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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Vielschichtig, unbequem und mutig - ein Must-Read!
"Die bekannte Welt" malt ein außergewöhnliches, buntes Sittengemälde der Südstaaten 1840-1860, das sich mit dem Thema Sklaverei beschäftigt und dabei eine ungewöhnliche Perspektive einnimmt: Im zentralen Handlungsstrang baut sich der freigekaufte ex-Sklave Henry Townsend mit Hilfe seines ex-Herren selbst eine Plantage auf - inklusive eigener...
Veröffentlicht am 11. Juni 2007 von Miezekatze

versus
10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen An der Erzähltechnik gescheitert
Ich habe das Buch nach 100 Seiten weggelegt, teilweise aus Langeweile, teilweise aus Genervtheit und Erschöpfung. Es wurde ja schon in anderen Rezensionen beschrieben, dass der Autor eine komplizierte Erzähltechnik wählt. Viele Ereignisse vieler Personen sind ineinander verschachtelt und werden gar nicht linear, sondern in einer nicht völlig...
Veröffentlicht am 24. Januar 2009 von Grüner Baum


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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Vielschichtig, unbequem und mutig - ein Must-Read!, 11. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Die bekannte Welt: Roman (Taschenbuch)
"Die bekannte Welt" malt ein außergewöhnliches, buntes Sittengemälde der Südstaaten 1840-1860, das sich mit dem Thema Sklaverei beschäftigt und dabei eine ungewöhnliche Perspektive einnimmt: Im zentralen Handlungsstrang baut sich der freigekaufte ex-Sklave Henry Townsend mit Hilfe seines ex-Herren selbst eine Plantage auf - inklusive eigener Sklaven!

Wie gut, dass "Die bekannte Welt" von einem Afro-Amerikaner geschrieben ist - einem weißen Autor hätte man hier Verdrehung der Tatsachen o.ä. unterstellt. Doch Jones hat akribisch die Geschichte von Manchester County in Virginia recherchiert und seinen Roman klug mit den historischen Ereignissen und Tatsachen verknüpft - und siehe da, schwarze Sklavenbesitzer waren häufiger als vermutet.

Jones geht mit Mut weit über Haileys Klassiker "Roots" hinaus und zeigt die Schattenseiten nicht nur der weißen, sondern auch der schwarzen Seele auf. So dreht sich "Die bekannte Welt" um das moralische Dilemma von den schwarzen und weißen Kollaborateuren und Profiteuren des Systems, und der Roman beleuchtet jede Spielart zwischen weiß/schwarz und Herr/Sklave. Dabei ist "Die bekannte Welt" bewundernswert differenziert und schafft es, sich Schwarzweiß-Malereien und platten Opfer-Täter-Dichotomien zu enthalten. Dass Jones sich mit Urteilen über seine Protagonisten zurückhalt, macht seinen Roman umso kraftvoller und eindringlicher. Jede der vielen Figuren ist vielschichtig, hat gute wie schlechte Seiten und kommt überzeugend dreidimensional rüber. Die Handlungsstränge sind komplex und dicht miteinander verwoben - die Akteure von Manchester County kommen auf jeder Sprosse der gesellschaftlichen Leiter lebendig rüber, und ihre Schicksale reißen mit, während gleichzeitig ein differenziertes Bild der Südstaatengesellschaft mit all ihrer Doppelmoral entsteht.

Ein kleiner Kritikpunkt: Der Roman ist bisweilen überkonstruiert, und er braucht lange, bis er den Spannungsbogen aufbaut und zu Hochspannung aufläuft. Bis dahin ist er dennoch nicht langweilig, denn Jones ist ein begnadeter Erzähler des Anekdotischen. Und die Geschichten sind außergewöhnlich und so noch nie erzählt worden! Was besonders beim Hörbuch auffällt, ist Jones' brillante Beherrschung des Dialogs und der Sprechweisen der einzelnen Schichten, was dem Roman weitere Kraft und Authentizität verleiht.

Als besonderer Tipp: Das ungekürzte Hörbuch wird im englischen Original brillant gelesen von Kevin Free, der wirklich jeden Dialekt perfekt hinbekommt vom weißen Plantagenbesitzer über den Nordstaatler über das schwarze freigelassene Bildungsbürgertum bis hin zum Sklaven auf den Feldern - das hebt das Buch noch in eine weitere Dimension! Unbedingte Kaufempfehlung.

Fazit: Muss man gelesen/gehört haben - 5 Sterne!
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44 von 48 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen Ex-Sklave macht Karriere - als Sklavenhalter ..., 8. August 2005
Rezension bezieht sich auf: Die bekannte Welt (Taschenbuch)
"Die bekannte Welt" ist ein Buch, das ich am Ende mit etwas gemischten Gefühlen zugeschlagen habe. Man spürt beim Lesen, dass unter der Oberfläche von Jones' Debütroman etwas Großartiges schlummert, aber es dringt nicht immer bis an die Oberfläche und ist nicht immer ganz leicht zu erfassen. Der Erzählfluss wird immer wieder für Rück- und Vorblenden unterbrochen, was in einigen Momenten etwas abgehackt wirkt und es dem Leser erschwert die Chronologie der Geschichte im Auge zu behalten. Jones' Stil wirkt einfach und nüchtern, hin und wieder funkelt in manchen Absätzen aber auch eine gewisse Poesie auf.

Jones zeichnet ein lebhaftes Bild einer Epoche, in dem Platz für viele kritische und nachdenklich stimmende Zwischentöne ist. Allein die Tatsache, dass seine Hauptfigur Henry Townsend ein Schwarzer ist, der selbst Sklaven hält, zeigt schon, dass Jones (ebenfalls Afroamerikaner) durchaus auch zur Kritik an der eigenen Rasse fähig ist. Genau dies dürfte sicherlich einer der wichtigsten Aspekte sein, warum das Buch so viel diskutiert wird und mit dem Pulitzerpreis 2004 belohnt wurde. Jones widmet sich mit dem Thema "Schwarze Sklavenhalter" einem recht dunklen und unbekannten Kapitel der amerikanischen Geschichte.

Gerade auch aufgrund der ausgereiften Figurenzeichnung liefert Jones' viel Stoff für eigene Gedanken. Jones erzählt sehr zurückhaltend und bringt trotz dieser sehr einfachen Art seine Figuren recht gut zur Geltung. Sie wachsen einem im Laufe des Romans durchaus ans Herz und wirken so durch und durch menschlich, dass man sie fast für echt halten möchte.

Die Vielfalt der Figuren wirkt zunächst etwas unübersichtlich (kein Wunder, dass Jones sich für ein Namensverzeichnis entschieden hat), ist aber vielleicht auch gerade deswegen in der Lage ein so weitreichendes Bild der damaligen Zeit zu skizzieren. Nicht immer bis in den letzten Winkel fesselnd, aber dennoch ist "Die bekannte Welt" eine Geschichte, die man mit großem Interesse weiterverfolgt. Jones' Weitblick in erzählerischer Hinsicht und die Tiefe der Erzählung ganz allgemein, ermuntern zum stetigen Weiterlesen. Jones skizziert ein großangelegtes Gemälde einer ganzen Epoche, das vor allem wegen seiner Figuren im Gedächtnis bleiben dürfte.

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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen An der Erzähltechnik gescheitert, 24. Januar 2009
Von 
Grüner Baum - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die bekannte Welt: Roman (Taschenbuch)
Ich habe das Buch nach 100 Seiten weggelegt, teilweise aus Langeweile, teilweise aus Genervtheit und Erschöpfung. Es wurde ja schon in anderen Rezensionen beschrieben, dass der Autor eine komplizierte Erzähltechnik wählt. Viele Ereignisse vieler Personen sind ineinander verschachtelt und werden gar nicht linear, sondern in einer nicht völlig willkürlichen, aber doch schwer durchschaubaren Assoziation erzählt. Es kommen in einem Satz locker mal sechs - vorher z.t. noch nicht eingeführte - Personen und drei Zeitebenen, die sich über ein paar Jahrzehnte erstrecken. Und das nicht nur ab und zu, sondern dauern. So blieb mir noch nach 100 Seiten im unklaren, welche Geschichte eigentlich erzählt werden soll, weil ich keine fortlaufende erkennen konnte. Auch das Personenverzeichnis am Ende war nur bedingt hilfreich, denn erstens ist es in sich nicht ganz einfach, zweitens steht nicht jeder drinnen und drittens mag ich nicht dauernd blättern.

Man mag anmerken, dass ich einfach zu faul war, dieser Erzählstruktur zu folgen. Das ist richtig, aber beim privaten, entspannten Lesen fehlt mir dazu die Energie und auch die Motivation, wenn ich nicht das Gefühl habe, etwas großartiges vor mir zu haben.

Solche Romane - denn es gibt ja mehrere, die eine so hohe Zeitasynchronität wählen - lassen mich immer traurig zurück. Denn man merkt, dass der Autor eine schöne, ausdrucksstarke Sprache hat (trotz einiger misslungener Sprachbilder) und seine Figurenzeichnung ist zwar nicht sehr elaboriert und erhellend, aber kraftvoll und anrührend. Man würde ihm gerne (!) in seine Welt und seine Geschichte folgen. Aber er macht es einem soooooo schwer. Warum nur? Das ist sehr schade! Ich verstehe den Grund dafür nicht.

Also: Wer mit solchen Erzählweisen gut zurechtkommt, wird mit einem Roman in schöner Sprache belohnt, der einen emotionalen Zugang zu beschriebenen Welt ermöglicht. Für andere ist er eher nicht so geeignet.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Keine Dokumentation, 30. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Die bekannte Welt (Taschenbuch)
Wer von diesem Buch eine Dokumentation der Sklaverei erwartet, geht mit falschen Erwartungen ans Lesen. Ein grandioser, ruhiger Schreibstil, der ohne großes Beifallhaschen durch die Schilderung menschlicher Schicksale - beider Seiten - fesselt, hat mich absolut überzeugt. Die zeitlichen Sprünge in der Handlung sind in meinen Augen teil dieses Zaubers und absolut gekonnt ausgeführt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Grandioses Buch!, 19. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Die bekannte Welt: Roman (Taschenbuch)
Ich bin begeistert, bestürzt und ergriffen zugleich.

Jones schreibt seinen wunderbaren Roman in einwandfreiem, fesselndem Stil.

Die Geschichte beginnt mit Henry Townsends Tod, einem farbigen Großgrundbesitzer. Die rund 450 Seiten beschreiben das Leben seiner trauenden Witwe, den Sklaven auf seinem Land und schneiden nebenbei noch die Schicksale derer an, die im Laufe der Zeit in das Leben Henrys und der anderen getreten sind.

Dabei sind zwischenmenschliche Beziehungen stets der Mittelpunkt.

Erschreckend und nicht nachvollziebar erscheinen einem manche Dinge, wie z.B. Gedanken und Wünsche, die teils damals so übliche Gesellschaftsproblematik und teils noch heute nicht akzeptierte Handlungen und Verbrechen, darstellen.

Bei diesem Buch bleibt mir am Ende nicht mehr zu sagen, als: GRANDIOS! Der Stil, der Ausdruck, die Geschichte, alles stimmt. Ohne Einwände empfehlenswert!!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen eindringliche empfehlung, 14. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Die bekannte Welt: Roman (Taschenbuch)
zugegeben, wäre mir das buch nicht so eindringlich empfohlen worden, so hätte ich mich wahrscheinlich nicht aufraffen können, einen roman zur sklaverei im amerika des 19. jahrhunderts zu lesen, aber zum glück 

in die bekannte welt erzählt edward p. jones von sklaven und von ehemaligen sklaven, die sich freikaufen konnten und selbst zu sklavenbesitzern wurden.

jones assoziierende erzählweise macht einen ganz besonderen reiz des buches aus. der autor verwebt verschiedene erzählstränge miteinander, geht immer wieder mit einzelnen figuren bis zu deren verschwinden oder ende mit, nimmt liegengelassene fäden wieder auf, um aus anderer richtung wieder zu den hauptfiguren zurück zu kehren, schweift wieder ab, springt in der zeit nach vorne oder zurück. dabei ist all das hin und her für den leser leicht mit zu machen, die sprünge und verflechtungen sind keineswegs künstlich oder gar aufgesetzt sondern ergeben sich ganz selbstverständlich, die assoziationen laufen leichtfüßig hierhin und dahin und die geschichte weckt und befriedigt die neugier des lesers gleichermaßen.

das alles wird mit einer bewundernswerten sprachkunst erzählt, in ruhigem, unaufgeregtem, sicheren ton und fluss. die geschichte von moses und den anderen sklaven auf der plantage von henry townsend, welcher selbst ein sklave war, zieht den leser in ihren bann, die brutatlität die den sklaven entgegenschlägt wird ebenso spürbar, wie die aussichtslosigkeit in der sie leben, ohne dass all das allzu explizit beschrieben werden muss.

die empfehlung wird also ebenso eindringlich weitergegeben: unbedingt lesen! die bekannte welt von edward p. jones.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Grandios, 30. Juni 2007
Rezension bezieht sich auf: Die bekannte Welt: Roman (Taschenbuch)
Edward P. Jones schafft in "Die bekannte Welt" etwas, das man eigentlich nicht mehr zu hoffen gewagt hätte: Er belebt das Thema Sklaverei in den amerikanischen Südstaaten noch einmal völlig neu und eröffnet bisher ungekannte Perspektiven. Nicht nur, dass es den meisten Lesern bisher entgangen sein dürfte, dass auch (einige wenige) befreite Schwarze Sklaven hielten, Jones schafft es zudem das Thema weniger aus der politischen oder moralischen Perspektive aufzubereiten, sondern erzählt von menschlichen Schicksalen, die sich der schnellen Einordnung in gut und böse jederzeit entziehen.

Dabei verfolgt seine Geschichte eine Unzahl von Einzelschicksalen, aber trotzdem gelingt es Jones immer wieder mittels kleiner Hinweise dem Leser wieder Orientierungspunkte im Geflecht der Beziehungen zu geben, so dass auch seine kleinen Abzweigungen und Nebenwege, die das weitere Schicksal einiger Statisten verfolgen, nie verwirrend wirken.

Zudem sind Jones' Charakterisierungen so plastisch, dass ich immer wieder (fälschlicherweise) davon ausgegangen bin, dass er echte Biographien nacherzählt, da die Akteure fast zu komplex sind um ausgedacht zu sein.

Jones ist ein Roman gelungen, dem man sich kaum entziehen kann.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Absolut beeindruckend!, 18. Juni 2007
Von 
Colin Wood - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Die bekannte Welt: Roman (Taschenbuch)
Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, das mich so beeindruckt hat wie Die bekannte Welt.

Der Inhalt wird in der Produktinformation und von einigen meiner Mitrezensenten sehr gut wiedergegeben, deshalb spare ich mir hier die erneute Inhaltsangabe.

Das an anderer Stelle kritisierte Hin-und Herspringen in Zeit und Handlung finde ich gerade gut, da dies meiner Meinung nach den Charakter und das Besondere dieses Buches ausmacht. Natürlich ist es dadurch nicht ganz einfach zu lesen, weil man Personen und Zeiten immer wieder neu sortieren muss. Letztendlich greifen aber alle Handlungsstränge ineinander und ergeben ein schlüssiges, vollendetes, hervorragendes Buch. Besonders geschickt finde ich die Vorausschau spätere Ereignisse betreffend, wie an etlichen Stellen geschehen, ohne dass dadurch Spannung herausgenommen wird. Diese Erzähltechnik so hinzubekommen, ist sehr schwierig.

Die Arbeit an diesem Buch muss enorm viel Recherche vorausgesetzt haben, da es sich in mehreren Fällen um reale Personen handelt.

Edward P. Jones, der zehn Jahre an diesem Buch arbeitete, hat den Pulitzer Preis mehr als verdient. Schade, dass es so wenig bekannt ist. Ich wünsche ihm viele Leser. Es hat unbedingt einen Platz im oberen Bereich der Bestseller-Liste verdient!
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5.0 von 5 Sternen ein moderner Faulkner, 2. August 2009
Von 
W. Öschelbrunn (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die bekannte Welt: Roman (Taschenbuch)
Ich bin in einer kleinen Regensburger Buchhandlung auf Edward P. Jones Buch "Die bekannte Welt" gestoßen, ohne vorher durch Buchrezensionen oder Empfehlungen von diesem Buch gehört zu haben. Auf dem Klappentext des Buches findet sich ein Hinweis auf William Faulkner, der mich zunächst eher abgeschreckt hat: Ich habe einige Werke Faulkners mit Freude gelesen und befürchtete, nun mit einem billigen Abklatsch konfrontiert zu werden. Dennoch klang der Inhalt dieses Werkes so interessant, dass ich trotz Vorbehalten zugegriffen habe. Ich wurde nicht enttäuscht und muss eingestehen, dass der Verweis auf Faulkner durchaus vertretbar ist, allerdings mehr dem Thema als der Erzähltechnik geschuldet.

Jones erzählt von einer Plantage in den Südstaaten der USA in der Mitte des 19ten Jahrhunderts, die einem freien Schwarzen gehört. Seine Lebensgeschichte sowie die seiner Verwandten und Sklaven ergeben ein eindrucksvolles Epos über die Barberei der Sklaverei.

Jones orientiert sich an seinem Vorbild Faulkner und springt durch die Zeiten und läßt eine Vielzahl handelnder Personen auf- und abtreten. Allerdings - im Unterschied zu Faulkner - verwendet er ausschließlich die Perspektive der Erzählers und nicht die subjektive Sicht einzelner Personen. Hierdurch ist "Die bekannte Welt" erheblich einfacher zu lesen als vergleichbare Werke Faulkners.

Sind die Verbindungen zwischen den Personen zunächst für den Leser bestenfalls zu erahnen und enden Erzählstränge scheinbar in Sackgassen, entsteht mit zunehmender Dauer ein Gesamtbild der Geschichte der Plantage und ihrer Bewohner und Sklaven.

Insgesamt ein sehr kurzweiliger Roman, der besonders den Liebhabern der großen amerikanischen Erzähler empfohlen sei.
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4.0 von 5 Sternen Ein Schwarzer wird selbst zum Skalvenhalter, 22. Mai 2008
Von 
B. Kugler "Bücherfan" (Michelfeld, BW Germany) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die bekannte Welt (Taschenbuch)
Es geht um die Geschichte eines Sklaven, der von seinen Eltern freigekauft wird und später selbst Plantagenbesitzer und Sklavenhalter wird. Im Prinzip fast unvorstellbar, aber so ist es.

In die Lebensgeschichte von Henry Townsend sind unzählige andere Geschichten hineinverwoben. (hilfreich am Ende des Buches ein Personenverzeichnis) Die Zusammenhänge erschließen sich dem Leser nicht immer sofort. Der Erzählstil verrät teilweise schon im Vorfeld was passieren wird, trotzdem ist die Spannung nicht weg, sondern man möchte wissen, wie es dann dazu kommt. Oft werden nur Bruchstücke von Geschehnissen angerissen, die sich dann Seiten später wieder zu einem Ganzen fügen. Manchmal sind die Schlenker aber auch sehr weit hergeholt und ich habe mich gefragt, was hat jetzt diese Person mit allem zu tun? Ungeheuerlich fand ich die Missachtung oder Nichtachtung der Rechte der Schwarzen und wie damals mit ihnen umgegangen wurde. Ein Weißer futtert einfach das Schriftstück aus, das den Vater von Henry als freien Schwarzer ausweist und verkauft ihn weiter. Die Geschichte von Fern Elston, eine weißhäutige Schwarze, hat mich an Philip Roth Der menschliche Makel" erinnert. Die bekannte Welt ist empfehlenswert.
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Die bekannte Welt: Roman
Die bekannte Welt: Roman von Edward P. Jones (Taschenbuch - 1. Februar 2007)
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