese Kategorie gehören meines Erachtens auch Zafons 'Schatten des Windes' oder Martels 'Schiffbruch mit Tiger', die mich ähnlich ratlos hinterliessen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Außergewöhnlich., 17. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Eleganz des Igels: Roman (Taschenbuch)
Ein wirklich bemerkenswertes Buch, dass viel zum Nachdenken und philosophieren bringt, mit einem Humor, der einem oft zum Schmuzeln bringt.
Auf der anderen Seite aber gibt es Abschnitte, die einen sehr bewegen.
Das Buch ist keine leichte Kost und man muss sich schon sehr mit dem Buch befassen, sonst verliert man leicht den Faden. Aber es lohnt sich dran zu bleiben!

Ein wirklich außergwöhnliches und lesenswertes Buch!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine wundervolle und rührende Geschichte, 7. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Die Eleganz des Igels: Roman (Taschenbuch)
In dieser wunderbaren Geschichte geht es um die beiden Frauen Renée und Paloma. Renée, 54 Jahre alt, arbeitet als Concierge in einem Haus mit mehreren wohlhabenden Familien. Sie ist überdurchschnittlich intelligent, versucht dies aber vor allen zu verbergen. Das funktioniert soweit ganz gut, bis ein neuer Hausbewohner einzieht..

Paloma, 12 Jahre alt, lebt mit ihrer Familie in genau diesem Haus. Auch sie ist sehr intelligent und ist mit ihrem Leben aber alles andere als zufrieden. Daher nimmt sie sich vor an ihrem 13. Geburtstag Selbstmord zu begehen.. Ihre tiefgründigen Gedanken schreibt sie in ihrem 'Tagebuch der Bewegung der Welt' nieder.

Ich bin ziemlich hin- und hergerissen von diesem Buch und weiß gar nicht genau wie ich anfangen soll.
Die ersten 140 Seiten waren einfach nur furchtbar. Es passiert eigentlich so gut wie nichts, sondern es geht hauptsächlich um die Gedanken der beiden Frauen. Diese erzählen abwechselnd aus ihrer Sicht. Hierbei hatte ich ziemliche Mühe mich beim Lesen zu konzentrieren. Es tauchen unendlich viele Fremdwörter auf, die den Lesefluss erheblich behindern. Zudem tauchen immer wieder endlos lange und verschachtelte Sätze auf, sodass man am Ende vom Satz gar nicht mehr weiß, was man am Anfang gelesen hat.
Die Einträge von Paloma sind anfangs etwas einfacher zum Lesen, da Renée sehr viel über das Leben philosophiert und das war mir dann teilweise einfach zu viel. Diese Abschnitte habe ich meistens einfach nur überflogen. Auch habe ich zuerst keinen richtigen Zugang zu der Geschichte und zu den Personen gefunden und hatte das Gefühl, das Gelesene gar nicht richtig aufzunehmen.
Doch trotzdem kann ich jedem nur empfehlen durchzuhalten ' es lohn sich auf jeden Fall. Ab Seite 142 wird es wirklich besser. Endlich kommt Leben in das Buch und auch der Schreibstil verbessert sich erheblich. Ab und zu tauchen zwar immer noch einige schwer verstehende philosophische Gedanken auf, diese kann man aber getrost überfliegen, da diese mit der eigentlichen Handlung nichts zu tun haben. Die Personen habe ich zum Schluss richtig lieb gewonnen und es gibt ein paar wirklich tolle Lebensweisheiten.

Es ist sehr schade, dass die ersten Seiten so extrem mühsam zum Lesen sind ' da die Geschichte an sich wirklich wundervoll ist.

Fazit: Ein wunderbares Buch, welches sich aber nicht mal eben nebenher oder zwischendurch lesen lässt. Sondern ein Buch, für das man sich Zeit nehmen muss, auf das man sich voll und ganz einlassen muss und bei dem man sich anfangs etwas durchkämpfen muss. Doch das ist die Geschichte wert und es lohnt sich wirklich ' dahinter steckt nämlich eine liebevolle und rührende Geschichte.
Leider bekommt das Buch für den schweren Einstieg, für die Fremdwörter und den meiner Meinung nach unnötigen Passagen Punkteabzug.
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28 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen zwiespältig, 30. Mai 2010
Rezension bezieht sich auf: Die Eleganz des Igels: Roman (Taschenbuch)
Die Eleganz des Igels ist ein sehr zwiespältiges Buch. Sprachlich ist es zum Teil sehr gelungen (zumindest das französische Original, ich kenne die hier oft kritisierte Übersetzung nicht), vor allem in den Passagen des 12-jährigen Mädchens stecken sehr präzise Beobachtungen, die zum Nachdenken anregen.
Anderseits ist das Buch ein Feuerwerk an Klischees. Im Kontrast zu den vielen fast philosophischen Ausflügen, sind die Charanktäre von kaum zu glaubender Schlichtheit. Die Reichen Bewohner des Hauses sind allesamt Snobs, eigentlich auch alle der gleiche Snob. Sie sind nicht voneinander zu Unterscheiden. Der einzige "gute" Reiche ist ein älterer Japaner. Was fällt Ihnen alles an Klischees über Japaner ein? Richtig, er lächelt immer! Richtig, er ist sehr diskret und höflich! Wie wir es uns gedacht haben! Sonst macht er eigentlich nichts, außer seine Wohnung stilsicher einzurichten (zu lassen).
Aber das größte Problem dieses Buches ist ein anderes: Am Anfang wird uns immer vorgeführt, wie sehr die Bourgeoisie an ihrem eigenen Lebensweg krankt, weil sie ihr sinnentleertes Dasein mit immer neuem Luxus füllen muss. Sobald die Concierge Kontakt zu dieser Welt finden kann, wird aus der Verachtung distanzlose Bewunderung. Ihr glücklichster Moment besteht darin, in Designerkleidern in einem edlen Restaurant Sushi für 30 Euro zu essen. Warum die ganze Philospie über das Leben? Reichtung ist wohl doch der einzige Weg zum Glück.
In der brachialen Schlusswendung werden die Brücken zwischen Unter- und Oberschicht wieder gekappt. Jeder bleibt fein an seinem Paltz. Eine wirkliche Freundschaft über die sozialen Schichten hinweg, scheint sich die Autorin nicht ausmalen zu können. Man kann nur mutmaßen, welcher sozialen Schicht sie angehört.
Letztlich ist es ein sehr reakttionäres Buch, dass insgeheim stützt, was es zu kritisieren vorgibt.
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Die Eleganz des Igels: Roman
Die Eleganz des Igels: Roman von Muriel Barbery (Taschenbuch - 1. Oktober 2009)
EUR 9,90
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