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29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende und intelligent
Welch ein Erstling! Ein spanndener und sehr intelligenter Mix aus Grusel- und Kriminalroman, mystischer Erzählung, bissiger Satire und Liebesroman. Der Ich-Erzähler, ein junger ungarischer Akademiker, der seit langem in London lebt und forscht, wird vom Earl of Pendragon in dessen walisisches Schloss eingeladen, um seine Studien über Mystik in dessen...
Veröffentlicht am 20. Oktober 2004 von Kaspar V. Erffa

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider sehr fade
Was macht eigentlich ein Buch spannend? Ein faszinierendes Thema, interessante Figuren, eine abwechslungsreiche, präzise eingesetzte Sprache oder schlicht irgendetwas, was das Kopfkino zum Rattern bringt?

Von alledem hat dieses Buch für mich, leider, zu wenig.

Ein junger Ungar lernt einen walisischen Hochadeligen, den Earl Owen Pendragon,...
Vor 17 Monaten von FG veröffentlicht


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29 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Spannende und intelligent, 20. Oktober 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Pendragon-Legende: Roman (Taschenbuch)
Welch ein Erstling! Ein spanndener und sehr intelligenter Mix aus Grusel- und Kriminalroman, mystischer Erzählung, bissiger Satire und Liebesroman. Der Ich-Erzähler, ein junger ungarischer Akademiker, der seit langem in London lebt und forscht, wird vom Earl of Pendragon in dessen walisisches Schloss eingeladen, um seine Studien über Mystik in dessen Bibliothek fortzusetzen. Ohne es zu ahnen, wird der junge Mann dadurch zu einer zentralen Figur bei einem alten Erbstreit und erlebt ein aufregendes Abenteuer zwischen vergessenem alchimistischem Wissen und alter walisischer Mystik. Natürlich verliebt er sich auch noch in die Tocher des Earls, was zu weiteren Komplikationen führt. Das ganze garniert Szerb mit einem herrlich humorvollen Blick auf die englische Adelswelt. Ich musste immer wieder lachen, dann wurde es wieder gruselig, das Buch blieb immer spannend und wurde niemals trivial. Schön, dass sich der dtv-Verlag dazu entschlossen hat, nach der "Reise ins Mondlicht" nun auch dieses äusserst lesenswerte Buch neu zu veröffentlichen! Welch wunderbare Bücher hätte man wohl von Antal Szerb noch erwarten dürfen, hätte man ihn nicht im Januar '45 im KZ wegen seiner Herkunft erschlagen.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der unbekannte Klassiker, 16. April 2005
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Pendragon-Legende: Roman (Taschenbuch)
Siehe da, dieses Büchlein wurde doch noch mal neu aufgelegt, nachdem es jahrzehntelang in sämtlichen Antiquarien vergriffen war.
Nun, was ist das für ein Buch, ich will es mal so sagen: Wenn Ephrahim Kishon und Umberto Eco sich zusammengesetzt hätten, um gemeinsam eine Geistergeschichte zu verfassen, die auf einem alten englischen Adelssitz spielt, wäre wohl ziemlich genau das herausgekommen. Eco hätte die Fülle philologischer und historischer Details beigesteuert, und Kishon den trockenen, typisch ungarischen Humor.
Was Antal Szerb damals (noch vor dem 2. Weltkrieg, leider wurde er im KZ ermordert) geschrieben hat, liest sich auch heute noch frisch, unterhaltsam und vermittelt ganz beiläufig ein paar Wissenswertigkeiten aus der Welt der Geheimbünde.
Der Philosophiedoktor Bátky trifft auf einer Party einen Earl, der ihn spontan auf seinen Landsitz einlädt, weil sie beide ein gemeinsames Hobby haben: Die Mystiker des 17. Jahrhunderts. Dort angekommen verguckt Bátky sich in die Nichte des Earls und bleibt beharrlich, obwohl schon bald bedrohliche Dinge geschehen: Erbschleicher wollen den Earl ermorden, und ein Geist aus dem 17. Jahrhundert geht auch noch um.
Uneingeschränkte Kaufempfehlung!
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vor Eco und Rushdie war Szerb!, 22. Februar 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Pendragon-Legende: Roman (Taschenbuch)
Ein ungarischer Philosophiedoktor in einem walisischen Schloss, das von den mystischen Rosenkreuzern heimgesucht wird. Was sich anhört wie eine Gespenstergeschichte von vielen birgt in Wahrheit viel mehr.
Antal Szerb hat es vor 70 Jahren geschafft mehrere Gattungen der Literatur zu einer zu vereinen. Steht am Beginn des Buches die klassische Gruselgeschichte, so vermengt sie sich schon bald mit dem essayistischen Roman, den Eco oder Rushdie groß gemacht haben. Und um dem ganzen noch eines drauf zu setzen, bringt Szerb ebenso eine Detektivgeschichte unter, ganz nach den Vorbildern von Christie oder Wallace, letzterer findet sogar Erwähnung. Fortan springt der Roman von einer Geschichte zur nächsten und man muss sich ganz dem süffisanten Erzählton von János Bátky, dem Ich-Erzähler hingeben um durch die Wirrnisse von Schloss Pendragon zu finden. Doch vertrauen darf man dem Erzähler auch nicht, egal welche Haken der Roman schlägt, die Nonchalance des Erzählers ist gleichbleibend, seine Ironie konstant. Sogar dann, wenn er die Ursprünge des Geheimordens der Rosenkreuzer aus einer alten Handschrift übersetzt. Der Erzähler vereinnahmt den Leser komplett, man ist ihm auf Gedeih und Verderb ausgeliefert, weiß nie mehr und meistens viel weniger. Egal ob es sich um Spukgestalten, Erbschaftsbetrügereien oder Liebesaffären handelt, nie kann man sich sicher sein, was Real und was Irreal ist.
Das macht das Buch zu einer virtuosen Achterbahnfahrt durch einen zweiwöchigen Aufenthalt im tiefsten Wales und wäre das nicht genug, bekommt man auch noch intensive Landschaftsbeschreibungen gratis dazu.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Zwischen Krimi und Grusel, 29. Dezember 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Pendragon-Legende: Roman (Taschenbuch)
Der Philosoph und Globetrotter Dr. János Bátky wird von einem walisischen Aristokraten dem Earl of Gwynedd eingeladen, ihn in seinem Schloss zu besuchen um in seiner Bibliothek seine Studien fortzusetzen. Was der Icherzähler der Geschichte noch nicht weiß, damit wird er mitten in einen Erbschaftsstreit gerissen. Die eine Seite trachtet dem Adligen nach dem Leben - der verhinderte Mörder wird aber noch in derselben unter den seltsamsten Umständen getötet. Neben diesem Handlungsstrang beginnt gleichzeitig eine Geschichte die sich um die Rosenkreuzer dreht und die Bátky in einen unheimlichen Bann ziehen wird. Eine Geschichte zwischen Kriminalroman und Gruselgeschichte beginnt und der Leser wird erst ganz am Ende herausfinden ob sich nun alles mit Intrigen erklären lässt oder ob vielleicht doch ein Ahnherr des Earls das Geheimnis des ewigen Lebens entdeckt hat.
Sprachlich und stilistisch glänzt Antal Szerb ebenso wie die Übersetzerin Susanna Großmann-Vendrey. Das Buch ist mit feinem Humor durchzogen, ohne jemals an der Ernsthaftigkeit der Erzählung Zweifel aufkommen zu lassen. Von Anfang an wurde ich an Oscar Wilde und an Edgar Allan Poe erinnert. Das mag zu einem gewissen Teil auch an der Geschichte selbst liegen, im Wesentlichen aber stammt dieser Eindruck von dem feinen britischen Humor, den der Ungar in seinem Werk verewigt. Die Charakterisierung der Personen kann als gelungen bezeichnet werden, insbesondere der Protagonist wird in seltener Qualität dargestellt. Der durch Vorurteile verschleierte Blick des Icherzählers auf die anderen Charaktere, spricht für die Qualität der Erzählung, die sich erlaubt Klischees zu verwenden und dennoch zwischen den Zeilen durchblicken lässt, dass diese Personen komplexer sind als vom Protagonisten gesehen.
Das Buch ist eine uneingeschränkte Empfehlung, wenngleich man festhalten muss, dass Szerb am Schluss etwas schwächelt. Das Ende ist zwar durchaus gelungen erzählt, aber ich hätte etwas mehr erwartet. Vor allem ein mehr an Spott und Ironie wie über die ganze Geschichte. Nichtsdestotrotz verdient sich das Buch gelesen zu werden; es ist ein echter intellektueller Leckerbissen, der durchaus auch philosophische Aspekte beleuchtet.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Krimi mit Phantastik-Elementen oder Fantasy auf Krimi-Basis?, 12. Juni 2005
Von 
Regina Karolyi - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Pendragon-Legende: Roman (Taschenbuch)
Nach Sándor Márai wurde mit Antal Szerb erfreulicherweise ein weiterer ungarischer Autor mit hohem Potenzial wiederbelebt, freilich einer mit gänzlich anderen Schwerpunkten.
In "Die Pendragon-Legende" geht es um einen jungen ungarischen Philosophen namens Bátky, der in England alte Schriften erforscht und von einer Zufallsbekanntschaft, dem walisischen Earl of Gwynedd, auf dessen Schloss zur Erkundung der Familienbibliothek eingeladen wird. Der Earl und Bátky interessieren sich sehr für den Geheimbund der Rosenkreuzer, dem es um die Erlangung des Steins der Weisen ging, und dem ein Vorfahr des Earls, Asaph Pendragon, einst vorstand.
Bátkys Rolle wird von Feinden des Earls fehlinterpretiert, und so gerät er unversehens zwischen die Fronten eines knallharten Kriegs um eine reiche Erbschaft, in dem, eingebettet in die von Sagen umgebene walisische Landschaft, einige mystische Figuren entscheidend mitmischen.
Mir hat dieser Roman ausgezeichnet gefallen. Der Kriminalfall ist spannend, wenn auch nicht allzu kompliziert aufgebaut; es gibt an den entscheidenden Stellen immer wieder überraschende Wendungen. Das mystische Element tritt nie beherrschend in den Vordergrund, auch wenn es in seiner Bedeutung weit über reinen Lokalkolorit hinaus geht. Szerb skizziert seine Charaktere eher flüchtig; der Roman erscheint mehr handlungs- als personenorientiert. Den manchmal offenen Humor, der mich auflachen ließ, ergänzen feine Ironie und Sarkasmus; überhaupt hat der Roman eine unverkennbar satirische Komponente. Man kann dieses Buch aber durchaus auch nur zur Unterhaltung lesen - es ist originell und packend und bietet einen ungewöhnlichen Einblick in die 1930er Jahre, insbesondere auch auf das damalige England und Wales aus der Sicht eines Ungarn.
Die Übersetzung empfinde ich als sehr gut gelungen, zumal ich weiß, dass der ungarische Wortwitz nur schwer ins Deutsche übertragen werden kann; hier ging er nicht verloren.
Einen Stern habe ich abgezogen, weil ich finde, dass Bátky, die Hauptfigur, gelegentlich um des Handlungsfortgangs willen unnatürlich naiv und gutgläubig agiert - unpassend zu dem Bild, das man ansonsten von ihm erhält.
Insgesamt ein sehr empfehlenswertes und ungewöhnliches Buch, das sich nur schwer in eine Kategorie einordnen lässt.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Unterhaltung, 2. Februar 2005
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Pendragon-Legende: Roman (Taschenbuch)
Der aus dem Jahre 1934 stammende Roman ist eine erfreuliche Neuentdeckung. Vor dem geistigen Hintergrund der englischen Mystiker aus dem 17. Jahrhundert sowie der Tradition der Rosenkreuzer entfaltet dieses Buch eine spannende Geschichte. Aber nicht nur die Spannung begeistert, sondern auch die wunderbar beschriebenen Charakteren bleiben in Erinnerung. Die Pendragon-Legende ist jedoch nichts für Leser, die ein Buch mit tiefgehenden esoterischen Gedankengängen lesen wollen. Der Roman hat zwar esoterische Inhalte, aber er ist wesentlich unterhaltsamer, aufgelockerter und humorvoller geschrieben als beispielsweise „Das grüne Gesicht" oder „Der rote Löwe". Andere wiederum, die sich gar nicht mit Esoterik und Mystik beschäftigen wollen, brauchen deshalb diesen Roman wegen seiner phantastischen Inhalte nicht zu scheuen. Sie sind spannender Bestandteil der Geschichte und kein Selbstzweck. Insgesamt also eine spannende Geschichte in einem interessanten Milieu, bestückt mit tollen Charakteren. Lesenswert!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen noch besser als Reise im Mondlicht, 3. Januar 2005
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Pendragon-Legende: Roman (Taschenbuch)
Schon die Reise im Mondlicht hat mir gut gefallen. Finde diese nunmehr zweite Übersetzung aber noch besser. Die Hauptfigur als Ich-Erzähler ist weniger mit sich selbst beschäftigt als der Reisende im Mondlicht. Statt dem antriebs- und orientierungslosen Mihaly erleben wir einen von sich überschlagenden Ereignissen getriebenen Philosophen. Spannende Elemente einer Kriminalgeschichte, feine Satire, mystische Begebenheiten und eine wunderbare Sprache fesseln den Leser. Hoffe in jedem Fall auf neue Übersetzungen von diesem Autor, der leider viel zu Früh sein Leben lassen musste.
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unheimlicher und aufregender historischer Krimi, 29. April 2005
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Pendragon-Legende: Roman (Taschenbuch)
'Die Pendragon-Legende' handelt von der Begegnung des jungen ungarischen Büchernarren und Doktors der Philosophie, Janos Batky, mit dem walisischen Earl of Gwynedd - und von den Verstrickungen, die sich für den Gelehrten daraus ergeben. Dieser darf nun in der umfangreichen Gwynedd'schen Bibliothek ausgiebig die Familiengeschichte der Familie Pendragon, eines alten Geschlechts erforschen, dem auch der Earl angehört und ist, ehe er sich's versieht, in eine spannende und düstere Kriminalgeschichte verwickelt: seltsame Morde ereignen sich, und das walisische Schloss und später auch London scheinen von zwielichtigen Gestalten nur so zu wimmeln. Und dann ist in den Janos zugänglichen Dokumenten wie auch in der Gegenwart auch noch von der Auferstehung eines der Vorfahren des Earls die Rede ... Nicht umsonst ist 'Ich glaube an die Auferstehung des Fleisches' der Leitspruch der Familie. Nichts für schwache Nerven also!
Mir hat dieses Buch unglaublich gut gefallen. Die Charaktere bleiben stets irgendwie im Schatten und bis zum Schluss zwielichtig, wozu auch der Ich-Erzählstil dieses Romans beiträgt. Beim Lesen fällt es schwer zu glauben, dass der Roman aus den 30er Jahren stammt, fühlt man sich doch neben den klassischen Detektivgeschichten immer wieder an Umberto Eco und in den Einzelheiten einiger Szenen sogar an Harry Potter (etwa: Janos und seine beiden Freunde stoßen zu den unheimlichen Katakomben der Familie von Gwynedd vor - Grusel pur!) erinnert. Er ist düster, oft sehr spannend aber auch ironisch - und nicht zuletzt aufgrund der großartigen Übersetzung von Susanna Großmann-Vendrey (Kompliment!) uneingeschränkt zu empfehlen.
Übrigens: Der Todestag des Autors Antal Szerb - er starb 1945 in einem KZ - jährt sich heuer zum 60. Mal. Es war schon höchste Zeit, dass dieser talentierte Autor und große Literaturwissenschafter wiederentdeckt wurde und nun auch in der deutschen Sprache zugänglich ist - so wie viele andere Schätze der osteuropäischen Literatur, die nun langsam zu unserem traditionellen Kanon stoßen!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Leider sehr fade, 13. November 2012
Von 
FG "fg" (Freiburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Pendragon-Legende: Roman (Taschenbuch)
Was macht eigentlich ein Buch spannend? Ein faszinierendes Thema, interessante Figuren, eine abwechslungsreiche, präzise eingesetzte Sprache oder schlicht irgendetwas, was das Kopfkino zum Rattern bringt?

Von alledem hat dieses Buch für mich, leider, zu wenig.

Ein junger Ungar lernt einen walisischen Hochadeligen, den Earl Owen Pendragon, kennen und wird auf dessen Familiensitz eingeladen, im Schlepptau den Neffen des Gastgebers und einen irischen Herumtreiber. Wilde Mythen, mysteriöse Erscheinungen, vermeintliche Mordanschläge, eine attraktive Dame, Abenteurerherz, was willst du mehr. Im Nu ist der Bücherfreund nichts weniger als den geheimnisvollsten Kapiteln der europäischen und natürlich walisischen Geschichte auf der Spur.

Und das ließ mich völlig kalt.

Ich muss den sehr überschwänglichen Rezensionen hier also widersprechen, die mich ursprünglich selbst zum Lesen verlockten. Hier kommt einfach keine Stimmung auf, und von einem Spannungsbogen oder gar Grusel, den mancher dem Roman attestiert, lässt sich ohne Stimmung einfach nicht sprechen. Dafür geht alles zu flott: oberflächlich bleiben die Figuren und schnell wechseln die Szenen, als hätte Szerb jede Szene, jeden Dialog im Abstand von Wochen geschrieben und zum Schluss selbst nicht mehr gewusst, was der ganze Spaß miteinander zu tun hat, wozu Person XY jetzt auch noch einen Kurzauftritt bekommt. Zum Thema Spannung: Da wird auf Seite x der Hintergrund eines Mythos erläutert und 30 Seiten später deckt der Protagonist zufällig schon dieses Jahrhunderträtsel als Tatsache auf. Potztausend. Einige Sätze haben fast schon lyrische Qualität, okay (z.B. "... und es bleibt nur das willkürlich zusammengesetzte, nichtssagende Ich, von dem man nicht anders sprechen kann als mit beschützender Zärtlichkeit und leiser Ironie.", S. 92), und gelegentlich kommt Enid-Blyton-hafte Fünf-Freunde-Stimmung auf, wenn unsere Helden um düstere Seen herumschleichen. Aber eben nur gelegentlich. Die Figur des Earl, Owen Pendragon, hätte fruchtbar neugierig machen können, wäre der Leser bloß mit mehr zusammenhängenden interessanten Andeutungen gefüttert worden, hätte Szerb mehr von seinem Charakter offenbart statt hanebüchene Details einzustreuen (z.B. brauchte er im Krieg Nr. 1 angeblich keine Gasmaske, um unbeschadet davon zu kommen - gruselig? Eher merkwürdig superheldenhaft). "Uninspiriert" dürfte die passendste Beschreibung des ganzen Unterfangens sein.

Fazit: "Der Pendragon-Legende" fehlt es deutlich an Pepp und Würze, um verschlungen zu werden. Im Vergleich gibt es derzeit einfach viele deutlich interessantere Bücher zu haben.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wohliger Grusel aus Wales, 23. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Die Pendragon-Legende: Roman (Taschenbuch)
Als Erzähler im Roman „Die Pendragon-Legende" fungiert der 32-jährige Ungar János Bátky, Doktor der Philosophie, welcher England zur Wahlheimat erkoren hat - der „Noblesse der Landschaft" wegen. Professionelle Eigenbeschreibung: „Beruflich beschäftige ich mich damit, dass ich älteren Engländern, die von der fixen Idee geplagt sind, einer geistigen Tätigkeit nachgehen zu müssen, als Sekretär zur Verfügung stehe." Bei einer Soiree von Lady Malmsbury-Croft (nicht Lara, das ist eine andere) lernt Bátky den distinguierten 18. Earl von Gwynedd kennen. Der hochgewachsene, geheimnisvolle Aristokrat aus der Sippe der Pendragons findet Gefallen an der geistigen Wendigkeit des belesenen Ungarn und lädt ihn auf sein Schloss nach Wales ein. Beide Herren verbindet die Leidenschaft für die wissenschaftliche Erforschung alter alchimistischer Schriften. Llanvygan Castle, seit 1708 Stammsitz der Pendragons, ist eines der schönsten und exklusivsten Schlösser von ganz Wales - mit einer Bibliothek voller unbezahlbarer Raritäten. Kein Wunder bei einer Familie, deren Vorfahren an der Seite von Englands Königen in die Schlacht zogen oder sich als Truchsesse verdient gemacht hatten. Es sind aber nicht die Ritter und Höflinge, die den ungarischen Gelehrten faszinieren, nein, es ist der sechste Earl, Asaph Pendragon.
Asaph war anders, er schrieb keine Sonette, stieg keinen Mätressen hinterher und war auch sonst wenig an irdischen Freuden interessiert. Sein Trachten galt dem Magnum Arcanum, dem Großen Geheimnis, dem Stein der Weisen. Er bereiste den Süden Deutschlands und schloss sich der okkulten Bruderschaft der Rosenkreuzer an. „Als er nach Wales zurückkehrte, verwandelte sich die Burg Pendragon in eine Hexerwerkstatt. Karossen mit zugehängten Fenstern brachten schweigsame Besucher von weit her." Die Feste der Pendragons wurde ab dann auch zur zweiten Heimat von Robert Fludd, „dem größten Schüler des wundertätigen Paracelsus". Fludd, nicht nur begnadeter Kabbalist, widmete sich mit Inbrunst dem Mysterium Magnum, der Umwandlung „unedler" Stoffe in Gold, wie auch der Verlängerung des Lebens.
Den geheimen Wissenschaften zeigt sich auch der 18. Earl zugetan. Oft verschwindet der Edelmann für Tage in seinem Labor, wo er Versuche an mexikanischen Amphibien anstellt. Diese Axolotl lässt er mittels des Extrakts der Ochsenschilddrüse auf das Zehnfache ihrer natürlichen Größe anwachsen. War Asaph ein früher Doktor Faust, so ist seine Nachfahre ein sozusagen ein Dr. Frankenstein der Lurche. Antal Szerb liefert Stück für Stück Ingredienzien einer klassischen gothic novel im Stil von E.A. Poe oder Gustav Meyrink („Der Golem"). In seiner Schreibküche brodelt es wie im Alchimistenkeller.
Das ist aber nur die eine Ebene des Romans. Die zweite macht eine Kriminalgeschichte aus, angelegt um Eileen St. Claire, die ehemalige Verlobte des Earls. Ihrer erotischen Gravitation hat der zu seinem Dienstherrn ansonst überloyale János Bátky keine Fliehkräfte entgegen zu setzen. Eileen ist „hochgewachsen, rotblond, sehr schön", mehr noch: „Die Nähe ihres Körpers hätte selbst bei einer Mumie liebevolle Gefühle geweckt." Außerdem verfügt die femme fatale über einen messerscharfen Verstand und einen betuchten Gatten, den nicht ganz freiwillig das Zeitliche segnete. Des Verstorbenen Vermächtnis zieht alsbald allerlei Kriminelle an.
Man merkt, dass Antal Szerb seinen Sir Conan Doyle sorgsam gelesen hatte. Denn nicht nur im Körperwuchs und Intellekt ähnelt der Earl von Gwynedd einem altbekannten Detektiv aus der Baker Street 221b, auch in seiner zyklisch wiederkehrenden psychischen Depression werden Erinnerungen an Sherlock Holmes wach. War für Sherlock die deutsche Spionin Irene Adler einzige Liebe seines Lebens, ist es für den 18. Pendragon eben Eileen St. Claire. Von der schicksalsschwangeren amour fou ausgehend orakelt Bátky: „Die Parzen spinnen schon die Fäden". Zwei andere Frauenfiguren geben der „Pendragon-Legende" zusätzlich ein Maß an unschuldigem Flair bzw. subtilen Witz: Cynthia Pendragon, Nichte des Earls, überzeugt als ätherisches Burgfräulein; Lene Kretzsch hingegen als athletische Preußin mit Hang zur Neuen Sachlichkeit und Promiskuität.
Je weniger die Seiten des Romans werden, desto größer wird die Zahl der Opfer. Die Nemesis bricht in Gestalt eines nächtlichen Geisterreiters herein, der tagsüber in einer Krypta mit sieben Ecken liegt und die von einem undefinierbaren Leuchtkörper erhellt wird. Seit 300 Jahren spendet diese unterirdische Sonne Licht. Was hat dieser beinahe apokalyptische Reiter mit dem Wahlspruch der Pendragons „Ich glaube an die Auferstehung des Fleisches" zu tun, was mit der mysteriösen Gravur „Post CXX Annos Patebo"? Die parzengewobenen Fäden aus Horror und Krimi kulminieren letztendlich in satanischen Ritualen in einem dimensionsfremden Würfel, materialisiert in der entlegensten Einöde des walisischen Hügellandes. Klimax und Abspann.
Doch nicht immer enden Romane mit dem Schlusspunkt der Erzählung. Oft gibt ein Detail im Nachwort Zusätzliches über das zuvor Gelesene preis. So auch hier. Wenn Antal Szerb hinsichtlich seiner Jugend anmerkt: „Es war überall gut, doch am Besten war es in der Bibliothek. Vielleicht weil ich meistens nicht zum Arbeiten oder Studieren hinging, sondern um Urlaub zu machen ...", wird eines klar: János Bátky ist des Autors alter ego.
Ehe nun der Rezensent mit dem nächsten Buch Urlaub macht, muss er einen drückenden Verdacht loswerden. Szerb erwähnt im Roman zwei Namen, die sofort ins Auge stechen: Cheshire-Katze (eine Figur aus „Alice im Wunderland") bzw. Hispano-Suiza (eine Oldtimermarke). Ausgefallen, aber nicht weiter aufregend. Das wird's erst dann, wenn der geneigte Leser beide „In einem anderen Buch" von Jasper Fforde wiederfindet. Nebenbei: Der Mann mit dem Doppel-F ist Waliser ...
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Die Pendragon-Legende: Roman
Die Pendragon-Legende: Roman von Antal Szerb (Taschenbuch - 1. November 2008)
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