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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Im Sog der Zeit
Martin Pollack recherchiert die Lebengeschichte seines Vaters, Offizier in SS, SD und Gestapo-Leiter von Linz. Interessant sind in diesem ausgezeichnet geschriebenen Buch zwei Ebenen. Zum einen gelingt es Pollack seinen Vater und somit die Nazi-Generation nicht isoliert zu betrachten, wie das so oft vorkommt. Er schreibt nicht "vorher gut - dann die Nazis - nachher alles...
Veröffentlicht am 13. Februar 2007 von M. G. Herold

versus
9 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kein Erkenntniswert
Es ist sehr begreiflich, dass man wissen und nach Möglichkeit verstehen will, wie sich der Vater im 3. Reich verhalten hat, zumal, wenn es sich um einen SS-Angehörigen und zeitweiliges Mitglied einer Einsatzgruppe handelt. Es ist eine andere Frage, ob man darüber ein Buch schreiben sollte. Das setzt voraus, dass man etwas zu sagen hat, was über das...
Veröffentlicht am 27. März 2005 von Lucius


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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Im Sog der Zeit, 13. Februar 2007
Von 
M. G. Herold (Wien) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Martin Pollack recherchiert die Lebengeschichte seines Vaters, Offizier in SS, SD und Gestapo-Leiter von Linz. Interessant sind in diesem ausgezeichnet geschriebenen Buch zwei Ebenen. Zum einen gelingt es Pollack seinen Vater und somit die Nazi-Generation nicht isoliert zu betrachten, wie das so oft vorkommt. Er schreibt nicht "vorher gut - dann die Nazis - nachher alles wieder gut", sondern leitet sehr anschaulich ab, wie diese Entwicklung vonstatten ging. Schon der Großvater von Pollack war Nazi (illegaler), daher auch der nacheifernde Sohn und sein Bruder. Es war der Aufbruch in eine - so hofften wohl manche - neue Zeit, lemminghaft sind alle mitgelaufen und haben es sich gerichtet. Karrieretypen haben auch hier Karriere gemacht und wurden somit zu den Ober-Verbrechern. Nach dem Krieg, nach der Ermordung seines Vaters: Bei seiner Großmutter und bei seinem Großvater von Einsicht keine Spur, nur reden darf man halt nicht mehr drüber. Nichts gehört, nichts gesehen, nichts gewußt.

Die zweite Ebene ist diejenige einer Familientragödie. Denn Pollacks Vater ist eigentlich ein Ehebrecher, der in die intakte Ehe seiner Mutter mit dem viel älteren Herrn Pollack einbricht. Die junge Mutter fühlt sich offenbar durch den schneidigen Karrierenazi so angesprochen, dass sie ringsherum alles vergißt und "überläuft", Pollacks Vater noch wenige Monate vor Kriegsende heiratet. Nach dem Krieg, auch hier Verdrängung, kehrt sie zum ursprünglichen Ehemann zurück. Nie spricht sie mit Pollack über den leiblichen Vater, erst spät erfährt er seine eigene Geschichte.

Was lernen wir aus Pollacks erstklassigem Buch? Wie Zahnräder greifen die Entwicklungen dieser Zeit ineinander, man hat fast den Eindruck, dass ein Entrinnen unmöglich war. Der Mensch passt sich an alles an und verhält sich im Grunde immer gleich. Ein nicht sehr beruhigendes Gefühl, denn eine Wiederholung erscheint somit möglich.
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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Persönliches Bild eines Kriegsverbrechers, 23. Dezember 2004
Von 
dr_rgne - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Martin Pollack entwickelt anhand von Familienfotos und Recherchen in Archiven die Lebengeschichte seines Vaters, seines Zeichens Offizier in SS, SD und Gestapo. Zum besseren Verständnis der Entwicklung des Vaters holt der Autor allerdings noch weiter aus: er beginnt mit seine Darstellungen am Ende des 19. Jahrhunderts bei seinem Grossvater, der in der Südsteiermark aufgewachsen ist. So erkennt man, dass die Sehnsucht vieler nach einem grossdeutschen Reich bereits in der Monarchie ihre Wurzeln hatte.
Besonders wertvoll empfinde ich die Art und Weise wie Verbrecher des Nazi-regimes durch die Aufarbeitung der Familiengeschichte Gesichter bekommen. Anstelle der anonymen Monster dieser Zeit treten Menschen, die einem eigentlich ganz normal erscheinen. Unerklärlich erscheinen die Widersprüche zwischen Pflichterfüllung im Regime einerseits und persönlichen Beziehungen andererseits: so befiehlt der Vater Ermordungen von Juden, feiert aber ebenso Familienfeste mit jüdischen Verwandten, als ob nichts dabei wäre. Ein sehr interessantes und lehrreiches Buch.
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13 von 14 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Akribische Vatersuche, 2. November 2004
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
In einem Bunker an der österreichisch-italienischen Grenze wird im April des Jahres 1947 die Leiche eines durch Kopfschüsse getöteten Mannes entdeckt. Durch Nachforschungen wird der Mann als Dr. Gerhard Bast identifiziert. Er war im Dritten Reich SS-Sturmbannführer und stand auf der Liste der Kriegsverbrecher.
Mehr als ein halbes Jahrhundert später, im Sommer 2003, macht sich der ehemalige Spiegelredakteur auf den Weg nach Südtirol, um die Gegebenheiten des Todes zu untersuchen. Martin Pollak hat diesen Menschen nie gesehen, aber es war sein Vater. Er hat seit Jahren gewartet, hat überlegt ob er es wagen kann, mit diesen Recherchen zu beginnen.
Und dann macht er sich doch daran und erzählt in einer wunderbaren Art und Weise die ganze Familiengeschichte. Wie diese „Deutschnationalen", Vater, Großvater, ja die ganze Familie automatisch Nationalsozialisten wurden. Er geht sehr vorsichtig damit um und beschreibt alles auf eine kluge und feine Art und Weise, ohne viel zu hinterfragen. Er erkennt, dass das Leben seines Vaters mit Gewalt endete und dass dieses ganze Leben auch von Gewalt geprägt war. Fragen, „wie konnte mein Vater, wie konnte meine Familie das alles tun"? , diese Fragen überlässt er dem Leser.
Der Autor hat unwahrscheinlich gut recherchiert, mit äußerster Akribie und er zeigt dabei auch die brutale Struktur des SS Systems auf, in einer Art und Weise die zu tiefst erschüttert.
Ein glänzend geschriebenes Buch, eines der besten Bücher einer „Vatersuche".
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sprachlosigkeit als Zeichen der Normalität, 11. Oktober 2004
Von 
Mag Wolfgang Neubacher "wolfgang_neubacher" (A - 5203 Köstendorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Ein Mann, Geburtsjahrgang 1944, begibt sich auf Spurensuche: Er will die näheren Umstände des Todes seines Vaters, der 1947 in Südtirol erschossen wurde, herausfinden. Der Vater war niemand Geringerer als der ehemalige SS-Sturmbannführer Dr. Gerhard Bast, geboren 1911 in der Gottschee; seit 1945 auf der Flucht vor seinen Verfolgern, die ihn für seine Kriegsverbechen zur Rechenschaft ziehen wollen.
Ganz langsam erfährt der Leser von einem - wahrscheinlich typischen - Schicksal einer Familie aus dem 19. bzw. frühen 20. Jahrhundert: Die Basts sind "Volksdeutsche"; sie lebten während der k.u.k.-Monarchie im ehemaligen Kronland Krain - ein zweisprachiges Gebiet. Hier lernt und spielt man das im Kleinen, was später zur größten Katastrophe des 20. Jahrhunderts wurde: Man spielte den "deutschen Herrenmenschen", der die "slawischen Untermenschen" weit überragte. Wie das ausging, wissen wir alle.
Der Leser sieht betroffen, wie sich dem Ich-Erzähler die wahren Dimensionen der Verbrechen seines Vaters eröffnen - und das im Alter von fast 60 Jahren. Jahrzehntelang wurde von der eigenen Familie vieles verschwiegen, verdrängt, umgedeuetet. Eine Trauerarbeit hatte nie stattgefunden. Schmerzlich muss der Ich-Erzähler erkennen, wie - letztlich - unbelehrbar seine Elterngeneration war und ist. Sie verteidigen auch nach noch 1945 das braune Terrorregime - können aber sehr schnell vergessen, wenn es einem nützt.
Ein erschütterndes, unendlich wichtiges Buch, das man unbedingt gelesen haben sollte!
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5.0 von 5 Sternen Erschütternd, weil authentisch!, 24. November 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Tote im Bunker: Bericht über meinen Vater (Taschenbuch)
Ein erschütterndes Buch! Der Autor schildert bewegend die "Normalität" in der Montrösität der NS-Mordmaschinerie, die alles menschliche Leben, was nicht in deren rassistische Norm passte, tötete. Der leibliche Vater des Autors, war einer jener Schreibtischtäter, welche die eigentlichen Stützen des 12-jährigen Spuks waren.
Unbedingt lesenswert!
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut recherchiert., 3. Oktober 2006
Von 
Volkmar Weiss - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Im Unterschied zu zahlreichen anderen Büchern dieses Genres - der Vater war SS-Mann oder ein hohes Tier in der Nazigesellschaft und ein Nachkomme übt sich in Empörung und Geschichtsunverständnis - ist dieses Buch sehr gut recherchiert und mit Sachkenntnis geschrieben. Vater und Großvater, beide keine kleinen Fische, aber auch keine ganz großen, werden im Kontext ihrer Zeit gesehen und verstanden. Die Schreibweise des Buches ist distanziert und den beweisbaren Tatsachen angemessen. So schreibt ein Profi, der sich und seiner Sache und seiner Stilmittel sicher ist.
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9 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Kein Erkenntniswert, 27. März 2005
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist sehr begreiflich, dass man wissen und nach Möglichkeit verstehen will, wie sich der Vater im 3. Reich verhalten hat, zumal, wenn es sich um einen SS-Angehörigen und zeitweiliges Mitglied einer Einsatzgruppe handelt. Es ist eine andere Frage, ob man darüber ein Buch schreiben sollte. Das setzt voraus, dass man etwas zu sagen hat, was über das rein persönliche Anliegen hinaus geht. Pollack bleibt diesen Nachweis schuldig.
Zu dem kurz nach Kriegsende ermordeten Vater gibt es trotz der finsteren Grunddaten kaum verlässliche Informationen, insbes. nicht, inwieweit er an Verbrechen beteiligt war und was er hierzu dachte. Die Familie, die diese Lücke vielleicht hätte schließen können, verblieb zu dem Thema zeitlebens in Sprachlosigkeit. Pollack füllt deshalb sein Buch, indem er viel über andere Dinge spricht, sich selbst, seine Großeltern, Reiseimpressionen, Regionalgeschichte und allgemeine Tatsachen über das Dritte Reich. Trotz des angenehm nachdenklichen Plaudertons, von dem das Buch im wesentlichen lebt, kommt es selbst dann nicht nicht zu tieferen Einsichten, wenn sich die Gelegenheit hierzu bietet, z.B. in den Äußerungen seiner Großmutter, sein Vater sei immer anständig gewesen. Aus welcher Sichtweise heraus man diese sicherlich ehrliche Meinung vertreten kann, wäre eine vertiefte Auseinandersetzung wert. Pollack registriert solche Dinge zwar, macht aber nichts mit ihnen und verbleibt damit durchgehend an der Oberfläche. Vor diesem gesamten Hintergrund ist es kein Wunder, das er an einer Stelle seines Buches sein Scheitern eingesteht und zugibt, niemals verstehen zu können, wie sich sein Vater an Erschießungen hat beteiligen können.
So bleibt es, wie zuvor auch schon in anderen Beispielen desselben Genres, lediglich beim Protokoll einer privaten Suche. Für Martin Pollack handelt es sich existentielle Fragen, für die Allgemeinheit nur um eine private Angelegenheit.
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4 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Alles "kalter Kaffee"?, 3. Januar 2005
Von Ein Kunde
Der Autor beginnt stark; das Buch liest sich eingangs sehr spannend; im weiteren Verlauf wird es zäh und zäher. Dabei ist die Story sehr vielversprechend: ein Mann auf der Suche nach der Geschichte seines ermordeten Vaters. Da steckt Brisanz drin. Leider verliert sich der Autor in der Schilderung der Zustände im sogenannten "Dritten Reich" und reitet "ewig" darauf herum, wie die Leute damit umgegangen sind.
Davon haben wir alle schon genug gelesen. Und die Reaktionen, daß niemand etwas gewußt haben will und daß manches "so schlecht" ja auch nicht gewesen wäre, hängen uns allen zum Halse heraus.
Schade, daß der Autor aus der Geschichte nicht mehr herausgeholt hat!
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Der Tote im Bunker: Bericht über meinen Vater
Der Tote im Bunker: Bericht über meinen Vater von Martin Pollack (Taschenbuch - 1. Dezember 2006)
EUR 9,90
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