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110
3,1 von 5 Sternen
Die Arbeit der Nacht: Roman
Format: TaschenbuchÄndern
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Jonas wacht auf und ist mutterseelenallein auf der Welt. Kein Bus kommt, keine Radiosendung ist zu empfangen, niemand geht ans Telefon …
Was ist passiert? Ist Jonas der letzte Mensch? Er macht sich auf den Weg, um Maria, seine Freundin, zu suchen und entdeckt auf dieser Reise sich selbst …

* * *

Was Glavinic da erschaffen hat, wird die Lesermeinungen spalten. Die einen werden sagen, dass es sich um eines der langweiligsten, unlogischsten Bücher handelt, die sie jemals gelesen haben. Die anderen, und dazu gehöre ich, werden ein literarisches Meisterwerk erkennen, das einen förmlich umhaut, lässt man sich auf die Geschichte und deren Ausgang ein. Das Buch ist keine leichte Kost und wer auf Mainstream-Handlungen abfährt, sollte die Finger davon lassen.

Ich konnte mich sehr schwer von dieser düsteren (auf gewisse Art und Weise aber dennoch hoffnungsvollen) Erzählung losreißen. Die philosophischen Gedanken trafen mich teilweise mit einer Wucht, mit der ich nicht gerechnet hatte. “Die Arbeit der Nacht” ist wie eine Lebenserfahrung, wie ein Monolog des Protagonisten über den Sinn und Nichtsinn des Lebens. Man sieht Dinge anders, beginnt über sein eigenes Leben nachzudenken und zweifelt so manches Mal zusammen mit dem Protagonisten, wo der wahre Lebenssinn sich versteckt hält.

Glavinic hält die Qualität seines Werkes durchgehend hoch, nimmt uns Leser mit auf eine Reise, die tief in unser Innerstes, in das Universum eines Menschen, führt. In einer Mischung aus Cormac McCarthys “Die Straße” (Orig.: “The Road”), Marlen Haushofers “Die Wand” und Richard Mathesons “Ich, der letzte Mensch” (Orig.: “I Am Legend”) begleiten wir den Protagonisten durch eine menschenleere, dystopische Welt, die Angst macht.

Und (ich muss mich sehr in Acht nehmen, um nicht zu spoilern) das Ende, sofern man es versteht und interpretieren kann, verschlägt einem schier den Atem. Ich kann gar nicht richtig beschreiben, was in mir vorging, als ich am Ende des Buches angelangt und “verstanden” habe. Thomas Glavinic hat für mich ein Meisterwerk abgeliefert, das seinesgleichen sucht. Eigenwillig, intensiv und bombastisch in seiner Sprache und Aussage nimmt dieser Roman einen sehr hohen Stellenwert bei mir ein und lässt mich sich für mich in seiner nachhaltigen Intensität eigentlich nur noch mit Samuel R. Delanys “Dhalgren” vergleichen.

Wer hier eine vernichtende Rezension abgibt, wie sie im Internet desöfteren zu lesen ist, der hat den Roman eindeutig nicht verstanden.

*

Fazit: Wuchtig und intensiv serviert Galvinic ein literarisches Meisterwerk, das nachhaltig in Erinnerung bleibt. “Die Arbeit der Nacht” ist Lebenserfahrung und philosophische Reise in die menschliche Seele zugleich. Volle Punktzahl für dieses Werk.

© 2014 Wolfgang Brunner für Buchwelten
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. Oktober 2008
Dieses Buch hat mich geflasht! Innerhalb eines Tages hab ich dieses Buch in mich aufgesogen. Der surreale Kontext hat mich fasziniert und gleichzeitig inspiriert. Da das Geschehen an sich nicht logisch ist, war ja im Prinzip mit allen zu rechnen: Außerirdische, fehlgeschlagener Versuch von Wissenschaftlern, Nah-Tod-Erlebnis oder eine Art Zwischenwelt... Immer wieder tauchen Handlungsstränge auf, die fragen lassen. Was issn da los? Auch in die Paranoia konnte ich mich gut einlesen. Der ganz normale Wahnsinn. Allerdings waren mir einige Ideen des Einsamen doch zu abwegig und gar nicht in die Geschichte passend. Je näher das Ende rückt und der neugierige Leser begierig das Ende der Geschichte und seiner Spekulationen erwartet, desto klarer kristallisiert sich die Enttäuschung, zumindest meine persönliche, über die Nichtbeantwortung so vieler meiner Fragen. Natürlich ist das vom Herrn Glavinic so gewollt, aber mich ärgertŽs trotzdem...;-) deswegen nur drei Sterne...
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26 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. August 2006
Jonas erwacht im verlassenen Wien in einer leeren Welt. Keine Menschen weit und breit. Nur er, allein.

Ist das nicht furchtbar fad? Nein, ist es nicht. Ich habe vor etlichen Jahren "Die Wand" von Marlene Haushofer gelesen (Inhalt ist auf den ersten Blick ähnlich) und es war das schlimmste Buch, das ich je gelesen habe. Ich hatte also große Bedenken bevor ich mich doch zum Kauf dieses Buches entschloss. Und meine Befürchtungen haben sich nicht bewahrheitet, ganz im Gegenteil: Die Atmosphäre im Buch ist sehr dicht und intensiv, Glavinic gelingt es die Spannung durch das ganze Buch hindurch weiter aufzubauen und hin und wieder jagt dem Leser ein kleiner Schauer über den Rücken. Ähnlich wie in Saramagos "Stadt der Blinden" wird eine utopische Situation beschrieben ohne mit dem science-fiction-Metier auch nur zu liebäugeln: kritisch, persönlich und schnörkellos schreibt und beschreibt Glavinic und zieht den Leser in seinen Bann. Man begleitet Jonas auf der Suche nach anderen Menschen und bemerkt nach und nach, dass nicht das Fehlen anderer sondern eher ihre mögliche Anwesenheit und die eigene Ungewissheit die größten Probleme sind, mit denen er sich auseinandersetzen muss. Großes Kompliment an den Autor!
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11 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. September 2006
Es ist schwer diesen Roman zu lesen ohne in die Psychologie abzudriften. Jonas, dem einzigen Menschen, ja Lebewesen, der Geschichte passiert eine uralte Vorstellung: Er ist das letzte Lebewesen auf dem Planeten. Und tut fortan alles, um sich das selbst zu bestätigen. Doch, obwohl alles darauf hinweist, dass sein Zustand tatsächlich der ist, wie er scheint, nichts bewegt sich, kein Medium funktioniert, alles was von Lebewesen geschaffen wurde bleibt unbenützt, kann er doch einen Bereich nicht kontrollieren: die Zeit des Schlafens. Und gerade in der Nacht passieren für ihn unerklärliche Dinge. Er wacht an anderen Orten auf, Gegenstände bewegen sich oder verschwinden. Wenn er sich selbst beim Schlafen filmt, dann beginnt „der Schläfer“ kurz vor Ende der Kassette eine Aktion, die dann aber nicht mehr nachverfolgbar ist. Jonas’ Persönlichkeit spaltet sich in der Nacht und zu der Paranoia, die ihn unter tags verfolgt, kommt eine nächtlich Schizophrenie.

Glavinic gelingt es mit Fortgang des Buches streckenweise eine unheimliche Stimmung zu erzeugen, die einem beim Lesen den Atem stocken lässt. Mit einfachen trockenen Sätzen charakterisiert er eine Stimmung irgendwo zwischen King, Freud und Dick, die unter die Haut geht. Und wie bei jedem Roman von Glavinic zieht er diese Masche strikt durch. So ist das Buch streckenweise etwas langatmig, da nichts passiert, nichts passieren kann, wenn ein alleiniger Mensch auf dem Erdball herumturnt. Aber dank der viel längeren Passagen die zum Nachdenken, philosophieren, diskutieren anregen, ist man da schnell entschädigt. Für die empfindsameren Gemüter spielt auch noch eine Liebesgeschichte mit, ähnlich irrational und unwirklich, der letzte Rettungsanker für Jonas. Auch wenn dieser Handlungsstrang ein wenig wie von „Schlafes Bruder“ abgekupfert wirkt, erfüllt er doch in der verzweifelten Geisteswelt von Jonas seinen Zweck und am Ende… aber das soll doch nicht verraten werden.
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22 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 11. November 2006
Gleich vorweg: Ich hatte mir von diesem Roman sehr viel mehr erwartet. Dass der Stoff – Mann erwacht in einer menschenleeren Welt – nicht neu ist, stört mich nicht (gibt es denn einen Stoff, der noch nicht literarisch behandelt wurde? Ich denke nicht). Letztlich geht es um die sprachliche Umsetzung der Idee – und gerade darin liegt für mich eine Schwäche des Romans (die nicht wenigen Logikfehler machen es natürlich nicht gerade besser). Die Handlung ist angesichts des beachtlichen Erfolgs des Romans und den vielen positiven Rezensionen hinlänglich bekannt: Jonas erwacht im menschenleeren Wien und ist, soweit er das in späteren Ausflügen feststellen wird, tatsächlich allein auf der Welt.

Der erste Teil des Romans entwickelt einen wahren Sog der Beklemmung und Angst. Auf der überfüllen Einkaufsstraße drängte sich mir der Gedanke auf: Was wäre, wenn die auf einmal alle weg wären? Was für uns nicht direkt Betroffene ad hoc wie eine Befreiung klingen mag, entwickelt sich für die Hauptfigur zum Fluch. Jonas irrt umher auf der Suche nach anderen Menschen und entwickelt gleichzeitig paranoide Züge, fühlt sich ständig verfolgt. Es ereignen sich rätselhafte Dinge, bei denen nicht mal ansatzweise klar wird, was es damit auf sich hat.

Eng verbunden mit der plötzlichen Einsamkeit sind einige existentielle Fragen, zum Beispiel: Was bedeutet es, „Mensch“ zu sein? Angesichts des zunehmenden Verlusts der zivilisatorischen Fähigkeiten seiner Hauptperson – der ganz harmlos damit anfängt, dass Jonas sich die Finger am Tischtusch abwischt – und dessen langsamen Verfall in den Wahnsinn scheint die Antwort des Autors klar zu sein: Nur die Gesellschaft macht den Menschen zum Menschen. Mensch und Gesellschaft brauchen sich gegenseitig – und sei es allein auf der Ebene der Arbeitsteilung. Seine quälenden Zahnschmerzen wird Jonas mangels ärztlicher Hilfe nicht los.

Die philosophischen Reflexionen, die oft über stakkatoartige Satzfetzen nicht hinausgehen, mögen, wenn sie dem jungen Jonas in den Mund gelegt werden, zwar fortschrittlich sein (Existieren Dinge auch dann, wenn sie niemand sieht?), für einen Erwachsenen wirken sie besonders ob der gebetsmühlartigen Wiederholung und der mangelnden Vertiefung der Gedanken reichlich hanebüchen.

Nach dem fulminanten Start verliert sich der Roman in endlosen Schilderungen von Filmaufnahmen und Tagesabläufen, die sich immer wieder gleichen. Videokameras werden auf- und wieder abgebaut, eine Wohnung wird aus- und wieder eingeräumt, es geschehen zunehmend bizarre Dinge etc. Auch bei der Leserin machen sich Ermüdung und Erschöpfung breit.

Das aufschlussreiche Finale, auf das ich insgeheim gehofft hatte, findet nicht statt. Nicht mal ansatzweise. Am Schluss fährt Jonas noch in abenteuerlicher Manier mit dem Moped durch den Eurotunnel nach England auf der Suche nach seiner Freundin. Apropos:

Als ein wenig störend empfand ich die wüst romantischen und ein wenig postpubertären Reminiszenzen an ebendiese Freundin, die, wie alle anderen Menschen auch, verschwunden ist. Es liest sich so, als ob der Autor frisch verliebt wäre und seiner Freundin ein kleines literarisches Denkmal setzen wollte.

Es war beim Lesen offensichtlich, dass am Schluss keine Aliens vom Himmel schweben würden, um den ganzen Spuk aufzuklären. Und ein Paukenschlagfinale wie in einem Kitschroman wäre natürlich auch unangebracht gewesen – aber dass der Autor seine LeserInnen dermaßen in der Luft hängen lässt, fand ich sehr enttäuschend. Ich bezweifle, dass sich darin eine größere Botschaft verbirgt. Viel mehr beschlich mich der Eindruck, dass sich der Autor hier wenig elegant aus der Affäre ziehen wollte. Es bleibt das unbefriedigende Gefühl, 395 Seiten gelesen zu haben und beinahe so klug wie zuvor zu sein.
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. September 2008
eines vorweg: diese buch ist kein x-beliebiger roman, den man einfach so liest, weglegt und das nächste buch anfängt. es wird in diesem buch auch nicht einfach irgend eine geschichte erzählt, zudem die handlung auch nichts neues ist - es gibt bereits diverse bücher (und auch deren verfilmungen) die sich damit beschäftigen "was wäre wenn wir eines tages ganz alleine sind?".
der unterschied bei "die arbeit der nacht" ist der: es spielt irgendwann heute in der welt die uns bekannt ist. ich gebe auch gleich mal zu, daß ich dieses buch nicht ein zweites mal lesen möchte. es war viel zu beklemmend, gruselig, angsteinflößend etc. bei jeder seite die ich gelesen habe, habe ich gemerkt, wie unwichtig alles, wirklich alles ist, was wir tun und wofür wir leben, wenn es sonst niemanden gäbe. nichts, was wir in unserem leben kennen, mögen oder ablehnen würde noch irgendeinen sinn ergeben. und die dimension des alleinseins wäre eine ganz andere...selbst wenn man single ist, depressiv und unglaublich ängstlich ist vor der welt da draußen - sie ist da diese welt, sie lebt, ist voller menschen, das hört man auch. autos, tiere, ganz normale geräusche. allein die vorstellung, daß das alles, was einem (wenn auch unbewußt) eine sicherheit gibt, weg sein könnte, urplötzlich einfach so, macht einem echt richtig angst. kein wunder, daß der protagonist sich irgendwann mit einer waffe ausrüstet, was soll er denn tun gegen dieses übermächtige nichts, daß einem mehr angst einjagt als ein konvoi voller bewaffneter verrückter. klar, daß er nach spuren seiner vergangenheit sucht, die er MIT seiner familie i erlebt hat in einer zeit als alles normal war und die welt voller menschen. ich verstehe, daß viele v.a. das ende bemängeln, mir wäre es auch lieber gewesen, ich hätte mehr antworten bekommen, das ist eben so, es wäre z.b. leichter zu ertragen mit einem happy end...aber genau das würde bei diesem buch nicht in frage kommen. sonst würde es zu einem seichten sciencefictionbuch abdriften. so ist es sehr philosophisch. es lässt uns die dinge, die wir tun und warum wir sie letztendlich tun, in einem anderen licht sehen. nämlich in dem, daß wir es nur tun können, weil andere menschen da sind, damit wir es ihnen zeigen oder auch mit ihnen teilen können. das erklärt auch, warum der protagonist sich keine luxusgüter anschafft, die er schon immer haben wollte - wozu auch? ist ja keiner mehr da, dem er es zeigen könnte... auf jeden fall ist dieses buch sehr beklemmend - wie schon erwähnt, ich werde es kein zweites mal lesen.
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TOP 1000 REZENSENTam 26. Januar 2012
Morgens aufzustehen und festzustellen, dass man mutterseelenallein auf der Welt ist - gibt es etwas Furchtbareres? Jonas macht diese Erfahrung und setzt als Erstes alles daran, in irgendeiner Form zu irgendjemandem Kontakt herzustellen. Doch egal, was er auch versucht, es bleibt erfolglos: Telefon, Internet, Funkgeräte - nichts und niemand regt sich. Zu Beginn voller Tatendrang, dieses Unerklärliche zu deuten, entwickelt er nach und nach Verfolgungsängste. Ist da nicht doch jemand oder etwas, was vielleicht auch verantwortlich für all das ist? Und nun auch versucht, sich seiner zu bemächtigen? Er beginnt, seine Umgebung und zuletzt auch sich selbst zu überwachen, jedoch ohne Ergebnis. Doch die Furcht wird immer stärker...
Es ist zwar beängstigend mitzuerleben, wie Jonas langsam aber sicher immer paranoidere Züge entwickelt, doch richtig überzeugend ist es nicht. Nur selten stellt er sich beispielsweise die Frage, wie er sein weiteres Überleben sichern will. Oder hat er daran kein Interesse? Statt dessen beschäftigt er sich weiter mit der Suche nach dem großen Unbekannten durch das Installieren von Überwachungskameras und stürzt sich zudem auf die Wiederherstellung der alten elterlichen Wohnung, die mittlerweile schon vor längerem von Fremden bezogen wurde. Zuflucht in einer vertrauten Vergangenheit?
Einerseits ist die ganze Szenerie sehr realistisch dargestellt, andererseits sind die Handlungen des Protagonisten nur schwer nachvollziehbar. So hört man immer oberflächlicher zu (obwohl Heikko Deutschmann das Ganze gut wiedergibt) und fragt sich immer wieder nur: Wieso? Und ist nicht ganz unglücklich, als das Hörbuch zu Ende geht.
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am 29. Juli 2009
Das Szenario ist spannend und wirft viele Fragen auf, deren Beantwortung der Autor sich jedoch offenbar nicht widmen wollte. Gut, geht es also um den Protagonisten und die Auswirkungen vollkommener Einsamkeit. Auch das könnte spannend sein, wäre der Held der Geschichte weniger banal.
Nun gibt es natürlich keinen Grund, warum im Fall des unerklärten Verschwindens der gesamten Menschheit ausgerechnet ein interessanter Charakter übrig bleiben sollte. So weit, so realistisch. Ein interessantes Experiment vielleicht - für den Autor! Leider jedoch alles andere für die unglückliche Leserin, die - bei allem Interesse für existentielles Ausgeliefertsein - doch bitte! AUCH unterhalten werden will.
Das gelingt hier nicht.
Das klaustrophobische Bedrohungsszenario ist bald inhaliert und es fügt dem wenig hinzu, wenn es an unzähligen, immer akribisch benannten, geographischen Orten endlos weiter durchexerziert wird. Nach achtzig Seiten macht sich eine umfassende Lähmung breit, welche die Leserin schlussendlich wünschen lässt, der Held der Geschichte hätte den Suizid, statt nach vierhundert, bereits nach spätestens hundertfünfzig Seiten in Erwägung gezogen.
Die spannendste Frage für mich: Was brachte den Autor dazu, diesen Roman zu schreiben, wenn ihm so wenig zum Thema einfällt?
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9 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 25. Dezember 2008
In der kürzesten Science Fiction Geschichte aller Zeiten (Frederic Brown: Knock) sitzt der letzte Mensch in seinem Haus. Da klopft es... Thomas Glavinic erzählt im Prinzip auf 400 Seiten die gleiche Geschichte, allerdings weiß man am Ende nicht mal, ob es geklopft hat. 'Die Arbeit der Nacht' als Science Fiction aufzufassen, ist allerdings nicht hilfreich beim Lesen, wie ich feststellen musste. Es ist -nach SF-Maßstäben - einfach irritierend und unlogisch, was in der leeren Welt der Hauptfigur noch existiert und funktioniert (Telefon, Strom, Pflanzen) und was nicht (Internet, Tiere, Menschen sowieso). Also besser als reine Phantasie nehmen und nix hinterfragen! Das spannende Frage, was man in einer solchen Situation anfangen würde, bleibt in jedem Fall. Ob das was die Figur im Roman veranstaltet - insbesondere das permanente Aus- und Umräumen von Wohnungen und das einigermaßen zwanghafte Aufstellen von Kameras - für den Leser spannend genug ist, ist allerdings Geschmackssache. Eine radikale Kürzung hätte aus meiner Sicht der Sache gut getan - man muss dabei ja nicht gleich versuchen, Herrn Brown Konkurrenz zumachen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 28. März 2014
Konnte das Buch fast nicht weglegen. Sehr spannend geschrieben, einmal ganz etwas anderes.
Man ahnt manchmal was da los sein könnte... aber man weiß es eben bis zum Schluss nicht.
Interessant ist auch, da es an Schauplätzen "spielt", die man recht gut kennt (als Wiener bzw. Niederösterreicher).
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