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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beängstigend und fürchterlich
Ich habe das Buch durch Zufall gefunden und, weil ich "Die Arbeit der Nacht" von Glavinic gelesen hatte, wollte ich herausfinden, ob er auch spannend schreiben kann. Immerhin ist der "Kameramörder" ja Krimi-Preisträger. Ich habe das Buch beinahe in einem Zug ausgelesen - ist ja nicht sehr dick - und war während des Lesens schockiert wie lange nicht mehr bei...
Veröffentlicht am 18. November 2008 von Leserleser

versus
7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Uninteressant
Habe schon lange nicht mehr so ein schlechtes Buch gelesen. Es fängt damit an, dass es komplett in indirekter Rede geschrieben ist. Das nervt von Beginn an und hat den zusätzlichen negativen Nebeneffekt, das der Leser keine Bindung zum Geschehen aufnehmen kann. Die handelnden Personen bleiben auf Distanz, ein "sich einfühlen" oder gar identifizieren...
Vor 16 Monaten von Peter Lausberg veröffentlicht


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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Beängstigend und fürchterlich, 18. November 2008
Rezension bezieht sich auf: Der Kameramörder: Roman (Taschenbuch)
Ich habe das Buch durch Zufall gefunden und, weil ich "Die Arbeit der Nacht" von Glavinic gelesen hatte, wollte ich herausfinden, ob er auch spannend schreiben kann. Immerhin ist der "Kameramörder" ja Krimi-Preisträger. Ich habe das Buch beinahe in einem Zug ausgelesen - ist ja nicht sehr dick - und war während des Lesens schockiert wie lange nicht mehr bei einem Buch. Es ist sehr spannend, aber mehr noch fasziniert die Sprache, die die grausamsten Details von Morden an Kindern durch eine übermäßig sachliche und nüchterne Technokratensprache banalisiert. Dies als Stilmittel einzusetzen, habe ich noch nirgends so gekonnt und wirkungsvoll nachgelesen wie bei Glavinic. Dazu die Kritik an Medien und allgemein an der Gesellschaft, die diesen Gewalttaten und der Suche nach dem Täter mit einer obszönen Mischung aus Ekel und Faszination zusieht. So macht das Ganze eine absolut ungewöhnliche Geschichte aus. Ich kann aber auch diejenigen verstehen, die das Buch verreissen oder sich schockiert abwenden, es ist wirklich nicht jedermann Sache. Den Punktabzug gebe ich eigentlich nur für die Form des Romans die, ohne Absatz und Kapitel, das Lesen und das Innehalten davon sehr erschwert. Inhaltlich ist "Der Kameramörder" ein brillantes Stück Krimigeschichte...
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35 von 41 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unmenschlich sachlich!, 15. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Der Kameramörder (Taschenbuch)
Zwei Paare verbringen die Osterfeiertage geminsam in der ländlichen Steiermark. Doch ein Verbrechen im benachbarten Ort dringt immer nachdrücklicher in die Idylle ein.
schon die Handlung alleine, grausame Morde an Kindern vor laufender Kamers zu Ostern, könnte ein gutes Buch ausmachen. Doch Glavinic greift höher:
Mit fast unmenschlicher Sachlickeit lässt der Autor den Ich-Erzähler die Ereignisse wiedergeben. Durch diese Distanz kommt ein unbehagliches Gefühl auf dass den friedlichen Aufenthalt überschattet. Der Medienpräsenz des Doppelmordes können und wollen sich die Protagonisten nicht verschließen, sie sind gerade süchtig nach Neuigkeiten. Es sind keine herausragenden Persönlichkeiten, doch mit nüchternem Blick schafft Glavinic es den Alltagstypen und Klischeegestalten Leben einzuhauchen.
Ich wollte nach "Wie man leben soll" mehr von Glavinic lesen und bin dabei auf "Der Kameramörder" gestoßen. Nach den ersten paar Seiten hat mich der trockene Stil gepackt und für den Rest des Tages(und gleichzeitig Buches) nicht losgelassen.
Die frische Mischung aus Medienkritik, trockenem Krimi und genauer Alltagsbeobachtung verdient ihre fünf Sterne.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Knalleffekt am Ende, 5. Oktober 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Kameramörder: Roman (Taschenbuch)
Ein schnell und leicht zu lesendes, dabei jedoch insgesamt ungeheuer befriedigendes Buch. Der distanzierte Ton des Erzahlers passt genau zu der Thematik, alles wirkt damit extrem schluessig. Das Buch liest sich schnell, bleibt einem jedoch dank seines verblueffenden Schlusses und vor allem auch dank seiner offenen, aber nicht penetranten Kritik an der Mediengeilheit der heutigen Gesellschaft noch lange in Erinnerung. Ein grossartiger Kriminalroman, der viel mehr als nur das ist. Ich habe das Buch in nur 3 Stunden verschlungen und konnte dann die ganze Nacht nicht schlafen...
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7 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Uninteressant, 1. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Kameramörder: Roman (Taschenbuch)
Habe schon lange nicht mehr so ein schlechtes Buch gelesen. Es fängt damit an, dass es komplett in indirekter Rede geschrieben ist. Das nervt von Beginn an und hat den zusätzlichen negativen Nebeneffekt, das der Leser keine Bindung zum Geschehen aufnehmen kann. Die handelnden Personen bleiben auf Distanz, ein "sich einfühlen" oder gar identifizieren mit ihnen ist nicht möglich. Einzig die Idee der Kindsmorde ist so schrecklich, dass sie zu einem Thriller passen würde. Diese Möglichkeit hat der Autor nun aber mal gründlich in den Sand gesetzt.
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15 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen haarsträubend zu lesen aber spannend, 18. September 2006
Von 
Rezension bezieht sich auf: Der Kameramörder (Taschenbuch)
Nach den ersten Seiten wartete ich noch auf den Wechsel im Schreibstil.

Doch da kam nichts Neues.

Unfassbar dachte ich erst. So langsam gewöhnte ich mich an diese Art der Informationsvermittlung. Spaß macht der Stil nicht, aber das genau soll so sein (nehme ich jedenfalls an).

Trotzdem kommt man nicht los von dem kleinen Buch. Die Seiten lesen sich schnell und man ist fast geneigt nicht nachzudenken über die Handlung.

Doch es braut sich etwas zusammen.

Zum einen weckt die Story unsere unermüdliche Neugier und wir müssen uns manchmal an die eigene Nase fassen, zum anderen wird die Szenerie immer unwirklicher.

Der Schluss ist nicht vorhersehbar. Danach geht man in Gedanken das Buch ein zweites Mal durch.

Warum? Lest selbst...
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mit den Wölfen geheult, 14. April 2007
Von 
Esther (Graz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Kameramörder: Roman (Taschenbuch)
Ein hitzedurchflutetes und gewittergetränktes Osterwochenende in einem kleinen "Kaff" in der Weststeiermark ist Schaubild des Romans. Das zentrale Thema jedoch der Mord an zwei Kindern vor laufender Kamera eines sadistischen Psychopathen. Zwei befreundete Paare (ein oberösterreichischen und ein steirisches) verbringen das Wochenende gemeinsam in vorsommerlicher, grüner Idylle. Nachbarn, Postboten und die übrigen Konsorten gehen durch allzeit unverschlossene Türen. Fleischweihe und Osterfeuer sind voraus zu setzten. Die Nachricht des Mordes lenkt den Besuch jedoch in eine ganz andere Richtung. Zwischen Federballmatch, Tischtennis-Doppel und Romme-Partien werden immer wieder der Teletext abgerufen, Nachrichten verfolgt, Zeitung gelesen und mit Ortsansässigen telefoniert. Die mediale Zelebrierung des tragischen Mordes erreicht ihren Höhepunkt, als ein deutscher Privatsender Ausschnitte des Videos im Fernsehen zeigt. Politiker wie Kleriker schalten sich zu. Selbst das "Urbi et Orbi" von Johannes Paul II wird unterbrochen. Um den Mörder zu fassen, rücken Bauern und Jäger mit Schrotflinten bewaffnet aus. Schaulustige belagern Konditoreien und Wirtshäuser. Allseitige Sensationsgeilheit ist schlichtweg hinzunehmen.

Die Ereignisse sind von Donnerstag bis Montag in chronologischer Abfolge niedergeschrieben, berichtet und dokumentiert. Der geradlinige und straffe Satzbau wird durch gängige Abkürzungen noch weiter abgespeckt. Dialoge sind im ersten Konjunktiv wiedergegeben, die handelnden Personen beschreiben sich selbst. Der Eindruck, ein Protokoll zu studieren stellt sich rasch ein und hindert daran, das Buch zur Seite zu legen. Ein angewidertes Würgen am Ende des Romans darf nicht ausgeschlossen werden - darum meine Bitte: den Knall der letzten Seite nicht vorwegzunehmen!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine Rezension aus England!, 12. April 2012
Rezension bezieht sich auf: Der Kameramörder: Roman (Taschenbuch)
Der Kameramörder ist ein spannende und gut geschriebene Bericht von einen Doppelmord, dass die Steiermark Gegend von Österreich gegriffen hat. Durch die 157 Seite entfaltet die Untersuchung und die folgende Verbrecherjagd in oft grausame und störende Einzelheit. Dies Buch ist nichts für schwache Nerven! Die Geschichte folgt der Erzähler und seine Lebensgefährtin, die ihre Freunde während Osterwochende besuchen. Sie verbringen ihre Wochenende Spiele spielen, trinken und plaudern - wie alle Freunde würde. Aber das ganze Wochenende wird aus den Fugen geraten, als sie über den Morden herausfinden und was noch wichtiger ist, dass es in ihre Gebiet passiert ist.
Das Buch wird im Stil einer Bericht von der Hauptfigur geschrieben, dessen Name wir nie herausfinden. Dies geschriebene Stil entscheidet die Struktur und Anordnung des ganzen Textes - es gibt weder Kapiteln noch Absätze. Obwohl das Niveau von stylistischen Detail sehr eindrucksvoll ist, macht es das Buch ziemlich schwer zu lesen, weil es keine bestimmte Pause gibt. Gelegentlich führt dies zu Schwierigkeiten, wo man nicht erinnern kann, was bevor passiert ist.
Das gesagt, ist es ein tolles Buch mit Rätsel und Wendungen als die Geschichte entwickelt. Die entfernte Stimme des von Glavinic geschaffenen Erzähler beschreibt die Handlung in einer systematischen Methode aber es gibt keine Erklärung über die Morde und dies gibt das Buch eine unheimliche Gefühl.
Als Fremdsprecher habe ich "Der Kameramörder" sehr gut gefunden, weil die Vokabeln nicht zu komplex war und die Geschichte fliesst toll. Das österreichische Element habe ich sehr interessant gefunden, weil es ein bisschen unterschiedlich war, zu andere deutsche Bücher die ich bevor gelesen habe. Ich würde dieses Buch zu irgendjemand empfehlen, besonders Leute, die Krimi und Thriller Geschichten mögen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Verschwinden der Realität im Rausch der Bilder, 3. September 2009
Von 
HG (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Kameramörder: Roman (Taschenbuch)
"Auf der Suche nach einer möglichen Sensation sind den Medien heute oft alle Mittel Recht. Ein selbstkritischer Zugang ist immer seltener vorhanden", stellt Peter Vitouch, Medienpsychologe und Professor am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft der Universität Wien fest. Die Sensationsgier der Konsumenten tut ein Übriges. Thomas Glavinic schildert und prangert diesen Medienhype an.

Obwohl das schmale Büchlein recht harmlos beginnt - der Ich-Erzähler und seine Lebensgefährtin besuchen über Ostern ein befreundetes Paar auf einem Bauernhof in der westlichen Steiermark; man genießt das gesellige Beisammensein - ereignet sich schon bald eine unerhörte Begebenheit: ein Verbrechen, ein grausamer Mord an zwei Kindern, ganz in der Nähe. Die zwei Pärchen erfahren es über Teletext aus dem Fernseher. Schon bald hält die entsetzliche Tat ganz Österreich und Deutschland in Atem. Von überall her reisen Reporter, Fotografen und Kamerateams an. Das Fernsehen berichtet live aus dem Heimatort der Opferfamilie. Hier hat sich eine riesige Menschenmenge eingefunden, die schäumend vor Wut Vergeltung fordert. Zudem wurde die Ungeheuerlichkeit mit einer Videokamera gefilmt. Das Band befindet sich in den Händen eines deutschen Privatsenders, der es ausschnittsweise auszustrahlen gedenkt. Trotz diverser Protestaktionen vor dem Fernsehstudio fiebert die Masse, und mit ihr die vier Freunde, der angekündigten Ausstrahlung entgegen, changierend zwischen einer Mischung aus Abwehr und Sensationsgier. Der Ich-Erzähler berichtet minutiös, beinahe ohne Punkt und Komma, über das Geschehen und die schrecklichen Bilder des Mordvideos.

Thomas Glavinic treibt nicht nur mit seinen Figuren, sondern auch mit seinen Lesern ein psychologisch fintenreiches Spiel. Er berichtet im Stil einer reinen Nacherzählung. Die wörtliche Rede umgeht er komplett. Die Sprache ist knapp, Sätze im einfachen, völlig emotionslosen Stakkatostil; ein spröder, beinahe teilnahms- und emotionsloser, extrem sachlicher, von großer Pedanterie geprägter Protokollton, der in absolutem Gegensatz zur Dramatik und auch zur Grausamkeit der geschilderten Ereignisse steht, aber gerade dadurch eine kumulierende Wirkung hat. Der Autor erzeugt einen Sog, dem der Leser sich unschwer zu entziehen vermag. Man fliegt durch die Seiten, um "die Bestie" enttarnt zu sehen. Und stellt sich dabei mehr als einmal die Frage, wie man selbst reagieren würde, wenn... Trägt man als "Zuschauer" oder Leser nicht auch Schuld an den verwerflichen Auswüchsen der sensationslüsternen Medien? Ein dunkles Wechselspiel von Angebot und Nachfrage.

Fazit:
"Der Kameramörder" ist ein sprachlich und stilistisch eindrucksvolles Psychogramm, das auf knapp 160 Seiten zu einem kulminierenden Höhepunkt geführt wir und buchstäblich mit dem letzten Satz in einem "Big Crunch" zusammenfällt. Obwohl das Buch auf der Criminale 2002 in München mit dem Glauser-Preis ausgezeichnet wurde, ist es kein Krimi im engeren Sinn. Eher kann man den Roman als Satire auf unsere, von den Medien bestimmten Welt und die Sensationslüsternheit der Menschen lesen.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schnörkelloses Psychogramm der Mediengesellschaft, 19. Mai 2003
Rezension bezieht sich auf: Der Kameramörder (Taschenbuch)
Zwei Paare, ein gemeinsames Osterwochenende in der Weststeiermark. Was wie ein ruhiger, gemütlicher Kurzurlaub beginnt, wird durch die Nachricht über einen beispiellos grausamen Mord an zwei kleinen Kindern getrübt, den der Mörder sogar gefilmt haben soll. Das Verbrechen habe sich sogar ganz in der Nähe der beiden Paare abgespielt. Die Medien bauschen das Entsetzen über das Verbrechen zusätzlich auf, als ein deutscher Privatsender bekannt gibt, ihm sei das Video zugespielt worden und man wolle es ausstrahlen. Bei den Paaren wächst die Angst vor dem noch frei herumlaufenden Mörder und es gibt Anzeichen, dass er sich ihrem Hof nähert.
Autor Glavinic versteht es, mit Erzählperspektive und Sprache zu spielen. Auf nicht einmal 160 Seiten redet sein Ich-Erzähler in einem fort. Kein Absatz, keine Kapitel, keine wörtliche Rede. Dafür aber bis ins kleinste Detail die Ereignisse des Wochenendes schildernd, Federballergebnisse nennend, die Gerichte beim Abendessen aufzählend und - nicht zu vergessen - die Reaktionen der einzelnen auf die präzis von den Medien aufbereitete Verbrechenstat beobachtend. Knallhart, ohne Umschweife. Dabei werfen sich dem Leser viele Fragen hinsichtlich Umgang mit Medien, Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit, sowie Bildung von Vorverurteilung, Menschenkenntnis und Moral auf.
Alle Figuren der Handlung werden von Seite zu Seite unsympathischer, einschließlich des betont passiven Erzählers. Glavinic liefert mit seinem „Kameramörder" ein sprachlich und stilistisch eindrucksvolles Psychogramm. Ein kurzer Roman, der es in sich hat, denn jedes noch so unwichtig und überflüssig erscheinende Detail erhält in der brutalen Aufklärung einen Sinn.
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11 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gelungene Kurzweil, 19. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Der Kameramörder (Taschenbuch)
Beim lesen des ersten Satzes wird schon klar um was es sich bei dem kleinen Büchlein handelt. Nämlich um einen Bericht, und um nichts anderes. Daher wundert es mich, das so einige Rezententen nicht darauf gekommen sind, das diese Geschichte gerade den Zwang in sich birgt geschrieben werden zu müssen, und deshalb eine Art Zeugenaussage darstellt. So erklärt sich in dieser tiefschwarzen Satire (denn nur das ist sie) die sprachliche Ausarbeitung.

Bei manchen Büchern ist es gut, die Logik einfach beiseite zu lassen und nur zu lesen. Dieses Buch ist in wenigen Stunden durchgelesen, und wer dies in einem Ritt tut, der stellt sich zwischendurch keine Fragen nach Täter, Motiv, sprachliche Gestaltung. Es ist geschrieben wie für einen Anwalt gedacht, oder für den Zeugenstand, jedenfalls ist es sachlich mit einem Augenzwinkern verfasst. Das ist die Intelligenz des Buches.

Mein Fazit: Es ist kurze und sehr unterhaltsame Satire, welche mich im Nachhinein ein wenig an American Psycho erinnert (nicht des Inhalts wegen, aber wegen der Kaltschnäuzigweit des Schreibens). Ich las es übrigens in Gedanken immer mit einem österreichischen Akzent, und es hat Spaß gemacht.
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Der Kameramörder: Roman
Der Kameramörder: Roman von Thomas Glavinic (Taschenbuch - 1. Oktober 2006)
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