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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein subtiler, klassicher, psychologischer Roman, 8. November 2005
Von Ein Kunde
Nach dem Ende der Postmoderne lesen sich subtile, psychologische Romane der wieder neuen Art mit besonderem Vergnügen. In Jamesesker Manier folgt Toibin hier verschiedenen Monaten im Leben des großen Schriftstellers Henry James, indem er aus dessen Perspektive verschiedene Ereignisse, Begegnungen und Situationen beschreibt. James wird als obsessiv selbstbeschützend und am Ende beziehungsunfähig geschildert; der klassische Topos, daß der Künstler aber auch so sein muß, wenn er kreativ sein will, wird hierbei thematisiert und variiert, allerdings zu Ungunsten der Kreativität. James' schwule Identität ist gleichzeitig Teil des Problems und separat von ihr. Die "New York Times" tadelte dabei, daß Toibin in beiden Dimensionen von einer vorgefaßten Meinung ausgeht, d.h. daß intime, langfristige, "committed" Beziehungen zur Erreichung von persönlichem Glück möglich und notwendig sind und daß Henry James hierzu auch deshalb nicht in der Lage war, weil für ihn eine (nicht nur schwule) Beziehung ausgeschlossen war - wir erleben im Roman vielleicht fünf oder sechs Szenen, die immer kurz davor enden, indem sie von James abgebrochen oder nicht ausgenutzt werden. Es ist jedoch so, daß Toibin so sieht, wie er das eben tun, und aus dieser Perspektive - die man teilen kann, aber nicht muß - entsteht ein hervorragender, nur nach außen stiller, nachgerade klassischer Roman und Beziehungsfähigkeit und Einsamkeit. Er ist nicht historisch überfrachtet, also nicht im eigentlichen Sinne ein historischer Roman, aber er setzt schon Bekanntheit mit dem Jamesschen Werk (und eigentlich auch der Reputation James' in der Literaturgeschichte) voraus. Zumindest die Geschichte "The Turn of the Screw" sollte vorher bekannt sein, da sonst ein ganzer Erzählstrang nicht verständlich ist.
Die "New York Times" bezeichnete diesen Roman als einen der zehn wichtigsten des Jahres 2004 - das ist ganz sicher richtig. Den Booker Prize erhielt er jedoch knapp nicht - kurioserweise geht es im Siegerroman, "A Line of Beauty", auch um Henry James, da dieser das Promotionsthema des Hauptprotagonisten ist und ständig von ihm zitiert wird. Diesem sehr expliziten, aber technisch eher populären Roman ist "The Master" aber literarisch deutlich überlegen.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Einsamkeit, Sehnsucht,Schuld und Entsagung, 1. Oktober 2005
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Der Meister, um den es in diesem Roman geht, ist der amerikanische Schriftsteller Henry James, der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts geboren wurde. Er starb 1916 in Europa, wo er lange gelebt hat. Neben seinen berühmtesten Romanen, „Portrait of a Lady" und „Daisy Miller", hat ein sehr beachtliches Romanwerk hinterlassen. Es gibt über diesen bedeutenden Schriftsteller auch eine ganze Reihe umfangreicher Biographien.
Der Ire Colm Tóibiín, Jahrgang 55, schreibt jetzt über das Leben dieses Henry James einen üppigen Roman, keine Biographie. Zunächst hatte Henry James mit seinen Gesellschaftsromanen, die die Tiefen und Untiefen des Bewusstseins schildern, wenig Erfolg. Nach einem Theaterskandal in London, kehrt er England den Rücken. Es folgen einige ruhelose Jahre in Paris, Venedig und Rom.
Während dieser Jahre begleitet ihn der Autor, auf den Reisen und beim Reflektieren. Dabei entdeckt er, dass dieser Henry James alles mit den Augen des Schriftstellers betrachtet, sein Leben, und das seiner Freunde und Bekannten. Und er merkt kaum, wie das Leben eigentlich fast an ihm vorüber läuft, denn er hat keinen Mut und, oder keine Zeit sich irgendwelche Liebschaften oder sexuelle Abenteuer zu gönnen. Eigentlich ist er überhaupt nicht in der Lage, irgendwelche Beziehungen aufzubauen. Colm Tóibiín beschreibt diesen empfindsamen und zu tiefst verschlossenen Mann als einen Menschen, der allem ausweicht und damit die Menschen, die etwas von ihm erwarten, wie die kluge, selbstbewusste Constanze oder seine im Sterben liegende Cousine, bitter enttäuscht.
Und er zeigt an Begebenheiten, wie einsam und enttäuscht dieser Henry James immer wieder über seine eigene Mutlosigkeit ist, und wie der damals fünfzigjährige häufig der Melancholie verfällt, weil er die Ausfälle, die Mängel bemerkt, die das herannahende Alter mit sich bringen. Er schreibt dennoch großartige Geschichten, die Colm Tóibiín zeigen, wie bei diesem ängstlichen Mann und seiner ganz und gar nicht furchtsamen Phantasie als Dichter, aus Leben Literatur wird.
Ein wunderbarer, prächtiger Roman, der immer wieder aufs Neue bewegt. Ein Roman für den emotionalen Leser.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Macht Lust auf Mehr, 26. Februar 2010
Von 
Marion Boysen "Rapsody" (Hessen, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Porträt des Meisters in mittleren Jahren: Roman (Taschenbuch)
Wunderbar, dass es auch heute noch ein solches Schreiben gibt. Nuanciert und differenziert in der Wortwahl. Sprachlich fein ziselierte Bilder verschiedenster Augenblicke und Sitautionen. Worte und Sätze, die Stimmungen tragen. Dabei ein behutsamer und feinfühliger Umgang mit menschlichen Befindlichkeiten und Beziehungen.

Zum Verlieben schön. Es war eine Freude dieses Buch zu lesen. Herrlich gelungen und bestimmt ganz im Geiste von Henry James, der uns von Colm Toibin auf grandiose Weise wieder ins Gedächtnis gerufen wurde.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr stimmungsreiche Romanbiographie, 16. Mai 2008
Von 
Rezension bezieht sich auf: Porträt des Meisters in mittleren Jahren: Roman (Taschenbuch)
Man möchte fast sagen, ein Meister in mittleren Jahren hat dieses Werk verfasst. Dieser Roman hat mich von Anfang bis Ende völlig in seinen Bann gezogen.
Toibins Roman über das Leben des Henry James' verströmt eine wunderbare unaufdringliche Stimmung und Ruhe, die noch lange nachklingt. Er enthält eine Fülle vorzüglicher Dialoge und psychologisch sensible und differenzierte Beschreibungen der Charaktere. Die Schilderungen von James' Seelenqualen und seiner Innenansichten wirken sehr authentisch.
Ausgehend von den Jahren 1895 bis 1899 nimmt er immer wieder Rückblenden in vergangene Lebensabschnitte vor und zeichnet so raffiniert das Lebensbild von Henry James.
Mit phantastischen Formulierungen beschreibt Toibin die intensiven Beobachtungen, Gedanken, Gefühle und Überlegungen des Schriftstellers und die Entstehung von Literatur wird plötzlich lebendig und nachvollziehbar.

Da immer wieder behauptet wurde, dass Toibin sich stilistisch an James' anlehnt gibt es nun einen Grund mehr für mich ein Buch von Henry James zur Hand zur nehmen.
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7 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fiktive Biographie oder biographische Fiktion, 19. Dezember 2005
Wenn man sich auf die Kapitelüberschriften verlassen würde in Colm Toibins Roman „Porträt des Meisters in mittleren Jahren“, so könnte man schwerlich von einer Biographie sprechen, umfasst der beschriebene Zeitraum im Leben Henry James doch nur die Jahre zwischen 1895 – 1899. Doch fintenreich webt der irische Autor, Mosaikstücken gleich, Geschehnisse aus den vorher liegenden Jahren kunstvoll in die laufende Handlung ein, so dass sich am Ende des gelungenen Romans ein dichtes, wenn auch nicht geschlossenes, Bild des Meisters ergibt.
Das Buch beginnt damit, dass der scheue Autor sich der Missfallensbekundungen des Theaterpublikums anlässlich der Premiere seines Bühnenstücks „Guy Domville“ aussetzen muss. Die Erkenntnis „… dass es ihm nicht gelungen war, den Geschmack des breiten Publikums zu treffen…“ verursachte in ihm das Gefühl, „… besiegt und bloßgestellt worden zu sein…“
Er flieht aus London und wir begleiten ihn die nächsten fünf Jahre seines von Katastrophen reichen Lebens.
Colm Toibin gelingt es, die über Henry James bekannten Fakten auf subtile Weise mit imaginären Geschehnissen zu verknüpfen. Zu danken ist dies vermutlich der Tatsache, dass er als Vorbereitung zu seinem Werk alle verfügbaren Quellen über Henry James zu rate zog und sich bei seinem Stil an dem des Meisters orientierte. Nach eigener Aussage sind im Roman zahlreiche Zitate aus Romanen, Artikeln oder Briefen Henry James versteckt, was wiederum dazu führt, dem Leser das Gefühl des „Nachhause-Kommens“ zu vermitteln.
Plumpe Direktheit wird man genauso wenig finden wie schlagzeilenträchtige Skandalgeschichten. Dafür besticht „Porträt des Meisters in mittleren Jahren“ mit einer Vielzahl brillant gezeichneter Andeutungen und der Herausstellung der vielen Gegensätze in James Leben, ohne moralische Anklage oder erhobenen Zeigefinger.
Toibin ist ein Geschichtenerzähler par Excellenze. Manches Mal muss man sich vergegenwärtigen, dass wir es hier mit einem Autor des 20. Jahrhunderts zu tun haben, so genau gelingt ihm die Paraphrasierung von Henry James Stil.
Ein Amerikaner in England
Henry James, geb. 15.04.1843 in New York – gest. 28.02.1916 in London, lebte den überwiegenden Teil seines Lebens in England und führte ein bis heute von Gerüchten umwehtes Leben. So sagt man ihm z. B. eine homo-erotische Schwäche für Männer nach, was jedoch unbewiesen und auch von Toibin nicht zum Thema gemacht wird. James „Wesen“ ist bis heute ein Rätsel: trotz zahlreicher Briefe, Tagebücher etc. ergibt sich kein homogenes Bild dessen, wer oder was er „wirklich“ war. Eindeutig ist jedoch, dass seine Erzählkunst, die differenzierte Psychologisierung seiner Protagonisten, ihre Sprachlosigkeit und die ausgeklügelte Dramatik seiner Erzählungen großen Einfluss auf die Romanciers des 20. Jahrhunderts hatten. Der Tradition Henry James bleibt auch Colm Toibin treu, in dem er sich in seinem fünften Roman an seinem Vorbild orientiert und die Herausforderung, einen berühmten Schriftsteller zum Romanhelden zu ernennen, auf großartige Weise meistert.
Der sensitiven Übersetzung von Giovanni und Ditte Bandini ist es zu danken, dass die deutsche Ausgabe nichts der im englischen Original verborgenen Tiefe verloren geht.
(C) Wolfgang Haan
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1 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein meisterhaftes Portrait des Meisters, 22. Januar 2007
Ich wurde durch Elke Heidenreich auf diesen Roman aufmerksam und wollte ihn sofort lesen, da ich einige Romane von Henry James regelrecht verschlungen habe. Colm Toibin gelingt es, in James'schem Stil zu schreiben, subtil und voller kleiner Andeutungen, nie grell und schreiend. Von einer wirklichen Handlung kann nicht die Rede sein, immer nur von einzelnen Episoden, die der fikive Henry James beobachtet - selten nimmt er aktiv am Geschehen teil und wenn, dann oft mit für ihn schmerzlichen Folgen, so wie bei der Premiere seines Schauspiels, als er ausgebuht wird. In der Regel zieht er sich dagegen zurück, besonders, wenn er sich stärker zu jemandem hingezogen fühlt. Bereits zu Beginn erleben wir, wie er draußen vor der Wohnung eines Mannes stehen bleibt, anstatt den Schritt hinein zu wagen. Er bleibt immer einsam. - Es ist ein melancholisches, sehr zartes Buch, dessen Reiz gerade in den leisen, lautlosen Tönen liegt.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr gut, 12. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Porträt des Meisters in mittleren Jahren: Roman (Taschenbuch)
Vielen Dank - es hat wunderbar geklappt. Die Produkt sind so - wie es beschrieben war. Ich bin insofern sehr zufrieden.
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Porträt des Meisters in mittleren Jahren: Roman
Porträt des Meisters in mittleren Jahren: Roman von Colm Tóibín (Taschenbuch - 1. Dezember 2007)
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