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20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht ganz einfach, aber wunderschön
Mit den Übersetzungen alter Werke ist es immer nicht ganz so leicht getan. Soll man den Klang der Sprache zugunsten des Leseflusses aufgeben, oder doch lieber möglichst eng am Original bleiben? Claudia Ott hat sich für letzteres entschieden, wobei sie zugunsten des Verständnisses und der Lesbarkeit auf ein paar Stilmittel verzichtet hat. Der Anhang...
Veröffentlicht am 12. August 2009 von Obscura

versus
3.0 von 5 Sternen Ziemlich grausam
Vielleicht sollten wir von den Geschichten aus "Tausendundeiner Nacht" nur träumen, anstatt sie zu lesen. Dankenswerterweise gibt es jetzt eine authentische Übersetzung der ältesten arabischen Fassung. Allerdings sind die meisten Geschichten ziemlich grausam, und es macht eigentlich keinen sonderlichen Spaß, sie zu lesen. Oder doch? Wer...
Vor 28 Tagen von Angelika aus Österreich veröffentlicht


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20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht ganz einfach, aber wunderschön, 12. August 2009
Mit den Übersetzungen alter Werke ist es immer nicht ganz so leicht getan. Soll man den Klang der Sprache zugunsten des Leseflusses aufgeben, oder doch lieber möglichst eng am Original bleiben? Claudia Ott hat sich für letzteres entschieden, wobei sie zugunsten des Verständnisses und der Lesbarkeit auf ein paar Stilmittel verzichtet hat. Der Anhang erklärt das Zustandekommen dieser Übersetzung auch für einen Laien wie mich absolut nachvollziehbar. Deshalb erscheinen mir die Stilbrüche zwischen Vulgärsprache und ausgereifter Dichtersprache auch notwendig, und sie werten die Geschichten erheblich auf. Ebenso die Gedichte, die den Erzählfluss angenehm unterbrechen und einen auch mal zur Ruhe kommen lassen.

Die Geschichten an sich sind Geschmackssache, wer sie nicht mag, wird hier keine Freude haben. Mir gefallen sie jedoch sehr, manche sind spannend, viele sind traurig, andere begeistern durch Exotik und märchenhafte Figuren und Schauplätze.

Eine kleinere Meckerei gibt es dennoch: Claudia Ott beruft sich auf die Galland-Handschrift in der Ausgabe von Mahdi und erklärt, dass das Vorwort von Mahdi nicht authentisch sei und nachträglich eingefügt wurde. Dieses Vorwort, was zwar nett zu lesen ist, aber inhaltlich rein gar nichts zur Sache tut, findet sich in dieser Übersetzung. Auf der anderen Seite beendet die Übersetzerin ihre Ausgabe abrupt nach der 282. Nacht, ohne die letzte Gschichte zumindest inhaltlich zu Ende zu bringen, so wie Mahdi es getan hat. Begründet wird das mit mangelnder Authenzität von Mahdis Recherchen und dass sie lieber wie in der Originalhandschrift an dieser Stelle aufhören wollte. Nun ja, mit einer Fußnote hätte man das vorhandene Ende aber durchaus erzählen können, und diese Inkonsequenz stellt für mich ein unnötiges Ärgernis dieser ansonsten wunderbaren, in echtes Leinen gebundenen Ausgabe dar.
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50 von 52 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen VON MUND ZU OHR, 18. August 2004
ENDLICH klingen diese Märchen so, wie Märchenerzähler im Orient (und bisweilen bei uns) sie erzählen. Keine klassizistisch-romantischen Verbrämungen, keine «Verbesserungen», keine Weglassungen... - hier werden die Märchen wieder, was sie allesamt ursprünglich waren: keine literarischen Miniaturen, sondern Geschichten von Mund zu Ohr. Man HÖRT die Märchen schier beim Lesen.
Nebenbei: € 30,- sind wahrhaftig nicht zu viel für ein so schön und aufwändig hergestelltes Buch --- Fadenheftung (keine billige Leimung!), Lesebändchen, Leineneinband...
Einziger Wermutstropfen: Dieser Band umfasst nur einen kleinen Bruchteil des gesamten Erzählungskorpus (eben jenen in der zugrundeliegenden Handschrift enthaltenen). Wer sämtliche Erzählungen lesen will, muss weiterhin zu anderen Ausgaben greifen (z.B. von Littmann / Insel-Verlag).
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49 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen wunderbare, orientalische Traumwelt - ein Juwel!, 9. März 2007
Von 
Wolfgang Gonsch (Passau) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Tausendundeine Nacht: Nach der ältesten arabischen Handschrift in der Ausgabe von Muhsin Mahdi erstmals ins Deutsche übertragen von Claudia Ott (Taschenbuch)
Viele kennen sie noch aus Kindertagen, die Märchen aus Tausendundeiner Nacht, die sich um Helden wie Ali Baba, Sindbad oder Aladin drehen. Diese Geschichten sind aber in der ursprünglichen arabischen Fassung nicht vorhanden. Nach Europa gelangten sie erst vor dreihundert Jahren durch den französischen Orientalisten Antoine Galland, ca. 250 Jahre nach ihrer Entstehung. Dieser hat neue Geschichten hinzugefügt, die vorhandenen ausgeschmückt und an pikanten" Stellen für die prüden Europäer entschärft. Claudia Ott hat nun die älteste vorhandene Fassung in jahrelanger Arbeit neu in die deutsche Sprache übersetzt.

Die Rahmenhandlung bildet die Geschichte von Schahrasad, der jungen klugen Ehefrau des grausamen Königs Schahriyar. Dieser König wurde von seiner ersten Ehefrau betrogen. Aus Rache tötet er sie, nimmt sich danach Nacht um Nacht eine neue Jungfrau, die er am nächsten Morgen umbringt. Eines Tages bietet sich Schahrasad, die Tochter seines Wesirs an, er solle sie zur Frau nehmen. Sie erzählt dem König und ihrer Schwester Dinarasad 282 Nächte lang spannende Geschichten und rettet so ihr Leben. Die erzählten Geschichten lassen den Leser eintauchen in eine romantische orientalische Welt. Sie spielen sich im geheimnisvollen Reich der Souks und Basare, der Königspaläste, der Karawansereien und anderen märchenhaften Orte ab und handeln von weisen Kalifen, Dschinnen, vornehmen und klugen Ehefrauen, Zauberinnen, ausgefuchsten Händlern, Meerjungfrauen u.v.m. Man liest sowohl von schweren Schicksalsschlägen, von um Waren und um Leben feilschenden Arabern als auch von frivolen erotischen Vergnügungen.

Die Erzählsprache wurde wohl sehr gefühlvoll übersetzt, Ott hat die umgangssprachlichen Ausdrücke übernommen, was beispielsweise bei den schlüpfrigen Geschichten oft ziemlich deftig daherkommt, und es wurden nach Angaben der Autorin die im Arabischen üblichen und häufigen Synonyme im Text belassen. Die im Text befindlichen 250 Gedichte, bei denen die Übersetzerin selbst die arabischen Versmaße berücksichtigt hat, sind mitnichten nur Ausschmückung, sondern durchaus handlungsrelevant. Oftmals wird zur Untermalung eindrücklicher Szenen der Koran zitiert und auch arabische Sprichwörter im Text verwendet, worauf jeweils hingewiesen wird.

Transkriptionen, ein umfangreiches Glossar mit arabischen Ausdrücken sowie ein Personenregister im Anhang stellt für den Leser eine große Hilfe dar und wird dankbar angenommen.

Das Buch ist alles in allem für Liebhaber von Erzählungen eine wahre Fundgrube von interessanten und geistreichen fremdländischen Geschichten, die auch wunderbar zum Vorlesen geeignet sind. Schon allein das Nachwort der Autorin über die geschichtlichen Hintergründe der Entstehung der Sammlung und vor allem die Entstehung dieser neuen Übersetzung und die Erlebnisse von Claudia Ott in Kairo machen dieses Buch absolut lesens- und empfehlenswert.
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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein orientalischer Teppich, gewoben aus Geschichten, 9. Dezember 2006
Von 
Anastasios Hatzis (Dietmannsried-Probstried) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Es ist mir zu Ohren gekommen, o glücklicher Leser, dass König Schahriyar, obgleich mächtigster Herrscher unter der Sonne seiner Zeit, bitter enttäuscht war vom Leben - im Besonderen durch die betrogene Liebe zu seiner Frau. Zahlreiche Jungfrauen fielen bereits seiner unstillbaren Rachelust zum Opfer, als Schahrasad, die ebenso kluge wie mutige Tochter seines Wesirs, zu einer List griff. Wahrlich unterhaltsame Geschichten und Schahrasads fesselnde Erzählkunst sollten den König von seinem grausamen Tun abhalten und auch die zarte Blüte ihres jungen Lebens retten. So erzählte sie ihm Nacht für Nacht leckere Geschichten über Menschen und Dschinnen, Liebe und Hass, Leben und Tod, Glück und Schicksalsschläge, Intrigen und Magie.

Ihre faszinierenden Erzählungen entführen uns in den Orient, nach Indien und China, an die Königshöfe vergangener Dynastien, zu Völkern, die im Ozean leben, in Wirtshäuser, Basaare und Haremsgemächer, in die Häuser von reichen Kaufleuten und einfachen Menschen, zu den staubigen Straßen, entlegene Handelswege und in den Himmel, den Gott ohne Säulen über die Erde spannte.

Der 47-seitige Anhang des Buches enthält eine Karte der Handlungsorte und ein Nachwort von Claudia Ott, die mit der Übersetzung der wohl ältesten erhaltenen arabischen Fassung (editiert von Muhsin Mahid) wirklich Großartiges vollbracht hat. Darin enthalten sind Hintergrundinformationen zu 1001 Nacht, der Entstehungsgeschichte der verschiedenen Ausgaben, sowie Erläuterungen zum Original und der Übersetzung. Erwähnenswert sind auch die wunderschönen Kalligraphien und Ornamente, die das Buch an verschiedenen Stellen schmücken.

Einzig bedauerlich ist, dass die Sammlung auch im Original nicht den Umfang von wortwörtlich 1001 Nacht hatte. Nach dem Lesen der 282. Nacht, gesellt sich zum Glücksgefühl nur ein sehnsüchtiger Wunsch: 'Ach, Schahrasad, ich beschwöre dich bei Gott, wenn du nicht schläfst, so erzähle uns noch eine deiner schönen Geschichten.'
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57 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Märchen für Erwachsene, 22. März 2004
Endlich ist es soweit! Nun gibt es auch eine vollständige Übersetzung aller Märchen aus tausend und einer Nacht in deutscher Sprache, die sich wieder an das Original anlehnt. Nichts gegen Ausgaben für Kinder; aber bei dieser Erzählsammlung handelt es sich um ein wirklich wunderbares Werk orientalischer Kultur, das nicht durch europäische Moralvorstellungen bereinigt werden sollte. Nunmehr ist für den interessierten Leser nachvollziehbar, was den Charme dieser Geschichten ausmacht. Der Flair des Orients wird in dieser wunderbaren Ausgabe vorzüglich dem Leser nahe gebracht. Auch die Illustrationen tragen dazu bei, dieses Werk als unverzichtbar für eine gute Bibliothek zu bezeichnen. Viel Spaß beim Lesen.
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42 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Orientalisches Märchenflair für Erwachsene, 11. Januar 2005
Von Ein Kunde
Das Buch habe ich mir sofort am Erscheinungstag zugelegt, nachdem ich jahrelang auf der Suche des arabischen Originals in deutscher Übersetzung war. Nach dem Kauf erfuhr ich erst, das Claudia Ott die erste war, die sich die Mühe machte die Urversion zu übersetzen. Eben diese ist ihr auch hervorragend gelungen. Der Leser wird mit vielen Fabeln und Geschichten unterhalten, aber auch belehrt. Wer sich aber auf "Sindbad" und/oder "Ali Baba und die 40 Räuber" freut, den muss ich enttäuschen. Diese Geschichten waren im arabischen Original noch nicht enthalten und wurden erst später den Erzählungen beigefügt. Aus diesem Grund findet man sie auch an keiner Stelle in der Übersetzung. Den äußeren Rahmen bildet eine etwas laszive, aber genau deswegen interessante Geschichte. Daher handelt sich es bei diesem Buch, wie eben früher auch, um Geschichten für Erwachsene. Die wenigsten wissen das. Ich rate es ihnen also ab, das Buch Ihrem 7jährigen Neffen zum Geburtstag zu schenken...;-)
Die Geschichte handelt von einem Sultan und einem jungen Mädchen, das eben durch das Erzählen der Märchen dem Tode entgehen möchte. Doch mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.
Stellen Sie sich einfach auf mehrere Stunden Lesevergnügen ein.
Der etwas hohe Preis mag teuer anmuten, ist aber auf Grund der sehr hochwertigen Verarbeitung und der vermutlich vielen Übersetzungsarbeit durchaus gerechtfertigt.
Für Märchenfans ist diese Buch ein absolutes Muss und auch denjenigen die als Kinder schon Märchen geliebt haben und diese Freude als Erwachsener erneut erleben möchten sei dieses Buch wärmstens zu empfehlen. Weniger Märchenbegeisterte können sich aber auch auf unterhaltende Literatur freuen. Vielleicht weckt ja dieses Buch wieder im einen oder anderen von Ihnen den orientalischen Zauber.
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32 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Märchen für Erwachsene, 18. März 2004
Von Ein Kunde
Endlich, endlich gibt es sie - eine kompletet deutsche Ausgabe dieses Klassikers, der eigentlich für Erwachsene geschrieben ist und weniger für Kinder. Es ist schön das dieses Kunstwerk auch in einer optisch sehr ansprechenden Ausgabe nun auf dem deutschen Markt erschienen ist. Die Übersetzung ist von ausgezeichneter Qulität und der Inhalt ist sowieso unumstritten gut. Ich kann dieses Buch nur jedem empfehlen, der sich mit der Welt des Orients und auch seiner romantisch erotischen Seiten beschäftigen will. Wirkliche Märchen für Erwachsene!
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35 von 39 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich das Original, 22. Februar 2005
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Ali Baba und die 40 Räuber, Sindbad oder Aladin? Was fällt Ihnen bei Tausendundeine Nacht ein? Claudia Ott übersetzte nicht zum xten Mal die bekannten Kindermärchen, sondern machte sich auf die Suche nach den Originalerzählungen. Und bei denen fehlen ausgerechnet die, welche die meisten von uns kennen. Nur ist das kein Verlust, im Gegenteil.
Selber entdeckte ich diese fabelhafte Übersetzung, weil ich eine künstlerische Veranschaulichung des neurologischen Befundes suchte, dass Geschichten überlebenswichtig sind. Und welche Metapher ist schon stärker als die von Schahrasad. Denn sie kann ihr Leben nur retten, solange sie den seelisch verletzten Herrscher mit ihren Geschichten fesselt.
Ich fragte mich natürlich vor der Lektüre, ob ihr das auch bei mir gelingt, ist mir die arabische Welt doch so fremd wie das Leben in einem Königshaus. Meine Befürchtungen allzu grosser Ferne wurden allerdings schnell zerstreut. Denn in allen Geschichten geht es um das menschliche Leben schlechthin. Um unser Nöte, Ängste, Freuden und Begierden.
Die einmalige Sammlung dieser orientalischen Märchen gehört zu den Jahrtausendkunstwerken. Und es ist Claudia Ott nicht hoch genug anzurechnen, dass sie mit akribischer Arbeit die Perlen wieder zum Glänzen brachte, den ganzen Zensurmüll entfernte, der Erotik ihren Platz zurückgab und die Geschichten mit ihrer fantastischen Poesie wieder in den Mittelpunkt rückte.
Jahrzehnte nach Ali Baba fand ich nun die Geschichten aus Tausendundeine Nacht. Meinen Sucherfolg belohnte ich dann noch zusätzlich mit der Anschaffung der Hörbuchversion, die Claudia Otts Sprachkünsten folgt. Auch diese 24 CDs kann ich wärmstens empfehlen.
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25 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gefühlvolle Weltliteratur voller Fantasie, 27. November 2004
Nachdem ich vor etwa einem halben Jahr ein sehr interessantes Interview mit Claudia Ott hörte, habe ich mich trotz Geldknappheit einige Monate später zum Kauf des Buches entschlossen und es keinesfalls bereut.
Ich fand eine tolle und sehr abwechslungsreiche recht verwobene Erzählung vor, die wirklich alles was man sich an Gefühlsregungen während des Lesens von Literatur nur vorstellen kann, anspricht. Tolle Fantasien lassen Geister mit unendlich scheinenden Kräften die seltsamsten Dinge vollbringen. Alle Geschichten sind Kuriositäten, doch erscheint dem Leser diese vor den Augen entstehende Welt keineswegs abstrakt, wenn auch manchmal etwas übertrieben. Das Verlangen und die Lust zwischen Menschen und sogar zwischen Geistern und Menschen sind genauso ständiges Thema, als auch die eigentlich unmögliche Beziehung zwischen Herrschenden und von Ihnen Abhängigen. So kommt es neben der Hauptgeschichte, in der eine eigentlich zum Tode verurteilte Geliebte des Sultans, die bereits nach nur einer gemeinsamen Liebesnacht hingerichtet werden soll, dass sie dem Sultan die interessantesten Geschichten vorträgt und wie sollte es auch anders sein, am jeweils höchsten Punkt des Spannungsbogens durch das Ende der Nacht eine Qualifikation zu einer jeweils neuen erhält. Sie erzählt vielschichtig von der großen Liebe, die oft genug ein jähes Ende durch Schicksalsschläge oder Missgunst anderer erfährt. Auch wird zumindest dem Leser, im Gegensatz zum Sultan, sehr schnell klar, dass die Kraft die zwischen Liebenden entsteht sich weder durch Tod noch gemachten Versprechen, wie Heirat, beherrschen lässt.
Auch gibt es wunderbare natürlich wirkende, sehr frivole Szenen, die die Leichtigkeit, die bei Spielerischer Betrachtung entsteht unverblümt wiedergibt. Das ganze Buch handelt letztlich von Spannungen die durch unvorhergesehene Ereignisse in die bis dahin bestehenden Beziehungen, oft zwischen dem Beherrscher und seinen Untergebenen oder seiner Frau oder Geliebten entstehen. Die Ohnmacht in solchen Situationen stutzt die Herrscher, trotz ihrem Prunk, oft auf eine normale, ja manchmal sogar naive Position zurück. Eine Besonderheit des Buches ist trotz seiner Vielfalt, die aus Geschichten von verschiedensten Orientalischen Schauplätzen handelt, der Glaube aller, unter der Macht eines Höheren zu stehen und dadurch auch zur Ehrlichkeit und Gerechtigkeit verpflichtet zu sein.
Wer ein sehr mitfühlender Mensch ist sollte stets darauf gefasst sein von einem Hochgefühl zu mitgefühltem Liebesverlangen und starkem Mitleid für die Menschen, die meist unverschuldet in die schlimmsten und niederschmetternden Situationen geraten. Hat man Sinn für Gedichte, so wird man ebenso seine Freude empfinden. Kommen einem die Worte der Gedichte auch oft sehr ähnlich wie die des Vorherigen vor, schaffen diese doch, einmal Ihre Wirkung errecht, stets schnell wider ein besonderes Gefühl in der Brust. Das Buch hat aus meiner Sicht nur zwei Nachteile, von denen mich nur der letztere Betrifft. Der Erste ist, dass es sich sicherlich vom Anspruch und der eigenen Lebenserfahrung schon ein gewisses Maß notwendig ist um das Buch zu verinnerlichen, weshalb es kaum für Kinder als sehr gut geeignet gelten kann, macht es aber für alle vielleicht ab 15 Jahren um so interessanter. Der 2. Nachteil ist schlicht, dass das Buch endet. Dieses Ende ist, da sich in der originalen Literatur auch keine weiteren Geschichten befinden, vorgegeben und kurios wie das Ganze Buch, einfach mitten in der Geschichte. Vielleicht regt es aber den einen oder anderen an sich selbst eine Fortführung auszudenken. Ich zumindest währe erfreut einen vergleichbaren, weltliterarisch auch höchst wertvollen 2. Teil des Buches in Händen halten zu dürfen. Man kann sich nur bei Claudia Ott bedanken. Andreas Kloss
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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Pfeffer im Granatapfelmus, 7. Januar 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Tausendundeine Nacht: Nach der ältesten arabischen Handschrift in der Ausgabe von Muhsin Mahdi erstmals ins Deutsche übertragen von Claudia Ott (Taschenbuch)
Übersetzungen der 1001 Nacht gibt es viele, genauso wie die Geschichtensammlung viele Autoren, viele Ursprünge und viele Textvarianten hat. Weil, Burton, Littmann... muss man nun diese Version nach diesen berühmten Vorgängern auch noch lesen?

Die Antwort ist klar: Ja. Burtons englische Übersetzung ist für deutsche Leser kaum verständlich, Weils Fassung inzwischen total veraltet und Littmann ist zwar lesbar, macht aber nicht wirklich Spaß in seiner Trockenheit. Otts Fassung dagegen überzeugt sprachlich und bringt den ganzen Humor, der in diesem Werk inne weilt, auf den Punkt treffend ins Deutsche. Die Szenen mit dem fehlenden Pfeffer im Granatapfelmus oder dem "schweigsamen" Friseur haben mich, obwohl ich sie schon lange kenne, nocheinmal laut auflachen lassen. Besonders hoch anzurechnen ist Ott auch, dass sie nicht davor zurückschreckt, auch sehr schlüpfrige Szenen, wie das Wortratespiel zwischen dem Lastträger und den drei Damen, zu übersetzen - Littmann beispielsweise expurgierte diese Stelle.

Otts Übersetzung schafft es tatsächlich auch, die unterschiedlichen Sprachebenen des Originals zu transportieren - man spürt den Unterschied zwischen den Erzählungen; manche sind sehr dialoglastig, andere haben nur sehr karge Beschreibungen, andere wiederum stellen die Umgebung üppig detailliert dar, in der sich die Figuren bewegen. Ein "Oh mann!" des einfachen Mannes hört man ebenso oft wie ein "Gott sei gepriesen!" der edlen Frau.

Die Übertragung der Gedichte ist für meinen Geschmack aber nicht wirklich hundertprozentig gelungen - sie wirken sehr prosaisch, und der Reim ist oft eher gezwungen. Eine poetischere Nachdichtung im freien Reim hätte mir da besser gefallen. Auch inhaltlich sind die Gedichte, entgegen mancher Meinungen hier, nur wenig tragend - dazu sind sie viel zu formelhaft und deskriptiv.

Das ausführliche Nachwort, in dem auf die Neuübersetzung und die dazugehörigen Themen eingegangen wird, ist vorbildlich - jede Übersetzung eines großen Werks sollte so kommentiert werden. Die Taschenbuchausgabe ist großformatig, mit angenehm viel Weißraum und gutem Papier; einige Ornamente und Kalligraphien schmücken den Text, überladen ihn aber nicht.

Eine tolle Veröffentlichung einer beeindruckenden Übersetzungsleistung, nie zuvor waren die 1001 Nacht so lebendig, echt und frisch wie hier: Der Pfeffer, der bisher im Granatapfelmus fehlte.
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